Mal wieder Spaß an der Stresemannstraße

  • Auf die viel einfachere Lösung kommt die Polizei allerdings nicht: Das Radfahren ist im gesamten Straßenquerschnitt ohnehin kraft [Zeichen 254] verboten.

    Naja, das würde Arbeit bedeuten, wenn sie ihre Arbeit richtig machen würden:

    Wenn durch Verbote oder Beschränkungen einzelne Verkehrsarten ausgeschlossen werden, ist dies in ausreichendem Abstand vorher anzukündigen und auf mögliche Umleitungen hinzuweisen.


    Wurde das Thema mal vor einem Landes- oder Bundesgericht entschieden?

    Ja, es War durch die Gerichte durch. Die Benutzungspflicht wurde aber umformuliert und das Fahrbahnverbot mit einer Konjunktion angefügt. Damit fällt eigentlich das Eine mit dem Anderen. Ich sehe deswegen inhaltlich keine Änderung. Aber .... wir reden von Rupert Schubert.

  • Das absurdeste an der ganzen Geschichte finde ich ja, dass nur wenig später - ab Plöner Strasse bis zum Tunnel - das radeln auf der Fahrbahn Pflicht ist (Gehweg ist nicht für Radler frei gegeben). Von wegen Radfahren auf der Fahrbahn ist dort zu gefährlich...

  • Das Verwaltungsgericht hat in einem von einem engagierten Radfahrer angestrengten Eilverfahren entschieden, dass dieses lustige Durchfahrtsverbot an der Stresemannstraße rechtswidrig ist: https://www.facebook.com/photo…5420230559&type=3&theater


    Jetzt bin ich mal gespannt, ob sich PK 21 davon beeindrucken lässt oder ob man die Politik der ruhigen Hand fährt und die Sache einfach aussitzt.

  • Ein kurzer Schnappschuss aus der Hand während der heutigen Fahrrad-Demonstration zum #FridaysForFuture in Hamburg.


    Es ist ja bezeichnend, dass man sich nicht nur weigert, die Situation für den Radverkehr wenigstens ein bisschen zu bessern, sondern gleichzeitig auch noch jegliche Sorgfalt bei der Verbesserung des jetzigen Zustandes vermissen lässt.



    Was soll das denn werden? Okay, also mal vom Fahrverbot für Lastkraftwagen abgesehen.


    Erstmal ist der Radverkehr dort kraft Zeichen 254 verboten. Mir ist nicht klar, ob man den Radverkehr nur auf dem Radweg oder auf dem kompletten Straßenquerschnitt verbieten wollte, also das Fahrbahnradeln erlaubt sein könnte. Ist halt wieder ein Ratespiel. Dann sollen Fußgänger die Straßenseite wechseln. Das Zeichen hätte meines Erachtens ganz unten unter das Zeichen 259 gehört, so verwirrt es eher ein bisschen und suggeriert auf den ersten Blick, dass Radfahrer bitte auf der anderen Seite fahren sollen.


    Dann gibt es eine Umleitung für den Radverkehr. Da der Pfeil geschwungen und nicht gerade ist, bedeutet er, dass die Umleitung hinter dem Schild rechts entlangführt. Für eine Umleitung vor dem Schild rechts hätte es eines horizontalen Pfeils nach rechts bedurft. Tja.


    Aber immerhin ist das Zeichen 240 verdeckt worden.


    Das Zeichen 237 im Hintergrund leider nicht. Naja.


    Man darf wohl davon ausgehen, dass hier eh jeder macht was er mag. Der Radverkehr wird sich seinen Weg schon irgendwie suchen.

  • Wie erwartet interessiert sich die Straßenverkehrsbehörde nicht so richtig für das Gerichtsurteil, sitzt die Sache aber nicht aus, sondern festigt den eigenen Standpunkt noch mal mit ein paar so genannten Terrorbauklötzen. Was die Teile dort bewirken sollen ist mir nicht so ganz klar, schon ohne die Dinger wird sich kaum ein Radfahrer mit seinem Fahrzeug in das Absperrgitter geschmissen haben. Aber bei Radfahrern kann man halt nie wissen, die halten sich ja nie an die Regeln:



    Grob überschlagen überqueren pro Ampelphase im späten Feierabendverkehr bis zu zwanzig Radfahrer diese Kreuzung, von denen etwa acht bis zwölf bei rotem Licht warten und der Rest im Laufe der Grünphase von der Neuen Flora angekurbelt kommt:



    Ein bis zwei Radfahrer pro Umlauf wechseln auf die andere Straßenseite und betätigen sich dort ordnungswidrig als Geisterradler:



    Der Rest… naja:



    Und es interessiert halt auch echt niemanden:



    Naja. Die Umleitung hatte ich ja schon mal abgefilmt, die ist mittlerweile immerhin ein bisschen präsenter ausgeschildert als zu Beginn der Baumaßnahme. Warum aber die Umleitung gleichzeitig mit Zeichen 254 aufgestellt werden muss, erschließt sich mir mal wieder nicht, aber immerhin sieht man ja, was gemeint ist.



    Gleiches gilt wohl auch hier, wo gleich zwei Schilder eindringlich das Linksabbiegen verbieten, aber Radfahrer dann doch irgendwie links abbiegen sollen:



    Dann steht man also hier und soll irgendwie rüber auf die andere Straßenseite. Dort geht’s aber nur auf dem Gehweg weiter, also muss man sich irgendwie auf die Fahrbahn mogeln — so ganz ohne Ordnungswidrigkeiten wird das nicht gehen:



    Am billigsten kommt man übrigens davon, wenn man einfach neben der Arbeitsstelle auf der Fahrbahn weiterfährt. Man weiß in Hamburg ja nie, ob das Zeichen 254 für den kompletten Querschnitt gelten soll oder nicht und angesichts der Kombination aus Umleitung und Zeichen 254 ist hier sowieso vieles im Ungewissen und wenn’s hochkommt, dann kostet es halt nur 15 Euro, beziehungsweise mit der in Hamburg sicherlich erkannten Behinderung des Kraftverkehrs, der ja angesichts von Fahrbahnradlern traditionell hupen muss, gleich 20 Euro.


    Immer noch günstiger als ein potenzieller Rotlichtverstoß beim ohnehin ordnungswidrigen Linksabbiegen.