Beiträge von Malte

    Mit den Leihrädern in Kopenhagen hat es wohl nicht so ganz geklappt — sie sind fast alle fort. An den Fahrradständern stehen noch ein paar Räder herum, im Stadtbild habe ich kein einziges in Bewegung gesehen. Vielleicht war das Angebot angesichts des hohen Preises doch zu unattraktiv.


    Die Halterungen werden nun von anderen Rädern genutzt…



    … oder stehen einfach leer…



    … wurden schon kaputtgefahren von wendenden Kraftfahrern…



    … oder werden von neuen Mobilitätsangeboten genutzt:



    Lediglich am Hauptbahnhof und bei der Meerjungfrau stehen noch eine nennenswerte Zahl von Rädern herum:



    Das iPad — oder was auch immer diesen Touchscreen bereitstellte — wurde bei einem Großteil der verbliebenen Räder abgebaut und gegen einen Hinweis für die dazugehörige App ersetzt:



    Ich fand nur wenige Exemplare mit Touchscreen-Bedienung vor. Wahrscheinlich wartet man einfach ab, bis die Teile den Geist aufgeben und führt sie dann der Entsorgung zu.



    Tja. Aber das passiert halt mit Leihradsystemen, wenn Städte unbedingt eine neue Eigenentwicklung brauchen. So erging es zu meinen Studienzeiten auch der kleinen Stadt Wedel westlich von Hamburg mit ihren Wedelecs, die sich nicht durchsetzen konnten, weil sie beispielsweise unbedingt an der gleichen Station abgegeben werden mussten, an der sie entliehen wurden. Ich glaube, will man als Stadt ein Leihradsystem etablieren, sollte einfach auf erfahrene Anbieter zurückgegriffen werden.

    Das heutige Gewitter mit einem prächtigen Hagelsturm brachte uns in die Verlegenheit, nicht auf dem C99 zurückzufahren, sondern die Fahrradmitnahme in der S-Bahn auszuprobieren.


    Im Gegensatz zu Berliner oder Hamburger S-Bahnen gibt es hier pro Zug einen relativ eindeutig gekennzeichneten Bereich zur Mitnahme von bis zu 16 Rädern — WiFi gibt’s oben drauf:



    Und es gibt eine Einbahnstraße für Räder im Zug, erkennbar an den grünen und roten Aufklebern. Hier geht’s wieder raus:



    Für die beräderten Fahrgäste, die sich nicht so ganz sicher sind, gibt’s die Hinweise auch drinnen noch mal:



    In den Wagen werden die Räder dann in solche lustig anmutenden Halterungen gestellt. Sinnvollerweise parkt man rückwärts ein, unsere vorwärts eingeparkten und dadurch beim Beschleunigen und Bremsen des Zuges lustig umhertanzenden Räder wiesen uns drum direkt als Touristen aus:



    Noch eine blöde Sache: Durch dieses Einbahnstraßensystem im Zug parkt man nicht nur rückwärts aus, sondern fährt auch noch rückwärts zum Ausgang. Der Zug ist zwar breit, aber zum Wenden nun doch nicht breit genug:



    Die im Vergleich zu deutschen S-Bahnen sehr viel kürzeren, aber dickbauchigen Wagen ermöglichen allerdings eine Breite von 3,52 Metern — das ist ein knapper halber Meter mehr als etwa in der Hamburger BR 474. Das macht sich nicht nur in den bequemen sechs Sitzen pro Reihe bemerkbar, sondern auch in diesen Fahrradabstellanlagen, die eine Nutzung der Klappsitze und des Ganges neben dem Fahrrad ermöglichen. Das ist echt eine ganz andere Hausnummer als die relativ engen Wagen des nun in Hamburg herumfahrenden ET 490. Positiv fiel uns auf, dass die auf den Klappsitzen hockenden Fahrräder angesichts des wetterbedingten Fahrradansturms bereitweillig andere freie Sitzplätze aufsuchten — das ist ja eine Art von Sozialverhalten, das ich in Deutschland wirklich vermisse.


    Was man in Kopenhagen in der S-Bahn übrigens auch nicht braucht sind Fahrscheine fürs Fahrrad. Vor drei Jahren hatte ich den Fahrkartenautomaten so sehr gelobt, heute hat er uns aber leider nicht darauf hingewiesen, dass wir für das Fahrrad in der Bahn keine Fahrkarten brauchen. Nun ja — die drei zum Fenster herausgeschmissenen Euro werden wir wohl überleben.



    An einigen Bahnsteigen sind die Bereiche für die Fahrradwagen mit dicken Piktogrammen markiert. Das hilft einem insofern mitunter aber nur weiter, wenn man weiß, wie viele Wagen der Zug hat, denn je nach Länge gibt es einen oder zwei Bereiche. Über die Länge des Zuges geben aber die Fahrtzielanzeiger präzise Auskunft.



    Und im Bahnhof Hvidovre gab es für Räder diese bemerkenswerten Schiebeschienen auf der Seite des Bahnhofs ohne Aufzug. So etwas stünde Hamburg ja prinzipiell auch ganz gut, aber wie man da sein Fahrrad ordentlich runterschieben soll, wenn es einerseits mit Pedal und Lenker an der Wand entlangschabt, andererseits aber andere Fahrgäste mit dem Rad entgegenkommen, Puh, das ist auch nicht so geil. Ich habe meines lieber getragen.


    Wer von Hannover nach München will, hat - meiner Meinung nach - verloren, wenn alle Stellplätze von einer Gruppe gebucht werden, die von Hamburg nach Hannover wollen... Die Plätze werden afaik nicht mehr angeboten.

    Das funktioniert hingegen genauso gut wie die Sitzplatzreservierungen. Wenn ich morgens im ICE 973 einen Stellplatz von Kiel nach Hamburg habe, ist der ab Hamburg für jemand anderen vorgesehen. Bei Intercity-Verbindungen mit diesen Reservierungskärtchen aus Papier kann man direkt erkennen, dass manche Stellplätze für verschiedene Abschnitte reserviert wurden.

    Hmm. Der BahnComfort-Service, dem ich per Mail mit meiner BahnCard 100 vor der Nase herumgewedelt habe, verweist mit Textbausteinen auf das Servicecenter Fahrgastrechte. Das halte ich aber immer noch für Glücksspiel: Die Fahrkarten sind dann weg, ich bekomme bei abschlägiger Entscheidung aber kein Geld zurück.


    Ich möchte mal wissen, wer das denn riskiert. Für manche Fahrgäste steht ja ein bisschen mehr auf dem Spiel als ein Urlaub in Kopenhagen, den man notfalls mit der Fähre oder dem Auto beginnen kann, sofern man nur genügend Scheine aus der Brieftasche holt.

    »Malte, das ist was für den ADFC, für den Deutschen Bahnkundenverband, für Pro Bahn, für den Bundesverband der Verbraucherzentralen, für die Medien ...«

    Naja, ob das die Medien so sehr interessiert? Der RE 5 von Berlin nach Rostock ist auch regelmäßig überfüllt und wird genau wie der RE 7 und RE 70 in Schleswig-Holstein mit der BR 445 betrieben. Wenn da mehrere Züge ausfallen, sieht das in den Medien so aus: Züge überfüllt: Radfahrer wurden nicht mitgenommen


    Im RE 6 zwischen Hamburg und Westerland geht auch alles mögliche schief, dort opfern mehrere Mitglieder einen Großteil ihrer Zeit dafür, mit Politik und Bahn Verbesserungen herbeizuführen. Ergebnis: So gut wie null. Ich bin da ein kleines bisschen drin vernetzt und habe nicht den Eindruck, dass die Befindlichkeiten eines Radfahrers, der dann nachts in Wrist oder Tinglev nicht in den Schienenersatzverkehr darf, eine große Rolle spielten :(


    Wenn man aufpreispflichtig eine Fahrradmitnahme gebucht und bezahlt hat, schuldet einem die Bahn diesen Fahrradtransport. Sie kann das nicht einfach zum Privatproblem für den Reisenden deklarieren. Sie hat das Problem, die geschuldete Leistung zu erbringen.

    Das Problem dürfte sein, gegen den etablierten Apparat dieses Recht durchzusetzen.


    War die Bahn denn nicht grundsätzlich dazu bereit? Eben mit x Stunden Verspätung, wofür es dann auch 50% Rückerstattung bei der Rückfahrt gibt.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich in solchen Fällen auf die Fahrgastrechte berufen kann — es wird ja ein Schienenersatzverkehr angeboten, den wir nur aufgrund meiner mitgeführten Fahrräder nicht nutzen können. In den Beförderungsbedingungen des Schleswig-Holstein-Tarifs steht ja relativ deutlich drin, dass die Mitnahme eines Fahrrades auf eigenes Risiko geschieht und eine Fahrradkarte keine Pflicht zur Beförderung auslöst.


    Am Osterwochenende mussten wir beispielsweise nach einer Pofalla-Wende den ICE 974 bereits in Hamburg verlassen und den Rest der Strecke bis Kiel im Nahverkehr bestreiten. Dummer- oder freundlicherweise hielt der Regionalexpress am Gleis gegenüber, doch das Fahrradabteil war — wie immer — schon von Fahrgästen mit Gepäck ausgelastet, so dass wir eine Stunde später zu Hause ankamen. Die Anerkennung der Fahrgastrechte wurde uns damals verweigert, denn ohne Fahrräder hätten wir ja mitfahren können.


    Man muss wohl etwas vehementer gegenüber den Mitarbeitern der Deutschen Bahn auftreten, aber dafür war in den drei Minuten zum Umsteigen in Hamburg damals keine Zeit und dafür ist 2:30 Uhr in Tinglev mutmaßlich auch der falsche Augenblick.

    Warum schaffst du dir nicht eine (blickdichte) Hülle für dein Faltrad an und nimmst es einfach als Gepäckstück mit?

    Naja — so eine Tragetasche habe ich bereits und führe sie jedes Mal mit, aber die muss halt auch erstmal über das Rad gestülpt werden. Danach muss ich dann diese riesige Tasche tragen und bin damit ziemlich unbeweglich. Ohne Faltrad kann ich Brompti entweder ausgeklappt oder gefaltet direkt rollen und bin wesentlich flexibler und schneller. Wenn man dann an irgendeinem Bahnhof strandet und irgendwie schnell rüber in den Schienenersatzverkehr soll und erstmal die Haltestelle suchen und womöglich noch drei Treppen entlangstürmen muss, kommt eine Tasche nicht in Frage.

    Ich bin ja für meine unendliche Ruhe und Gelassenheit bekannt, aber manchmal platzt mir dann doch der Kragen.


    Die Kurzfassung lautet: Die Hinfahrt kann ich nicht stornieren, denn da finden ja keine Bauarbeiten statt. Die Rückfahrt kann ich auch nicht stornieren, aber umbuchen — aber auch nur unter Kulanz, weil wir eben einen Sparpreis Europa gebucht haben.


    Auf jeden Fall kam ich mit dem Typen im Reisezentrum überein, dass eine nächtliche Pause von fünf Stunden in Tingleff unzumutbar ist. Und der dänische Schienenersatzverkehr nimmt auch definitiv keine Fahrräder mit, das stand wohl sogar irgendwo in irgendwelchen internen Notizen so drin.


    Unsere Möglichkeiten sind nun begrenzt: Aus Kulanz gestattete der Vorgesetzte im Reisezentrum eine Umbuchung des Sparpreises auf eine andere Fahrt.


    Aber auch nur irgendwie so ziemlich ausnahmsweise, normalerweise hätten wir anscheinend Pech gehabt. Ich hab’s nicht so ganz rausbekommen, aber anscheinend waren wieder mal unsere Fahrräder die entscheidenen Faktoren: Es wird ja grundsätzlich ein Schienenersatzverkehr angeboten, wenn wir Fahrräder mitschleppen, deren Mitnahme ausgeschlossen ist, wäre das eben unser eigenes Problem. Ich mein, irgendwie muss es ja auch Lösungen geben, wenn die Fahrt komplett ausfällt, da kann doch nicht einfach nur aus Kulanz des Vorgesetzten eine Umbuchung möglich sein, weil wir, Ätschibätschi, einen Sparpreis Europa gekauft haben.


    Nun gut. Die sinnvollen Reisemöglichkeiten von Kopenhagen nach Hamburg sind begrenzt: Zu jeder geraden Stunde auf Minute 52 geht’s los, dann je nach Verbindung zwei oder drei Mal umsteigen, fünf bis sechs Stunden später in Hamburg ankommen.


    Die Zeit zum Umsteigen ist, kein Witz, jeweils sechs oder acht Minuten. Nun mag die Dänische Staatsbahn pünktlicher fahren als die Deutsche Bahn, aber wenn ich mir auf Google Maps den Weg in Fredericia von Gleis 4 zu Gleis 7 anschaue, dann ist das mit zwei Rädern und einem kleinen Fahrradanhänger schon knapp.


    Der Zug um 14:52 Uhr ab Kopenhagen ist der letzte, der noch irgendwie sinnvoll ist, denn danach kommen wir erst superspät in Kiel an, weil zwischen Neumünster und Hamburg Schienenersatzverkehr ist. Sinnvollerweise müssten wir also um 10:52 Uhr oder 12:52 Uhr aufbrechen, um wenigstens noch einen verpassten Umstieg kompensieren zu können. Das wird mit den reservierungspflichtigen Sitzplätzen und Fahrradstellplätzen schon schwierig genug.


    Und dann stelle ich mir ja schon die Frage, warum wir denn nicht einfach schon am Vortrag den IC 430 um 23 Uhr nehmen. Ursprünglich wollten wir ja noch den ganzen Sonnabend in Kopenhagen verbringen und nicht direkt nach dem Aufstehen in den Zug springen, dann hätten wir uns die letzte Übernachtung samt Frühstück auch sparen können. Einen dreitägigen Aufenthalt einfach mal um einen Tag zu kürzen ist ja schon nicht so ganz die reine Geilheit.


    Bla.


    Aber Moment — was interessiert uns denn der Schienenersatzverkehr zwischen Neumünster und Hamburg, wenn wir ohnehin nach Kiel fahren?


    Der interessiert uns insofern, als dass wir zwar aus Kulanz eine andere Verbindung, aber keine andere Strecke wählen dürfen. Die dänischen IC-Verbindungen halten tagsüber zwar alle in Flensburg, von dort aus könnten wir mit dem RE 72 direkt nach Kiel rumpeln, aber müssten dann selbst eine Fahrkarte für Lischen-Radieschen für 14,50 Euro und eine Fahrradkarte für 4,30 Euro kaufen. Gut, daran soll es nicht scheitern, schließlich bekommt man in Kopenhagen für 20 Euro gerade mal ein Frühstück. Trotzdem nervt mich das natürlich mega, denn erst verlieren wir mindestens einen halben Tag in Kopenhagen und zahlen noch tüchtig drauf, wenn wir nicht noch mehrere Stunden sinnlos durch die Gegend gondeln wollen.


    Bla.


    Aber Moment — warum sollen wir denn stundenlang sinnlos durch die Gegend gondeln, wenn wir von Flensburg über Neumünster nach Kiel fahren könnten? Schließlich gilt im Nahverkehr ja keine Zugbindung und solange die Fahrtrichtung stimmt, können wir ja jeden beliebigen Zug nehmen.


    Tja: Weil wir darum in Kopenhagen so früh aufbrechen müssen. Schließlich funktioniert die Umbuchung ja nur, wenn wir weiterhin eine Route über Hamburg wählen. Weil wir aber zwei Fahrräder dabei haben, kommen nur Routen in Frage, die vor dem Einsatz des Schienenersatzverkehrs den Abschnitt zwischen Neumünster nach Hamburg und zurück befahren haben. Im Nahverkehr gilt zwar keine Zugbindung, wohl aber im Fernverkehr, der ja so früh in Flensburg ankommen muss, dass wir theoretisch von Flensburg mit dem RE 7 über Neumünster bis Hamburg fahren können, um dort mit dem nächsten RE 7 von Hamburg über Neumünster nach Kiel zu gurken.


    Ansonsten könnten wir uns auch einen schönen Tag in Kopenhagen machen, dort erst viel später aufbrechen, dann einfach in Flensburg 20 Euro für Lisas Fahrkarte in den Automaten knallen und einigermaßen pünktlich in Kiel ankommen.


    Alles klar?


    Ich habe meine Fahrkarten erstmal wieder mitgenommen. Es gibt nämlich noch eine weitere Alternative: Wir treten die Fahrt nicht an und senden die Fahrkarten an das Servicecenter Fahrgastrechte, um dann auf eine Erstattung zu hoffen. Die Chancen dafür stehen zwar aus den oben bereits angeführten Gründen eher schlecht und die Fahrkarten sind dann halt auch einfach „weg“, aber… tja.


    Mir ist klar, dass weder mein Gesprächspartner im Reisezentrum noch den Vorgesetzten noch jemand anderen eine Schuld an diesem Verfahren trifft. Aber insgesamt ist das System Deutsche Bahn so seltsam aufgestellt, dass ich wohl wirklich der Dumme bin, wenn ich meinen Urlaub einigermaßen klimaneutral mit der Bahn bestreiten möchte.


    Und ich weiß noch immer nicht, was ich nun tun soll. Am liebsten wenigstens die Rückfahrt im Servicecenter Fahrgastrechte stornieren lassen und einfach nur aus Trotz mit der Fähre zurück fahren.

    und wenn der SEV keine Zwillingskinderwagen mitnimmt, dann hat man als Eltern auch pech gehabt? hm.

    Ein Zwillingskinderwagen ist ja wiederum kein Fahrrad. Die Mitnahme von Fahrrädern wird im Schienenerstzverkehr in der Regel explizit ausgeschlossen:



    Am Sonntagmorgen hatte ich Glück und durfte mit meinem Faltrad (!) einsteigen, vor ein paar Monaten, als der Kieler Hauptbahnhof wegen einer Bombendrohung gesperrt war, fuhr der Busfahrer aber lieber seinen Bus leer nach Kiel als mich mit Faltrad mitzunehmen.


    In Dänemark sieht das nach meiner Kenntnis ähnlich aus, beim Schienenersatzverkehr zwischen Nykøbing und Kopenhagen werden ebenfalls keine Räder transportiert. Die DSB meint dazu:

    Zitat

    Der er desværre ikke plads til cykler i Togbussen

    (Im Zugbus ist leider kein Platz für Fahrräder)


    4-6h vorher die Fahrt unterbrechen und noch eine Nacht in DK verbringen ist keine Option?

    Eine Option ist das sicherlich. Ich bin aber nicht unbedingt gewillt, eine Hotelübernachtung zu bezahlen, deren Notwendigkeit sich nur aus einer kurzfristig angesetzten Baumaßnahme ergibt, ohne dass ich beispielsweise viel von der Stadt sehen oder anderweitig dort etwas unternehmen könnte. Und wir bräuchten dann eine weitere Reservierung für den nächsten durchgängigen Zug von Tingleff nach Hamburg, das könnte anderthalb Wochen vorher ja auch schon etwas eng werden.


    Ich gehe heute Mittag mal ins Reisezentrum, mal sehen, was dort passiert. Am liebsten wäre mir weiterhin eine Stornierung der Fahrkarten und eine Überfahrt mit der Fähre.

    Aber du hast doch eine Leistung erworben. Muss sich die Bahn dann nicht darum kümmern?

    Naja: Wir haben ja Fahrräder dabei. Und für die Drahtesel besteht auch mit Reservierung und Fahrkarte keine Beförderungspflicht, also wird sich die Bahn eventuell wieder darauf zurückziehen, dass ja ein Schienenersatzverkehr angeboten würde, den wir aber — Schade, Schade — mit den Rädern leider nicht nutzen können. Mal gucken, wie das morgen im Reisezentrum wird. Ich will gleich morgen früh vor dem Zahnarzttermin hin, dann komme ich schon mal ordentlich in Wallung.

    Weiter geht es mit der nächsten Episode:

    Es war… mal wieder schwierig. Den Mitarbeiter im Reisezentrum haben wir ungefähr eine Dreiviertelstunde in Anspruch genommen, denn wir wollen nicht nur mit einem Zug ins Ausland fahren, sondern auch noch Fahrräder mitnehmen, mit unterschiedlichen BahnCards reisen und zu allem Überfluss ist der Zug auch noch reservierungspflichtig. Der Mann hat die Sache zwar souverän geleistet und uns gleich beim ersten Versuch alles zurechtgeklickt, aber ein bisschen lächerlich ist dieses ganze Tarifsystem schon.

    Denn: Die Rückfahrt fällt aus!


    Das bekam ich eher zufällig mit, weil ich einfach mal das Online-Buchungssystem befragte, wann wir denn eigentlich in Kiel ankommen. Und die Antwort war relativ eindeutig: Gar nicht.


    Statt des IC 430 fährt nun von Kopenhagen H bis Tinglev st ein IC 1130, dort sitzen wir dann um 2:22 Uhr in der Nacht fest, denn der anschließende Schienenersatzverkehr nimmt selbstverständlich keine Fahrräder mit. Die nächste Fahrtmöglichkeit ist um 7:44 Uhr der IC 5722 nach Flensburg, von dort geht es mit dem RE 7 über Neumünster nach Kiel. Und das klappt natürlich auch nur dann, wenn wir unsere Reservierungen für Sitzplätze und Fahrräder irgendwie auf den fünf Stunden späteren Zug umgebucht bekommen.


    Nun ist Tinglev glücklicherweise nicht so richtig weit von Flensburg entfernt, die Strecke lässt sich mit dem Rad in anderthalb Stunden bewältigen, allein bleibt halt die Frage, ob Lischen-Radieschen sich für eine solche Nachtfahrt begeistern kann. Mitte September kann es schließlich auch schon ganz schön kühl werden und vielleicht auch windig und regnerisch, darauf hat nicht jeder Lust.


    Mal gucken, ob ich die Fahrkarten noch stornieren kann. Die Fähre von Travemünde nach Malmö kostet mittlerweile ja locker doppelt so viel wie vor zwei Monaten.


    Ich fühle mich schon wieder ordentlich verschaukelt.

    Weil wir eh schon vom Thema abgekommen sind: Statt dem Träger eine Sattelstützentasche? https://www.ortlieb.com/de/seatpack

    Naja, die habe ich ja schon, die hat aber meines Erachtens zu wenig Kapazität für meinen Zweck.

    Leicht offtopic: Brauchst du das wirklich im Urlaub?


    Ich habe es mir schon vor einiger Zeit abgewöhnt zu viel Elektronik mitzuschleppen. Finde ich viel entspannter dann Abends an einem See zu sitzen und nicht online zu sein.

    Leider schon, ja.


    Einerseits kriege ich den totalen Rappel, wenn ich meine Fotos von der Kamera nicht regelmäßig aufs Notebook kopieren kann, weil ansonsten die Erinnerungen eines ganzen Urlaubs aufgrund technischer Probleme oder Diebstahls plötzlich abhanden kommen können, andererseits bin ich in technischer und rechtlicher Hinsicht für eine größere Zahl an Webseiten verantwortlich und muss da hin und wieder mal kurzfristig reagieren können. Wenn Seiten wie das Radverkehrsforum im schlimmsten Fall drei Tage lang nicht erreichbar sind, werden wir das wohl verkraften, aber rechtliche Streitigkeiten aufgrund von Urheberrechts- oder Persönlichkeitsrechten verlangen da eine hinreichend schnelle Antwort.


    Einer der Gepäckträger, die ich mir online und im Laden mal angesehen hatte, ist mir in der Vergangenheit unter anderem in diversen Fahrradabteilen begegnet. Das Fazit der Nutzer war eigentlich ganz positiv, aber man sollte schon nicht unbedingt mehr als zehn Kilogramm raufpacken. Ich habe leider nicht gefragt, wie das Ding bei Überladung reagiert, ob direkt die Sattelstütze bricht oder ob das Fahrverhalten ein bisschen schwammiger wird.


    Insofern bleibe ich wohl einfach bei dem Monoporter, den ich dann im Zug einfach zusammenfalten werde.


    Wenn man bei der Suche auf "Weitere Optionen" und dann auf "Nur Verbindungen zur Fahrradmitnahme anzeigen" klickt, sollte der Kauf der Fahrrad-Fahrkarte auch online vorgeschlagen werden.

    Und wenn das dann nämlich nicht klappt, sind bereits alle Fahrradstellplätze für deine Verbindung ausgebucht. Das erfährt man aber leider erst im weiteren Verlauf des Buchungsprozesses.

    die Nembercher Fussballfans verhalten sich auf dem Weg zum Heimspiel gesitteter als damals die HSV-Fans

    Tja. Gestern wurde der Nahverkehr auf der Linie RE 7 in Schleswig-Holstein quasi zum Erliegen gebracht. Aufgrund von Bauarbeiten fuhr ohnehin nur jede zweite Verbindung, die dann in der einen Richtung von HSV-Fans nach Hamburg und in der Gegenrichtung von Holstein-Kiel-Fans genutzt wurde. Im Laufe des Tages fielen dann noch einige Züge aufgrund polizeilicher Ermittlungen oder Vandalismus aus.

    Also bleiben wir mindestens noch sechs weitere Jahre bei diesen Verhältnissen? Puh. Unter der Brücke schlägt mal wieder eine Mischung aus mangelhafter Infrastruktur und Rücksichtslosigkeit sondergleichen zu. Auch das kleine Zeichen 239 mag nichts daran ändern, dass hier niemand kapiert, man diese Kreuzung eigentlich bewältigen soll.