Beiträge von Mueck

    Das ist doch fast holländisches Design, oder?

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    Die Kreuzung habe ich damals fotografiert, weil Anfang 2016 die Nachbarin meiner 3 Monate zuvor verstorbenen Mutter, ich war gerade wegen de Wohnungsauflösung eine Weile oben, erzählte, dass sie sich eines Tages wunderte, dass ihr ein Stückchen hinter ihr radelnder Mann nicht zuhause (knapp 600 m weiter) angekommen ist. Der wurde halt dort ins Krankenhaus abgebogen ...

    Durch seinen beruflichen Hintergrund ist ja davon auszugehen, dass er bestens informiert ist und die Tat nicht in Unkenntnis der Rechtslage begangen hat.

    Ob wirklich jeder Scheidungsanwalt das komplexe Radverkehrsrecht versteht, das schon viele Verkehrsrechtler überfordert ... *flöt*

    Mir wurden aber schon mal 1/3 der Kosten vom Gericht auferlegt, weil ich "vorher mit der Beklagten hätte in Kontakt treten können."

    Hat die Stadt hier in einer Eilsache auch schon mal versucht, dummerweise hatte ich in meiner Klage zwei erfolglose Beschwerden anderer Personen in der selben Sache zitiert, so dass das Gericht sagte, dass das bei vorhersehbarer vergeblicher Liebesmüh obsolet wäre ...

    Gibt es für den Radweg noch verkleinerte VZ 205 (Vorfahrt achten)? Ich hab hier auch so eine Ecke und denke gerade daran, das ganze mal vor Gericht klären zu lassen.

    Nach VwV-StVO zu § 9 darf man dann aber keine Furt markieren ...

    Außerdem steht in der VwV zu 206:

    "Zusätzlich ist im Regelfall eine Haltlinie (Zeichen 294) dort anzubringen, wo der Wartepflichtige die Straße übersehen kann. Bei einem im Zuge der Vorfahrtstraße (Zeichen 306) verlaufenden Radweg ist die Haltlinie unmittelbar vor der Radwegefurt anzubringen".

    Das Nichtbeachten dieser Regel ändert aber nix an der Vorfahrt, genauso wie hinmalen von Furten alleine keine Vorfahrt erzeugen täte, nur § 8 und Schilder sind da zu beachten.


    PS: Mein Verfahren gegen kleine 205 ist noch offen, dort sind auch 2 schon erfolgreiche Verfahren anderswo erwähnt.

    Dafür reicht es z.B., wenn man auf den Boden in regelmäßigen Abständen einfache Fahrradpiktogramme pinselt

    ...

    Die wissen *alle*, was sie da tun.

    Sach doch sowas nich ... ;-)

    Vor paar Jahren gab es im Verkehrsportal.de eine Diskussion, wo ein Berliner in Hamburg in eine geschlossene Reihe von Parkenden in die letzte Lücke des "Parkstreifens" einparkte.

    Dummerweise war es aber ein Radfahrstreifen Hamburger Art (also ohne Schild, nur Piktogramme, irgendwo in dem Faden war dann auch ein Dokument verlinkt, dass und warum HH die Schilder nach HHStVO für unnötig hält, weil angeblich auch ohne Vz b-pfl. ...) und ausgerechnet in dieser Lücke war halt kein Piktogramm sichtbar ..

    Da haben halt nur 95% HHer und umzu gewusst, was sie tun, der eine Berliner dazwischen nicht ...

    Die Diskussion ums Knöllchen wurde dann etwas länger ...

    Die Gefahr ist nicht gering, dass diese Führung, egal ob mit oder ohne erhöhte Linse, Autofahrer animiert zu denken, der biegt ja eh rechts ab, um dann vom plötzlichen Dochlinksabbiegengeradeausfahren überrascht zu sein bzw. daraus einen Strick zu drehen, wie es bei freien Rechtsabbiegern nicht so unüblich ist, dass als Linksabbiegen einzustufen ...

    Wobei bei Straßenbegleitenden Wegen allerdings eher von einem Straßenbestandteil ausgegangen wird: Das wäre dann bei obigem Bild Auslegungssache wegen des Grünstreifens zwischen Fahrbahn und Radweg.

    Nach VwV-StVO zu § 9 reicht das bisschen Grünstreifen eigentlich nicht aus. um aus dem straßenbegleitenden und somit vorfahrt- und vorrangberechtigten Radweg (nach § 8 und § 9) einen eigenrständigen Radweg zu machen, da er mind. 5 m von der Straße (nicht Fahrbahn) abgesetzt sein müsste.

    Interessant wird's, wenn ein Weg per 205 an Kreuzungen eine andere Vorfahrt bekommt als eine "nur zufällig" in der Nähe befindliche Fahrbahn, das Konstrukt funktioniert nur, wenn der Weg als eigenständig betrachtet werden muss mit den Haken

    - Benutzungspflicht futsch, Straße hat ja keinen Radweg mehr und

    - Einrichtungsverkehr futsch, der ist ja nur straßenbegleitend definiert


    Vorsicht aber bei eigenständigen Wegen.

    Das dann jeder drauf darf ohne Schild gilt nicht für alles.

    Man muss als Radler auf Deutschlandrundreise *) noch

    - 16 Waldgesetze (für die Waldwege),

    - 16 Naturschutzgesetze (für die Feldwege),

    - x Wasserdingensgesetze (für Wasserwirtschaftswege an Bundes- und Landeswassertraßen) und

    - ca. 10.000 kommunale Grünflächensatzungen unterwegs auswendig kennen.

    Letztere für Wege in Grünanlagen.

    In Karlsruhe hat man bspw. vor einigen Jahren Parkege umdefiniert grob gesagt

    - von "ohne Schild nur Fußgänger, Radfahrer nur mit Schild"

    - auf "ohne Schild wie Schleichradler frei, anders nur mit Schild"


    *) Ohne Rundreise sind es bei mir mit alter und neuer Heimat auch schon 4, weil KA und BHV grenznah liegen ... Zzgl. Alsace, s.u. ...


    Zu den eckigen Schildern:

    Neben der Empfehlung aus einer Verkehrsministerrunde vor einiger Zeit, das Problem der Erkennbarkeit von geiensamen G+R ohne 240 mit Piktogrammen im 240er Stil zu lösen, sah man durchaus schon andere Lösungen, darunter Bildbsp. von eckigen Schildern mit 240er Symbolik, nur in schwarz auf weiß, neben "Radfahrer frei" solo stehend auch rechtsseitig, ws ja nur linksseitig vorgesehen ist.

    Etwas unsicherer finde ich die Option, das Radelrecht aus Radfurten oder Wegweisungen herzuleiten, aber nach OLG Jena sollte auch das nicht zum Nachteil eines Radlers ausgelegt werden können ...


    Das französische eckige Schild bedeutet, im Gegensatz zum runden, in der Tat, dass der Radweg keine B-Pflicht hat.

    ... was im grenznahen Raum deutsche Autisten nicht am Hupen hindert ...

    Bitte Hand hoch! Wer von euch selbst oder von euren ernstzunehmenden, nicht-gewohnheitsrasenden Bekannten wurde jemals "aus Versehen" mit 20+ km/h geblitzt? Nur weil er/sie ein Schild übersehen hat, ansonsten aber rücksichtsvoll und regelkonform Auto fährt?

    Auf der Landstraße ist das schnell passiert bei 100->70.

    Hatte mal eine Anhörung aus dem Raum Minden bekommen bei einer Strecke, die ich "zwischen den Burgen" (Mar+Nien) gerne mal statt Autobahn fuhr zwischen alter und neuer Heimat (BHV+KA) und von der ich weiß, dass da 70er Limits gerne mit Blitzer ausgerüstet sind. Da nach der Anhörung aber nie mehr was kam, gehe ich mal davon aus, dass ein Ortskundiger das Schild erfolgreich als unsichtbar darlegen konnte ... Da war ich glaub nicht langsam, nahe der 100 statt nahe der 70, also klassisch übersehen und sonst keine zuverlässigen Indizien für einen 70er Grund. Leider finde ich das gerade nicht wieder, untergekommen sind mir beim Suchen nur die 41 statt 30, wo 3 Jahre vorher noch 50 war, wie können die nur so plötzlich ... und 106 statt 100 kurz vor Marburg, als ich noch schnell einen überholt habe, man sieht mich schön, wie ich schaue, ob ich endlich wieder einscheren kann, vermutlich schon leicht ausrollend für die 100 ... Waren 10,-, das andere 25,- Mein "erstes Mal waren rund 80 auf der Autobahn ...

    Dummerweise 60er Baustelle, sonst habe ich nicht wirklich viele Tickets kassiert in meiner Autofahrerzeit ... Ganz sporadisch mal ein Parkticket dort, wo ich anfangs wohnte, als ich am Ende des abgeschrägten Parkstreifens mit dem 4. Rad auf der Baumscheibe ... Mit späterem TG-Platz war das dann Geschichte ...

    Ist Ihnen gar nicht bekannt, dass auch in Deutschland Radfahrer im Kreisverkehr Vorfahrt haben - auch dann, wenn ein Radweg dem Verlauf des Kreisels folgt?

    Sicher?

    Kürzlich irgendwo (VP, FB, ... weiß nicht mehr ...) hat jemand mit § 8 (1a) argumentiert:

    Zitat
    Ist an der Einmündung in einen Kreisverkehr Zeichen 215 (Kreisverkehr) unter dem Zeichen 205 (Vorfahrt gewähren) angeordnet, hat der Verkehr auf der Kreisfahrbahn Vorfahrt.

    MfG

    Advocatus Diaboli