Beiträge von Fahrbahnradler

    Radfahrerin stirbt bei schwerem Unfall: Von Lastwagen mitgeschleift und überrollt
    Ein Unfall zwischen einem Lastwagen und einer Radfahrerin hat verheerende Folgen.
    www.schwaebische.de
    Zitat

    In einer Pressemitteilung erläutert die Polizei den aktuellen Ermittlungsstand. Die 63-Jährige fuhr demnach ...

    Ah ja, dann lesen wir doch mal die Pressemitteilung:

    PP Ravensburg: Meldung aus dem Landkreis Ravensburg
    Ravensburg (ots) - Schlier / Unterankenreute Pedelec-Fahrerin erleidet schwere Verletzungen Am Samstagmittag, um 12:05 Uhr kam es in Unterankenreute zu einem…
    www.presseportal.de
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    Pedelec-Fahrerin erleidet schwere Verletzungen

    Am Samstagmittag, um 12:05 Uhr kam es in Unterankenreute zu einem folgenschweren Verkehrsunfall. Nach bisherigen polizeilichen Erkenntnissen befuhr eine 63-jährige Pedelec-Fahrerin den links neben der Fahrbahn verlaufenden Gehweg der Wolfegger Straße vom Kreisverkehr am Ortseingang in Richtung Ortsmitte. Ein 68-jähriger Lastwagenfahrer fuhr vom Kocherweg kommend an die Einmündung zur Wolfegger Straße heran. Hier bog er nach rechts auf die Wolfegger Straße in Richtung Wetzisreute ab. Die Fahrradfahrerin erfasste die Situation offenbar zu spät und fuhr vom Gehweg in den abbiegenden Lkw, der sie erfasste, eine kurze Strecke mitschleifte und letztlich mit seiner Hinterachse überrollte. Die Frau erlag trotz sofort eingeleiteter Erste-Hilfe-Maßnahme durch Ersthelfer noch vor Ort ihren schweren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg ordnete ein Unfallgutachten an. Ein verständigter Unfallgutachter nahm zusammen mit dem Verkehrsunfalldienst des Polizeipräsidiums Ravensburg die erforderlichen Daten an der Unfallstelle auf. In der Zeit der Unfallaufnahme blieb die Unfallstelle zwischen dem Kreisverkehr Wolfegger Straße und der Einmündung Wolfegger / Altdorfer Straße mit der Laurentiusstraße für den Verkehr gesperrt. Die innerörtliche Sperrung dauerte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Pressemitteilung um 15:45 Uhr noch an.

    Mal abgesehen von der makabren Diskrepanz, dass die laut Text noch vor Ort verstorbene Radlerin laut Überschrift "nur" schwere Verletzungen erlitten hat, stellt sich der Unfall ganz anders dar als vom Qualitätsmedium der Schäuble-Tochter und Ex-Innenministers-Gattin verbreitet wurde.

    Tödlicher Unfall mit LKW und Fahrrad in Unterankenreute
    Bei einem schweren Unfall in Unterankenreute (Schlier) ist eine 63-jährige Radfahrerin tödlich verunglückt. Beteiligt war auch ein Lastwagen.
    www.wochenblatt-news.de

    Das ist die Stelle, entgegen der Blickrichtung der Radfahrerin. Der Lkw kam aus dem Seitengässchen.

    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    www.google.de

    Das Satellitenbild ist von September 2024, Streetview ist von September 2023. Die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Kaff auch noch im September 2026 der Kocherweg den Charakter einer Hofeinfahrt hat und der Lkw über zwei Bordsteine hoppeln musste, um die Vorfahrtstraße zu erreichen, ist also relativ hoch.

    Nächste Frage: Was machte die Radfahrerin auf dem "links neben der Fahrbahn verlaufenden Gehweg"? Nun, sie kam offenbar vom Kreisverkehr. Dieser hat zwei Zufahrten, eine von Süden, eine von Osten. Die von Osten auf den Kreisverkehr zulaufende Straße hat rechts einen Gehweg ohne Radverkehrsfreigabe (der auch noch an manchen Stellen unterbrochen ist). Das hier ist der Weg aus dem Süden:

    Street View · Google Maps
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    Die Piste links ist ein [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] und ich würde Gift darauf nehmen, dass eine in dieser Gegend konditionierte Seniorin diesen Weg links weiter befährt, anstatt an der Querungshilfe vor dem Kreisel auf die Fahrbahn zu wechseln. Am Ende des Kreisverkehrs stößt sie dann auf das Schild [Zeichen 239] ohne Freigabezusatz und soll offenbar drei Meter weiter die Querungshilfe nutzen, um auf die Fahrbahn zu wechseln. Das hat die Radlerin offenbar nicht gemacht, sondern ist auf dem Gehweg geblieben.


    Ein Stück westlich der Unfallstelle endet die Konstruktion einfach so im Grünen:

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    Im Westen stehen nirgends Schilder, die den Gehweg für Fahrräder freigeben würden, das erste solche Schild steht erst direkt am Kreisverkehr, dort wo auf der Gegenseite nur [Zeichen 239] ohne Radfreigabe hängt.

    Man sieht also, was gemeint ist, aber es ist stümperhaft ausgeführt.

    Wir haben also eine Stelle, an der das Radfahren untersagt ist - und die praktisch genauso sichtbehindert daherkommt wie Dutzende (Hunderte?) Stellen, an denen in Stade Blauschilder hängen.

    Und jetzt kann man nur mutmaßen, ob die Radlerin noch versucht hat, im letzten Moment dem rücksichtslosen Lkw auszuweichen und auf die Fahrbahn gezogen ist oder ob der Lkw sie an der Ecke voll auf dem Gehweg erwischt hat und bis zur anderen Hausecke mitgeschleift hat. Auf jeden Fall ist der SWR-Text "Die Fahrradfahrerin erfasste die Situation offenbar zu spät und fuhr vom Gehweg in den abbiegenden Lkw" heftiges Victim-Blaming.

    Zitat

    Nach Polizeiangaben

    Nach Angaben eines Autofahrers und seiner Beifahrerin ...

    Es würde mich nicht wundern, wenn umgekehrt der Fahrer den Radler so eng überholt hätte, dass der Außenspiegel den Radler "touchierte" und dem empörten Radler dann auch noch Schläge angedroht hätte ... worauf dann die Radler sich in Sicherheit gebracht hätten.

    Mallorca: Vater aus Deutschland findet Kinder nicht mehr – stundenlange Suchaktion
    Ein Vater wollte nach einer Reifenpanne Hilfe holen und verlor selbst die Orientierung: Eine deutsche Familie hat auf Mallorca eine Suchaktion ausgelöst – mit…
    www.spiegel.de

    Vorschläge, was man dem Papa zum nächsten Geburtstag schenken kann:

    Smartphone (ggf. mit Powerbank und einer Simkarte für Spanien)

    Wanderkarte/Fahrradkarte von Mallorca

    Kompass

    Flickzeug und Basiswerkzeug (Knochen, Reifenheber) in einem praktischen, kleinen Etui

    Mir ist vor Jahren mal ein Buch mit einem für mich Kauf verlockenden Titel über den Weg gelaufen, allerdings eines Priors, in dem sich ein Kapitel auch mit dem Tod beschäftigte und nach dem es früher für gläubige Menschen ein Graus gewesen wäre "plötzlich und unerwartet" aus dem Leben gerissen zu werden, wie es sich heute viele "wünschen" ohne langes Leiden, weil sie sich so nicht drauf vorbereiten, sich nicht verabschieden etc. können, habe nicht mehr alle Argumente parat. Er hätte das also bejaht ...

    Ja, die Kirchen haben damals die Auffassung verbreitet, man könne nur dann in den Himmel kommen, wenn man sich lang und breit mit den eigenen Sünden auseinandergesetzt und um Vergebung gebeten hätte - natürlich nicht die eventuell Geschädigten, sondern dieses grundgütige, allmächtige und rachsüchtige Fabelwesen über den Wolken.

    kann sich die denkfabrik mit den Grünen zusammentun:

    https://www.zeit.de/mobilitaet/202…matthias-gastel

    Genau. Züge fallen aus Gründen (Technik) aus, aber du sollst noch mehr davon anschaffen, um die Ausfälle zu kompensieren. Zum Glück ist das Netz so klein und Züge lassen sich bei Amazon bestellen. Aber bitte nicht die kurzen Züge!

    Ich weiß jetzt gar nicht, wohin der Sarkasmus zielt. Die DB hatte sowas auch mal. Und sie hatte zum Beispiel massenhaft Sitzwagen aus IC-Zeiten, zum Beispiel die Großraumwagen mit den Alibi-Glastrennwänden (auf der einen Seite war Nichtraucher, auf der anderen Raucher). Die wurden per ordre de mufti verscherbelt oder verschrottet, da gab es in der Mitarbeiterzeitung der DB sogar eine Art Nachruf: jemand, der mit diesen Wagen vertraut war, trauerte ihnen betriebsöffentlich nach. Von "zuverlässigen Arbeitspferden", die einen aus der Patsche holten, wenn ein ICE ausgefallen war, war dort die Rede. Wenn man die behalten hätte, dann hätte man an diversen Ecken solche Züge hinstellen können. Aber man wollte nicht.

    meine Erwartungshaltung ist nicht, dass man an jedem größeren Bahnknoten einfach mal einen ICE in der längsten Variante irgendwo auf ein Gleis stellt, damit der dann im Falle eines Ausfalls als Ersatzzug dienen kann.

    Hm ...

    Zitat

    Ein Dispositionszug ist ein Reservezug oder -wagenpark einer Eisenbahngesellschaft, der bei unvorhergesehenen Betriebsstörungen im Schienenverkehr unmittelbar eingesetzt werden kann. Die Schweizerischen Bundesbahnen halten diese sogenannten Dispozüge mit Personal besetzt an größeren Bahnhöfen bereit.[1] Ursprünglich für die S-Bahn Zürich eingeführt,[2][3]wurde das Konzept bald netzweit eingeführt. Bei einer Verspätung oder dem technischen Ausfall eines Zuges steht so unmittelbar Ersatz bereit, so dass der Ausfall abgefangen werden kann.[4][5] Dies erhöht die Gesamtpünktlichkeit und ermöglicht, Umsteigeverbindungen zu gewährleisten. Dies gilt als zentrale Maßnahme zur Vorsorge gegen das Aufschaukeln von Verspätungenin eng vertakteten Bahnsystemen, wie bei einem Integralen Taktfahrplan

    Dispositionszug – Wikipedia

    Ich kann ja mal den Kollegen Benedikt Weibel (Ex-Chef der SBB, der ist auch bei "Bürgerbahn") fragen, ob er für den nächsten "Alternativen Geschäftsbericht DB AG" etwas zu den SBB-Dispositionszügen schreibt.

    https://buergerbahn-denkfabrik.org/wp-content/uploads/2026/03/Altgesch_Bericht_2025_final.pdf


    Was die längste Variante angeht: die ICE4 sind die Sardinenbüchsen, die auf maximale Sitzzahl getrimmt wurden: 918 Plätze, 713 in der 2. und 205 in der 1. Klasse.

    Die ICE1, die komfortabelsten Züge, die ich bei der DB je erlebt habe (in Plüschwagen des TEE zu fahren, war mir altersbedingt nie vergönnt), hatten bei 12 Wagen (Normalvariante) 645 Plätze (501 in der 2. und 144 in der 1.Klasse), nach dem 1. Redesign waren es 703 (506; 197) und in der neuen Verkürzung auf 9 Wagen nur noch 503 (393; 110).

    Damit ist klar, dass bei Ausfall einer 918-Personen-Zuggarnitur zwar eine 703er-Garnitur das noch irgendwie hinbekommt, indem die Kurtzstreckenreisenden wie Göttingen-Kassel oder Frankfurt-Mannheim die halbe Stunde stehen - aber bei 503 statt 918 geht das absolut nicht mehr.

    Und ich persönlich was als Zugbegleiter immer der Meinung: "geht nicht, gibt's nicht". Und so fuhren bei mir drei Rennradler, denen am Iséran der Peugeot verreckt war und die deswegen ungeplant keine Großraumlimousine für sich und die Räder zur Rückfahrt hatten, ab Paris im Nachtzug mit. Räder ins Rolli-Abteil, 2 der drei mit da rein, und der 3. irgendwo im Wagen.

    Merksatz: alle anderen sind immer doof, eigene Vorschläge dagegen immer "intelligenter".

    Das dürfte auf 90 % aller Beiträge hier im Forum zutreffen, die fehlerhafte Planung, mangelhafte Ausführung oder Unkenntnis der Verkehrsregeln bei Streifenhörnchen thematisieren. Auch bezüglich Jena oder Erlangen oder die brandenburgische Walachei ... :)

    rail blog 411 / Michael Jung
    Wie die DB systematisch die Fahrgäste gegen Radler aufbringt Geplante Fahrt am 19.8.2026 mit ICE 602 von Berlin Hbf nach Hamburg Hbf ohne Zwischenstopp,…
    buergerbahn-denkfabrik.org
    Zitat

    Der Clou der Geschichte war: Es war (mal wieder) ein ICE4 mit einem technischen Defekt ausgefallen. Der als Ersatzzug eingesetzte ICE1 gehörte der auf 9 Wagen verkürzten Baureihe nach der 2. Lifetime-Extension an, hatte also 200 Sitzplätze weniger als der ausgefallene Zug (ICE 4 mit 12 Wagen). Zudem hat der ICE 1 keine Fahrradstellplätze, die hatten aber nun Radler in dem ausgefallenen Zug gebucht. Folglich sperrte das Zugpersonal 4 Abteile in dem Ersatzzug, um dort 8 Fahrräder unterzubringen. Damit fielen weiter 24 Sitzplätze weg, was eine besondere Freude bei den Reisenden auslöste, die in diesen Abteilen Platz genommen hatten. Da die DB bei Fahrradtransporten eine völlig absurde Sicherheitsideologie verfolgt, dass alle Räder entweder eingehängt oder eingeklemmt sein müssen und Räder in den Waggondurchgängen nicht geduldet werden, musste der Zug noch einmal außerplanmäßig in Berlin Spandau halten, bis alle Räder zur Zufriedenheit des Personals verstaut waren. Selbst die Eigentümer der Räder durften – angeblich „aus Sicherheitsgründen“ – nicht in den Abteilen mit ihren Rädern Platz nehmen, sondern mussten die Zufahrt in dem völlig überfüllten Zug auf dem Boden sitzend verbringen. Zudem erhöhte die ganze Aktion mit dem „DB-gerechten“ Verstauen der Räder, einschließlich des dafür notwendigen Zusatzhaltes in Berlin-Spandau die Verspätung enorm, so dass die erstattungsfähige 60-Minuten-Marke geknackt wurde. Das hat sicher manche Passagiere erfreut, aber die meisten, besonders diejenigen mit Kindern, die noch weiter nach Schleswig-Holstein wollten, waren definitiv gefrustet, weil sie ihre Anschlusszüge verpassten und dann wohlmöglich mehr als 2 Stunden später am Zielort ankamen und zudem sich am Hamburger Hauptbahnhof mit ihrem Gepäck noch in übervolle S-Bahnen quetschen durften, um die Anschlusszüge in Hamburg-Altona zu erreichen. Den Frust dieser Passagiere bekommen zuerst das Zugpersonal und dann die Radler ab. Bei intelligenterer Organisation wäre sicher beides vermeidbar.

    Aus dieser Erfahrung stellen sich drei Fragen. Zum einen: Warum wurden bei dem letzten Refurbishment der ICE-1-Züge nicht einfach 2 Abteile herausgenommen, dann hätte man ganz leicht Platz für 8 Räder? Zum zweiten: Warum werden für solche Züge, die erfahrungsgemäß in der Urlaubszeit gut gebucht sind, noch die ultrabilligen Wochenend-Schnäppchenpreis-Tickets verkauft? Überfüllte Züge können einem den Spaß am Bahnreisen nachhaltig verderben. Zum dritten: Warum haben Ersatzzüge – dieser wurde schon in München eingesetzt – nicht annähernd die gleiche Sitzplatzzahl wie die zu ersetzenden Züge?

    Fazit: Radtransport in ICE-Zügen kann vielleicht auf einigen Strecken schneller sein, ist aber nur ein schlechter Kompromiss. Wie war es doch zu Zeiten der Interregiozüge einfach, Räder umsteigefrei in die Urlaubsgebiete mitzunehmen. Dort gab es in den Steuerwagen eine ausreichende Anzahl von Radstellplätzen, das Einladen war einfacher und die Langläufer wie z. B. Flensburg–Konstanz oder Oberstdorf–Dortmund verbanden ideal die Urlaubsregionen und aufkommensstarke Quellgebiete (Hamburg, Hannover, Ruhrgebiet, Frankfurt) miteinander.

    Beim Buchungen am besten immer die Mailbenachrichtigungen "mitbestellen", dann hat man die Infos auf dem Handy.

    Und ja: Der Informationsstand in den verschiedenen Verästelungen des DB-Konzerns kann durchaus unterschiedlich sein

    Oh, das habe ich auch erlebt. Gebucht: Neckarsulm - Stuttgart - Hamburg.

    DB meldet sich: "Ihr Zug fällt aus, bitte suchen Sie nach Alternativen".

    Bei der Suche stelle ich fest: Gar nichts fällt aus. Nur: der ICE endet in Harburg statt in Hamburg Hbf. Also kein Problem.

    Allerdings behauptete die Hotline steif und fest, beide Züge würden ausfallen, auch der RE/Mex oder was auch immer (fährt so alle 20 Minuten was Verschiedenes, ist mir egal). Ich möge doch über Würzburg fahren. Ich: "Nein, die Münchner ICEs sind immer voll, und dann mit einem Zf streiten, warum man nicht im gebuchten Zug sitzt ..."