Beiträge von Fahrbahnradler

    Und selbst jenseits des Gefühls ...


    Da stellt eine Behörde durch Beobachtung fest:

    Zitat

    Die Abstände bei Überholmanövern zwischen Velos und Fahrzeugen sind nach der Einführung der Kernfahrbahn kleiner geworden. Ebenso haben sich die Randabstände der Velofahrenden zum Strassenrand verkleinert.

    Und schreibt zugleich:

    Zitat

    Den Radfahrenden in Birmenstorf steht mit der Einführung der Kernfahrbahn mehr Verkehrsfläche zur Verfügung als in der Norm (Normalprofil) vorgesehen.

    Aber es gibt in der Schweiz ja noch mehr Freihändiges, wie ich letzte Woche erfahren durfte: da präsentierte ein Institut Zahlen zur Umweltbilanz von Nachtzügen, und auf Nachfrage, mit wie vielen Plätzen pro Wagen und mit welcher Auslastung man gerechnet habe, und ob man den geringeren Energieverbrauch durch niedrigere Geschwindigkeiten und größere Länge der Züge einkalkuliert habe, kam ein "Wir haben dazu keine Untersuchungen, das ist das Bauchgefühl unserer Experten."

    Da fragt man sich: merken die gar nix mehr?

    Als Logistiker sage ich, man müsste die Auslastung von allem erhöhen. Alleine wie viele Badezimmer, Werkzeuge und Gärten so ungenutzt rumexistieren geht eigentlich auf gar keine Kuhhaut.

    So hat man vor 100 Jahren gebaut - man betrachte die Rotklinkerbauten aus der Ära Schumacher in Hamburg, Dulsberg zum Beispiel: Gemeinschaftsküche, Gemeinschaftswaschkeller ... dahinter steckte sozialpolitische Absicht.

    Ich glaub, ich habs kapiert. Das geht lt. Epaminaidos tatsächlich nach Sätzen im Sinne der Anzahl von "ganzen Sätzen", nicht nach Sätzen im Sinne von Absätzen. Also Satz 1 ist gar nicht (1), sondern der erste Satz in (3a). Muss man wohl irgendwann irgendwie lernen.


    Mein Trost: Meine Kids wüssten es vermutlich trotz Abitur auch nicht.<X

    Tja - was lernt man in Gemeinschaftskunde, Gesellschaftskunde, Staatsbürgerkunde oder wie immer das Fach auch heißen mag? Ich raufe immer die Haare, wenn ich Studierende erlebe, die noch nie eine Steuererklärung oder einen Steuerbescheid gesehen haben ...


    (Ich habe sowas in der Schule auch nicht gelernt: wir hatten auch kein "Bildungsministerium", sondern ein "Kultusministerium", und der Ministerpräsident des Bundeslandes während meiner Gymnasialzeit gehörte als ehemaliger Marinestabsrichter zu den "furchtbaren Juristen" ...)


    Es gibt übrigens gedruckte Ausgaben, in denen am Beginn jedes Satzes eine kleine hochgestellte Ziffer steht, damit man "Satz 1" (oder auch mal.: "Satz 12") leichter findet.


    Nehmen wir ein Beispiel:

    Zitat

    § 4 Abstand

    (1) Der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug muss in der Regel so groß sein, dass auch dann hinter diesem gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird. Wer vorausfährt, darf nicht ohne zwingenden Grund stark bremsen.

    (2) Wer ein Kraftfahrzeug führt, für das eine besondere Geschwindigkeitsbeschränkung gilt, sowie einen Zug führt, der länger als 7 m ist, muss außerhalb geschlossener Ortschaften ständig so großen Abstand von dem vorausfahrenden Kraftfahrzeug halten, dass ein überholendes Kraftfahrzeug einscheren kann. Das gilt nicht,

    1. wenn zum Überholen ausgeschert wird und dies angekündigt wurde,
    2. wenn in der Fahrtrichtung mehr als ein Fahrstreifen vorhanden ist oder
    3. auf Strecken, auf denen das Überholen verboten ist.

    Die Bestimmung zum Abstand beim Überholverbot befindet sich somit in

    § 4 Abs. 2 Satz 2 Ziffer 3 StVO.

    Ich bin mit Holz- bzw. Kohleofen groß geworden. Wenn ich eines nicht vermisse, dann das!

    Dito. Wir hatten kein fließend Warmwasser in der 1960 (!) neu gebauten Wohnung. Küche und Waschbecken: Durchlauferhitzer. Badewanne: Ofen. Natürlich haben wir - wir waren Dauercamper - bei Gelegenheit Abfallholz aus dem Wald neben dem Campingplatz mitgebracht, am liebsten diese kleinen keilförmigen Stücke, die beim Fällen der Bäume liegengelassen wurden. Damit wurde dann freitags der Ofen befeuert.

    Was bin ich froh, dass ich jetzt einfach eine Armatur aufdrehen kann und eine Gasheizung im Keller stehen habe!

    Genau dieses Problem sehe ich auch. Es müsste ein komplettes Umdenken stattfinden, was die Radverkehrsführung an solchen Kreuzungen angeht, die ohnehin nur dort verwirklicht werden könnten, wo genug Fläche dafür vorhanden ist.

    Die Kreuzung ist nicht deshalb abzulehnen, weil dann "Dank" Verwaltungsvorschriften Bettelampel oder Vorfahrt achten Schilder oder Stoppschilder für Radler aufgestellt würden.

    Sondern die Verwaltungsvorschriften sind so zu ändern, dass die Kreuzung so funktioniert, wie sie gedacht ist, dass nämlich die Radfahrer*innen auf dem verschwenkten Radweg Vorrang haben für die Geradeausfahrt und der Abbiegeverkehr warten muss. Und zwar unmittelbar nachdem er die Ampel passiert hat, die ihm das Abbiegen ermöglicht hat.

    Wenn dann der Abbiegende den Radweg erreicht, muss er mit einem Vorfahrt achten oder einem Stoppschild dazu gebracht werden, den Radverkehr passieren zu lassen. In den Niederlanden scheinen dafür die sogenannten Haifischzähne-Bodenmarkierungen auszureichen. Hier in Deutschland ganz sicher nicht. Aber den Autofahrer dazu zu bringen, den Abbiegevorgang zu unterbrechen, ist das zentrale Element bei der niederländischen Kreuzungsgestaltung.

    Im Übrigen möchte ich Sie drauf hinweisen, dass es ihre Darstellung nicht bestärkt, wenn sie den Leuten, die mit Ihnen diskutieren, pauschal generelle Ahnungslosigkeit unterstellen. Heben Sie sich das für den "politischen Aschermittwoch" auf.

    Und ich sage, dass die Kreuzung falsch gedacht ist!


    Das ist der Grund, warum sie nicht funktionieren kann, jedenfalls nicht im Sinne von Sicherheit.


    Die VwV zu ändern, ist wie die Farbe eines Pflasters zu ändern - während es darum geht, den Grund für das Kleben eines Pflasters zu vermeiden. Und das sind diese verdammten Verschwenkungen.

    Danke für den Hinweis.


    Leider enthält auch der UDV-Text die mathematisch-sprachliche Verwechslung zwischen "größer als" und "so groß wie", wenn es heißt:


    Zitat

    Hier ist die Anzahl der getöteten Radfahrenden pro Rad-km in den Niederlanden etwa 1,5-fach höher als in Deutschland und in Dänemark.

    Die Zahlenwerte lauten:

    DK: 3,0 - D 3,4 - NL 4,9

    NL liegt also um etwa 50 % höher, und nicht um etwa 150 % ("1,5-fach") höher.

    Und was lesen wir?

    Zitat

    Örtliche Behörden sollen aber Ausnahmen festlegen können, etwa wenn auf einer Straße gar kein Abbiegen möglich ist.

    Oder wenn der LKW nachts um 10 aus dem Industriegebiet auf die Autobahn will und nachts um eins woanders von der BAB ins Industriegebiet abfährt, oder oder oder ...

    Dann war das eindeutig ein Missverständnis. Reisegeschwindigkeit = Entfernung zwischen Start und Ziel dividiert durch Zeitdauer zwischen Start und Ziel. Wenn der ICE für 800 km 5 Stunden braucht, dann beträgt die Reisegeschwindigkeit 160 km/h. Das ist was anderes als die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges (z. B. 280 km/h, 330 km/h), der Strecke (z. B. 360 km/h, 200 km/h) oder die laut Fahrplanbuch vorgesehene Fahrgeschwindigkeit (z. B. 180 km/h).

    Insofern als alle möglichen Vorschriften und sonstige Regelungen zur Disposition gestellt werden, wenn sie dem Profitstreben oder dem Durchziehen bereits gefasster Beschlüsse im Wege stehen. Über Stuttgart 21 sind zu dem Thema schon ganze Bücher geschrieben worden.

    Die Waitzstraße ist ein "Business Improvement District", da hat der Staat ein Stück Souveränität aus der Hand gegeben.

    Längsparken würde viele der dortigen Autobesucher überfordern. (Also noch mehr überfordern als Bremse und Gas auseinanderzuhalten oder "D" und "R".)

    Für Nicht-Hamburger: Die Waitzstraße verläuft direkt neben einer S-Bahn-Haltestelle. Busse gibt's da auch. Und we da wohnt, könnte sich auch ein Taxi leisten, das während des gesamten Einkaufs wartet und die Uhr laufen lässt ...

    Die paar Bundestagsmandate von Regierungsmitgliedern fallen zahlenmäßig nicht ins Gewicht. Man schaue sich zum Vergleich mal ein paar Karibikinseln an, die früher mal britische Kolonien waren - da geht das nach dem Prinzip: "alle Minister müssen dem Parlament angehören", wobei das Parlament aus - beispielhaft - 15 Personen besteht und die Regierung aus Premier und 6 Ministern. Natürlich alles Einerwahlkreise. Da reicht das Spektrum dann von 15:0 Sitzen für die Regierungspartei bis zu 8:7 Sitzen, wobei dann im Parlament 7 Regierungsmitglieder, ein weiteres Mitglied der Regierungspartei und 7 Oppositionelle sitzen.

    Hat da jemand "Kontrolle" gesagt?


    Jüngste Urteile des BVerwG (Belttunnel, Hamburger S4) zeigen wie auch der BVerfG-Beschluss zu Ausbildungskosten vom letzten November wieder mal, dass im Zweifel mehrere Gewalten "pro Staatsräson" und gegen Buchstaben und Geist der Verfassung und der Gesetze entscheiden, das ist dann so ähnlich wie die "Gewaltenteilung" zwischen Robert Lewandowski und Thomas Müller beim FC Bayern ...


    Es sind Formen bürgerlicher Herrschaft. Und wehe, man zweifelt an, dass dies demokratischer sei als die Aufstellung und die Wahl der Parlamentskandidaten in Cuba. (Die müssen sich auf Einwohner- oder Betriebsversammlungen präsentieren. Wer da durchfällt, wird gar nicht erst aufgestellt.)