Beiträge von Fahrbahnradler

    Hmmmm ... ich gebe zu bedenken, dass Umwege für Autofahrer leichter sind als für Radfahrer (eine Minute länger den Fuß auf dem Gaspedal ruhen lassen versus fünf Minuten strampeln).

    Deswegen gibt es einige Ecken, an denen Autofahrer »außen rum« müssen, während Radfahrer »mitten durch« dürfen: für Hamburg nenne ich mal das Alstertal, das Wandse-/Eilbektal, den Stadtpark, das Niendorfer Gehege ... aber man könnte auch die vielen Schleichwege ergänzen, die zum Beispiel aus einem nur durch eine von einer Seite aus zugänglichen Ringstraße erschlossenen Gewerbegebiet zur benachbarten Straße führen (in meiner Gegend: Lademannbogen, Oehleckerring, Tarpenring; oder: die Durchfahrtmöglichkeit von der Einmündung Oddernskamp in die Julius-Vosseler-Straße in die Döhrnstraße) ... und im Grunde ja auch die in Gegenrichtung freigegebenen Einbahnstraßen oder die durch Diagonalpoller nur für den Autoverkehr gesperrten Kreuzungen.

    Das sind für mich keine Streckenführungen »zweiter Wahl«.

    Zweite Wahl ist für mich hingegen, wenn Velorouten im Zickzack durch die Pampa, über unbeleuchtete Wege und durch enge Sträßchen geführt werden, wo jedes entgegenkommende Auto ein Problem ist.

    Verstehe ich den Text der Fragen richtig, dass die Grünen für angeordnetes Geisterradeln sind und es schrecklich finden, wenn (Zwangs-)Geisterradeln untersagt wird?



    Die Antworten sind ja zum Einrahmen:

    Zitat

    1. Hält die Landesregierung es für zulässig, bei beidseitigen Zweirichtungsradwegen die Benutzungspflicht nur auf einer Straßenseite vorzugeben und auf der anderen Straßenseite lediglich ein Benutzungsrecht einzuräumen (durch das Zusatzzeichen „Radfahrer frei“), wenn also zur Wahl gestellt wird, welche Straßenseite benutzt werden kann? Wenn nein, wieso nicht?

    Nein. Bereits vom Wortlaut her bedeutet eine Benutzungspflicht, dass diese befolgt werden muss und demgemäß kein Wahlrecht besteht. Wenn also eine Benutzungspflicht auf einem Radweg durch die Verkehrszeichen 237, 240 oder 241 auf einer Seite angeordnet wurde, dann müssen Radfahrerinnen und Radfahrer in ihrer jeweiligen Fahrtrichtung diese Seite des Radweges nutzen. Wenn sie das auf der anderen Seite angeordnete Benutzungsrecht in Anspruch nehmen wollen würden, dann könnten sie dies nur, wenn sie gleichzeitig gegen die Benutzungspflicht auf der anderen Seite verstoßen würden. Mit einer solchen Anordnung würde daher ein bußgeldbewehrter Verstoß geradezu provoziert.


    Zitat

    Zweirichtungsradwege mit Benutzungspflicht sind nur dann rechtmäßig angeordnet, wenn zwei Fahrbahnen vorhanden sind. ...

    Sollten keine zwei Fahrbahnen vorliegen, ist die beidseitige Radwegebenutzungspflicht rechtswidrig.

    Ein Beispiel: nasse Landstraße/Autobahn. Der Typ mit Breitreifen erlebt bei 60 km/h Aquaplaning, aber der Typ mit einem historischen Fiat 500 und "Teerfräsern" hat bei 70 km/h keine Schwierigkeiten. Da verliert der Begriff "zulässige Höchstgeschwindigkeit" jeden Sinn. Der Breitbereifte war mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs, das Fiatle nicht.

    Ich wette, dass 100,0 % aller Auto-, Motorrad- und Radfahrer sowie Fußgänger unter »zulässiger Höchstgeschwindigkeit« das verstehen, was auf dem Schild steht bzw. was man mit »Ortschaft 50, Landstraße 100« im Kopf hat.

    Wenn man wegen Nebel, Aquaplaning oder spielender Kinder usw. langsamer zu fahren hat (Absatz 1 sowie 2a), redet man von einer Anpassung an die individuelle Situation. Das ist aber keine starre »zulässige Höchstgeschwindigkeit«.

    https://www.kreisbote.de/lokal…strasse-90045141.amp.html


    Ich hab vor Jahren genau einmal diese "Alternativ-Route" zur (hervorragend glatten, für Autos gedachten) Dachauer Straße benutzt. Danach hab ich mir echte Sorgen gemacht, ob mein Fahrrad vielleicht viereckige Reifen hat und ich mein Gestell im Krankenhaus wieder einrichten lassen soll? Der Claudia Gessner mags ja gefallen, wenn sie völlig durchgeschüttelt und durchgerüttelt in Emmering ankommt. Ich fahr lieber auf einer einigermaßen glatten Straße.

    Abgesehen davon: was sollen denn Radfahrer da unten, wenn sie oben was zu tun haben? Nach diesem Prinzip könnte man übrigens den Autoverkehr von jeder Straße verweisen, die höchstens 3 km von einer Autobahn entfernt liegt und annähernd parallel verläuft ...

    993. Sitzung des Bundesrates am 18. September 2020

    Vorerst keine Reparatur der StVO-Novelle


    Der Bundesrat hat am 18. September 2020 über Änderungen im Straßenverkehrsrecht debattiert - insbesondere über eine mögliche Reparatur der StVO-Novelle vom 20. April 2020, die derzeit wegen eines Formfehlers teilweise außer Vollzug gesetzt ist.


    Zur Heilung des Formfehlers oder Änderungen an der Straßenverkehrsordnung wird es jedoch vorerst nicht kommen: Entsprechende Vorschläge aus den Fachausschüssen fanden jeweils nicht die erforderliche absolute Mehrheit im Plenum.


    Was die Fachausschüsse vorgeschlagen hatten

    Verkehrs- und Innenausschuss hatten übereinstimmend empfohlen, die StVO-Novelle inklusive der ergänzten Eingangsformel noch einmal neu zu erlassen - und dabei die ursprünglich beschlossenen, derzeit aber nicht angewandten Sanktionen für Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 21 km/h innerorts und 26 km/h außerorts zu modifizieren: Fahrverbote sollten künftig nur bei Geschwindigkeitsverstößen an Gefahrstellen wie Autobahnbaustellen oder Schulen und Kindergärten sowie im Wiederholungsfall verhängt werden. Rasern sollten dafür aber höhere Bußgelder drohen. Dieser Vorschlag erhielt keine Mehrheit im Plenum.


    Der Umweltausschuss hatte dafür plädiert, ausschließlich den Formfehler im Einleitungsteil der StVO-Novelle zu heilen, den Inhalt der damaligen Verordnung aber unverändert noch einmal neu zu erlassen. Auch diese Empfehlung fand in der Plenarsitzung nicht die erforderliche absolute Mehrheit.


    Zeitplan offen

    Wann es zu einem weiteren Reparaturversuch kommt, ist derzeit nicht absehbar. Die nächste Plenarsitzung findet am 9. Oktober 2020 statt.


    Aufhänger: Umsetzung von EU-Recht

    Zustimmung fand allerdings die Grundlage der aktuellen Beratungen - eine Verordnung der Bundesregierung zur Umsetzung einer EU-Richtlinie zu den höchstzulässigen Abmessungen und Gesamtgewichten für bestimmte Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen: Ihr stimmte der Bundesrat mit einigen fachlichen Änderungsmaßgaben zu. Setzt die Bundesregierung diese um, kann sie die Verordnung im Bundesgesetzblatt verkünden.


    Plenarsitzung des Bundesrates am 18.09.2020

    Und sie können mal eben zur Seite - so wie ein Basketballer im Angriff, der sich blitzartig links-rechts-vorwärts-rückwärts bewegt. Ein Radfahrer ist da ... na ja, wie ein Radfahrer eben: geradeaus und höchstens leichte Schlenker ...

    Zitat

    Überraschend kam die Kontrolle in der Friedrichstraße insofern, als sich Autofahrer in den 2018 zur Luftverbesserung eingerichteten Tempo-30-Bereichen auf Magistralen wie der Leipziger und der Hauptstraße vier Wochen lang unkontrolliert an die Vorschrift "gewöhnen" durften. Die Friedrichstraße ist erst seit Ende August teilweise autofrei.

    Die Polizei begründet den Einsatz mit "Hinweisen aus der Bevölkerung an die polizeilichen Fahrradstreifen, dass einige Radfahrende die geltende Geschwindigkeitsbegrenzung nicht beachten würden". Auch die CDU hatte Tempokontrollen gefordert, nachdem sie die Teilsperrung für den Autoverkehr nicht verhindern konnte. Für den galt in der Friedrichstraße Tempo 50.

    Gut, dass der Tagesspiegel das mal gegenüberstellt.

    Wie reagiert eigentlich die Polizei, wenn man Streifenwagenbesatzungen darauf hinweist, dass einige Autofahrende die geltende Geschwindigkeitsbegrenzung nicht beachten?

    1. Es gibt den Begriff "Knallzeugen". Das sind die, die den Krach des Unfalls gehört haben, dann dorthin gucken und aus dem, was sie nach dem Knall sehen, Rückschlüsse auf das ziehen, was sich vor dem Knall abgespielt haben muss/kann/dürfte ...

    Bei einer polizeilichen Vernehmung sollte eigentlich die Frage: "was haben Sie gesehen?" / "wo haben Sie hinschaut, als... " Standard sein, dann dürften es solche Äußerungen wie "die fuhr bei Rot auf der linken Seite über die Fußgängerampel" gar nicht bis in einem Polizeibericht oder in eine Zeitung schaffen.


    2. Ja, jetzt stelle man sich vor, im Lkw wäre keine Dashcam gewesen.

    Aber: Niemand ist gezwungen, sich selbst zu belasten. Das war immer "das" Argument gegen automatische Aufzeichnungssysteme an Bord des eigenen Autos, selbst wenn es nur um Werte wie Geschwindigkeit, Betätigung von Blinker usw. geht. Was passiert, wenn der Anwalt des Fahrers dagegen protestiert, dass diese Aufnahmen ausgewertet werden?

    Oder: Angenommen, am Rad der Frau wäre eine laufende Kamera gefunden worden, die - offenbar anlasslos - seit mehreren Minuten lief? Oder ein anderer Radfahrer hätte seine Kamera dauernd laufen gehabt und das Geschehen zufällig draufbekommen? Würde dann auch in Richtung "Beweisverwertungsverbot" argumentiert?


    3. Und diese Hasepost ist unsäglich. Hinterher mit "Und nun, Ihr Schlaumeier" die Hassposter anraunzen - aber unterschlagen, dass man selbst mit seinem unhaltbaren "Bericht" die Steilvorlage geliefert hat. Selbstkritik Null.


    4. "Polizei ... gibt Details zum Unfallhergang ... bekannt" - nee, das hätte heißen müssen "Polizei verbreitet Legenden". Wann endlich lernen Polizeipressestellen, sich bei solchen Meldungen zurückzuhalten? Victimblaming gegen Radfahrer geht bei denen immer, während man Forderungen wie "Der Lkw-Fahrer achtete nicht auf die Radfahrerin" oder "Der Pkw-Fahrer bog ab, ohne auf die entgegenkommenden Fahrräder Rücksicht zu nehmen" oder "Der Pkw-Fahrer war offenbar mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs" vehement abgelehnt werden, weil sie ja eine Vorverurteilung des Fahrers bedeuten würden.

    Also mir ist neulich auch passiert, dass ich ohne Maske losgeradelt bin und es erst beim Absteigen vor dem Baumarkt bemerkt habe. Die hatten freundlicherweise eine zum Verkauf. Hätten sie keine gehabt, wäre ich nicht im Traum auf die Idee gekommen, die als Saftladen oder so zu bezeichnen, denn den Fehler habe ich gemacht.