Beiträge von Ullie

    Hm. Ich taufe es mal "eingeschränktes Halteverbot".

    Gibts schon. Da aber gerne "eingeschränktes Halteverbot" mit "uneingeschränkter Parkpflicht" verwechselt wird meinen die, für die das eingeschränkte Halteverbot gedacht ist, im absoluten Halteverbot halten zu müssen.

    Die französische Ausschilderung, die ich in Lille fotografiert habe, hat aber schon noch eine andere Qualität als das schlichte eingeschränkte Parkverbot. Da wird dem Autofahrer erstens klar: Es geht um Lieferverkehr, der darf hier halten, andere nicht. (Ob da die Gendarmerie in Lille ein Auge zudrückt, wenn ein Privatfahrzeug hält, weil der Fahrer was in den Kofferraum legen will, weiß ich allerdings nicht. Und es ist ein sehr ausdrucksstarkes Zusatzschild angebracht. Ein Auto, das am Kranwagen hängt. Dazu kommt die gelbe Markierung mit der ebenfalls gelben Beschriftung auf der Fahrbahn. Was davon eins zu eins kompatibel ist mit den entsprechgenden deutschen rechtlichen Vorgaben wieß ich nicht, aber so was kann man ja ändern. Noch viel wichtiger aber ist es, dass eine Diskussion über Parkplätze, Halteplätze und zugeparkte Radwege mit dem Hinweis auf die französische Handhabung eine neue Dimension aufgetan werden kann. Es geht dann nicht mehr schlicht um Parkverstöße, sondern um eine Abstufung beim Nutzen des vorhandenen in der Regel zu knappen Parkraums.

    Kaum am Start, da ist es schon wieder vorbei. O-Bike hat faktisch seinen Betrieb in Hannover eingestellt. Zwar stehen an einzelnen Stellen noch O-Bikes herum, aber sie lassen sich nicht mehr in Betrieb nehmen. Die Stadt hat damit begonnen sie eintzusammeln. Ob die dann wohl bei EINER der nächsten Fahrradversteigerungen des Fundbüros unter den Hammer kommen?

    Was denn nun?

    Der Artikel - vielen Dank für den Link - beinhaltet einen krassen Widerspruch.


    In einem mittleren Absatz heißt es: „Markierte Sicherheitsabstände zwischen Parkständen und Radweg bzw. Radfahrstreifen werden leider auch in Hamburg von vielen Autofahrern beim Parken nicht eingehalten“, so Lau. „Meist ist dieser Abstand der Bereich zwischen linkem Bordstein des Parkstands und der rechten Seitenlinie des Radfahrstreifens. Ausreichende Überwachung des ruhenden Verkehrs durch die Polizei gibt es in Hamburg bei Weitem nicht. Bei neueren Planungen wird deshalb nun teilweise ganz auf das Markieren des Abstands verzichtet, weil sich ohnehin zu wenige Autofahrer daranhalten.“


    Am Ende des Artikels jedoch steht geschrieben: "Bei der Planung von neuen Radverkehrsanlagen sei die Polizei beteiligt und achte „strikt auf die Einhaltung der Vorgaben zum Sicherheitstrennstreifen“."


    Was gilt denn nun???


    Der holländische Griff, der in dem Artikel erwähnt wird, heißt deshalb so, weil holländische Autofahrer-Lehrlinge das so beigebracht bekommen? Und öffnen tatsächlich alle Holländer so ihre Autotüren, wie in dem Artikel beschrieben? Gibt es vielleicht sogar höhere Strafen, wenn ein Autofahrer durch unachtsames Türen-Öffnen einen Radler zu Fall gebracht hat und nachgewiesen werden kann, dass er das nicht mit dem "holländischen Griff" getan hat?


    Muss wohl mal wieder Urlaub in den Niederlanden machen. Ein Gesprächsthema mehr hätte ich damit schon mal. Oder gibt's hier jemand, der dort öfter ist, und mehr weiß?

    Ein interessanter Artikel. Mir ist dies auch schon auf gefallen, als Radfahrer auf der Fahrbahn wird man neben anderen Radwegen oder freigegebenen Gehwegen, ab und zu auch neben reinen Gehwegen an gemault, man solle da nicht fahren. Seltsamer weise habe ich noch nie erlebt, dass jemand hupt oder meckert, wenn ein Kfz ein Halteverbot oder Parkverbot ignoriert. Da wird dann auch angehalten und auf eine Lücke im Gegenverkehr gewartet, ohne Protest.

    Nochmal das Zitat aus dem HAZ-Artikel über die Aktion der Grünen gegen die vom Lieferverkehr zugeparkten Radwege. http://www.haz.de/Hannover/Aus…hrraeder-auf-der-Fahrbahn Ein Passant, der in dem Artikel zu Wort kommt, sagte: Ein Passant hat eine Idee: „Die Stadt müsste eigene Parkplätze nur für Lieferwagen schaffen“, findet der Mann."

    Ich habe inzwischen noch mal die Urlaubsfotos gesichtet. Hier ein Bild aus Lille, auf dem ein solcher gelbmarkierter Lieferverkehr-Halteplatz zu sehen ist. Wer mehr davon sehen will kann ja mal eine virtuelle Stadtrundfahrt durch Lille mit google-street-view machen. In ganz vielen Straßen gibt es diese gelb markierten Lieferverkehr-Halteplätze. Und sie werden nach meiner Beobachtung auch respektiert. Ob das an häufigen Kontrollen und/oder hohen Strafen oder an Einsicht liegt, habe ich leider nicht rausfinden können.


    Schweizer Straßen zu schmal für SUVs

    http://www.spiegel.de/auto/akt…ter-werden-a-1224091.html

    Es ist schon bemerkenswert, wie unbedarft Spiegel-online über den SUV-Boom und die daraus abgeleitete Forderung nach breiteren Schweizer Straßen berichtet.

    Richtig ätzend ist, dass der Spruch der Importeursvereinigung Auto so unkritisch in dem Artikel wiedergegeben wird: "Das würde auch Konflikte mit Fahrradfahrern verringern, betont ein Sprecher der Importeursvereinigung Auto Schweiz. Radwege seien oft nur mit gestrichelter Linie auf der Fahrbahn markiert. Die Folge: je breiter die Autos, desto eher gibt es Konflikte." Da versucht die Autolobby die von ihr gewünschten breiteren Straßen ausagerechnet mit den angeblichen Bedürfnissen der Radfahrer zu rechtfertigen.

    Wie das konkiret funktionieren soll mit den breiteren Straßen wird ebenfalls nicht erwähnt.

    Gefahr 1: In bereits bestehenden Wohngebieten würde eine Straßenverbreiterung zugleich eine Eineengung der Fußgängerfläche bedeuten.

    Gefahr 2: Wenn breitere Straßen zur Normvorgabe für Neubaugebiete werden, dann beschleunugt das den Verkehr. Zumindest darauf wird in dem Artikel eingegangen: "Scharfe Kritik kommt zudem von Sicherheitsexperten. "Das Unfallrisiko wäre erheblich gestiegen, weil breitere Fahrbahnen zu schnellerem Fahren führen"" Link s. o.

    Mich wundert's ein wenig, dass ich nirgends im Thread was zum Thema breite Reifen lese. Für das Vorderrad habe ich mir feste vorgenommen beim nächsten Reifenwechsel einen Big Apple plus zu gönnen. Die Ballonreifen gibt's noch nicht lange mit Pannenschutz. Und die Gabel am Vorderrad ist vermutlich breit genug dafür. Beim Hinterbau muss ich dass noch genauer untersuchen. Hannover ist halt Straßenbahnstadt und von breiten Reifen verspreche ich mir eine Reduktion der Rillenschienen-Gefahr. Hat da wer entsprechende Erfahrungen gemacht?

    In Berlin nähern wir uns so langsam der Selbstjustiz.

    Vor ein paar Jahren war es noch eine groß angelegte Aktion mit Presse und so, als mal jemand mit Sprühsahne die Markierung von Radfahrstreifen auf Falschparkern nachmalte. Auch die Aktion, bei der mal ein paar Fahrräder in zweiter Reihe parkten, wurde von der Presse begleitet.

    So eine Aktion lief gerade in Hannover: Die Haz vom 17.8.2018 berichtete darüber: "Ein Passant hat eine Idee: „Die Stadt müsste eigene Parkplätze nur für Lieferwagen schaffen“, findet der Mann." http://www.haz.de/Hannover/Aus…hrraeder-auf-der-Fahrbahn

    Warum wird diese naheliegende Idee nicht schon längst umgesetzt? Es scheitert nicht nur am mangelnden Willen und Personal, Kontrollen durchzuführen. Viel schlimmer: Die Politik scheut davor zurück, Regeln zu erstellen, aus denen eindeutig hervorginge, dass es mehr und weniger erwünschten Autoverkehr gibt.

    Wer genau ist der Staat?

    "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus!", heißt es im Artikel 20, Abs. 2 GG.

    Das Problem: Viele Medien und Parteien postulieren bei jeder Gelegenheit, wir seien ein Volk von Autofahrern und das Wohl und Wehe unserer Gesellschaft hänge in erster Linie vom wirtschaftlichen Erfolg der Autoindustrie ab. Selbst Parteien, die vorsichtig Kritik daran üben, werden sofort als "Verbotsparteien" gebasht. Unter den sog. "etablierten" Parteien gibt es ohnehin keine mehr, die dem weit verbreiteten Autowahn noch etwas entgegensetzen. Bei den Grünen endeten diese Ambitionen weitgehend als die schlechten Wahlergebnisse bei den Bundestagswahlen vor 20 Jahren mit dem vorausgegangenen Beschluss "Fünf Mark für ein Liter Sprit" begründet wurden. Und die Grünen hatten nicht die Kraft aufgebracht, sich dagegen zu wehren. Schlimmer noch: Seitdem dominieren Angstneurosen bei den Grünen, wenn es darum geht dringend notwendige, aber scheinbar unpopulistische Entscheidungen einzufordern. Stattdessen lässt sich die Grünen-Spitze in Wahlkampfzeiten lieber in schicken E-Autos filmen. https://www.youtube.com/watch?v=AtWVqGT5RYg

    Und trotzdem gelingt es der extremen Rechten, ihre ultraautoritäre gesellschaftliche Grundhaltung auf den politischen Gegner zu projizieren. <X

    Die aktuelle verkehrspolitische Diskussion ist geprägt von vagen Zukunftskonzepten wie E-Autos, automatischen Fahrassistenzen und selbstfahrenden Autos, die mit völlig überzogenen Heilserwartungen aufgeladen werden, obwohl bei nüchterner Betrachtung damit keine Verkehrsprobleme gelöst, sondern vielfach die vorhandenen sogar noch verschlimmert werden.

    Sei's drum: "Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen." (Churchill) von dem stammt auch die "Blut, Schweiß und Tränen"-Rede, in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg. Zu hoch gegriffen? Gemessen an den Opferzahlen übertreffen die Verkehrstoten weltweit deutlich die Opfer von Kriegen, Genoziden und Terrorismus!

    Fußgänger oder Radfahrer sein ist nichts für Feiglinge!

    So ganz schlimm ist es dann allerdings auch wieder nicht. Denn gestorben wird im Verkehr am meisten immer noch im Auto! Bloß will das keiner so Recht wahrhaben.

    Nur ist ein SUV oft nur nach außen groß, nicht von der Nutzfläche her. Mancher Kombi schlägt sie leicht.

    Das habe ich jetzt nicht nachgemessen. Aber eines ist doch klar: Autos werden ganz überwiegend nicht aus rationalen Motiven gekauft und gefahren. Warum sollte also ein Autofahrer auf die Idee kommen, die Kofferraummaße nachzumessen oder zu vergleichen, wenn er ein Auto kauft? Der sagt sich: "Boah so ein SUV, dass muss ich jetzt auch haben." Und wenn er dann was vergleicht, dann allenfalls die Kofferraummaße verschiedener SUV-Modelle. Aber nicht, ob ein klassischer Kombi, vielleicht einen größeren Kofferraum hat.

    Entschuldigung bitte an alle Autofahrer und Besitzer, die sich jetzt vielleicht auf den Schlips getreten fühlen. ;) Aber irgendwelche Autofahrer müssen die vielen SUV's ja gekauft haben, von denen man Tag für Tag mehr herumfahren sieht.

    Ich habe wenig Probleme damit, eine enge Straße (das ist kein für Mopeds freigegebenes Rad_weg_elchen) ausschließlich Zweirädern zu widmen. Bei uns parkten da 5 PKW am Rand und für Radfahrer gäbe es lediglich einen Apell zur "gegenseitigen" Rücksichtnahme.


    Gruß

    Christoph

    Da hab' ich auch kein Problem mit. Deshalb habe ich das nicht erwähnt. Das was mich an den holländischen Radwegen so gestört hat, ist die Benutzungspflicht für Mopedfahrer außerorts. Ich befürchte, das begünstigt eine Einstellung, ohne Auto oder stark motorisiertes Zweirad bin ich ein Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse. Und ich frage mich, warum die Radwege außerorts in Holland nicht mit dem kombinierten Schild Radfahrer und Mopeds gekennzeichnet sind, wenn man es dort doch anscheinend will, dass die Mopeds den Autofahrern nicht im Weg sind, dann könnte man die Radwegschilder außerorts doch auch durch das im Foto zu sehende kombinierte Radwegfahrer und Mopeds ersetzen.

    Das würde möglicherweise dazu beitragen, dass Radwege, die nur mit einem Radwegschild gekennzeichnet sind, auch tatsächlich nur von Radfahrern benutzt werden. Durch die Kennzeichnung Radfahrer frei in Kombination mit Benutzungspflicht außerorts wird in den Niederlanden meines Erachtens das störende Benutzen der Radwege durch Mopedfahrer auch innerorts verstärkt.

    Allerdings gibt es in den Niederlanden auch noch eine echte Radweg-Variante. Ein solches Schild gibt es in Deutschland nicht (auch nicht in deutscher Übersetzung;)). Auf den "fietspaden" dürfen keine Mopeds fahren. Innerhalb von Ortschaften gibt es diese Schilder nach meiner Beobachtung nicht. Machte ja auch keinen Sinn, da innerorts die Radwege von Mopedfahrern ohnehin nicht benutzt werden dürfen.

    In dem hier gezeigten Fall steht auf dem braunen Zusatzschild, dass auch Fußgänger den Radweg benutzen dürfen. Ob dort ohne einen solchen Zusatz nur Radfahrer unterwegs sein dürfen, hab' ich nicht rausgefunden.

    Vielleicht ist das ja der Grund für die Beliebtheit des Autos:

    "Vollgepacktes Auto vor dem Urlaub wiegen lassen", titelte die HAZ am 14.8.2018 http://www.haz.de/Mehr/Auto-Ve…-dem-Urlaub-wiegen-lassen In dem Artikel heißt es: "Sportausrüstung, Gummiboot und Luftmatratze - bei einem Familienurlaub ist der Kofferraum schnell voll. Um eine Überladung zu vermeiden, kommt das Auto vor der Abreise am besten auf die Waage." In dem Artikel wird unter anderem auf die verschlechterten Fahreigenschaften bei starker Zuladung hingewiesen.

    Jede Menge Zeug darin transportieren zu können (nicht nur zur Urlaubszeit), wird nach meiner Erfahrung ganz oft von Autobesitzern als Grund dafür genannt, dass sie doch auf ein Auto dringend angewiesen seien. Und das dürfte auch mit ein Grund dafür sein, warum es der Autoindustrie gelingt, so viele SUV's den Leuten anzudrehen.

    Außerdem hört sich das ja auch ganz "vernünftig" an: Ich habe ein großes Auto, damit ich viel darin transportieren kann. Und Geschäftsmodelle wie IKEA, die ja nur durch die verbreitete Massen-Motorisierung entstehen konnten, verstärken ihrerseits den Autowahn.

    Sicherlich sind die Niederlanden schöner zum Fahrrad fahren als z.B. Paris oder so. Aber das mit dem Mopeds nervt wirklich. Ich war neulich auch dort und es machte meine Tour doch irgendwie stressiger als ich es von Amsterdam gewohnt war. Generell sind die "guten Radstädte" nicht mehr das, was sie einmal waren. Alles immer überfüllter und stressiger. Lieber fahre ich ruhig und entspannt durch den Wald. Macht so auf dauer einfach keinen Spaß mehr.

    Das mit den Mopeds auf Radwegen gilt aber nur außerorts. In der Stadt dürfen auch in Holland keine Radwege von Mopedfahrern benutzt werden. Hast du das in Amsterdam anders erlebt?

    Es gibt in Holland allerdings auch innerorts kombinierte Rad- und Mopedwege, siehe Bild.

    Die HAZ-Glosse vom 11.8.18 spöttelt über Fahrradstraßen:

    "http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Luettje-Lage-Fabelhafte-Fahrradstrassen"

    Sein Hauptkritikpunkt: Fahrradstraßen seien nur Placebos. Das sehe ich anders. Fahrradstraßen sind eine Möglichkeit, das Verkehrsmittel Fahrrad stärker ins Bewusstsein zu rücken. So weit ich das in Erinnerung habe, ist die Regelung, dass Fahrradfahrer grundsätzlich nebeneinander fahren dürfen, am damaligen SPD-Autokanzler Schröder gescheitert. Das Kompromissergebnis war das Nebeneinanderfahren in Fahrradstraßen - immerhin!

    Das ist ein älteres Fahrradstraßenpiktogramm aus Hannover (Robert-Koch-Platz

    Ich fliege meistens lieber als mit der Deutschen Bummelbahn zu fahren. Bequemer, paar Stunden schneller, kostet meistens kaum mehr.

    Ja, Kerosin muss stark besteuert werden, stattdessen müssen die Bahnstrecken vernünftig ausgebaut werden.


    Elektroautos sind ne tolle Sache. Sie verursachen dort wo sie fahren deutlich weniger Lärm und Dreck. Man muss natürlich die allermeisten Autos abschaffen, der Rest wird auf Elektro umgestellt.


    Mobilitätsforscher Andreas Knie, vom Wissenschaftszentrum in Berlin, sagte zu dem Umweltproblem Flugverkehr anlässlich des Ryanairstreiks im Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de…ml?dram:article_id=425290 (13.8.2018)

    "Das ist tatsächlich immer noch ein Problem, solange die Flugpreise noch so skandalös billig sind, solange wir keine Kerosinsteuer haben, keine CO2 Belastung noch nicht mal Mehrwertsteuer das muss man sich mal vorstellen, jedes Produkt in Deutschland und Europa hat eine Mehrwertsteuer, nur der Flugpreis eben nicht, das sind alles noch Überlegungen gewesen die wir aus den 50er und 60er Jahren hatten, als den Menschen gesagt worden ist, fliegen ist das größte, das muss man unbedingt tun."

    Ich frage mich, ob es wohl eher gelingt, die massenhafte Fliegerei durch Kostensteigerung (s. o. Mehrwertssteuer, Kerosinsteuer) und Verkehrseinschränkungen (Nachtflugverbot, Lärmauflagen, Beschränken der Starts und Landungen etc.) einzudämmen, oder ob es leichter ist, Verkehrsbeschränkungen für den massenhaften Autoverkehr durchzusetzen (generelle niedrigere Tempolimits auf Landstraßen, Bundesstraße Autobahnen, Parkplatzrückbau u.s.w.)?

    Sorry..., ich kann Dir jetzt grad nicht folgen :/

    Die Kritik an der Ressourcen-Verschwendung oder der CO2-Zunahme mit fatalen Folgen für's Klima wird entweder im "Trump"-Stil verworfen oder aber ein Stück weit ernst genommen. Aber bislang führt sie nicht zu nennenswerten gesetzgeberischen Initiativen für mehr Nachhaltigkeit. Stattdessen wird das Problem individualisiert. Wer zum Beispiel Bedenken hat, weil eine Flugreise auf die Malediven nicht so gut für die Umwelt ausgeht, der kann sich ja sich eine Art Ablassbrief bei seiner Fluggesellschaft kaufen. Die Fluggegsellschaften betreiben gleichzeitig einen sehr hohen Aufwand, um eine Besteuerung des Flugbenzins zu verhindern. Und viele politische Parteien und Regierungen bringen keine Gesetzesinitiativen auf den Weg, um das Fliegen deutlich teurer zu machen oder "Schnäppchenpreise" zu verhindern. Derzeit ist der kommerzielle Kerosinverbrauch nach der Gesetzgebung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union jedoch steuerfrei (außer in den Niederlanden). Gerharts letzter Beitrag zielt, wenn ich ihn richtig verstanden habe, in die selbe Richtung. Der massenhafte MIV wird zwar problematisiert, aber als Problemlösungsansatz wird das Elektroauto protegiert. Damit werden jedoch keine Verkehrsprobleme gelöst und es werden neue Umweltprobleme ausgelöst.

    Das würde ich differenzierter sehen. Wenn das Fleisch von einem Tier stammt, dass artgerecht gelebt hat und so schnell und unauffällig wie möglich sein Ende findet, kann ich das akzeptieren - aber nur dann. Alles, was man in den üblichen Läden und Metzgereien findet, stammt von Tieren, die unter entsetzlichesten Bedingungen "gelebt" haben und einen grausamen Tod gestorben sind. Hat man dieses Wissen, ist es für mich unerklärlich, wie man weiterhin Fleisch essen kann.

    Das hört sich jetzt aber ein bisschen so an, wie: Wenn der Strom für mein Elektroauto aus regenerativen Energiequellen stammt, dann ist das schon in Ordnung, mit dem Auto zu fahren. Oder: Wenn ich für meinen Transkontinentalflug von Berlin nach San Francisko die CO2-Ausgleichsabgabe berappe, dann geht das schon in Ordnung. Für den Hin- und Rückflug nach San Francisko bietet die Lufthansa übrigens entsprechende Ausgleichsabgaben für 30,- Euro an. https://www.lufthansa.com/de/de/CO2-neutrales-Fliegen

    Ullie - nein, das ist keine Festschreibung. Das ist eines der vielen Rädchen an denen man schrauben kann.

    Mal zu meiner Person: die meiste Zeit meines Lebens bin ich komplett ohne Auto ausgekommen. Meine bevorzugten Fahrzeuge waren das Fahrrad und das Motorrad. Gleichberechtigt. Mit beiden bin ich den Winter durchgefahren und hab mit beiden auch meinen Urlaub gestaltet.

    Ich bin Camper. Mit Hotels und geführten Reisen kann ich nichts anfangen. Null. Meine Erkrankung hat daführ gesorgt das ich das in der bisherigen Form nicht mehr durchführen kann. Mit dem Auto meiner Süßen können wir noch mit dem Faltwohnwagen los. Das können wir mittlerweile auch kaum noch (meine Süße ist auch erkrankt). Was ist deine Lösung für uns? Zu Hause bleiben? Das ist nur ein (wichtiger) Aspekt der Mobilität. Es gibt ja auch noch andere Aspekte, insbesondere wenn man mehr oder weniger Bewegungseingeschränkt ist. Was ist da deine Lösung? Auch zu Hause bleiben? Auf die Bahn verlassen? Das tu ich seit 30 Jahren nicht mehr. Auf Mietfahrzeuge verlassen? Kann man vergessen. Auf andere Leute verlassen? Kann man vergessen. Ich denk nur mal an die Öffis in Hamburg. Es gibt eine große Zahl an Strecken die schnell und problemlos sind. Sobald man aber quer unterwegs ist hat man unglaubliche Reisezeiten durch langes warten, oder man hat Umsteigebahnhöfe die für mich nicht zu bewältigen sind. Und dann hab ich noch nicht mal was dabei. Und zu Hauptverkehrszeiten brauch ich gar nicht los. Da in den "Viehtransportern" keine Sitzplätze sind ist das für mich unbrauchbar. So ist das oft im Leben - was für den einen eine einfache Lösung ist ist für den anderen Unzumutbar.

    ÖPNV-Mobilität ist oft leider keine "einfache Lösung". Die einfachste Lösung ist zu Fuß gehen. Und wenn das nicht geht oder nicht mehr geht, geeignete Hilfsmittel benutzen. Bereits Fahrradfahren ist ein deutlich kompliziertere Angelegenheit. Und die ÖPNV-Nutzung hat nach meinen Erfahrungen sehr viel mit Routine zu tun. Besonders im Alter macht es sich sehr negativ bemerkbar, wenn jemand es sein Leben lang gewohnt war, mit dem eigenen PKW mobil zu sein. Für so jemanden ist die Umstellung auf den ÖPNV oft sehr sehr schwierig und wird in der Regel "umgangen". Selbst wenn eines Tages die zahlreichen von dir geschilderten Beispiele fehlender Barrierefreiheit zuverlässig bewältigt sind, wird es sicher noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis die dann bereit stehende barrierfreie ÖPNV-Mobilität auch tatsächlich von allen angenommen wird. Falls es überhaupt dazu kommt, denn die Propangandisten der Automobilität unternehmen einiges, um den Aufbau von autofreien Siedlungsstrukturen zu verhindern.

    Beim jetzigen Tempo des "barrierefreien Ausbaus von Omnibushaltestellen" in der Region Hannover etwa, wird es noch rund fünfzig Jahre dauern, bis alle bestehenden Haltestellen barrierefrei ausgebaut sind. Trotzdem: Je nach Krankheitsbild oder Form einer Behinderung verleiht bereits jetzt der ÖPNV mehr Menschen mit Handycaps mehr Mobilität als das Verkehrsmittel Auto das leisten kann.

    Autofahren vermute ich als einen Hauptgrund für's mangelnde ÖPNV-Angebot.


    Wir haben uns als Gesellschaft ein Jahrhundert lang - naja, nicht übertreiben, ein Dreivierteljahrhundert - vom Auto abhängig gemacht. Wir sind aufs Land gezogen und haben den ÖPNV verkümmern lassen. Ich sehe keinen Grund, warum man diese Entwicklung nicht umdrehen könnte. Man muss es nur wollen.

    Das ist vergleichbar mit der Frage was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Die Autofahrerei oder die primär auf das Auto ausgerichtete Verkehrsinfrastruktur?

    Aber das trifft es auch nicht so ganz. Denn irgendwann muss es ja mal angefangen haben mit dem "sich abhängig machen vom Auto". Der renommierte Wiener Verkehrswissenschaftler Hermann Knoflacher liefert eine quasi medizinische Begründung für die massenhafte Autonutzung. Seine These, die er auch für eines seiner Bücher als Titel benutzt: "Virus Auto: Die Geschichte einer Zerstörung", hat er quasi aus der Medizin abgeleitet. Der Mensch ist vom "Virus" Auto befallen. "Das Virus Auto dringt in die Gesellschaft ein. Und insbesondere auch in das Individuum in den Körperenergiehaushalt. Und dann beginnt das Individuum eine Welt zu gestalten, die viel besser für die Autos als für die Menschen passt. Und das haben wir, seitdem es Autos gibt, gemacht." Herrmann Knoflacher in einem Interview mit Radio RDL, Freiburg im www. vom 12.11.2009 https://www.youtube.com/watch?v=1zF1YSRF-q0

    Die Zeitspanne des sich abhängig machen vom Auto beginnt also (nach Knoflacher) nicht erst vor einem Dreivierteljahrhundert, sondern ist bereits seit ca. Eineinvierteljahrhundert in Gange.

    Laut Knoflacher wird der Mensch durch die Organisation der Parkplätze gezwungen, sich vom Virus Auto befallen zu lassen. (Minute 2:00 von insgesamt 12:22 Minuten)

    "Warum fahren Menschen mit dem PKW?", war der Ausgangspunkt des Themas. Knoflachers Antwort: Durch die Organisation der Parkplätze, denn diese zwingt die Menschen dazu, sich vom Virus Auto befallen zu lassen.