Beiträge von Ullie

    Österreicher machen vielleicht ernster mit Geschwindigkeitsübertretungen.


    Wenn man genau liest, geht es um 60km/h Überschreitung, nicht Geschwindigkeit.

    Trotzdem, wenn das mal hier zur Diskussion steht, kann ich alle schon heulen hören.

    In dem von Autogenix verlinkten Artikel auf tagesschau.de heißt es bezogen auf die Autos von notorischen Zuschnellfahrern:
    "Diesen Personen müsse man die "Tatwaffe aus der Hand nehmen"."

    Dass auf tagesschau.de ein (wenn auch zitierter) so eindeutiger und ungeschönter Hinweis auf das Gefährdungspotenzial von Autos abgedruckt wird, ist beachtenswert. Musste ich doch die Erfahrung machen, dass selbst in einem Verkehrsforum von und für Fahrradfahrer*innen eine schonungslos kritische Bezeichnung für das Verkehrsmittel Auto schnell mit einem gesenkten Daumen quittiert wird.

    Österreich will extremen Rasern das Auto wegnehmen
    Kein Führerschein und auch kein Auto mehr: Österreichs Verkehrsministerin will strenger gegen extreme Raser vorgehen. Wer innerorts mehr als 60 km/h zu schnell…
    www.tagesschau.de

    Das Auto ist ein gemeingefährliches Mordwerkzeug. Es gehört ganz einfach in die Mottenkiste technischer Fehlentwicklungen.

    Weiß wer, wie sich der ADFC-Hamburg in dieser Frage verhalten hat.

    Der ADFC setzt sich an vielen Stellen für den Radwegebau ein.

    Diese Position ist aus verschiedenen Gründen umstritten, wie nicht zuletzt dieses Beispiel aus dem Mopo-Artikel zeigt.


    Auf der Internet-Seite des ADFC-Hamburg habe ich diese allgemeine Positionierung gefunden:

    "Eine Umverteilung des öffentlichen Raums sollte immer zulasten des Autoverkehrs erfolgen und nicht zulasten zu schmaler Fußwege und des Stadtgrüns.

    Als Vertreter aller Radfahrer*innen in der Stadt setzt sich der ADFC Hamburg für eine gute und alltagstaugliche Fahrrad-Infrastruktur ein. Für immer mehr Menschen ist Radverkehr Alltagsverkehr.

    Eine fahrradfreundliche Stadt ermutigt ihre Einwohner*innen zum Umsteigen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu Umwelt- und Naturschutz. Denn für die Stadt bedeutet mehr Radverkehr einen Weg aus Stau und Umweltbelastung.

    Als Umweltverband setzt sich der ADFC Hamburg außerdem dafür ein, vorhandene Bäume in Hamburgs Straßen möglichst zu erhalten. Denn sie sorgen für bessere Luft, ein besseres Stadtklima und mehr Aufenthaltsqualität."

    ADFC-Position: Bäume
    Eine Umverteilung des öffentlichen Raums sollte immer zulasten des Autoverkehrs erfolgen und nicht zulasten zu schmaler Fußwege und des Stadtgrüns.
    hamburg.adfc.de

    Dieser allgemeinen Positionierung folgend, kann der ADFC die ursprünglichen städtischen Pläne für den Radwegbau in Bramfeld eigentlich nicht gutheißen. Gibt es denn eine gezielte Positionierung zu dem Radwegebau in Bramfeld, über den die Mopo in dem von Fahrbahnradler verlinkten Artikel berichtet?

    Und welche Straße ist das genau, in der die Bäume stehen, die die Stadt für den Radwegebau fällen wollte? Was gilt dort für ein Tempolimit, wie wird dort geparkt, wie stark ist die Verkehrsbelastung? Und wie soll jetzt weiter verfahren werden? Wird die Fahrbahn verengt? Kommt ein niedriges Tempolimit? Wird der Autoverkehr reduziert?

    Das Foto im Mopo-Artikel (hier der Direktlink zum Foto: https://cdn.mopo.de/uploads/si…%2C2560px%2C1497px&webp=1 ) zeigt einen getrennten Fußweg und Radweg, die augenscheinlich beide zu schmal sind.

    Und Frauen, die sinngemäß sagen: "das ist doch ein Radfahrer, warum macht der keinen Platz"

    impliziert in mir: -> weil ich bin doch groß und viel zu blöd um die Kiste jetzt auch noch 5m zurückzufahren und dazu müsste ich mich umdrehen und auch noch beide Gehwarzen mehrfach und koordiniert bewegen, da hat es der Radler doch viel einfacher,...


    macht meine Vorurteile nicht definitiv nicht geringer.

    In dem Film ist es allerdings hauptsächlich der Beifahrer, der sagt, die Radfahrerin solle bei Seite fahren.

    Stille Nacht allerseits:

    "In einer koordinierten Aktion haben Umweltschützer die Luft aus den Reifen von knapp 900 SUVs gelassen. Das ist ihre Methode.


    In der Nacht von Montag [1.12.22] auf Dienstag [2.12.22] haben Aktivistinnen und Aktivisten in sieben europäischen Ländern sowie in New York City Hunderte SUVs lahmgelegt. Das berichtet das Kollektiv "Tyre Extinguishers", zu Deutsch "Reifenlöscher", in einer Pressemitteilung am Dienstagmittag. Die lose organisierte Gruppe ließ die Luft aus den Reifen von rund 900 Wagen ab.

    (...)

    Weitere Aktionsnächte sollen folgen, heißt es von den "Tyre Extinguishers". In Deutschland traf es insgesamt 124 Wagen, ..."

    Aktivisten "entwaffnen" Hunderte SUVs
    Deutschland, Frankreich und weltweit: In einer koordinierten Aktion haben Umweltschützer die Luft aus SUV-Reifen gelassen. Knapp 900 Fahrzeuge sind betroffen.
    www.t-online.de

    Da bekommen doch die Begriffe "Stille Nacht, heilige Nacht" noch mal eine ganz andere Bedeutung.

    Habe gerade noch mal beide Videos, das auf t-online und das auf Instagramm verglichen.

    Bei t-online ist die Radfahrerin verpixelt. Bei Instagramm nicht.

    Richtig übel finde ich die Aussage des Beifahrers im Auto:
    "Wir fahren da jetzt rüber. Die Dame will einfach nicht hören." Das mit dem "Rüberfahren" war eindeutig auf die Radfahrerin gemünzt.

    Und der zweite Autofahrer, der von hinten kam, hatte der Radfahrerin offensichtlich Schläge angedroht.

    Geht gar nicht.

    Stimmt. Das auf Twitter war eh nur eine Kopie.

    Das Original ist auf Instagram:

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    Danke für den Link.

    Leider hat der zweite Fahrradfahrer, der aus der Gegenrichtung kam, die Radfahrerin auf der Fahrbahn nicht unterstützt. Vielleicht hatte er einfach keine Lust, in irgendwas reingezogen zu werden, was er nicht richtig erfasst hat? Vielleicht tut es doch Not, solche Begegnungen bewusst herbeizuführen? Mehrere Fahrradfahrer könnten an so einer Stelle eine solche Situation schaffen, in der der Autofahrer oder die Autofahrerin es einsehen würde, dass sie das Verkehrshindernis ist.

    Allzu verbreitet ist immer noch das Denken, dass gefälligst die "schwächeren" Verkehrsteilnehmer gefälligst Platz zu machen hätten. Die Kommentare des Beifahrers zeugen reichlich davon.

    Vielleicht hat der eine oder andere ja auch das aktuelle Video auf Twitter gesehen:

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    Wir alle können uns vorstellen, was tatsächlich passiert ist. Die Autofahrerin hat in der Anfahrt eine Lücke auf ihrer Seite, lässt sie aber aus. Und zwingt dadurch die Radfahrerin zum Abbremsen, eventuell Anhalten. Aufgrund der Uneinsichtigkeit und der arroganten Behandlung platzt dieser leider so richtig der Kragen.

    Der Videolink ist vermutlich nicht mehr aktuell. Man kann aber z. B. auf t-online.de noch den Film oder Teile davon finden:

    Hitziger Streit in Hannover: Streit zwischen Radfahrerin und Autofahrern geht viral
    Aufnahmen einer absurden Verkehrssituation spalten die Netzgemeinde: Eine hitzige Diskussion zwischen Radlerin und Auto…
    www.t-online.de

    In der HAZ-Printausgabe vom 1.12.22 ist zu lesen:

    "Autofahrer, die aus Richtung Süden kommen wie in diesem Fall, müssen dem entgegenkommenden Verkehr Vorrang gewähren, weil ihre Straßenseite mit Autos vollgeparkt ist. Dazu müssen die Autofahrerinnen und Autofahrer entweder anhalten oder in Lücken ausweichen, etwa an Grundstückseinfahrten. In dem betreffenden Video aber erwartet die Autofahrerin offenkundig, dass die Radfahrerin ausweicht und Platz macht, indem sie den Bordstein hochfährt und einen Schlenker durch eine Parkbucht macht."

    Das bestätigt deine Einschätzung. :thumbup: Gut erkannt!

    Ich glaube nicht, dass es so falsch war, dass der Radfahrerin so richtig der Kragen geplatzt ist. Es war halt eine authentische Reaktion. Es wäre sicher möglich, eine solche Situation herbeizuführen, und dann perfekt durchchoreographiert in Szene zu setzen. Man könnte ja sogar für die Autofahrerin oder -fahrer einen Schauspieler benutzen. Aber wenn so was um sich greift, dann wird es schnell banal.


    Schlimmer finde ich, wenn solche Ereignisse einfach so filmisch festgehalten werden und die handelnden Personen ohne Zustimmung und nur minimal unkenntlich gemacht, veröffentlicht werden. Und richtig schlimm sind diese oberflächlichen Diskussionen, die dann nur vom eigentlichen Thema ablenken sollen, das hinter der Sache steckt. Das läuft doch da drauf hinaus, dass ich als Mensch nur noch mit der eingebauten Kamera unterwegs bin und bei jeder Situation mich verhalten muss wie ein perfekter Schauspieler in einer Filmszene, weil andere natürlich auch mit der eingebauten Kamera unterwegs sind.

    "Melden Sie uns Engstellen" Dazu fordert die HAZ ihre Leser*innen heute in ihrer Druckausgabe auf:


    "Wir möchten wissen, wo in Hannover es weitere Engstellen gibt. Wo ist es besonders schlimm, liebe Leserinnen und Leser? Welche Straßen oder Routen fallen Ihnen selbst negativ auf? Falls Sie selbst bereits eine ähnliche Situation wie in der Südstadt erlebt haben, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an hannover@haz.de. Sie finden uns auch auf Instagram (haz.de) oder Facebook (HAZ). Wir sind gespannt auf Ihre Zuschriften."


    Da gibt es einiges zu melden:


    Ferdi-Walli: Gehweg zugeparkt.


    Auf der Brückenauffahrt Büttnerstraße ist Gehwegbenutzung für den Radverkehr nicht erlaubt. Wer jedoch die Fahrbahn benutzt, der wird trotz Überholverbot (durchgezogene Linie) überholt und muss befürchten, zur Seite gedrängt zu werden, wenn Gegenverkehr kommt.


    Plötzliches Fahrradwegende am Büntheweg:


    Gehwegparken in der Calenberger Neustadt:


    Blockierter Radfahrstreifen in der Falkenstraße:


    Leider wird immer wieder dieser Gehweg in Linden-Mitte zugeparkt:


    Pavillonstraße: Es fehlt eine Begrenzung für das Einparken quer zur Fahrbahn:


    Trotz absolutem Halteverbot wird geparkt und dann auch noch zur Hälfte auf dem Gehweg in der Hohen Straße in Linden:


    Gehweg zugeparkt, Fußgänger müssen auf Radweg (benutzungspflichtig) ausweichen an der Fössestraße:

    Aufnahmen einer absurden Verkehrssituation spalten die Netzgemeinde: Eine hitzige Diskussion zwischen Radlerin und Autofahrern eskaliert – und endet im Rumms. [Hinweis von mir: Da hat m.E. gar nichts "gerummst", es wurde lediglich ein Außenspiegel eingeklappt.]

    Hitziger Streit in Hannover: Streit zwischen Radfahrerin und Autofahrern geht viral
    Aufnahmen einer absurden Verkehrssituation spalten die Netzgemeinde: Eine hitzige Diskussion zwischen Radlerin und Auto…
    www.t-online.de


    Die Hannoversche Allgemeine schreibt in ihrer Druckausgabe zu dem Streit:

    "Der auf dem inzwischen gelöschten Tiktok-Video festgehaltene Fall ist typisch. Autofahrer, die aus Richtung Süden kommen wie in diesem Fall, müssen dem entgegenkommenden Verkehr Vorrang gewähren, weil ihre Straßenseite mit Autos vollgeparkt ist. Dazu müssen die Autofahrerinnen und Autofahrer entweder anhalten oder in Lücken ausweichen, etwa an Grundstückseinfahrten. In dem betreffenden Video aber erwartet die Autofahrerin offenkundig, dass die Radfahrerin ausweicht und Platz macht, indem sie den Bordstein hochfährt und einen Schlenker durch eine Parkbucht macht."

    HAZ-Druckausgabe vom 1.12.2022


    Leider wird in vielen anderen Darstellungen der Situation auf die zitierte korrekte und vollständige Recherche verzichtet und stattdessen versucht, die Radfahrerin als einsichts- und rücksichtslos zu diffamieren. Gleichzeitig wird so getan, als sei der von der Radfahrerin eingeklappte Seitenspiegel der Autofahrerin eine gravierende Sachbeschädigung, was völliger Quatsch ist, weil diese Außenspiegel genau so konstruiert sind, dass sie an Engstellen eingeklappt werden können. An andere Engstellen fordert die Polizei genau dazu Autofahrer*innen auf:

    Aber aus Angst, ihrem "heiligen Blechle" drohe Schaden von anderen Autofahrern, parken Autofahrer dann lieber außerdem noch die Radwege zu. So schlimm scheint das Grundvertrauen in die Radfahrerschaft also nicht beschädigt zu sein bei den Autofahrenden. Hinweise an die Verkehrsbehörden wegen des teilweise zugeparkten Fahrradweges, haben übrigens ergeben, ich solle mich nicht so anstellen, es sei ja noch genug Platz auf dem Radweg. An der Marienstraße ist der Radweg benutzungspflichtig.


    Hätte die Autofahrerin aus dem Video von sich aus ihren Außenspiegel eingeklappt und hätte sie obendrein ein paar Meter zurückgesetzt, dann hätte das Vorbeifahren vermutlich geklappt. Aber wenn jemand ein Auto im XXL-Format fährt, dann ist das wohl nicht zumutbar?


    Das ist der Link zur googlemaps-Karte zu der Straße Südbahnhof.

    Am Südbahnhof · Hannover
    Hannover
    www.google.com

    Das Satellitenbild und streetview bringen nichts, weil sie zu alt sind und die erst kürzlich abgeschlossene Umgestaltung nicht darstellen.

    Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.

    Hört sich ein bisschen so an wie: Jetzt stell dich mal nicht so an!

    Halte ich pädagogisch betrachtet für wenig wertvoll und nicht zielführend. Im Gegenteil.

    Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.

    Welches Sicherheitsargument? Die sind alle widerlegt. Dass es immer noch gebracht wird, liegt an dem obigen Sprichwort: Die fe lend Sicherheit ist ein Grund, um nicht Rad zu fahren.


    Die Unsicherheitslegende wird sicherlich nicht so direkt, wie es Yeti implziert hat. Aber sie wirkt. Sie hält mindestens immer dann jemanden vom Radfahrern ab, wenn es einen die Eltern verbieten ... aus Sicherheitsgründen oder einem einen umständlichen, uncoolen Helm vorschreiben.

    Mag sein, dass der eine oder die andere potenzielle Fahrradfahrer*in davon abgehalten wird, das Fahrrad zu benutzen, weil sie/er davon verunsichert ist, dass es nicht überall Fahrradwege gibt. Und es mag auch sein, dass die Forderung nach Radwegen dazu beiträgt, diese Haltung zusätzlich zu steigern.


    Aber das ist vernachlässigbar im Vergleich zu den ungebremsten Automassen, denen sich viele Fahrradfahrende mindestens in ihrer subjektiven Wahrnehmung mehr oder weniger ungeschützt gegenüber gestellt sehen. Und diese subjektive Wahrnehmung speist sich nicht primär, ja nicht einmal sekundär aus der Lektüre von ADFC-Veröffentlichungen, in denen Fahrradwege gefordert werden. Zumal die von den vielen Nicht-Mitgliedern, aber auch von vielen Mitgliedern ohnehin nicht sehr intensiv verfolgt werden.


    Und es braucht schon einiges Vertrauen auf die Zuverlässigkeit und das Geeignet sein der Autofahrenden, wenn man davon ausgeht, heile mit dem Fahrrad von A nach B zu kommen.

    Auf jeden Fall halte ich andere Faktoren als gravierender dafür, dass Menschen nicht häufiger das Fahrrad benutzen, als das Vorhandensein oder das Nichtvorhandensein von Fahrradwegen.


    Ich übertrage das gerade mal gedanklich auf das Zu-Fuß-gehen:

    Würdest du behaupten, weil es Gehwege gibt, werden Menschen davon abgehalten zu Fuß zu gehen? Oder hältst du die Anlage von Gehwegen und die Forderung nach breiten und gut begehbaren Gehwegen für eine "Unsicherheitslegende"?


    Oder ist nicht vielmehr das ein Problem:

    Wie kommst du da drauf, dass Kreislaufwirtschaft die von dir aufgezählten und hier zum Teil zitierten Dinge unmöglich macht?

    Und in Bezug auf Verkehrswende:

    Tatsächlich gibt es recht viele Menschen, die sehr schnell und unüberlegt aussprechen, dass ohne Auto keine Mobilität möglich sei. Ich finde das so aberwitzig, nicht zuletzt deshalb, weil auch in Deutschland Millionen Menschen ganz ohne Auto mobil sind.


    Na immerhin, dass Kreislaufwirtschaft Mobilität unmöglich macht, schreibst du nicht! :*

    Bedingter Vorsatz reicht aus, um eine Tat vorsätzlich (mit Wissen und Wollen) zu begehen. Werden dann Mordmerkmale nachgewiesen, ist auch die bedingt vorsätzliche Tötung eines Menschen ein Mord. Vgl. Kurfürstendammraser

    Danke für deinen Beitrag, krapotke!

    Es muss heißen "bedingt vorsätzliche Tötung". Ich hatte versehentlich "bestimmt vorsätzliche Tötung" geschrieben. Das habe ich inzwischen in meinem Beitrag weiter oben korrigiert. Dein Beitrag mit dem Begriff "bedingter Vorsatz" hatte mich noch mal nachschauen lassen.


    Und vielen Dank nochmal für den Link zum Kurfürstendammraser.

    Leider enthält er auch die Aussage:

    "Nur die Annahme des Landesgerichtes, dass das Auto ein gemeingefährliches Mittel sei, lehnte der BGH wegen Beweismängeln ab."

    Ich würde dem Landesgericht in dieser Frage nicht widersprechen. Das Auto ist tatsächlich ein gemeingefährliches Mittel. Und Beweise dafür gibt es jeden Tag auf den vielen Todeszonen in Deutschland.


    Und nicht nur Menschen sind betroffen:

    "IMMER MEHR TIERE STERBEN AUF DER AUTOBAHN

    Todeszone Mittelleitplanke"

    Stadtspiegel Essen vom 7. Juni 21

    Immer mehr Tiere sterben auf der Autobahn: Todeszone Mittelleitplanke
    Zuerst macht man sich persönlich keine Gedanken darüber, aber jetzt doch. Immer mehr Tiere aller Art sterben beim Überqueren der Autobahn. Sicherlich aus…
    www.lokalkompass.de


    Allerdings: Den Straftatbestand "Mord an Tieren" gibt es nicht in Deutschland.

    Was kann einem Autofahrer drohen, der ein Tier überfährt?

    "Sie beschmutzten/benetzten die Straße und schafften dadurch einen verkehrswidrigen Zustand, der den Verkehr gefährden/erschweren konnte. 10 €"

    Bußgeldkatalog.org


    https://www.bussgeldkatalog.org/tier-ueberfahren/#bussgeldkatalog_zum_thema_%e2%80%9etier_ueberfahren

    "Auf deutschen Straßen ... kommt statistisch auf jedem zweiten Kilometer ein Reh und auf jedem dritten eine Wildkatze pro Jahr ums Leben. Insgesamt zählt Deutschland mit rund 16 Millionen getöteten Vögeln und drei Millionen Säugetieren zu den Spitzenreitern innerhalb Europas."

    SZ vom 5.7.2020

    https://www.sueddeutsche.de/wi…ern%20innerhalb%20Europas.


    Menschen, die der Auto-Raserei durch mutige Aktionen Einhalt gebieten, werden von der FDP kriminalisiert.

    Autofahrer dagegen, die mit ihrer von der FDP abgesegneten und unerbittlich verteidigten ganz legalen Raserei Millionen Tiere töten, begehen lediglich eine Ordnungswidrigkeit, die sie 10 Euro kostet, aber auch nur dann, wenn sie das tote Tier nicht wegräumen und dabei "erwischt werden", dass sie es nicht wegräumen.

    Ich weiß nicht, ob es zu dem Thema "Schauen und Übersehen" valide Untersuchungen gibt.

    Aber ich vermute sehr stark, dass in der persönlichen Wahrnehmung oder Einschätzung vieler Autofahrer Fahrradfahrer (und Fußgänger) grundsätzlich nicht schauen und nur dank der vielen aufmerksamen Autofahrer viele Zusammenstöße mit Fahrradfahrern und Fußgängern vermieden werden.


    Umgekehrt dürfte jedoch einiges dafür sprechen, dass Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen deutlich aufmerksamer am Verkehr teilnehmen, weil sie von Unfallfolgen viel unmittelbarer betroffen sind.

    Hat die Autofahrerin denn absichtlich nicht gesehen? War es also Mord, und ist das auch eine Tatsache?

    Es gibt da noch die Abstufung "bedingt vorsätzliche Tötung". Das ist noch kein Mord. Aber es ist mehr als fahrlässige Tötung. Wenn zum Beispiel jemand mit dem Auto mit hoher Geschwindigkeit durch eine geschlossene Ortschaft fährt oder gar durch einen unübersichtlichen Tempo-30-Streckenabschnitt, dann kann ein "bedingt vorsätzliches" Handeln angenommen werden.

    adfc - Ortsgruppe Diepholz und umzu – Beiträge | Facebook


    Merken diese Leute nicht, dass sie Menschen davon abhalten, mit dem Fahrrad zu fahren, wenn sie solche Ängste schüren?

    Diese Aussage ist mir zu pauschal, du tust ja gerade so, als ob Radwegebau die Menschen davon abhält, das Fahrrad zu benutzen, weil die vielen Kilometer Fahrbahnen ohne Radwege dann grundsätzlich von Menschen gemieden werden, die andernfalls gerne dort fahren würden und das auch völlig angstfrei tun würden.

    Nur weil es Fahrradfreunde gibt, die sich für den Bau eines Fahrradweges einsetzen und dabei auch das Sicherheitsargument bemühen, wird niemand vom Fahrradfahren abgehalten.


    Was mir einmal mehr fehlt, in der Diskussion um diesen konkreten Radweg, ist der Aspekt Tempolimit.

    Auf dem von dir verlinkten Facebook-Artikel ist dieses Foto zu sehen:

    https://scontent-ham3-1.xx.fbcdn.net/v/t39.30808-6/317315282_196166356222288_5861587863252083385_n.jpg?stp=cp1_dst-jpg&_nc_cat=101&ccb=1-7&_nc_sid=973b4a&_nc_ohc=LlYAkxvSKucAX-BiYtg&_nc_ht=scontent-ham3-1.xx&oh=00_AfC9RoypZVvkGRfxlaUidisdkVvBiwyhUzPfKvFCSFehxg&oe=638BE40B

    Es entstand offensichtlich zur Zeit der Bauarbeiten und zeigt ein Schild mit Tempo 50-Limit.

    Möglicherweise hätte ein niedriges Tempolimit und wirkungsvolle Maßnahmen zur Kontrolle ausgereicht, um die Strecke für Fahrradfahrer attraktiver zu machen, ganz ohne Radwegebau.

    "Bodyshaming lehne ich selbstverständlich ab, aber so leid es mir tut: Die beiden Warnwestenträger dort sehen tatsächlich genau so aus, wie sich der Adressat des Protestes einen arbeitslosen Öko-Nichtsnutz vorstellt."

    Das hört sich jetzt aber sehr so an, wie man es manchmal aus der fremdenfeindlichen Ecke hört: "Selbstverständlich habe ich nichts gegen Ausländer, einige meiner besten Freunde sind Ausländer, aber ..."


    Es gab es auch Stimmen, die den Protest unterstützen:


    "Es gibt aber auch Sympathie für die Klebe-Aktion im Konzertsaal: „Wenn wir die Stimmen der Menschen, die am meisten unter der Klimakatastrophe leiden, hier nicht hören können, muss es eben Menschen geben, die ihre Stimme stellvertretend für diese erheben“, schreibt ein Twitter-User, und ein anderer merkt an: „Die Aktivistengruppe tut wenigstens was im Gegenteil zu den ganzen Sesselpupsern, und wer sich über die angebliche Radikalität von so harmlosen Aktionen beschwert, hat den Schuss nicht gehört.“


    Mopo vom 27.11.22

    Klima-Kleber in der Elbphilharmonie: Spott im Netz über dieses Foto
    Gelächter und Applaus in der Elbphilharmonie: Zwei Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ hatten sich an das Dirigentenpult geklebt – das Klatschen
    www.mopo.de


    Kann sein, dass die eine oder andere Protestaktion unglücklich verläuft, oder die Botschaft nicht so optimal vermitteln kann, wie es tatsächlich notwendig ist.


    Das hämische Abfeiern einer angeblich missglückten Demonstration, die von Ignoranten des Anliegens als "völlig daneben" bezeichnet wird, indem sie ein paar billige Klischees ins Spiel bringen, ist dann aber tatsächlich völlig daneben.