Beiträge von Ullie

    Warum ist das blaue getrennter Fuß und Radwegschild Schild [Zeichen 241-30] von einem massiven Stahlrohr umgeben? Ist das eine Stader Spezialkonstruktion? Und gibt es die auch bei anderen Verkehrszeichen in Stade? In Hannover ist mir das noch nicht aufgefallen, aber ich werde versuchen da mal verstärkt drauf zu achten.

    In München versucht die CSU ungefähr so ambitioniert wie die CDU in Hamburg Wählerstimmen mit Gedenkveranstaltungen zur autogerechten Stadt zu suchen:



    Ich wollte eigentlich einen längeren Text über ein paar christsoziale Werbeplakate schreiben, aber „Darmstadt fährt Rad“ war da freundlicherweise schneller: https://twitter.com/DAfaehrtRad/status/1217022675597643776

    So verabscheuungswürdig diese CSU-Wahlkampfrhetorik auch sein mag, in einem Punkt, der in dem Artikel erwähnt wird, ist möglicherweise ein Krümelchen Wahrheit drin. Und genau so was macht ja solche Kampagnen so gefährlich:

    "Bekanntermaßen sieht die CSU in der Entscheidung, in der Fraunhoferstraße sämtliche Parkplätze zu streichen und in beiden Richtungen rote Radstreifen zu markieren, einen großen Schaden für die dortige Geschäftswelt, da es direkt in der Straße keine legalen Lieferzonen gibt und zum Beispiel die Bierlieferanten des Wirtshauses illegal auf dem Radstreifen stehen bleiben müssen." https://www.sueddeutsche.de/mu…adpolitik-mobil-1.4751709

    Wenn diese Beschreibung in dem SZ-Artikel tatsächlich zutrifft, dann muss da tatsächlich nachgebessert werden. Aber so, dass deutlich wird, dass Halteplätze für den Lieferverkehr zwar benötigt werden, aber eben auf Kosten von Parkplätzen für den Privat-KFZ-Verkehr und so kontrolliert, dass sie nicht vom Privat-KFZ-Verkehr blockiert werden. Wenn es hier tatsächlich Nachbesserungsbedarf gibt, dann muss nachgebessert werden!


    Ich sage dass auch deswegen, weil hier in Hannover die CDU so tut, als sei es ein grober Fehler, dass Radfahrstreifen auf der Fahrbahn markiert werden, anstatt Hochbordradwege rechts von den parkenden Autos anzulegen.

    Die CDU-Propaganda tut so, als sei alles möglich: Parkstreifen + Hochbordradweg + Fußweg. Tatsächlich ist es aber so, dass die einspurige Fahrbahn nur dadurch möglich ist, dass für den Fall eines Rettungsdiensteinsatzes die Fahrbahn + Radfahrstreifen noch ein Durchkommen ermöglichen. Wäre der Parkstreifen wegen des Hochbordradweges zur Straßenmitte hin verrückt angelegt worden (also etwa dort, wo heute der rot markierte Radstreifen ist), dann gäbe es im Notfall kein Durchkommen mehr.

    Leider kommt die CDU-Propaganda bei verdammt vielen Radfahrern gut an, weil viele Radfahrer sich noch nicht so recht mit den Vorzügen von Radfahrstreifen vertraut gemacht haben. Und auch deshalb, weil dieser Radfahrstreifen ganz oft vom Lieferverkehr zugeparkt ist. Da sagt sich doch der Radfahrstreifen-kritische Radler: "Siehste: Radfahrstreifen taugen nichts!"

    Aber Parkplätze auf dem Parkstreifen durch Halteplätze für den Lieferverkehr ersetzen, dass ist nicht zuletzt deshalb schwer, weil die Halteplätze ja trotzdem zum Parken benutzt würden, wenn dann auch ordnungswidrig.

    Der Radfahrstreifen wird von haltenden Lieferfahrzeugen blockiert, weil die Halteplätze rechts vom Radfahrstreifen von parkenden Autos blockiert sind. (Oder noch schlimmer in München, wenn der SZ-Bericht zutrifft: Weil es keine Halteplätze gibt.)

    Hier muss dringend eine zugkräftige Antwort her! Zugeparkte Radfahrstreifen jedenfalls sind ein Riesenproblem! Ich kann niemandem von Radfahrstreifen überzeugen, wenn diese ständig zugeparkt werden. Da sagen dann ganz viele Radler: Lieber einen handtuchschmalen Hochbordradweg, der nicht zugeparkt ist, als Radfahrstreifen, die ständig zugeparkt werden.

    Das eigentliche Problem aber sind die zugeparkten Halteplätze:


    Und wenn die Polizei dann mal tätig wird und tatsächlich einen Radfahrstreifenblockierer "am Wickel hat", dann bockiert die Polizei auch noch selbst mit ihrem eigenen Einsatzfahrzeug den Radfahrstreifen:


    Das sieht aber nicht jeder Radfahrer gleich, dass hier die Polizei eigentlich "die Guten" sind. Stattdessen schimpfen in einer solchen Situation viele Radfahrer: "Jetzt blockiert auch noch die Polizei meinen Radfahrstreifen. Ich will lieber einen Hochbordradweg auch wenn der nur halb so breit ist. Und da taucht dann die CDU aus der Versenkung und bedient diese kurzsichtigen Überlegungen.


    Leider, leider funktioniert die Münchner CSU-Kampagne wie jede andere Dreck-Kampagne. Ordentlich Dreck schmeißen irgendwo wird schon was hängen bleiben.

    Das ist nicht auszuschließen, dass es sich dort um "Privatgrund" handelt. Wobei die Kleingärten in der Regel ja nur gepachtet sind von der Stadt. Was für die Haupt- und Nebenwege gilt, weiß ich auch nicht. Selbst bei städtischen Stellen ist das scheinbar ein bisschen unklar, wie ich feststellen musste, als ich wild abgelagerten Müll in der Nähe des Schildes gemeldet hatte.

    Als erstes kam die Frage der Zuständigkeit. Darauf meine Gegenfrage, ob es denn nun meine Sache sei herauszufinden, wem der öffentlich zugängliche und auch durchaus häufiger benutzte Weg gehöre. Daraufhin Infos zu den Geodaten meinerseits und das Versprechen der Behörde, der Sache mit dem Müll nachzugehen.

    Hier ein Foto mit dem Schild ganz weit hinten im Bildhintergrund (siehe Pfeil!):

    Die Straßenbahn scheidet als Verursacher naturgemäß aus. Muss also ein Radfahrer gewesen sein, denn Autofarer machen so was ja nicht: ;)


    Immerhin war das krumm gefahrene Schild nur wenig später fachgerecht mit Polizei-Flatterband gesichert:

    Der wikipedia Verkehrszeichen-Bildtafel zu Folge ist das folgende Schild in der Zeit von 1971 bis 1992 in Gebrauch gewesen:


    Demnach hängt es bereits seit mindestens 28 Jahren an dieser Stelle in einer Kleigartenkolonie im Stadtgebiet von Hannover.

    Hier der Link zu wikipedia mit dem Bild von Verkehrszeichen 244, Gemeinsamer Rad- und Fußweg:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…u%C3%9Fweg,_StVO_1970.svg

    So wass gibt es heute nicht mehr. Es gibt nur noch Gemeinsamer Fuß- und Radweg. Den gab es allerdings in der Zeit von 1971 bis 1992 auch schon:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…Radweg_-_2,_StVO_1970.svg

    Gewissermaßen wurden die Radler also ausgebremst zu Gunsten des Fußgängerverkehrs. Und wann werden endlich die Autos ausgebremst zu Gunsten des Radverkehrs?

    Was ich mich auch frage: Was gilt denn nun auf einem Weg mit so einem alten Schild, dass es eigentlich gar nicht mehr gibt? Die Frage könnte ja von Bedeutung sein bei einem möglichen Unfall mit Fußgänger- und Radfahrerbeteiligung. Der beteiligte Radfahrer könnte dem Fußgänger möglicherweise rechtswirksam vorwerfen, nicht genügend auf den Radverkehr geachtet zuhaben. Was galt eigentlich zu der Zeit als dieses Schild möglicherweise sehr verbreitet und gültig war?

    Heißt das nicht richtiger: Wenn schon Stadtbahn, dann unterirdisch, damit der Autoverkehr nicht durch Straßenbahnen ausgebremst wird? :evil:

    Genau so ist es! Aber es ist natürlich politisch sehr viel geschickter zu behaupten, die Straßenbahn müsse durch eine Stadtbahn ersetzt werden, die dort wo es eng wird, dem Autoverkehr in der Form ausweicht, dass für die Stadtbahn Tunnel gebaut werden. Diese Tunnel sind extrem teuer und sehr aufwendig herzustellen. Aber oberirdisch sieht man nichts davon (zumindest nach Abschluss der mehrjährigen Bauphasen). Und auch da kann die unterirdische Stadtbahn wieder hervorragend politisch punkten. Politische Parteien, die einen Stadtbahnbau anschieben werden oft übelst beschimpft und erhalten massiv Gegenwind in Form völlig unsachlicher Debattenbeiträge, wie Monsterzüge verschandeln das Stadtbild, fahrende Wände verhindern den Blick auf die andere Straßenseite usw. usw. Wer sich dagegen politisch für die unterirdische Stadtbahn oder U-Bahn stark macht, der erweckt den Eindruck, er kümmere sich um die entscheidenden Verkehrsfragen und muss letztlich gar nichts umsetzen, weil er sagen kann, die Kosten seien einfach zu hoch. Und dann sind alle froh, weil ihnen die Baustelle erspart bleibt.

    Hier ein Beispiel aus Wiesbaden, wo besonders die FDP seit Jahren massiv den Bau einer oberirdischen Stadtbahnstrecke bremst:

    Wenn man sich die prächtigen Villen anschaut, die hinter den Zäunen stehen, an denen die Besitzer solche Transparente anbringen.<X Da müsste man glatt noch eine neue Strophe für das Umweltsau-Oma-Lied erfinden. Sinngemäß: Die Oma blockiert den Bau der Citybahn, die Oma ist 'ne alte Umweltsau.

    Bezeichnend ist auch, dass der "E-Bus" und die Wasserstofftechnik an erster Stelle genannt werden als angebliche Alternative zur Citybahn. Hauptsache der oberirdische Verkehrsraum wird nicht zu Ungunsten der Autofahrerei eingeschränkt. Das heißt, die Gegner der Citybahn sind hinreichend geschickt, Scheinalternativen anzupreisen.


    Es gibt allerdings in Wiesbaden auch Befürworter der Citybahn:

    Ich meine wir hatten das Thema schon? Finde es aber nicht. Soweit ich's verstanden habe, wäre das eine klassische Straßenbahn. Die sich den Verkehrsraum mit dem Individualverkehr teilt, also im selben Stau steckenbleibt.

    Die SPD will nur U-Bahn und Bus, wobei der Bus zwar beschleunigt und Vorrang-berechtigt gegenüber den KFZ geführt werden soll, aber ich denke eine Stadtbahn ist nochmal eine Nummer größer!

    Bleibt der Bus dann tatsächlich im Stau stecken, wird das schulterzuckend weggesteckt.

    Bleibt eine Stadtbahn im Stau stecken (die immerhin ca. dreimal so viele Fahrgäste befördern kann), dann kann das nicht ganz so einfach schulterzuckend übergangen werden.

    Und dann hat die Forderungen nach einem echten ÖPNV-Vorrang bessere Chancen. Aber selbst bei der Planung wird einer Stadtbahn bereits eine bessere Vorrang-Berechtigung gegenüber dem Autoverkehr eingeräumt werden als dem Bus.

    Der Begriff Stadtbahn steht meines Erachtens nicht mehr unbedingt dafür, dass auf jeden Meter eine konsequente Trennung von Schienen- und Autoverkehr erfolgt. Das hatte man mal so festgelegt, als es darum ging möglichst viele Schienenstrecken in den Tunnel zu zwingen. Frei nach dem Motto: Wenn schon Stadtbahn, dann unterirdisch, damit die nicht durch den Autoverkehr ausgebremst wird. Tatsächlich ging es aber einfach nur darum, Straßenbahnstrecken zu vernichten, weil diesen Straßenbahnstrecken nachgesagt wurde, dass sie zu langsam seien, weil die Fahrzeuge im Autostau stecken bleiben.

    Der sehr viel naheliegende Gedanke, einfach den Autoverkehr auszugrenzen, war bei vielen verpönt und ist es heute noch - leider!

    "Die MetroTramAltona hingegen biete „eine kostengünstige Anbindung mit einer möglichen Bauzeit von unter fünf Jahren“, betonte Weinberg, und die Chance, die Kapazitäten des öffentlichen Nahverkehrs im Sinne der Mobilitätswende erweitern zu können. „Eine einzige MetroTram schafft dabei das, was derzeit sechs Busse des HVV schaffen.“" Das Zitat selbst ist gut! Aber es verwundert, dass es ausgerechnet von einem CDU-Verteter kommt. Andererseits, die CDU hatte ja schon mal mit den Grünen koaliert und das Stadtbahnprojekt quasi beschlussreif ausgehandelt.

    Schade, dass damals nichts draus wurde. Nachdem Ole von Beust 2010 als Erster Bürgermeister zurücktrat, zerbrach die Koalition.

    Macht ein VZ240 einen Gehweg mit Radfahrzwang straßenrechtlich erst zu einem (förderfähigen) Weg? Ein nicht benutzungspflichtiger Weg darf ja genauso mit Fahrrädern benutzt werden.

    Und ist ein solcher "Radweg" dann vom Anlieger frei zu halten von Schnee und Eis, oder ist das dann Aufgabe der Kommune? (Sofern wir noch mal Schnee und Eis erleben dürfen?)

    Plakat der Friday for Future Demo am 17.1.20 in Hannover:

    "Im Programm der Grünen für die kommende Bürgerschaftswahl ist die Verkehrswende eines der zentralen Themen. Die Partei will die Idee einer Stadtbahn erneut ins Spiel bringen." https://www.ndr.de/fernsehen/s…einfuehren,hamj86056.html

    Die Berichterstattung des NDR vom Sep 19 stellt die Stadtbahn als eine in den Augen von SPD, FDP und CDU "leicht spinnerte Idee" der Grünen dar. Stattdessen bevorzugen diese Parteien den um eine Vielfaches teureren U-Bahn-Ausbau. dem sie absolute Priorität einräumen, während sie den Stadtbahnbau am liebsten auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben wollen.


    Bei den t-online-Nachrichten wird berichtet, der Wahlkampf der Grünen in Hamburg sei vor allem ein Wahlkampf für ihre "Frontfrau" Katharina Fegebank. Ist das so und gibt es tatsächlich ausschließlich Wahlplakate der Günen mit Fegebank als Motiv und gar keine Themenplakate? Fände ich schade, denn an den Grünen hatte ich bisher geschätzt, dass sie bereit und in der Lage sind eine Themenwahlkampf zu führen. Aber dafür geht es bei den Hamburger Wahlen wohl zu sehr darum, eine grüne Erste Bürgermeisterin ins Amt zu bringen. https://www.t-online.de/region…t-katharina-fegebank.html

    Die Fahrspuren für den Autoverkehr genießen in Hannover oberste Priorität. Und wenn dann doch mal eine etwas größere Baustellenabsperrung erfolgt, so dass der Fußweg und der Hochbordradweg wegfällt, dann wird ganz einfach für den Fuß- und Radverkehr gesperrt. [Zeichen 254][Zeichen 259]

    :thumbdown:

    Hauptsache die Autos können ungestört weiter rasen.X(

    Hier die entsprechende googlestreetview-Aufnahme: https://www.google.de/maps/@52…hFIKTQ!2e0!7i13312!8i6656

    Na Super! Eine Logistikfläche, die als Parkplatz benutzt wird!

    Es ist allerdings erstaunlich, dass auf einer dreispurigen Fahrbahn mal einfach eben so eine Fahrspur abgezwackt wird, um Parkplätze zu schaffen, während in Hannover an zahlreichen Stellen mit sehr engen Hochbordradwegen jede Autofahrspur gegen eine Umwidmung zum Fahrradtstreifen verteidigt wird von den Parteien, die sich dem Autoverkehr in besonderer Weise verpflichtet fühlen.

    Hier ein Foto von der abgezwackten Fahrspur, die "Logistikfläche":

    Am 25.10.2019 war Fridays for Future Demo in Hannover. Und zwei Tage später wurde der neue Oberbürgermeister Belit Onay von den Grünen gewählt.

    Für Hamburg mobilisiert Fridays for Future für Freitag, den 21. Februar 2020, also zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl!

    https://fridaysforfuture.de/ortsgruppen/hamburg/


    Hier ein Bild von der Demo in Hannover bei der Kundgebung auf dem Rathaus-Vorplatz im Oktober 2019:

    Und dieses Plakat:

    Hier zwei Bilder von zwei Demos, die beide heute in Hannover stattfanden.

    Die Bäuerinnen und Bauern kamen mit ihren Traktoren, um einmal mehr gegen strengere Produktionsrichtlinien zu demonstrieren.

    Und über 3000 Fridays for Future Demonstrant*innen zeigten, dass mit ihnen auch 2020 zu rechnen ist.


    Die nächste Großdemo wurde ebenfalls angekündigt:

    "Nächste Großdemo - 21. Februar: Hamburger Bürgerschaftswahlen

    Am 23. Februar wird in Hamburg eine neue Bürgerschaft gewählt. Die Wähler*innen können dann entscheiden, wer die Hansestadt in den kommenden fünf Jahren politisch gestalten darf. Wir fordern von der Hamburger Politik parteiunabhängig die Umsetzung unserer Forderungen und eine Überarbeitung des Klimaplans. Dafür wollen wir zwei Tage vor den Wahlen gemeinsam ein Zeichen setzen – am 21. Februar sagen wir in unserer nächsten Großdemonstration deshalb: Hamburg, jetzt mal #butterbeidiefische! Nach über 50.000 Demonstrant*innen im November und über 100.000 im September zeigen wir mit eurer Hilfe, dass die einzige Landtagswahl im Jahr 2020 eine Klimawahl ist und Hamburg seine Verantwortung als globale Großstadt gerecht werden muss." https://fridaysforfuture.de/ortsgruppen/hamburg/


    Die folgenden beiden Fotos zeigen, wie weit die beiden Protestmärsche mit ihren Forderungen auseinanderlagen:

                   

    Das hatte einer der Bauern an seinem Traktor hängen. Das wurde bei der anderen Demonstration von Fridays for Future gezeigt.

    Ich finde es einen interessanten Gedanken, das heute schneller gefahren werden soll wie früher. Gibts dazu Daten/Belege.

    Ist doch eher umgekehrt, heute sind deutlich mehr und auch niedriger Geschwindigkeitsbegrenzungen. Früher Kreuzungen über Land oft 80km/h, heute 70, manchmal auch 60. Generell deutlich mehr Einschränkungen. Viel mehr Verkehr und damit wird auch langsamer gefahren, Stau, LKW. Abgesehen vom demografischen Faktor, der beschleunigt vielleicht die Parkrempelein und die angefahrerenen Fußgänger, aber sicher nicht die gefahrene Geschwindigkeit.

    Richtig ist, dass es früher weniger Geschwindigkeitsbegrenzungen gab. Allerdings stimmt auch das nicht so ganz pauschal. Immerhin galt in Deutschland eine zeitlang Tempo 100 max. auf Autobahnen. "Während der ersten Ölkrise galt zwischen November 1973 und März 1974 zum Zweck der Treibstoffeinsparung in der Bundesrepublik ein generelles Tempolimit von 100 km/h auch auf Autobahnen." https://de.wikipedia.org/wiki/…%9Fenverkehr_(Deutschland)

    Aber die Autos hatten deutlich weniger PS und die Fahrt in den meisten Autos war mit deutlich mehr Klopf und Windgeräuschen und Geruckel verbunden als das heute der Fall ist. Spurhalteasistenten und ABS gab es früher auch nicht. Vor allem gab es früher längst nicht so viele gut ausgebaute Straßen wie heute. Sehr viele Straßen wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten deutlich verbreitert begradigt, kreuzungsfrei ausgebaut usw. Und es sind sehr viele Straßen und zusätzliche Fahrbahnen und Fahrspuren dazu gekommen und deutlich verbreitert worden.

    Ohne jetzt mit Statistiken kommen zu wollen. Ein ganz krasses Aha-Erlebnis war für mich eine Fahrradtour durch Thüringen Anfang der 90er Jahre. In dem einen Landkreis tickten die Uhren schneller als in einem anderen. Hier eine breite glatte gerade Asphaltpiste, eine Landkreisgrenze weiter noch der Zustand aus der Zeit (geschätzt) vor dem zweiten Weltkrieg. Extrem grobes Kopfsteinpflaster am Straßenrand. In der Mitte ein ca. 2,50 breiter Streifen mit etwas glatterem Pflaster. Das Konzept war in der Mitte fahren und wenn Gegenverkehr kommt auf den grob gepflasterten Streifen am Rand ausweichen.


    Nbgradler schrieb ja:

    Wenn ein durchgängiger Strom von Fahrzeugen die Straße entlang jagt springt da auch kein Reh hin. Bescheuert sind die Tiere ja nicht.

    Das könnte bedeuten, dass die starke Zunahme von Fahrzeugen Wildunfälle verhindert hat. Man müsste mal schauen, wie sich PKW-Zuwachs und Wildunfälle-Zuwachs entwickelt haben. Vielleicht gab es eine deutlich höhere Zunahme des Fahrzeugbestandes als die Zunahme von Wildunfällen. Mal schauen. Aber nicht mehr heute Nacht.:sleeping:

    Tiere (vermutlich alle, kann man mit der Taschenlampe am eigenen Hund/Katze/Goldhamster testen) bleiben erst einmal stehen, wenn sie plötzlich in der Dunkelheit von einem Lichtkegel erfasst werden. Deswegen ist es eigentlich auch unzulässig, Wildschweine im Scheinwerferlicht zu bejagen (weil unsportlich - fragt nicht mich, die Regelungen sind nicht immer logisch und kommen bei mir nur aus zweiter Hand an).


    Wenn ein durchgängiger Strom von Fahrzeugen die Straße entlang jagt springt da auch kein Reh hin. Bescheuert sind die Tiere ja nicht. Das "Licht ausschalten" war daher flapsig formuliert. Gemeint ist: "Fernlicht aus" und Bremsen. Das haben wir damals auch in der Fahrschule gelernt. Damit hat das Tier eine Chance wegzurennen. Und das Fernlicht ist halt vor allem dann an, wenn man im dunklen Wald alleine unterwegs ist. Dann, wenn auch wirklich ein Reh oder eine Sau kommt.

    Wenn ich alleine im dunklen Wald mit dem Fahrrad unterwegs bin, (kommt heute nicht mehr so oft vor, aber habe ich schon öfter gemacht, manchmal auch zu Fuß und manchmal auch zusammen mit anderen), kann dann Licht, Taschenlampe, besonders helle Fahrradlampe dazu beitragen, dass man von Tieren nicht behelligt wird. Und wie es ist mit Lärm (das berühmte Pfeifen im Walde? Klingeln?).

    Ich kann mich an keine gefährliche Begegnung mit Tieren im dunklen Wald erinnern. Beim Fahrradfahren hatte ich bisher immer Licht an. Beim zu Fuß gehen auf Wanderwegen abseits von Straßen in der Regel nicht.

    Auch Amphibien werden oft plattgefahren. Gibt es da Zahlen ? Und es gibt auch Wildunfälle auf Strecken, die auf 60 km/h begrenzt sind.

    Da dürften schon einige zusammenkommen. Achtung: Verzehr von Mahlzeiten jetzt bitte einstellen:

    "Warnschilder werden aufgestellt

    Denn wegen überfahrener Tiere muss an manchen Stellen mit erhöhter Rutschgefahr gerechnet werden. Deshalb werden an bekannten Wegen Schilder mit dem Zusatzzeichen "Krötenwanderung" aufgestellt, um die Autofahrer vor dieser Gefahr zu warnen."

    aus: Der Westen, Warnung vor Unfallgefahr durch Krötenwanderung, 2.3.2012 https://www.derwesten.de/auto/…nwanderung-id6419237.html

    Das heißt dann wohl auch: In ein bis zwei Monaten ist es wieder so weit.


    Aber anders als Wildtiere, werden Kröten wohl materiell nicht bewertet. (Die Kröten kosten keine Kröten.;() Es sei denn es sind so viele, dass das Auto ins Rutschen kommt und es dadurch zum Crash kommt. Die Kröten selbst fallen dabei allerdings wiederum nicht materiell ins Gewicht.


    Wieviel die getöteten Rehe kosten und ob da wer für entschädigt wird, das ist mir auch noch nicht so ganz klar.

    Aber zu den Leistungen der Versicherungen habe ich diese Zahlen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gefunden:

    2008 Wildunfälle: 241.000, Versicherungsleistungen: 498 Millionen € (rund 2066 € je Unfall)

    2017 Wildunfälle: 275.000, Versicherungsleistungen: 744 Millionen € (rund 2705 € je Unfall)

    https://www.gdv.de/resource/bl…-graifk-download-data.pdf

    Und das finde ich jetzt sehr interessant!

    Wodurch wird die Zunahme der Wildunfälle um 14% verursacht?

    Wie kommt die deutlich höhere Kostensteigerung um über 30% bei den Versicherungsleistungen je Unfall zu Stande?


    Hat das vielleicht auch etwas damit zu tun, dass die Wildunfälle bei immer höheren Geschwindigkeiten geschehen?

    Wie wirkt sich die Geschwindigkeit aus auf die Schwere der verursachten Schäden bei einem Wildunfall?

    Hat eine entsprechendes Diagramm eine linearen Verlauf oder ist es eine quadratische Kurve wie beim Luftwiderstand?


    Immerhin: Wenn zum Beispiel die Geschwindigkeit der Radfahrenden ansteigt, weil zunehmend Radfahrerinnen auf Elektroräder umsteigen, dann wird schnell ein großes Getöse angestimmt, dass insbesondere die Älteren unter den Radfahrerinnen und Radfahrern mit den höheren Geschwindigkeiten hoffnungslos überfordert seien und deshalb jetzt angeblich massenhaft Unfälle verursachten.


    Wenn jedoch die Anzahl und die Schwere der Wildunfälle zunimmt, dann wird das mit einem Achselzucken abgetan.

    DIe beiden Verkehrsschilder, die für die Zahlen 60 und 80 verwendet wurden sind nunmal das Verkehrszeichen für einen vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit.


    Spannenderweise geht der Jagtverband auch davon aus, dass das Reh dann auf der Fahrbahn stehen bleibt. Auch das passt mir nicht so ganz ins Weltbild, kann aber zum Lichtkegel durchaus passen.


    Also halt wie damals in der Fahrschule gelernt: bremsen, Licht aus, hupen. Wenn die Zeit reicht.

    Tatsächlich passen die blauen Schilder-Abbildungen nicht zum Kontext, der ja empfiehlt nicht schneller als 60 (oder 80?) zu fahren. Auch da bleibt der Flyer ebenso ungenau wie bei den Schildern Tempo max. 100, bzw. 110 km/h, die ja im Kontext zeigen sollen, dass diese Geschwindigkeit so hoch ist, dass es unweigerlich zum Unfall kommt. Also viel zu hoch und eben nicht die maximal zulässige Geschwindigkeit.

    Und wann soll denn nun 60 und wann 80 gefahren werden?

    ich habe das mal so interpretiert, dass sich der Jagdverband wünscht, dass auf Landstraßen nicht schneller als 60 km/h gefahren werden darf und das die aktuell gültige generelle Maximalgeschwindigkeit von Tempo 100 km/h (wenn nicht anders ausgeschildert) viel zu hoch ist, so dass dadurch zwangsläufig Wildunfälle provoziert werden.

    Und ja - ich befürchte, dass das zumindest den Teilen der Jägerschaft nicht gefällt, die nicht nur die Jagd auf Tieren als Hobby haben, sondern auch gerne über die Straßen jagen. (Am liebsten natürlich mit einem fetten Geländewagen, den man ja als Jäger quasi "per Amt" besitzen muss.) VBielleicht ist auch deshalb der Flyer etwas "schwammig" formuliert?

    Das mit dem Licht wird gar nicht angesprochen. Aber spielt das tatsächlich eine Rolle. Und ist es nicht wahnsinnig gefährlich, das Licht auszuschalten, wie du es empfiehlst? Schließlich ist die größere Gefahr ein weiteres Fahrzeug, dessen Fahrer dich dann nicht oder erst zu spät sieht. Schreckt das Licht die Tiere ab oder zieht es sie an? Oder werden die Tiere davon geblendet, so dass sie nichts mehr sehen und deshalb stehen bleiben?

    Um der auffliegenden Taube auszuweichen, lenkte und bremste die bedauernswerte Dame auf dem rutschigen Untergrund gleichzeitig, schon wars geschehen: Bei niedriger Geschwindigkeit mit dem Kopf auf den Beton. Ich glaube, das war eine der seltenen Situationen, in denen eine Schicht Styropor um die Birne etwas genutzt hätte.

    Das hört sich jetzt aber ganz so an, dass die Formel "Ich bremse auch für Tiere" nicht allzu wörtlich genommen werden sollte. Dazu kommt: Die allermeisten Fahrräder verfügen (noch?) nicht über ein Antiblockiersystem, was möglicherweise bei dem von dir geschilderten Unfallhergang einen Sturz hätte verhindern können. Oder eben einfach die Tauben ignorieren und das Überfahren der Taube zu riskieren, die sich ja möglicherweise noch selbst in Sicherheit gebracht hätte. Und wenn nicht, dann ist das rein technisch auch nichts anderes als zum Beispiel über einen kleinen Baumwurzel-Huppel auf einem renovierungsbedürftigen Radweg zu holpern.

    Aber auch Autofahrer sollten sich gut überlegen, ob es nicht besser ist, ein Tier zu überfahren, als einen Auffahrunfall zu riskieren: In "“Ich bremse auch für Tiere” – Aber Vorsicht damit bei kleinen Tieren!" wird geschildert, dass eine Frau, die für ein Eichhörnchen bremste und dadurch einen Auffahrunfall verursachte, einen 25%igen Haftungsanteil zugesprochen bekam. Ob das grundsätzlich immer so ist, weiß ich nicht. https://blog.burhoff.de/2014/0…sicht-bei-kleinen-tieren/ https://www.ebay.de/itm/321230211286?roken=cUgayN

    Aber dein Unfallbericht legt es nahe, die Warnung auszusprechen, "Bremse nicht für Stadttauben!"

    Und wie ist das bei anderen Kleintieren?

    Hier drei Fotos vom Nahetalradweg, aufgenommen zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein an einer Stelle, an der Fußgänger und Radfahrer darum gebeten werden, Würfelnattern nicht zu überfahren:

     



    Hier wird einmal mehr klar, an einem sehr niedrig schwelligen Beispiel, dass die Geschwindigkeit eine Rolle spielt. Wenn ich mit relativ hoher Geschwindigkeit auf der gekennzeichneten Strecke fahre, dann ist die Gefahr hoch, dass es zum "Würfelnatter-Gemetzel" kommt.


    Und wie sieht es aus im Autoverkehr? "Im Schnitt kollidieren ... jeden Tag rund 750 Wildtiere mit Autos. Seit drei Jahren zeigt sich ein Trend zu mehr Kollisionen und höheren Schäden. Die Versicherer leisteten für jeden Unfall durchschnittlich rund 2.700 Euro. Insgesamt stiegen die wirtschaftlichen Schäden durch Wildunfälle um rund 62 Millionen Euro auf 744 Millionen Euro (plus 9 Prozent)." aus: "Zahl der Wil­d­un­fälle so hoch wie noch nie" vom 2.10.2018 https://www.gdv.de/de/medien/a…o-hoch-wie-noch-nie-36172


    Jeden Tag sterben also rund 750 Wildtiere (es sind vor allem Rehe) auf Deutschlands Straßen. Kleinere Tiere (z. B. Hasen) sind in der Statistik nicht berücksichtigt. Die Zahlen für 2017:

    Reh: 195.400

    Wildschwein: 26.170

    Damhirsch: 4.040

    Rothirsch: 2.880 https://www.jagdverband.de/sit…faelle_Statistik%20FV.pdf

    Dazu kommt: "Die Dunkelziffer der Wildunfälle dürft recht hoch sein, da viele kleinere Unfälle wohl nicht der Versicherung gemeldet werden. Oft wird nicht einmal die Polizei oder der Jagdpächter informiert." https://www.jagderleben.de/news/hoechste-zahl-wildunfaellen


    Für dieses "Bambi" sieht es besser aus. Es lebt im Tiergarten Hannover, dort ist Radfahren und Autofahren verboten!