Beiträge von Ullie

    Um wieder die Kurve zu diesen Blinkedingern zu bekommen: Das Problem mit Abbiegeunfalle auf Radwegen ist eigentlich nicht zu übersehen. Aber, um den Glauben an Radwege aufrecht halten zu können, werden solche Symptombekämpfungsmaßnahmen bejubelt. Beim Abbiegeassistent ist es das gleiche.

    Diese "Blinkedinger" mögen ein mehr oder weniger guter Schutz sein, um Abbiegeunfälle zu vermeiden. Wenn ich mir hier den vorgestellten Gegenvorschlag durchlese, Radfahrer sollten grundsätzlich auf den Autofahrbahnen fahren, daraus ergäbe sich dann ganz von selbst ein besserer Schutz vor Abbiegeunfällen, dann kommen mir noch sehr viel größere Zweifel. Nicht zuletzt deshalb, weil besonders langsame und sich weniger sicher fühlenden Radfahrer dann auf den Fußweg ausweichen werden, oder aber überhaupt gar nicht erst auf's Rad steigen. Das größte Sicherheitsplus für Radfahrer ergibt sich jedoch daraus, dass möglichst viele Menschen Rad fahren. Was nutzen da ein paar Eliteradler, die sich scheinbar todesmutig in den Verkehr stürzen, wenn ihnen die große Masse der Menschen bei einem solchen "Parforce-Ritt" nicht folgen mag? Und selbst wenn ihre Wirksamkeit bislang noch nicht hinreichend erwiesen sein sollte, die Bike-Flash-Anlage signalisiert: An Radfahrer wird gedacht. Es ist ganz offensichtlich erwünscht, das Rad zu benutzen.

    Okay, PBL sind hier nicht das Thema. Ein andermal! ;)

    Das ist es aber grade, was ich nicht verstehe: Da wird (okay, medienwirksam - exzellentes Marketing und Vitamin B des Erfinders?) ohne Rücksprache mit den zuständigen Ministerien irgendein Blinkezeugs neben eine Kreuzung gestellt - und die Leute sind (obwohl noch überhaupt gar kein Beleg für dessen Nutzen existiert) von dessen wundersamer Wirkung sofort zweifelsfrei überzeugt.

    Da spielt wohl auch der David gegen Goliath Effekt eine Rolle. Die kleinen schwachen Radfahrer haben es geschafft in der kleinen Stadt Garbsen eine Anlage durchzusetzen, die sie vor den großen schweren Lastwagen schützt. Jetzt kommt die große brummige Landesbehörde daher und sagt: "Das dürft ihr nicht!" Ist doch klar, dass dann viele aufgekratzt sind und für wen sie Partei ergreifen. Das heißt aber auch noch nicht, dass diese Bike-Flash-Anlage nichts taugt.


    Und es sagt ganz viel über die Gefühlslage vieler Radfahrer aus. Das wird ja auch in den Leserbriefen thematisiert. Die Radfahrer fühlen sich einmal mehr an die Wand gedrängt. So was wird eingeordnet in solche Erfahrungen wie: Bundesverkehrsminister und Autohersteller tricksen bei der Luftreinhaltung. Oder Fuß- und Radwege werden ungestraft von Autos zugeparkt, aber Radler werden kriminalisiert, wenn sie keinen Helm tragen.


    Ich glaube übrigens nicht, dass der Anteil der Helm tragenden Fahrradfahrer überdurchschnittlich häufiger diese Bike-Flash-Anlage gutheißt als Radfahrer, die keinen Helm tragen.


    Deine Bedenken bezüglich der "wundersamen Heilwirkung" sind natürlich einerseits richtig. Andererseits wird es wohl nur sehr wenige Radfahrer geben, die annehmen, dass die übergeordnete Verkehrsbehörde den Rückbau der Anlage fordert, weil diese übergeordnete Verkehrsbehörde damit Schaden von den Radfahrern abwenden will. In wessen Interesse eine Verkehrsbehörde im Autoland Deutschland arbeitet, darüber besteht bei Radfahrern wohl ziemlich einhellig die Meinung, dass diese nicht im Interesse der Radfahrer, sondern im Autofahrerinteresse arbeitet. Das will aber auch nicht unbedingt was heißen, denn Autofahrer glauben ihrerseits auch nicht daran, dass eine Verkehrsbehörde in Deutschland im Interesse der Autofahrer arbeitet.

    Die Hamburger Doppelgelenkbusse von Van Hool haben 68 Sitzplätze und 117 Stehplätze. Das sind zusammen 185 Plätze!

    Die neueren Capa City L Busse von Mercedes haben leider nur Platz für 125 Fahrgäste https://www.hamburg.de/bus/4594222/capacity-l/


    In einen gängigen Solobus mit ca. 12 m Länge zum Beispiel MAN lion's city (ebenfalls in Hamburg üblich) sind 36 Sitzplätze und 70 Stehplätze, also zusammen 106 Plätze. https://www.bus.man.eu/man/med…s_master_1/Lions_City.pdf

    Warum brauchen ein paar Radfahrer "eigene" Streifen, wenn sie auch ganz einfach auf der (ganz allgemeinen) Fahrbahn fahren könnten...!?

    Warum das Radfahrer brauchen lasse ich jetzt mal außer acht oder will es hier nicht weiter thematisieren. Aber es ist überdeutlich, dass es nicht nur ein "paar" Radfahrer sind, die die Bike-Flash-Anlage gutheißen und sich deshalb sehr eindringlich und in großer Zahl zu Wort gemeldet haben, als darüber berichtet wurde, dass die rechtliche Zulässigkeit dieser Bike-Flash-Anlage angezweifelt wird. Bin gespannt, wie die Bevölkerung, die Verwaltung, die Politik und die Medien weiter damit umgehen. In dem HAZ-Film, der in diesen online-Artikel eingebettet ist, sieht man übrigens den Wirtschafts- und Verkehrsdezernenten der Region Hannover (SPD). Dass jetzt die SPD in der Stadt Hannover lospoltert und darauf rumreitet, die Bike-Flash-Anlage müsse wieder abgebaut werden, hat vielleicht ganz viel mit den aktuellen Animositäten zwischen SPD-Regions- und SPD-Stadtpolitikern zu tun und gar nichts mit dem Thema selbst.

    Link zum HAZ-Artikel mit dem eingebetteten Filmbeitrag: http://www.haz.de/Hannover/Aus…bbiegeunfaelle-verhindern

    Wegen ein paar Plastikpömpeln neben einem Radstreifen fängt garantiert niemand mit dem Radfahren an. Er fährt aber auf jeden Fall weiter Auto, weil man ihm ja weiterhin die Radfahrer aus dem Weg in ihr (bepömpeltes) Ghetto räumt.

    Das Problem, das du bei den Protected-Bike-Lines siehst, das würde ich viel eher bei den Bike-Flash-Anlagen sehen. Wenn ich wo Rad fahre und aufgrund dessen ich da fahre, fangen plötzlich Lichter an zu blinken, dann käme mir das erst mal etwas "komisch" vor. Das würde vielleicht sogar ein Unwohlsein beim Radfahren entstehen lassen. Bei ausreichend breiten Radstreifen dagegen sehe ich die positiven Aspekte deutlich im Vordergrund.

    Kann sein, dass du Recht hast, dass wenn alle Radfahrer selbstbewusster die Fahrbahnen für den Autoverkehr mitnutzen würden, dass das sicherer ist. Aber das allermindeste wäre dann, dass auf den gemeinsam benutzten Fahrbahnen zuverlässig deutlich langsamer gefahren wird. Tempo 25!

    Deiner Behauptung:

    möchte ich entgegenstellen, dass abzubauen ist, was nicht genehmigt ist. Was, wenn trotz Falshdreck ein Radfahrer totgefahren wird und der LKW-Fahrer sagt: "ich war irritiert von dem blöden geblinke! ich konnte das nicht zuordnen, das galt doch für Radfahrer!"

    Was dann? Als Unfallursache gilt möglicherweise mittelbar der Flashdreck? Ich als Sachbearbeiter würde keine Minute zögern, den Rückbau zu veranlassen. Recht ist Recht.

    Was hoffentlich nie passieren wird, dass an dieser Kreuzung ein Radfahrer beim Linksabbiegen übersehen und verletzt oder getötet wird. Immerhin ist das Gottseidank ja auch an anderen Kreuzungen nicht die Regel.

    Aber klar ist auch: Würde man flächendeckend Kreuzungen mit Bike-Flash-Anlagen schützen, dann würde damit auch die Gefahr erhöht werden, dass irgendwann eine Radfahrerin oder ein Radfahrer trotz Bike-Flash-Anlage Opfer eines Abbiege-Unfalls wird.

    Es würde jedoch sehr viel Geld kosten, flächendeckend Bike-Flash-Anlagen zu errichten. Da sehe ich die Gefahr, dass man diese Aufwendungen dem Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur zurechnet und das Geld dann an anderer Stelle fehlt, wo es vielleicht sinnvoller ausgegeben werden könnte.

    Würde dagegen die Sache so verlaufen, dass diese Aufwendungen im Sinne von Kostenwahrheit dem Autoverkehr angerechnet werden, und würde außerdem endlich eine breite Diskussion geführt werden, wie teuer der MIV tatsächlich ist, dann wären einige zusätzliche Bike-Flash-Anlagen zumindest nicht etwas, dass Schaden anrichten würde.

    Ich halte es jedendfalls nicht für plausibel, dass das Blinken der Bike-Flash-Anlage Autofahrer davon ablenkt, Radfahrer wahrzunehmen. Diese Gefahr sähe ich eher an Kreuzungen, die nicht mit einer Bike-Flash-Anlage ausgestattet wären, während viele andere Kreuzungen damit ausgestattet worden wären.

    Übrigens sehe ich bislang keinen Anlass diese Bike-Flash-Anlage als "Flashdreck" zu bezeichnen. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass diejenigen die sie entwickelt und dort aufgestellt haben dabei irgendwelche finstere Absichten verfolgten. Andererseits geschieht ja bisweilen Schlechtes dadurch, dass man eigentlich etwas Ehrenwertes und Gutes im Sinn hat. Muss aber hier nicht unbedingt zutreffen.


    Einfach nur abbauen, was nicht genehmigt ist, das ist mir in jedem Fall zu kurz gedacht. War es nicht so, dass auch zum Beispiel bei der Freigabe der Einbahnstraßen für Radfahrer im Gegenverkehr anfangs eher umstrittene Einzelinitiativen im Vordergrund standen? Aus heutiger Sicht hat sich die Maßnahme jedoch vielfach bewährt!

    Ach - die "Autofahrerlobby" macht neuerdings auch Radwege nieder...!? :evil:

    Ganz sicher ist es so, dass sehr viele sichere breite Radwege an Hauptverkehrsstraßen daran scheitern, dass die Autolobby verhindert, dass Auto-Fahrspuren und Auto-Parkspuren entsprechend umgewidmet werden. Und es gibt nach meiner Einschätzung einen sehr breiten Konsens innerhalb der Radfahrerschaft, das sog. Protected Bike-Lines die Attraktivität des Radverkehrs steigern würden und auch die Sicherheit der Radfahrenden verbessern würden. Die sind aber vielfach nur dan zu haben, wenn Auto-Fahrspuren und Parkspuren dem Autoverkehr entzogen werden.

    Das hat ja hervorragend funktioniert: Dieses Warnsystem soll Radler schützen – ist aber verboten


    Anscheinend liegt gar keine behördliche Genehmigung für die Blinkestange vor.

    Ich weiß ja nicht wie du das meinst mit deiner Aussage "das hat ja gut funktioniert", denn die Aussage kann ja durchaus ironisch gemeint sein. Ich weiß auch nicht warum DMHH, Danny und Alf den "Gefällt"-Button gedrückt haben.

    Aber eines kann ich ganz sicher sagen: Es gab heute in der HAZ-Printausgabe eine komplette Seite mit Leserbriefen zu dem Thema. Das ist an und für sich schon selten, dass wegen eines Radverkehrs-Themas eine komplette Seite Leserbriefe in der HAZ veröffentlicht wird.

    Und der Inhalt der Leserbriefe lief unisono darauf hinaus, dass es völlig unverständlich sei, warum diese Bike-Flash-Anlage denn nun unter Genehmigungs-Vorbehalt stünde.

    Um nicht missverstanden zu werden: Ich will nicht vorbehaltlos diese Bike-Flash-Anlage über den grünen Klee loben. Meine Hauptvorbehalt ist: Dadurch werden die Kreuzungen, die nicht entsprechend gesichert sind für Radfahrer noch unsicherer. Vielleicht sind das ja auch deine Bedenken, Malte?

    Aber der Geist, der hier aus der Flasche heraus gelassen wurde, den kann keiner mehr dahin zurück schicken! Alleine schon deshalb, weil es keine Person geben wird, die einen Rückbau anordnet, denn wenn dann an der Kreuzung ein Fahradfahrer oder Fußgänger von einem abbiegenden LKW "erfasst" (totgefahren) würde, dann stünde diese Person dermaßen im Fadenkreuz der Kritik ...


    Alle Leserbriefschreiberinnen und -schreiber stimmen mehr oder weniger stark darin überein, dass die jetzt in den Raum gestellten Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Anlage, von der Autolobby gesteuert sind. So heißt es in einem Leserbrief: "Alles was hilft, uns das Radfahrerleben etwas sicherer zu machen, wird von der Autofahrerlobby niedergemacht." Und dieser Grundakkord durchdringt auch die anderen Leserstimmen. HAZ vom 17.1.2019


    Es kann sein, dass die HAZ noch einen Stapel Leserbriefe in petto hat, die inhaltlich auf das Gegenteil hinauslaufen. Oder dass die HAZ damit rechnet, solche Leserbriefe würden ihrt jetzt zugesendet. Ich bin mir jedoch sicher, dass das nicht der Fall ist oder der Fall sein wird. Manchmal spielt die HAZ damit, dass ein Thema zuerst von einer Seite und dann ein paar Tage später von der gegenteiligen Seite aus ausgeleuchtet wird. Das ist jedoch nach meiner Einschätzung in dieser Diuskussion um die Bike-Flash-Anlage nicht der Fall!


    http://www.haz.de/Hannover/Aus…mit-Warnsystem-fortsetzen "Umstrittene Anlage: Garbsen will Versuch mit „Bike-Flash“ fortsetzen" - Die Stadt Garbsen hält an der „Bike-Flash“ fest. Die Warnanlage für abbiegende Fahrzeuge in der Burgstraße sei „sinnvoll und rechtmäßig“. Die hannoversche SPD spricht von einem abenteuerlichen Versuch." HAZ vom 16.1.2019


    Die SPD wird mit ihrer Haltung sehr schnell sehr alleine auf weiter Flur stehen. Und vermutlich wird es ihr damit nicht einmal gelingen, bei der Autofahrerschaft um die Wählergunst zu buhlen. Bei den Radfahrerinnen und Radfahrern hat sie ohnehin schon gründlich "verschissen".

    Heute einen Gastbeitrag der Betroffenen entdeckt.

    Danke für den Hinweis. Der tapferen Radfahrerin kann ich nur beistimmen. Volle Unterstützung! Leider hat anscheinend die Presse ebenso wie der Polizist ein irgendwie geartetes anderes Denken. Allerdings hat die Polizei in einem anderen Fall m. E. zu Recht einem Autofahrer gehörig die Leviten gelesen. Dabei ging es darum, dass ein Autofahrer einen Omnibus blockierte. Das ist absolut nicht in Ordnung. Aber es wurde in der Berichterstattung so dargestellt, als würde in diesem Fall das Auto ebenso wie die Radfahrerin der "uneinsichtige" schwächere Verkehrsteilnehmer den starken provokant blockieren. Was überhaupt nicht problematisiert wurde ist: Im Omnibus sitzen Leute, die wie Radfahrer relativ umweltfreundlich unterwegs sind und wenig Verkehrsfläche beanspruchen. Der Faktor "Verkehrsflächen-Inanspruchnahme" jedoch wird so gut wie nie von der Zeitung in Hannover beachtet!

    Nicht der Omnibusfahrer, der ja zig Fahrgäste transportiert ist der "Starke". Vielmehr ist es der Omnibus, der aufgrund seines geringen Verkehrsflächenverbrauchs, gemessen an der Anzahl der Fahrgäste, ganz selbstverständlich Vorrang genießt vor Autoverkehr. Und zum Beispiel beim Abfahren von der Bushaltestelle ist es ja auch ganz ausdrücklich in der StVO so geregelt.

    In dem HAZ-Artikel vom 3.12.2018 kommt ein "Psychologe" zu Wort, der kurzerhand beiden (der Radfahrerin und dem Autofahrer, der den Bus blockierte) ein Michael Kohlhaas-Syndrom unterstellt). Das trifft jedoch weder bei dem Autofahrer zu, der den Bus blockierte, der ist einfach nur unverschämt, noch bei der Radfahrerin in der Kleestraße, die pocht zurecht auf ihr Recht! http://www.haz.de/Hannover/Aus…sverkehr-in-der-List-lahm

    Keine komplette Liste, aber mehrere "wunde Punkte" beinhaltet die neue Hannorad, 3/2018 ab Seite 19 unter dem Titel: Wie steht es um den Radschnellweg? https://www.hannorad.de/wp-con…loads/HannoRad_2018_3.pdf

    Genannt wird u. a.:

    1. "Vom "Gutenberghof" dürften bislang nur wenige gehört haben. Von dieser an die Lavesstraße angeschlossene Sackgasse soll zukünftig eine neue Ampelanlage über die Berliner Allee in die Kestnerstraße führen." (ebd.)

    https://www.google.com/maps/@52.3728935,9.7516979,20.07z

    2. Kreuzung Kestner-/Stadtstraße. Hier hat es die Verwaltung zunächst versäumt, mit einer echten Verkehrsberuhigung den durchgehenden Charakter der abbiegenden Fahrradtrasse zu betonen. (ebd.)

    https://www.google.com/maps/@5…0aI1VQ!2e0!7i13312!8i6656

    Nach links auf dem Google-street-view-Bild geht es in die Stadtstraße.

    3. Das Fahrbahnparken auf der Kleefelder Straße. Hier ereignete sich der Vorfall, bei dem ein Klein-LKW einer Radfahrerin die Weiterfahrt blockierte. Der ADFC kritisiert, dass hier Fahrbahnparken zugelassen ist. Die NP berichtete: http://www.neuepresse.de/Hanno…-Hannover-40-Minuten-lang

    4. Auf der Kleefelder Straße soll der Radschnellweg die Plathnerstraße queren. Der ADFC verlangt eine Mittelinsel, die Stadt will stattdessen eine Ampel.

    https://www.google.com/maps/@5…4ItDHA!2e0!7i13312!8i6656

    5. Ebenfalls vom ADFC kritisiert wird die Ampelanlage, über die wir bereits gesprochen hatten und die über die Clausewitzstraße führt. "An der Kreuzung mit der Clausewitzstraße wurde erst von einigen Jahren eine Ampelanlage installiert, die ebenfalls sehr effektiv Rad- und Fußverkehr ausbremst."

    6. Zur Engstelle Fußgänger- und Radfahrerbrücke neben der Eisenbahnbrücke über den WMesseschnellweg schreibt die Hannorad: "Zwar ist es schade, dass die Peter-Hübotter-Brücke über den Messeschnellweg einstweilen nicht verbreitert wird, damit wird die Qualität der Gesamtroute aber nicht wesentlich geschmälert."

    7. Querung Kleestraße. Davon ist im Hannorad-Artikel ein Bild. In der Bildunterschrift steht: "Hier geht es lang: Radfahrende sollen entlang des Radschnellweges wie hier in Kleefeld Vorrang vor Autofahrenden bekommen."

    Achtung Bei diesem Bild ist die Blickrichtung stadteinwärts, umgekehrt zur Beschreibung!

    Der Radschnellweg soll dann wohl weiter stadtauswärts zuerst links vom Bahndamm bis zur Berckhusenstraße gehen. Dort unter der Brücke durch und dann auf der rechten Seite des Bahndamms weiter stadtauswärts gehen, parallel zur Senator-Bauer-Straße. https://www.google.com/maps/@5…-1T2hA!2e0!7i13312!8i6656

    Ab da kenn ich mich nicht mehr so gut aus und im Hannorad-Artikel steht auch nicht mehr viel dazu.

    Laß doch erstmal den Radverkehr so stark anwachsen, daß er sich nicht mehr selbst organisieren kann, dann kann man immer noch über Radfahrerampeln reden. Vorher braucht man sie eigentlich nicht.

    Da gehen die Ansichten freilich auseinander. Denn ein nicht unbeträchtlicher Anteil potenzieller Radfahrer betrachten Ampeln durchaus als Hilfe im Radverkehr, den sie andernfalls für zu gefährlich halten. Andere Radfahrer wiederum bevorzugen in bestimmten Situationen offensichtlich Mittelinseln: "Den größten Planungsfehler droht die Stadt aber an der Kreuzung von Kleefelder- und Plathnerstraße zu begehen. Hier soll eine Ampelanlage neu installiert werden. Die Verwaltung argumentiert mit "Kontaktschleifen" und "Bevorrechtigung" der Kleefelder Straße. Der ADFC hat sich hier frühzeitig für eine ampelfreie Querungsmöglichkeit mit breiter Mittelinsel ausgesprochen." Quelle: Hannorad, 3/2018 https://www.hannorad.de/wp-con…loads/HannoRad_2018_3.pdf , Seite 19 In dem Artikel geht es um die Anlage des Radschnellweges Hannover-Lehrte. Siehe google-street-view: https://www.google.com/maps/@5…4ItDHA!2e0!7i13312!8i6656


    Ich selbst fände eine Ampel durchaus angebracht, aber die muss dann auch wirklich halten, was die Verwaltung verspricht. Eine konsequente Bevorzugung des Radverkehrs. Das heißt eine Bettelampel, an der jedoch nicht der Radfahrer betteln muss, sondern der Autofahrer! Zum Beispiel mit einer Kontaktschleife für den Autoverkehr, die jedoch dann nicht sofort Grünlicht für den Autoverkehr herstellt, sondern erst nach einer gewissen Wartezeit, in der automatisch überprüft wird, ob auf der bevorzugten Velo-Route (hier die Kleefelder Straße) ein Radfahrer unterwegs ist, der durch das Autogrün ausgebremst würde. Erst nach etwa 50 Sek. (wenn Radverkehr vorhanden) würde bei auch der Autoverkehr mal freie Fahrt bekommen. (Bei vielen "Bettelampeln" für Fußgänger ist das so geregelt.) Nur wenn kein Radverkehr vorhanden ist, dann könnte für den Autoverkehr früher auf Grün geschaltet werden.

    Nimm einfach alle Menschen, die derzeit eine stark frequentierte Kreuzung queren und setze sie alle auf Fahrräder oder stelle sie auf ihre Schuhsohlen. Der Platz wird auch ohne Ampel reichen, solange da nicht noch Autos durchfahren, da bin ich mir sicher.

    Da stimme ich dir zu. Aber wozu bräuchte es so breite Straßen wie jetzt, wenn keiner mehr Auto fährt? Deutlich weniger bzw. kein Autoverkehr würde ganz neue Möglichkeiten der Besiedlung eröffnen. Wir könnten viel dichter bauen und siedeln und hätten trotzdem mehr Grün- und Erholungsflächen, Spielplätze usw. als jetzt. Durch die dichtere Besiedlung aber auch deutlich mehr Radverkehr und Fußverkehr als jetzt und auch deutlich mehr Radverkehr als wenn jetzt einfach alle ihr Auto stehen ließen und auf's Rad umsteigen würden. Natürlich bräuchten wir nicht die Menge Ampeln wie jetzt, aber ganz ohne würde es auch in einer autofreien Welt nicht funktionieren. Außerdem ist da auch noch die Notwendigkeit, einen guten ÖPNV zu organisieren. Omnibusse und Straßenbahnen, die im Autostau stecken bleiben, wären zwar nicht mehr zu befürchten. Aber Omnibusse im Fahrradstau, das ginge genau so wenig.

    Momentan, wo Radverkehrsströme auf 1,50 m breiten Wegen kanalisiert werden, braucht man auch zwischen den Radfahrern Ampeln. Aber wie dein Beispiel aus China zeigt, würde es ohne Autos auch ohne Ampel gehen.

    Auch wenn das jetzt mit Blick auf den doch eher fahrradarmen Alltag eine sehr hypothetische Diskussion ist, des Spekulieren macht Spaß. Ich stell mir gerade so eine "velocitynight" mit tausend und mehr Radlern vor. Das dann nochmal vervielfacht und die fahren alle auf einer zukünftigen Haupt-Radverkehrsstraße. So etwa zwei Autofahrspuren breit, also etwa vier bis fünf Radler nebeneinander und tausende hintereinander. Und dann nochmal dasselbe auf der Gegenfahrbahn. Ohne Ampel gäbe es für den Querverkehr keine Chance. Auch wenn es sich "nur" um Räder handelt. Beim Zuschauen bei einem Marathon hatte ich mal auf der gegenüberliegenden Seite einen Bekannten entdeckt, Es war nicht einfach rüber zukommen, obwohl es jetzt "nur" Läufer mit ca. 15 km/h pro Stunde waren und das Hauptfeld längst vorüber war.

    Die Morgenpost ist sich über ihre momentane Ausrichtung nicht ganz sicher, gleichzeitig fordert man nämlich auch Kontrollen vor Kitas und Schulen für die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung.

    Ich habe eher den Eindruck, das ist ein ganz und gar hinterhältiger Versuch, die Raserei verantwortungsloser Autofahrender zu legitimieren und das Märchen von den Wegelagerern und Raubrittern aus der Stadtverwaltung zu verbreiten. Der Artikel beschäftigt sich ja überwiegend nicht mit den Stellen, an denen nicht geblitzt wird, sondern vor allem damit dass nach Mopo-Meinung an anderen Stellen "völlig zu Unrecht" viel zu viel geblitzt werde.

    Auch wenn darüber eher selten zu lesen ist, bin ich mir sicher, dass die ganze Blitzerei, egal wo sie stattfindet, nicht zu irgendwelchen Reichtümer-Anhäufungen bei den Verkehrsbehörden führt. Wenn über "Blitzereinnahmen" berichtet wird, dann wird nach meiner Beobachtung nicht oder nur unvollständig darüber berichtet, was auf der Ausgabenseite steht!

    Außerdem verfügen immer mehr moderne Fahrzeuge über die notwendigen Assistenz-Systeme, die ein Überschreiten der Geschwindigkeitsbegrenzungen verhindern. Sei es durch Warnsignale oder durch aktives Eingreifen der Assistenzsysteme in den Antrieb. Viele Autofahrer, die über Blitzer jammern, hätten es doch selbst im Griff, ihr Assistenzsystem zu Hilfe zu nehmen, um den Blitzern "eine Nase zu drehen". Warum schreibt der Mopo-Journalist nicht über so was? Zum Beispiel darüber, wie zuverlässig die entsprechenden Assistenzsysteme verschiedener Hersteller arbeiten, so dass keine Bußgelder wegen zu Schnell-Fahrens zu befürchten sind?

    Vermutlich würde genau der selbe Mopo-Journalist im Falle, dass die Polizei tatsächlich vor Schulen Geschwindigkeitskontrollen durchführte, sich sofort mit ähnlichen Tiraden zu Wort melden, wenn er dabei feststellte, dass diese Kontrollen zu anderen Zeiten als Schulbeginn und Schulende oder gar in den Ferien stattfänden.

    Es ist außerdem völlig absurd, so wie der Reporter es tut, den Behörden zur Auflage zu machen, es dürften durch Blitzer keine Einnahmen erzielt werden. Selbst wenn es so wäre (was ich bezweifle), was wäre denn dann so schlimm daran?

    Ich sehe, Du nimmst ihm die Behauptungen genauso wenig ab wie ich. ;-)

    Leider erweckt die WDR-Moderatorin den Eindruck. sie sei den Ausführungen des Autofahrers voll und ganz verfallen. Und die Straßenbahn ist ein ganz "böses" Verkehrsmittel, das im Straßenraum am besten gar nichts zu suchen habe.:(X(

    Ich glaube tatsächlich, dass man keine Ampeln bräuchte, wenn 100% des innerstädtischen Verkehrs zu Fuß und mit dem Fahrrad abgewickelt würden. Es funktioniert doch sogar, dass Fußgänger bei einer Critical Mass die Fahrbahn queren. Eine Critical Mass weist sicherlich eine extrem hohe Verkehrsdichte (Personen pro Zeiteinheit) auf, die allenfalls von einem vorbeifahrenden Zug übertroffen wird. Ich habe am Freitag einem etwas aufgeregten Autofahrer beim Corken gesagt, er solle froh sein, dass wir nicht auch alle mit dem Auto da sind. Dann würde es noch viel länger dauern.

    Auch ein Omnibus oder eine Straßenbahn weist eine höhere Verkehrsdichte (Personen pro Zeiteinheit auf). EinBekannter berichtete mir einmal dass er vor rund 20 Jahren in China die Gelegenheit hatte, eine Kreuzung zu beobachten. Auf den beiden sich kreuzenden Straßen herrschte stets starker und dichter Radverkehr. Es gab keine Ampeln. Eine zeitlang fuhren die Radler auf der einen Straße während auf der Querstraße sich die wartenden Radler immer weiter im Pulk nach vorne bewegten, wie zwei Keile. Dadurch wurde der Durchlass immer kleiner bis irgendwann die Radler auf der Querstraße fahren konnten. Und gleichzeitig begann die Keilbildung wieder auf der anderen Straße.

    Ich bin mir sicher, dass es vernünftig wäre, starken Radverkehr auch durch Ampelsteuerung so zu kanalisieren, so dass ein guter Verkehrsfluss insgesamt erreicht wird. Das Problem ist doch, dass viele Autofahrer ganz grundsätzlich jedwede Ampeln ablehnen und überhaupt nicht in der Lage sind zu erkennen, dass die vielen Ampelanlagen notwendig sind, uzm überhaupt irgendwie noch den zunehmenden Autoverkehr zu bewältigen. Statt das zu erkennen, werden von ADAC und Blöd-Zeitung die Verkehrsbehörden als Wegelagerer beschimpft, wenn sie Ampeln aufstellen und Kontrollen durchführen.

    Wenn Autofahrer mal von einer Strassenbahn behandelt werden wie Radfahrer von Autofahrern:


    https://www.youtube.com/watch?v=b-QTzuambkA


    Ist schon doof, wenn weit rechts fahren gefährlich ist, man es deshalb nicht macht, jemand stärkeres dies aber mit Gewalt fordert.

    Was mich richtig ärgert ist, dass in dieser Sendung im Öffentlich rechtlichen Rundfunk ganz offensichtlich eine extrem einseitige Parteinahme mit Autofahrer-Interessen stattfindet. Denn eigentlich ist der Fall doch ganz klar: Der Autofahrer hatte im Schienenbereich nichts verloren. Deshalb müsste er eigentlich komplett alle Unfall-Folgekosten begleichen. Auch die Schäden an der Straßenbahn. Und außerdem muss dieser impertinente Autofahrer dazu verurteilt werden, für die Fahrgäste in der Straßenbahn eine saftige Entschädigung zu zahlen, denn die hat er ja durch sein unbedachtes Fahrverhalten aufgehalten.

    In dem Filmbeitrag wird ja darauf hingewiesen, dass eine weiße durchgezogene Linie, am besten noch verbunden mit einer Sperrfläche, für mehr Rechtsklarheit gesorgt hätte. Ich wünsche mir das sehr herbei, dass es zu genau dieser Fahrbahnmarkierung kommt, am besten noch verbunden mit einem Aufheben der Auto-Parkplätze am Straßenrand, so dass das impertinente Verhalten des Autofahrers mit seinen Klage-Anstrengungen so richtig schön zum Rohrkrepierer für die Autofahrerschaft wird! Noch besser wäre ein hoher Bordstein als Abgrenzung zu einem Rasengleis auf dem die Stadtbahn fährt.

    Ich finde den Vergleich mit Autofahrer bedrängt Radfahrer der in den Augen des Autofahrers nicht weit genug rechts fährt, übrigens nicht hilfreich. Denn eine Straßenbahn ist ein Transportmittel für bis zu mehreren hundert Fahrgästen, während in einem Auto meist nur ein Einzieger sitzt, der leider oft von sich glaubt, dass er Vorrechte gegenüber Radfahrern alleine deshalb genießt, weil er eine fette Blechkiste mit viel PS lenkt.

    Kurz: Straßenbahn genießt zurecht Vorrechte gegenüber Autofahrern. Autofahrer genießen keine Vorrechte gegenüber Radfahrern!

    Und eigentlich müsste man noch hinzufügen: Radfahrer und Fußgänger und Fahrgäste des ÖPNV müssten noch sehr viel mehr Vorrechte gegenüber Autofahrern genießen, bzw. diejenigen Vorrechte, die ÖPNV Fahrgäste tatsächlich jetzt schon theoretisch genießen, müssten mit viel mehr Verve durchgesetzt werden!

    Eine Ampel zu bauen ist nicht grundsätzlich verkehrt. Spannend ist es doch, wie die Ampel angesteuert wird. Wenn man zugrunde legt, das deutlich weniger Autoverkehr stattfände, dann bräuchte es auch weniger Ampeln. Es ist sehr ärgerlich, dass viele Ampeln nicht zum Nutzen der Fußgänger oder Radfahrer dienen. Aber für sehr viele Menschen (auch Nicht-Autofahrern) ist der Autoverkehr etwas so sehr "Gottgegebenes", dass sie nicht im Traum auf die Idee kämen, dass Ampeln oftmals vor allem den Autoverkehr begünstigen.

    Dazu kommt: Autofahrer wissen das oft gar nicht zu schätzen, dass sie dank der vielen Ampeln deutlich schneller vorankommen als ohne Ampeln.