Beiträge von Ullie

    "Keiner hat das Recht, ein SUV zu fahren!" Das ist eine Parole, die oft auf Fridays for Future Veranstaltungen skandiert wird. Der Spruch ist auch innerhalb der Friday fo Future Bewegung nicht ganz unumstritten. Eine der Sorgen: Damit blamiert man diejenigen die ein SUV fahren und erzeugt dort sofort eine Gegenhaltung, die eine argumentative Auseinandersetzung erschwert.

    Auf der Suche nach Argumenten, mit der man den SUV-Wahn einsichtig machen kann, bin ich darauf gestoßen, dass SUV's in hohem Maße Fußgänger*innen unsichtbar machen. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene:


    Ganz rechts im Bild ist eine Fußgängerin mit Kinderwagen zu sehen, der kleine Oldtimer-Mini wird sie nicht verdecken.


    Aber wie ist das mit dem dicken SUV? Da ist keine Fußgängerin zu sehen!


    Ist die Fußgängerin mit Kinderwagen unsichtbar hinter dem SUV verschwunden, oder kauft sie beim Bäcker ein?


    Die Streit darüber, ob die SUV's mit ihrer Fahrzeugfront Fußgänger stärker gefährden als die Fronten kleinerer Fahrzeuge ist eine Auseinandersetzung um nur einen Gefährdungspunkt.


    Ganz sicher ist, dass SUV's Fußgänger leichter unsichtbar machen als kleinere Fahrzeuge! Und damit werden diese Fußgänger unnötig gefährdet.

    Gesehen an einem Gartenzaun im "noblen" Stadtteil Hannover-Kirchrode. Möglicherweise ein Mitbringsel aus einem Urlaub in einem englischsprachigen Land?

    Zunächst mal die Hinfahrt zur Diskussionsveranstaltung: Da ist man doch sofort entsprechend "geladen", wenn man an dieser Baustellenabsicherung in der Zeppelinstraße vorbeifährt. Vorbei deshalb, weil da kann man einfach nicht ernsthaft den Versuch wagen, da reinzufahren:

    Wurde von mir schon vor Monaten angemahnt bei der Stadt, aber keine Reaktion.


    Hier ein paar Eindrücke von der Diskussionsveranstaltung:

    Eckard Scholz, der Kandidat der CDU, der sich aber auf den Wahlplakaten sehr dezidiert als parteiunabhängiger Kandidat darstellt, war sehr bemüht, nicht den ehemaligen Automanager raushängen zu lassen, der er ist. Sein Schwerpunkt: Radverkehr-Ausbau kostet viel Geld und nur er sei wirklich in der Lage, das zu organisieren, dass diese Gelder bereit gestellt und auch ausgegeben werden. Er benutzte die Veranstaltung, um sich über Misserfolge der hannoverschen Bauverwaltung lustig zu machen. Kam damit aber nicht besonders gut an.

    Iyabo Kaczmarek, sie ist wirklich eine parteiunabhängige Kandidatin, betonte die Notwendigkeit, dass die Bürger in den Dialog treten müssten und präsentierte sich selbst als die Oberbürgermeisterkandidatin, die dazu in der Lage ist, das zu organisieren. Konkret forderte sie, Stadtteile nur noch für dort Wohnende zum Parken frei zu geben (Anwohnerparkzonen) als einen ersten Schritt, um die Autoflut zu dämmen unbd Platz für den Radverkehr zu schaffen.

    Ecki Scholz (CDU) und Iyabo Kaczmarek (perteiunabhängig).


    Jessica Kaußen von den Linken gefiel mir am besten, weil sie im Kampf gegen das Auto an die Fridays for Future Bewegung als Bündnispartner erinnerte. Niemand von den anderen Kandidaten hielt es auch nur für nötig, FFF zu erwähnen. Außerdem führten ihre Aussagen dazu, dass die Moderatorin ihr eine "autofeindliche Haltung" attestierte, leider wimmelte Jessica Kaußen an dieser Stelle ab. Wenn sie gesagt hätte: "Ja ich bin autofeindlich und das ist gut so", hätte sie meine Stimme bei der Wahl ganz sicher gehabt!

    Jessica Kaußen (Die Linke).


    Belit Onay ging zweifelsfrei am weitesten mit konkreten Forderungen um den Autoverkehr einzudämmen, so dass der Radverkehr zum Zuge kommen kann. Er forderte erneut die autofreie Innenstadt und in der Fahrradstraße Lange Laube sollen nur noch Lieferfahrzeuge Stellplätze haben. Dort gibt es sehr viel Parksuchverkehr, so dass von einer Fahrradstraße nicht wirklich die Rede sein kann. Er erhielt von allen Kandidat*innen den meisten Beifall.

    Marc Hansmann plädierte am deutlichsten für sichere Hochbordradwege, er hat ja auch diese Familie mit Fahrradhelmen auf dem Kopf auf seinen Plakaten. Er nutzte die Gelegenheit auch noch auf ein ÖPNV-Ausbau-Projekt hinzuweisen, das ihm wichtig ist: Die Verlängerung der Linie 10 in die Sallstraße hinein bis zum Bismarckbahnhof. Und er profilierte sich als der SPD-Politiker, der zum ökologischen Teil der Partei zähle und der der Partei entsprechende Zusagen abgerungen habe als Voraussetzung für seine Kandidatur. Das hat ihm jedoch niemand im Publikum abgenommen und wenn man die Einlassungen des niedersächsischen Ministerpräsidenten Weil von der SPD hört, dann kann man das auch nicht ernsthaft glauben. Weil hatte vor wenigen Tagen vor allzu drastischen Maßnahmen zum Klimaschutz gewarnt, wie etwa ein Verbot von Verbrennungsmotoren, weil sonst Gelbwestenproteste auch in Deutschland drohten.

    Belit Onay (Grüne) und Marc Hansmann (SPD).


    Auf dem Nachhauseweg der nächste Frust über hannoversche Fahrradverkehrsinfrastruktur. Der Schutzstreifen in der Münzstraße ist zwar ausreichend breit, wird aber trotz eindeutiger Rotmarkierung und Piktogramme immer wieder zum Halten und Parken missbraucht:


    Es gibt einen Live-Blog von der Podiumsdiskussion auf dieser Internetseite: https://www.adfc-hannover-forum.de/

    Ich bin über dieses schöne Beispiel gestolpert: SEAT definiert SUV jetzt als "SEAT Urban Vehicles" und hat den Slogan "Own the city" erfunden.

    https://www.youtube.com/watch?v=bVW2Dv_L7bk


    Ja, kann man machen. Als Volkswagenmarke einen Eigentumsanspruch auf die Stadt anmelden. Es ist aber eine komische Stadt. Außer dem SEAT und dem heldenhaften Feuerwehrauto sieht man keine Autos. Keine Momentaufnahme der Castellana zur Rush Hour, oder Sao Paulo, wenn denen eine Aufnahme der A100 oder der AVUS zu popelig ist ...

    Einen Eigentumsanspruch auf die Stadt (nämlich die Stadt Frankfurt) hat ja auch der VDA (=Verband der Automobilindustrie) angemeldet. Die hatten Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann ausgeladen, weil ihnen die Rede nicht ins Konzept passte. Das wollte Feldmann sagen: „Ich möchte ehrlich sein: Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs.“ Der Oberbürgermeister wendet sich in seinem Redetext dagegen, „dass gefordert wird, Parkhäuser neu zu bauen, weil immer mehr Autos für die bestehenden Stellplätze zu groß geworden sind.“ Quelle: FR vom 13.9.2019 https://www.fr.de/wirtschaft/i…sprechen-zr-12993926.html

    Merkel und der hessische Ministerpräsident Bouffier dagegen haben brav nach der Pfeife der Automobilindustrie getanzt. <X


    Danke für den Link zu dem von dir entdeckten Youtube-Video, der freilich nur Reklame ist, aber trotzdem: Es sind ganz einfach fakenews, dass man sonst keine Autos sieht. Und in einer Zeit, in der so viele Menschen sich von fakenews beeindrucken lassen, ist es eben leider mehr als einfach nur "Reklame".

    IAA-Nachlese:

    "Das SUV hat vor allem zwei Funktionen: 1. Kurzstrecken fahren, etwa zur Kita oder zum Bäcker, und 2. als Beispiel für völlig verquere, umweltbelastende und nutzlos innerstädtischen Raum verschwendende Mobilität zu dienen.

    Warum also nicht den SUV-Gegnern mit deren eigenen Mitteln den Wind aus den Segeln nehmen, in die Offensive gehen und jedes SUV ab Werk mit einem Aufkleber versehen: "Stellt euch vor, jeder würde SO herumfahren wie ich! Das geht GAR NICHT! #Mobilitätswandel #velo #umsteigen" Dann ist Ruhe, und der SUV-Fahrer wird positiv als Mitstreiter für die gute Sache wahrgenommen. Check!"

    aus: Manager Magazin vom 16.9.2019 https://www.manager-magazin.de…n-satire-a-1286613-4.html

    Déjà vu:

    Die Elektroroller werden ja gerne angepriesen als energiesparendes Fortbewegungsmittel.

    Hier ein Link zur Berichterstattung des Hessischen Rundfunks über die IAA 1979:

    https://www.youtube.com/watch?v=5PrYpRUcc4s

    In der Schlussszene endet das Reporterduo mit der Ansage "sich umweltbewusst und energiesparend" zu verabschieden, nämlich mit einer Fahrt auf Elektrorollern: Minute 43:30 von 44:50

    Hier geht es direkt zur Szene mit den Elektrorollern: https://youtu.be/5PrYpRUcc4s?t=2605

    Für Kraftfahrzeuge mir begrenzter Leistung bis etc pp braucht mein eine Prüfbescheinigung. Die kann man einzeln machen. Da aber jeder Führerschein aufwendiger ist, ist die Prüfbescheinigung enthalten. Wenn man alt genug ist, WIMRE Baujahr 64 und vorher, braucht man keine. Es sollte also jeder Führerschein, die Prüfbescheinigung oder ein entsprechendes Alter ausreichen.

    Bin inzwischen selbst schon ein wenig auf die Suche gegangen. Auf der Internetseite des Bundesverkehrsministers gibt es eine Seite mit FAQ zur Elektrokleinstfahrzeugverordnung.

    https://www.bmvi.de/SharedDocs…zeuge-verordnung-faq.html

    Und da steht zur Frage:


    Brauche ich einen Führerschein?
    Nein. Es besteht keine Führerscheinpflicht bzw. Pflicht zur Vorlage einer Mofa-Prüfbescheinigung.


    Aber es kann ja auch sein, dass die Verleihfirmen, in Hannover Tier und Lime, einen Führerschein verlangen, wenn jemand einen Elektrotretroller leihen will. Das hab' ich selbst noch nie probiert.

    Das kann ich mir aber eigentlich auch nicht vorstellen, denn es würde ja deren Kundenkreis unnötig einschränken.


    Aber wie kommt dann die Aussage, "Wer sich einen E-Scooter für einige Minuten, eine Stunde oder länger ausleihen möchte, muss sich nur über eine entsprechende Sharing-App registrieren, die persönlichen Daten und den Führerschein hochladen und bekommt dann den Standort des nächstgelegenen Elektroroller mitgeteilt.", auf die Internetseite der Stadt Hannover? https://www.hannover.de/Kultur…n-auf-Stadttour/E-Scooter


    Habe ebenfalls inzwischen dort eine Anfrage gestellt. Aber vielleicht weiß ja auch wer im Forum, der das hier liest, wie das andernorts gehandhabt wird?

    Diesen Hinweis habe ich auf der ofiziellen Internetseite der Stadt Hannover gefunden. Auf der Seite aus der hier zitiert wird, geht es um E-Scooter, also Elektro-Tretroller https://www.hannover.de/Kultur…n-auf-Stadttour/E-Scooter :

    "E-Scooter ausleihen

    E-Scooter lassen sich mittlerweile relativ einfach an jeder Straßenecke mit dem Smartphone über eine App mieten. Wer sich einen E-Scooter für einige Minuten, eine Stunde oder länger ausleihen möchte, muss sich nur über eine entsprechende Sharing-App registrieren, die persönlichen Daten und den Führerschein hochladen und bekommt dann den Standort des nächstgelegenen Elektroroller mitgeteilt."

    Da steht tatsächlich "die persönlichen Daten und den Führerschein hochladen". Aber ist das wirklich so? Ich höre, bzw. lese das das erste Mal und es wäre ja auch reichlich widersinnig, den Elektro-Tretroller als Alternative zum Auto anzupreisen und dann andererseits zu verlangen, dass man den Führerschein bei der Anmeldung für das Ausleihen hochladen muss.

    Und wie soll das überhaupt gehen, "den Führerschein hochladen"? Abfotografieren und dann das Foto senden? Und was für einen Führerschein? Führerschein Klasse B, also den Autoführerschein?

    Fridays for Future-Sprecher sagen IAA-Auftritt ab:

    Die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ hat den geplanten Auftritt von zweien ihrer Mitglieder auf der Automesse IAA in Frankfurt abgesagt und die Branche scharf kritisiert. Quelle: ORF vom 13.9.2019 https://orf.at/stories/3137055/

    Hintergrund ist die Ausladung des Messeveranstalters VDA gegenüber dem Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann. Der VDA wollte damit verhindern, dass der Frankfurter Oberbürgermeister eine auto-kritische Rede hält. Das wollte der VDA wohl den Fridays for Future-Aktivistinnen überlassen, um ein sauberes Feigenblatt für ihre dreckige Veranstaltung vorweisen zu können.

    Hätten der hessische Ministerpräsident Bouffier und Bundeskanzlerin Merkel mehr Rückgrat, dann hätten sie ebenfalls ihr Kommen abgesagt. Stattdessen haben sie in höchsten Flötentönen das finstre Treiben der Branche gelobt. Das ist wohl ein klarer Beleg für fehlende Solidarität. Die Auto-Branche wird es mit Interesse zur Kenntnis genommen haben. Schließlich ist "Teile und Herrsche" ihre Überlebensstrategie. "Wenn wer nicht spurt", sagt sich der VDA, "dann finden wir halt einen anderen Dummen."

    Der niedersächsische Wirtschaftsminister Althusmann hat sich denn auch sofort an den VDA herangewanzt und den Messestandort Hannover angepriesen. "Hannover will die IAA" HAZ vom 12.9.2019 <X

    Warum darf da kein 15W-Scheinwerfer vorne dran, wenn die Beine via Dynamo oder der Akku das hergeben? Warum kein Fernlicht? Das ist alles einfach Unsinn. Man kann für solche ja einen Lichttest vorschreiben, wenn soviel Angst besteht. Aber diese deutsche Verboteritis betreffend der Beleuchtung an Fahrrädern nervt einfach ungeheuer.

    Vermutlich will der Gesetzgeber durch Festlegungen bei der Leuchtstärke ein "Wettrüsten" der Fahrzeughersteller verhindern. Das dürfte feilich nicht ganz einfach sein, NBgradler hat ja bereits auf die Schwierigkeit bei der Messung von Helligkeit hingewiesen.

    Andererseits sehe ich schon die Gefahr, dass ganz ohne Regeln genug exzentrische Fahrzeugbesitzer ihre Autos wie einen Weihnachtsbaum herausputzen würden. Zumindest bei Wohnhäusern gibt es ganz eindeutig solche Tendenzen: Schau mal ins niedersächsische Kalle! https://www.youtube.com/watch?v=FODf659bkV8 Da steht das Weihnachtshaus XXL.

    Dass Autos heller leuchten dürfen als Fahrräder ist irgendwie eine Benachteiligung des Radverkehrs. Andererseits. Wenn in Punkto Helligkeit die Radfahrer*innen in Konkurrenz gehen wollten zu den KFZ, dann müsten sie möglicherweise kostspielig technisch aufrüsten.


    Schau dir diesen Scheinwerfer an: Der Trend zum SUV scheint auch vor Fahrrädern nicht halt zu machen:

    https://cdn.shopify.com/s/file…ike_600x.jpg?v=1565683930

    Gefunden auf der unimoke-website

    Wieso? Das Verbot von festmontierten Blinkern an Fahrrädern halte ich für eine der beklopptesten Regelungen überhaupt. Wenn etwas eher unsicheren und älteren Radlern helfen würde, dann ist das die Möglichkeit, vor dem Abbiegevorgang und währenddessen ganz legal dauerhaft beide Hände am Lenker zu haben.

    Interessanterweise wird bei den Elektro-Tretrollern von der Polizei genau das, was bei den Fahrrädern verboten ist, sehr vehement eingefordert: "Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verlangt ebenfalls strengere Vorgaben. „Bei den E-Scootern hat die Politik entscheidende Sicherheitsstandards vergessen“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow den Funke-Zeitungen. E-Scooter müssten etwa dringend mit Blinkern ausgestattet werden. „Die Politik sollte die Hersteller schleunigst zu Nachrüstungen verpflichten.“" taz vom 7.8.2019 https://taz.de/Streit-um-E-Scooter/!5616582/


    Wie jetzt? Bei den Fahrrädern verboten, aber bei den Elektro-Tretrollern soll es Pflicht werden?

    Wobei ...

    So ganz verboten sind Blinklichter bei Fahrrädern anscheinend nicht:

    "Ein weiteres Novum betrifft Blinker, die jetzt an Mehrspurfahrzeugen wie Liegerädern oder bei Fahrrädern, bei denen das Handzeichen schwer erkennbar ist, eingesetzt werden dürfen.

    An normalen Fahrrädern bleiben weiterhin blinkende Richtungsanzeiger sowie andere blinkende Leuchten vorne und hinten verboten. Wer mit Blinklichtfunktionen für mehr Sichtbarkeit sorgen will, muss entsprechende Zusatzleuchten am Körper tragen."

    RP-online vom 29.9.2017 https://rp-online.de/leben/aut…elecs-und-co_aid-16771153

    Wer also einen Bewegungs-eingeschränkten Arm hat, der darf sich Blinklichter an den Ärmeln seiner Radfahrerjacke befestigen, die enstprchend die Fahrtrichtung anzeigen dürfen. Und wer einen großen Kasten hinter sich hat, der darf ebenfalls Blinklichter installieren.

    Unsere Altvorderen hatten es sich ja einfach gemacht, indem sie einfach die Leistungsaufnahme als Kenngröße festlegten. 2,4 Watt vorne, 0,6 Watt hinten. Fertig. unterschiedlich große und unterschiedlich gebogene Reflektoren verändern jedoch das ausgestrahlte Licht in unterscheidlicher Weise. Und dann kommt es ja auch noch drauf an, in welchem Winkel die Fahrradlampe angeschraubt ist.

    Die Helligkeit einer Lampe ist der Lichtstrom, der von ihr ausgeht. Und der wird in Lumen angegeben und das ist die entscheidende Größe. Und es sollte die ausschlaggebende sein, wenn es darum geht, Vorgaben zu setzen. Bei Lux geht es dagegen darum, wie hell eine beleuchtete Fläche ist, die von einer Lampe angestrahlt wird.

    Die etwas älten Fahrräder hatten Scheinwerfer, die nur nach vorne abstrahlten. Fand ich nicht so gut, weil von der Seite nicht so gut als Licht erkennbar. Und die älteren Rücklichter strahlten nur nach hinten, auch die waren nicht von der Seite als Licht erkennbar.

    Beim Fahrradscheinwerfer geht es um Sehen und gesehen werden. Beim Rücklicht um gesehen werden. Minimalfestlegung sollte sein, dass der Scheinwerfer so hell strahlt wie früher das Fahrradbirnchen mit 2,4 Watt. Dieser Watt in Lumen Umrechner gibt dafür 22 Lumen an.

    Das alte Rücklichtbirnchen mit 0,6 Watt entspricht 6 Lumen. https://ledtipps.net/lumen-watt-umrechnung/

    Die Beleuchtungsvorschriften bei Fahrrädern sollen aber auch eine Begrenzung nach oben beinhalten. Wenn mehrere Radfahrer kurz hintereinander fahren, oder gar nebeneinander, dann kann leicht der mit der weniger leuchtstarken Lampe übersehen werden. Ich schlage jeweils die 5-fache Lumenzahl als Obergrenze vor.

    Aber wie schon weiter oben gesagt: Sehr viel wichtiger ist eine möglichst robuste Ausführung. Und dafür Regeln zu treffen ist wahrscheinlich noch schwerer. Vielleicht geht das nur in der Form, dass der Hersteller eines Fahrrades mindestens 10 Jahre Garantie gewährleisten müssen? Einfacher zu regeln ist jedoch, die ständige Verfügbarkeit, ohne dass Extra-Bauteile mitgeführt werden müssen, um das Licht in Betrieb setzen zu können!

    Letztlich ist es doch so: Eine etwas schwächere Beleuchtung, die immer dabei ist, nutzt mehr als eine Top-Beleuchtung, die zu hause in der Schublade liegt. Und wer die Top-Beleuchtung aus seiner Schublade bevorzugt, zum Beispiel weil die besser die Fahrbahnfläche ausleuchtet, der kann sie ja zusätzlich anbringen. Was soll schon schlimmeres passieren, als dass dann von weiter weg das Fahrrad so aussieht, als würden da zwei dicht beieinander fahren. Das eine mit einem etwas helleren Licht als das andere.

    Weil es eventuell unverhältnismäßig ist? Warum soll ich auch mit dem Fahrrad mit 5 oder 10 km/h rumschleichen? Da ist ja jeder Jogger um Welten schneller...


    Kinder (zählen da 17-jährige auch noch dazu?) können grundsätzlich nahezu überall unterwegs sein. Die Regelungen in der StVO hierzu reichen aus.

    Ja, ja. Wahrscheinlich verstößt ein Tempolimit von max. 5 km/h in reinen Wohnstraßen ohne Erschließungsfunktion oder in Stadtteilzentren gegen jeglichen Menschenverstand? ;)

    Wo sollen denn auch dann die Radfahrer langfahren, die sich einige dieser Straßen auserkoren haben, weil ihnen die eigentlichen "Hauptverkehrsstraßen" zu vollgestopft sind mit Autos?:/

    Eigentlich ist es nicht lustig. Und wer weiß, vielleicht gab es auch einen ganz und gar nicht lustigen Anlass, dass diese Schilderkombination an diesem Kleingarten-Weg angebracht wurde. Trotzdem packe ich das Foto hier hin. Es lässt einen zumindest ins Grübeln kommen, warum eigentlich nicht in anderen Straßen in denen Kinder unterwegs sind, Tempo 5 gilt!

    Die Diskussion ist doch - mit Verlaub - deppert. Ein Fahrrad muss so beleuchtet sein, dass es im Dunklen von einem durchschnittlich gebildeten, durchschnittlich ausgerüsteten anderen Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden kann. Ob dafür eine 2,4W Frontleuchte in weiß und ein 0,6W Rückstrahler in rot ausreichen, oder ob sich ein Radler einen blinkenden farbenfrohen Kranz auf den Kopf setzen will ist egal.


    Warum wollen Sie auf jeden Fall die Technik zum Ziel vorschreiben, statt nur das Ziel vorzugeben?

    Wer sagt denn, dass ich eine bestimmte Technik vorschreiben will? Ich halte es für sinnvoll den Weg weiter zu gehen, der bereits sehr lange beschritten wird in punkto Lichtintensität. Meines Erachtens muss das Licht nicht heller sein am Fahrrad als es bisher auch war mit einer konventionellen Amlage mit 3 Watt-Dynamo und 2,4 Watt vorne, 0,6 Watt hinten Birnchen.

    Die Bezeichnung Watt ist freilich irreführend, weil es ja eigentlich Leistung bedeutet ohne genau zu unterscheiden zwischen Licht und Wärmeleistung. Und es ging bei den Birnchen um die Leistungsaufnahme, die man gleichsetzte mit einer bestimmten Leistungsabgabe. Entscheidend ist jedoch die Helligkeit. Die zu berechnen birgt wieder ganz eigenen Probleme aber grundsätzlich gilt ganz sicher die Aussage, dass es heute kein Problem ist, mindestens so leuchtstarke Fahrradlichter zu bauen wie die Birnchen von früher, und die mit weniger Energie auskommen als die Birnchen von früher. Überlassen wir die Berechnung doch den Spezialisten. Aber die Lichter müssen am Fahrrad so verbaut sein, dass sie immer funktionsbereit sind und ohne Wartung auskommen. Ist das zu viel verlangt? Welche Technik ist dabei unerheblich. Es ist ganz wie du es sagst, auf das Ziel kommt es an. Aber eine entscheidende Bedingung ist, dass alles am Fahrrad dran ist und man nicht extra was einpacken muss, das man zu hause nicht vergessen darf.

    Ich bin lustigerweise meist der einzige Radler der sich dabei an die Schrittgeschwindigkeit hält, wenn ich so etwas mal befahre. Mal im Ernst, warum denkst du, dass sich die Leute auf Escootern eher an Regeln halten als auf dem Rad? Die nehmen sich nichts, wenn es um Fußwege oder die legale Wegfindung geht. Ob mir ein Rad oder ein (e)Scooter in die Hacken fährt ist mir Wumpe, nimmt sich doch überhaupt nichts.

    Wie kommst du auf den Gedanken, dass ich davon ausgehe, Elektro-Tretrollerfahrer seien die besseren und zuverlässigeren Verkehrsteilnehmer im Vergleich zu andern Verkehrsteilnehmern?

    Ich habe mehrere Elektro-Tretrollerfahrer in der Fußgängerzone, die für den Radverkehr frei gegeben ist, darauf angesprochen, ob sie wüssten, dass die Fußgängerzone zwar für Fahrräder, aber nicht für Elektro-Tretroller frei gegeben sei. Die wussten es echt nicht. Ob Elektro-Tretrollerfahrer auch dann in für Radler freigegebenen Fußgängerzonen fahren würden, wenn sie es wüssten, dass sie dort mit dem Elektro-Tretroller nicht fahren dürfen, ist nochmal eine andere Frage.

    Es ist ja nun auch bei weitem nicht so, dass Fahrradfahrer*innen grundsätzlich auch dann in Fußgängerzonen fahren, wenn sie dort nicht fahren dürfen.

    Und dass Radfahrer*innen auf Fußwegen, die für Radler fei gegeben sind, zu schnell fahren kommt sicher vor, aber zum Teil auch nur deshalb, weil vielen zu wenig bekannt ist, dass sie auf Fußgänger*innen ganz besonders viel Rücksicht nehmen müssen. Und weil manche Radler sich nicht auf die Fahrbahn trauen. Und: Es ist zwar bereits seit mehr als 20 Jahren für Radfahrer*innen nicht mehr Pflicht, einen Fußweg zu benutzen, wenn der für Radfahrer*innen frei gegeben ist. Aber in vielen Köpfen ist das immer noch nicht angekommen. Und manche unterscheiden gar nicht zwischen [Zeichen 237] und [Zeichen 241-30] und [Zeichen 240] und [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10].

    Elektro-Tretrollerfahrer*innen sind nicht besser oder schlechter als andere Verkehrsteilnehmer. Trotzdem ist es doch wichtig, umfassend und intensiv über die geltenden Regeln zu informieren.

    Heute Abend, man überquert ganz friedlich den Rathausmarkt, auf dem Platz ein Polizist mit gelber Reflektorweste. Da kommt einer auf 'nem Scooter. Polizist bewegt sich leicht seitlich: »Bitte absteigen!«

    »Ja, aber ich muss den hier abstellen!«

    Warum muss er den Roller in der Fußgängerzone abstellen?:/

    Von Warnwesten hat hier keiner gesprochen. Vielmehr spreche ich mich dafür aus, dass beim Verkauf eines neuen Fahrrades eine fest verbaute und solide, quasi unkaputtbare Beleuchtung am Fahrrad angebracht sein muss. Und bei den erheblichen technischen Fortschritten dürfte das doch auch kein Problem sein. Th(oma)s Hinweis auf die Ursprünge der 2,4 Watt (Scheinwerfer), 0,6 Watt (Rücklicht) Vorschrift zeigt doch, dass es an der Zeit ist, neue Regelungen zu treffen, die den aktuellen technischen Möglichkeiten entsprechen.

    Ganz prinzipiell kann man die Sache so anpacken, dass ein Dynamo (oder andere Stromquelle) immer noch dieselbe Leistung erzeugen muss.

    Das würde bedeuten, dass man damit heute ein deutlich hellereres Licht erzeugen könnte.

    Oder dass das Licht muss immer noch mindestens so hell brennen, wie einst der 2,4 Watt-Scheinwerfer, das 0,6 Watt-Rücklicht. Dann ist es ganz sicher möglich, beim Dynamo "abzurüsten". Vielleicht ist auch ein Mittelweg auszuhandeln.

    Und es geht mir hier nicht darum, den Radfahrer*innen nacheinem Unfall Vorwürfe machen zu können, weil sie das Licht nicht eingeschaltet haben oder nicht in Ordnung gehalten haben. Es geht ja darum, eine Fahrradbelichtung zur Pflicht beim Neuverkauf zu machen, die nicht kaputt geht.

    Und die muss sich selbstverständlich automatisch einschalten, wenn es dunkel wird. Hatte das mal bei einem Leihfahrrad erlebt. Seitdem lässt der Gedanke mich nicht wieder los, sowas zur Standard-Ausstattungspflicht zu machen.

    Es ist ja auch Pflicht, dass ein Fahrrad mit zwei unabhängig voneinander funktionierenden Bremsen ausgestattet sein muss. Das finde ich auch okay. Vermutlich würden sich die allermeisten Fahrradkäufer auch gar keinen großen Kopf darum machen, wenn ihr Fahrrad mit einer soliden Beleuchtung ausgestattet ist. Und wem diese Beleuchtung nicht ausreicht, der kann sich ja zusätzlich was anbauen oder sich etwas montieren lassen.

    Für so was muss es natürlich Bestandsschutz bei Oldtimer-Fahrrädern geben. Das ist so weit ich weiß derzeit ja auch möglich. Oder gibt es eine Nachrüstpflicht, oder eine faktische Nachrüstpflicht, weil es im Einzelfall schwer ist, das Alter eines Fahrrades genau nachzuweisen? Das Rücklicht auf dem Foto leuchtet nicht zur Seite und erfüllt unter anderem deshalb nicht die aktuellen Anforderungen.

    Sind diese regelm. NICHT-StVZO-ausgestatteten Räder denn statistisch überhaupt auffällig, was Unfälle im Dunkeln betrifft...!?


    Der ganze Krempel taugt nur zum victim-blaming. Gäbe es diese urzeitlichen Vorschriften nicht und man würde sie heute einführen wollen, würden sich alle über die Schuldverlagerung von den Gefährdern zu den Gefährdeten aufregen. Aber wenn man sich mal dran gewöhnt hat...

    Ganz grundsätzlich halte ich es für richtig, dass es Vorschriften darüber gibt, dass Produkte, die man kauft, bestimmte Mindestvoraussetzungen erfüllen müssen. Zum Beispiel müssen Elektrogeräte mit einem leitenden Gehäuse so gebaut sein, dass das Gehäuse mit der Erdungs-Ader verbunden ist. Und es muss ein Schutzkontakt-Stecker an der Leitung sein, so dass die Verbindung mit der Erdung der Hausinstallation gewährleistet ist.

    Wer Fahrräder verkauft für den sollte gelten, dass er nur solche Fahrräder verkaufen darf, die eine solide und haltbare lichttechnische Ausstattung besitzen. Häufige Fehler sind zu dünne Kabel und zu wackelige Kontakte.

    Die großflächigen Rückstrahler, die inzwischen schon mehrere Jahrzehnte vorgeschrieben sind, sind ja eigentlich nur eine "Ersatzlösung" dafür, dass Rücklichter so wenig haltbar waren damals. Ich kann mich noch dran erinnern, dass ich früher immer ein Ersatz-Rücklichtbirnchen dabei hatte. Aber viele hatten das nicht. Oder das Rücklicht funktionierte ohnehin nicht, weil die dünnen Drähtchen gerissen waren oder die Stromleitung über den Rahmen nicht gewährleistet war, weil die Schutzblechhalterungen korrodiert waren. Die modernen LED-Rücklichter sind deutlich haltbarer. Aber an den dünnen Drähtchen und der mangelhaften Leitung über Schutzzblech und Rahmen hat sich so weit, ich das sehe, vorschriftsmäßig nichts verändert.

    Die Anzahl der Fahrräder mit voll funktionsfähiger Beleuchtungsanlage könnte m. E. deutlich gesteigert werden, wenn verbesserte Vorschriften dafür gelten würden, dass Fahrräder beim Verkauf grundsätzlich mit einer besseren Beleuchtungsanlage als heute vielfach üblich, ausgestattet sein müssen.