Beiträge von Ullie

    In dem von DMHH fünf Beiträge weiter oben verlinkten Artikel heißt es:

    "Am Dienstag gegen 11 Uhr verunglückte eine Radfahrerin auf der Kreisstraße 31 zwischen Helmstadt und der Anschlussstelle Helmstadt. Die 81-Jährige fuhr von einem Feldweg auf die Kreisstraße auf und wurde hier von einem Pkw erfasst, wie die Polizei berichtete. Durch den Aufprall erlitt die Radfahrerin schwerste Verletzungen."

    Wenn sich der Unfall so wie beschrieben zugetragen hat, dann frage ich mich, warum in der Überschrift behauptet wird, die Fahrradfahrerin sei gegen das Auto geprallt. Viel eher ist doch anzunehmen, dass das Auto gegen die Fahrradfahrerin gefahren ist, weil der*die Autofahrer*in zu spät gebremst hat.

    "Tödlicher Unfall in Franken: Radfahrerin prallt gegen Auto und stirbt"

    "Fährt man mit dem googlestreetview-Auto die Strecke ab, dann fällt am Ortsausgang zuerst ein Wegekreuz auf mit der Inschrift: "Mein Jesus Barmherzigkeit / Gütigster Herr Jesus gieb den armen Seelen die ewige Ruhe / 1915." https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Den…6-79-144-46.jpg

    Was außerdem auffällt: Es gibt zahlreiche Feldweg-Zufahrten und es gibt die Zufahrt zum Aldi-Süd-Zentrallager:

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    Auf dem verlinkten streetview-Foto sieht man außerdem am linken Bildrand die Bushaltestelle Helmstadt/Aldi mit Minimalausstattung (Haltestellenmast mit H-Schild und Fahrplan und ein sehr kurzer sehr flacher Haltestellenbord.) Wie kommen aber die Menschen von der Bushaltestelle zum Zentrallager Aldi-Süd? Ein Fußgänger-Überweg als Hilfe zum Queren der Straße ist nicht in Sicht. Ein Weg oder zumindest ein Trampelpfad abseits der Fahrbahn ist nicht zu erkennen. Wenn es trocken ist, können die Fahrgäste vielleicht über die Wiese laufen. Aber wenn es nass ist, werden sie wohl am Fahrbahnrand gehen. Wenn es nass ist, ist allerdings auch oft die Sicht eingeschränkt. Die Bushaltestelle in Gegenrichtung liegt übrigens genau am Beginn der Abbiegespur. Auch da ist keinerlei eigene Zuwegung für Omnibusfahrgäste erkennbar.

    Trotz Bushaltestelle und der Zentrallagerzufahrt gibt es an der Stelle kein Tempolimit, das heißt erlaubt ist Tempo 100, das generelle Tempolimit auf Landstraßen. Ein niedrigeres Tempo im Ermessen der Autofahrer ist zwar unbedingt geboten, aber jede Wette, wer da entschleunigt, wird angehupt von anderen Autofahrern.

    Noch knapp einen Kilometer weiter kommt die Haltestelle Helmstadt-Ziegelei. Dort wurde die Minimalausstattung noch weiter reduziert. Da gibt es dann nicht einmal mehr einen Haltestellenbord:

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    Und immer noch kein einziges Tempolimit. Es folgt ein paar Kilometer weiter ein kurviges Waldstück. Dort wird vor Wildwechsel gewarnt:

    Übrigens ein wichtiger Hinweis darauf, das Tempo zu reduzieren. Ich befürchte allerdings, die Anzahl der Autofahrenden, die das so verstehen, bewegt sich im niedrigen einstelligen Promille-Bereich. Immerhin auf der Internetseite https://www.bussgeld-info.de/wildwechsel/ steht zur Erläuterung zu dem Gefahrenzeichen Wildwechsel geschrieben:

    "Das Gefahrzeichen hat zwar „nur“ eine Warn- bzw. Mahnfunktion, ist aber durchaus mit Pflichten seitens des Kfz-Führers verbunden, z. B. der Verringerung der Geschwindigkeit."

    In dem kurvigen Waldstück stehen dann noch ein paar Richtungstafeln-Kurve:

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    Zusammengefasst: Wer sich auf der Landstraße von Helmstadt zum gleichnamigen Autobahnzubringer außerhalb der Sicherheits-Fahrgastzelle eines PKW's bewegt, der wurde von den Verkehrsplanern nicht berücksichtigt. Und die Bereitschaft der seit Jahrzehnten im Freistaat regierenden Christsozialen, den nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer*innen zur Seite zu stehen, beschränkt sich darauf, das eingangs erwähnte Wegekreuz am Ortsausgang von Helmstadt stehenzulassen.

    Aber! Bitte, bitte jetzt nicht den falschen übereilten Entschluss fassen, auf's Auto umzusteigen: Trotz "Sicherheitsfahrgastzelle" gibt es auch darin Tote, auch auf der Strecke zwischen Helmstadt und dem gleichnamigen Autobahnanschluss. Hier ein Bericht von November 2017:

    "Frontalzusammenstoß mit Lkw – Autofahrerin bei Helmstadt verstorben
    HELMSTADT, LKR. WÜRZBURG. Bei einem Verkehrsunfall ist am Freitagnachmittag eine Autofahrerin verstorben. Die Frau fuhr auf der Kreisstraße von Helmstadt in Richtung Autobahn-Anschlussstelle. Unterwegs verlor sie aus bislang noch ungeklärter Ursache die Kontrolle. Dadurch kam der Wagen in den Gegenverkehr und prallte dort frontal gegen einen Lkw. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Die Ermittlungen hinsichtlich des exakten Unfallhergangs führt die Polizeiinspektion Würzburg-Land. Die Kreisstraße bleibt zwischen Helmstadt und der Autobahn-Anschlussstelle für die Dauer der Unfallaufnahme sowie der erforderlichen Aufräum- und Bergungsarbeiten komplett gesperrt. Der Verkehr wird von den Einsatzkräften umgeleitet." Berichterstattung von 2017 mit Bild:

    Helmstadt: Autofahrerin nach Zusammenstoß mit Lkw verstorben
    HELMSTADT, LKR. WÜRZBURG. Bei einem Verkehrsunfall ist am Freitagnachmittag eine Autofahrerin verstorben. Die Frau geriet dem Sachstand nach mit ihrem Pkw in…
    www.wuerzburgerleben.de

    Bezeichnend: Weder bei dem damaligen Unfall, bei dem eine Autofahrerin getötet wurde, noch bei dem aktuellen Unfall wird an irgendeiner Stelle darauf hingewiesen, dass ein deutlich niedrigeres Tempolimit solche Unfälle vermeiden helfen kann oder zumindest die Unfallfolgen mindern kann.

    Also wenn der nicht schon seit 4 Uhr früh so da lag, wäre ich auf die Ausrede gespannt.

    Katze, Fußgänger, Eichhörnchen?

    Zu schnell rückwärts aus der Garage?


    Ganz sicher ein unvermeidbarer Unfall, an der Geschwindigkeit wird sicher nicht gelegen haben in einer 30 Zone

    5 m weiter und der PKW hätte das Wartehäuschen geplättet. Und die Leute gleich mit, wenn dort zum selben Zeitpunkt gerade welche auf den Bus gewartet hätten.=O

    Hier die streetview-Aufnahme:

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    Den Zaun auf dem streetviewbild hat der PKW niedergewalzt. Auf dem Zeitungsfoto links im Bild.

    Mehrere neue "krumme Dinger" aus Hannover:

    Hannovers Stadtautobahn, die Lavesallee, liefert immer wieder Beweise dafür, dass diese Strecke eine Raserstrecke ist, die viele verwechseln mit einer Autobahn ohne Tempolimit. Tja, als solche wurde die Lavesallee ja auch einmal 1954 und 1955 gebaut. Damals gab es noch kein Tempolimit von 50 km/h innerorts. Es durfte, ja es sollte gerast werden. Seit mehreren Jahrzehnten schon gilt dort Tempo 50. Hat aber noch nicht jeder mitgekriegt. Dafür gibt es sehr viele Autofahrer*innen, die meinen, es müsse dort immer noch gerast werden. Kein Wunder, dass dann so was dabei herauskommt:

    Hier der streetview-Link:

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    Sehr anlehnungsbedürftig erscheinen diese Schilder am Ende der Langen Laube, dort wo die Fahrradstraße für rund 50 m eine für den Autoverkehr gesperrte Fahrradstraße ist. Finden anscheinend nicht alle Autofahrer toll:

    Und direkt nebenan dieses "angezählte" Vorfahrt achten Schild mit Anlehnungsbedürfnis:

    ebenfalls streetview:

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    Und zuletzt diese Bake in 45°-Position in Linden-Nord am Schmuckplatz. Die daneben hat auch schon einen Schlag wegstecken müssen.

    Zum Zeitpunkt der streetview-Aufnahmen fehlten die Bake baustellenbedingt:

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    Folgen der Ausschreitungen in Biberach: Grüne wählen 110
    Zunehmend radikale Proteste bereiten den Grünen Probleme. Die Absage ihres Politischen Aschermittwochs macht sie nun zum Thema im Stuttgarter Landtag.
    taz.de

    Es gibt zahlreiche Branchen, in denen es viele Betriebe gab und gibt, die dem Strukturwandel nicht standhalten konnten und können.

    Schuhe zum Beispiel werden schon lange überwiegend nicht mehr im Familienbetrieb hergstellt.

    Aber manche Bäuer*innen tun so, als ob jeder einzelne bäuerliche Familienbetrieb vor der Schließung bewahrt werden müsse.

    Es wird auch in Zukunft bäuerliche Familienbetriebe geben. Genau so wie es auch heute noch Betriebe gibt, die handwerklich Schuhe herstellen.

    Und wenn diese Schuhe auch teuer sind, wird es Menschen geben, die sie zu schätzen wissen, weil es letztlich preiswerter sein kann, wenige paar sehr teure Schuhe zu besitzen, als massenhaft Schuhe zu besitzen, die zwar industriell gefertigt wurden, aber trotzdem nicht sehr preiswert sind.

    Der Unterschied ist: Die Schuhmachermeister*innen blockieren nicht mit Treckern die Straße oder verhindern Treffen von demokratischen Parteien.

    Die Logik der Waitzstraße habe ich inzwischen aufgegeben zu verstehen. Wenn man irgendwo auf dem Lande, wo ÖPNV allenfalls als Schimpfwort gilt Parkplätze vor der Tür will - ok, kennen die da halt nicht anders. Aber mitten in Hamburg, direkt um die Ecke von einer S-Bahn Station?

    "Ja, das möchste:
    Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
    vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
    mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
    vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
    aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
    Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit: ..."

    Es gibt kein "Leben auf dem Lande" mehr, seit es Autos gibt.

    Das Auto ist quasi das Versprechen, das Tucholski ironisch gemeintes Gedicht von 1927 zum reellen Forderungskatalog hat werden lassen.

    Leben auf dem Lande - ja das möchste!

    Aber auch breit ausgebaute blitzschnelle Landstraßen, wo du mit 100 Sachen und mehr eben mal schnell in die Stadt huschst. Und natürlich Kilometerpauschale, je weiter weg, desto mehr Staats-Kohle zum Betrieb des lebens- und klimafeindlichsten Fortbewegungsmittel ever.

    Und Politiker, die nicht spuren in Form von mehr und schnelleren Autofahrspuren und so das Unmögliche Mögliche machen, die werden abgewählt, oder vor deren Versammlungen wird Mist abgeladen. :(

    Da es hier zuletzt verstärkt um SUV's ging, diese Karikatur:

    Klaus Stuttmann Karikaturen
    www.stuttmann-karikaturen.de

    Ich finde es wirklich bezeichnend, dass es der Fahrzeugindustrie in Deutschland gelingt im Zusammenhang mit extra hohen Parkgebühren für extra große und schwere Fahrzeuge eine Stimmung zu entfachen, in der die Fahrer von SUV's als bedauernswerte Opfer auftreten, die vor völlig ungerechtfertigten Angriffen geschützt werden müssen.

    Währenddessen scheint es in Frankreich kein Problem zu sein, die Einführung von gestaffelten Parkgebühren damit zu begründen, die SUV's aus den Städten rauszuhalten.

    https://www.toonpool.com/user/64/files/bauern-_und_suv-proteste_paris_4382735.jpg

    Aus dem Artikel zur Rellinger Straße:

    Ist schon interessant, dass nicht in den Köpfen ankommt, dass man nicht so wie bisher weitermachen kann.

    Was nicht ankommen soll, das kommt auch nicht an. Vielleicht muss man sich in Acht nehmen, dass bei anderen zu sehr zu verurteilen, weil es einem bisweilen ja selbst nicht anders ergeht. Und bis zu einem gewissen Grad ist das sicher auch ein ganz guter Überlebens-Mechanismus.

    Ein weiteres, weit verbreitetes Phänomen dieser Art:

    Kürzlich sprach ich mit einem Autofahrer, der im Fahrdienst arbeitet und sich angeblich ganz dolle auf den kommenden Montag und Dienstag in Hannover freut, weil dann die Üstra streikt und keine Busse und Bahnen fahren.

    Erfahrungsgemäß ist an solchen Tagen besonders viel und dichter Autoverkehr und es geht besonders zu den Verkehrsspitzenzeiten noch schleppender voran als an anderen Tagen auf den Fahrbahnen.

    Der Autofahrer, mit dem ich sprach, ist jedoch felsenfest davon überzeugt, dass am Montag und Dienstag der Autoverkehr endlich mal ordentlich flutscht. Weil dann ja die Ampelvorrangschaltungen für den ÖPNV nicht aktiv seien, die an anderen Tagen immer dazwischenfunken und den "fließenden Verkehr" blockieren. Das ist die ewig haltbare und ideologisch unumstoßbare Legende vom "Heiligen Verkehrsfluss", der sich angeblich ganz von selbst einstellt, wenn man nur darauf verzichtet, irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen, die den Verkehr beeinflussen.

    Entsprechend werden alle Versuche von Verkehrslenkung pauschal brutal verurteilt und wahlweise als ideologisch motiviert oder von unfähigen Bürokraten und Pedanten nach "künstlichen" aber völlig unpraktikablen erfundene Regeln inszenierte Verkehrsbehinderung bezeichnet.

    Der angebliche "Verkehrsfluss" ist so "heilig", dass es fast unmöglich ist, dagegen anzuargumentieren.

    Genau so verhält es sich bei den Parkplätzen. Das Halten und oft auch Parken in zweiter Reihe, auf Bürgersteigen (halbseitig und ganz) auf Fahrradwegen, in Feuerwehr-Zufahrten usw. wird als so eine Art "flexibles Parkverhalten" betrachtet, das im Prinzip eigentlich ganz gut funktioniere. Wer das in Frage stellt, wird als wahlweise ideologieverbohrt verurteilt oder als ewiger Pedant bezeichnet. "Wenn es nicht immer so ein paar Störenfriede gäbe, die das wilde Zuparken in Frage stellen, dann gäbe es gar keine Stellplatzprobleme.", das ist ein oft behaupteter Unfug, der sich aber wie so viel anderer Unfug hartnäckig hält. Dass es zu große Autos sind, vor allem aber viel zu viele Autos ist so ein Ding, dass bei jemandem, der es nicht hören will, nicht ankommt.

    Wie so oft im Leben: man kann jede Regel so verkomplizieren, dass sie allem und jedem gerecht zu werden scheint. Hat aber Ende aber nichts gewonnen, weil sich doch wieder jeder übervorteilt fühlt, wenn er das komplexe Regelwerk nicht durchdringt.

    Da hast du recht! Es scheint auf den ersten Blick so, dass die Koblenzer Regel, genau nach Quadratmeter Fahrzeug-Grundfläche gerechnete Anwohnerpark-Gebühren eine einfache, nachvollziehbare und einigermaßen gerechte Sache ist. Und ob dann letztlich zum Beispiel solche Fahrzeug-Anbauten mitgerechnet werden wie auf den Fotos oder nicht, ist vermutlich weniger entscheidend. Wichtiger ist, dass es gelingt eine gerichtsfeste Regelung überhaupt erst mal irgendwo einzuführen! Der nächste wichtige Punkt, wichtiger als irgendwelches Klein-Klein-Gerechne dürfte sein, dass die Autofahrerschaft den Spieß jetzt nicht in dem Sinne umdreht, dass ihr zusätzliche Parkflächen im öffentlichen Raum zugestanden werden. Stattdessen muss jetzt der Parkflächen-Rückbau stattfinden! Und wenn Ersatz, dann auf Privatgelände gegen privatwirtschaftlich kalkulierte Preise. Müsste doch sogar der FDP zusagen.

    Aber: "One step after the other..."! Und erst mal abwarten, ob gegen die Koblenzer Regel auch geklagt wird und ob die Kläger dann - anders als in Freiburg - abblitzen. In Freiburg begründete das Gericht sein ablehnendes Urteil nicht damit, dass eine deutliche Gebührenerhöhung stattfinden sollte. Vielmehr kritisierte das Gericht die Art der Staffelung: "Die Bundesrichter stuften auch verschiedene in dem Regelwerk enthaltene Ermäßigungen aus sozialen Gründen sowie Gebührensprünge für unterschiedlich lange Fahrzeuge als unzulässig ein. "Im Extremfall kann ein Längenunterschied von 50 Zentimetern zu einer Verdoppelung der Gebühren führen", sagte die Vorsitzende Richterin Ulrike Bick. Das sei ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz."

    swr vom 14.6.23 https://www.swr.de/swraktuell/bad…eiburg-100.html

    An dieser Hürde dürfte die Koblenzer Regelung vermutlich nicht mehr scheitern.

    https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/mob…h-11192635.html

    Und da hätten wir die nächste Stadt mit einem ähnlichen Ansatz – der ist sogar noch etwas hübscher, weil direkt (!) proportional zur Standfläche. Dadurch werden sehr große Autos zwar teurer, viel mehr aber noch sehr kleine Autos billiger.

    Gleiche Grundfläche, aber ...

    Höhe sollte auch Kriterium sein!

    Das Koblenzer Beispiel lässt ja hoffen! Interessant ist dieses Foto aus der Zeitung Le Monde in einem Artikel zur Abstimmung in Paris. Der Artikel mit dem Foto wurde eine Woche vor der Abstimmung veröffentlicht:

    Votation à Paris : pourquoi le SUV est dans le viseur
    Les édiles parisiens reprochent à ces véhicules de polluer, mais aussi de s’arroger une part excessive de l’espace public et d’accroître la gravité des…
    www.lemonde.fr

    Der abgelichtete Audi Q3 würde nämlich entsprechend der neuen Pariser Gebührenregelung je nachdem, um welche Modellversion es sich handelt, entweder unter der "Schallmauer" liegen oder darüber. Denn den Q3 gibt es in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlichem Leergewicht von 1460–1730 kg. Da ist die Koblenzer Gebührenstaffel für Anwohnerparken möglicherweise gerechter geregelt?

    Was mir an der Koblenzer Regelung nicht gefällt:
    Höhe spielt offensichtlich keine Rolle bei der Bepreisung. Siehe Foto oben!

    Ticken die Franzosen anders?

    "La Ville de Paris organisait le 4 février une votation sur la place des SUV les plus lourds encombrants et polluants dans la capitale, et notamment sur un tarif spécial de stationnement pour ces véhicules. Toutes les infos sur cette votation."

    Die Stadt Paris organisierte am 4. Februar eine Abstimmung über den Platz für SUVs, die schwersten, sperrigsten und die am meisten umweltschädlichen Fahrzeuge in der Hauptstadt, insbesondere über einen speziellen Parktarif für diese Fahrzeuge. Alle Infos zu dieser Abstimmung. (Übersetzt von deepl und mir.)

    Sur les 1 374 532 personnes inscrites sur les listes électorales parisiennes, 78 121 électeurs ont pris part au scrutin.
    Bulletin « Pour » : 42 415 votants soit 54,55 % des suffrages exprimés
    Bulletin « Contre » : 35 340 votants soit 45,45 % des suffrages exprimés
    Nombre de bulletins blancs et nuls : 366

    Von den 1.374.532 Personen, die in den Pariser Wählerverzeichnissen eingetragen waren, nahmen 78.121 Wähler an der Wahl teil.
    Stimmzettel "Für": 42 415 Wähler, d. h. 54,55 % der abgegebenen Stimmen.
    Stimmzettel "Dagegen": 35 340 Wähler bzw. 45,45 % der abgegebenen Stimmen.
    Anzahl der leeren und ungültigen Stimmzettel: 366

    Quelle: offizielle Internetseite der Stadt Paris

    Les résultats de la votation sur la tarification des SUV
    La Ville de Paris organisait le 4 février une votation sur la place des SUV les plus lourds encombrants et polluants dans la capitale, et notamment sur un…
    www.paris.fr

    Wäre eine solche Abstimmung in einer deutschen Großstadt vorstellbar, insbesondere hinsichtlich der Fragestellung. Und welchen Verlauf und Ausgang würde eine solche Abstimmung nehmen?

    Noch krasser diese Aussage aus einem AutoBild-Video:

    "Angst ist kein guter Beifahrer. Wenn man im Kabinenroller Microlino mit sechzig Sachen zwischen Lkw, Bussen und SUV herumkurvt, dann hockt die Angst neben einem auf dieser unbequemen Sitzbank, und nichts ist da, das einen beruhigen kann. Kein Airbag, keine Knautschzone, keine guten Bremsen. Und dann halten da an der Ampel neben einem zwei junge Frauen in einem Golf oder Fiesta und blicken zu einem hinüber. Aber es ist nicht die Art von Blick, die man erhoffte. Sondern eher ein Mitleids-Blick. Ist das E-Leichtfahrzeug Microlino eine gute Idee? So Isetta-mäßig? Leider ganz klar: nein."

    Überschrift: So wenig überzeugt dieses Elektro-Leichtfahrzeug

    Microlino (2023): erste Fahrt - Leichtfahrzeug - Bremsen - Innenraum - AUTO BILD
    Ist das E-Leichtfahrzeug Microlino eine gute Idee? So Isetta-mäßig? Leider ganz klar: nein. AUTO BILD macht die erste Fahrt. Zum Video!
    www.autobild.de

    Es ist vermutlich nicht übertrieben anzunehmen, dass für die Autobild-Redaktion und die Leserschaft nur solche Fahrzeuge und die mit noch höheren PS-Zahlen, mehr Gewicht und größeren Abmessungen überzeugen:

    Hyundai Tucson 4,5 m lang, 1500 bis 1900 kg schwer, ca. 140 bis 270 PS (Das würde bedeuten in der leichteren Ausführung wäre das Fahrzeug noch unterhalb der Gewichtsgrenze, ab der in Paris jetzt extra hohe Parkgebühren fällig werden.) Wie absurd ist der Protest gegen eine solche Höherbepreisung, der jetzt in Deutschland erschallt? Muss ein 4,5 m langes Auto mit mehr als rund 150 PS und 1600 kg Gewicht vor höheren Parkgebühren geschützt werden?

    So schreibt der ADAC: "ADAC: Parkgebühren müssen fair sein
    Auch in den deutschen Innenstädten steigt der Parkdruck. Dennoch müssen nach Ansicht von ADAC Fachleuten Parkgebühren fair und in der Differenzierung sachlich begründbar sein. Das ist in dem Pariser Modell nicht der Fall. (...) Der ADAC hält die Pläne der Pariser Stadtverwaltung für keine geeignete Lösung, um das Parkproblem in den Städten zu beheben."

    Paris verdreifacht die Parkgebühren für SUVs
    Ihr fahrt nach Paris? Dann solltet ihr wissen, dass für einige Besucher das Parken ab Herbst richtig teuer wird.
    www.adac.de

    Bezeichnend auch, dass in dem AutoBild-Video über den Microlino der Begriff "Auto" für das Elektroauto nicht nur konsequent vermieden wird, sondern dass mehrfach ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass es sich bei dem Microlino angeblich nicht um ein Auto handele.

    Das war aber wahrscheinlich keine vorsätzliche Attacke, sondern eher Abgelenkt und /oder Selbstüberschätzung der eigenen Fahrkünste sein oder so.

    Wenn du aber als Radfahrer auf der Fahrbahn fährst, gibt es Autofahrer die dir zeigen, dass sie der Meinung sind du hättest nichts auf der Fahrbahn zu suchen.

    "Insgesamt fühlt man sich hier auch neben SUV's nicht so wahnsinnig sicher, ganz ehrlich." Das ist ein weiterer Satz aus dem Interview, der meine These bestätigt, dass die massenhafte Automobilität eine Sackgasse darstellt, in die am besten nie jemand hätte reinfahren dürfen.

    Die Einschätzung von Wahl-HHler: "Wenn du aber als Radfahrer auf der Fahrbahn fährst, gibt es Autofahrer, die dir zeigen, dass sie der Meinung sind, du hättest nichts auf der Fahrbahn zu suchen.", ist sofort übertragbar auf kleine Autos wie den Microlino. Vermutlich gibt es zwei Faktoren, die das abmildern: Es sind deutlich weniger solche kleinen Autos unterwegs und die unterwegs sind, werden zunächst erstmal als putzig empfunden oder eher neugierig bestaunt als abgrundtief gehasst, wie es vielen Fahrradfahrenden ergeht.

    Das war aber wahrscheinlich keine vorsätzliche Attacke, sondern eher Abgelenkt und /oder Selbstüberschätzung der eigenen Fahrkünste sein oder so.

    Wenn du aber als Radfahrer auf der Fahrbahn fährst, gibt es Autofahrer die dir zeigen, dass sie der Meinung sind du hättest nichts auf der Fahrbahn zu suchen.

    Zu dieser Einschätzung diese Einordnung des ADAC:

    "Zweit- oder Drittwagen für die Stadt
    Das Konzept der minimalistischen Mobilität für große Metropolen kennt man so ähnlich vom Opel Rocks-e und e.Go Life. Doch die Schweizer haben die Aufgabe mit ihrem Auto (dem Microlino) schlauer gelöst. Denn während die Rüsselsheimer mit ihrer Beschränkung auf 45 km/h beim Fahrer eher für Frust sorgen als für Freude und der knuffige Kunststoffwürfel in der Stadt mehr Hindernis ist als Hingucker, schwimmt der Microlino mit seinen bis zu 90 km/h auch im Verkehr auf der Landstraße mit. Insofern mag der Microlino für den einen oder die andere (mit gut gefülltem Bankkonto) als Zweit- oder Drittwagen in Frage kommen."

    Man könnte auch sagen: Vom ADAC zum Weghupen freigegeben. Nur dass der Opel Rocks nach Meinung des ADAC schon in der Stadt weggehupt werden sollte. Für viele Autofahrer dürfte allerdings auch der Microlino mit 90 km/h Höchstgeschwindigkeit auf der Landstraße als Verkehrshindernis angesehen werden. Schließlich gilt dort grundsätzlich Tempo 100 max. wobei viele dann noch einen kleinen Aufschlag draufrechnen.

    Entsprechend auch das vernichtende Urteil von Auto-Zeitung:

    "Die Autobahn ist nicht das Revier des Microlino." Für die allgegenwärtigen Revierkämpfe auf den Straßen, insbesondere auf der Autobahn hat der Microlino gefälligst zu Hause zu bleiben.

    Neuer Microlino (2023): Erste Testfahrt | autozeitung.de
    Der neue Microlino (2023) erinnert an die BMW Isetta, fährt jedoch elektrisch. Die erste Testfahrt gibt Aufschluss über die Stärken und Schwächen!
    www.autozeitung.de

    Mein Fazit: Es ist nicht zielführend solche Fahrzeuge wie den Microlino, den Renault Twizzy oder den Opel Rocks als Teil einer ernstgemeinten Verkehrswende anzupreisen. Die oben zitierte Aussage des ADAC sagt dazu alles: "Insofern mag der Microlino für den einen oder die andere (mit gut gefülltem Bankkonto) als Zweit- oder Drittwagen in Frage kommen." Solche Fahrzeuge bewirken keine Verkehrswende. Vermutlich nicht einmal dann, wenn sie jedem Bürger kostenlos als Mobilitäts-Alternative vor die Haustür gestellt würden.

    "Die Kommunen brauchen mehr politischen Einfluss auf Bundes- und Länderebene sowie deutlich mehr Handlungsspielräume: Sie sind der Ort des Wandels und des Diskurses, dort wird die Verkehrswende sichtbar, mit dem öffentlichen Raum als Schauplatz."

    Zitat aus dem bereits weiter oben bereits von Peter Viehrig verlinkten

    Verkehrswende 2.0: Brauchen wir einen Neustart?

    Es ist ja nun nicht so, dass die Verkehrswende-Gegner das nicht erkannt hätten. "Der öffentliche Raum als Schauplatz" wird systematisch zugeparkt, sämtliche öffentliche Flächen oder scheinbar öffentliche Flächen reklamieren Autofahrer für sich und bezeichnen es wahlweise als Gewohnheitsrecht oder sie sehen sich als praktisch denkende Menschen, und bezeichnen Kritiker als Prinzipienreiter.

    Beispiel: Die aktuelle Diskussion um extra hohe Parkgebühren für extra große und schwere Autos. Wenn ich das im Bekanntenkreis anspreche und auf immer größer werdende Wohnmobile am Straßenrand hinweise, dann kommt nicht selten als Reaktion: Jetzt seh' das mal nicht so eng, irgendwo müssen die doch ihr Auto parken. Und das ist dann ganz und gar nicht ironisch gemeint. Nein, insbesondere solche Menschen, die selbst ein Auto besitzen, sehen es als eine Art Grundrecht an, dass ihnen dafür ein kostenloser Stellplatz zur Verfügung gestellt werden müsse, ganz egal wie groß das Fahrzeug ist. Und sogar Menschen, die selbst gar kein Auto benutzen, haben nicht selten Mitleid mit den angeblichen Nöten der Autofahrenden, selbst dann, wenn es darum geht, das Wohnmobil im eigenen Wohnumfeld zu parken, möglichst direkt vor der Haustür.

    Und die Reaktion der Verkehrsbehörden sind gelinde gesagt lau. Siehe Beispiel oben. 2023 als diese streetview-Aufnahme entstand, hing da noch nicht das erläuternde Zusatzschild:

    Warum wird da überhaupt so eine Art Waldparkplatz angeboten? Die Kommune hätte heute schon die Möglichkeit, die Fläche zu begrünen.

    Stattdessen der Hinweis, "dauerhaftes Parken ... verboten". Vermutlich wird nicht dokumentiert, ob dort dauerhaft geparkt wird. Vermutlich ist es sogar gesetzlich verboten, das zu dokumentieren und vermutlich hätte dieses Zusatz-Schild keine große Chance, dort hängenzubleiben, wenn dagegen von Autlern* geklagt würde. Und vermutlich ist das den meisten Autlern so was von klar, dass sie mit keinerlei Ärger zu rechnen haben, solange sie nicht das angebaute Vorzeltdach ausrollen, dass man das Schild bestenfalls als Kosmetik bezeichnen muss.

    Mein Eindruck: Hätten die Kommunen mehr Handlungsspielräume, dann würde der vielerorts noch stärker als ohnehin schon dazu genutzt werden, die Autler zu pampern.

    Hier der Streetview-Link zum Parkplatz, auf dem "dauerhaftes Parken" verboten ist. Zum Zeitpunkt der streetview-Aufnahmen hing das Schild noch Zusatzschild zum Zusatzschild noch nicht an der Stelle:

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    *Autler = Person, die ein Auto lenkt.

    Noch so ein Beispiel:

    An dieser engen Kreuzung ist ein absolutes Halteverbot ausgeschildert. Zudem gilt die Bestimmung, dass 5 m bis zur Kreuzung nicht geparkt werden darf. Hintergrund ist unter anderem die Befahrbarkeit für Müllfahrzeuge und Feuerwehrfahrzeuge.

    Hier die streetview-Aufnahme von November 2022, die noch etwas anderes deutlich macht:

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    Halteverbotszonen werden gerne von Handwerkern und Lieferanten zum ordnungswidrigen Parken benutzt, weil tagsüber manche nächtliche Falschparker einen anderen Stellplatz aufsuchen. Sie wissen: Tagsüber könnte es sein, dass kontrolliert wird, weil der Verkehrsaußendienst zuständig ist. Nachts ist in Hannover die Polizei für Falschparkerkontrollen zuständig, die sieht das aber höchstens ganz am Rande als ihre Aufgabe. Die Handwerkerschaft dagegen hofft tagsüber wohl auf Milde (oft liegt auch ein Zettel mit einer Telefonnummer hinter der Windschutzscheibe), oder preist die lächerlich niedrig bepreisten Strafzettel mit ein.

    Die Kommune hätte das Recht hier stärker zu kontrollieren, sie hätte auch das Recht, abends und nachts zu kontrollieren, vermutlich hat sie auch das Recht ggf. abschleppen zu lassen. Aber es passiert nichts in diese Richtung. Und dass dort "abgezettelt" wird, habe ich auch noch nicht beobachten können. Warum also den Kommunen noch mehr Handlungsspielraum ermöglichen?

    Doch.

    Er bringt dich

    (...)

    • ohne Attacken seitens Autofahrer

    (...)

    ans Ziel.

    Bist du in einem Opel Rocks vor Autofahrer-Attacken wirklich sicher?

    Lies, was diesem Polofahrer widerfahren ist: BMW X5 rammt VW Polo im Gegenverkehr

    BMW X5 rammt VW Polo im Gegenverkehr: Autofahrer tot - Polizei findet wichtiges Detail - Nachrichten - buchbraeuer.de
    Bei einem schrecklichen Unfall auf der Bundesstraße B214 ist ein VW-Polo-Fahrer ums Leben gekommen. Ein BMW X5 war frontal in den VW gekracht. Thuine – Auf der…
    buchbraeuer.de

    "Der 79-jährige Fahrer wurde in seinem VW Polo eingeklemmt und musste mit schwerem Gerät von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit werden.

    Er war ordnungsgemäß angeschnallt, für ihn kam jedoch jede Hilfe zu spät. Der Mann aus Lingen erlag noch am Unfallort auf der Bundesstraße B214 in Thuine bei Lingen seinen schweren Verletzungen. Leichte Verletzungen trug der 19-jährige BMW-SUV-Fahrer davon."

    Der BMWX5 wiegt etwas über zwei Tonnen, der Polo ca. eine Tonne (je nach Modell und Ausführung) und der Opel Rocks weniger als eine halbe Tonne.

    Ich will hier keine Fahrradfahrende verunsichern, schließlich ist es immer noch so, dass die meisten tödlich im Straßenverkehr Verunglückten im Auto saßen, viele davon in richtig großen Autos. Aber psychologisch fühlt man sich natürlich etwas verunsichert, wenn man solche Unfallmeldungen liest und "nur" in einem Opel Rocks unterwegs ist.

    Die Verkehrswende-Agitation ist im Fall Natenom in der Zwickmühle.

    Nicht nur im Fall Natenom ist die Verkehrswende-Aufklärungskampagne in der Zwickmühle.

    Fordere ich Fahrradwege, dann kann ich vielleicht darauf hoffen, dass die kommen, weil Autofahrer die befürworten, damit sie freie Fahrt haben. Fordere ich keine Fahrradwege sondern stattdessen ein Absenken von Tempolimits, dann kann ich sicher sein, dass nichts passieren wird. Selbst dann wenn welche angeordnet werden verpuffen diese Maßnahmen, weil sie nicht effektiv kontrolliert werden.

    Aber das ist leider zum Beispiel im ÖPNV nicht anders. Beispiel Hamburg: Es ist nicht gelungen, die Straßenbahn in erneuerter Form als Stadtbahn wieder zu beleben. Stattdessen wird der U-Bahnbau vorangetrieben. Es dauert zwar Ewigkeiten und verschlingt viele Millionen Euro, bis wenige Kilometer neue Strecke dazu kommen, aber der Autoverkehr muss nichts von seinen Verkehrsflächen abgeben.

    Und auch für den Fußverkehr wird gerne in Sonntagsreden Besserung gelobt. Im Alltag aber parken immer breitere und immer mehr Autos immer mehr Fußgängerwege zu und blockieren die Absenkungen an Kreuzungen.

    UND

    • nicht als Öko-Spinner-Radfahrer

    Dafür wirst du dann aber von vielen Zeitgenossen als "Öko-Spinner-Autofahrer" betrachtet.

    Kaufst du dir aber so ein EQS-Dickschiff mit Stern, 5 m lang, 50 Zentner schwer und mit 500 PS E-Motoren ausgestattet, dann gibt's auch wieder Leute, denen das nicht recht ist. Nicht zuletzt diejenigen, die dir dann vorwerfen, dass dein Fahrzeug doch sehr viel schwerer sei als die vergleichbare Dieselvariante. (Und tatsächlich gilt in Paris als Extragroßes Auto eines, dass mehr als 1,6 t auf die Waage bringt, wenn es eine Dieselmotor hat, aber wenn es eine E-Motor hat, dann ist die Grenze bei 2 t). Jede Wette, sollte es in Deutschland jemals so weit kommen, dass eine mit der in Paris vergleichbaren Initiative Erfolg hat, dann kommt die FDP und fordert eine zusätzliche Ausnahmegenehmigung für 2 t schwere Verbrenner, wenn diese mit E-Fuels betankt werden.

    Sowohl Fahrradfahrende als auch Opel Rocks Fahrende oder Microlino Fahrende werden übrigens von vielen deshalb bestenfalls mitleidig betrachtet, weil du dann als jemand zählst, der nicht kapiert hat, dass solche Fahrzeuge einfach nicht sicher genug sind angesichts der vielen tonnenschweren

    X5, EQS, XC90, Panamera, Q7, Touareg, Discovery, .. Also all die andere Autos auf dem Bio-Supermarkt-Parkplatz.

    Und dass solche Fahrzeuge bisweilen vor dem Bio-Supermarkt stehen, hat ganz viel damit zu tun, dass es der Autoindustrie gelungen ist, an das Sicherheitsbewusstsein der Käufer zu appellieren. Und ich befürchte, es ist ein weiterer Beleg dafür, dass der massenhafte MIV an sich das Problem ist, weil zwangsläufig diese Dickschiffe (von allen verschmäht, und trotzdem von allen gekauft) dabei herauskommen.

    "Wir wollen höher sitzen, um besser sehen zu können, wir wollen mehr Sicherheit, wir wollen mehr Komfort und bessere Fahrleistungen. Ein Auto mit einer Leistung unter 100 PS ist heute so selten, wie es eines mit mehr als 100 PS in den 1970er-Jahren war."

    GRÖSSENWAHN - Warum die Autos immer größer werden

    aus der Standard vom 12.8.2019:

    Warum die Autos immer größer werden
    Es klingt seit Jahren wie ein Vorwurf an die Autoindustrie: Die Autos werden immer größer. Der wohl entscheidende Grund dafür: Kunden wollen genau das
    www.derstandard.de

    Die Oma steigt in das Teil wahrscheinlich nicht ein, aber wär eine Alternative.

    Ein T6 ist kein Bulli, und meist übersichtlicher und nicht größer als ein X5, EQS, XC90, , Panamera, Q7, Touareg, Discovery, .. Also all die andere Autos auf dem Bio-Supermarkt-Parkplatz.

    Na, vielleicht steigt die Oma ja hier ein:

    Mini-E-Auto statt SUVs: Aus eins mach drei
    Eine Schweizer Firma will den Trend zu immer größeren Autos umkehren. Drei ihrer Mini-E-Autos vom Typ „Microlino“ passen auf einen Stellplatz.
    taz.de

    Quelle:

    Mini-E-Auto statt SUVs:
    Aus eins mach drei
    Eine Schweizer Firma will den Trend zu immer größeren Autos umkehren. Drei ihrer Mini-E-Autos vom Typ „Microlino“ passen auf einen Stellplatz.

    Immerhin so ein Microlino im Isetta-Retro-Look kennt die Oma vielleicht ganz gut aus der Zeit, als sie mit dem Opa ihre Enkel zeugte und das Fahrzeug wirkt wie eine Verjüngungs-Kur.

    Wo die Oma (und nicht nur die Oma, sondern auch der Opa und die Kinder und Enkel!) aber bestens aufgehoben wären, ist ein gut ausgebauter ÖPNV mit hervorragend barrierefreien Zugängen und Haltestellen in fußläufiger Nähe. Leider geht der barrierefreie Ausbau von Haltestellen so schleppend voran, dass viele von uns das nicht mehr erleben werden, dass alle Haltestellen barrierefrei ausgebaut sind, wenn dort nicht endlich ein Beschleunigungsprogramm aufgelegt wird. Aber Autobahnausbau und Landstraßenausbau ist halt vielen wichtiger als barrierefreie Bushaltestellen.

    X5, EQS oder XC90 sind diese SUV-Dickschiffe mit Fahrzeuglängen von 5,00 m und mehr, sowie 500 PS und 2000 kg Leergewicht aufwärts. Und bloß weil solche Fahrzeuge bisweilen vor Bio-Märkten stehen und auch unter den Grünen Wählern es Menschen gibt, die diese Autos fahren, bedeutet das lange noch nicht, dass solche Fahrzeuge förderlich für eine Verkehrswende sind. Immerhin kannst du bei Grünen-Wähler*innen, die solche Fahrzeuge fahren, bisweilen noch so was wie Schamgefühl entdecken, wenn du sie darauf ansprichst. Sprichst du FDP-Wähler*innen darauf an, dann erzählen sie dir was von Freiheit.

    Und schließlich gibt es auch unter den Ärzten solche, die rauchen. Trotzdem würden selbst die vom Nikotin-Konsum eher abraten. Will heißen: Verkehrsplaner und Entscheider, die eine echte Verkehrswende herbeiführen, müssen für mich nicht authentisch sein in dem Sinne, dass sie "Bio-Biker" sind.