Beiträge von Hane

    hast du da nicht noch was vergessen? :/

    ...

    Asmuth fordert in seinem Kommentar in der taz: "Und dennoch lautet das Gebot der Stunde, dass alles, aber auch wirklich alles dafür getan werden muss, um mit Putin ins Gespräch zu kommen. Offene Verhandlungen ohne Vorbedingungen. Das muss die schärfste Reaktion des Westens sein. Warum? Weil sonst der Atomkrieg droht."

    Zuerst dachte ich, das wäre schon wieder der pazifistische Vorschlag, es mit Verhandlungen zu versuchen, was zuverlässig zum Ziel führen würde. Das weiss doch jeder. Wenn das Ziel jetzt noch nicht erreicht ist, muss es an mangelnden Bemühungen im Westen liegen. Es kann ja nicht sein, was nicht sein darf, dass Verhandlungen doch nicht immer erfolgversprechend oder überhaupt möglich sind. Da man aber selbst nicht weiss, wie es gehen soll, bleib man beim, wer mit wem womit worüber verhandeln soll, total schwammig.

    Aber da ist es mir aufgefallen. Immerhin wurde das Womit konkretisiert: "alles, aber auch wirklich alles" Irgendwie lag mir das quer im Bauch. Aber immerhin!

    Dann traf es mich! Es ist doch unlogisch, die bedingungslose Kapitulation und Aufgabe sämtlicher Rechte und noch etwas mehr (alles, aber auch wirklich alles) anzubieten, damit man mit den Kapitulationsverhandlungen beginnen darf. Da hätte mich Ullie doch fast mit einer Satireseite reingelegt.*


    Die Drohung mit Kernwaffen (die nicht wirklich neu ist) erhöht den Einsatz, ändert aber Nichts an den Regeln des Erpresserspiels. Es geht darum, ob man dem Opfer hinreichend Angst machen kann, damit dieser der Erpressung nachgibt.


    Genau darum geht es, um Putin schärfster Waffe. Das sind nicht die Nuklearwaffen, sondern die Angst. Putin kann gegen einen einigen Westen nicht bestehen. Das weiss er auch, hält Demokratien aber für schwach. Wenn ich mir die Ullies und Asmuths so anschaue, hat er auch recht. Er wird an der Angstschraube drehen, bis die Ullies und Asmuths überhand nehmen. Dann hat er gewonnen. Dazu wird er vermutlich einige Nuklearwaffen einsetzen, denn dann kann er gewinne. Den großen Show Down jedoch nicht. Auch das weiss er.


    * kann Spuren von Sarkasmus enthalten

    Auf cobocards.com wird Anthropokratie so erläutert:

    "Herrschaft des Menschen über sein Tun und Denken.

    (...)

    Autonomie des Menschen als Person (Kant)"

    Ah, wieder was gelernt. Ich hab nicht erwartet, dass es das Wort schon gibt. Ich habe wohl zu sehr in politischen Kategorien gedacht und zu wenig in philosophischen. Ich änderen meine Wortschöpfung in Athropotitakratie.

    Hat die Ukraine einen "Verhandlungsspielraum"? Oder ist die Ukraine in jedem Fall "gezwungen" auf der Krim und in den sogenannten Separatistengebieten im Donbas unter Aufbietung aller militärischen Mittel die ukrainische Staatshoheit durchzusetzen?

    Putin:

    Krim - check

    Donbas - check

    Ukraine - not yet

    ...


    Um mit George Santayana zu sprechen: Wer sich nicht seiner Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen.

    2014 ist doch gar nicht sooo lange her.


    Selbstverständlich kann man einen Waffenstillstand anstreben, um Putin die Möglichkeit zu geben, wieder aufzurüsten. Der Krieg wird dadurch nicht beendet, sondern nur die Kämpfandlungen möglicherweise unterbrochen. Und selbst ein Friedensvertrag hätte eine überschaubare Haltbarkeit.


    Auch sehe ich die Bereitschaft auf russischer Seite nicht. Putin setzt auf Eskalation statt Verhandlungen, obwohl ihm ein Waffenstillstand nutzen würde. Er will es durchziehen und ignoriert dabei seine Generäle, und verbietet sinnvolle Rückzüge. Er wird zum 2. GröFaZ.


    Wir können ja spekulieren, was passiert, wenn die Waffenlieferungen beendet werden. Putin wird dann gewinnen, Verluste scheren ihn nicht. Der ukrainische Staat und die unkranische Kultur werden aufhören zu existieren.


    Wenn der Westen die Ukraine mitder Drohung des Ende der Waffenlieferungen zu einem Waffenstillstand nötigen, gewinnen wir Zeit, uns zu überlegen, ob wir das nächste Mal überhaupt mit den Lieferungen anfangen.


    Wenn wir weitermachen besteht wenigstens die Möglichkeit, dass in Russland eine Entwicklung einsetzt, die einen echten Frieden ermöglicht.


    Was bin ich froh, dass nicht Ullrich Delano Roosevelt Präsident war.

    Besonders die sehr deutlichen und oft wiederholten Appelle Selenskyjs, die Ukraine mit Waffen zu unterstützen, ist doch ein Hinweis darauf, dass Selenskyjs Entscheidungs-Freiheit Grenzen gesetzt sind.

    Das verstehe ich nicht. Was hat die Bitte um Unterstützung durch Waffen mit der ukrainischen Verfassung zu tun? Die setzt nämlich der ukrainischen Politik Grenzen. Eine mangelhafte Bewaffnung setzt nur den Erfolgsaussichten Grenzen, nicht der Entscheidungsfreiheit.

    Diese Phrase, "da haben wir nichts mitzureden und mitzuentscheiden" ist eine Aussage, die Gift ist für eine lebendige Demokratie, die lebt nämlich davon, dass alle mitreden dürfen und keiner ausgeschlossen werden darf.

    Das Teil heisst Demokratie, nicht Anthropokratie. Wir gehören einfach nicht zum ukrainischen Demos und haben nicht mitzureden!


    Die Beachtung von Recht und Gesetz, auch wenn es uns nicht gefällt, unterscheidet uns, naja den meisten von uns, eben von einem Wladimir P. aus M..

    Wenn wir Anfangen auf Menschen-, Bürger-, Völker- oder Freiheitsrechte (tbc) zu pfeifen, ist die Demokratie in Gefahr.

    Der Verzicht auf Radwegebau oder Fußwegebau entlang einer Landstraße ist jedoch nicht dasselbe wie die Schaffung eines Shared-Space-Raumes.

    Dass Fahrradfahrerinnen oder Fahrradfahrer davor zurückschrecken, auf einer Landstraße ohne wirksame Geschwindigkeitsbegrenzungen das Fahrrad zu benutzen, kann nicht einfach mit irrationaler Angst begründet werden. Und der Versuch, das Risiko beim Fahrradfahren klein zu reden, reicht nicht aus, um das Fahrradfahren attraktiv zu machen. Tatsächlich ist es sehr viel gefährlicher, Auto zu fahren als Fahrrad zu fahren. Meine Erfahrung ist: Das ist nur ganz wenigen Menschen vermittelbar.

    Auch auf die Gefahr hin, weiter abzudriften, werde ich darauf eingehen, weil einige Interessante Ansätze enthalten sind. Und fürs Protokoll: man muss das Risiko beim Fahrradfahren nicht kleinreden, sondern es ist klein.


    Mit Shared-Space bekommt man mich grundsätzlich, wenn die Rahmenbedingen passen. Bei anderen Rahmenbedingen halte ich eine Trennung in Fahrbahn und Bürgersteig ebenfalls für sinnvoll, weil beides unterschiedliche Funktionen oder auch Funktionsweisen haben. Der Unterschied ist die Kommunikation.


    Wenn ich auf dem Bürgersteig unterwegs bin und meinen Nachbar treffe, bleiben wir stehen, um ein paar Worte zu wechseln. Und zwar genau dort, wo wir uns getroffen haben. Ob wir dabei anderen im Weg sind, ist erst einmal nebensächlich. Fall jemand kommt, treten wir zur Zeit, der andere verzögert gegebenenfalls kurz, ein Gruß, ein Lächeln, keiner hat Stress. Miteinander, Kommunikation halt. Verbal, nonverbal.


    Man kann Verkehr aber auch effektiver organisieren, indem man die Aufenthaltsfunktions eleminiert. Das geschieht auf Fahrbahnen. Aber auch dort kommt es zu Konflikten, wenn man deutlich unterschiedlich schnell unterwegs ist. Die StVO regelt, wie der Konflikt aufgelöst wird, weil eine Kommunikation nur schwer möglich ist: Die einen warten, bis sie überholen können, die anderen ermöglichen das Überholen, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Bei Radfahrern kommt erschwerend die Diskriminierung hinzu. Einige erwarten, dass der Konflikt nicht miteinander sondern einseitg vom Radfahrer gelöst wird. Die Radfahrer haben dann den Stress, den Konflikt einseitig auflössen zu wollen (zu glauben, es zu müssen) und es jedoch nicht zu können. Kommunikation als Entspannungsmöglichkeit funktioniert auch nicht, weil Autos Kommunikationskiller sind.


    Diesen Stress wollen sich die meisten Radfarher ersparen. Er beruht aber nicht unerheblich auf einem Minderwertigsgefühl. Das wiederum würden oder können die meisten sich nicht eingestehen. Die Gefahr als Argument ist die vom Unterbewusstsein gewählte gesichtswahrende Alternative. Das stellt ein kognitive Dissonanz dar. Es wird nicht mit irrationaler Angst begründet, sonder irrational mit Angst. Da liegt auch die Urasche, warum man jemanden oft genug auch mit Fakten nicht überzeugen kann. Die anzuerkennen würde bedeuten, sich seiner kognitiven Dissonanz zu stellen. Ein alles andere als einfaches Unterfangen.

    Es wird nichts gemacht, um Radfahrer auf der Fahrbahn zu schützen.

    Schlimmer noch: Es ist vermutlich auch nicht möglich, da viel zu machen.

    Was soll daran schlimm oder schlimmer sein?


    Hinter dieser ganzen Angstdebatte mit all dem Radweghumbug steckt eine falsche Prämisse: Radfahren sei gefährlich.


    Es gibt so etwas wie ein allgemeines Lebensrisiko, das einfach hingenommen wird. Das Leben an sich ist lebensgefährlich. Schlimmer noch: Da ist noch keiner lebend raus gekommen. Macht man sich ernsthaft einen Kopf, wenn man zum Schwimmen geht oder Treppen steigt? Radfahren ist sicherer!


    Radwege zu bauen, macht einfach keinen Sinn. Eher sollte man die Treppenstufen polstern. Das die Angst vorm Radfahrern hochgehalten wird, dient nur dazu, dass Autofahrer ihre Radwege bekommen, dass sich Radfahrer durch die Sonderbehandlung gebauchtpinselt fühlen können und so sogar ihre eigene Diskriminierung fordern.

    Ist das überhaupt noch aktuell?

    Mir sind keine neueren Zahlen bekannt. Mich würde es auch wundern, wenn die sich entscheidend verändert hätten. Die älteste mir bekannte Studie zur Sicherheit von Radwegen stammt aus den 30er, aus London. Schon die kam zu dem Ergebnis, das Radwege und Abbieger keine gute Kombination sind.

    Das Herabmachen (Cancel Culture?) von Pedelecs ist Legende. Es begnetet mir persönlich hauptsächlich von Menschen, die selbst mit dem Auto fahren und fragen, wo ist da "der Sport"?

    Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zum Pedelec, in Summe eher negativ.

    Wir führen unbewusst eine Kosten-Nutzen-Rechnung durch, hier Mobilität gegen Energie. Die nicht über den Mund zugeführte Energie (egal ob Steckdose oder Zapfsäule) wird aber nicht mit in diese Rechnung einbezogen, was die sinnvolle Abwägung aushebelt. Das ist auch ein entscheidender Punkt, warum so viel Menschen Auto fahren wollen, Dem Unterbewusstsein wird ein gigantisch gutes Mobilität-Energie-Verhältnis vorgegaukelt. Wir sollten uns immer vor Augen halten, dass Pedelecs Kraftfahrzeuge sind, um Größenordnugen besser als die anderen aber Kraftfahrzeuge.

    Ich bin absolut unsportlich und fahre nur deswegen mit dem Pedelec, weil es m.E. vernünftiger ist als mit dem Auto zu fahren. Jede Form von missionarischem Eifer, man möge mit Fahrrädern doch bitte wie die Mormonen mit Pferdekutschen im Schritttempo rumfahren, ist m.E. schädlich für eine Verkehrswende und treibt mich lediglich dazu, wieder aufs Auto zurückzukehren.

    Dazu zwei Bemerkungen:

    Der Versich von diskriminieren Menschen, sich durch möglichst regelkonformes Verhalten die Anerkennung der Unterdrücker zu sicher, ist sinnlos, weil es zu den Techniken der Unterdrückung gehört, den Unterdrückten Regelbrüche zu unterstellen unabhängig davon, ob sie wirklich vorliegen.

    Die Geschwindigkeit (oder besser der erwartete Zeitaufwand) ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Verkehrsmittels. Höhere Geschwindigkeiten zu verbieten oder zu verunmöglichen, schadet. Nur bezweifel ich, dass der Radverkehr einen entscheidenden Beitrag zu einer echten Verkehrswende leistet. Ich setze da auf die Öffis.

    Eine Fahrradstraße wird als zu gefährlich eingeschätzt, wenn für den Fußgängerschutz keine Bürgersteige vorhanden sind.

    Eine Tempo-30-Zone ohne Bürgersteige jedoch stellt kein Problem dar? Wo ist da die Logik?

    Die Sicherheit als Begründung sehe ich nicht. Übrigens dürfen Fußgänger auch Landstraßen ohne Sonderweg bei erlaubten 100 km/h nutzen.

    Ich mache es an den Schildern fest:

    [Zeichen 237] [Zeichen 244]

    Beim 237er müssen Fusswege vorhanden sein. Wegen § 39(4) StVO und dem angebildeten 237er auf dem 244er kann man die falsche Annahme treffen, es würde sich um das gleiche Zeichen handel und deswegen die entsprechenden Vorschriften gelten.

    Ich kenne ebenfalls keinen Schnipsel Regelwerk, aus dem hervorgeht, eine Fahrradstraße müsse einen Gehweg haben.


    Ich halte es, in dubio pro reo, für einen Irrtum. Bei benutzungspflichtigen Radwegen müssen für Fußgänger ausreichend Flächen vorhanden sein, weil sie den Radweg nicht benutzen dürfen und die Fahrbahn nutzen müssten. Das greift bei Radstraßen nicht, weil es sich bei der entscheidenden Fläche um eine Fahrbahn und keinen Sonderweg handelt, die Fussgänger in Ermangelung eines eigenen Sonderweges nicht nur benutzen dürfen sonder müssen.

    Warum sollten mehr Radfahrer mehr Verkehrsopfer bedeuten? Mehr Radfahrer unter den Verkehrsopfern schon, es sind ja auch mehr Radfahrer, aber für den gesamten Verkehr? Ordne die Argumentation einfach mal in die von Th(oma)s angesprochene Angstmasche ein..

    Das Radfahren ist jedoch so gesund (und umweltfreundlich und günstig und ...), dass auch unter ungünstigen Umständen ein individueller und gesellschaftlicher Nutzen herausspringt.


    Die Sicherheit des Mischverkehrs ist nur ein positiver Aspekt, wenn auch der argumentativ einfachste. Für mich wichtigere Punkte sind der soziale Aspekt (Überwindung der Diskriminierung) und die Effektivität (Verkehrswende). Dass es nur für wenige sein solle oder sein könne, sehe ich nicht.


    Dass Radverkehrtanlagen den Radverkehr fördern soll, ist bestenfalls(!) unbelegt. Ich gehe vom Gegenteil aus. Die Verkehrswende gelingt nicht mit touristischen Fahren sondern mit alltäglichen. Und da fallen dann ganz andere Aspekte ins Gewicht als die Kuscheligkeit. Und woanders können Radwege nicht punkten.


    Und ich habe auch noch nicht erlebt, dass jemand, der sich für den Bau von Radwegen ausspricht, dafür tödlich verunfallte Fahrradfahrer*innen in Kauf nehmen will.

    Ach, der ADFC schon. Burkhardt Stork ist einmal in einem Tweet rausgerutscht, dass die Sicherheit von Radwege nicht thematisiert werden solle, um die Radwegstrategie nicht zu gefährden.

    "Europa steht vor der Aufgabe, den Frieden auf dem Kontinent wiederherzustellen und ihn langfristig zu sichern. Dazu bedarf es der Entwicklung einer Strategie zur möglichst raschen Beendigung des Krieges." Das steht in dem Appell vom 29.6.22. Und das ist in der Tat richtig und notwendig.

    Schöne Worte, hohl und leer.


    Eine Zustimmung hängt davon ab, was genau man unter Krieg und Frieden versteht. Für mich ist Frieden weit mehr als die Abwesenheit von Kampfhandlungen. Ich bin jetzt ein gutes halbes Jahrhundert alt. Und knapp die Hälfte davon habe ich im Frieden gelebt, 1990-2014. Ich wollte den Kalten Krieg nicht zur zurück, den Russ über uns gebracht hat. Nie war die Bundeswehr größer als zu dieser Zeit und ich für eine Episode ein Teil davon. Wenn man nach der Maxime, si vis pacem para bellum, handelt, lebt nicht wirklich in Frieden. Und wir rüsten gerade wieder auf. Ist das erstrebenswert? Wird es anders, wenn die Kampfhandlungen eingestellt werden?


    So lange sich Russland nicht wirklich einer Friedensordnung verpflichtet wühlt und die Ukraine nicht freiwillig abrüstet, so lange haben wir keinen Frieden. Die Frage ist nur, welche Temperatur der Krieg hat.

    warum nicht, wenn ich fragen darf?

    Grundsätzlich falsche Verkehrspolitik? Geldverschwendung?

    Eine Politik, die auf Fakten pfeift, brauche ich nicht. Selbst solch einfach erscheinenden Fragen wie, wie ist man als Radfahrer am sichersten unterwegs, können die meisten Radverkehtaktivisten nicht richtig beantworten.