Beiträge von KAcyc

    Ich habe mal einen Blick in die Online-Version der RVV 1990 geworfen. Auf der Suche nach Paragraphen zu Schutz-, Angebots- oder Suggestivstreifen bin ich von den Begriffserklärungen ausgegangen. Da taucht aber nur der Begriff "Fietsstrook" auf, der aufgemalte Radstreifen als Teil der Fahrbahn.

    Im Textteil erfährt man allenfalls, dass darauf nicht geparkt werden darf. Interessanter finde ich die kommentierten Abbildungen der Verkehrszeichen, wo auf einen Blick sichtbar ist, welche Arten von Radweg benutzungspflichtig sind:

    Bijlage 1. Verkeersborden

    Achtung: Der automatische Übersetzer verkehrt manche Bedeutungen auch mal ins Gegenteil.


    Was Radstreifen auf der Fahrbahn angeht:

    Wenn ich das Konzept richtig verstanden habe, werden niederländische Straßen grob in drei Kategorien geführt:

    1. Stroomweg: Autobahnen und reine Kraftfahrstraßen: Kein Radverkehr vorgesehen, kreuzungsfrei, keine Ampeln.

    2. Gebiedsontsluitingsweg: Zubringer-, Verteiler oder Erschließungsstraßen: Mehrspurig, (überfahrbare) Fahrbahnteilung, Kreuzungen, Kreisverkehre, physisch getrennte Radwege

    3. Erftoegangsweg: Wohnstraße, höchstens 30 km/h (außerorts 60 km/h) einspurig je Richtung, meist ohne getrennte Radwege


    Für Radstreifen auf Fahrbahnebene gibt es wohl, außerhalb von Kreuzungen, wenig Bedarf. Wo Platz für mehrere Richtungsfahrbahnen vorhanden ist, würde man den Radweg wohl in der Regel gleich baulich von den übrigen Fahrbahnen trennen.


    Da habe ich auch noch eins. An dieser Stelle (parallel zum Strand bei Kijkduin) bleiben dank der (wohl inoffiziellen) Zusatzschilder keine Fragen offen.

    Die Frage, ob Fußgänger hier auch legal unterwegs sind, kann ich leider nicht beantworten, aber Mofas ("Bromfietsen") sind ausdrücklich nicht erwünscht.

    Das rechts oben bedeutet sinngemäß "hier gilt die StVO", der Rest ist glaube ich selbsterklärend ;)

    Ganz fatal wäre es allerdings, wenn zum Beispiel eines Tages die Verkehrsbehörden Fahrradfahrer dazu zwingen würden, extrem dicht an parkenden Autos entlangzufahren, da die Radfahrer ja keine Angst mehr haben müssten vor Dooring-Unfällen oder vor plötzlich aus der Parklücke schießenden Fahrzeugen. Beides Gefährdungssituationen, die durch gute Assistenzsysteme in Zukunft seltener werden sollten. Ich vermute, dass das Fahrradfahren dadurch auch wirklich sicherer wird wenn in den Fahrzeugen bestimmte Assistenzsysteme arbeiten. Aber trotzdem sind Gefährdungssituationen auch zukünftig nicht sicher ausgeschlossen. Also besser auch weiterhin Abstand halten und besser Fahrspur-mittig Fahrrad fahren als am Rand.

    War auch mein Gedanke: "Da vorne steht ein Audi zwischen den anderen geparkten Autos, da können wir endlich den Radfahrer überholen, weil der muss da scharf rechts fahren!"

    Du weißt nicht zufällig von wann diese zugefüllten "Fahrradständer" auf deinem Foto sind?

    Die Straße wurde 1986 saniert. Die "Felgenbrecher" wurden dem Anschein nach schon damals ins Pflaster integriert, sind aber wahrscheinlich auch nicht älter. Das Layout der Straße vorher hätte gar keinen Platz für fest installierte Fahrradständer geboten.

    Wenn ich mich richtig erinnere, waren bis vor wenigen Jahren tatsächlich Fahrradständer über den Betonsteinen montiert; neben dem untersten Stein im Bild sind noch zwei Bolzen zu erkennen.

    Dann hat sich da damals jemand vertan, oder es hat eben nie jemand die Ergebnisse angeschaut.

    Ich bin irgendwie auch wieder ganz froh, dass meine Gemeinde nicht meint, etwas für den Radverkehr tun zu müssen, wenn man darunter versteht, Radwege anzulegen. Da wurde an den paar vorhandenen schon völlige Unfähigkeit demonstriert.

    In jüngerer Zeit beschränkt man sich darauf, an Feldwegen unter das [Zeichen 260] ein [Zusatzzeichen 1022-10] zu schrauben. Von mir aus, da wird wenigstens niemand gefährdet.

    Nachtrag: Ich habe eben noch einmal geschaut, jetzt sind meine alten Meldungen auch verschwunden.

    Solange die Krankenkasse die Behandlungskosten an die Versicherten durchreicht, sollte das technisch kein Problem sein. Bei der Krankenkasse müssten eigentlich alle Daten über Alter, Vorerkrankungen und Impfstatus vorliegen. Keine Ahnung, ob die auch alle Daten verknüpfen (dürfen).

    Die nächste Idee, Impfunwillige zu motivieren, kommt vom Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung RLP: So sollten Ungeimpfte nicht in den Urlaub fahren dürfen.

    Als Nicht-Urlauber sehe ich mich hierzu nicht als meinungsbefugt.

    Glaube ich auch, dass der "Radler" hier eher der Versuch ist, nicht so trocken-amtsdeutsch zu klingen.

    Aber der Absatz mit den "rücksichtslosen Sportradlern" klingt mir sehr nach dem subjektiven Problem von Einzelnen. Ob Downhill oder Trial-Stunts auf Fußwegen, oder gar zweireihige sechzehnköpfige Verbände in der Zone 30, keine Ahnung.

    Der Mensch ist nicht besonders gut darin, Risiken abzuschätzen. Daher wird das Autofahren gesellschaftlich gar nicht als gefährlich gesehen. Mit deutlich größerer Selbstverständlichkeit würde man dem unbehelmten Radfahrer seine Behandlungskosten verweigern, weil er sich fahrlässiger Weise bei seinem unverantwortlichen Hochrisikosport von einem unter akutem Parkdruck leidenden Fahrer eines Automobils hat dooren lassen.

    Traurig auch, dass das nur fast Satire ist.

    Ich halte es in der Praxis so, dass ich versuche, den Schutzbereich der Ampel zu erkennen. Wenn der Grund, eine LSA aufzustellen, erkennbar nichts mit dem Radweg zu tun hat, fahre ich auch bei Rot an besagter Ampel vorbei.

    Beispiel (Google Maps): Straßenbahngleise werden vom Rasengleis in der Straßenmitte auf die Fahrbahn verschwenkt. Kurz davor steht eine Fahrbahnampel, der Radweg auf dem Hochbord geht direkt rechts davon vorbei. Es kann aber nie zu einem Konflikt zwischen Radverkehr und der Straßenbahn kommen (solange man der Benutzungspflicht nachkommt oder der Radweg gerade nicht von Paketdiensten belegt ist).


    Gegenbeispiel: Eine Ampel an einem Fußgängerüberweg direkt am Fahrbahnrand, der Radweg geht rechts davon auf dem Hochbord vorbei. Hier müssen Fußgänger aber zwangsweise auch den Radweg kreuzen, also halte ich bei roter Fahrbahnampel auch auf dem Radweg (zuletzt gab es sogar eine eigene Haltelinie).

    Inzwischen ist die Situation eindeutig, Beispiel 2 hat jetzt den Radstreifen, der in Beispiel 1 zugunsten von [Zeichen 240] entfernt wurde.

    PS. Eine Fahrradampel mit Dauergrün (Google Maps) haben wir in Karlsruhe auch, da war für den Radstreifen nach der Fahrbahnampel noch etwas mehr Platz.