150cm.de

  • Mal schauen, ob dort noch jemand wach ist.
    Habe mal folgende Mail geschrieben:
    "
    Hi
    Vor einiger Zeit haben Sie wohl eine Plakataktion an Landstraßen durchgeführt.
    Die Plakate werden z.T. im Internet immer noch verlinkt.
    Einem solchen Link folgend stieß bei mir das Plakat "Abstand!" sauer auf.


    Meine Frage an Sie: soll das ein positives oder negatives Beispiel für den richtigen Überholabstand KFZ/Radler sein?
    Ich schätze den Abstand Lenkerende-Außenspiegel auf etwa 50 cm ein.
    Also viel zu eng. Dass die Dame dabei zufrieden grinst kann nur Ausdruck erhöhter Risikobereitschaft sein.


    Gerichte haben den §5 Abs. 4 Satz 2 der StVO so ausgelegt, dass
    wenigstens 1,5m, bei hohen Differenzgeschwindigkeiten wenigstens 2m
    Abstand KFZ-Radfahrer einzuhalten sind.


    Von daher finde ich Ihr Plakat etwas daneben und für die Sicherheit des
    Radverkehrs kontraproduktiv, da es das gängige Dichtüberholen als in
    Ordnung präsentiert.
    Ein Bärendienst für die Verkehrssicherheit.


    bye
    Explosiv"

  • Magst noch einbauen:
    * https (möglichst inkl. HSTS)
    * redirect von 150cm.de auf (oder umgekehrt), derzeit ist ohne www noch die default-seite drauf.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Nur ganz kurz:
    - Wind entsteht nicht nur durch vorbeifahrende Autos. Auch durch Windböen kann der Radfahrer plötzlich weiter links sein.
    - Ein LKW misst zwar "nur" 2,55m, aber auch ihm stehen 3,05m zu! Kennen die meisten vom Parken...


    Und generell:
    Es muss/soll/darf nicht mit dem minimalen physikalisch möglichen Abstand überholt werden. Es geht um Sicherheit. Im Straßenverkehr kann alles mögliche passieren. Die Sicherheit für Radfahrer entsteht durch den Abstand. Quasi eine Art Fehlertoleranz. Der Autofahrer darf sich verschätzen (1,4m statt 1,5m), es darf eine Windböe kommen, der Radfahrer darf in Gedanken nach links driften. Bei all diesen alltäglichen "Problemen" darf kein Unfall passieren! Durch den Sicherheitsabstand!

  • blink.png Und gar nicht so schlecht geschrieben.

    Und dann dieses entlarvende Zitat des Verkehrsrechtsanwalts:


    "Im Zweifel sollten es 1,5 bis zwei Meter sein." Ignoriert der Kraftfahrer diese Regel, bekommt er bei einem Unfall Probleme. "Kommt es deshalb zu einem Unfall, haftet der Kfz-Halter alleine", erklärt Schmidtke. Allerdings weist der Fachanwalt auch darauf hin, dass Abstände von mehr als einem oder 1,5 Meter in der Stadt unrealistisch sind und ein Meter meistens ausreiche.


    Meistens. Aha.

  • Guten Abend,
    ich bin vor einiger Zeit auf dieses Projekt 150cm gestoßen und glaube, dass man auf diesem Weg tatsächlich ein bisschen bewegen kann, um das Radfahren sicherer zu machen.
    Ich hatte Malte per Mail ein paar Gedanken dazu geschrieben, die er mich bat hier zu wiederholen.


    Es geht dabei vor allem um den Text der Seite, und zwar die Frage: Wie schreibt man so, dass man zum Leser (Autofahrer) durchdringt, da man ihn ja zu etwas bewegen will, was er eigentlich nicht will?


    Für Radfahrer liest sich der derzeitige Text sehr nett. Aber ich glaube, dass er bei Autofahrern eher den Reflex zum Wegklicken auslöst. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre ein‚typischer‘ linientreuer Autofahrer und läse ihn, würde ich wohl nicht viel darauf geben und eher abbrechen. Das fängt damit an, dass allein schon das Thema (Warten! Fahrradfahrer!) bei dieser Leserschaft zu Unwillen führt.
    Man muss es also schaffen, Wohlwollen und Geduld so wenig wie möglich strapazieren. Das Wohlwollen wird zum Beispiel verspielt, wenn die Gegenmeinung als dümmlich präsentiert wird (Überschriften), wenn der Text patzig klingt (muss nicht so gemeint sein), oder durch oberschwellige Polemik. Die Geduld wird erschöpft durch Abschweifungen, zu lange Sätze und abstrakten oder juristischen Stil.


    Stattdessen glaub eich, muss man versuchen, bescheiden zu klingen – und dennoch bestimmt zu bleiben; leicht verständlich und kurz zuschreiben – und dennoch alles Wichtige mitsamt durchschlagenden Begründungen unterzubringen. Das ist die große Herausforderung.


    Inhaltlich sehe ich beim bisherigen Text außerdem das Problem, dass folgende Lesart möglich ist: Radfahrer fordern hier von Anderen Rücksicht ein,während sie selbst sich alles herausnehmen. Dem muss man irgendwie zuvorkommen. Die Strategie dazu ist wohl, erstens immer zu betonen,dass die Gefahren unterschiedliche sind, und zweitens jene Radler, die wirklich dumm und rücksichtslos fahren, an entsprechenden Stellen zu schelten.
    Außerdem scheint mir, bahnt sich unweigerlich die Frage an: Wenn also das Radfahren solch eine gefährliche Angelegenheit ist, warum macht ihr das dann überhaupt, und verlangt dann auch noch erhöhte Rücksicht?


    Ich versuche im Moment einen Text zu schreiben, wo ich diese Überlegungen einbaue. Ich würde ihn dann demnächst hier posten, wenn er reif ist.



    Viele Grüße aus Leipzig (normalerweise Heidelberg), und nochmal vielen Dank, Malte, dass du die Seite und auch dieses Forum etc. betreibst!
    David

  • Es geht dabei vor allem um den Text der Seite, und zwar die Frage: Wie schreibt man so, dass man zum Leser (Autofahrer) durchdringt, da man ihn ja zu etwas bewegen will, was er eigentlich nicht will?

    Ja.


    Ich wollte mich jetzt eigentlich über den zweiten "Absatz" des 150cm.de Textes aufregen, wähle nun aber einen komplett anderen Ansatz.


    Ich würde das alles so in der Weise weglassen und nüchtern-sachlich zunächst die Ist-Vorgaben durch die StVO benennen, sowie einen exemplarischen Fall aufgreifen, wo derlei Fehlverhalten zu einem schweren Unfall geführt hat und damit kurz die Problematik umreißen und um zu zeigen wie es wie es sein sollte. Dann der Person auf dem Fahrrad eine Identität zuordnen mit der wohl jeder etwas anfangen kann: nahestehende Verwandtschaft, welche von hinten (hinter der Windschutzscheibe) nicht erkannt wird. -> Der oder die vor Dir könnte auch jemand sein, der dir wirklich etwas bedeutet!


    Und danach erst, wieder nüchtern und sachlich und ohne Untertöne und Seitenhiebe, die verschiedenen durchaus gängigen Vorurteile und Irrtümer kurz aufarbeiten.


    Nicht so sehr die Andersartigkeiten unterstreichen, sondern vielmehr unsere Gemeinsamkeiten, also gemeinsamen Anliegen. Wir leben nicht nur gemeinsam auf derselben Welt, atmen dieselbe Luft und benutzen dieselbe Kanalisation, nein wir teilen uns auch denselben Verkehrsraum (vulgo Straße).
    Ich komme auch immer wieder auf den für mich ältesten Sinnspruch zurück, der mich seit meiner Kindheit wegen seiner Einprägsamkeit und auch Weisheit nicht losläßt: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch niemand anderm zu!

  • Inhaltlich sehe ich beim bisherigen Text außerdem das Problem, dass folgende Lesart möglich ist: Radfahrer fordern hier von Anderen Rücksicht ein,während sie selbst sich alles herausnehmen. Dem muss man irgendwie zuvorkommen. Die Strategie dazu ist wohl, erstens immer zu betonen,dass die Gefahren unterschiedliche sind, und zweitens jene Radler, die wirklich dumm und rücksichtslos fahren, an entsprechenden Stellen zu schelten.
    Außerdem scheint mir, bahnt sich unweigerlich die Frage an: Wenn also das Radfahren solch eine gefährliche Angelegenheit ist, warum macht ihr das dann überhaupt, und verlangt dann auch noch erhöhte Rücksicht?

    Interessanterweise sprichst du da exakt das Problem an, was mich damals daran gehindert hat, einen brauchbaren Text zu verfassen.


    Dass dieser schnodderige Text, der da momentan auf der Seite steht, längst nicht der Weisheit letzter Schluss ist dürfte nun jedem klar sein :) Und ich hatte auch schon mal versucht, eine Formulierung zu finden, die diesem ständigen Gefühl der Kraftfahrer entgegentritt, dass Radfahrer ja immer nur und ständig am Fordern wären. Da kommt ja tatsächlich nichts bei rum.


    Als ich diese Seite damals holterdipolter ins Netz gehievt habe, waren meine Eindrücke zu dieser Problematik vor allem vom Hamburger Grandweg geprägt. Wenn ich jetzt aber an meine Fahrten durch diese Straße zurückdenke, ist es ja beinahe gänzlich ausgeschlossen, mit einem Kraftfahrer dort ins Gespräch zu kommen, an dessen Ende man sich mit einem entsprechenden Erkenntnisgewinn freundlich verabschiedet.


    Man hört sich ja zwangsläufig Vorwürfe an: Wenn du siehst, dass ich hier mit dem Auto fahre, warum weichst du dann nicht über den Gehweg aus? Oder: Beim Vordrängeln an der Ampel reichen euch ein paar Zentimeter, hier sollen es anderthalb Meter werden? Und dann eben das übliche: Ihr Radfahrer haltet euch eh nie an die Regeln, was willst du eigentlich?


    Und aus der Nummer kommt man dann ja gar nicht mehr raus. Mir fiel leider tatsächlich kein brauchbarer Text ein, der dieser Problematik gerecht wird und gleichzeitig nicht mehrere Absätze lang herumschwafelt.

  • Hallo,
    ich habe mir gerade mal Deine Seite angeschaut. Gute Idee. Text OK.. Bei der Umsetzung, naja...


    Meine Tipps dazu:
    1. Mach ein Wordpress Blog daraus.
    2. Bau Bilder ein
    3. Schreibe blogposts mit guten "Sharpics" für Facebook und soziale Medien
    4. Schreibe Seiten mit erhöhter Keywords-Relevanz ("Abstand Radfahrer", Überholabstand Fahrrad" etc...) Dann bringst du die Seite bei Google nach vorne.
    5. Baue Bilder ein, die im Titel und den Untertiteln Keywords haben.



    Mit den Maßnahmen


    1. bringst du die Seite und damit das Thema weiter nach vorn bei Google
    2. Durch die Bilder (Sharepics) erlaubst Du ein einfacheres Teilen in sozialen Medien.



    Dann überlegst Du dir noch ein "cooles Logo" und das baust du dann überall ein.



    Das Bild, was ich angehängt habe, eignet sich z.B. als "Overlay"



    das heißt du nutzt es einfach auf "allen Bildern" für das Branding.




    Wenn dann jemand z.B. bei Facebook über Abstand motzt - und das passiert fast täglich - kommentierst du das mit einem Link zu deiner Seite und das Bild und das Logo und die Domain werden bekannter. Wenn du mal ein Sharepic baust, dann wird das vielleicht auch geteilt. Also so etwas zum Beispiel:




    Beste Grüße
    Marc