Woche 11 vom 15.03. bis 21.03.2021

  • Nun, es gibt ja durchaus Stellen, wo das erlaubt (oder besser: vorgeschrieben) ist ([Mapillary] [Mapillary]) dort scheint dann aber auch § 45 (9) StVO nicht zu gelten. Pippi-Langstrumpf-Prinzip, wie man es von der Landeshauptstadt eben gewohnt ist.

    Da besteht also keine Gefahr für die Radler auf der Fahrbahn? Na ... und warum stehen dann anderswo Blauschilder? ;)

  • Klimaschutz sollte auch wirtschaftlich sinnvoll sein und nicht allein vom Ideal getrieben werden müssen.

    Das sehe ich anders. Die Klimaziele sind einfach einzuhalten. Dem hat sich alles andere unterzuordnen.


    Denn die Kosten sind laut Studien mit ca. 1 % des BIP gar nicht so hoch. Das können und sollten wir uns leisten.


    Leider macht die Politik das nicht konsequent. Dabei ist der beste Mechanismus für die Politik extrem einfach: Für jede Tonne CO2 braucht man ein Emissionszertifikat. Und die Menge der Zertifikate wird konsequent entlang der Klimaziele zurück geführt. Den Rest löst die Wirtschaft. Die wissen noch am besten, wo man am billigsten CO2 einsparen kann.


    Den Zertifikatehandel an sich gibt es auf EU-Ebene. Leider wurden von verschiedensten Interessengruppen viel zu viele Ausnahmen platziert. Und die Menge der Zertifikate wird meines Wissens nach auch nicht konsequent reduziert. Die Politik müsste nur daran arbeiten, die ganzen Löcher zu stopfen.


    Statt dessen diskutiert die Politik über kleinteilige Einzelmaßnahmen: Verbrennungsmotoren verbieten, Inlandsflüge verbieten, bestimmte Energieformen besonders fördern und was weiß ich sonst noch. So wird die Energiewende viel teurer als nötig.

  • Der angebliche Radweg ist ein ehemaliger Radweg, der in südlicher Richtung bereits an der Ecke Oderstraße/Emser Straße seit einigen Jahren gesperrt und dem Gehweg zugeschlagen ist.Von dort in nördliche Richtung ist es ein Zweirichtungsradweg. Ich wohne dort um zwei Ecken und komme da immer wieder vorbei.

    Angebliche Straßenteile gibt es nicht. Elemente wie Bordsteinkanten, farbiges Pflaster und gemalte (oder wie hier ins Pflaster integrierte weiße Markierungen) sorgen dafür, dass sich Straßenteile von selber anordnen. Da kann die Stadt noch so viele Gehwegschilder aufhängen - wenn sie die farbliche Markierung nicht wegmacht, bleibt das für die Leute auch ein Radweg. Bei Zweifeln an meiner Auslegung, erkundige dich einfach beim nächsten Huper nach der Rechtslage®.

  • Das ist die selbe, nur individuell wahrzunehmende Gefahr, von der ich auch im Ort häufiger höre, sie aber selbst nicht wahrnehmen kann. Das ist viel zu gefährlich da, weil ...


    Traurig so einem Trugschluss im wahrsten Sinne des Wortes "erlegen" zu sein. RIP.


    Jedesmal, wenn ich sowas lese, kocht eine unglaubliche Wut in mir auf, leider auch auf die Radfahrer die diesen Schwachsinn, auf dem Hochbord ist es sicherer, verbreiten.

    Ich stelle mal die kühne These auf, dass sie auf der Fahrbahn noch am Leben wäre.

    Es schließt natürlich nicht aus, dass irgendein komplett blinder Vollidiot dich nicht doch "abschießt" aber die Wahrscheinlichkeit dass das passiert ist nochmal um einiges geringer als auf vielen dieser "Angebotswege" übersehen zu werden ;(

  • Schrieb ich schon, ich wohne dort um zwei Ecken? Ich fahre dort recht häufig längs. Auf der Fahrbahn. Gehupt hat da noch niemand.

    Ich habe keine Zweifel daran, dass die Stadt auf Anfrage deine Lesart bestätigen wird.


    Man darf gespannt sein, wie das Gericht im anstehenden „Fahrlässige-Tötungs“-Prozess den im Raum stehenden Vorwurf der Gehwegbenutzung bewerten wird.


    Mach doch mal eine spontane Umfrage auf der Oderstraße und erkundige dich bei Fußgängern, Radfahrern und ausgestiegenen Autofahrern freundlich danach „könnten Sie mir bitte sagen, wo man hier radfahren soll?“. Darüber hinaus könntest du überlegen, wie groß das Risiko wäre, dass dich bei Benutzung des Hochbordra^h^hGehweges in der Oderstraße die Polizei (Fahrradstaffel...) verwarnen würde.


    Wie groß ist eigentlich der Anteil der radelnden Fahrbahnmeider an der Stelle? Bei den (älteren) Streetview-Aufnahmen ist er AFAICS 100%.

  • Da besteht also keine Gefahr für die Radler auf der Fahrbahn? Na ... und warum stehen dann anderswo Blauschilder? ;)

    Tja, das kann mir die Landeshauptstadt München in der Regel auch nicht beantworten. Derzeit laufen mehrere Klagen gegen die Stadt wegen Benutzungspflichten.

    An dieser Stelle gibt es ja weit über 20.000 Fahrzeuge am Tag. Die Straße ist als Bundesstraße (B2R) klassifiziert, will heißen, für straßenverkehrsrechtliche Anordnungen, zB ein T30 hat die Rechtsaufsicht (Regierung von Oberbayern) mitzureden. In vorauseilendem Gehorsam wird die Landeshauptstadt daher dort nichts machen. Leider bin ich nicht nachhaltig genug als Radfahrer von der Situation betroffen, sonst hätte ich bereits einen Verpflichtungsantrag gestellt und mich dann gerne mit den Verantwortlichen vor dem Verwaltungsgericht darüber unterhalten.

    Die werden dann auf die Deutsche Bahn zeigen und sagen: wir können wir für marode Überführungsbauwerk der S-Bahn ja nichts. Nun, das nicht, aber nur weil mangels Platz kein baulicher Radweg vorhanden ist, heißt das ja noch lange nicht, dass die Straßenverkehrsbehörde aus dem Schneider ist.

  • Beitrag von Th(oma)s ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: doublette ().
  • Th(oma)s : Auch die neueren Mapillary-Aufnahmen zeigen viele "Radweg"- Benutzer.

    Ich erkenne an, dass die Stadt sich redliche Mühe gegeben hat, die Radfahrer auf die Fahrbahn zu lenken: Rot-Weiße- Absperrbake, gefällte Baumstämme und außerdem noch ein Z.239. Bonus-Hindernis: Container und Baustelle auf dem Hochbord.

    Allein, die Anziehungs- und Lenkungskraft der Markierungen hinter der Überleitungsstelle ist ganz offensichtlich immer noch sehr hoch, wie auch die vielen Reifenspuren im Gemüse neben dem Pflaster zeigen.

    "Build it, and they will come!" :evil:

  • Ich erkenne an, dass die Stadt sich redliche Mühe gegeben hat, die Radfahrer auf die Fahrbahn zu lenken

    Was könnte man noch tun? Lohngedumpte Sicherheitsdienstleister, die die Radfahrer vom Gehweg runterprügeln? Stacheldraht? Allen, die dort auf dem Gehweg fahren, Vorträge über Unfallstatistiken halten?

  • Was könnte man noch tun? Lohngedumpte Sicherheitsdienstleister, die die Radfahrer vom Gehweg runterprügeln? Stacheldraht? Allen, die dort auf dem Gehweg fahren, Vorträge über Unfallstatistiken halten?

    Ein wichtiger Schritt wäre, den Teufelskreis aus Gefühlen und offizieller Bestätigung der Gefühle zu durchbrechen.


    10 Unsicherheitsgefühle

    20 Radwegenachfrage

    30 Radwegebau

    40 durch Baumaßnahme als begründet bestätigte Unsicherheitsgefühle

    50 goto 20


    Das geht nicht, wenn man an der einen Stelle mal 100m Radweg halbherzig zurückbaut, aber dafür gleich um die Ecke die Einrichtung von 1km neuen Radwegen öffentlich als Meilenstein der Verkehrssicherheit feiert.


    Ein weiterer Schritt könnte auch sein (wenn man denn unbedingt Safety in Numbers torpedieren möchte, indem man durch eine Mahnwache die Leute mit der Nase darauf stößt wie waahnsinnig gefährlich doch das Radfahren ist) wenigstens darauf zu verzichten, den Schauplatz entgegen dem wahren Hergang plakativ mitten auf die Fahrbahn zu verlegen.

  • Ein wichtiger Schritt wäre, den Teufelskreis aus Gefühlen und offizieller Bestätigung der Gefühle zu durchbrechen.

    Aber wie erreicht man das? Mir wollen die Leute hier nicht einmal zuhören, wenn es um dieses Thema geht. Da heißt es dann "hier können wir die Benutzungspflicht nicht aufheben, weil das ein Schulweg ist" und meine Gegenfrage, warum man denn ausgerechnet die Schüler den besonderen Gefahren dieses "Radweges" aussetzen möchte, verstehen die Leute nicht einmal.


    Meine Lieblings-Stadtverwaltung behauptet regelmäßig, dass die Anordnung einer Benutzungspflicht ab einer gewissen Verkehrsstärke sogar vorgeschrieben sei und dass es dann auch keine Rolle spielt, wie der "Radweg" aussieht. Sie nennen das dann "Ermessensspielraum". Und wenn die Verwaltung das sagt, dann glauben es die Leute im Stadtrat der Verwaltung und nicht der Fahrrad-Nervensäge, die immer das Gegenteil behauptet.


    Ich habe Vorträge gehalten mit dem Titel "Vorsicht Radweg!" und darin gezeigt, welche Gefahren erst durch den Radweg entstanden sind, die es auf der Fahrbahn gar nicht gäbe, aber in den Köpfen steckt ganz tief drin "Radweg = sicher". Meine persönliche Bilanz der Gefahrensituationen innerhalb eines halben Jahres stand 39 : 4 gegen die Radwege und seitdem ich auf diesen Radwegen nicht mehr fahre, erlebe ich kaum noch gefährliche Situationen. Und darauf höre ich immer nur, dass das bei mir vielleicht so sei, aber ich sollte mich doch auch mal in die Lage des 9-jährigen Kindes versetzen oder in die Rolle der 85-jährigen Seniorin.


    Die Radentscheide schüren Angst vor "Todesweichen" mit gestellten Fotos mit Kindern und großen schwarzen LKW und es wird so getan, als wären die Niederlande ein Land ohne getötete Radfahrer. Desinformation auf allen Kanälen, sogar von den Radfahrern selbst. Wenn die Leute sich da erstmal reingesteigert haben, sind die mit Argumenten nicht mehr erreichbar.

  • Ich habe Vorträge gehalten mit dem Titel "Vorsicht Radweg!" und darin gezeigt, welche Gefahren erst durch den Radweg entstanden sind, die es auf der Fahrbahn gar nicht gäbe, aber in den Köpfen steckt ganz tief drin "Radweg = sicher".

    Die Nummer mit der Sicherheit ist eigentlich bloß der philosophische Überbau über dem wahren Motiv "natürliche Faulheit"(*). Infolgedessen wirst du dieses Gespenst nicht durch rationale Argumente die Verkehrssicherheit betreffend besiegen können.


    *) Öffentlicher Straßenverkehr basiert auf Kooperation, weswegen man als Fahrbahn-Radfahrer ständig versucht ist, sich maximal abzustrampeln, um die Kraftfahrer nicht noch mehr als so schon aufzuhalten. Das strengt körperlich sehr an und frustriert dennoch psychisch, weil man ja selbst bei Puls 190 den Autos nicht wegfahren kann. Wer das nicht auszuhalten lernt, überträgt den antizipierten Unwillen der ausgebremsten Kraftfahrer hinter sich auf die Unterstellung, den Leuten würde wegen des provozierenden Langsamfahrens (vollkommen zu recht...) der Kragen platzen, was sie zu gefährlichen Kurzschlusshandlungen veranlassen könnte. Daher auch die genau so populäre wie grundfalsche Gleichsetzung des Unfallrisikos beim Radfahren mit dem Längsverkehrsrisiko im Mischverkehr und der offenbar unausrottbare Irrglaube, das Fahren neben der Fahrbahn sei trotz aller Fallen am Ende doch viel sicherer als Fahrbahnradeln.

  • Öffentlicher Straßenverkehr basiert auf Kooperation, weswegen man als Fahrbahn-Radfahrer ständig versucht ist, sich maximal abzustrampeln, um die Kraftfahrer nicht noch mehr als so schon aufzuhalten.

    Das erklärt zumindest, warum ich auf der Fahrbahn weniger drangsaliert werde als andere. Ich versuche zwar nicht, mich maximal abzustrampeln, bin aber trotzdem ca. 10 km/h schneller als durchschnittliche Radfahrer unterwegs. Langsamere Radfahrer werden dafür vermutlich weniger Probleme auf "Radwegen" haben als ich.

  • Man darf gespannt sein, wie das Gericht im anstehenden „Fahrlässige-Tötungs“-Prozess den im Raum stehenden Vorwurf der Gehwegbenutzung bewerten wird.

    Da es keine Überlebende gibt, die die Frage aufwerfen könnte mit "Ich habe das zweifelsfrei für einen Radweg gehalten, das Gehwegschild galt doch sicher nur für die Hälfte rechts davon!!11" ...

  • Das ist definitiv der Vorteil bei einem Pedelec. Auf der Fahrbahn "größerer" Straßen habe ich mich auf dem Biobike immer etwas "gehetzt" gefühlt, mit dem Pedelec fahre ich halt "mein" Tempo. Obwohl ich in beiden Fällen mit ca. 25km/h unterwegs bin.

    Und ich denke schon dass die Geschwindigkeit eine Rolle spielt. In der Tempo 30-Nebenstraße halte ich mit den 25km/h nicht so richtig auf, gerade wenn die Autofahrer dann sowieso irgendwo einbiegen müssen habe ich dort so gut wie nie Probleme. Mit 10-15 km/h mag das durchaus anders aussehen.

    Und dass man sich auf einer Hauptstraße zwischen vielen Pkw mit Tempo 50-60 und wenig Überholmöglichkeiten mit 15km/h als "Hindernis" unwohl fühlt, möchte ich niemandem verübeln.

  • "Kindergarten-Kinder müssen alles mit ansehen: Kleinkind (1) wird von Auto der Eltern überrollt"

    aus tz vom 19.3.2021,

    https://www.tz.de/welt/hannove…ttlungen-zr-90250455.html

    "Nach bisherigen Erkenntnissen des Verkehrsunfalldienstes der Polizei Hannover hielten die Eltern mit ihrem Wagen am Morgen vor der Kita im Stadtteil Bothfeld, um die vier Jahre alte Tochter in den Kindergarten zu bringen. Im Volvo XC90 saßen Vater (32) und Mutter (30), deren Tochter (4) sowie der Sohn (18 Monate alt).

    Als die Mutter mit den beiden Kindern das Auto verließ, setzte sich der Volvo aus zunächst ungeklärter Ursache in Bewegung und überrollte den kleinen Sohn."


    Über den Volvo XC 90 habe ich auf der Internetseite des Konzerns unter anderem folgende Angaben gefunden:

    "Lassen Sie sich assistieren

    Das intelligente Assistenzsystem Curve Speed Assist sorgt für eine sichere Reisegeschwindigkeit in den Kurven. Und beim Einparken geben Ihnen vier HD-Kameras garantiert den Überblick."

    https://www.volvocars-haendler…z3X2dx9wtT_kaAjWMEALw_wcB


    Das Fahrzeug wird mit Motoren mit 183 kW (249 PS) und 194 kW (264 PS) angeboten.

    https://www.volvocars.com/de-c…/technische-daten/motoren


    Besonders krass ist die Autoreklame für Landrover-SUV's auf der selben Seite der tz-Internetzeitung auf der über den Unfall berichtet wird. Heute Mittag und heute Abend immer noch, wird dort für besonders leistungsstarke SUV's Reklame gemacht.


    In einem anderen Bericht über den Unfall heißt es:

    "Als die Mutter mit den beiden Kindern das Auto verließ, setzte sich dieses aus bislang noch ungeklärter Ursache in Bewegung und überrollte den 18 Monate alten Sohn." rtl.de vom 19.3.2021

    https://www.rtl.de/cms/schreck…mit-dem-auto-4725018.html


    Der Unfall ereignete sich in Hannover-Bothfeld:

    https://www.haz.de/Hannover/Au…nover-von-Auto-ueberrollt

    https://www.google.com/maps/se…270h,39.56t/data=!3m1!1e3