Beiträge von Yeti

    Gestern Abend waren -trotz Regenwetter- wieder 23 Radfahrer am Start zur 3. Critical Mass in Stade.


    Gleich nach dem Losfahren wurden wir von einem entgegen kommenden Autofahrer mit dem hawaiianischen Glücksgruß :saint: empfangen, was zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Nach gut einer Stunde haben dann die ersten kalte Füße bekommen; einige wegen der Temperaturen und andere, weil wir da nur noch 15 Leute waren. Trotzdem haben es alle heile zurück zum Bahnhof geschafft. 8)

    GPS-Track und Bilder folgen auf https://criticalmass.in/stade


    Eine Teilnehmerin erzählte mir während der Fahrt, dass ihr 12-jähriger Sohn vor kurzem mit dem Fahrrad auf einem desolaten Radweg gestürzt sei und sich einen komplizierten Armbruch zugezogen hat. Ein Mitarbeiter der Stadt hätte ihr gesagt, dass es sich bei dem Weg gar nicht um einen Radweg sondern um einen Wirtschaftsweg handeln würde. Soso...



    Das Kind ist direkt neben dem [Zeichen 240] links im Bild gestürzt, hier: https://goo.gl/maps/aNZLjJ9CqFu

    Da


    Man kann ja absteigen und auf dem Gehweg schieben :) Machen wir dann demnächst auch für die Autofahrer so, dann spart man sich die Kontaktschleife. Einfach kurz aus dem Auto aussteigen, zum Bettelknopf laufen und dann zurück in den Wagen und auf grün warten.

    Sowas kenne ich von hier auch. Da wird aber die Fahrbahnampel aus der 30er Zone nur bedarfsweise mit einer Kontaktschleife gesteuert, die nicht auf Fahrräder reagiert. Hat aber wohl noch keiner bemerkt, weil da wegen des Kopfsteinpflasters sowieso alle auf dem Gehweg bis zur Bettelampel fahren.

    Die Polizei darf sich nicht nach eigenem Gutdünken die StVO ausser Kraft setzen. Was die Beamten können: Den Lieferwagenfahrern zusichern, dass sie vom Opportunitätsprinzip gebrauch machen werden.
    Dagen hilft: Vor den Augen der Polizisten ein Foto machen und der Bussgeldstelle zuschicken.

    Am besten mit den anwesenden Beamten auf dem Bild.

    ... also denkt das Gehirn...

    Das wäre ja schon mal ein Anfang :)

    Bei der Verabschiedung hat der Polizeibeamte im Scherz gesagt, er müsse vorher noch fragen, ob er für die Benutzung des Dienstfahrrades eine spezielle Einweisung benötigt. Daraufhin hatte ich ihm geantwortet, dass ich gerade daran arbeite, dass man künftig in Stade keine besondere Einweisung mehr zum Radfahren braucht. Der Mann von der StVB fand es nicht witzig oder hat es nicht verstanden :D

    Hier noch die Skizze zur im Vergleich fast völlig normalen Kreuzung mit abknickender Vorfahrt, aber linksseitigem Radweg

    Hier das vorläufige Ergebnis: Der von Norden nach Süden fahrende Radfahrer hat Vorrang vor allen Fahrzeugen, die die Radfurt kreuzen.

    Gegenüber grün wegen §9 (3), gegenüber rot, weil er aus der Vorfahrtstraße kommt und rot ein [Zeichen 205]sieht, gegenüber blau ebenfalls aus dem selben Grund. Gegenüber gelb, der ebenfalls aus der Vorfahrtstraße kommt, gilt für den Radfahrer rechts-vor-links.


    In Gegenrichtung von Süden nach Norden hat der Radfahrer Vorrang vor rot (beide aus einer untergeordneten Straße, aber der Radfahrer von rechts), vor blau (beide aus der selben Straße, aber blau muss den Radfahrer wegen §9 (3) durchlassen.

    KEINEN Vorrang hat der Radfahrer gegenüber gelb und grün, da diese aus der Vorfahrtstraße kommen, der Radfahrer aber nicht.


    Einen in selber Richtung gehenden Fußgänger müsste grün (*edit: und blau) beim Abbiegen jedoch durchlassen, weil für Fußgänger die Vorfahrtregelung nicht gilt.

    *edit: Dafür haben Fußgänger keinen Vorrang vor rot und gelb, egal in welcher Richtung sie die Fahrbahn überqueren.

    Auch ROTES Einfärben hilft erfahrungsgemäß nicht. Wieso sollte das ausgerechnet bei grün anders sein?

    Wenn sich alle daran gewöhnt haben, dass man auch auf grünen Radstreifen prima parken kann, kann man sie ja anschließend mal blau färben ^^

    Jedenfalls sollte man die Verantwortlichen der Stadt Stade für den Orden wider den tierischen Ernst vorschlagen.

    Und alle aufs Fahrrad setzen und drauf festspaxen. Und dann ihre Stadt abfahren lassen.

    Bei dem Treffen vorgestern waren wir tatsächlich so verblieben, dass wir (StVB Stadt Stade, Lkrs. Stade, Polizei Stade, ich) uns zeitnah (?) auf dem Fahrrad im Gewerbegebiet Stade-Süd treffen und uns die Punkte mal aus Radfahrersicht anschauen. Ich werde vorher die Skizzen der Kreuzungen verteilen und dann machen wir ein Quiz über die dort geltenden Vorfahrtregeln. Wer den Test nicht besteht, muss zwei Extra-Runden drehen.

    Hier noch die Skizze zur im Vergleich fast völlig normalen Kreuzung mit abknickender Vorfahrt, aber linksseitigem Radweg

    Ein Radfahrer von Norden nach Süden (orange gestrichelt) hat Vorrang vor grün (§9), gelb, blau und rot. Die Frage ist, ob gelb das bewusst ist, dass der Radfahrer Vorrang hat, weil die Radwegfurt extra noch zurück verschwenkt wurde.


    Ein Radfahrer in Gegenrichtung von Süden nach Norden (grau gestrichelt) hat Vorrang vor blau und rot, muss aber gelb und grün durchlassen (oder nur gelb?). Die Konstellation, dass gegenüber grün eventuell auch §9 zur Anwendung kommt, liegt nur an dem linksseitigen Radweg. Grün kommt aus der Vorfahrtstraße, grau nicht. Aber gegenüber grün ist grau ein geradeaus fahrender Radfahrer, den man beim Abbiegen gemäß §9 durchlassen muss.

    Das alles ist Irrsinn, ich wiederhole mich. Irrsinn, der mit beiläufigem Blick erfaßt und richtig interpretiert werden soll, damit sich die Verkehrsteilnehmer auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren können.

    Brauchst du die Mailadresse der Stader Verkehrsbehörde? :)

    Vielleicht sollte man statt "Irrsinn" lieber "IRRSINN!!!" schreiben oder gleich

    Irrsinn!

    Sicher. Er darf auf diesen komischen Parkplatz abbiegen und auf den Weg über die Brücke. Erst danach kommt das [Zeichen 267](+[Zusatzzeichen 1000-33]). Um dorthin zu kommen quert er aber die komplette Einmündung Klarenstrecker Damm im Zuge der Vorfahrtsstraße (bei entsprechender Beschilderung). Ebenso die als nachrangig beschilderte Parkplatzzufahrt.

    Das [Zeichen 267][Zusatzzeichen 1000-33] hat man kürzlich ersetzt durch ein [Zeichen 267][Zusazzeichen 1000-32], was auch immer man damit ausdrücken will. Es kam gestern die Vermutung auf, dass man mit dem [Zusazzeichen 1000-32] auf Radverkehr aus beiden Richtungen hinweisen will, die die rote Furtmarkierung queren und der Bauhof das Schild in der verkehrten Richtung aufgehängt hat. Es wäre als Zusatzzeichen auch unter dem [Zeichen 306](+ abknickende Vorfahrt) nicht vorgesehen und der Mann von der Verkehrsbehörde sagt, er hätte weder die vorherige noch die neue Kombination angeordnet. der Bauhof würde wohl selbsttätig defekte Verkehrszeichen erneuern und hat dabei eventuell das [Zusatzzeichen 1000-33] mit dem [Zusazzeichen 1000-32] vertauscht, aber für diese Zusatzzeichen kann es ja gar keine legale Anordnung geben.


    Selbst der Polizist hat auf meine Frage, was diese Zeichenkombination bedeutet, gesagt, dass man da wohl entgegen der Einbahnstraße mit dem Fahrrad reinfahren darf. Auch Freunde und Kollegen, denen ich das Bild gezeigt habe, haben das so interpretiert. Dass eine freigegebene Einbahnstraße mit [Zeichen 267][Zusatzzeichen 1022-10] gekennzeichnet sein muss, weiß doch keiner, offenbar nicht einmal die Polizei. Auf jeden Fall ist es missverständlich.


    vorher Quatsch


    jetzt immer noch Quatsch


    Im Hintergrund sieht man das [Zeichen 306] von der Rückseite.

    Jepp, zu schnell und gerade nochmal nachgedacht: Hat ein Radfahrer, der von Süden nach Norden entlang des Heidbecker Damms fährt, überhaupt Vorrang gegenüber einem Rechtsabbieger, der aus entgegengesetzter Richtung aus dem Heidbecker Damm in die Rudolf-Diesel-Straße abbiegt? Der Rechtsabbieger kommt ja aus der Vorfahrtstraße, während der Radfahrer aus einer untergeordneten Straße kommt. Oder wird das von §9 getoppt, dass der Abbieger den geradeaus fahrenden Radfahrer durchlassen muss? Die rote Pinselei macht einen ganz wuschig... :)

    Vielen Dank für die Skizzen, die Regelung ist in der Tat noch absurder und konfuser, als ich ohnehin dachte.

    Stimmt, das Bild aus der Richtung hatte ich noch vergessen. Das STOP-Schild hat man aber auch extra weit vor die Kreuzung gestellt, damit es nicht so auffällt...


    Ebenso fallen die Radfahrer nicht mehr so auf, die wegen der Verschwenkung hinter dem Zaun verschwinden.

    Und dann können wir gleich an der nächsten Kreuzung weitermachen :)

    Hier: https://goo.gl/maps/GfzMjPFYMwM2

    Da verläuft immer noch der Zweirichtungs-Geh-/Radweg auf der westlichen Seite.

    Ein Radfahrer, der von Norden nach Süden auf diesem Radweg fährt, hat Vorrang gegenüber Fahrzeugen aus der Rudolf-Diesel-Straße und gegenüber allen Fahrzeugen, die in die Rudolf-Diesel-Straße fahren. Egal, ob aus der Gottlieb-Daimler-Straße geradeaus oder die aus dem Heidbecker Damm von Süden kommend nach links abbiegen oder von Norden kommend nach rechts.


    Ein Radfahrer, der in Gegenrichtung von Süden nach Norden auf diesem Weg fährt, hat Vorrang gegenüber Fahrzeugen von links aus der Rudolf-Diesel-Straße, gegenüber Fahrzeugen, die aus dem Heidbecker Damm abbiegen (egal ob von Norden entgegen kommend oder aus der selben Richtung nach links abbiegend), aber nicht mehr gegenüber Fahrzeugen, die von rechts aus der Gottlieb-Daimler-Straße geradeaus in die Rudolf-Diesel-Straße fahren.


    Aber wir haben eine rote Furtmarkierung, bei der jeder Radfahrer gefühlt Vorrang hat. Komplizierter geht es fast nicht mehr...

    Edit: Bild von der Ecke Heidbecker Damm / Rudolf-Diesel-Straße in Richtung Gottlieb-Daimler-Straße


    Aus der Rudolf-Diesel-Straße in Richtung Gottlieb-Daimler-Straße

    Woraus soll sich das denn ergeben? Sie haben Vorfahrt. Diejenigen, die die Vorfahrtsstraße verlassen, müssen sie durchfahren lassen.

    Radfahrer aus dem Heidbecker Damm verlassen ebenfalls die Vorfahrtstraße.

    Schauen wir mal nur auf den Fahrbahnverkehr:

    Gelb und grün haben Vorrang vor blau und grün außerdem vor rot. Das ist eindeutig und für blau und rot sogar mit [Zeichen 206] geregelt. Andere Konstellationen gibt es hier nicht wegen der Einbahnstraßenregelung.


    Jetzt kommen die Radfahrer dazu:

    Wenn blau (gestrichelt) vom Radweg nach links abbiegt, gelten die selben Regeln wie vorher für blau: Vorrang gegenüber rot, aber nicht gegenüber gelb. Blau verlässt wie gelb die Vorfahrtstraße, aber gelb kommt von rechts.

    Grau (gestrichelt) verlässt ebenfalls die Vorfahrtstraße auf den unabhängig geführten Weg und hat Vorrang gegenüber rot, aber nicht gegenüber gelb.


    Und jetzt stellen wir uns die ganze Situation in der Realität vor, wo nicht 5 Leute mit überdurchschnittlichen Kenntnissen der StVO das ganze mit Hilfe von Google Maps und Skizzen ausdiskutieren, sondern in der Situation richtig entscheiden müssen.

    Die folgen aber doch dem Verlauf der Vorfahrtsstraße.

    Aus dem Heidbecker Damm kann man der Vorfahrtstraße nicht folgen, da man dann verkehrt herum in die Einbahnstraße fahren würde.

    Sieht man den unabhängig geführten Weg als eigenen Ast einer Kreuzung an, würde man beim Geradeausfahren aus dem Heidbecker Damm ja auch die Vorfahrt der von rechts aus der Carl-Benz-Straße kommenden Fahrzeuge beachten müssen. Die Tatsache, dass Radfahrer dort auf der falschen Straßenseite fahren müssen, ändert daran nichts, sondern macht es vor allem nur verwirrender.

    Eigentlich ein Wunder, dass dort nicht täglich was Schlimmes passiert, denn die Carl-Benz-Straße ist die Hauptroute für Müllfahrzeuge zur Deponie.

    Warum nicht? Für den Radfahrer gilt doch ebenfalls die abknickende Vorfahrt, oder übersehe ich was? :/

    In der Straße gibt es aus der gezeigten Richtung gar keinen Radweg, sondern die Furt führt zu dem an dieser Stelle einmündenden unabhängig geführten Weg über die B73. Dieser Weg kann nach meinem Verständnis nicht an der Vorfahrtregelung der abknickenden Vorfahrtstraße teilnehmen.

    Hier: https://goo.gl/maps/oU26NyQ8XNL2


    Das ganze Konstrukt ist auch völlig unklar: Die Carl-Benz-Straße ist eine Einbahnstraße. Man darf also aus dem Heidbecker Damm gar nicht der abknickenden Vorfahrt folgen, sondern nur nach links in den Klarenstrecker Damm abbiegen. Aus dem Klarenstrecker Damm darf man nicht geradeaus fahren, sondern nur rechts abbiegen. Aus der Carl-Benz-Straße darf man links in den Heidbecker Damm abbiegen oder geradeaus in den Klarenstrecker Damm fahren. Wofür man dort eine abknickende Vorfahrt angeordnet hat, versteht kein Mensch.


    In der Carl-Benz-Straße und im Klarenstrecker Damm gibt es keinen Radweg, aber im Heidbecker Damm gibt es einen Zweirichtungs-Geh-/Radweg auf der westlichen Straßenseite, selbstverständlich mit [Zeichen 240]. Und dann kommt von Norden noch der unabhängige Weg genau an der abknickenden Vorfahrtstraße dazu. Das ist von vorne bis hinten alles völliger Humbug.

    *Edit: Ich verstehe auch nicht, warum die Carl-Benz-Straße überhaupt eine Einbahnstraße ist. Die ist breit genug, dass sich dort problemlos zwei LKW begegnen können. Es kann höchstens sein, dass man den Verkehr über die Gottlieb-Daimler-Straße kanalisieren möchte und damit vermeiden, dass es sich an der Einmündung der Carl-Benz-Straße in die Gottlieb-Daimler-Straße staut.

    Eine weitere Diskussion gab es um diese Kreuzung, wo sich für Radfahrer, die aus dem Heidbecker Damm kommend auf dem linksseitigen Bürgersteig fahren [Zeichen 240], auf der Mittelinsel die Vorfahrt ändert. Großes Staunen bei allen Beteiligten und immerhin Übereinstimmung, dass sich da was ändern muss.

    knallrote Furtmarkierung


    Vorfahrt gegenüber dem Fahrbahnverkehr au dem Klarenstrecker Damm


    Keine Vorfahrt gegenüber Fahrbahnverkehr, der aus der Carl-Benz-Straße geradeaus fährt.


    Nach rechts geht ein unabhängig geführter Geh- und Radweg über eine Brücke über die B73, so dass es sich hier um eine Hauptverbindung für den Radverkehr aus dem Industriegebiet Stade Süd handelt. Das Unfall-Gutachten gibt es aber gleich nebenan.

    Bei dem heutigen Gespräch mit dem Vertreter der Stadt Stade, dem Landkreis und der Polizei habe ich die Frage gestellt, ob es sicher sei, an dieser Stelle hinter dem Gebüsch verdeckt verkehrt herum in den Kreisverkehr zu fahren.


    Polizei: Nein

    Landkreis: Nein

    Stadt Stade: Ja


    Die Frage habe ich in der Runde gestellt, als es darum ging, dass der bisherige benutzungspflichtige Weg künftig mit [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] weiter auf der falschen Straßenseite benutzt werden darf.

    Ich habe daraufhin direkt in dem Gespräch angekündigt, eine Fachaufsichtsbeschwerde beim Landkreis gegen die Verkehrsbehörde der Stadt Stade einzureichen.