Beiträge von Epaminaidos

    Adsche: interessante Zahlen.

    Ich komme auf keine befriedigende Begründung, warum das so sein sollte. Indien lasse ich mal außen vor. Das Land unterscheidet sich zu sehr von Deutschland.


    Auffällig ist, dass sowohl Florida als auch Schweden eine wesentlich höhere Quote von Gesamtinfektionen haben (6% und 8%) als Deutschland (2%).

    Zusammen mit einer vermuteten Dunkelziffer (Faktor 2?) kann das schon einen nennenswerten Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben. Deutschland muss einfach stärker reagieren, weil weniger Menschen immun sind.


    Die USA haben oben drein inzwischen auch eine Impfquote von 16% erreicht (Deutschland und Schweden je 5%).

    Weil jede Infektionswelle irgendwann abflacht

    Mir sind keine Regionen bekannt, in denen das "einfach so" zurück ging. Es gab immer einen Grund. In Deutschland sehe ich erstmal keinen davon. Ab Mai vielleicht das Wetter. Auch letztes Jahr hat das ja mWn ein wenig geholfen. Vorher sehe ich nichts, was die Mutationen aufhalten würde. Außer Kontaktreduzierungen.

    Darauf, dass die Modellierungen, auf Grund derer jetzt die mutantenbedingte dritte Welle vorhergesagt werden, auf äußerst wackeligen Füßen stehen.

    Die Inzidenz von B117, also der "Briten-Mutation" steigt aktuell ziemlich schnell an. Warum sollte man daran zweifeln, dass das auch in den nächsten 1-2 Monaten so weitergeht? Durch die anstehenden Lockerungen wird das sogar eher noch verstärkt.

    Und wie viele nicht nachgewiesene? Das ist nämlich genau die Frage.

    Das hat das RKI gerade beispielhaft untersucht:

    https://www.tagesspiegel.de/be…registriert/26925602.html

    Die Formulierungen sind leider Journalisten-typisch ungenau:

    "doppelt so viele Infektionen wie nachgewiesen" vs. "2,2 mal mehr" und "4,4% mit Antikörpern vs. 1% nachgewiesen".


    Findet jemand das Original?

    Gleichzeitig wird es in Anbetracht insgesamt sinkender Neuinfektionen natürlich immer schwerer vermittelbar, jetzt die bestehenden Maßnahmen nicht zu lockern.

    Die Kommunikation wird komplexer, richtig.

    Ich bin trotzdem überrascht, wie viele Ministerpräsidenten u.ä. das nicht auf die Reihe bekommen. Denn eigentlich ist es doch ganz einfach: Wir haben aktuell 2 Pandemien. Die eine ist im Rückzug, die andere breitet sich trotz Lockdown massiv aus.


    Aber das scheint tatsächlich zu kompliziert für manche MPs zu sein. Gerade Laschet hat ja gerade Lockerungen sehr deutlich befürwortet.

    Ich bin dabei, dass die Regeln für Radfahrer sehr kompliziert sind, wenn man das so betreibt wie wir hier.


    Für meine Kinder (Berlin, Innenstadt) wird es recht einfach:

    Stufe 1: Fahrbahn ist Tabu, wenn Dich jemand anspricht, verweise ihn an mich.

    Stufe 2: Du benutzt jeden Radweg.


    Denn die Kinder sind mMn nicht ausreichend konzentriert, um auf der Fahrbahn zuverlässig rechts zu fahren und nicht mal spontan abzubiegen oder ähnlichen Blödsinn zu machen.


    Viel größere Sorgen als die Verkehrsregeln macht mir die Sicherheit an Kreuzungen. Denn dazu braucht man einen siebten Sinn zum Verhalten von Autofahrern. Und den entwickelt man normalerweise erst, wenn man selbst Auto fährt. Ich weiß ja selber, wie oft ich schon knappe Situationen hatte.

    Wir sind jetzt aber wirklich bei einem Nischenfall angelangt:

    Ursprünglich wurde bemängelt, dass für Kinder mit Fahrrädern die Situation an Zebrastreifen allgemein zu kompliziert ist.

    Jetzt sind wir bei dem Nischenfall, dass ein Zebrastreifen einen Radweg (eventuell einen gemeinsamen Geh- und Radweg) verlängert UND Radfahrer dort nicht ohnehin Vorfahrt haben. Findet sich sicherlich irgendwo in Deutschland. Ich habe das noch nie gesehen.

    Ich bin mal ganz Optimist und behaupte, dass Behörden schon immer genauso viele Fehler gemacht haben wie heute.

    Zwei Dinge haben sich aber geändert:

    - das Dickicht an Vorschriften ist viel dichter als früher.

    - den gleichen Beamten stehen viel informiertere Bürger gegenüber. Früher war es halt viel auswändiger, sich über Vorschriften zu informieren.

    Was ist mit dem Rest? Lt. Epaminaidos "vollkommen normal". Wie sollten wir sie bezeichnen? Als eher Scheiße gelaufen?

    Als normaler und unvermeidlicher Nebeneffekt einer parlamentarischen Demokratie. Selbst wenn es keine Parteien gäbe, würde es unter den Parlamentariern irgendeine Form von Zusammenarbeit geben.


    Das ist einfach vollkommen normal, sobald es irgendwelche Machtstrukturen gibt. Läuft auch in größeren Unternehmen so: wenn der Termin zu Abstimmung stattfindet, ist normalerweise schon vorher längst geklärt, wie die Abstimmung ausgehen wird. Zumindest oberhalb einer gewissen Ebene.


    Das muss man nicht schön finden. Passieren wird es trotzdem. Einfach weil es für einen rationalen Menschen, der seine eigenen Ziele durchsetzen möchte, sinnvolles Verhalten ist. Mir fällt nichts ein, was das ändern könnte.

    Aber im Straßenverkehr wird weiter verlangt, dass Kinder

    Ja, meine Kinder sind genauso gedrillt.

    Nicht weil ich es gut finde, sondern weil es für die einzelne Familie sinnvoll ist. Vollkommen unabhängig davon, ob ich die Gesamtsituation gut finde oder nicht.

    Prio 1 ist nunmal, dass die Kinder überleben.


    Allerdings empfinde ich die öffentliche Debatte darüber nicht als so einseitig, wie hier dargestellt. Aber das ist vermutlich regional sehr unterschiedlich. Der aktuelle Senat in Berlin ist ja nicht gerade autofreundlich.

    Das Grundproblem ist ja eher, dass das System der Gewaltenteilung ursprünglich so gedacht war, dass der Bürger "seine" Abgeordneten wählt, die nur ihrem Gewissen (bzw. indirekt durch die Wiederwahl dem Bürger) verpflichtet sind, und dass Parteien nur an der Willensbildung "mitwirken", sie aber nicht bestimmen.

    So naiv waren die Verfasser des Grundgesetzes natürlich nicht.

    Fraktionen und Fraktionsbindung sind vollkommen normal und waren auch den Verfassern des Grundgesetzes bekannt.

    Das sind (leider) normale Preise.


    Die Software für unsere Personalverwaltung kostet für 4.000 Mitarbeiter alleine schon 100k€ jährlich. Das 5-fache davon wurde mal für die Lizenzen an sich fällig. Und der Lieferant drängt darauf, das ganze Ding in seine Cloud zu verlagern. Dann steigen die Kosten auf 230k€/Jahr.

    Aber auch hier: ich hab klug reden, musste diese Entscheidungen nicht treffen.

    Eigentlich waren diese Entscheidungen sehr einfach: mit Vollgas ran ans Thema!

    Verglichen mit den Budgets von Schulen reden wir hier über Peanuts.

    Und was ist der Worst Case? Die zweite Welle bleibt aus und die Digitalisierung an Schulen hat trotzdem einen großen Sprung nach vorne gemacht.

    Anstatt dagegen vorzugehen

    Hatte gestern ein schönes Gespräch mit einem Polizisten, zu dem das auch passt.

    Der stand gemütlich neben einem [Zeichen 250]  [Zusatzzeichen 1022-10] und sah zu, wie es im Sekundenabstand von Autofahrern missachtet wird.

    Ich sprach ihn an, warum er das nicht unterbindet. Seine Antwort:

    Er hält das Zeichen für überflüssig und hat Rahmen seines Ermessens entschieden, die Verstöße an dieser Stelle grundsätzlich nicht zu ahnden.


    Na wenigstens hat er sich meinen folgenden Vortrag über die Grenzen seines Ermessens angehört, ohne pampig zu werden.

    Wie soll das gehen?

    Genauso wie aktuell die meisten anderen Berufstätigen auch arbeiten: im Homeoffice und immer mal wieder kommt ein Kind in's Bild und will irgendwas.

    Auf den Lehrern und Lehrerinnen herumzuhacken, halte ich für unangebracht.

    Ich hacke auch gerne auch auf allen anderen herum, die mit Schule zu tun haben. Begonnen bei der Schulsenatorin, die über 10 Monate absolut gar nichts auf die Beine gestellt hat, was jetzt hilft. Über die Schulleitung, die die Sache nicht entsprechend organisiert bekommt. Dann hat es irgendwer verpennt, einen anständigen Internetanschluss in die Schule zu legen. Keine Ahnung, wer dafür verantwortlich ist.

    Der Personalrat kommt auch nicht ungeschoren davon. Der ist in Berlin sehr stark und blockiert einfach jegliche unfreiwillige Veränderung. Was die Lehrer nicht von sich aus machen, darf niemand von ihnen fordern.


    Und dann halt die Lehrer meiner Kinder, die eine Ausrede nach der anderen präsentieren, warum das alles nicht geht.


    Das Ergebnis des Zusammenspiels aller dieser Beteiligten ist für die Schüler leider einfach nur erbärmlich. Versagen auf allen Ebenen. Außer vielleicht beim Personalrat. Der macht genau das, wofür er da ist: einfach alles blockieren.

    Wenn die Notbetreuung eben nicht von Nicht-Lehrern organisiert wird

    Hätte vielleicht mehr zum Personal im Alltag schreiben sollen.

    Die Klassen 1-4 haben werden in den Kernfächern komplett von ihrem Klassenlehrer unterrichtet. Dazu kommt noch ein 40h-Hort-Erzieher. Und dann gibt es noch die Lehrer für Nebenfächer wie Musik u.ä.

    Und trotzdem lastet die Schule einen Klassenlehrer mit Vollzeitvertrag so sehr mit Notbetreuung aus, dass fast keine Zeit mehr für Videounterricht bleibt.

    Das war die einzige Vorbereitung, die Berlin hinbekommen hat

    Ich muss mich korrigieren. Berlin hat doch noch etwas mehr gemacht: den Schulleitungen wurde untersagt, irgendeine Form von Druck auf die Lehrer auszuüben, Videokonferenzen durchzuführen. Wenn Lehrer diese Konferenzen ablehnen, darf die Schulleitung nichtmal nach dem Grund fragen.


    Ich bekomme immer schlechtere Laune!


    Und dann hat die Schulleitung noch gesagt, dass die Klassenlehrer keine Zeit für die eigenen Kinder haben, weil sie in anderen Klassen in der Notbetreuung eingesetzt werden. Klassen, mit denen sie in normalen Zeiten überhaupt nichts zu tun haben.


    Da wird die Laune gleich noch schlechter.


    Es ist einfach nur peinlich, was sich die Schulen hier leisten.