Beiträge von Epaminaidos

    Richter zum Urteil nach tödlichem Fahrradunfall: "Hand aufs Herz: das hätte uns auch passieren können"

    Bis kurz vor Ende des Artikels dachte ich das auch.

    Und dann kam die Aussage des Gutachters, dass beim Einhalten der zHg alle mit dem Schrecken davon gekommen wären. Und dass der Fahrer des BMW schon zweimal mit +23km/h geblitzt wurde.


    Da endete dann mein Verständnis für diese Aussage.

    Bin mal wieder überrascht und fühle mich verarscht. Ich suche ja gerade einen Impftermin in Berlin.

    Erste Anlaufstelle: Die Webseite zur Online-Terminbuchung. Ist alles restlos ausgebucht.


    Tja, kann man wohl nichts machen.


    Dann ruft ein Bekannter an: ich soll mal bei der Impfhotline anrufen.

    Dort automatische Ansage: "Wir sind ganz schön überlastet! Bitte buchen Sie Ihren Termin online!"

    Habe ich ignoriert und mich durchstellen lassen.

    Ergebnis: Termin vereinbart in 4 Wochen.


    Versteht jemand, warum die an der Hotline mehr Termine zur Verfügung haben als online?

    Kollege (IT-Mensch) gehört zur Prio-Gruppe 2 und hat sich ein Skript geschrieben, um vor ein paar Wochen einen Termin zu erhalten (hat geklappt).

    Ja, hat für meine Frau auf ähnliche Wiese auch geklappt. Und seit mich mein AG heute in P3 einsortiert hat, läuft die Überwachung jetzt für mich.


    Ist aber gerade in Berlin übelst überlaufen. Ich habe nicht gleich die ganze Buchung automatisiert, sondern nur die Überwachung, ob Termine frei sind. Vor ein paar Minuten hat das Skript 12 freie Termine gefunden. Weniger als 1 Minute später war ich zum Buchen auf der Seite. Die Termine waren schon weg.

    Edit: Inhalt gelöscht, war falsch.

    Das RKI berechnet die 7-Tage-Inzidenz weiterhin nach dem Meldetag beim lokalen Gesundheitsamt.

    Wenn das Gesundheitsamt den Wert zu spät weitermeldet, erhöht sich die Inzidenz rückwirkend.

    Musst du ja nicht gut finden. Es ist eine Meinung.

    Komische Antwort.

    Oben bezeichnest Du den Kommentar als passend.

    Ich bezeichne ihn als nicht so toll (samt Begründung). Und Du reagierst mit "Es ist eine Meinung" und damit nicht kritisierbar.

    Muss ich nicht verstehen, oder?

    Passender Kommentar von Georg Restle (WDR)

    https://www.daserste.de/inform…allesdichtmachen-102.html

    Ich finde den Kommentar nicht gut.


    Der erste Satz ist richtig. Das war es dann aber auch.


    Die Schauspieler greifen in die unterste Schublade und machen sich über Andersdenkende lustig. Ohne auch nur die Spur eines Arguments in der Sache zu bringen.


    Das sollte man klar benennen und zu sachbezogenen Äußerungen aufrufen.


    Fertig.


    Vor allem ohne "Trotzdem". Denn wer in eine Diskussion einsteigt mit "Ihr seid doch alle blöd!", der kann keinen konstruktiven Austausch erwarten.


    Die Schauspieler hätten auch die durchaus guten Fragen von Restle aufwerfen können. Haben sie aber nicht. Sie haben nur beleidigt und andere lächerlich gemacht.

    Geht m.E. nur, wenn man die dazwischenliegenden Werte nachträglich korrigiert.

    Wollte ich nicht so richtig wahrhaben, scheint aber so zu sein.


    Im alten Lagebericht vom 14.04. gibt das RKI die oben als "knapp 22k" gerundeten 21.693 Fälle für den 14.04. an.


    An anderer Stelle gibt das RKI aber inzwischen für den gleichen Tag 28.612 Meldungen an. Dort sind Nachmeldungen berücksichtigt.


    Vermutlich führt die Korrektur der Werte zum irreführenden Wochenvergleich.

    Statistisch wird das alles sauber sein

    Nur bei enger Verwendung des Begriffs "sauber".


    Denn ein Wert, der zu spät gemeldet wird, geht weniger als 7 Tage lang in die Statistik ein.

    Beispiel: angenommen, es gibt täglich genau eine Infektion auf 100k Einwohner.

    Die Inzidenz müsste also 7 sein. Wenn nun das Amt konsequent 4 Tage zu spät meldet, sinkt die vom RKI taglich kommunizierte Inzidenz auf 3. Denn jede einzelne Meldung geht nur noch 3 Tage lang in den Wert ein.


    Das ist für mich nicht "sauber". Ein sauberer Prozess würde zu erwartungstreuen Zahlen führen: der verspäteten Meldungen ist der Wert mal etwas höher, mal etwas niedriger, bildet im Mittel aber den wahren Wert ab.

    Der Wert vom RKI ist aber systematisch zu niedrig.

    Könnte dieser Effekt eine Rolle spielen bei deinen Zahlen?

    Eher nicht.


    Der Inzidenzwert ist die Summe der Neuinfektionen aus den letzten 7 Tagen geteilt durch die Anzahl der Einwohner. Und das Ergebnis noch mal 100.000.

    Die Anzahl der Einwohner ist mit 83 Mio praktisch konstant. Die Anzahl der Neuinfektionen wird also grob durch 830 geteilt.


    Die 7-Tages-Inzidenz vom 20. April war 162,4.

    Als Formel:

    (Neuinfektionen14.04. + Neuinfektionen15.04. + Neuinfektionen16.04. + Neuinfektionen17.04. + Neuinfektionen18.04. + Neuinfektionen19.04. + Neuinfektionen20.04.) / 830 = 162,4


    Die 7-Tages-Inzidenz vom 21. April war 160,1,

    Als Formel:

    (Neuinfektionen14.04. + Neuinfektionen15.04. + Neuinfektionen16.04. + Neuinfektionen17.04. + Neuinfektionen18.04. + Neuinfektionen19.04. + Neuinfektionen20.04. + Neuinfektionen21.04.) / 830 = 160,4


    Der Tageswert vom 14.04. wird also entfernt, dafür kommt der vom 21.04. dazu.


    Die 7-Tages-Inzidenz vom 21.04. ist aber höher als die vom 14.04.

    Die Zahl der Infektionen vom 21.04. ist aber höher als die vom 14.04.

    Wie kann das sein, wenn man die Summe in der Klammer vergrößert?


    Edit: den vorletzten Satz korrigiert.

    Zitat

    Autofahrer, die ihr Fahrzeug im allgemeinen Halte- oder Parkverbot abstellen, finden unter dem Scheibenwischer künftig ein Knöllchen von bis zu 55 Euro statt wie bisher bis zu 15 Euro.

    Ausgerechnet beim spannendsten Teil schlampen sie. Nach der alten BKatV waren es bis zu 35 € (oder waren es 30?). Da klingt die Erhöhung plötzlich gar nicht mehr dramatisch.

    Mit diesem Ansatz kontrolliert Du die nächtlichen Treffen also einfach überhaupt nicht.

    Dann werden natürlich auch die Kontrollen einfacher.

    Ja, das ist Wortklauberei

    Ach so. Du hast den Post, auf den Du Dich beziehst, bewusst missverstanden. Dabei weißt Du genau, dass andere den ursprünglichen Post sehr wohl so verstanden haben, wie er gemeint war.


    Und trotzdem schreibst Du eine Antwort, mit der Du bewusst Verwirrung bei denen stiftest, die den Post korrekt verstanden haben.


    Wie genau soll das die Diskussion voranbringen?


    Obendrein war die Wortklauberei auch noch falsch.

    Du schreibst selbst, dass die Ausgangssperre die von Dir gewünschten Ziele erreicht. Sie ist damit ein geeignetes Mittel.


    Du bezweifelst also die Aussage vom ursprünglichen Post gar nicht. Du denkst nur, dass auch mildere Mittel zur Verfügung stehen, die das gleiche Ziel erreichen. Das tun sie aber nicht in der gleichen Qualität, da der Kontrollaufwand deutlich steigt, je mehr Menschen nachts draußen sind.

    Jeder, der nachts Alleine oder mit Mitgliedern des eigenen Familienstandes vor die Türe gehen möchte. Hoffe ich zumindest.

    Warum sollte man deshalb an der Wirksamkeit zweifeln?


    Dass diese Maßnahme _auch_ unproblematische Kontakte reduziert, ist eigentlich unstrittig.

    Gerade machen ja Meldungen über neue Studien die Runde, dass B117 gar nicht tödlicher ist als der Wildtyp.


    Hier ist eine gute Übersicht über die Studien zum Infektionsverlauf von B117 verglichen mit dem Wildtyp:

    Externer Inhalt twitter.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Das sind relative Verhältnisse: >1 bedeutet "schlechter als der Wildtyp", <1 "weniger gefährlich als der Wildtyp"


    Lesebeispiel:

    Davies et al hat festgestellt, dass bei B117 von allen positiv getesteten Personen 58% mehr sterben als beim Wildtyp.


    Beide neuen Studien stellen also sogar schlechtere Verläufe fest als bisherige Studien. Kein Grund zur Entwarnung.

    Schaut man sich solche Untersuchungen aber an, beobachtet man keinen großen Effekt von Ausgangssperren

    Habe mal in das Original geschaut:

    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/eci.13484


    Die Studie kommt offensichtlich zu falschen Ergebnissen und sollte einfach ignoriert werden.


    In Abbildung 1 wird deutlich, auf welchen Daten sie beruht:

    Infektionsverläufe über (je nach Land) 3-8 Wochen im März/April 2020. Sie erklären mit keinem Wort, warum sie pro Land unterschiedliche Zeiträume wählen.


    Aus dieser kleinst-Stichprobe folgern sie, dass die schwedischen Maßnahmen erfolgreicher bei der Reduktion der Infektionen sind als die schärferen Maßnahmen in Deutschland.


    Schon dieses Ergebnis ist offensichtlich falsch. Zum Vergleich der Verlauf der Neuinfektionen aus diesem Zeitraum:



    Die braune Linie ist Deutschland, die grüne Schweden. Deutschland war also erfolgreicher bei der Eindämmung. Nicht schlechter, wie die Autoren behaupten.


    Die Ergebnisse sind also offensichtlich falsch und damit unbrauchbar.


    Da braucht man gar nicht erst anzufangen, tiefer in die Details zu schauen, mit denen sie die Wirkung der einzelnen Maßnahmen bestimmen.

    Was sich derzeit abzeichnet ist Folgendes: Schule im Präsenzunterricht/Arbeit/Konsum muss stattfinden bei einem Inzidenzwert unter 200.

    Private Kontakte dürfen nicht stattfinden bei einem Inzidenzwert über 100. Das passt nicht zusammen.

    Ich finde, das passt sogar sehr gut (wobei Konsum ja zurecht stark eingeschränkt ist).


    Aktuell muss es hauptsächlich darum gehen, die langfristigen Schäden so gering wie möglich zu halten. Und die entstehen nunmal, wenn man Schulen und Arbeit zu sehr einschränkt. Die unterbundenen privaten Treffen sind blöd, aber dann auch wieder schnell vergessen.


    Eine Generation von Schülern, die ein Schuljahr verloren haben, begleitet uns viel länger. Eine unnötige starke Wirtschaftskrise auch.

    Behauptet überhaupt irgendjemand, dass man sich nachts draußen übermäßig ansteckt?


    Ich habe das noch nie als Argument für eine Ausgangssperre gehört. Da wird ein Argument "widerlegt", das niemand benutzt.


    Tatsächlich geht es doch darum, Treffen in Privaträumen weiter zu reduzieren. Eine Ausgangssperre erschwert diese nunmal.

    Spahn macht klar, wo seine Ziele liegen: er orientiert sich quasi nur noch an der Auslastung der Intensivstationen.


    Externer Inhalt twitter.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Anders ausgedrückt: Hätten wir weniger Betten, würde er weniger Menschen sterben lassen. Aber die Betten sind nunmal da. Da kann man sie auch nutzen.

    Maßnahmen wie eine Ausgangssperre müssen ja nicht nur notwendig, sondern auch verhältnismäßig und vor allem geeignet sein, das gewünschte Ziel zu erreichen.

    Die Diskussion über "geeignet" läuft in Deutschland gerade in die völlig falsche Richtung.

    Ausgangssperren haben diverse Effekte, die in verschiedene Richtungen wirken. Aktuell dreht sich die öffentliche Diskussion hauptsächlich um Details bei einzelnen Effekten.


    Dabei gibt es schon längst empirische Studien, die die Effekte von Ausgangssperren am Beispiel anderer Länder untersuchen und eine deutliche Wirkung feststellen. Man sollte eigentlich nur noch über diese Ergebnisse diskutieren: sind die Studien korrekt durchgeführt und auf Deutschland übertragbar?

    Ich gehe davon aus, dass das der Fall ist.


    Eine theoretische Detaildiskussion mit Aerosolforschern bringt in dieser Situation jedenfalls keinen Erkenntnisgewinn mehr.


    Problematischer dürfte die Verhältnismäßigkeit in Bezug auf mildere Maßnahmen sein. Ich habe kaum Zweifel, dass Ausgangssperren in der aktuellen Pandemie vom Grundsatz her ein verhältnismäßiges Mittel sind. Es könnte aber sein, dass man vorher die Schulen wieder schließen muss, weil das als milderes Mittel angesehen wird.

    Ich kann mich da selbst nicht so richtig entscheiden:

    Darf man eine Ausgangssperre für alle Menschen erlassen, um Schülern den reinen Distanzunterricht zu ersparen?


    In einer idealen Welt, in der es guten Distanzunterricht gibt: wahrscheinlich nicht.

    In Berlin, wo der Distanzunterricht bei uns aus nur 2x 30 Minuten Videokonferenz pro Woche besteht: Schon eher. Aber nur, wenn der Staat erkennbar alle Hebel in Bewegung setzt, um den Distanzunterricht zu verbessern, so dass ausbleibender Präsenzunterricht weniger gravierende Folgen hat.