Beiträge von Epaminaidos

    So unterschiedlich sind die Geschmäcker. Ich halte den Typen keine 2 Minuten aus. Die Dosis an Bedienung von platten und falschen Ressentiments ist mir zu hoch.

    Beim Tagesspiegel tickerte gerade durch, dass eine entsprechende App entwickelt werden soll, die über Bluetooth-Kontakte ohne genauen Standort funktioniert. Na wollen wir hoffen, dass sie rechtzeitig fertig wird und ausreichende Nutzerzahlen erreicht.

    Oder er anderweitig aktiviert wird. Ein ständiges Tracken und Aufzeichnen findet imho momentan nicht statt.

    Hast Du ein Android-Handy und mal in die Zeitachse von Maps geschaut?


    Bei meinem und den Handys von Bekannten sind dort praktisch alle Tage mit ziemlich exakten Bewegungsprofilen gefüllt. Und die brauchen alle kein Navi oder sonstige Tracker, um den Weg zur Arbeit zu finden :-)

    Das Handy selbst hat nur dann deutlich genauere Daten, wenn das GPS an ist.

    Die nutzen ziemlich sicher noch mehr. In meinem Büro habe ich kaum Handyempfang (also ziemlich sicher auch kein GPS). Trotzdem wird meine Position im Gebäude überraschend exakt (+- 10 m) angezeigt. Ich muss mal prüfen, ob vielleicht doch ein GPS-Signal ankommt, wenn ich wieder im Büro bin.


    Selbst wenn nur die Sendemasten zur Verfügung stehen, dürften die Daten schon recht gut (< 50 m) sein. Denn die Geräte haben eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie weit sie vom Mast entfernt sind (sonst treffen sie aufgrund der Signallaufzeiten ihren Zeitschlitz beim Zeit-Multiplexing nicht exakt). Und das wird dann noch um WLAN-Daten ergänzt.


    Bei meinem Handy wird auch gar nicht mehr primär das GPS an- und abgeschaltet, sondern nur der Standortdienst an sich. Als Zusatzinformation kommt beim Aktivieren, dass GPS, WLAN, Mobilfunknetze und sonstige Sensoren verwendet werden.

    Das ist bei mir z.B. aber auf Grund des gesteigerten Stromverbrauchs in der Regel aus.

    Damit dürftest Du zu einer Minderheit gehören, die keinen nennenswerten Einfluss auf die Qualität der Bekämpfung der Pandemie hat.

    Die Handys selber wissen viel genauer, wo sie sind. Ich ging davon ausgegangen, dass die Politik an diese Daten will. Nur so kommt man an praktisch flächendeckende und recht genaue Daten.

    Wer es noch nicht kennt, rufe mal bei Maps auf dem Handy die Zeitachse auf.


    Und um an die Daten zu kommen, muss man "nur" Google und Apple anzapfen.

    Ich finde es falsch, den Schutz von Daten über den von Leben zu stellen.

    Es gab im Gesetz ja wohl zu weitreichende Befugnisse. Dann hätte man einfach ein Ablaufdatum reinschteiben können und gut ist.

    Jetzt vergehen erstmal mindestens vier Wochen, bevor es kommt. In der jetzigen Situation ist das eine Ewigkeit.

    Das Gesetz hätte dutzende, vielleicht sogar hunderte Tote verhindert. Und die ganzen Einschränkungen könnten wohl auch früher wieder aufgehoben werden.

    Das ist ein hoher Preis für Datenschutz.

    Ich befürchte eher, dass Werkzeuge wie die Handy-Ortung, die ja im Eilverfahren implementiert werden soll, wieder die üblichen Begehrlichkeiten wecken und schließlich aus dem Kontext des Infektionsschutzgesetzes herausgelöst werden.

    Dann sollte man vielleicht dann dagegen kämpfen. Aktuell würde eine Handyortung bei der Bekämpfung helfen.

    dass das Verweilen auf einer Sitzbank in Ordnung ist

    Ist eine blöde Situation. Das Verweilen alleine ist wohl wirklich unproblematisch.

    Aber dann setzt sich eine andere Gruppe in die Nähe. Und dann noch eine. Und noch eine.


    Und dann sieht so ein Park aus wie der in meiner Nachbarschaft gestern:

    Voll mit sitzenden Menschen. Die meisten hielten halbwegs Abstand. Viele leider nicht. Und größere Gruppen gab es gleich auch noch.


    Das ist ein schleichender Prozess, der mit dem ersten Verweilen beginnt.


    Wie soll die Stadt damit umgehen? Einfach machen lassen?

    Oder soll die Polizei mit einem Maßband herumlaufen und die Grüppchen neu anordnen?


    Ich denke, das einzig Praktikable ist das aktuelle Verweilverbot.


    Leider ist es auch nicht unmittelbar einsichtig.

    „unbotmäßiges Verhalten“ mittlerweile sogar gesellschaftlich geächtet wird.

    Bei Verhalten, das die Infektionsgefahr erhöht, habe ich Verständnis dafür. Denn die meisten hocken zu Hause, bis sich die Ausbreitung des Virus soweit verlangsamt hat, dass die Maßnahmen etwas zurück gefahren werden können.

    Und das dauert um so länger, um so mehr Menschen sich nicht daran halten.


    Der Verstoß gegen die Maßnahmen ist halt etwas anderes, als zu Fuß über eine rote Ampel zu gehen. Dabei riskiert man im Wesentlichen nur seine eigene Gesundheit. Wer sich heute nicht an die Maßnahmen hält, verlängert sie für alle.


    Darum:

    Diskutieren, ob etwas angemessen ist: ja

    Währenddessen schonmal unliebsame Dinge ignorieren: nein.


    Bei uns gab es auch schon wütende Mails über den Mailverteiler für Anwohner, weil bei dem schönen Wetter viele Kinder auf der Straße spielen. Kann ich verstehen.

    Was ist nun eigentlich der Name?

    Die Krankheit heißt COVID-19, das Virus SARS-CoV-2 aus der Familie der Corna-Viren. Ist wie HIV und Aids: Das eine ist das Virus, das andere die ausgelöste Krankheit.

    Nimmt man den Ursprungsort in China als Namen, um damit die vor Ort verbreitete Praxis Wildtiere zu essen, anzuprangern, dann entlastet man gleichzeitig alle anderen Orte (und Länder) der Welt

    Ganz im Gegenteil:
    Es könnte durchaus eine (kleine) abschreckende Wirkung entfalten, wenn jeder Lokalpolitiker befürchten muss, dass die nächste weltweite Pandemie nach seinem Ort benannt wird.

    Voraussetzung ist natürlich, dass die Ursachen und Missstände klar benannt werden, so dass das Problem den Verantwortlichen zumindest bewusst ist.


    Der aktuelle rein wissenschaftlich begründete Name bewirkt nichts dergleichen. Es ist halt ein abstrakter Name ohne jede Wirkung. Die Erzielung einer politischen Wirkung ist ja auch eigentlich nicht seine Aufgabe.

    Es ist ja wirklich irre, in welchem Tempo unsere bisherige Welt in tausend Teile zerfällt: Streit über "Wuhan-Virus"

    Seit ich mit einer Biologin über das Virus gesprochen habe, finde ich den Namen Wuhan-Virus gar nicht so schlecht.

    Warum?

    Es geht um den Umgang mit Wildtieren. Es ist unter Biologen wohl unstrittig, dass es bei Wildtieren ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Viren gibt, die auf den Menschen überspringen können, wenn der Kontakt zu eng und häufig ist.

    Und gerade in China gehört das an vielen Stellen noch zur Kultur. Ist ja nicht die erste Pandemie, die auf einem chinesischen Wildtiermarkt begann.

    Nach der letzten Pandemie haben die chinesischen Behörden wohl versucht, den Umgang mit Wildtieren zu ändern, es nach ein paar Jahren aber wieder bleiben lassen.

    Es ist also wichtig, dass sie es diesmal durchziehen.


    Aktuell arbeitet die chinesische Regierung aber eher an Verschwörungstheorien, nach denen das Virus aus dem Ausland eingeschleppt wurde.


    Sollte das alles wahr sein, wäre die aktuelle Pandemie ein Versäumnis der chinesischen Regierung. Und anstatt die Ursachen zu bekämpfen, wird vertuscht.

    Die anderen Staaten sollten also China unter Druck setzen, die richtigen Maßnahmen tatsächlich umzusetzen.

    Der Name des Virus könnte ein Baustein dazu sein. Der Name wäre quasi eine Motivationsmaßnahme, diesmal die richtigen Maßnahmen einzuleiten.


    Das alles steht unter dem Vorbehalt, dass die genannten Fakten stimmen. Wenn nicht, ziehe ich den Wunsch sofort zurück.

    Deutschland steht bei den Tests gar nicht so schlecht da (FOCUS).

    Südkorea hat 5.200 Tests pro 1 Mio Einwohner gemacht. Dabei haben sie vor 32 Tagen die 100-Patienten-Marke (beliebige von mir gewählte Grenze) überschritten. Sind also 162 Tests pro Mio Einwohner und Tag.

    In Deutschland gab es bis zum 19. März wohl 170.000 Tests (Stern), also pro 1 Mio Einwohner 2.073 Tests. Aber bei uns wurde die 100-Patienten-Marke auch erst vor 18 Tagen überschritten. Macht 115 Tests pro Mio Einwohner und Tag.


    Machen 40% mehr Tests wirklich den Unterschied zwischen Südkorea und uns? Ist das der Unterschied zwischen unkontrolliert schneller Verbreitung und Eindämmung?

    Ich kann es mir nicht so richtig vorstellen. Da muss es mehr mMn mehr geben.

    mit einer Reihe intelligenter Maßnahmen

    So richtig kapiere ich noch nicht, wie die das hinbekommen haben.


    Eine recht prominente Maßnahme ist, dass sie ganze Stadtviertel über die per Handy ermittelten Wege von Infizierten informieren. Und "Drive-In"-Stationen zum Testen.


    Sind das die beiden Schlüssel zum Erfolg?

    Man kann sicherlich einen gewissen Abfall der Zahlen fälschen, ohne dass es tatsächlich passiert. Das hat aber Grenzen.

    Aktuell ist China nahe Null. Das kann man nicht mehr plausibel fälschen. Denn bereits eine kleine Gruppe mit Infizierten oder gar Toten genügt, um die Lüge auffliegen zu lassen.

    Und bei der Radikalität der in China verhängten Maßnahmen ist die Reduktion über einen Zeitraum von knapp zwei Monaten (oder so) durchaus glaubwürdig.

    China? Wenn man Reporter verschwinden lässt?

    Na und?

    Es gibt sicher viel an China zu kritisieren.

    Das ändert nichts daran, dass sie bisher wohl unbestritten eins der wenigen Länder sind, die das Virus eingedämmt haben.

    Davei hat die Epidemie in China am überraschendsten zugeschlagen. Und trotzdem werden sie bei den Fallzahlen nun von anderen Ländern überholt, bzw. werden überholt werden. Von Ländern, die zwei Monate Zeit hatten, sich vorzubereiten.

    Großbritannien hat gerade einen ganz interessanten Ansatz zur Behandlung der Krise: Quarantäne hauptsächlich für die Risikogruppen.

    So könnte man mehrere Ziele unter einen Hut bekommen: schnelle Durchsuchung, Schutz der Risikogruppen, möglichst keine Überlastung der Krankenhäuser und Begrenzung der Wirtschaftskrise.

    Denn auch eine Wirtschaftskrise kostet Leben: Suizide und geringere Lebenserwartung durch gesunkenen Wohlstand.

    Ich vermute, das ist, damit die Leute sich dran gewöhnen können.

    Ich vermute eher, dass die Politik genauso überfordert ist, wie wir fast alle.

    Auch Politiker müssen sich ja erstmal an noch nie dagewesene Einschnitte gewöhnen, bevor sie an weitere denken.

    Alles, was jetzt passiert, hätte man eigentlich vor 2 Wochen vorhersehen können. Aber man muss schon verdammt abgebrüht sein, um das Land bereits im Stadium von ein paar Hundert Infizierten direkt komplett lahmzulegen.

    Es sind halt alles Menschen, die die da handeln.

    China und Südkorea scheinen bisher die beiden einzigen Länder zu sein, die es richtig gemacht haben.

    Ich gehe eigentlich auch davon aus, dass die bisher ergirffenen Maßnahmen ausreichen. Auch ohne Ausgangssperre.

    Aber was, wenn nicht?

    Das bemerken wir erst in 1-2 Wochen. Das bedeutet 5-10 mal so viele Infizierte, die die Krankenhäuser belasten.

    Die Ruhe hat in der jetzigen Situation wohl niemand in verantwortlicher Position.

    Gute Frage. Eigentlich ändert sich an den Fundamentaldaten durch das Virus ja überhaupt nichts. Es gibt "nur" ein paar Wochen/Monate Ausfall und dann könnte es eigentlich weitergehen, bzw. sich schnell erholen. Wobei ich nicht überblicken kann, ob durch die anstehenden Insolvenzen längerfristige Effekte entstehen.


    Die Krisen, die mir so einfallen (Finanzkrise, Dotcom-Krise und die von 1929) wurden durch das Platzen von Spekulationsblasen ausgelöst. Das ist ja bei der aktuellen nicht der Fall.