Beiträge von Peter Viehrig

    Was sagt das über die Gründe aus, Fahrrad zu fahren? Nichts.

    Über die Gründe sagt es nichts aus, das ist richtig. Es sagt aber eine Menge darüber, was das Ergebnis welcher Gründe auch immer ist: Kein signifikanter Unterschied. Daß die PKW-Fahrleistung in Berlin pro EW etwas höher liegt, ist schlicht der größeren Fläche und der folglich etwas weiteren Wege geschuldet, die man innerhalb des individuellen Wegezeit-Budgets zurücklegen kann.


    Mein Tipp: Fahr einfach mal hin und schaue es dir an. Falls du danach immer noch der Meinung bist, dass es in Kopenhagen eigentlich genauso ist wie in Berlin, suche dir einen Therapeuten.

    Einer Behauptung zu widersprechen, die nicht aufgestellt wurde, um anschließend einen Arztbesuch zu empfehlen, läßt mich an anderer Stelle Therapiebedarf erkennen. Mit aller gebotenen Zurückhaltung.

    in meiner Heimatstadt fuhren 1985 im Winter 80% der arbeitenden Bevölkerung mit dem Rad zur Arbeit.

    Wo war das genau? Denn in meiner Heimatstadt (Leipzig) nutzten 60% dafür den ÖPNV, der Rest verteilte sich auf private Kfz aller Art (Simson, MZ, Trabi & Co.) und ein paar Exoten auf dem Rad. Die waren damals erheblich seltener als sie es jetzt sind.

    Falls es Ihnen entgangen ist: Russland führt den Krieg bereits. Einen Angriffs- und Vernichtungskrieg. Aber das hatten wir schon. Es gibt keine friedliche Option mehr, außer der Unterwerfung unter Gewalt und Vernichtung. Wie das dann ausgeht, damit haben die Ukrainer bereits Erfahrungen.


    Aber es gab auch andere Verhandlungen (ohne Täuschungsabsicht) von demokratischen Staaten mit Diktatoren. Der spanische Diktator Franco beispielsweise hatte in Spanien die Demokratie in einem blutigen Bürgerkrieg beseitigt und trotzdem wurde von den Alliierten mit ihm verhandelt.

    Der Unterschied ist entscheidend: Spanien hat unter Franco zu keinem Zeitpunkt einen Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen ein anderes Land geführt. Womit eine Gesprächsbasis gegeben war.


    Wollte die Bevölkerung der Ukraine tatsächlich versuchen, sich ausschließlich mit gewaltfreien Mitteln Russlands Angriffskrieg zu widersetzen, dann würde das sehr wahrscheinlich ebenfalls große Opferzahlen hervorrufen und viel Leid und Elend über die Menschen bringen, schlimmer noch als das, was ja auch jetzt schon in Russland selbst viele Menschen erleben. Trotzdem ist es wichtig, die Option ziviler Widerstand nicht in Bausch und Bogen zu verdammen, sondern als Alternative zur jetzigen Kriegsführung zu behandeln.

    Nehmen Sie zur Kenntnis: Die Bevölkerung der Ukraine will das nicht, sie will das mit erdrückender Mehrheit nicht. Die Bevölkerung befürwortet mit erdrückender Mehrheit (mehr als 4/5) den militärischen Widerstand und lehnt mit genauso starker Mehrheit jegliche territorialen Zugeständnisse ab. Was auch ihr Recht ist. Es gibt keine Alternative zur jetzigen Kriegsführung außer der Unterwerfung mit den entsprechenden Folgen, siehe oben.


    Sie wiederholen sich, das macht es nicht richtiger, sondern nur menschenverachtender.

    Ich bin nach wie vor nicht überzeugt davon, dass tatsächlich alle Möglichkeiten erschöpft sind, Russland mit nicht militärischen Mitteln dazu zu bringen, seinen Angriffskrieg zu stoppen.

    Da kann man nichts machen. Die Argumente - sowohl historisch als auch aktuell begründet - wurden ja alle mehrfach genannt. Mit Faschisten auf Kriegszug kann man nicht verhandeln, Punkt.


    Und über Anton Hofreiter berichtet das ARD und ZDF Morgenmagazin: "Die angekündigte Lieferung von Marder-Schützenpanzern an die Ukraine geht dem Grünen-Politiker Anton Hofreiter nicht weit genug. Er fordert, der Ukraine auch den schlagkräftigeren Kampfpanzer Leopard 2 zur Verfügung zu stellen."

    Das hat mich positiv überrascht. Es scheint, daß das Meinungsbild der Faktenlage angeglichen wird. Wobei man festhalten muß, daß die Grünen von Beginn an klarer und konsequenter Stellung bezogen haben, weshalb ich sie im Februar hier in Berlin wohl erstmals wählen werde.

    Ihr Kommentar ist sehr abwertend und unfreundlich.

    Nur unfreundlich, bitte.


    Es gibt Leute die was machen bzw. welche, die nur meckern.

    Das ist, mit Verlaub, eine Null-Aussage. Zum einen, weil ich sachlich handfest begründete Einwände vorbringe, zum anderen, weil Kritik vorbringen keinerlei Verpflichtung zum "machen" beinhaltet. Wenn Sie selbst sich entscheiden, zu "machen", enthebt dies das "Gemachte" auch nicht berechtigter Kritik. Des weiteren sollten Sie lernen, das "Gemachte" von Ihren persönlichen Befindlichkeiten zu abstrahieren, denn das hilft Ihnen, brauchbare Lösungen zu finden.


    Diese Gestaltung ist ähnlich einer Fahrradstraße mit gepflastertem Mittelstreifen, das gibt sich Nichts, mit oder ohne Leitlinie.

    Das ist falsch. Eine Fahrradstraße beinhaltet Vorrang für den Radverkehr, gestaltet wird da nicht viel, insbesondere Streifenmalereien sind da überflüssig. Und übriger Fahrverkehr wird von einer Fahrradstraße ausgesperrt. Jedenfalls ist das in der Theorie so. In Deutschland gibt es nämlich nahezu keine echten Fahrradstraßen.


    Schmale Kernfahrbahnen werden in den Niederlanden standardmäßig so verwendet, mit sehr hoher Verkehrssicherheit.

    Stichwort Niederlande: Pro Personenfahrkilometer ist das Todesrisiko für einen Radfahrer in den Niederlanden etwa doppelt so hoch wie in Deutschland (Quelle). Wenn Sie also behaupten, daß Ihre Gestaltungsform sich davon besonders abhebt, also der allgemeinen Gefährdungslage für den Radverkehr in den Niederlanden diametral entgegensteht, möchte ich dafür handfeste empirische Belege sehen, die diese Gestaltungsform gesondert untersucht und mit den anderen und insbesondere mit dem normalen Mischverkehr ohne besondere Gestaltung empirisch verglichen haben. Andernfalls kneifen Sie sich das. Radverkehr in den Niederlanden ist nicht sicherer, sondern meßbar und belegt gefährlicher. Ich weiß, das liest oder hört man üblicherweise nicht in den Nachrichten und Radwegpredigten.


    Ihre Alternative wäre gar keine Radverkehrsführung, wo Radfahrer eng bei Gegenverkehr überholt und geschnitten werden. Hört sich sehr gut an.

    Wie sich das anhört, ist eigentlich egal. Was es bewirkt, das zählt. Nicht Gefühle, sondern Fakten. Und die besagen nunmal, daß der innerörtliche Überholvorgang für den Radverkehr kein besonders hohes Risiko darstellt (Beleg). Insofern ist mein Maßstab, daß Ihre Gestaltung diese gute Ausgangslage verbessert oder wenigstens nicht verschlechtert. Das tut sie aber nicht, im Gegenteil. Warum nicht, das habe ich bereits dargelegt, siehe weiter oben/vorne.

    Ich muß allerdings zugeben, daß ich nicht mehr gesondert auf die Querparker in Ihrem "Gemachten" eingegangen bin. Angesichts alles übrigen schien mir das dann entbehrlich. Aber gut: Haben Sie sich mal überlegt, wie die wohl ausparken werden? Rückwärts vielleicht (wegen Auspuff zur Fahrbahn)? Blind auf Ihre Straßenmalerei einfahrend vielleicht? Die vorrangberechtigten Busse und vor allem Radfahrer erst bemerkend, wenn diese bereits in ihre Kfz gerauscht sind?


    Die Verschwenkung ist ein Trichter vor der Ampel, um den Querschnittstyp zu wechseln, sonst müssten sich Radfahrer in die Fahrradstraße nach Paragraph 10 einsortieren.

    Im Mischverkehr müßten die das nicht. Das ist einer der Gründe, weshalb der so sicher ist.


    Es ist keine Modellwelt, sondern eine Vision. Ihre Bemerkung mit Rettungsdiensten ist daneben, da es gar keine Sicherheitsbedenken gibt.

    Ich habe sie vorgebracht und begründet. Es gibt sie also. Zumindest ab jetzt.


    Aber einen positiven Aspekt hätte man schon nennen können, wenn man so viel Initiative zeigt, etwas zu verbessern, das war mein Punkt.

    Wenn ich einen Aspekt finde, der tatsächlich etwas verbessert, dann werde ich den benennen. Ich werde ihn herausragend loben. Versprochen.


    Mir ist durchaus klar, daß meine harte, aber letztlich sachliche Kritik schmerzen kann. Aber mit Wattebäuschen werfen hilft nicht, weder Ihnen noch dem Radverkehr. Und deshalb werde ich das nicht, zumal, wenn man Menschen in Gefahr bringt.


    Machen Sie sich bitte klar, daß, wenn Sie etwas für den Radverkehr tun wollen, Sie den Kfz-Verkehr einschränken, ihm etwas wegnehmen müssen (Parkflächen, Fahrflächen, Erreichbarkeitsradien und -zeiten). Planen Sie ein Parkhaus, wo Sie die Blecheimer zwischenlagern können, damit die nicht überall im Wege sind. Wenn Sie das aus Konfliktscheu heraus nicht wollen oder wegen fehlender Durchsetzbarkeit nicht können, dann lassen Sie es bitte ganz, dann richten Sie wenigstens keinen Schaden an.

    Ich halte diese Planung soweit auf den Bildern ersichtlich für ein Desaster. Diese ganze Streifenmalerei produziert unnötige Konflikte, zumal, wie bereits erwähnt, Schutzstreifen in der hier gezeigten Form gar nicht erst angelegt werden dürfen.


    1. Alexianergraben


    Besser eine stinknormale Fahrbahn mit Tempo 30 statt Schutzstreifen, die die Zulässigkeitskriterien nicht im Ansatz erfüllen, da sie permanent von Bussen und PKW mitbenutzt werden. Die Konflikte und Gefahrensituationen kann ich mir lebhaft vorstellen.


    2. Kapuzinergraben


    Dasselbe, nur nochmal verschärft durch die Verschwenkungen. Querungshilfen durch Mittelinseln für Fußgänger sorgen regelmäßig für Abdrängung des Radverkehrs durch den MIV, der damit hoffnungslos überfordert ist. Macht Fußgängerüberwege oder eben Ampeln. So produziert man Leichen und Rollstuhlfahrer. Augenscheinlich soll die Fahrbahn später sich zugunsten der Schutzstreifen komplett in Luft auflösen, die aber trotzdem vom MIV mitbenutzt werden. Das ist nicht zulässig. Hatten wir schon.


    3. Peterstraße


    Auch schön. Hier werden nun die Radfahrer vor (bzw. unter) die Kfz geführt statt umgekehrt wie oben, es gilt dasselbe wie bei den Querungshilfen. Sind die Krankenhäuser und Rettungsdienste in Aachen so wenig ausgelastet?


    Mich erinnert das an eine Modellwelt, wo alles immer so hübsch aussieht.


    Durchdacht ist da offensichtlich nichts.


    Sorry, aber da will ich nicht nett und freundlich sein, geht schließlich um Menschenleben.

    Und doch vermute ich, dass die Schutzwirkung des wirksam aufgesetzten Helms bei Senioren stärker ins Gewicht fällt als bei jungen Leuten:

    Irgendwelche Belege? Für die Schutzwirkung an sich, meine ich. Der Rest ist ja explizit als Vermutung deklariert.

    Ullie


    Ich mach's kurz. Die Baustelle mag unschön einzurichten sein, aber in einer rationalen Argumenten zugänglichen Welt würde man wenigstens für die paar hundert Meter Tempo 20 anordnen und zumindest auf der Baustellenseite den Radverkehr über die Fahrbahn im Mischverkehr abwickeln (können).


    So wie hier umgesetzt entstehen nur zusätzliche Verkehre durch Umwege und Gefährdungen durch Geisterradelei. Ist also Murks.

    Mag jemand berichten, was hinter der Bezahlschranke für Regeln gelten?


    https://www.spiegel.de/psychol…7f-44d9-9dfb-d3daace050b2

    Herr "mittleren Alters" mit coronabedingt sprunghaft gestiegener Radverkehrserfahrung (die ich wenigstens grob so bestätigen kann), teilt diese mit der Welt, leitet daraus untaugliche Kategorisierungen ab, stellt obsolete Fragen und zieht falsche Schlüsse.


    PS: Obwohl SPIEGEL+, derzeit keine Paywall.