aus: Mikromort: Wie wir unser eigenes Sterberisiko errechnen können, dlf vom 17.12.2020
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Dass das Fahrradfahren im Vergleich zum Autofahren so schlecht abschneidet, halte ich für einen Rechenfehler.
Jedenfalls sind die Daten nicht mit deutschen Werten berechnet, sondern gelten für US-Verhältnisse.
Deutschland hat derzeit im Schnitt ca. 450 gestorbene Radfahrer jährlich bei einer Gesamtfahrleistung von 45 Mrd Kilometern. 45.000.000.000 / 450 = 1 Todesfall je 100 Millionen km. Für 1 Micromort müsste man demnach in Deutschland 100 km Radeln (100.000.000/1.000.000).
Spannender wäre für Viele an dieser Stelle sicherlich die Überlegung, wie hoch das Risiko wäre, unverschuldet einem Zusammenstoß mit einem fahrenden KFZ zum Opfer zu fallen. Von den 450 Toten p.a. entfallen nur ca. 100 auf schuldige KFZ-Führer, so dass sich die zurückzulegende Distanz für je einen Mikromort entsprechend auf 450 km erhöht.
Für einen realistischen Vergleich wäre allerdings nicht der Bezug auf die zurückgelegten km entscheidend, sondern das pro Zeiteinheit wirkende Risiko der Tätigkeit. Das allgemeine Sterberisiko je Tag zB ergibt sich aus der mittleren Lebenserwartung; für 80 Jahre also [(1/(80 x 365))*1.000.000] bzw. 34 Mikromort am Tag. Vielradler mit 5.000 Jahres-km kommen für Radeln auf [(5000/450)/365] bzw. 0,03 KFZ-bedingte Mikromort am Tag, senken aber durch ihr wahrscheinlich um 5 Jahre längeres Leben ihr allgemeines Sterberikiso um 2 Mikromort am Tag auf 32.
Von den "Mikromord" (Typo intended), die die Tätigkeit Radfahren im Vergleich zur PKW-Nutzung für die Lebenserwartung von Fremden bedeutet, haben wir bis dahin noch gar nicht gesprochen.![]()