ja, das eine ist in harten Worten formuliert: Doofheit. Da ist eine Sicherungseinrichtung, deren technische Funktionsfähigkeit feststeht. Und die Entscheidung war: ich setze mich darüber hinweg. Der Verlust auf Grund einer solchen Entscheidung ist für mich etwas völlig anderes als ein Verlust auf Grund einer tödlichen Krankheit.
Alkohol, Übergewicht, Rauchen sind die Killer Nr. 1. Sie töten langsam - ist aber auch alles eher "doof" und eigene Entscheidung, oder?
Auf die Fragen, ob ein Verkehrstod durch eigenes Verschulden tragischer ist als durch fremdes Zutun, und ob es außerdem darauf ankommt, ob die Person geradelt ist oder zu Fuß/mit eigenem PKW unterwegs war, bist du leider nicht eingegangen.
Edit:
Ein weiterer Aspekt: die Bahn hatte eindeutig Vorfahrt. Gleichwohl war sie zu schnell, um bremsen zu können. Bei einem schnellen (aber im Rahmen des erlaubten befindlichen) KFZ würden jetzt alle nach Tempolimit und Entschleunigung schreien, von wegen Visionzero und so. Die Schuldfrage darf gar nicht erst gestellt werden, weil das ja Victimblaming wäre. Bei einer Eisenbahn ist es auf einmal unstreitig doch nur die pure Doofheit des Toten. Seltsam, oder?
Ich persönlich halte die Betonung, dass Fahrradunfälle (auch mit KFZ oder als Alleinsturz) weitestgehend eigene Doofheit sind, für einen Faktor, der durchaus würdig ist, breiter kommuniziert zu werden. Die meisten Menschen halten sich selber für unfehlbare Superhelden. Wenn man ihnen vermittelt, dass sie dem Straßenverkehr gar nicht machtlos ausgeliefert sind, dann könnte das dazubeitragen, dass mehr Menschen öfter Rad fahren, und das ist doch unser aller Ziel hier, oder?