Fahrrad und winterliche Witterung

  • Ja, ich weiß: Wenn man keine Sorgen hat, dann sucht man sich welche.


    Nach dem gestrigen Gran Fondo hatte ich das Rad mit klarem Wasser abgespült, so dass der Dreck die obligatorische Salzkruste verschwunden sind. Heute morgen war die Fahrradkette trotz gestriger Pflege und Reinigung einfach mal knallhart festgebacken: Die Glieder waren starr vor Rost, Dreck und Salz und bewegten sich überhaupt nicht mehr, erst mit mehr oder weniger rohen Kräften und einer Menge Schmiermittel kam wieder Bewegung ins Spiel. Die Kette ist allerdings ohnehin bald am Ende der Lebensdauer angekommen, insofern hält sich meine Trauer in Grenzen.


    Pflegt ihr eure Räder in dieser Zeit noch mit besonderen Tricks? Vor ein paar Jahren wurde mir in Hamburg empfohlen, den Lack mit Wachs zu schützen, woraufhin wieder andere meinten, auf dem Wachs hafte das Salz ganz besonders gut und verschlimmere die Sache nur noch.

  • Pflegt ihr eure Räder in dieser Zeit noch mit besonderen Tricks?

    Nö. Was kaputt ist, wird halt getauscht. Trifft in der Regel die typischen Verschleißteile Bremsbelege, Kette, Ritzel, Reifen, Griffe, Sattel.

    Ansonsten hält es sich bei mir in den letzten Jahren in Grenzen. Ein Rahmen durchgerottet an ner Schwachstelle, eine Felge durchgebremst. Eine Gangschaltung zerstört (Profilbild). Und in früheren Jahren auch mehrere Tretlager, aber die scheinen mittlerweile stabiler zu sein.

    Bessere Pflege würde vielleicht den Verschleiß von Kette+Ritzel vermindern. Und wenn ich die Felge häufiger abwischen würde, würden Bremsen/Felge auch länger halten. Aber wozu die Mühe machen? Zeit+Geld in die Pflege zu stecken spart am Ende vermutlich auch nicht viel Geld. Die Zeit investiere ich lieber in anderes. Mein Fahrrad ist kein Status-Symbol das toll aussehen braucht, es ist ein Gebrauchsgegenstand.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Also, wenn Geld keine Rolle spielt kannst du das Problem umgehen. Es gibt Titan/Titannitrid-Ketten. Ich halte das für bescheuert, aber es wäre aus rein materialtechnischer Sicht möglich.


    Und an Pflege: Nein, aber ich ersetze wahrscheinlich manche Teile häufiger als nötig. Meine Kette und meine Mäntel werde immer nach dem Winter ersetzt, wenn sie bis dahin noch nicht ausgefallen sind. Meine Kasette lasse ich zu lange ohne Ersatz - Ketten sind vergleichsweise billig, der ganze Anbaukram kostet nicht nur mehr Geld sondern auch mehr Zeit.


    Den ganzen Rollsplit in den Reifen und Salz in der Kette mag ich aber nicht bis ins späte Frühjahr herumschleppen.


    Whoops, vergessen die Titankette zu verlinken: https://r2-bike.com/YBN-Yaban-…FL-210-Titanium-gold-210g ein wahres Schnäppchen :/

  • Pflegt ihr eure Räder in dieser Zeit noch mit besonderen Tricks? Vor ein paar Jahren wurde mir in Hamburg empfohlen, den Lack mit Wachs zu schützen, woraufhin wieder andere meinten, auf dem Wachs hafte das Salz ganz besonders gut und verschlimmere die Sache nur noch.

    Dreimal im Jahr den Riemen sauber machen. Hält jetzt schon seit ca. 7000 km, toi, toi, toi.


    Was mit Sorgen macht, sind platte Reifen wegen des Rollsplits. Da wollte ich mir die "Tannus Armour" reinmachen, sind für meine Ballonreifen aber irgendwie schwer zu bekommen.


    Bzgl. Lack, Sattel, usw. mach ich ehrlich gesagt - gar nichts.

  • Was mit Sorgen macht, sind platte Reifen wegen des Rollsplits.

    Hab in zig Jahren erst einen Platten mit meinen Marathon-Plus gehabt, weil sich in Schräglage ein Pflanzendorn durchgebort hat. Lieber nehme ich das zusätzliche Gewicht in Kauf als mich um Plattfüße sorgen zu müssen.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Hab in zig Jahren erst einen Platten mit meinen Marathon-Plus gehabt, weil sich in Schräglage ein Pflanzendorn durchgebort hat. Lieber nehme ich das zusätzliche Gewicht in Kauf als mich um Plattfüße sorgen zu müssen.

    Den gibts leider nur bis x mm Breite, da würd ich sozusagen mit Trennscheiben rumfahren. :) Gewicht spielt angesichts meiner selbst kaum eine Rolle...

  • Hab in zig Jahren erst einen Platten mit meinen Marathon-Plus gehabt, weil sich in Schräglage ein Pflanzendorn durchgebort hat. Lieber nehme ich das zusätzliche Gewicht in Kauf als mich um Plattfüße sorgen zu müssen.

    Ich fahre gerne den Conti Grand Prix 5000 (oder so ähnlich) auf dem Rennrad. Der hält eine Saison, ist aber nach 12Mm so abgefahren, dass eben doch irgendwann Steinchen durch gehen. Und den ersten flicke ich dann noch, der zweite, spätestens der dritte Platten heißen dann aber auch "Mantel kaputt, tauschen".


    Mir ist meine Freizeit zu viel wert sie an dauerndes Reifen flicken zu verschwenden.

  • Ich fahre gerne den Conti Grand Prix 5000 (oder so ähnlich) auf dem Rennrad. Der hält eine Saison, ist aber nach 12Mm so abgefahren, dass eben doch irgendwann Steinchen durch gehen. Und den ersten flicke ich dann noch, der zweite, spätestens der dritte Platten heißen dann aber auch "Mantel kaputt, tauschen".


    Mir ist meine Freizeit zu viel wert sie an dauerndes Reifen flicken zu verschwenden.

    Mache ich genau so, sowohl beim Rennrad (Mavic Yksion Elite derzeit) und auch beim Treckingrad (Marathon Mondial). Erster Platten = flicken. Beim nächsten Platten prüfender Blick und nochmal flicken oder halt neuer Reifen. Und ein Jahr passt auch so grob...

  • Vor dem Winter werden Lager gefettet, also Tretlager und Radlager. Züge und kontrolliert, vor allem auf Risse. Damit nix einfriert.

    Im Winter wenn möglich ab und an mal die Felgen gereinigt, denn sonst schmirgeln die Bremsen die zu schnell weg.

    Sonst ganz normal, Kette wird vielleicht etwas früher gefettet.

  • Wenn man in der Stadt lebt, in der auf "Radwegen" kein Winterdienst durchgeführt wird, hat man einige der Probleme gar nicht. Am Alltagsrad fahre ich im Sommer Schwalbe Marathon Plus und im Winter Schwalbe Winter mit Spikes. Die Winterreifen jetzt in der vierten Saison und die Sommerreifen bestimmt seit 7 oder 8 Jahren ohne einen einzigen Platten bei ca. 4000km im Jahr mit diesem Fahrrad. Bei den Winterreifen fehlen inzwischen allerdings einige Spikes.


    Beim Rennrad hatte ich im letzten Jahr einige Platten und da sind für die kommende Saison definitiv neue Mäntel fällig. Das hat auch kürzlich eine neue Kette und neue Bremsbeläge bekommen. Längere Touren mache ich im Winter aber lieber mit dem Alltagsrad mit richtigen Schutzblechen.


    Besondere Pflege bekommt mein Alltagsrad nicht, erst recht nicht im alltäglichen Einsatz. Ab und zu wird die Kette abgewischt und neu geölt. Einmal im Jahr gibt es eine neue Kette und ca. alle zwei Jahre ein neues Ritzelpaket. Alles andere nach Bedarf. Kürzlich habe ich zum Beispiel die Schaltzüge erneuert, davor zuletzt vor vier Jahren.

  • Pflegt ihr eure Räder in dieser Zeit noch mit besonderen Tricks?

    Viele Jahre bin ich bei Frost(gefahr) mit meinem dauerhaft Nokian W106 vollbespikten Konfirmations-Hollandrad gefahren, ohne dass ich da mehr gemacht hätte als alle paar Winter die verrostete Kette zu wechseln. Leider war am Ende das Salz auch für den vollverzinkten Stahlrahmen zu viel und ich musste das Teil verschrotten. Seitdem nutze ich mein vor 6 Jahren zum Zweitrad herabgestuftes ehemaliges Alu-Allltagsrad unter Winterbedingungen und pflege es ein bisschen sorgfältiger, indem ich die Salzsuppe möglichst gleich nach der Fahrt abspüle. Leider ist gerade im Winter die Wasserpumpe im Garten abgestellt. Ich nehme daher für die schnelle Reinigung eine Gartenspritze für Unkrautvernichter als "Kärcher für Arme" :evil: . Danach grob mit einem alten Lappen trockenreiben und v.a. Kette nicht erst über nacht vor sich hin rosten lassen, sondern sofort neu ölen.

    Zum Fahren auf Schnee/Eis: an o.g. Rad habe ich nur vorne Spikes, weil hinten unter dem Schutzblech zu wenig Platz war (Schwalbe Winter active in 30-622). Der Wechsel zu den Sommerreifen geht dank Schnellspanner in Sekunden. Zu meiner Überraschung ist diese Variante weit mehr als nur eine Raureifversicherung. Am Sonntagmorgen bin ich damit bei -12 Gad problemlos über Schwarzeis, steinhart gefrorenen Matsch mit Fußstapfen und KFZ-Spurrillen und durch verharschten Tiefschnee gefahren. Bonus-Komplikation: Hund an der Sattelstütze festgeleint. :saint:

  • Und in früheren Jahren auch mehrere Tretlager, aber die scheinen mittlerweile stabiler zu sein.

    Ich hätte auch noch eine andere mögliche Ursache. :whistling: Sage ich jetzt mal so als alter Sack ...

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Meine Ketten laufen in Kettenrohren nahezu vollständig gekapselt. Im Velomobil nun schon etwa 15000 km und aufgrund der Länge mit geringem Verschleiß. Sollte nochmal solange halten. Hinten ein Schwalbe Marathon plus ist bis jetzt auch nach 15000 km noch nicht am Ende. Vorne fahr ich im Sommer Duranos, die halten 5-6000km und im Winter Shreddas, die halten etwas länger. Wenn das Gewebe zu sehen ist oder ich immer öfter Löcher fahre kommen die neu.