Beiträge von Pepschmier

    Ich finde, die Pietät der Toten gegenüber sollte uns dazu dazu bringen, doch erstmal abzuwarten, was die staatsanwaltschaftliche Untersuchung ergibt und hier nicht zu spekulieren und politisieren. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und ich möchte ihnen meines aufrichtigen Beileides versichern.

    Ich finde, die Pietät der Toten gegenüber sollte endlich einen gewaltigen Zorn entfachen. Mögen diejenigen, die "eigentlich alles in Ordnung" finden, an ihren dümmlichen Beileidssprüchen ersticken.

    Ich glaube, dass das auch damit zusammenhängt, dass die Aktivisten zwar „gegen“ den Autoverkehr aber nicht genug „für“ den ÖPNV, Radverkehr usw. unternommen haben.

    Und dabei gäbe es ganz viel dazwischen. Aber die Gattung der Leichtfahrzeuge hat nicht nur keine Lobby, sie existiert in den Köpfen einfach gar nicht. Ist mir schon lange komplett unverständlich.

    Ah ok. Weißt Du noch, wie es ausgegangen ist?

    Da gibt es, glaube ich, kein "Ergebnis".

    Es wird der menschlichen Arbeit ein CO2-Ausstoß zugerechnet - basierend auf dem CO2-Ausstoß der Lebensmittelproduktion - und verglichen mit dem CO2-Ausstoß, der bei der Erzeugung der entsprechenden elektrischen Energie entsteht.

    Das Ganze ist ja akademisch ganz witzig und hängt natürlich davon ab, welche Lebensmittelproduktion (tierisch, pflanzlich) man mit welcher Stromerzeugung (fossil, solar, atom) vergleicht. Es bleibt aber eine akademische Rechenaufgabe, denn selbst wenn rauskommt, dass bei fossiler Stromerzeugung weniger CO2 ausgestoßen wird, ist das eigentliche Problem ja, dass dieses CO2 vor Millionen Jahren gebunden wurde und in der Erde geschlummert hat.

    Das eigentliche Problem entsteht m.E. dann, wenn diese Rechnungen in der Öffentlichkeit dazu verwendet werden, Klimaschutzmaßnahmen ins Lächerliche zu ziehen. Zu mehr taugt das nicht.

    Zitat

    Wir warten seit zwei Jahren darauf, dass der Verkehrsminister handelt.

    Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge

    Meine Meinung: Genau das ist das Problem. Hätte die DUH nicht gegen die Untätigkeit geklagt, würde das Parlament immer noch "warten".

    Das ganze Parlament muss sich den Vorwurf gefallen lassen, das tägliche Rumkutschieren von Millionen ungenutzten Sofa-Landschaften zu etwas Sakrosanktem zu machen.

    Da gibt es einerseits Menschen, die es "nicht gerne so schnell mögen". Da zähle ich mich auch dazu. Denen würde auch ein Pedelec mit Tretunterstützung bis 20 km/h ausreichen

    Zitat

    Als der englische Dampflockerfinder George Stephenson 1825 die erste Eisenbahnstrecke (zwischen Manchester und Liverpool) beantragte, holte das britische Unterhaus ein Gutachten ein, die Pariser „Académie des science“ schrieb, dass die schnelle Bewegung der Reisenden eine Gehirnerkrankung, das sogenannte „Delirium furiosum“, hervorrufen könnte.

    Sollte man evtl. auch wissen:

    Im VDV (=Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, der hat die STUVA-Empfehlung auf Bundesebene "erweitert"), sitzen zwar alle eScooter-Sharing-Anbieter, aber keine eScooter-Hersteller. Und von allen eScootern in D sind nur 20% im Sharing, der Rest in Privatbesitz. Und sie werden immer beliebter. Und wer seinen eigenen eScooter zum Pendeln benutzt, der benutzt natürlich keinen Sharing-eScooter.

    Ach ja, dieses Phänomen hab ich vergessen:

    • Verkehrspolitik aus der Steinzeit machen vs.
    • Immer wieder beteuern, wie wichtig der Radverkehr ist, dass man ihn nach Kräften fördern will und - ganz wichtig: Das Ziel setzen, dass irgendwann ganz viele Leute plötzlich Fahrrad fahren

    Ich nehme an, dieses Phänomen gibt es nicht nur bei uns in FFB...

    Strafanzeige? Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr...

    Eher weniger. Das ist ein gesellschaftliches Phänomen und reiht sich nahtlos ein in

    • Verachtung anderer Völker
    • Einteilung in "Wir" und "Die Anderen"
    • Drang danach, einen "Anführer" zu haben
    • die Kunst, Tiere in "Lieblinge" und "Ressourcen" einzuteilen
    • die Kunst, Sonntags das Halleluja zu singen und Montags Flüchtlinge ersaufen zu lassen
    • usw...

    Da kommt man mit Juristerei nicht weit, glaube ich.

    Für eine nachvollziehbare Begründung fehlen mir die zig Pressemeldungen, wonach eScooter in öffentlichen Verkehrsmitteln explodiert sind. Viel gelesen habe ich allerdings davon, dass sie massenhaft in Flüsse geworfen wurden. Und dass sie offensichtlich denjenigen auf den Keks gehen, die kein Problem damit haben, wenn jemand die gleiche Strecke allein im Auto zurücklegt mit dem 100fachen Energieverbrauch.

    Die Anschaffung eines guten Scooters, den man auch noch einigermaßen tragen kann, ist nicht grade billig. Löst aber super das Problem, dass man ein gutes Fahrrad nicht am Bahnhof stehen lassen kann - zumindest hier in FFB, wo die Abstellanlagen immer noch aussehen wie in den 1970ern.

    Einige Kolleg*Innen, die den Schritt gegangen sind, schauen jetzt in die Röhre, ihren Scooter können sie zum Pendeln nicht mehr nutzen, ihr gutes Fahrrad nicht am Bahnhof stehen lassen. Schöne Scheiße, vielen Dank auch.

    Hier wird ein zartes Mobilitäts-Pflänzchen, das grade die Keimphase hinter sich gebracht hat, mit Unkrautvernichter zerstört. Dagegen sollten alle Verbände Sturm laufen. Denn auch wenn man heute in FFB als eScooter-Nutzer noch als Vaterlandsverräter*In gilt, kehrt vielleicht irgendwann in der Zukunft auch hier Intelligenz bzgl. Mobilität ein, sobald wir Blöd-Boomer*Innen endlich ausgestorben sind.

    Mit theatralischen "Unsere Kinder sind in Gefaaahhr!!!!"-Rufen.

    Allerdings fahren die Kinder (auch die großen Kinder von 8-88) sowieso alle auf den Gehwegen und in der falschen Richtung. Mein Wunsch, mich in dieser Stadt mit einem Fahrrad regelkonform und trotzdem sicher bewegen zu können, gilt ja schon als realitätsfern.

    Dass das Auto als tödliche Gefahr für den Radfahrer im Längsverkehr empfunden wird, lässt m.E. schon Rückschlüsse zu, wie groß der Wunsch des Autofahrers ist, so einen Scheiß-Radler mal eben wegzuradieren. Wer kämpft politisch schon gern gegen sich selbst?

    Das grundsätzliche Problem mit der Radwegbeschilderung ist die damit verbundene Benutzungspflicht.

    Für selbst Radfahrende: ja.

    Das "noch grundsätzlichere" Problem ist m.E., dass die nicht selbst Radfahrenden Stadt/Gemeinderats/Verwaltungs-Leute tatsächlich daran glauben, mit solchen Schein-Radwegen etwas Gutes zu tun. Meine Erfahrungen:

    Aussage: "Mit einem Blauschild wird den Radfahrern automatisch die Benutzung der Fahrbahn verboten, sie wird sozusagen für KfZs reserviert. Wollt ihr das wirklich?"

    Antwort: "Das ist OK für uns."

    Aussage: "Dieses sog. "Angebot" für Radfahrer kommt nicht im entferntesten an die Reisequalität auf der Fahrbahn ran. Das ist ein Hindernisparkour mit Unfall-Ansage, an jeder Einmündung lauert der Tod. Wer sollte sich darüber freuen, warum sollte unter diesen Umständen jemand vom Auto aufs Fahrrad wechseln?"

    Antwort: "Das sehen wir nicht so. Für Radfahrer tuts das schon."

    Diese Einstellung wird m.W. auch von den Verbänden gestützt, es ist wie eine Religion. Wir sollten uns einen Namen ausdenken und Messen abhalten...

    Niemand zwingt die Vollhonks vor Ort, bei den innerörtlichen Strassenverkehrsplanungen den alten Krampff in neuen Gewändern zu wiederholen, die Strassenverkehrsordnung schon gar nicht.

    Was soll denn schon rauskommen, wenn, wie hier in FFB, die Planungen an externe Planungsbüros vergeben werden, die vermutlich schon die Strassenplanungen der 1970er Jahre erfolgreich versaut haben?

    Und bei der "Feinkonzept-Besprechung" im Stadtrat, wo mit Entsetzen festgestellt wird, dass es an einer Stelle "eng wird", da fehlt sicherlich nicht der Total-Honk, der vorschlägt, die Scheiß-Radfahrer könnten ja auch woanders fahren, z.B. "hintenrum", "ganz woanders", oder "aufm Gehweg, da mach' ma' einfach an' Radweg draus", was dann mit Begeisterung diskutiert und beschlossen wird, natürlich nicht ohne "gewisse Bauchschmerzen", aber "es geht ja leider nicht anders", usw. usw.

    Nein, an der Strassenverkehrsordnung liegt es nach meiner Erkenntnis nicht, dass keiner auf die Idee kommt, eine innerörtliche Strasse könnte zukünftig ganz anders aussehen als heute.

    Ich möchte an dieser Stelle kurz darauf hinweisen, dass es bereits im Jahr 1997 eine Änderung der StVO gab, bei der die allgemeine RWBP abgeschafft wurde und Radwege seitdem nur noch in seltenen Ausnahmefällen benutzungspflichtig sein dürfen.

    Man braucht also gar keine neuen Regelungen, weil es ausreichen würde, wenn sich Verkehrsbehörden an das bereits seit 26 Jahren geltende Recht halten würden.

    Das ist völlig richtig und macht eigentlich jede Diskussion ums "irgendwo fahren dürfen" überflüssig. Könnte man meinen...

    Aber nach meiner persönlichen Erfahrung herrscht seltsamerweise immer betretenes Schweigen, nachdem man diese einfache Wahrheit ausgesprochen hat. Und spätestens nach 30 Sekunden macht irgendein Honk dann wieder einen "Vorschlag", was "man machen könnte"...

    Es ist zum Heulen.