Beiträge von DMHH

    Dein Arbeitgeber ist aber weder in Bundeseigentum noch mit Daseinvorsorge befasst, oder? Die DB untersteht dem Verfassungsauftrag aus Artikel 87e Absatz 4.


    Der Staat kann sich ja auch nicht einfach von Schulen trennen, weil sie mehr Ärger machen als Nutzen einbringen. ;-)

    Aber der Staat kann sagen: Inklusion funktioniert nicht, machen wir wieder wie früher. Sonderschulen.
    Und ich bezweifle, dass die Beförderung von Fahrrädern im Fernverkehr der Daseinsvorsorge dient.


    So könnte die DB sicherlich auch das Bordrestaurant abschaffen. Oder erstmal das Bier. Oder tierische Produkte. Oder das Rauchen...

    bei meinem aktuellen AG trennen wir uns von Produkten/Dienstleistungen, die am Ende mehr Ärger machen als Nutzen bringen. Weil wir es können. ;)

    Grundsätzlich könnte die DB das auch tun. Fahrradmitnahme im Fernverkehr? macht nur Probleme. Wird abgeschafft. Dürfen wir. Gesetzgeber definiert Fahrradmitnahme nicht als zu erbringende Dienstleistung.

    Nein, bei dieser Frage wären und sind wir nicht. Denn die DB verkauft ja Fahrradtransportleistungen, jedoch mit hanebüchenen Wenn-Dann-Bedingungen. Die Frage, ob das ihre Aufgabe sei, ist also obsolet.

    doch, ich denke schon, dass wir am Ende genau bei der Frage sind.

    Wenn die DB am Ende sagt: "Wir machen die Bedingungen für Fernverkehr und entscheiden: keine Fahrräder, keine Kühlschränke, keine Strohballen", gibt's halt gar keine Probleme mehr.


    Ich würde die gesamte Fahrt stornieren und die Kosten (für die Tickets) zurückverlangen. Wenn vernünftige Gründe dargelegt werden, sollte das kein Problem sein. Bei den Fahrgastrechteabteilungen arbeiten keine Vollpfosten...


    Unabhängig davon würde ich es begrüßen, wenn die DB bei Fahrradmitnahme (und Sitzplatzreservierungen) Start-Ziel-abhängige Reservierungen umsetzt.

    Wer von Hannover nach München will, hat - meiner Meinung nach - verloren, wenn alle Stellplätze von einer Gruppe gebucht werden, die von Hamburg nach Hannover wollen... Die Plätze werden afaik nicht mehr angeboten.

    Sogar bei dem bisher einmaligen Ausfall einer Verbindung wurde auch die Fahrradmitnahme anstandslos auf die selbe Alternative 2 Stunden später umgebucht.)

    Ich behaupte einfach mal, dass sich auch bei der DB eine Umbuchung auf eine spätere Verbindung problemlos realisieren lässt. Wenn Kapazitäten da sind.

    einerseits... andererseits...


    Den Bus auf der Fahrbahn anhalten zu lassen, geht auch nicht. dann werden die Fahrgäste direkt auf den Radfahrstreifen geworfen und die Einstiegshöhe ist recht groß.


    Radfahrstreifen temporär mit Asphalt aufhöhen, so dass der Bus auf der Fahrbahn hält: ginge. Was macht man mit den Radfahrern? durch den Wartebereich der Haltestelle führen?


    bei Straßen mit 2 Spuren pro Richtung könnte man eine temporäre Halteinsel mit Erhöhung auf dem rechten Fahrstreifen errichten. Der Bus hält dann auf dem linken Fahrstreifen.

    trägt übrigens zur sicherheit bei, da so kein Auto mehr vorbeikommt und Fußgänger umnieten kann.

    Wie kommen die Passagiere aber nun zum Gehweg über den Radfahrstreifen? Absenkung auf der einen seite, der temp. Halteinsel geht ja noch. Aber andere Seite? Da wäre nur eine Anrampung möglich. Die würde in den Fahrbereich des Radfahrstreifens ragen. Auch doof.


    Vielleicht Busse generell abschaffen? Oder Autos verbieten, damit die Busse besser halten können?

    Und dabei wird nicht unterschieden zwischen den unterschiedlichen Qualitäten, in denen Schutzstreifen ausgeführt werden können.

    Es gibt aber eben Richtlinien.

    Und wenn die Kernfahrbahnbreite so gering ist, dass 50% der KFZ-Führenden dauerhaft auf dem Schutzstreifen fahren müssen, um keinen Unfall mit dem Gegenverkehr zu produzieren - dann ist eine ermessensfehlerhafte Entscheidung beim Anlegen des Schutzstreifens getroffen worden.


    Das ist eigentlich ganz einfach.


    BTW: wenn man bei der Anlage von Schutzstreifen die Mittelmarkierung der Fahrbahn weglässt, könnte man dann nicht die Schutzstreifen rechts und links soweit vergrößern, dass die beiden Schutzstreifen sich in der Mitte der Fahrbahn treffen?

    Dann hätte man ja quasi Superbreite Schutzstreifen. Und die Fahrbahn sähe irgendwie dem Status vor Wegnahme Mittelstreifen und Anlage Schutzstreifen ähnlich, oder? :)

    Der Effekt ist einfach, dass sie regelmäßig über die Markierungen fahren und sich nicht mehr an ihnen orientieren. Genau das passiert an solchen Stellen hier in Saarbrücken. Der schönste Streifen nützt nichts, wenn er unter einem fahrenden Bus ist.

    Und genau dieses beschriebene Problem kann in real perfekt in Dresden beobachten

    Chemnitzer Straße.


    Einfach mal mit StreetView abfahren. Da fährt keiner links der gestrichelten Linie. Außer, um einen Radfahrer zu überholen. Dann aber auch gern bei Gegenverkehr, so dass dieser dann voll aufm Schutzstreifen fährt.


    gruselige Ecke. Bin das Teil jetzt als Autofahrer gefahren (und hab Radfahrer nicht überholt) und auch als Radfahrer (kampflinie, auf der Linie). Alles andere geht einfach nicht.


    Und bei sowas kannste dir den Schutzstreifen direkt klemmen. Mischverkehr und gut is.

    2. Daß individueller, kfz-betriebener Pendlerverkehr ein unausweichliches, quasi mit der Erdrotation einhergehendes Schicksal sei, sehe ich nicht. In vielen Fällen ist das vielmehr selbst gewählt und änderbar. Ein Eigenheim in der Prärie zu errichten bzw. errichten zu lassen, um anschließend die schlechte Anbindung an den ÖPNV zu beklagen, ist wohlfeil und - sorry - auch dumm.

    Hab letztens erst mit meiner Freundin darüber sinniert, dass wir eigentlich masochistische Vollidioten sind.

    Wir könnten uns ein Eigenheim auf dem Land leisten, dazu 2 Autos und jeden Tag in die Stadt fahren.


    Allein - wir tun es nicht. Wir wohnen in einer Mietwohnung, besitzen kein Auto, fahren kaum ÖPNV, legen fast alle Wege mit dem Fahrrad zurück. Fliegen quasi nicht in den Urlaub (mal eine Dienstreise - ok), sondern gondeln noch mit dem Zug zum Fahrrad-Startort.


    Und warum ziehen wir nicht aufs Land? Weil wir der Zersiedelung, der Versiegelung keinen Vorschub leisten wollen. Weil wir nicht täglich zur Umweltbelastung beitragen wollen. Weil wir auch kein E-Auto kaufen wollen (sind wir ja dann auch schon wieder die Dummen, die draufzahlen gegenüber Verbrenner-Käufern).


    so bleibt's eben dabei, dass wir lärmbelästigt und luftverschmutzt in der Stadt wohnen, auf dem Rad von Einpendlern bedrängt werden - aber immerhin ein linksgrün versifftes Gewissen haben...

    Mit dem Regionalverkehr von Jena nach Dresden.


    Fun-Fact: in Thüringen ist die Mitnahme des Fahrrads im Nahverkehr kostenfrei.

    Fun-Fact: in Sachsen-Anhalt ist die Mitnahme des Fahrrades im Nahverkehr kostenfrei.

    Fun-Fact: in Sachsen ist die Mitnahme des Fahrrades im Nahverkehr kostenfrei. Jedenfalls in 5 von 6 Verkehrsverbünden.

    Fun-Fact: Dresden liegt im einzigen Verkehrsverbund Sachsens, der eine kostenfreie Fahrradmitnahme nur bei gültiger Zeitkarte (nicht jedoch Wochenkarte) erlaubt.


    Fazit: von Jena nach Leipzig fährt das Rad kostenfrei mit. Von Leipzig nach ... irgendwo vor Riesa fährt das Fahrrad kostenfrei mit. die restlichen paar Stationen von Riesa nach Dresden kostet der Spaß 5,50EUR



    mich regen die 5,50EUR nicht auf. Mich nervt so ein wenig, dass ich durch halb Ostdeutschland fahren kann, ohne fürs Rad was löhnen zu müssen - aber für 4 Haltestellen genauso viel zahle wie für 40 Haltestellen. hmpf!

    Der Saxonia-Express hat als RE immerhin WiFi und große Mehrzweckbereiche. Fuhr sogar ein Bullit mit :)

    Mit dem Frankenexpress von Jena nach Nemberch.

    Das ist so ein neuer Regionalexpress. Mehrzweckbereich für Rolli, Kinderwagen und Fahrräder.


    Erkenntnis 1:

    es ist gut, wenn das eigene Rad kein Carbonrahmen hat, wenn man es in so einen RE nehmen möchte

    Erkenntnis 2:

    die Nembercher Fussballfans verhalten sich auf dem Weg zum Heimspiel gesitteter als damals die HSV-Fans

    Erkenntnis 3:

    im Süden fahren mehr Leute mit dem Rad

    es soll also erstmal Alternativen geben. Alternativen zum Auto. Und die Alternative darf natürlich nicht teurer sein. oder umständlicher. oder länger brauchen. oder mit weniger Komfort bieten. Oder nicht exakt am Zielort halten. oder oder oder.


    Klingt total plausibel...

    ICE 91 von Altona nach Wien.

    Ich steige in Dammtor ein.

    Doppel-Zug mit jeweils einem Fahrradabteil. Zum Glück Ticket gedruckt, so dass ich nachgucken kann, in welchem Wagen sich mein Fahrradstellplatz befindet. Wagen 34.


    In den richtigen Abschnitt gegangen, ICE fährt ein, Tür fast exakt auf meiner Höhe. Toll.

    Ich steige ein. 3 Einhängevorrichtungen. Alle 3 frei. Eigentlich. An meinem Platz kuschelt sich ein eingeklapptes Faltrad in die Ecke. Angeschlossen an der Einhängevorrichtung.


    Nungut, dann eben Fahrrad auf einen anderen Platz gehängt.


    Hbf: ein weiteres Rad findet den Weg ins Abteil. Und die Diskussion geht los. "Das ist mein Platz... Ich muss da... das ist nicht erlaubt... mein Platz..."

    Jajaja. des lieben Frieden willens nehm ich mein Fahrrad eben raus und stell mich daneben, um das Elend zu betrachten, wie der Herr jetzt sein Rad in den Einhänger prügelt. Ich hatte Speichenbruch erwartet..


    Ok, wir verlassen den Hbf.

    Platz 101: Fahrrad

    Platz 102: mein Fahrrad

    Platz 103: Faltrad angeschlossen


    Wir erreichen Harburg. Das nächste Fahrrad möchte mitfahren.

    Ich nehme mein Rad aus der Halterung und stelle es daneben. Jetzt fängt der Fahrgast auch noch an zu diskutieren. Das ginge ja nicht. Und warum ich nicht einfach den Platz 103 nähme. "belegt?"

    "Dann nehmen Sie doch den Rollstuhl(!!!) da weg".

    "Das ist ein Faltrad. Das kann ich da nicht wegnehmen..."

    "Wieso nicht?!"

    ich blicke auf das dicke Schloss. Dann zu ihm. Dann nochmal aufs Schloss.

    "Ach, das ist gar nicht ihr Fahrrad?"

    "Nee. Mein Fahrrad ist das hier" und zeige auf mein schwarzes nicht-Faltrad.

    "Achso".


    Zugbegleitpersonal kommt vorbei. Guckt aufs Faltrad. Guckt uns an. "Das ist nicht ihr Faltrad, oder?"

    "nee".

    "Aber ihre Reservierung?"

    "ja"


    Tür auf zum Großraumabteil, mit kräftiger Stimme.

    "Ist jemand hier mit einem Faltrad?"

    Alle Passagiere kopfschüttelnd.

    In der 6. Reihe lehnt sich eine Dame in den Mittelgang und hebt die Hand.

    "Ich bräuchte Sie hier mal bitte."


    Und das ist der Punkt, den ich bei der Dame nicht verstehe. belegt durch das Schloss einen Fahrradplatz. Ok, kann man machen, spricht erstmal nichts dagegen. Aber dann einfach gar nicht mehr zu schauen, was so abgeht, ob man damit jemanden behindert - ist dann einfach mal blöde.


    Der andere Radfahrer hat mit ihr zusammen dann das Faltrad in die Gepäckablage (halbhoch) über den Fahrradstellplätzen gelegt.


    Wird besser:

    Vor Hannover steht die Dame dann an meinem Platz und "Kannst du(!) mir mit Fahrrad helfen? Ich bekomm das da allein nicht raus."


    Klar, "du". Und "helfen" = "du allein".

    habs dann an den 2 nicht-dreckigen Stellen rausgehoben und mit mir gerungen, ob ich sie auf ihre Ignoranz anspreche. Habs sein lassen. Wollt mich nicht aufregen. Hatte schon genug "Familienbereich"-Beschallung hinter mir. Und gerade immer noch :/

    Der Bezirk Harburg ist nun nicht gerade für progressive Radverkehrsförderung, für gute Lösungen, für konsequente Korrektur erkannter Problemstellen bekannt.


    Ob dies am (damaligen) Radverkehrsbeauftragen liegt, kann ich aber nicht beurteilen.

    Nicht in Hamburg! Hier geht es darum, sich als fahrradfreundlich darzustellen. Fahrradfreundlichkeit wird dabei in Kilometern gemessen. Wenn ein Abschnitt so oder so mit der Sanierung dran ist, ist es relativ kostengünstig, sich voll für den Radverkehr einzusetzen. Es fehlt aber vollkommen an einem Konzept, einer Leitlinie. Jeder Planer macht das, was er für richtig hält.

    So ganz allein ist ein Mitarbeiter des LSBG in seinen Entscheidungen nun auch nicht. :)

    Die Leitlinien gibt es schon: PLAST. abgelöst von der RASt.


    Da steht durchaus eine "Linie" drin. Aber: die Stücke zwischen zwei Bauabschnitten werden tunlichst nicht angefasst. Kein Geld, keine Kapazität, keine Prio.

    Erschwerend kommt bei dem ganzen Kram hinzu, dass sich innerhalb der Zeitspanne vom Entschluss "muss umgebaut werden" bis "Spatenstich" so unfassbar viel Zeit ins Land geht, dass sich zwischenzeitlich sowohl Vorgaben als auch Anforderungen ändern. Hmpf.


    Und auf der anderen Seite gibts aber Möglichkeiten, relativ kostengünstig und ohne große Baumaßnahmen was zu machen: Fahrradstraßen.

    Da mauert dann aber die Straßenverkehrsbehörde (jahahaha: in Hamburg der Polizei angegliedert) und ranzt rum mit ultra-strenger Auslegung der VwV-StVO.