Beiträge von Blaue Sau

    Wer mich kennt wird wissen wie folgendes einzuschätzen ist:

    Ein wirklich großes Problem sind in Hamburg ungeimpfte Menschen mit Migrationshintergrund.
    Konkreter: Menschen aus dem Balkan und Vorderasien.
    Das liegt zum einen an einer oftmals noch vorhandenen Sprachbarriere. Und natürlich auch, dass Kontakteinschränkungen oftmals ein no-go waren und auch sind.
    Ist so. Kann man nicht viel machen, also was Kontakte angeht.
    Was man allerdings machen kann, ist gezielt diese Menschen anzusprechen. In den Vierteln, in den Betrieben.
    Und auch direkt ein Impfangebot machen.
    Das setzt eine Menge Fingerspitzengefühl und vor allem gut ausgebildete Menschen mit Sprachkenntnissen der entsprechenden Ethnien voraus.
    Wenn diese Gruppierung erreicht werden kann, stehen 85% nichts im Wege, zumindest unter Erwachsenen.

    Bezüglich Kinderimpfung würde ich klären, wie man Myokarditis frühzeitig erkennen kann und was dann zu tun wäre.

    Was die Myokarditis angeht habe ich eine eigene Theorie, warum es gerade sehr junge Menschen traf: Sport.

    Ich kenne zwei ehemalige Leistungssportler, denen ein einfacher Infekt eine Myokarditis eingebracht hat, weil sie sich nicht geschont haben.

    Einer ist seit dem überhaupt nicht mehr in der Lage Sport zu treiben, der andere macht mit einem Spenderherz sehr dezent weiter.

    Ich für meine Teil habe die Empfehlung nach der Impfung 3 Tage langsam zu machen ernst genommen. Genau so wird bei einem akuten Infekt nicht mehr Rad gefahren.

    Myokarditis kann jeden treffen,

    Vielleicht lässt sich was aushandeln. Kind kriegt die Spritze, du machst auch was, das du nicht magst.

    Funktioniert nicht bei speziellen Menschen.

    Sag ich aus Erfahrung. Ich gehöre auch dazu.

    Gibt Dinge, die würde ich nie tun, egal wie einfach es für andere ist.

    Aber, wie geschrieben: wir haben eine sehr kompetente und einfühlsame Ärztin, die ebenfalls Mutter eines speziellen Kindes ist.

    Wir werden eine Lösung finden, iwird die Impfung für Teenager als unbedenklich deklariert, bzw. empfohlen.

    Nachdem meine Frau voll, Kind 1 und ich einmal geimpft sind, geht es nun um eine schwierige Entscheidung.
    Kind Nr. 2, 14 Jahre alt. Was tun? Kind möchte nicht (hat etwas mit der Verabreichung, sprich Spritze zu tun, nicht mit dem Vakzin).
    Stiko empfiehlt ab 18. Bedingt durch familiäre Umstände ist eine Immunisierung von Kind 2 aber schon sehr erforderlich.
    Von daher werden wir uns wohl pro Impfung entscheiden, abhängig von der Studienlage in den nächste 3-4 Monaten.
    Zum Glück haben wir eine sehr kompetente Ärztin mit ähnlichen familiären Umständen und einem Kind im gleichen Alter, die uns Bescheid gibt, wenn sie
    es "unbedenklich" erachtet Teenager impfen zu lassen.
    Schon komisch - bei Polio und dem ganzen anderen Kram haben wir nie großartig darüber nachgedacht.
    Bei einem Impfstoff, dessen Funktionsprinzip jetzt nicht wirklich neu ist, schon.

    Angst um meine Gesundheit habe ich eigentlich nicht.

    Hatte ich sehr lange Zeit nicht. In 20 Jahren Erwerbstätigkeit war ich gesamt max. 4 Wochen krankgeschrieben.
    Dann hat mir vor ein paar Jahren die Schweinegrippe erwischt. Und das war nicht schön. Also die Erkrankung selbst war auszuhalten, aber die Folgen waren übel.
    Ich habe über 6 Monate gebraucht um wieder mein Leistungsniveau zu erreichen (mein Puls war nach der Erkrankung um 10 Schläge höher als vorher und ich fühlte mich einfach immer mal wieder extrem schlapp).
    Eine Erfahrung, die ich nicht noch einmal haben muss. Seit dem vermeide ich es zur Grippezeit konsequent mit Öffis zu fahren und, da Ü40, denke darüber nach mit zukünftig gegen Grippe impfen zu lassen.
    Mit Corona geht es mir auch so: ich werde eine Infektion sehr wahrscheinlich überleben.
    Aber die Langzeitfolgen? Mich nicht mehr richtig bewegen zu können, würde mich psychisch abtöten.

    Darf ich mich auskotzen? Ach, ich mach es einfach.
    Letztes Jahr beschlich mich das Gefühl, mir ein neues Rad zu gönnen.
    Und schnell bin ich von "von der Stange" bei "jetzt mal richtig" gelandet.
    Auch im Hinblick darauf, dass vieles von der Stange nicht lieferbar ist.
    Also den Radladen meines Vertrauens gesucht, gefunden und im November das Projekt angegangen.
    Mit dem Ziel im Mai auf dem Bock zu sitzen.
    Aber was soll ich sagen: fürn Arsch.
    Rahmen: der ursprüngliche Wunsch ist im März lieferbar. März 2022.
    OK. Also ein anderes Modell genommen. Back to steel. Glück gehabt. Letztes Rahmen beim Hersteller gesichert.
    Nabendynamo: Ende Mai lieferbar
    Hinterradnabe: Ende April lieferbar
    Felgen: sofort lieferbar
    Speichen: lagernd
    Schaltgruppe: evtl. ab Juni lieferbar. Vielleicht auch erst im August
    Sattel: mit Glück im April, mit Pech im Juni

    Was geht bitte ab? Das ist nur noch krass.
    Selbst Ersatzteile für meine aktuellen Räder zu bekommen ist Lotto, oder mit teils erheblichen Aufpreisen verbunden.
    Cassette 8-fach. In gewünschter Konfiguration überhaupt nicht zu bekommen. In Ausweichkonfiguration für fast das doppelte was ich sonst bezahlt habe.
    Mäntel: nicht lieferbar, in 8 Wochen lieferbar oder Kompromiss

    Das macht gerade echt keinen Spaß mehr.

    Als Mensch, der ein Einzelhandelsunternehmen (mit) leitet, ist die aktuelle Situation eine einzige Farce.
    HH hat so gut wie alles dicht, in SH so gut wie alles auf.
    Wir dürfen nun Click an Connect, bzw. Click and Meet anbieten. Wie man das nun im Detail umsetzen soll?
    Dann schweben auch noch so Dinge wie "Betriebskontrollen" in meiner Gedankenwelt herum.
    Leitfäden? Fehlanzeige. Hygienekonzept? Klar. Schon als es mit Corona losging. In einem Ausmaß, dass "damals" von einigen Kund:innen als übertrieben empfunden wurde. Ob es aktuell reicht? Keine Ahnung.
    Ob die Dokumentation reicht? Keine Ahnung.
    Gleiches Spiel mit Homeoffice. Ich könnte die meiste Zeit im Homeoffice sein. Will ich aber nicht. Wir haben hier mehr als genug Platz.
    Anderen Kollegen geht es genau so.
    Wie man das nun konform dokumentiert? Keine Ahnung.
    Ich muss eigentlich dringend Baumaterial kaufen. In HH geht es nicht, weil nur die Gartenabteilungen der Baumärkte aufhaben.
    Dort kann ich dann Pflanzen kaufen. Und einen neuen Grill. Auch den neuen, preiswerten Akkuschrauber von Bosch, weil er in dieser Abteilung steht.
    Aber für KVH, welches in der Drive-in-Halle steht, brauch ich einen Termin. Oder ich fahre nach Norderstedt, so wie 1000e andere Hamburger:innen auch.
    Mach ich nicht, weil sich mir den Sinn im Unsinn des Föderalismus erschliesst.
    Nächster Punkt: ab April sollte eigentlich mein Campingplatz wieder öffnen. Sollte.
    Dort hab ich 120qm, eingezäunt. Eine eigene Toilette, eine Küche, ein Bad.
    Kontakt zu anderen ist unnötig. Ist mein Second-Home-Office. Abschalten, Seele baumeln lassen, mit dem Rad an Orte fahren, wo keine Sau unterwegs ist. Wahrscheinlichkeit es zu dürfen? Liegt bei Null. Aber einem Gott dürfte ich mit anderen hulidgen, in geschlossen Räumen.
    Alles in allem geht mir mittlerweile die ganze Strategie furchtbar auf den Sack.
    Föderalismus schön und gut. Aber was wir gebraucht hätten, wäre bundesweiter, strikter Lockdown, eine fähige Impfstoff-Logistik und eine Regierung, die fraktionsübergreifend ein Wir-Gefühl transportieren.
    Mit der Grundlage hätten wir die Pandemie bis zur Mitte des Jahres besiegen können.
    Was in den kommenden Wochen passieren wird, sind regionale Ausbrüche, regionale Auflagen, regionale Lockerungen und Menschen, die mit jedem Tag weniger Bock haben Teil eines Experiments zu sein.
    So fühlt es sich auf jeden Fall an. Am Anfang war klar: man muss sehen was passiert. Nach einem Jahr sollte man genug Daten haben, strategisch vorgehen zu können.

    Was hält Dich davon ab?
    Ich für meinen Teil halte mich an nahezu alle Regeln, egal wie unsinnig sie mir erscheinen mögen.
    Was ich mir aber definitiv nicht nehmen lasse, ist meine Freiheit. Also meine Freiheit mich an der frischen Luft zu bewegen.
    Beim ersten Lockdown war mir diese unsinnige Beschränkung nicht mit dem Fahrrad ins 500m entfernte SH fahren zu dürfen schon ein extremer Dorn im Auge.
    Ich werde in diesem Jahr definitiv ausgedehnte Radtouren an/Richtung Ostsee machen. Ganz ohne Kontakte, touristische Hotspots oder generell Dinge, die auch nur im Ansatz andere Menschen durch mein Dasein gefährden könnten. Ich nehme von mir aus auch Schnelltests mit.
    Irgendwann ist Schluß mit lustig. Und das fängt bei mir an, wenn mir als denkender Mensch der Individualsport verboten werden soll.

    Die Frau meines Kompagnons arbeitet als Intensivmedizinerin.
    Sie sieht die Lage aktuell als bedrohlich an, weil der Personalmangel immer schlimmer wird.
    Alleine bei ihr in der Klinik haben in den letzten 4 Wochen 6 Pflegekräfte die Kündigung eingereicht, bzw. sind wg. Burnout Langzeitkrank.
    Das System an sich ist nicht am Limit, wohl aber die Menschen die es am Laufen halten. Da helfen auch mehr Gehalt oder Goodies nichts, sondern einzig und allein die Wiedereinführung des Zivildienstes, bzw. eine umfassende ehrenamtliche Ausbildung um zumindest unterstützendes Personal in Notsituationen rekrutieren zu können, so wie es in der Bundeswehr mit der Reservere läuft.

    Thema Selbstdisziplin:
    Ich bin Dauercamper an der Ostsee. Der letzte Sturm hat Beschädigungen am Vorzelt verursacht, die ich rudimentär geflickt habe.
    Gestern war dann Zeit, mich um den Rest zu kümmern.
    Und was soll ich sagen: Corona existiert bei schönem Wetter nicht mehr. War dort voll wie im Sommer.
    OK, nichts dagegen einzuwenden. Es verläuft sich dort ziemlich gut, man kann sich aus dem Weg gehen.
    Die Betonung liegt auf "kann".
    Was am geöffneten Take-Away-Imbiss los war, kann man sich nicht ausdenken. Große Gruppen in Bierlaune. Nix mit Abstand. Nix mit Masken.
    Tochter und ich haben uns, weil wir daran vorbei mussten, erst mal FFP2 in die Visage geschoben.
    Dauerte keine zwei Sekunden, dann kam schon der erste blöde Spruch von einem Bierdimpfel.
    "Na, Angst vor Schnupfen?"
    "Ne, ich kann die Mischung aus Ungewaschen, Bier und altem Mett nicht ab. Stinkt mir."
    Hat der Typ zum Glück nicht geschnallt, vor Tochter muss es nicht eskalieren.
    Wenn der hochgelobte Kreis Plön nun mit dem Mutanten überrannt wird, wundert es mich überhaupt nicht. Waren vornehmlich Motorradgruppen und vermeintliche Stammtische aus der Umgebung.

    Bist du eigentlich in HH?

    Ich bin eigentlich nicht der Fan von "Ketten", aber der Laden in Nedderfeld hat die beste Werkstatt, die ich je erlebt habe. Mehrfach, verschiedene Anliegen, verschiedene Räder. Unglaublich zuvorkommend, kompetent und auch noch günstig. Ich kam dort mehrfach sehr kleinlaut mit nicht dort gekauften Teilen an, wenn ich selbst nicht weiterkam. War kein Problem. Hatte vor 8 Jahren einmal ein Rad dort gekauft (Fehlkauf, Rahmen zu groß), meine Frau fährt ihr am selben Tag dort gekauftes immer noch. Da ihr Rad eine Alfine hat und ich lieber mit Kettenschaltung hantiere, ist ihres auch schon mehrfach dort gewartet und repariert worden.

    Ja, ich bin HH. Die beste, aber unfreundlichste Werkstatt, welche wiederum die beste Bierauswahl im Umkreis von 100km hat, ist bei mir im Keller.
    :P