Beiträge von Blaue Sau

    In der Bahn kann man aber im Gegensatz zur Fortbewegung auf dem Rad nicht flüchten.

    Mit "trauen" meine ich die - hm - Radinfrastuktur und die Rednecks aus den umliegenden Dörfern in ihren übergroßen Panzern.
    Eigentlich eine schöne Gegend, aber was die Akzeptanz gegenüber Radfahrenden angeht machen 15km anscheinend auch 15 Jahre aus.

    Mein persönliches Fazit:
    - ich habe in den 3 Monaten gut 150 Liter Sprit weniger verbrannt

    - ich habe einige Ecken in Hamburg entdeckt, die mir sonst verborgen geblieben wären

    - ich bin deutlich weniger Rad gefahren

    - ich habe mein tägliche Schrittanzahl mehr als verdoppelt

    - ich habe mich irgendwie ziemlich - hm - frei gefühlt


    Unter Strich war es auch für mich ein interessantes Experiment. Dass ich wirklich deutlich weniger Rad fahre hätte ich nicht gedacht.
    Dass das Auto hingegen noch viel öfter stehen bleibt war mir aber von Anfang an klar.
    Meine "ÖPNV Skills" sind mittlerweile auf Profi-Level. Ich kenne nun fast alle Fallstricke und weiß sie zu kompensieren.

    Ob ich mir ein 365 Euro Ticket zulegen würde? Bin ich echt unsicher.

    Warum wird Mobilität, insbesondere Automobilität eigentlich so hochgradig subventioniert?

    "In Deutschland ist jeder zweite Arbeitsplatz direkt mit der Automobilindustrie verwoben".
    Oder so ähnlich.
    Das Automobil stand und steht seit den 50er Jahren für Freiheit, Fortschritt, Innovation.
    Und natürlich ist es halt ein gern gesehener und angenommener Wirtschaftskreislauf.
    Als Unternehmer kann ich mir, sehr kostengünstig, einen noblen Fuhrpark zusammenstellen.
    Diesen stelle ich meinen Mitarbeitenden dann günstig zur Verfügung. Oder lasse sie sogar aussuchen was sie möchten.
    Dadurch spare ich Gehalt, weil sie ja ein tolles Auto privat nutzen dürfen, welches zu nicht unerheblichen Teilen von der Allgemeinheit bezahlt wird.

    Um es mal einfach auszudrücken :/

    Andererseits ist das ja gar kein Blödsinn, sondern eine durchaus sehr berechtigte Methode, Mobilität zu steuern.

    Kann Mensch geteilter Meinung sein.
    Möchte ich z.B. zum Supermarkt mit dem Bus der 1,2 km entfernt ist, bezahle ich 3,60 Euro hin und zurück.
    Möchte ich z.B. effizient mit der U- und S-Bahn fahren, kommt es vor, dass ich eine Station gegen die eigentlich Fahrtrichtung fahren muss.
    Also wieder Kurzstrecke, 1,80 Euro. Mache ich einen Fehler und kaufe keine Karte, kann es auch 60 Euro kosten.
    Mir geht es nicht darum, eine möglichst billige ÖPNV-Flatrate zu haben.
    Wobei m.M.n das 29 oder 365 Euro Ticket durchaus rentabel sein kann, da die Betreibergesellschaften deutlich Verwaltungskapazitäten reduzieren können.
    Generell sind ÖPNV und Fernverkehr viel zu komplex.
    Ich schreibe nur: Wagenreihung. Oder, noch besser, Maltes Beispiel mit den zweiteiligen Zügen.
    Ich habe einige Bahnfahrten, inkl. einiger Fehler, gebraucht um das System zu verstehen. Das ginge deutlich einfacher.

    Ich hoffe, es gibt ein Nachfolgemodell. 29,- Euro Ticket, 365,- Euro Ticket.
    Wie auch immer.
    Ich empfinde es als extreme Freiheit, mich einfach so in Bus/U- und S-Bahn/Regionalzug setzen/stellen zu können,
    ohne über Tarifgrenzen und anderen Blödsinn nachdenken zu müssen.

    Hat irgendjemand eine Ahnung, warum es im Zusammenhang mit dem 9€ Ticket derzeit zu solchen Überfüllungen im Fernverkehr (für den das Ticket ja gar nicht gilt) kommt?

    Liegt das am 9-Euro Ticket? Oder an der Ferienzeit? In Kombination mit hohem Krankenstand, weil es Corona ja nicht mehr gibt und daher so viele Menschen dran erkranken?

    Der DB-Navigator scheint sowieso nach dem Würfelprinzip die Auslastung zu generieren.
    Vor 3 Wochen hatte ich im "hohe Auslastung erwartet" Zug ein komplettes Abteil für mich allein.
    Letztes Wochenende habe ich extra den ersten Zug gewählt um nach Hause zu fahren, weil ab dem übernächsten Zug eine "hohe Auslastung erwartet" wurde.
    Joa. Mein Zug war proppe voll. Eine Freundin ist 3 Stunden später gefahren. Der war leer.
    Das morgens um 7 an einem Sonntag eine derartige Dynamik der Reisenden wegen DB-Navigator Meldungen entsteht mag ich jetzt nicht wirklich glauben.

    Keine Ahnung wie das bei dem modernen Kram ist, aber bei den MTB-9er Kassetten von Shimano Wechsel ich in der Regel inzwischen nur 1-2mal die 3 letzten drei Ritzl, bevor die komplette Kassette gewechselt wird.

    Modern = leicht. Also zumindest wenn man ab oberer Mittelklasse kauft.
    Und leicht stellt man her, indem man möglichst aus einem Block fräst.
    Ich hab mir schon einen Wolf gesucht um "nachhaltige" Cassetten zu bekommen, bei welchem man die einzelnen Ritztel tauschen kann.
    Hatte auch was gefunden, Marke ist mir entfallen. Lag bei knapp 300 Euro. Hätte ich sogar ausgegeben. Allerdings waren keine Ersatzritzel lieferbar.

    ;( ;( ;(

    seh ich auch gerade. argh!

    Unfassbar. Da fang ich ja direkt an, kilometerleistung zu erfassen, um die Kosten für so ein Freizeitvergnügen pro km zu bekommen. X/


    wobei mich eine 10-fach- Shimano 105er auch schon sagenhafte 60,- kostet =O

    Ernsthaft? Ich habe zum Glück ein ganz gutes Lager, schon lange vor Pandemiebeginn. Ich meine, dass ich damals 35 Euro für einen 10er 105er bezahlt und deswegen gleich 3 gekauft hatte.
    Weitere Konsequenz: ich werde mir noch zwei Kettenblätter zulegen. Eins mit Maximalbezahnung (dürfte 48 sein) und eins mit 34. Dann kann ich die Casette im Alltag wenigstens in der ganzen Bandbreite kaputtfahren und nicht nur die 3-4 Lieblingsgänge.

    Was an dem neumodischen Kram hart ist, sind die Kosten für Verschleissteile.
    Cassette ab 130 Euro. Da war 8-fach für 11 Euro schon angenehmer.
    Ich muss immer abwägen: Material einfach totfahren und als laufende Kosten verbuchen.
    Oder Schonen und Pflegen. Aktuell wechsle ich bei stärkeren Regenfällen auf die 8-fach Möhre und die 12-fach bekommt öfter mal den Kettenlappen und -öl zu sehen.

    Ach: Akku. Da lege ich mir irgendwann noch einen zweiten zu. Einfach um einen zu haben. Ich hab meinen jetzt mal bis zum bitteren Ende ausgelastet. Waren 640 km von 100% auf 0%. Irgendwas bei 1500 Schaltvorgängen. Macht also kaum Sinn einen zweiten mitzuführen.

    eTap: die ist komplett über die Hebel konfigurierbar. App ist nicht notwendig. Es ist auch erst seit Januar oder Februar überhaupt möglich mit der App die Feineinstellung vorzunehmen.
    Ansonsten funkt das Teil Daten via ANT+. Im Zweifel wird man in 20 Jahren über ein externes Modul selbige abgreifen können. Oder man hängt sich in der Zwischenzeit ein neues 17-fach Schaltwerk dran ;)

    Was die Cassette angeht: gibt die auch mit 9er Ritzel. Dann bist Du bei 90er Kadenz um und bei 60 km/h.

    Generell ist es so, dass die SRAM Schaltungen mittlerweile extrem beliebt sind. Gibt einige Lösungen von Wolftooth und anderen "Tunern" die maximale Kompatibilität zu vielen sinn- und nichtsinnvollen Konstellationen erlauben.

    Ich hatte vor Kauf meiner AXS ähnliche Gedanken. Und bisher hat sich kein negativer Gedankengang auch nur ansatzweise bewahrheitet. Ich war noch nie so zufrieden mit einer Schaltung.

    Es dürfte wohl das Thema des Sommers sein.
    Mit dem 9-Euro-Ticket nach Sylt zu fahren.
    Als ich die ersten Berichte vor 2 Monaten darüber las, war mir klar: das geht ab.
    Ich gehörte nämlich zu den Menschen, die 1995 den Aufrufen der BILD nach Hannover zu fahren gefolgt sind.
    Mit 2 mm Haarpracht, Bomberjacke, 12-Loch Rangerboots, Levis 501, 2 Paletten Büchsenbier (für die Zugfahrt), einem Schlafsack, 3 Kumpels und (bin mir nicht mehr sicher ob es damals so hiess) dem Quer-Durchs-Land-Ticket für ein paar Mark. War leider geil. Zwei Tage vollkommener Exzess.
    Also dachte ich mir letzte Woche: "Du bist nun ein alter Sack. Du fährst jetzt nach Sylt".
    Aber wie es mit Denken im fortschreitenden Alter so ist: Mit Büchsenbier nach Sylt? Und der Kater am nächsten Morgen? Wo kann ich meine Heizdecke im Park einstecken? Und wo kommt der Saft für das Laptop her? Hat das Schwimmbad auf um zu duschen?
    Jedenfalls wurde es nicht Sylt, sondern die Kieler Bucht.
    Und da ich die Strecke schon des Öfteren mit der Bahn gefahren bin, kam das 9-Euro-Ticket und die Aussicht mit dem Auto Stunden im Stau zu stehen gerade recht.
    Trotzig ignorierte ich alle Artikel von überfüllten Bahnen und Bussen. Ich habe gute Kopfhörer, mein Geruchssinn war noch sie sonderlich gut ausgeprägt und vor Zwangskuscheln schützen mich ein ziemlich breiter Militärrucksack sowie spitze Ellbogen.
    Als um 20:00 auf zu Hautpbahnhof. Spielt der HSV? Nein. Pfingsten spielt. Jugendliche, Großfamilien mit Kinderwagenzügen und Familien mit nagelneuen Trekkingrucksäcken, mit suchenden Gesichtsausdruck und leicht verängstigten Kinder dominierten das Bild.

    Das Abenteuer begann damit, dass es auf der Treppe vom U-Bahnstieg zur Haupthalle nicht voran ging. Grund war, dass zwei Männer in der Mitte auf die Idee kamen sich lustige Handyvideos ansehen zu müssen. Und weil die recht aufgepumpt und "gefährlich" aussahen, wurde es von den anderen Reisenden wohl hingenommen.
    Von mir nicht. Ein freundliches "Ey, Digger, ihr macht hier Stau." wurde mit einem freundlichen "Digger, willst Du Stress. Wir gehen ja schon." gelöst.
    10 Minuten vor der Abfahrt stand der RE70 bereits auf dem Bahnsteig. Eine Menschenmenge bahnte sich den Weg.
    Und stieg, wie die Lemminge, in den ersten erreichbaren Waggon ein.
    Hahahaha.
    Ich bin, quasi ohne Begleitung, zum letzten Waggon gelaufen, suchte mir einen sauberen Sitzplatz mit Steckdose aus und fing an zu arbeiten.
    Kurz vor der Abfahrt wurde das Abteil dann voll. Dammtor wurde es brechend voll. Und kaum 20 Minuten später hatte der Spuk ein Ende und der Zug war fast komplett leer.
    Wir hatten Elmshorn erreicht. Und dort fuhr der Anschlusszug nach - Tada - Sylt.
    Ja, ernsthaft. Jugendliche und Familien mit Kinderwägen und nageleuen Trekkingrucksäcken, auf den Weg nach Sylt.
    Die Macht der Medien.
    Mir sollte es recht sein. Denn meine Fahrt an die Ostsee verlief von nun an extrem entspannt und ruhig.
    Gestern musste ich wieder zurück. Und bahn.de warnte mich vor "sehr starken Aufkommen von Reisenden".
    Von Kiel nach Hamburg? Um 21:30?
    Ge- und Entspannt trudelte ich am Bahnof ein, setzte mich in den letzten Waggon des RE7, nahm die Maske ab und musste sie bis Neumünster auch nicht mehr aufsetzen.
    Ich war nämlich im kompletten Waggon die einzige Person.

    Aber vielleicht wartete ja das starke Aufkommen in Neumünster in Form der AKN auf mich?
    Horden jugendlicher Dorfkids, die sich alle mit dem 9-Euro-Ticket auf der Reeperbahn die Fresse polieren lassen oder ihre Geldbörsen verlieren wollen?
    Nix da. Auch hier war wieder so gut wie nichts los, abgesehen von einer Gruppe von ca. 20 Dorfkids, die "aufm Kiez voll abdrehen" wollten. :D

    Fazit: die Mär von Sylt stimmt. Wollten wirklich viele hin. Wie viele davon zum "Recherchieren" oder Bloggen?
    Ansonsten was das normaler Pfingstbetrieb. So normal, dass es auch einfach ein normaler Freitag hätte sein können.

    In der NDR-Info Redezeit war das gestern Thema. https://www.ndr.de/nachrichten…ezeit,sendung1251660.html
    Einer der Teilnehmer (ich meine Herr Bach) meinte ernsthaft, der Tankrabatt ist auch dazu da um die armen Speditionen und Handwerker zu entlasten.
    Die können den Sprit als Betriebskosten geltend machen und preisen das einfach mit ein. Fast jedes Transportunternehmen hat nämlich eine Diesel-Variable mit in den Tagespreisen.

    Vor allem ist es ja auch so, dass wir momentan bei meinem Arbeitgeber selbst entscheiden können, ob wir zu Hause oder im Bureau arbeiten. Diese Regelung wird aber irgendwann im Sommer vermutlich gegen eine nicht ganz so flexible Lösung ausgetauscht im Sinne von mindestens zwei Mal pro Woche ins Bureau oder so. Und sicherlich wird es nicht so sein wie auf Westerland, wo man auch ohne Neun-Euro-Ticket an einigen Sommerwochenenden Angst haben musste, vor der nächtlichen Betriebspause nicht mehr von der Insel runterzukommen, aber ich verspüre nicht so viel Lust, zwei Mal pro Woche mit einer Sardienenbüchse die baustellenbedingt verlängerte Fahrzeit von 50 Minuten zu genießen.


    Whatever. Wir werden’s schon überleben.

    Gehst Du davon aus, dass es unter der Woche auch mehr wird? Und wenn ja, hast Du die Möglichkeit der Gleitzeit?
    Ich fahre immer zw. 09:30 und 10:30, da ist kaum was los.
    Und was den 9-Euro-Ticket-Hype angeht:
    Sylt konnte man ja auch schon mit dem Quer-Durch-Deutschland-Ticket kostengünstig fluten. Oder mit dem SH-Ticket.
    Ich gehe davon aus, dass es Anfangs voll wird, sich aber sehr schnell wieder normalisiert. Ausgenommen natürlich die schon immer prekären Wochenenden und Feiertage.

    In Hamburg trägt fast niemand mehr Maske. Was ich gerade in kleinen Läden als durchaus bescheiden empfinde. FFP2 ist daher bei mir immer noch Standard.

    Züchtet man sich nicht ein weiteres Bürokratie-Golem mit der 9,- Euro Aktion?
    Transparent und einfach fände ich, den ÖPNV komplett kostenfrei zu machen.
    Fernverkehr ausgenommen. Also wer IC und ICE fahren möchte, bezahlt den regulären Tarif.