Beiträge von Blaue Sau

    Angst um meine Gesundheit habe ich eigentlich nicht.

    Hatte ich sehr lange Zeit nicht. In 20 Jahren Erwerbstätigkeit war ich gesamt max. 4 Wochen krankgeschrieben.
    Dann hat mir vor ein paar Jahren die Schweinegrippe erwischt. Und das war nicht schön. Also die Erkrankung selbst war auszuhalten, aber die Folgen waren übel.
    Ich habe über 6 Monate gebraucht um wieder mein Leistungsniveau zu erreichen (mein Puls war nach der Erkrankung um 10 Schläge höher als vorher und ich fühlte mich einfach immer mal wieder extrem schlapp).
    Eine Erfahrung, die ich nicht noch einmal haben muss. Seit dem vermeide ich es zur Grippezeit konsequent mit Öffis zu fahren und, da Ü40, denke darüber nach mit zukünftig gegen Grippe impfen zu lassen.
    Mit Corona geht es mir auch so: ich werde eine Infektion sehr wahrscheinlich überleben.
    Aber die Langzeitfolgen? Mich nicht mehr richtig bewegen zu können, würde mich psychisch abtöten.

    Darf ich mich auskotzen? Ach, ich mach es einfach.
    Letztes Jahr beschlich mich das Gefühl, mir ein neues Rad zu gönnen.
    Und schnell bin ich von "von der Stange" bei "jetzt mal richtig" gelandet.
    Auch im Hinblick darauf, dass vieles von der Stange nicht lieferbar ist.
    Also den Radladen meines Vertrauens gesucht, gefunden und im November das Projekt angegangen.
    Mit dem Ziel im Mai auf dem Bock zu sitzen.
    Aber was soll ich sagen: fürn Arsch.
    Rahmen: der ursprüngliche Wunsch ist im März lieferbar. März 2022.
    OK. Also ein anderes Modell genommen. Back to steel. Glück gehabt. Letztes Rahmen beim Hersteller gesichert.
    Nabendynamo: Ende Mai lieferbar
    Hinterradnabe: Ende April lieferbar
    Felgen: sofort lieferbar
    Speichen: lagernd
    Schaltgruppe: evtl. ab Juni lieferbar. Vielleicht auch erst im August
    Sattel: mit Glück im April, mit Pech im Juni

    Was geht bitte ab? Das ist nur noch krass.
    Selbst Ersatzteile für meine aktuellen Räder zu bekommen ist Lotto, oder mit teils erheblichen Aufpreisen verbunden.
    Cassette 8-fach. In gewünschter Konfiguration überhaupt nicht zu bekommen. In Ausweichkonfiguration für fast das doppelte was ich sonst bezahlt habe.
    Mäntel: nicht lieferbar, in 8 Wochen lieferbar oder Kompromiss

    Das macht gerade echt keinen Spaß mehr.

    Als Mensch, der ein Einzelhandelsunternehmen (mit) leitet, ist die aktuelle Situation eine einzige Farce.
    HH hat so gut wie alles dicht, in SH so gut wie alles auf.
    Wir dürfen nun Click an Connect, bzw. Click and Meet anbieten. Wie man das nun im Detail umsetzen soll?
    Dann schweben auch noch so Dinge wie "Betriebskontrollen" in meiner Gedankenwelt herum.
    Leitfäden? Fehlanzeige. Hygienekonzept? Klar. Schon als es mit Corona losging. In einem Ausmaß, dass "damals" von einigen Kund:innen als übertrieben empfunden wurde. Ob es aktuell reicht? Keine Ahnung.
    Ob die Dokumentation reicht? Keine Ahnung.
    Gleiches Spiel mit Homeoffice. Ich könnte die meiste Zeit im Homeoffice sein. Will ich aber nicht. Wir haben hier mehr als genug Platz.
    Anderen Kollegen geht es genau so.
    Wie man das nun konform dokumentiert? Keine Ahnung.
    Ich muss eigentlich dringend Baumaterial kaufen. In HH geht es nicht, weil nur die Gartenabteilungen der Baumärkte aufhaben.
    Dort kann ich dann Pflanzen kaufen. Und einen neuen Grill. Auch den neuen, preiswerten Akkuschrauber von Bosch, weil er in dieser Abteilung steht.
    Aber für KVH, welches in der Drive-in-Halle steht, brauch ich einen Termin. Oder ich fahre nach Norderstedt, so wie 1000e andere Hamburger:innen auch.
    Mach ich nicht, weil sich mir den Sinn im Unsinn des Föderalismus erschliesst.
    Nächster Punkt: ab April sollte eigentlich mein Campingplatz wieder öffnen. Sollte.
    Dort hab ich 120qm, eingezäunt. Eine eigene Toilette, eine Küche, ein Bad.
    Kontakt zu anderen ist unnötig. Ist mein Second-Home-Office. Abschalten, Seele baumeln lassen, mit dem Rad an Orte fahren, wo keine Sau unterwegs ist. Wahrscheinlichkeit es zu dürfen? Liegt bei Null. Aber einem Gott dürfte ich mit anderen hulidgen, in geschlossen Räumen.
    Alles in allem geht mir mittlerweile die ganze Strategie furchtbar auf den Sack.
    Föderalismus schön und gut. Aber was wir gebraucht hätten, wäre bundesweiter, strikter Lockdown, eine fähige Impfstoff-Logistik und eine Regierung, die fraktionsübergreifend ein Wir-Gefühl transportieren.
    Mit der Grundlage hätten wir die Pandemie bis zur Mitte des Jahres besiegen können.
    Was in den kommenden Wochen passieren wird, sind regionale Ausbrüche, regionale Auflagen, regionale Lockerungen und Menschen, die mit jedem Tag weniger Bock haben Teil eines Experiments zu sein.
    So fühlt es sich auf jeden Fall an. Am Anfang war klar: man muss sehen was passiert. Nach einem Jahr sollte man genug Daten haben, strategisch vorgehen zu können.

    Was hält Dich davon ab?
    Ich für meinen Teil halte mich an nahezu alle Regeln, egal wie unsinnig sie mir erscheinen mögen.
    Was ich mir aber definitiv nicht nehmen lasse, ist meine Freiheit. Also meine Freiheit mich an der frischen Luft zu bewegen.
    Beim ersten Lockdown war mir diese unsinnige Beschränkung nicht mit dem Fahrrad ins 500m entfernte SH fahren zu dürfen schon ein extremer Dorn im Auge.
    Ich werde in diesem Jahr definitiv ausgedehnte Radtouren an/Richtung Ostsee machen. Ganz ohne Kontakte, touristische Hotspots oder generell Dinge, die auch nur im Ansatz andere Menschen durch mein Dasein gefährden könnten. Ich nehme von mir aus auch Schnelltests mit.
    Irgendwann ist Schluß mit lustig. Und das fängt bei mir an, wenn mir als denkender Mensch der Individualsport verboten werden soll.

    Die Frau meines Kompagnons arbeitet als Intensivmedizinerin.
    Sie sieht die Lage aktuell als bedrohlich an, weil der Personalmangel immer schlimmer wird.
    Alleine bei ihr in der Klinik haben in den letzten 4 Wochen 6 Pflegekräfte die Kündigung eingereicht, bzw. sind wg. Burnout Langzeitkrank.
    Das System an sich ist nicht am Limit, wohl aber die Menschen die es am Laufen halten. Da helfen auch mehr Gehalt oder Goodies nichts, sondern einzig und allein die Wiedereinführung des Zivildienstes, bzw. eine umfassende ehrenamtliche Ausbildung um zumindest unterstützendes Personal in Notsituationen rekrutieren zu können, so wie es in der Bundeswehr mit der Reservere läuft.

    Thema Selbstdisziplin:
    Ich bin Dauercamper an der Ostsee. Der letzte Sturm hat Beschädigungen am Vorzelt verursacht, die ich rudimentär geflickt habe.
    Gestern war dann Zeit, mich um den Rest zu kümmern.
    Und was soll ich sagen: Corona existiert bei schönem Wetter nicht mehr. War dort voll wie im Sommer.
    OK, nichts dagegen einzuwenden. Es verläuft sich dort ziemlich gut, man kann sich aus dem Weg gehen.
    Die Betonung liegt auf "kann".
    Was am geöffneten Take-Away-Imbiss los war, kann man sich nicht ausdenken. Große Gruppen in Bierlaune. Nix mit Abstand. Nix mit Masken.
    Tochter und ich haben uns, weil wir daran vorbei mussten, erst mal FFP2 in die Visage geschoben.
    Dauerte keine zwei Sekunden, dann kam schon der erste blöde Spruch von einem Bierdimpfel.
    "Na, Angst vor Schnupfen?"
    "Ne, ich kann die Mischung aus Ungewaschen, Bier und altem Mett nicht ab. Stinkt mir."
    Hat der Typ zum Glück nicht geschnallt, vor Tochter muss es nicht eskalieren.
    Wenn der hochgelobte Kreis Plön nun mit dem Mutanten überrannt wird, wundert es mich überhaupt nicht. Waren vornehmlich Motorradgruppen und vermeintliche Stammtische aus der Umgebung.

    Bist du eigentlich in HH?

    Ich bin eigentlich nicht der Fan von "Ketten", aber der Laden in Nedderfeld hat die beste Werkstatt, die ich je erlebt habe. Mehrfach, verschiedene Anliegen, verschiedene Räder. Unglaublich zuvorkommend, kompetent und auch noch günstig. Ich kam dort mehrfach sehr kleinlaut mit nicht dort gekauften Teilen an, wenn ich selbst nicht weiterkam. War kein Problem. Hatte vor 8 Jahren einmal ein Rad dort gekauft (Fehlkauf, Rahmen zu groß), meine Frau fährt ihr am selben Tag dort gekauftes immer noch. Da ihr Rad eine Alfine hat und ich lieber mit Kettenschaltung hantiere, ist ihres auch schon mehrfach dort gewartet und repariert worden.

    Ja, ich bin HH. Die beste, aber unfreundlichste Werkstatt, welche wiederum die beste Bierauswahl im Umkreis von 100km hat, ist bei mir im Keller.
    :P

    Das wird wohl der "unterbrochenen Lieferkette" geschuldet sein.
    Aber es ist für mich schon ein nicht unerheblicher Unterschied, ob ein Shimano oder SP Dynamo verbaut ist.
    Rein von der Optik her würde die Wahl immer wieder auf SP fallen. Das ist einfach ein verdammt gutes Design.

    Schickes Rad - und: Cube haben meiner Erfahrung nach ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Hatte in den letzten 20 Jahren 1 MTB (2006 geklaut), noch eines (2019 verkauft) und nun ein Trekking-Alltagsrad mit komplett XT für denselben Kurs wie dein verlinktes Rad.

    Wo finde ich die komplette Ausstattung?

    Das ist die Crux - nirgends.
    Gerade Laufräder und Naben/Dynamo ist schon eine recht wichtige Sache.

    Jo, die unterbrochene Lieferkette ist natürlich ein Punkt.
    Auf dem Foto ist ein Shutter Precision abgebildet. Alleine der und die Supernova kosten schon einiges.
    Den Gepäckträger sehe ich als ausreichend an. I.d.R. wird das Rad nicht mehr als einen Satz Klamotten und den Laptop tragen müssen.


    Also, wenn's dein ein Alltagsrad (Für's alltägliche fahren, nicht um damit den ganzen Tag zu fahren) sein soll:


    Da ist kein Gepäckträger dran. Ist der Bügel hinten für die Schmutzbleche/Rückleuchte oder auch für Taschen? Wenn letzteres: Nur an einem Punkt befestigt, wäre also nicht stabil.


    Sehe ich's richtig, dass vorne ein Naben-Dyamo drin ist? Ist auf dem Bild nicht gut zu erkennen.

    Der Bügel ist für die Taschen. Mehr brauche ich auch nicht.
    Richtig. Da ist, auf dem Bild zumindest, ein Shutter Precission verbaut. Den habe ich aktuell auch am Alltagsrad und bin sehr zufrieden damit.