• Die teilweise sehr einschneidenden Gegenmaßnahmen gegen eine sehr schnelle Verbreitung des Corona-Virus in Deutschland und in vielen anderen Ländern sollen bewirken, dass die schwer Erkrankten angemessen medizinisch versorgt werden können. Und darüber hinaus sollen auch die anderen Patienten, die auf eine intensive medizinische Versorgung angewiesen sind, diese erhalten.

    Die oben zitierte Berichterstattung der Kölnischen Rundschau mit der Überschrift "Sonderweg beim Kampf gegen Corona" beschreibt das Vorgehen Großbritanniens als zu zögerlich, die in Großbritannien getroffenen Maßnahmen als unzureichend, um den notwendigen Verlangsamungsprozess zu gewährleisten. https://www.rundschau-online.d…herdenimmunitaet-36416654

    Und genau das stört mich n dem Vorgehen (oder besser Nicht-Vorgehen) Großbritanniens im Umgang mit der Ausbreitung des neuen Corona-Virus!

    In unserem Stadtteil wurde das für kommenden Sonntag geplante Scilla-Blütenfest, ein Blumenfest anlässlich der jährlichen Scilla-Blüte abgesagt.

    Leider.

    Als ich heute im Stadtteil spazieren gegangen bin, habe ich diesen Stand gesehen, der nicht mit Stand-Personal besetzt war:


    Und wenn der Bericht aus der Kölnischen Rundschau zutrifft, dann scheint es zumindest die britische Regierung nicht für nötig zu halten, solche Veranstaltungen abzusagen, bzw. Empfehlungen auszusprechen, bzw. Maßnahmen zu ergreifen, die dazu führen, dass solche Veranstaltungen abgesagt werden, bei denen eine hohe Ansteckungsgefahr besteht.

    Um mal zu zeigen, was zum Beispiel 2016 beim Scilla-Blütenfest bei uns so los war im Stadtteil dieses Bild:

  • Ich bin auch ab morgen im Homeoffice. Ich denke auch öffentliche Verkehrsmittel, Bars Clubs Restaurants bieten das größte Ansteckungsrisiko. Schlißungen dort sind nachvollziehbar. Eine Außgangssperre wäre glaube ich eher kontraproduktiv. Das Risiko sich anzustecken, nur weil man auf der Straße aneinander vorbei geht dürfte nahezu null sein. Andererseits kann ein Spaziergang an der frischen Luft durchaus gut für die allgemeine Konstitution und damit die Widerstandskraft gegen die Krankheit sein.

  • Sehe ich genau so. Wurde aber bislang noch nicht so deutlich kommuniziert. Aber auch andere sehen das so und haben es sich nicht nehmen lassen, schon mal nach dem Stand der Scilla-Blüten zu schauen. Auch die Tatsache, dass die meisten Scillas auf einem ehemaligen Friedhof blühen hat die Menschen nicht abgehalten dort vorbeizuschauen. Und natürlich hat das Ereignis viele Hobby-Fotografen angelockt.

    Ein Foto von heute (15.3.2020) Mittag:


    Allerdings steht in der Liste, die obelix verlinkt hatte, an 12. Stelle: "Verlasse dein Zuhause nicht, wenn es nicht unbedingt notwendig ist."

    https://staythefuckhome.com/de/ Ob es sich tatsächlich noch so dramatisch entwickelt?


    Wer hat eigentlich diese Internetseite angestoßen? Ich habe folgende Adresse gefunden:

    The website is provided by:

    Florian Reifschneider

    1148 SW 47th Street

    Cape Coral, FL 33914

    USAhttps://staythefuckhome.com/legal/


    Neben einem Spaziergang kommt meines Erachtens in jedem Fall auch eine kleine Radtour in Frage. Beliebte Ziele solcher Radtouren sind jedoch Gartenlokale und ich fürchte da wird es in den nächsten Wochen heißen, das bitte zu unterlassen.

  • Ich bin ernst, aber nicht panisch.

    Gehöre zu den Menschen mit "Vorerkrankungen" (Asthma, Bluthochdruck), bin Lehrer mit Dienstverpflichtung, das neudeutsche "Home Office" betreibe ich zu ca. 50 Prozent meiner Arbeitszeit schon seit 19 Jahren, habe ein KITA- und ein Grundschulkind, meine Frau versieht in diesem Moment ihren Dienst als Fachkrankenschwester für innere Medizin auf der Intensivstation ...


    "Corona" offenbart die schöne und die hässliche Seite bei den Mitmenschen. "Dass die Leute doof sind, setz' ich als bekannt voraus" (Tocotronic, Digital ist besser) ist so überheblich wie wahr wie zeitlos.


    Zugegebenermaßen schreibe ich diesen Text, ohne alle vorherigen Beiträge gelesen zu haben, darum halte ich meinen kurz, um nicht unnötig zu wiederholen. Lese dann jetzt erst einmal ...

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Es ist für den einen oder anderen eine ganz neue Erfahrung, dass es von einem geregelten Leben bis hin zum unverschuldeten Absturz aufgrund einer Krise nur ein paar Tage sein müssen und diese Abstürze jeden treffen können.


    An der CAU Kiel wird momentan in Erwägung gezogen, das Sommersemester 2020 ausfallen zu lassen. Das bedeutet für Lischen-Radieschen und mich, dass sich unser großer Lebensplan um mindestens ein halbes Jahr nach hinten verschieben wird. Ansonsten ändert sich bislang nicht viel.


    Für viele ihrer Kommilitonïnnen ist das Studium damit beendet. Den ganzen Unikram mit Prüfungen und Semester, den bekäme man sicherlich noch irgendwie geregelt. Nur wenn junge Studentïnnen auf einen Nebenjob angewiesen sind, dann landen sie häufig genug mit Mindestlohn in der Gastronomie — ebenjene Gastronomie, die es mit dem Arbeitszeitgesetz mitunter nicht ganz soooo ernst nimmt und junge Menschen ohne Berufserfahrung in Teilzeitangestelltenverhältnissen vielleicht doch ein wenig über den Tisch zieht. Einige von ihnen haben wohl in den letzten beiden Tagen eine fristlose Kündigung bekommen, da Gaststätten in Schleswig-Holstein bis auf weiteres nicht mehr öffnen dürfen.


    Ohne Job kein Gehalt, ohne Gehalt keine Miete. Wer kann, tritt unter diesen Umständen den Heimweg an und überwintert das Sommersemester bei den Eltern. Wer das aus bestimmten Gründen nicht kann, sitzt jetzt in der Klemme, denn ein neuer Job muss her, doch wo einen finden in Zeiten wie diesen? Man sollte ja meinen, in Supermärkten würden gerade billige Arbeitskräfte ohne Ende gesucht, aber bislang scheint das noch nicht der Fall zu sein.


    Da merkt man erst einmal wieder, wie privilegiert man doch aufwächst, diese Sorge nicht zu haben ;(

  • Und wenn der Bericht aus der Kölnischen Rundschau zutrifft, dann scheint es zumindest die britische Regierung nicht für nötig zu halten, solche Veranstaltungen abzusagen, bzw. Empfehlungen auszusprechen, bzw. Maßnahmen zu ergreifen, die dazu führen, dass solche Veranstaltungen abgesagt werden, bei denen eine hohe Ansteckungsgefahr besteht.

    Ist jetzt auch schon wieder überholt. Zeit.de

  • Uns wurde jetzt auch nahegelegt, ab morgen per VPN zu arbeiten. Da die Kids auch bis Ostern keine Schule mehr haben, passt das ganz gut, falls meine Frau (Lehrerin in Vertretung) trotzdem antreten muss. Ansonsten werde ich in nächster Zeit wohl auf keinen Konzerten mehr spielen (aber trotzdem proben, wir sind nur zehn).

    Jetzt fahren wir halt eine Weile 'auf Sicht' und schauen, was sich so entwickelt.

    Und schon denkt jeder an Klopapier.

  • Ist jetzt auch schon wieder überholt. Zeit.de

    In dem von dir verlinkten Zeitartikel heißt es:

    "Mehr als 200 britische Wissenschaftler hatten in einem offenen Brief davor gewarnt, dass der Verlauf der Krankheit in Großbritannien exakt dem Verlauf in Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland entspreche und in wenigen Tagen schon mit Zigtausenden infizierten Patienten gerechnet werden müsse. Die Politik der britischen Regierung, der Krankheit zunächst freien Lauf zu lassen, um später eine sogenannte Herdenimmunität der Gesamtbevölkerung zu erreichen, werde das britische Gesundheitssystem, den NHS, völlig überfordern."

    Das heißt Boris Johnson und seine Regierung hatten tatsächlich vor, die Briten unverzüglich volle Breitseite der Ansteckungsgefahr auszusetzen. Und das ist es, was ich kritisiert hatte.

    Der Titel des Zeit-Artikels macht noch mal den Unterschied der ursprünglichen britischen Vorgehensweise im Vergleich zu Resteuropa deutlich: "Massenisolation statt Herdenimmunität" https://www.zeit.de/politik/au…munitaet-virusbekaempfung

  • Für viele ihrer Kommilitonïnnen ist das Studium damit beendet. Den ganzen Unikram mit Prüfungen und Semester, den bekäme man sicherlich noch irgendwie geregelt. Nur wenn junge Studentïnnen auf einen Nebenjob angewiesen sind, dann landen sie häufig genug mit Mindestlohn in der Gastronomie — ebenjene Gastronomie, die es mit dem Arbeitszeitgesetz mitunter nicht ganz soooo ernst nimmt und junge Menschen ohne Berufserfahrung in Teilzeitangestelltenverhältnissen vielleicht doch ein wenig über den Tisch zieht. Einige von ihnen haben wohl in den letzten beiden Tagen eine fristlose Kündigung bekommen, da Gaststätten in Schleswig-Holstein bis auf weiteres nicht mehr öffnen dürfen.


    Ohne Job kein Gehalt, ohne Gehalt keine Miete. Wer kann, tritt unter diesen Umständen den Heimweg an und überwintert das Sommersemester bei den Eltern. Wer das aus bestimmten Gründen nicht kann, sitzt jetzt in der Klemme, denn ein neuer Job muss her, doch wo einen finden in Zeiten wie diesen? Man sollte ja meinen, in Supermärkten würden gerade billige Arbeitskräfte ohne Ende gesucht, aber bislang scheint das noch nicht der Fall zu sein.


    Da merkt man erst einmal wieder, wie privilegiert man doch aufwächst, diese Sorge nicht zu haben ;(

    Ich hoffe, die Studis reichen Kündigungsschutzklage ein und schlagen in den Medien Krach. Meine frühere Kollegin, jetzt NGG-GF, wurde zum Thema Gastro in der Mopo interviewt:

    https://www.mopo.de/hamburg/we…-gastrobetrieben-36393898


    Der Hamburger Uni-AStA hat seine Beratung auf Home-Office umgestellt.

  • Da merkt man erst einmal wieder, wie privilegiert man doch aufwächst, diese Sorge nicht zu haben ;(

    Leider wahr.

    Ich habe einen Job in der IT gefunden, sogar bevor ich mit dem Studium angefangen habe. War nicht superviel Geld, aber für die 1-Zimmer-Wohnung hat's gereicht.

    Ich hätte auch meinen Eltern weiter auf der Tasche liegen können, aber wollte ich halt nicht.


    Es gibt immernoch die Möglichkeit, sich das Studium durchzufinanzieren. Hat'n Kumpel gemacht. Nach seinem Master-Abschluss hatte er dann gut 50k€ Schulden.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Bei meinem Arbeitgeber werden scheinbar reihenweise Meetings von Präsenzterminen auf Skype-Sessions umgestellt. In Folge dessen wurden alle Mitarbeiter gebeten, sich in diesen Sessions doch bitte auf die Anruffunktion zu beschränken. Scheinbar bringen die ganzen Video-Anrufe das Netz langsam an seine Leistungsgrenzen.

  • Netzsegment vom VPN Ist voll, deshalb wurde kurzerhand ein zweites aufgemacht. Nur doof, dass das in der Firwall nicht freigeschaltet ist.

    Geht also gar nix mehr :-)

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Ich bin als Erzieherin jetzt auf Abruf bereit – zwischen 6 und 18:00 laut Geschäftsführung. Naja, wenn ich halt 6:00 morgens angerufen werde, bekommen die halt 'ne komplett verschnarchte Anna ans Telefon, dann ist das halt so.


    Und sonst darf ich jetzt allein in meiner Wohnung bleiben und äh... Tjoa, halt Sachen machen. Auch mal schön. Chor entfällt, Bouldern logischerweise auch, so gemütliche Runden mit Freunden fallen irgendwie auch flach. Naja, dann wird halt gestrickt...

  • Ich bin auch Erzieher und mein manchmal scherzhaft geäußertes: " Was hab ich einen schönen Job, wenn nur die Kinder nicht wären" kann ich jetzt mal ausprobieren. Wir sind jetzt täglich von 10 -15 Uhr auf Arbeit und machen jetzt mal alles was sonst so liegen bleibt.

    Ab nächster Woche sollen wir dann ein Kind betreuen. Der übliche Betreuungsschlüssel, 8:1, nur diesmal andersherum.

  • Ich bin auch Erzieher und mein manchmal scherzhaft geäußertes: " Was hab ich einen schönen Job, wenn nur die Kinder nicht wären" kann ich jetzt mal ausprobieren. Wir sind jetzt täglich von 10 -15 Uhr auf Arbeit und machen jetzt mal alles was sonst so liegen bleibt.

    Ab nächster Woche sollen wir dann ein Kind betreuen. Der übliche Betreuungsschlüssel, 8:1, nur diesmal andersherum.

    Das arme Kind. :D

  • Wie beurteilen denn die Erzieher*innen das heute angekündigte Schließen der Spielplätze?

    Irgendwann geht diese Phase der angeordneten Isolierung zu Ende. Was ist bis dahin aus den Kindern geworden?

    Wie viel Erziehungsarbeit, die bislang mühsam in die Kinder investiert wurde, ist dann erneut zu leisten?

    Wie soll denn das funktionieren, wenn den Kindern nicht nur ihre Kita-Plätze, sondern nun auch noch die Spielplätze genommen werden?

    Höchste Zeit für eine Kinder-Gewerkschaft!

    Im Ernst: Ich vermute das Spielplatzverbot wird sich nicht eins zu eins durchsetzen lassen. Deshalb hielte ich es für klüger von vornherein sich was zu überlegen, wie Spielplätze sinnvoll genutzt werden und dabei die Ansteckungsgefahr niedrig gehalten wird.

    Zum Beispiel feste Spielzeiten-Vergabe für kleine Gruppen, zum Beispiel jeweils die halbe Kita-Gruppe. Diese Kinder waren bis letzte Woche ohnehin eng zusammen. So eine Art Kita-Notprogramm, bei denen die Erzieher nicht selbst in Erscheinung treten, von wegen der Ansteckungsgefahr. Aber die Erzieher*innen könnten möglicherweise den Benutzungsplan organisieren für den jeweils Kita-eigenen Spielplatz oder den nächstliegenden öffentlichen Spielplatz.