Beiträge von Adsche

    Ullie Die Verbrauchsunterschiede von denen du schreibst kommen aber im Wesentlichen durch das Fahrzeug (größer, schwerer) zustande. Würdest du in das Mercedes SUV kleinere Motoren einbauen, würde es immer noch deutlich mehr verbrauchen. das Problem ist hier nicht der 300kw Motor, sondern die riesige Karosse.

    ;) Ist ja auch wirklich ein dickes Ding, dass es im öffentlichen Straßenverkehr Tempobegrenzungen gibt. Da soll man dann doch wenigstens nicht auch noch von seinem Fahrzeug limitiert werden. ;)

    Was hat das denn jetzt bitte mit der Leistung zu tun? Zu schnell kann man auf allen Straßen außer Autobahnen und Kraftfahrstraßen auch mit einem 50kw Auto fahren.

    1. das Ding von Null auf eine Geschwindigkeit V zu bringen

    Korrekt. Das hängt von der Masse ab. Gerade bei Elektromotoren ist aber auch ein etwas größerer Motor nicht viel schwerer. Wir reden hier über zweistellige kg Zahlen. Also bei einer Gesamtmasse von mehreren Tonnen eher nicht signifikant.


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    und anschließend gegen die Reibung auf dieser Geschwindigkeit zu halten,

    Richtig. Wobei du einmal äußere Reibung des Fahrzeugs hast, also Luftwiderstand (Hängt nicht von Masse und Motorisierung ab), Abrollwiderstand (hängt von der Masse ab) und internen Reibungsverlusten im Antriebsstrang des Fahrzeugs. Und diese Internen Reibungsverluste sind gerade der Große Unterschied: Hier hat beim Verbrenner ein großer Motor immer einen erheblichen Nachteil gegenüber einem kleinen. deshalb macht man bei modernen Verbrennern auch Downsizing. Bei Elektromotoren ist dieser Effekt deutlich geringer.

    Und die Fahrleistungen im sparsamen Modus könnten auch erreicht werden mit deutlich leichteren Fahrzeugen, die deutlich weniger leistungsstarke Motoren benötigen und deutlich leichter gebaut sein könnten, nicht zuletzt deshalb, weil sie weniger schwere Batterie-Pakete benötigen.

    Nein, das mag vielleicht bei Verbrennern so sein, dass der dicke V8 auch bei langsamer Fahrweise mehr verbraucht als ein kleinerer Motor. Bei Elektrofahrzeugen ist es technisch eben nicht so, dass ein größerer Motor viel mehr verbraucht, sofern die Leistung nicht abgerufen wird. D.h. der große Motor benötigt für die gleiche Reichweite keine erheblich größere Batterie.


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    Gegenfrage: Warum haben Sie ein Problem damit, PS-Zahlen, Höchstgeschwindigkeiten und Fahrzeuggewichte deutlich stärker zu limitieren als das bisher der Fall ist?

    Wenn es Evidenz dafür gibt, dass dies tatsächlich einen signifikanten Nutzen hat habe ich kein Problem damit. Auf diese Evidenz zielte meine frage ab. leider konnte ich davon aber in Ihrem Beitrag bisher nichts finden.


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    Steuergelder einzusparen (langsamere Straßen sind preiswerter zu bauen und zu unterhalten).

    Warum kann denn ein 300kw Fahrzeug Ihrer Meinung nach nicht auf "langsameren Straßen" Fahren? Stellen Sie sich vor: das geht, man gibt dann eben nicht Vollgas, sondern fährt mit einer angepassten Geschwindigkeit für die Straßenverhältnisse.


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    Oder stört es sie, dass damit Natur- und Umweltschutz gestärkt wird...?

    Oder schreckt sie der Gedanke, dass langsameres Fahren mit deutlich weniger kW und km/h dazu beiträgt die Unfallzahlen zu senken?

    Das stört mich ganz und gar nicht. Ich bezweifle nur sehr, dass diese Behauptungen von ihnen überhaupt stimmen.

    Ullie Warum ist für Sie eine höhere Leistung ein Problem? Ich sehe nicht wirklich, warum diese 300kw ein Problem sein sollen. Gefährdungspotential? Sehe ich nicht. Auch mit 50kw kann man über 100km/h fahren und damit viel zu schnell für die Stadt (wo ja das größte (Fremd-) Gefährdungspotential liegt. Von daher ist die Gefahr ähnlich, ob 50kw oder 300kw. Abgas? Entfällt hier, da elektrisch. Also was genau ist Ihr Problem mit den 300kw?

    Bis zum 6. Januar waren in den USA 21 Fälle von anaphylaktischem Schock dokumentiert (bei Covid Impfung mit Pfizer/Biontech), wovon 17 Patienten bereits vorher mit Anaphylaxie reagiert hatten. Beginn der Impfungen war der 14. Dezember 2020 (also 24 Tage). Im selben Zeitraum sind in den USA 62055 Menschen an (oder mit, ist mir persönlich egal) an Corona verstorben.


    Klar - die "Infektionsrate/Impfrate" ist nicht die selbe. Aber wir reden hier halt von 4/21 Fällen gegen ~62000.

    1.: Du musst aber schon beide Seiten gleich zählen. Du kannst nicht bei Coronatoten sagen an/mit sei egal und dann bei den Impfungen nur Fälle zählen, wo die Impfung als Ursache festgestellt werden konnte. Dann musst du das bei Coronakranken auch so machen (also nur an und nicht mit zählen.

    2.: Was du schreibst bezieht sich auf die Gesamtbevölkerung. Und ist da wohl (vielleicht nicht quantitativ (siehe Punkt 1), aber zumindest qualitativ) ricchtig. Ich schrieb aber von einer Teilgruppe, die bei schweren Coronaverläufen deutlich unterrepräsentiert ist.

    Mir bereiten aber auch andere Dinge Sorgen: Ich möchte zum Beispiel wieder ins Restaurant oder in die Kneipe gehen, Freunde treffen, meine Mutter in den Arm nehmen, Konzerte besuchen. Ich möchte, dass es auch am Ende des Jahres die kleinen Läden, Cafés und Restaurants hier in der Innenstadt noch gibt.

    Die sind aber in erster Linie eine politische Frage. Die Maßnahmen verschwinden, wenn der politische Wille ist, dass sie verschwinden. Es ist ja (auch wenn das in der Berichterstattung manchmal so wirkt) kein Naturgesetz, dass aus der Ausbreitung eines Virus solche Maßnahmen folgen. Man könnte, wenn man politisch wollte, alle Maßnahmen morgen beenden. Ich sage jetzt nicht, dass man das (zumindest in dieser Radikalität) auch tun sollte, da das natürlich auch Folgen hat, die man nicht unbedingt will.

    Hast du Zahlen, wie viele unter 30-Jährige an den Folgen der Impfung gestorben sind? Nicht, dass wir Corona-Tote mit schweren Impfschäden vergleichen. Sonst müssten wir nämlich auch diejenigen U-30 mit berücksichtigen, die nach einer überstandenen Corona-Erkrankung bleibende Schäden davon getragen haben. Ich habe dazu keine Zahlen.

    Ich leider auch nicht. Es ging mir nur um den qualitativen Punkt, dass man bei einer Risikoabschätzung eben auch berücksichtigen muss, dass zwar die Impfung nicht besonders gefährlich ist, Corona aber für gewisse Personengruppen auch nicht. Das führt dann eben dazu, dass für diejenigen der Nutzen-Risiko Vergleich der Impfung (trotz eines, wie du richtig festgestellt hast, recht geringen Risikos) negativ ausfallen könnte, da auch der Nutzen einer Impfung recht gering ist, wenn schwere rankheitsfolgen unwahrscheinlich sind.

    Das Risiko, dass eine Corona-Infektion tödlich verläuft oder einen schweren Verlauf nimmt, ist um mehrere Größenordnungen höher als das Risiko durch die Impfung.

    Das ist eben die Frage. Kann man zumindest für Jüngere so kaum eindeutig beantworten. Bei den unter 30 jährigen sind in ganz Deutschland während der gesamten Pandemie nicht mal 50 Menschen gestorben. Auch dieses Risiko ist also so gering, dass ich hier zumindest die "mehrerem Größenordnungen" mal bezweifeln würde. Da brauchst du ja nur eine schwerere Nebenwirkung und hast schon nur noch eine Größenordnung.

    Und das wäre sofort zu unterbinden gewesen.

    Aha. Und wie?

    Amtsanmaßung wäre es übrigens höchstens gewesen, wenn sich die Sprecher der Durchsagen als Polizisten ausgegeben hätten. Davon konnte ich in dem Bericht jetzt nichts entdecken.

    Warum unterstellst du der Polizei hier Blödheit? Was soll sie denn machen? Wenn da eine genehmigte Kundgebung mit Lautsprecherwagen durch die Stadt fährt, muss sie das eben absichern.

    Auch bei der Corona-Politik wurden sicherlich Fehler gemacht, aber die sehe ich doch etwas anders gelagert. Es ist nicht wirklich vorhersehbar, wie sich diese Pandemie entwickelt, z.B. durch das Auftreten neuer Virus-Mutationen, aber auch bei der Frage, wie / ob die Leute sich an Auflagen halten oder nach fast einem Jahr der ganzen Situation überdrüssig werden und im privaten Umfeld keinen Abstand halten und ihre privaten Kontakte nicht ausreichend einschränken.

    Das Spahn es im Spätsommer nicht vorhersehen konnte, wie sich das ganze im Winter entwickelt, werfe ich ihm nicht vor. Das konnte ich zu der Zeit auch nicht. Das er es nicht zugegeben hat, dass nicht prognostizieren zu können und dadurch dann glatt gelogen hat, werfe ich ihm allerdings schon vor. Hätte er gesagt, er wisse nicht genau wie sich die Situation entwickelt und welche Maßnahmen man dann machen müsse, wäre das ja ok. Einfach zu sagen "Es wird keinen weiteren Lockdown geben", obwohl er die Situation (verständlicherweise) nicht abschätzen kann, ist aber absolut inakzeptabel.


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    Es ist einfach, sich hinzustellen und zu sagen, dass ein kompletter und harter Lockdown die Pandemie in kürzester Zeit eindämmen würde. Klar ist jedenfalls auch, dass der wirtschaftliche Schaden solcher Maßnahmen groß ist. Wer von euch kann genau vorhersagen, wie lange ein kompletter Lockdown sein müsste, um die Fallzahlen signifikant zu senken und wie groß der wirtschaftliche Schaden wäre? Hinterher kann man sich auch einfach hinstellen und sagen, dass Maßnahmen, die wirtschaftlichen Schaden angerichtet haben, aber durch die die Fallzahlen nicht gesenkt werden konnten, nicht ausreichend waren.

    Nicht außreichend? Oder nicht geeignet? Es ist eben gerade NICHT klar, sondern ein wissenschaftlich viel diskutiertes und umstrittenes Thema, wie effektiv ein harter Lockdown tatsächlich ist.

    Das was David Scott da anspricht ist aus meiner Sicht eines der Hauptprobleme. Die Verlässlichkeit politischen Handelns ist überhaupt nicht mehr gegeben. Und die Pandemie dient als großer Teppich unter den man sämtliches Politikversagen kehren kann. In normalen Zeiten müssten Politiker die derart schnell und klar ihre Versprechen brechen zurücktreten.

    1) Die Empfehlungen der Leopoldina sind keine wissenschaftliche Veröffentlichung, was aber nichts negatives ist.

    Richtig. Allerdigs wäre es nicht schlecht, wenn man im Rahmen einer solchen Empfehlung die gängigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zitiert. Sonst basiert die Empfehlung nämlich nicht auf Evidenz, sondern lediglich auf einem Autoritätsargument (bzw. dem Glauben diverser Personen, die auf diversen Funktionärsposten sitzen). Ich halte Sachargumente für besser als reine Autoritätsargumente.


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    Es ist nicht einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, Handlungsempfehlungen zu geben.

    Eine Handlungsempfehlung sollte aber den Stand der Wissenschaft berücksichtigen und auch klar machen, wie dieser eingeflossen ist (zitieren wäre geboten; natürlich in diesem Fall nicht die Ioannides Studie, da die ja zeitlich nach der Handlungsempfehlung herauskam; aber es gab ja auch vorher Studien, die sich mit der Wirkung von Maßnahmen beschäftigt haben).


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    Andersrum heißt peer review nicht, dass die Inhalte eines Artikels unanfechtbar wären. 1) Peer review ist dazu da, unter gleichen gegenseitig zu schauen, dass in Journals und auf Konferenzen kein Müll veröffentlicht wird, es ist die Hürde, um in den Diskurs *einzusteigen* und sagt quasi aus, dass der Inhalt gut genug ist, um danach innerhalb des wissenschaftlichen Diskurses kritisiert werden kann (oder auch einfach ignoriert, wenn es niemand interessant findet ...).

    Vor allem heißt das, dass methodisch sauber gearbeitet wurde. Natürlich heißt das nicht, dass das Thema damit abschließend analysiert ist und das dabei entwickelte Modell niemals mehr weiterentwickelt werden muss.

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    Zudem ist die Latte die angelegt wird je nach Veröffentlichungsort (also Wenn jetzt *eine* Gruppe *eine* Publikation veröffentlicht hat, in der sie auf relativ oberflächliche Weise (mixed effects model gefitted) Handlungen über Ländergrenzen hinweg vergleicht (ohne darauf einzugehen, was in den Ländern tatsächlich passiert ist etc.) heißt das noch lange nicht, dass man keine Wirkung hat. Es heißt nur, dass mit dem in diesem Fall ziemlich stumpfen Element der mixed effects models und ihrem konkreten Ansatz kein Effekt gefunden worden konnte.

    Gibt es denn für diese Fragestellung bessere Modelle? Wenn ja, welche?

    Naja... Schüler eher nicht. Wenn dann eher (zumindest etwas ältere, so ab 50 steigt das Risiko für schwere Verläufe ja signifikant) Lehrer. Schüler kommen nicht in Frage da der Impfstoff für Kinder nicht zugelassen ist. Außerdem wäre es auch nicht besonders sinnvoll (außer es geht einem nur darum die Infektionszahlen zu schönen), da Jugendliche fast nie schwer erkranken und hospitalisiert werden müssen

    Nein, "die Wissenschaft" ist sich da auch alles andere als einig, wie die Pandemie zu bremsen ist.

    Die Leopoldina spricht sich in ihrer Empfehlungen (https://www.leopoldina.org/upl…orona_Feiertage_final.pdf) für die Notwendigkeit eines Lockdowns aus. Dieses Papier ist allerdings auch lediglich ein Positionspapier, keine wissenschaftliche Publikation. Die Evidenz ist allerdings recht dünn. es wird die Wirksamkeit eines härteren Lockdowns nur am Beispiel Irlands gezeigt. Wobei diese Daten auch noch in etwas fragwürdiger Weise präsentiert werden, da nicht berücksichtigt wird, das man die Infektionskurve eigentlich um ca. 10 Tage (Infektion bis Meldung) verschieben müsste.


    Andererseits gibt es eine (peer reviewte) Publikation (https://doi.org/10.1111/eci.13484), die aus dem Vergleich verschiedener Länder in der ersten Welle eine kaum signifikante Wirkung eines harten Lockdowns gegenüber milderen Maßnahmen feststellt.