Woche 47 vom 19. bis 25. November 2018

  • Poolnudel-Aktion in Rostock


    ... wenn man komische Leute was sagen lässt, kommt eben komisches Zeug raus.

    "Ja, der alte Fahrradweg war gefährlich und die neue Regelung [Anm.: Fahrbahnradeln] ist schlimmer als zuvor" – Quelle: https://www.svz.de/21704302 ©2018
    "warum wird [der Radweg] nicht einfach auf die andere Seite verlegt?" – Quelle: https://www.svz.de/21704302 ©2018


    und dann noch das Autofahrergeheule:

    Radfahrer fahren mit 10km/h "in der Mitte"

    und "dicht machen für Radfahrer"

    Ich hasse Menschen...

  • Es war voraussehbar, dass die Diesel-Verbote in Hamburg nicht allzu viel in Sachen Luftreinhaltung bewirken würden. Jetzt nachdem erste Vergleichsdaten vorliegen, wird so getan, als stünde bereits fest, dass sie wirkungslos seien. Das ist natürlich weit an der Realität vorbei, weil die Datengrundlage viel zu dünn ist. (Der NDR von heute (20.11.2018) berichtete: https://www.ndr.de/nachrichten…-steigt,stickoxid136.html )

    Aber auch ein anderes Problem schlägt zu Buche. Zwar sind die betroffenen Straßen für Diesel-Fahrzeuge bestimmter Schadstoffklassen gesperrt, aber sie sind für Diesel-Fahrzeug vermeintlich höherwertiger Schadstoffkjlassen weiter freigegeben. Bloß das diese nicht wirklich sauberer sind, sondern aufgrund der eingebauten Betrugssoftware oder auch ganz ohne Betrugssoftware viel mehr Stickoxide aus dem Auspuff blasen, als angenommen wurde, als man die Straßensperrungen-Richtlinien festlegte.

    Siehe dazu auch Deutschlandfunk vom 20.11.18: "https://www.deutschlandfunk.de/stickoxid-belastung-strassenverkehr-als-ursache-lange-zeit.740.de.html?dram:article_id=433407" Der Deutschlandfunk berichtet: "Welchen Beitrag die NOx-Quellen in der Stadt zur Gesamtbelastung liefern, wurde bisher an Modellen abgeschätzt: Experten haben dazu unter Laborbedingungen die Schadstoffwerte von Öfen oder die Abgase von Autos gemessen und dann auf das gesamte Stadtgebiet hochgerechnet. Doch spätestens seit dem Dieselskandal dürfte offenbar geworden sein, dass die realen Emissionen von Kraftfahrzeugen deutlich höher liegen als diejenigen auf dem Prüfstand – selbst wenn die Autos nicht über eine illegale Abschaltvorrichtung verfügen."

  • Ich bin mir nicht sicher, was ich erwartet hatte ... aber das auf dem Land und in der Stadt etwa gleiche Anteile Radeln/zu Fuß gehen hat mich überrascht. Irgendwie hatte ich in der Stadt mit "Autofahrer wandeln sich in Fußgänger/Radler" gerechnet .. das scheint aber gar nicht der Fall zu sein.


    Wer es warm mag, steigt nicht auf's Rad um?

  • Eine Übersicht der ZEIT über Pendlerströme in Deutschland und unter anderem der dabei zum Einsatz kommenden Verkehrsmittel: Eine Nation pendelt

    »und der Staat zahlt jedes Jahr Milliarden, um das Pendeln für Normalverdiener erträglich zu machen. Mit 30 Cent pro Kilometer wird die einfache Strecke zum Arbeitsplatz gefördert


    Wer so einen Quatsch schreibt, sollte keinen Platz bei der ZEIT bekommen. Falls Herr Merz einen miserablen Steuerberater hat, bekommt er als oberer Mittelschichtler vom Staat 14,2425 Cent pro km einfacher Entfernung. Leute mit einem Grenzsteuersatz von 25 % bekommen 7,9125 Cent pro km einfacher Entfernung (wenn ich jetzt mal weitere Effekte wie verringerte zumutbare Belastung bei außergewöhnlichen Belastungen durch verringerte Einkünfte weglasse).

    Die 30 Cent werden nicht ausgezahlt, sondern von den Einnahmen abgezogen und mit dem individuellen Steuersatz umgerechnet.

  • Wenn es doch nur schon "viele" Ballungsräume wären. Ich glaube über 30% sind nur Münster und Erlangen? Oder verdränge ich wichtige Städte einfach. Die meisten Großstädte sind immer noch irgend was um die 12 bis 14% oder so - oder erinnere ich mich falsch?

  • Unterschiedlich. Es gibt große Städte, was die Flächen angeht, und Ballungsräume, die mehrere Städte oder nur Stadtteile in Städten sein können. Und da kommt es vor, dass in Großstädten insgesamt nur 14 % Radanteil sind, in manchen geballten Stadteilen aber gut 30% zusammenkommen. Ist immer eine Frage, wie genau man etwas betrachtet. Die im Link angegebenen 9% sind jedenfalls zu tief gegriffen. Das stimmt vielleicht, wenn man etwa die ganzen in den Grafiken angezeigten Großräume als Ballungszentrum ansieht. Was ich nicht für zielführend halte.

  • In vielen Ballungsräumen geht der Fahrradanteil auf über 20 bis 30 %. Ist halt die Frage, wo da ein Ballungsraum anfängt.

    Aber schöne Grafiken.

    Dass der Zeit-Artikel sich nur mit "Pendlern" befasst, und daher auch nur der Arbeitswege-Modal-Split wiedergegeben wird, habt ihr aber gesehen? Nach dem Kurzreport Mobilität in Deutschland 2017 (Grafik S.19) stellt dieses Segment lediglich 1/6 der Gesamtwege dar.

  • Zeit-Online hat in ihrer beliebten Reihe "Verkehrsrecht" mal wieder einen Beitrag über Radfahrer platziert, in dem "fünf Irrtümer über die Regeln fürs Fahrradfahren" verhackstückt werden.

    Alles nicht ganzkorrekt, z.B. ist die Rede von "rechts überholen", wo "rechts vorbeifahren" gemeint ist, oder dass Radler "einen Radweg, der parallel zur Fahrbahn verläuft, nicht zwingend benutzen" müssen. Aber lest selbst (es sind auch ein paar kluge Kommentare dabei).

  • Soo schlecht ist der Artikel nicht, da gibt es weit Schlimmeres.

    Das mit dem rechts Überholen ist sogar korrekt. Frage mich nur, warum man sich da auf die Anwaltshotline verwiesen wird und nicht auf den Gesetzestext, der das eindeutig wiedergibt. Marketing?


    Und ja, wie in den Kommentaren diskutiert ist die Darstellung zum Helmtragen ggf. bewußt missverständlich formuliert. Ich denke, wir hier wissen das besser.


    Edit meint noch, dass das mit dem Nebeneinanderfahren auch nicht ganz korrekt ist. Zumindest das Beispiel ist missverständlich. Auf herkömmlichen Fahrspuren ist so gut wie nie Platz genug, dass ein Radfahrer mit ordentlich Sicherheitsabstand überholt werden kann, ohne den Fahrstreifen zu verlassen. Also kann das kein Kriterium sein, ob man nebeneinander fahren darf oder nicht.