Beiträge von arvoituksellinen

    DIverse Krankheiten haben mir in der letzten Zeit das Radfahren vergällt, insbesondere macht mir eine Arthrose in den Knien zu schaffen. Ich überlege jetzt ernsthaft, ein E-Bike anzuschaffen.

    Ein paar Vorgaben habe ich: Ich bin groß und schwer (1,93 und 130 kg); dementsprechend hoch soll die Sattelhöhe sein (zurzeit ca. 120 cm); ich fahre gern aufrecht, also muss auch der Lenker sehr hoch sein; das E-Bike soll mich weniger auf der Langstrecke als vielmehr bei Bergfahrten unterstützen; und ich bin faul mit zwei linken Händen, also soll das Ganze wartungsarm sein (keine Kettenschaltung, langlebig usw.); der Akku soll problemlos zu entnehmen sein.

    Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich nicht auf den letzten Cent schauen muss.


    Worauf muss ich achten?

    Heute schon wieder eine ganze Seite Lesebriefe in der Kaiserslauterer Lokalausgabe der "Rheinpfalz" zum Thema "(teilweise) Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer" (leider nicht online). Da macht man sich Sorgen um die Radfahrer ("offenbar wissen [die Protagonisten] nicht mehr, dass bei Schrittgeschwindigkeit, also knapp 4 km/h, das Balancehalten sehr schwierig ist ", der Beigeordnete und Baudezernent ist bekennender Rennradler); für Radfahrer werde alles getan, nur die Fußgänger hätten "keine Lobby mehr"; die geforderten Kontrollen seien gar nicht durchführbar ("kein Kennzeichen", "kein Personal", "Geschwindigkeit nicht messbar"); das Ganze sei eine "beängstigende Vorstellung", "Fahrräder haben in der Fußgängerzone nichts zu suchen".

    Eine, nur eine einzige positive Zuschrift gibt es. Daraufhin habe ich heute auch geschrieben, mal sehen, ob das gedruckt wird.

    In Kaiserslautern ist die Fußgängerzone ab 19.00 Uhr bis morgens 9.30 Uhr für Fahrräder frei. Nun will der Baudezernent, assistiert vom Fahrradbeauftragten, eine ganztägige Öffnung für Radfahrer erreichen. Hei, da schlagen die Wellen der Empörung hoch. Die Geschäftsleute beschweren sich ("Dann bleiben die Fußgängerkunden weg!"), die Bürger beschweren sich "(Alles Rowdies!", "Dann kann man ja nirgends mehr sicher zu Fuß gehen!"), Argumente gehen ad personam ("Der Dezernent, das ist doch sowieso so ein ewiger Radfahrer"), die lokalen Leserbriefe sind fast alle ablehnend, heute dann im Lokalteil ein großer Artikel mit Kommentar ("Man sollte es doch zumindest mal versuchen!", aber es müss natürlich streng kontrolliert werden). Da bin ich ja mal gespannt. NIcht, dass das mit der "Kontrolle" wieder in Schikanen ausartet und die Radfahrer die Gelackmeierten sind.

    Laut einem Artikel im Tagesspiegel zu Ein Jahr Berliner Mobilitätsgesetz hakt es an allen Ecken und Kanten:

    Die BVG kann außerdem immer noch nicht selbst Falschparker auf Busspuren abschleppen, obwohl das längst beschlossen ist. Der Grund: „Verzögerung im Zeitplan durch nötige Abstimmungen zwischen den Verwaltungen und der BVG“ .

    Das Mobilitätsgesetz ist ein Traum...


    Zitat von Uli

    Rechnet der Bürgermeister von Bègles damit, dass die Navi-Geräte eine Tempo-30-Straße nicht als Ausweichroute empfehlen?

    Also, wenn ich mal mit meinem Auto unterwegs bin, versucht das Navi immer, mich auf dem Weg nach hause in einem riesenbogen um die 30-Zone herumzuleiten, obwohl die Strecke dadurch fast 2 km länger ist. Tja, Renault: "Autos zum Leben" (so hieß mal der Werbeslogan).

    Zitat von Yeti

    Und nach 16:00 Uhr wird ohnehin so gut wie nie kontrolliert. Das hat sich auch herumgesprochen.

    Ich habe abends einen Sprachkurs an der Volkshochschule. Beginn 18.30 Uhr. Parkraumbewirtschaftung läuft bis 19.00 Uhr. Die halbe Stunde macht doch nix!

    Denkste. Wie oft habe ich schon gesehen, dass ein Wagen vom Ordnungsamt um 18.25 Uhr um die Ecke biegt und alles abzettelt. Da freut man sich, dass man als Radfahrer keine Sorgen damit hat. (Aber dass die Madamen dort gern "kurz vor knapp" kontrollieren, hat sich mittlerweile auch rumgesprochen, es sind eigentlich nur Ortsfremde, die das Risiko eingehen.)

    Nur 20 € Vertragsstrafe? Ich habe interessehalber mal gekuckt, welcher Betrag hierzulande auf den gelben Zetteln aufgerufen wird: 35 Euro.

    Ich bin als Autofahrer mittlerweile schon so weit, dass ich, egal wo ich parke, erstmal die Parkscheibe aufs Armaturenbrett lege.

    Will sagen: Vielleicht überlege ich es mir noch mal, ob ich mein Fahrrad für den nächsten Urlaub wirklich im Zug mitnehmen möchte. Irgendwo morgens zwischen Kiel und Hamburg zu stranden ist die eine Sache, da fährt normalerweise jede halbe Stunde ein Zug, aber wenn ich dann meinen Fernverkehrsanschluss in Hamburg verpasse, keine Fahrradmitnahme in den übrigen Zügen mehr buchen kann und dann auf den Stornierungskosten fürs Hotel und für die Rückreise sitzen bleibe, puh…


    … dann nehme ich vielleicht doch wieder das Auto.

    Leg dir einen "Türkenkoffer"* zu (die gibt's auch in Brompton-Größe), die haben einen Reißverschluss, und damit wäre das Klapprad nicht als solches erkennbar.


    *Ich weiß nicht, wie man die korrekt nennt. Ich habe auch schon die Bezeichnung "Polenkoffer" gehört. Aber hey, das Wort steht im Duden!

    Zitat

    Unionsfraktionsvize Ulrich Lange (CSU) sprach von einer Privilegierung gegenüber den anderen Verkehrsmitteln. Grundsätzlich müsse gelten, dass alle Verkehrsteilnehmer gleiche Rechte hätten.

    Der spricht bestimmt von Autofahrern. ..