• Ganz schön überrascht waren auch die übrigen Fahrgäste, die sich flugs beim ebenfalls überraschten Zugpersonal beschwerten, denn das ginge so ja gar nicht, das mit seinem legendären Röntgenblick feststellen konnte, dass sich hier wohl ein Fahrrad im Koffer befindet und hier nun ein Missbrauch dieser dem Gepäck gewidmeten Fläche vorliege.

    Worin soll denn dieser "Missbrauch" bestehen? Ein in einen solchen Koffer eingepacktes Fahrrad ist eben ein Koffer (=Gepäck) und kein Fahrrad.

  • Vielleicht wäre der Koffer hochkant gestellt nicht ganz so voluminös aussehend. So nimmt der ja den ganzen Platz ein.

    SInd die Zugchefs in der ersten Klasse zahmer, was die Fahrradkoffermitnahme angeht?

    Im nächsten Jahr habe ich vor, im Eurostar zu fahren. Mal schauen, wie die Fahrradmitnahme in der Tasche dort läuft..

  • Flixbus klappte die letzten Jahre anstandslos, wenn einen der Transport hinten am Bus nicht stört und eventuelle Kontakte mit dem benachbarten Rad verschmerzt werden können. In jüngster Zeit meide ich aber Flixbus, weil das Fahrpersonal deutlich weniger vertrauenerweckend ist als noch vor einigen Jahren.
    Flixtrain bin ich nur einmal gefahren bisher - ohne Rad. Ich kann daher keine Erfahrung vorweisen.

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    Peter Viehrig

    "Glaube ist die Überzeugung, dass etwas wahr ist, weil die Belege zeigen, dass es falsch ist."
    (Andreas Müller)

  • Ganz schön überrascht waren auch die übrigen Fahrgäste, die sich flugs beim ebenfalls überraschten Zugpersonal beschwerten, denn das ginge so ja gar nicht, das mit seinem legendären Röntgenblick feststellen konnte, dass sich hier wohl ein Fahrrad im Koffer befindet und hier nun ein Missbrauch dieser dem Gepäck gewidmeten Fläche vorliege. Ich habe dann mit Duldung des Zugpersonals die Fahrt immerhin noch ganz hinten im Türbereich am Triebwagen verbringen können, musste dann aber in Kassel den Zug verlassen. Von dort aus fuhr immerhin noch ein InterCity mit dem riesigen Fahrradwagen nach Lüneburg.

    Zitat DB:
    Neben Ihrem Handgepäck dürfen Sie ein weiteres größeres Gepäckstück oder einen weiteren Gegenstand kostenlos mitführen, sofern diese sogenannte Traglast von einer Person allein getragen werden kann. Aufgrund seiner Größe muss es ggf. außerhalb Ihres Sitzplatzbereichs untergebracht werden, z.B. im nächsten Gepäckregal. Für die Beaufsichtigung des Gepäcks ist jeder Reisende selbst verantwortlich.

    Was das drin ist, geht die nichts an.

  • ... aber wenn es nicht passt, dann schon. Was auch nachvollziehbar ist.

    Flixtrain: ist so ein wenig das Ryanair der Schiene. Alles kostet extra. Man muss sich halt darauf gefasst machen, dass am Ende einer Buchung der Gesamtpreis deutlich(!) über dem initialen Angebot liegt. Gepäck kostet extra. Andererseits ist dann aber halt auch definitiv bezahlt und dürfte mit ;)

  • Flixtrain - Gepäck extra? Hm, da habe ich noch nie drauf geachtet und das wurde auch noch nie kontrolliert. Bisher fand ich den okay, zwischen Hamburg und Berlin ist der gern mal zu früh am Ankunftsort, das kenne ich von der Bahn so gar nicht.


    Flixbus - joa, habe ich gemacht, bis mir meine Reisetasche am 24.12.15 aus dem Gepäckfach geklaut wurde. Am Hamburger Zob, denn am Alex in Berlin war sie dann schon weg. Nutze ich also nur noch, wenn ich mit Handgepäck verreisen kann. Zudem berichtete mein Bruder neulich, dass sein Flixbusfahrer zweimal geblitzt wurde auf der Strecke von Berlin nach Dresden, das ist nicht sooo vertrauenserweckend...

    Ich bin auch geneigt, die Bahn aufzugeben, leider. Meine Schwester hatte eigentlich vor, zwecks einer zweiwöchigen Schulung von Kiel nach Hamburg zu pendeln. Nach den gestrigen Erlebnissen (Zugausfall, massive Verspätung, Zuspätkommen trotz zweier Verbindungen früher genommen etc.) hat sie jetzt doch aufgegeben und nächtigt ab heute bei mir.

    Zumal ich ja jetzt eine böse Autofahrerin bin und demnächst wohl meinen eigenen PKW mein Eigen nennen darf. Es ist so schade, denn an sich fahre ich viel lieber Bahn. Die müsste nur halt auch fahren...

  • Es ist wirklich ein Jammer.

    Ich ziehe es nicht einmal mehr in Erwähung, mit der Bahn zu fahren, wenn ich nicht allein und mit dem Brompton (im Koffer!) unterwegs bin.

    Mit einer 4-köpfigen Familie potenziert sich ggf. der Albtraum. Von den Kosten einmal ganz abgesehen, da wir unser Auto nicht abschaffen würden.

  • „FROHES NEUES!“

    Heute wollte ich eigentlich mit dem großen Trekking-Rad zum Anradeln nach Potsdam fahren und dann von dort 235 km zurück nach Lüneburg. Einfach mal machen, auch bei dieser Wettervorhersage, auch bei diesem Wind, bei diesen Temperaturen. Das Dümmste an diesem Plan war aber die Anreise mit der Bahn, denn heute ist natürlich mal wieder Ersatzzug-Tag; bis zum frühen Nachmittag fahren olle ICE-1-Ersatzzüge von Hamburg über Lüneburg nach Berlin und für heute ist mal wieder keine Fahrradmitnahme in Wagen 1 vorgesehen.

    Nach welchem Prinzip die Fahrradmitnahme in Ersatzzügen eingeplant wird oder nicht erschließt sich mir überhaupt nicht, abgesehen davon, dass auch bei eingekündigter Fahrradmitnahme kein Verlass darauf ist, dass das Zugpersonal das auch so sieht.

    Und ich hab so die Nase voll, dass das Zugpersonal mir einer nach dem anderen ein frohes neues Jahr entgegenträllert, aber andererseits mit einem Schulterzucken einen Teil der Leistungen nicht erbringt und es auch einfach allen hier komplett egal ist.

    Nun fahre ich mit dem Faltrad nach Potsdam und heute Abend wieder nach Hause. Auf kleinen Rädern traue ich mir 235 km bei dem Wetter dann doch nicht zu.

  • ach menno. mal abwarten, was Flixtrain zu bieten beabsichtigt. Vermutlich zahlt man dann da pro Fahrrad einen Basispreis und dann noch pro Ritzel oder Kettenglied oder Speiche extra :rolleyes:

    Aber für nicht-ICE ist Lüneburg halt auch echt doof. wo kommt man da noch hin? Uelzen, Hamburg, Dannenberg?

    :|

  • Spätestens heute hättest Du Dich mehr über den Westwind als über die Bahn geärgert...

    Ne. Bin nun mit dem großen Rad nach Hamburg mit dem Bummelzug gefahren. Die Rückfahrt sollte mit dem Fernverkehr stattfinden, aber heute fährt nur ein kurzer ICE-T. Es ist doch zum Haareraufen:

    Aber für nicht-ICE ist Lüneburg halt auch echt doof. wo kommt man da noch hin? Uelzen, Hamburg, Dannenberg?

    Naja, theoretisch auch mit der Bahn hoch über Lübeck bis Kiel, allerdings wird da erstmal bis 30. April in Büchen gebaut und ab dem 1. Mai in Lüneburg, insofern fährt der erste Zug bis Kiel frühestens am 10. Juli.

  • Um mal wieder was lustiges zu schreiben: Sofern nicht ein Wunder passiert, werde ich im nächsten Jahr mit dem Auto zu diversen Radrennen quer durch Deutschland fahren.

    Nach Eschborn am 1. Mai fahre ich tatsächlich bockig mit dem Auto. Wir sind zu dritt, der Fahrradträger kann drei Fahrräder transportieren, das ist günstiger als mit der Bahn und irgendwelchen Ersatzzügen dorthin zu gurken. Jetzt mal ganz ohne Übertreibung: Ich bin in den vergangenen Wochen zwei Mal mit dem geplanten ICE 4 gefahren (8 Fahrradstellplätze), ansonsten kamen immer ICE-T (3 Fahrradstellplätze) oder umgebaute ICE 1 (keine Fahrradstellplätze) als Ersatzzüge angetuckert. Gestern Abend war’s immerhin ein siebenteiliger ICE 4. Wenn ich mit zwei Freunden zum Radrennen fahre, habe ich absolut kein Interesse an derartigen Albernheiten.

    Nach Köln möchte ich von Hamburg aus aber gerne mit der Bahn fahren, weil meine Frau das Auto braucht und ich auch nicht so wild darauf bin, in Köln mit dem Auto herumzufahren. Unser Hotel in Eschborn liegt direkt am Startpunkt und der wiederum direkt an der Autobahn, da fahre ich quasi von der Autobahn direkt in die Tiefgarage, in Köln… naja. Muss nicht sein.

    Gestern poppte eine Meldung auf meinem Smartphone auf, dass mir der DB-Navigator eine Mitteilung zu machen hätte:

    Erinnert sich noch jemand an meine Erfahrungen aus den Vorjahren, als ich für die Anreise nach Köln tatsächlich zwei Mal eine neue Reservierung buchen musste, weil sich etwas geändert hatte? Die Bahn spielt das Spielchen auch dieses Jahr wieder: Mein ICE 207 nach Köln endet am 15. Mai bereits in Düsseldorf. Steht auch so im Fahrplan drin, als wäre niemals geplant gewesen, den weiter nach Köln fahren zu lassen.

    Mit der Umbuchung auf den ICE 617 habe ich natürlich wieder meine Fahrrad- und meine Sitzplatzreservierung verloren, im Reisezentrum ließ sich für den ICE 617 auch nichts mehr buchen, dafür fahre ich jetzt eine Stunde früher, nämlich um 16:23 Uhr nach Köln. Eigentlich ist mir das auch ganz recht, dann habe ich noch was vom Abend dort.

  • klingt ein wenig so, als verspürtest du einen Rechtfertigungsdruck bei Nutzung des PKW.

    Dazu besteht doch kein Anlass. Mit 3 Personen und 3 (guten) Rädern terminiert irgendwo ankommen: das ist nicht (mehr) der Beförderungsfall der DB im Fernverkehr. Sofern er das überhaupt jemals war und nicht nur in den Konzernzielen für die nächsten 15 Jahre bei Anschaffung des richtigen Rollenmaterials formuliert wurde.

    Andere Beförderungsgesellschaften (Fluglinien) lassen sich diese Sonderwünsche fürstlich entlohnen und verlangen darüber hinaus noch eine umfangreiche Transportsicherung in Eigenleistung.

    Ja, es wäre schön, wenn wir ein innerdeutsches Schnellzugnetz hätten, das relativ pünktlich und verlässlich Transportleistungen auch für Fahrräder erbringen kann. Kostet halt. Sowohl auf der Invest-Seite als auch auf Verbraucher-Seite.

    Hier im Haushalt schieben wir die Idee eines Autokaufs auch schon seit geraumer Zeit vor uns her. Einerseits... Andererseits.

    Wir waren Anfang Februar in Berchtesgaden. Anreisezeit mit ICE + Nahverkehr = 9h. Mitm Auto wärs auch nicht langsamer gewesen, aber wir hätten spontan die Fahrräder mitnehmen können (Wetter war ... +5°C, Sonne statt 30cm Schnee). Tja.

  • Nach Eschborn am 1. Mai fahre ich tatsächlich bockig mit dem Auto. Wir sind zu dritt, der Fahrradträger kann drei Fahrräder transportieren, das ist günstiger als mit der Bahn und irgendwelchen Ersatzzügen dorthin zu gurken. Jetzt mal ganz ohne Übertreibung: Ich bin in den vergangenen Wochen zwei Mal mit dem geplanten ICE 4 gefahren (8 Fahrradstellplätze), ansonsten kamen immer ICE-T (3 Fahrradstellplätze) oder umgebaute ICE 1 (keine Fahrradstellplätze) als Ersatzzüge angetuckert. Gestern Abend war’s immerhin ein siebenteiliger ICE 4. Wenn ich mit zwei Freunden zum Radrennen fahre, habe ich absolut kein Interesse an derartigen Albernheiten.

    Am vorigen Sonnabend sollte es eigentlich mittags zur Tour d’Energie nach Göttingen gehen. Seit Tagen hatte ich die Bahnverbindung kontrolliert, kurz vor Mitternacht kam es endlich raus:

    Ich mache meine Teilnahme bei diesem Radrennen sicherlich nicht davon abhängig, ob die Bahn mich mit dem Rad einsteigen lässt oder ob da wieder Fahrgäste in den komischen Abteilen in Wagen 1 sitzen. Ich hab’s erst gar nicht versucht und gleich eine neue Fahrradreservierung für den ICE eine Stunde später gebucht.

    In den letzten Wochen wollte ich hin und wieder mein Fahrrad mit im ICE transportieren, weil ich keine Lust auf den überfüllten Nahverkehr hatte, aber von sechs geplanten Fahrten fanden dann vier nicht statt, weil statt eines ICE 4 ein modernisierter ICE 1 ohne Fahrradmitnahme anrollte und in dem für Fahrräder vorgesehenen Abteilen in Wagen 1 schon Fahrgäste saßen. Ist halt wieder das übliche Spielchen, das man als Fahrgast mit Fahrrad selbst sehen kann, warum andere Fahrgäste ein Abteil aufgeben sollten, damit ein Fahrrad dort rein kommt, das ganz offensichtlich in einem Abteil nichts zu sehen hat.

    Darüber konnte ich mich an dem Abend aber nur mäßig lange ägern, denn für mich gab’s gleich noch mal eine Stunde Verspätung oben drauf:

    Lustiges Detail, dass hier der eine Metronom-Zug ohne Fahrradwagen kommen sollte, das war mir aber egal, weil ich mein Faltrad dabei hatte.

    Und morgen soll’s nun eigentlich am frühen Morgen nach Frankfurt zum Radrennen gehen. Die Bahn hat den ICE 4 gegen einen ICE-T getauscht, statt acht Fahrradstellplätzen gibt es jetzt nur noch drei, aber weil der Zug vorher für Fahrräder schon ausgebucht war — das kontrolliere ich ja regelmäßig — würde ich wohl mit meinem Rad am Bahnhof zurückbleiben. Das sieht dann so aus:

    Und was ich ja noch blöder finde: Das kriege ich raus, weil ich weiß, was es bedeutet, wenn man statt einem Sitzplatz in Wagen 1 plötzlich in Wagen 21 sitzt, weil ich in der Reservierungsbuchung die Baureihe erkenne und weiß, wie viele Fahrradstellplätze es geben wird. Aber morgen früh werden irgendwo vier Radfahrer in Hamburg oder Lüneburg stehen und ein dickes Gesicht machen, anstatt die Fahrt Richtung Süden anzutreten, weil der Zug leider nur drei Stellplätze hat und das Personal auch nur mit den Schultern zucken kann.

  • Die Bahn hat den ICE 4 gegen einen ICE-T getauscht, statt acht Fahrradstellplätzen gibt es jetzt nur noch drei

    Hmm, entweder habe ich mich vorhin vertan oder der Plan hat sich jetzt wieder geändert — statt eines langen ICE 4 kommt nun ein kurzer ICE 4, der immer noch acht Fahrradstellplätze bietet :/

  • Die Bahn bringt es derzeit auch fertig, einen ICE 4 durch einen ICE 1 zu ersetzen und kurz danach dann doch wieder einen ICE 4 einzuplanen. Aber anstatt den Gästen mit Reservierung, denen man beim ersten Schritt gesagt hat "alles aufgehoben, freie Platzwahl", beim zweiten Schritt zu sagen "Kommando zurück, Ihre Reservierung gilt wieder", lässt man sie im Wildwest-Sumpf stecken: Fahrgast A pocht dann auf seine Reservierung "dies ist ein ICE 4, das hier ist mein Platz"; Fahrgast B hält die Mail mit "Reservierung aufgehoben" hoch ...

  • Mit der Umbuchung auf den ICE 617 habe ich natürlich wieder meine Fahrrad- und meine Sitzplatzreservierung verloren, im Reisezentrum ließ sich für den ICE 617 auch nichts mehr buchen, dafür fahre ich jetzt eine Stunde früher, nämlich um 16:23 Uhr nach Köln. Eigentlich ist mir das auch ganz recht, dann habe ich noch was vom Abend dort.

    Einfach mal so eine Stunde früher zu fahren hat dann doch nicht geklappt, denn auch als Software-Entwickler mit gänzlich flexiblen Arbeitszeiten hat man manchmal Termine, die sich nicht verschieben lassen. Die Abfahrt um 17:23 Uhr hätte easy funktioniert, aber nicht eine Stunde früher.

    Also ging’s wieder ins Reisezentrum. Eine halbe Stunde stehe ich in der Schlange vor der Reception, bekomme dann trotz Platin-Status eine normale Wartenummer und warte noch mal zwanzig Minuten. Naja.

    Weil mittlerweile die Direktverbindungen von Hamburg nach Köln natürlich alle ausgebucht waren, wollte ich am heutigen Sonnabend über Hannover fahren, wo ich mit einer Stunde Umstiegszeit eine passende Verbindung ausgesucht hatte: Um 14:19 Uhr mit dem ICE 681 nach Hannover, dann 68 Minuten Pause, um 17:31 Uhr mit ICE 846 nach Köln.

    Mein Gesprächspartner im Reisezentrum scheiterte allerdings an seinem eigenen Buchungsprogramm. Er zeigte mir mehrfach auf seinem Bildschirm die ausgebuchten Direktverbindungen, sah sich aber auch außerstande, Hannover als Umstiegsbahnhof mit einer Stunde Wartezeit einzutragen. Hat er einfach nicht hinbekommen. Habe ihm dann gezeigt, was er auswählen muss, ich kenne das Programm der Bahn mittlerweile ganz gut, um dann festzustellen: Auch die Verbindung, die mir der Navigator als frei anzeigte, war bei der Bahn bereits ausgebucht.

    Das ging dann noch ein paar Minuten so weiter, im Endeffekt habe ich mir dann die Fahrradkarte, die für mich mit BahnCard 100 eigentlich kostenlos ist, dann für 14,99 € selbst gekauft, weil in diesem Laden das nicht funktionierte.

    Und dann guck ich gestern einfach mal spaßeshalber nach Direktverbindungen für heute von Hamburg nach Köln: Um 13:23 Uhr ist noch was frei, um 15:23 Uhr ist noch was frei, um 18:23 Uhr ist noch was frei. Definitiv waren diese Verbindungen vor ein paar Tagen noch ausgebucht. Haben die Leute ihre Fahrkarte samt Fahrradreservierung storniert?

    Ich geh also wieder ins Reisezentrum, mal wieder eine lange Schlange, weil an der Reception jeder direkt verarztet wird — ich allerdings auch: Ich bekomme keine Wartenummer ausgehändigt, sondern direkt die gewünschte Fahrradreservierung. Das hat mich bei meinem ganzen Gemaule über den Laden doch positiv überrascht.

    Okay, Abfahrt: Hier in Lüneburg wird ja momentan gebaut, es fährt pro Stunde ein Regionalzug nach Hamburg sowie bis Mitte Juni ein Pendelzug bis Uelzen und ungefähr alle zwei Stunden ein Fernverkehrszug nach Hamburg (und einer nach Berlin). Die Züge haben so gut wie immer Verspätung, weil sie durch das Nadelöhr am Westbahnhof rollen müssen. Der Bahnhof ist immer voll, sowohl für Züge als auch für Fahrgäste, man kommt auf dem schmalen Bahnsteig, der in der nördlichen Hälfte keine Zuwegung hat, kaum vorbei.

    Es ist also 12:30 Uhr, um 12:36 Uhr fährt der RegionalExpress nach Hamburg, um 12:38 Uhr der RailJet von Prag nach Kopenhagen, den ich gebucht habe.

    Und weil es so eng ist, komme ich kaum mit dem Rad an den Menschen vorbei.

    Und dann hüpft weiter hinten schon ein Fahrgast einfach runter ins Gleis und läuft weiter nach vorn. Von vorne nähert sich im langsamen Tempo ein ICE, der zwar noch locker bremsen kann, aber glücklicherweise ohnehin aufs Nebengleis geleitet wird, denn eigentlich sollte am Bahnsteig ja gerade der RegionalExpress stehen, der aber offenkundig nicht dort ist, sonst hätte der Typ ja nicht ins Gleis hüpfen können.

    Weiter geht’s, RegionalExpress kommt, RailJet hat plötzlich 20 Minuten Verspätung. Der RegionalExpress endet wegen Baumaßnahmen in Harburg, der RailJet hält nicht in Harburg, der Zug nach Köln aber schon. Die sichere Wahl ist also der Bummelzug mit anschließendem Umstieg in Harburg. War dann auch alles recht voll, aber naja, kenne ich ja nicht anders. Der Umstieg mit dem RailJet in Hamburg Hbf hätte dann auch gar nicht mehr funktioniert.

    Weiter mit dem ICE in Harburg. Der Zug kommt schon knackevoll an, obwohl „mittlere Auslastung“ prognostiziert wurde, beim Einsteigen macht mich ein Bundesbahner direkt an, ob ich denn mit dem Rad jetzt ernsthaft in den Zug steigen wollte. „Oh, wie haben Sie das erraten?“, frage ich. Und weil ich auf dumme Sprüche gerne mit dummen Sprüchen reagiere und meine Zunge nicht im Griff habe, rutscht mir noch raus: „Aber vielleicht bleiben Sie einfach draußen, dann ist drinnen mehr Platz für gute Laune.“

    Die Messlatte für das Eskalationsniveau war also schon mal recht niedrig. Ungünstigerweise waren die Stellplätze 107 und 108 von einem Kinderwagen belegt, der nach Auskunft der ganz besonders freundlichen Bahnmitarbeiter gemäß der heiligen Beförderungsbedingungen Vorrang vor Fahrrädern habe; schließlich könne ich ja mit dem Rad nach Köln fahren, mit dem Kinderwagen ginge das nicht.

    Bis Münster war noch ein anderer Stellplatz frei, den ich frech nutzte, danach wurd’s aber eng. Mittlerweile hatte sich allerdings auch der Zugchef durch seinen Zug gekämpft, der mittlerweile mit einer „außergewöhnlich hohen Auslastung“ ausgewiesen wurde, und fand das, was er da sah, nicht ganz so lustig. Der Kinderwagen ließ sich entgegen voriger Beteuerungen der Besitzer nach einer deutlichen Ansprache plötzlich doch zusammenklappen, die Gepäckstücke passten in die Ablage, Rucksäcke verschwanden von den Sitzplätzen und der Typ, der von München bis Hamburg geradelt war und im Fahrradabteil schlafen wollte, musste sein Nickerchen auf einem Sitzplatz fortsetzen.

    Joa. Mal gucken, wie das Radrennen morgen hier in Köln wird. Das Anstrengenste am Radrennen ist aber immer die Anreise mit der Bahn.

    Oder die Abreise: Nach Eschborn–Frankfurt wollte ich zurück nach Hause, aber mein Zug fuhr als ICE 1, Fahrradmitnahme-Blabla in Wagen 1, aber dann halt doch irgendwie nicht. Stattdessen bin ich dann kurz vor Mitternacht mit einem ICE nach Berlin gefahren und von dort mit einem ICE-L nach Lüneburg. Das war auch nicht ganz so geil, aber ich war erstaunlich fit am nächsten Tag.

    Ochso, und andere Fahrten mit dem Rad haben auch nicht stattgefunden, weil mal der Zug ausfiel oder mit anderem Rollmaterial ohne Fahrradmitnahme fuhr — oder, mal ganz was neues, weil eine Doppeltraktion ICE-T in Lüneburg-West nicht an den Bahnsteig passt, so dass die Tür von Wagen 24 mit den Fahrrädern leider nicht zugänglich war.

    Irgendwas ist ja immer. Am Montag geht’s um 5:11 Uhr mit dem ICE 208 wieder zurück nach Hamburg. Letztes Jahr am 19. Mai war der Zug … Moment mal, was war denn am 19. Mai … Hmm, ah! Da haben in Hamburg 150.000 Menschen den Aufstieg des HSV in die Fußball-Bundesliga gefeiert. Und selbst in Köln gab es genügend HSV-Fans, so dass der Zug schon um 6 Uhr mit absolut besoffenen Fußballfans überfüllt war und ich die Fahrt vier Stunden lang stehend im Gang verbracht habe, anstatt mich mit absolut besoffenen Fußballfans über meine Sitzplatzreservierung zu unterhalten.