Woche 29 vom 18. bis zum 24. Juli 2022

  • Podcast beim Deutschlandfunk - Kultur: Niederlande und Dänemark - Wo Radfahren funktioniert

    https://www.deutschlandfunkkul…adfahren-fahrrad-100.html

    Liebe Vorurteile werden wie neu, wenn man sie gelegentlich durch einen niederländischen Verkehrsplanungsconsultant aufwärmen lässt. :evil:


    Die mittlere Pro-Kopf-Radfahrleistung von Villabacho-Berlin (knapp 800km/a) ist auf Augenhöhe mit Villariba-Kopenhagen (gut 800km/a).

    Klassischer Logikfehler: ein höherer Frauenanteil unter Radfahrern ist nicht Folge, sondern *Ursache* für geringere Unfallraten.

    Was auch süß ist: die seit den 70er Jahren erzielten Erfolge werden dem emsigen Radwegebau zugeschrieben. Dabei verläuft die Entwicklung der Verkehrsopferzahl in ganz Europa mit oder ohne Radwegebau quasi synchron (siehe überlagerte Grafiken der nationalen Straßenbehörden aus D, NL, F und DK, Maximum ca. 1971, danach zuerst steile, später langsame stetige Abnahme).


  • Du meinst, in Berlin wird darüber hinaus einfach mehr Auto gefahren, während man in Kopenhagen auf dem Sofa bleibt?

    Wie kommst du darauf? Berlin hat nicht nur einen für eine Metropole überragend hohen Radverkehrsanteil, sondern auch einen ziemlich niedrigen MIV-Modal Split. Das Ranking auf Wikipedia nennt 24% MIV für B und 33% für CPH.

  • Wie kommst du darauf? Berlin hat nicht nur einen für eine Metropole überragend hohen Radverkehrsanteil, sondern auch einen ziemlich niedrigen MIV-Modal Split. Das Ranking auf Wikipedia nennt 24% MIV für B und 33% für CPH.

    Die selbe Quelle nennt für Berlin einen Fahrradanteil von 18% und für Kopenhagen 30%. Wenn die Pro-Kopf Fahrleistung in beiden Städten gleich ist, wie du oben geschrieben hast, würde es ja bedeuten, dass in Kopenhagen die durchschnittlich mit dem Rad zurückgelegten Wege gerade mal etwas mehr als halb so weit sind (*edit: oder dass in Kopenhagen insgesamt weniger Wege zurückgelegt werden).

    Mein eigener Eindruck war einfach ein komplett anderer, was das Verhältnis von Autos : Fahrrädern im Straßenbild betrifft und zwar nicht nur am Freitag und Samstag als die Kopenhagener Innenstadt wegen der Tour de France Innenstadt zu großen Teilen für den Autoverkehr gesperrt war, sondern auch am Donnerstag und in den Außenbezirken.

  • Subjektiv kommt mir der Radleranteil in Berlin nicht anders vor wie in München.

    Was in Berlin inzwischen tatsächlich relativ konsequent gemacht wird, ist jenseits der Hauptstraßen 30 Zonen und manchmal findet man da sogar Modal-Filter. Letzteres gibts in München kaum. Damit werden Wohnquartiere schon deutlich besser vom Schleich/Durchgangsverkehr getrennt.

    Die Radwege können in Berlin auf jeden Fall nicht der Grund sein, warum da viele Radl fahren.

  • Wenn die Pro-Kopf Fahrleistung in beiden Städten gleich ist, wie du oben geschrieben hast, würde es ja bedeuten, dass in Kopenhagen die durchschnittlich mit dem Rad zurückgelegten Wege gerade mal etwas mehr als halb so weit sind (*edit: oder dass in Kopenhagen insgesamt weniger Wege zurückgelegt werden).

    Verglichen mit B ist CPH ja quasi ein Dorf. Klar, dass da die Wege kürzer sind. Die MIV-km für beide Städte rauszusuchen, bin ich gerade zu faul. :saint:

    Funfact: die Summe aller Wege im Modal Split ist immer 100%, über die absolute Anzahl und die Länge je Verkehrsmittel sagt der Wert nicht das geringste.

    Subjektiv kommt mir der Radleranteil in Berlin nicht anders vor wie in München.

    Ist er auch nicht. Beide Städte liegen 2018 gleichauf bei 18%.

  • Verglichen mit B ist CPH ja quasi ein Dorf. Klar, dass da die Wege kürzer sind.

    Aber es ist nicht klar, dass weitere Wege in Berlin deswegen mit dem Fahrrad gefahren werden.


    Das Verhältnis der Pro-Kopf Fahrleistung ist das, was man auch im Straßenbild wahrnimmt und nicht der Modal Split, das ist mir klar. Wenn zwei Städte aber die selbe Pro-Kopf Fahrleistung haben, müsste auch der Eindruck entstehen, dass in beiden Städten gleich viele Radfahrer unterwegs sind.


    Ich war zwar lange nicht mehr in Berlin, aber im direkten Vergleich mit Hamburg war Kopenhagen eine ganz andere Nummer. Zum Einen was die höhere Zahl an Radfahrern angeht, aber vor allem auch die geringe Zahl an Autos auf den Straßen.

  • Das ist so nicht richtig. Wenn man von Kopenhagen spricht, meint man im Allgemeinen die Hauptstadtregion.


    Das ist kein Dorf. Berlin ist auch kein Dorf, nur weil London doppelt so groß ist.

    Die 820km Radfahrleistung je Einwohner habe ich durch Division der im Mobilitätsbericht 20222 der Stadtverwaltung CPH publizierten Gesamtzahl Tageskilometer der "Kopenhagener" (1,45 Mio pro Werktag) durch die Einwohnerzahl von CPH lt. Wikipedia (644.000) erhalten. Nähme man dagegen die 1,9 Mio Einwohner der Hauptstadtregion als Divisor, kämen weniger als 300km pro Kopf zusammen. Die Angabe zum Modal Split bezieht sich also wohl ebenso auf Kern-CPH (auch ohne die Enklave Frederiksborg).


    Aus der gleichen Grafik ergibt sich für die Einwohner von CPH übrigens eine PKW-Fahrleistung von 2.635 km/Jahr. "Mobilität in Städten" (2018) nennt 2.965km für Berlin. Das sind jetzt auch keine Welten Unterschied.

  • Neuschwanstein ist ja schon abbezahlt. Und der Hügel ist beste Lage, also ist sicher gut zu verkaufen, auch ohne Schloß.

    Neuschwanstein ist mir wurst. Aber mein geliebter Gardasee? Schluchz.


    Ich sollte definitiv mehr in den Norden fahren und dort mein Gift in die Luft blasen... :) Wenns denn was gäbe, das mich hinzieht.

  • Der Autoindustrie-politische Komplex:

    "Die ZDF-Satiresendung "Die Anstalt" hat eine Porsche-Betriebsversammlung von Ende Juni unter die Lupe genommen. Diese war ungewöhnlich brisant: Vorstandschef Oliver Blume soll darin seinen guten Draht zu Bundesfinanzminister Christian Lindner und die Zusammenarbeit während der Koalitionsverhandlungen im vergangenen Jahr angesprochen haben.

    Nach ZDF-Informationen sagte Blume zu seinen Mitarbeitern, Porsche habe einen "sehr großen Anteil" daran, dass E-Fuels im Koalitionsvertrag stünden. "Da sind wir Haupttreiber gewesen mit ganz engem Kontakt an die Koalitionsparteien", so Blume. Und: "Der Christian Lindner hat mich in den letzten Tagen auf dem Laufenden gehalten." Lindner streitet entsprechende Einflussnahme ab."
    https://www.t-online.de/finanz…dner-ausgeuebt-haben.html


    Hier der Link zur zdf-Sendung Die Anstalt:

    Die Anstalt
    Der Große Preis: Die Inflationsshow. Die Fachjury ist repräsentativ besetzt und stellt in verschiedenen Runden bekannte Politiker zur Rede.
    www.zdf.de

    Siehe Minute: 44:00 ff


    Es ist eine Riesensauerei, dass in den Freibädern von der Stadtverwaltung den Badegästen das Kaltduschen verordnet wird, während der Finanzminister beim Porschechef auf dem Schoß sitzt, um die Forderungen zum Festhalten an den Verbrennerautos auszuhecken.

    "Um Energie zu sparen, stellt Hannover den Badegästen warmes Duschwasser ab. Auch der Sprung in die Becken wird kälter, falls diese mit Gas beheizt werden."

    Duschen in Hannovers Schwimmbädern bleiben kalt
    Um Energie zu sparen, stellt Hannover den Badegästen warmes Duschwasser ab.
    www.t-online.de

  • Oh Mann, wie mich diese Scheiße ankotzt. Meinen die das mit "Freigabe" wirklich ernst?


    Zitat

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  • Der Autoindustrie-politische Komplex:

    Ich mach mir da nichts vor: Lindner bedient eine Klientel. Aber: Die "anderen" haben gar keine Klientel, die haben und bedienen nur sich selbst.


    So oder so: Du und ich haben nichts zu sagen, wir haben unsere Souveränität an der Garderobe abgegeben. Jegliche Entrüstung ist vergebens, wenn man die Souveränität nicht einfordert.