Keiner hat das Recht, ein SUV zu fahren!

  • "Keiner hat das Recht, ein SUV zu fahren!" Das ist eine Parole, die oft auf Fridays for Future Veranstaltungen skandiert wird. Der Spruch ist auch innerhalb der Friday fo Future Bewegung nicht ganz unumstritten. Eine der Sorgen: Damit blamiert man diejenigen die ein SUV fahren und erzeugt dort sofort eine Gegenhaltung, die eine argumentative Auseinandersetzung erschwert.

    Auf der Suche nach Argumenten, mit der man den SUV-Wahn einsichtig machen kann, bin ich darauf gestoßen, dass SUV's in hohem Maße Fußgänger*innen unsichtbar machen. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene:


    Ganz rechts im Bild ist eine Fußgängerin mit Kinderwagen zu sehen, der kleine Oldtimer-Mini wird sie nicht verdecken.


    Aber wie ist das mit dem dicken SUV? Da ist keine Fußgängerin zu sehen!


    Ist die Fußgängerin mit Kinderwagen unsichtbar hinter dem SUV verschwunden, oder kauft sie beim Bäcker ein?


    Die Streit darüber, ob die SUV's mit ihrer Fahrzeugfront Fußgänger stärker gefährden als die Fronten kleinerer Fahrzeuge ist eine Auseinandersetzung um nur einen Gefährdungspunkt.


    Ganz sicher ist, dass SUV's Fußgänger leichter unsichtbar machen als kleinere Fahrzeuge! Und damit werden diese Fußgänger unnötig gefährdet.

  • Der Vergleich zu einem Mini der ersten Generation, die geradeeinmal 3,10 Meter lang ist, macht es deutlich sichtbar.Allerdings sähe das auch anders aus, wenn man einen aktuellen Mini vergleicht. Der ist auch schon 20 cm höher, als der von Mini von 1959.Die Tendenz aller KFZ geht in eine Richtung: Schwerer, größer, länger,breiter. Weswegen die jetzigen Autobesitzer jammern, weil die ach zu kleinen Garagen nicht mehr passen..Mehr geschützter Platz für Fahrräder.

    Ich seh aber seitens der Politik keine Begrenzung in irgendeiner Form. Solange die Autoherstellerlobby so viel EInfluß in der Politik hat, seh ich keinen Wandel. Sieht man ja auch bei den Klimabeschlüssen.

  • Ich tu mir schwer, ich verstehe aber auch den Wunsch nach einem SUV nicht. Ich habe inzwischen zwei als Mietwagen gefahren und fand für die Außenabmessungen den Inneraum einfach eher zu knapp.


    Nur: Privat fahre ich einen Minivan. Ich brauche den Innenraum, wenn ich Geräte, Kinder, Familien, Gepäck transportieren muss. Und der Minivan ist erheblich größer als ein SUV. Ich bin sogar ein Fan von getönten Scheiben - uind daher ist hinter meinem Auto ein Fußgänger noch schlechter zu sehen.


    Spiel das Argument eine Rolle? Ich behaupte: Nein. Das würde es nur dann, wenn ich so nahe an Kreuzungen parken würde, dass ich die Sicht versperren würde. Im Parallelverkehr ist es doch völlig egal, wenn gelegntlich ein Fußgänger nicht sichtbar ist. Beim Kreuzen von Fahrbahnen ist auch schon ein Kinderwagen manhmal zui viel (bei einem kleinen Kind, Hund, Liegerad).

  • Es ist alles erlaubt, was nicht verboten ist, und das ist auch gut so.

    Es gibt keinen guten Grund, größere Autos zu verbieten. Also ist es erlaubt.


    Andererseits kann man Verhalten steuern, zum Beispiel über Steuern.

    Steuern für Abmessungen, für Gewicht, für Umweltschäden.

    Und es gibt auch keine Pflicht, massenhaft Parkplätze für große PKW vorzuhalten. Wer seine Riesenkarre wegen Platzmangel falsch parkt muss Bußgeld zahlen oder dem wird sie abgeschleppt.


    Über Kosten und Komfortverlust könnte man das Problem stark reduzieren, so dass nur noch wenige sowas kaufen. Aber wird natürlich nicht gemacht im Autoland.

    Die KFZ-Steuer soll nun wohl für manche PKW steigen (weiß jemand wieviel?), andererseits wird die Pendlerpauschale um satte 17% angehoben.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Ja, lasst uns alles schön neoliberal weiterhin über den Preis / Markt regeln... Aber so wird ja unweigerlich mal wieder klar, wie es im Kapitalismus läuft: Wenn du über viel Geld verfügst, darfst du dir den Luxus leisten, völlig überdimensionierte Mistkarren zu fahren - oder dich auch ordnungswidrig zu verhalten. An dieser Stelle wäre in der Tat nur ein Verkaufs- und Zulassungsverbot eine Lösung. Aber dazu traut man sich dann natürlich doch nicht, sondern sorgt durch Verteuerung dafür, dass der Status-Symbol-Wert genau dieser Peniskompensatoren auch noch steigt...


    Natürlich passt es dann ins Bild, dass wegen der neoliberalen Schwindsucht in der öffentlichen Verwaltung in Justiz, Polizei und Ordnungsbehörden sowieso nur etwa Einer von Tausend Verstößen überhaupt geahndet wird. Natürlich sind auch hier wieder die mit dickeren Brieftaschen im Vorteil, denn die bezahlen so ne Knolle aus der Portokasse.

    andererseits wird die Pendlerpauschale um satte 17% angehoben.

    Und...!? Das sollte Öffi- oder Radpendler doch richtig freuen? Denn die kriegen gemessen an den Kosten sogar noch mehr raus, als sie ausgeben. Im Gegensatz zum Autofahrer. Schon einmal überlegt, warum eigentlich Pendler nur die einfache Wegstrecke ansetzen dürfen, bei Dienstreisen aber die (pauschalisierten) Kosten für Hin- und Rückfahrt absetzungsfähig sind?


    Typisches Beispiel für den tendenziell unsozialen "Steuerungseffekt": Einem Niedriglöhner oder auch Azubi, die nicht nennenswert über den Grundfreibetrag + Werbungskostenpauschbetrag kommen, nützt das überhaupt nix. Die zahlen aber nun beim Tanken mehr, ohne dafür an anderer Stelle eine (minimale) Entlastung bei der ESt zu erhalten. Aber sowas (Sozialpolitisches) interessiert grüne Weltenretter ja eh nicht...


    Mich regt diese ideologische Schräglage in Sachen Pendlerpauschale sowieso generell auf: Wer der Ansicht ist, dass die Kosten von der Wohnung zur Arbeitsstelle nicht mehr absetzbar sein sollten, sollte dann bitteschön auch fordern, dass im Unternehmensbereich sämtliche Transportkosten nicht mehr zu den Betriebsausgaben zählen.


    Blöd nur, dass das rechtlich wegen der grundsätzlichen Einkommensteuer-Systematik sowieso nicht möglich sein wird.

  • Mich regt diese ideologische Schräglage in Sachen Pendlerpauschale sowieso generell auf: Wer der Ansicht ist, dass die Kosten von der Wohnung zur Arbeitsstelle nicht mehr absetzbar sein sollten, sollte dann bitteschön auch fordern, dass im Unternehmensbereich sämtliche Transportkosten nicht mehr zu den Betriebsausgaben zählen.

    Dadrüber können wir reden, wenn Unternehmen einen Grundfreibetrag bekommen. Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.


    Aber ich bin schon erstaunt, dass Du den Reichen zu Vorteilen verhelfen möchtest. Das Leben in der Stadt ist teurer als auf dem Land. In Hamburg hat ein Steuermensch mal ausgerechnet, dass die Fahrkosten schon von den niedrigen Immobilienpreisen finanziert werden. Warum sollen diejenigen, die sich ein Haus im Grünen leisten, noch zusätzlich belohnt werden?


    Was mich beim Vorschlag zur Pendlerpauschale aufregt, ist, dass sie erst ab 20 km greift. Als Radfahrer fühle ich mich verarscht.

  • Bei den Stadt-Land-Vergleichen bitte nicht vergessen, dass es auch umgekehrtes Pendeln gibt: der Arbeitsplatz wird aufs Land verlegt, weil die Firma dort hinzieht (Platzbedarf, niedrigere Gewerbesteuer, ...). Beiersdorf aus Eimsbüttel nach Norderstedt, Globetrotter aus Hamburg nach Ludwigslust (oder so ähnlich), und wer von der Arbeitsagentur da hingeschickt wird, ist auch der Gelackmeierte.

  • Dadrüber können wir reden, wenn Unternehmen einen Grundfreibetrag bekommen. Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.

    Hä? Die Gewinnanteile jeder Personengesellschaft unterliegen dem EStG - und somit auch die Anteile beim (jeweils einen Grundfreibetrag in Anspruch nehmenden) Steuerpflichtigen. Kapitalgesellschaften haben ja ihre ganz eigenen "Grundfreibeträge"...

    Aber ich bin schon erstaunt, dass Du den Reichen zu Vorteilen verhelfen möchtest. Das Leben in der Stadt ist teurer als auf dem Land.

    Was soll das denn jetzt? Reverse-Gentrification etwa...!? :evil:


    Und warum...!? Nur, weil man es von dort nicht weit zur Lohnarbeit hat? Oder weil es in der Stadt halt genug Leute gibt, die bereit dafür sind, diesen Preis zu zahlen...!? Schließlich hat man dann alles, was man braucht, auf engstem Raum. Mir wäre es das nicht wert; nicht einmal, wenn man mich dafür bezahlen würde, würde ich in eine Großstadt ziehen. Da lebe ich lieber weiter auf dem Kuhdorf. Und muss dann im Einzelfall ein paar km mehr fahren.

    Warum sollen diejenigen, die sich ein Haus im Grünen leisten, noch zusätzlich belohnt werden?

    Was verstehst du unter "Haus im Grünen"? Dir ist schon klar, dass es in Deutschland nicht nur Millionenstädte (und deren Speckgürtel-Trabantensiedlungen) gibt? Und dass du auf dem Land grade wenig bis gar keine "Infrastruktur" mehr hast. Und dass es Menschen gibt, die auf dem Land geboren wurden, dort gerne leben - und auch nicht wegen einer streng-kapitalistischen "Karriere" oder irgendeines Scheißjobs in ein menschenfeindliches Molloch ziehen möchten?


    Und wo ist da die "Belohnung"? Die Kosten für die Fahrerei werden nicht mal annähernd von dem Bisschen "Pendlerpauschale" kompensiert (außer bei Radfahrern, die kriegen noch Geld raus). Wie bereits erwähnt haben grade von der Arge oder dem Jobcenter zum Pendeln unter Androhung des Entzug des Existenzminimums Genötigte davon meist wenig bis gar nichts...


    Aber: ach, echt - den "Bonus" soll es erst ab dem 20. km geben? Diese (damals - als ich Steuerrecht studierte - noch für alle geltende) Kappung wurde doch gnadenlos (und völlig zurecht) von Karlsruhe einkassiert. :rolleyes:


    Stellt doch alternativ lieber endlich mal den Dienstwagenblödsinn infrage! DAS kostet den Staat richtig Geld...!

  • Ja, lasst uns alles schön neoliberal weiterhin über den Preis / Markt regeln... Aber so wird ja unweigerlich mal wieder klar, wie es im Kapitalismus läuft: Wenn du über viel Geld verfügst, darfst du dir den Luxus leisten, völlig überdimensionierte Mistkarren zu fahren - oder dich auch ordnungswidrig zu verhalten.


    Der Markt regelt vieles recht gut. Aber man braucht trotzdem Eingriffe durch Gesetze, Steuern, usw.; der Markt wird sich dann darauf einstellen.


    Dass man sich mehr leisten kann, wenn man mehr Macht/Geld hat, ist nicht nur im Kapitalismus so, sondern zum Beispiel auch in absoluten Monarchien. Eigentlich in jeder Gesellschaftsform außer in solchen, in denen alle dasselbe haben. Ich empfinde Ungleichheit (soweit nach unten und oben sinnvoll begrenzt!) aber generell als wünschenswert. Für irgendwas muss Reichtum doch gut sein! ;-)


    Natürlich sind auch hier wieder die mit dickeren Brieftaschen im Vorteil, denn die bezahlen so ne Knolle aus der Portokasse.

    Strafen müssen abschreckend sein. Häufig sind sie es nicht. Entweder passt man Geldstrafen an Einkommen/Vermögen an, oder man bestraft anders, z. B. Zeitstrafen: Wer sein Auto falsch parkt, muss ne Stunde Nachsitzen.


    Und...!? Das sollte Öffi- oder Radpendler doch richtig freuen? Denn die kriegen gemessen an den Kosten sogar noch mehr raus, als sie ausgeben. Im Gegensatz zum Autofahrer.

    Ich meine das gilt erst ab 50km, ist für meine Radpendelei also egal.


    Typisches Beispiel für den tendenziell unsozialen "Steuerungseffekt": Einem Niedriglöhner oder auch Azubi, die nicht nennenswert über den Grundfreibetrag + Werbungskostenpauschbetrag kommen, nützt das überhaupt nix. Die zahlen aber nun beim Tanken mehr, ohne dafür an anderer Stelle eine (minimale) Entlastung bei der ESt zu erhalten. Aber sowas (Sozialpolitisches) interessiert grüne Weltenretter ja eh nicht...

    Das System funktioniert doch nur, weil kaum jemand weiß, wieviel Steuern er zahlt. Frag doch mal einen Niedriglöhner, was ihm an ESt. abgezogen wird. Bei 1470€ Bruttolohn im Monat (Mindestlohn bei 160h): sind das mehr oder weniger als 100€ ESt. pro Monat? Die allermeisten werden doch deutlich über 100€ tippen! Tatsächlich sind's um 65€ rum.


    Das System ist zwar logisch (zu versteuerndes Einkommen wird gesenkt), aber unsozial. Lieber sollte man solche Aufwendungen von der Steuer abziehen dürfen.


    Wir schweifen, wieder einmal, ab. Von SUV zu sozialer Gerechtigkeit :-)

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Dass es keinen guten Grund gibt, größere Autos zu verbieten sehe ich nicht so. Im Gegenteil, es gibt viele gute Gründe. Und es wird ja auch gemacht.

    Siehe zum Beispiel die Diskussionen über die Giga-Liner. Ab 40t zulässiges Gesamtgewicht ist meines Wissens Schluss auf deutschen Straßen. Es gibt auch eine Breitenbegrenzung von 2,55 m. Und ein LKW-Zweiachser darf maximal 12 m lang sein.

    Da ist also noch Luft nach oben für die SUV-Fahrer. Allerdings müssen sie dann einen LKW-Führerschein machen.

    Dass SUV-Fahrer wegen Falschparkens belangt werden, halte ich für eine unrealistische Erwartungshaltung. Es wird ja nicht einmal das ganz normale Falschparken wirksam geahndet.

    Und was die Größe der Parkplätze angeht: Im vorliegenden Fall hätte der Parkraum vermutlich nicht gereicht, um zwei dieser SUV abzustellen. Vermutlich hätte mindestens einer in den schraffierten Bereich hineingeragt. Nach meiner Beobachtung wird aber so was an dieser Stelle, an der ich öfter vorbeikomme, nicht geahndet.


    Das folgende Foto soll zeigen, wo Platz ist für ein SUV, da ist Platz für eineinhalb Kleinwagen.

    Oder: Wo früher mal Platz war für drei Autos (Kleinwagen), da ist heute nur noch Platz für zwei (SUVs).

    Und das sind doch mal schöne Aussichten, denn in der Summe haben wir dadurch weniger Autos als früher!;)

  • Der Markt regelt vieles recht gut.

    Ähm. Nein. "Der Markt" versagt so ziemlich überall. Im Grunde ist der Glaube an die "unsichtbare Hand" und die Lüge von der Preisbildung durch Angebot und Nachfrage ja auch nix anderes als eine Religion. ;)

    Zeitstrafen: Wer sein Auto falsch parkt, muss ne Stunde Nachsitzen.

    Nette Idee. Ein abgegebener Führerschein hält trotzdem viele nicht davon ab, trotzdem zu fahren. Manch einer wird nach 30 Jahren zufällig bei einer Kontrolle rausgezogen - und gibt zu Protokoll, dass er nie einen besessen hätte...

    Strafen müssen abschreckend sein.

    Auch hier: Wie abschreckend wirken 5, 10, 20, 100 oder 250 Euro Bußgeld auf jemanden mit 1.000 oder 10.000 Euro Einkommen im Monat...!?

    Wir schweifen, wieder einmal, ab. Von SUV zu sozialer Gerechtigkeit :-)

    Ach, hängt das wirklich gar nicht miteinander zusammen...!? :/

    Lieber sollte man solche Aufwendungen von der Steuer abziehen dürfen.

    Nein. Grade eben nicht. Das System ist schon richtig so ("objektives Nettoprinzip"). Das mit direkt von der Steuer abziehen wäre so wie das die reichen Leute mit den Kosten für den Klavierlehrer, dem Gärtner oder der Putzfrau machen. Problem dabei: Wenn die Steuer erst einmal 0 Euro beträgt, ist nix mehr abzuziehen. Von einer "negativen Einkommensteuer" sind wir allerdings noch sehr weit entfernt.

    Im Gegenteil, es gibt viele gute Gründe.

    Hilfe...! Ich bin mit Ullie einer Meinung... ;) 8o


    Nur mal so als Beispiel für diese Idiotie: Mit meinen Rennrädern und meinen Mountainbikes bin ich schon seit drei Jahrzehnten illegal auf den Straßen unterwegs. Denn Rennräder / Mountainbikes ohne die vorgeschriebenen achtunddrölfzisch Reflektoren sind halt nun einmal: verboten.


    3-Tonnen-SUVs? Zugelassen. Erlaubt. Legal.


    Noch Fragen...!? :/

  • Ähm. Nein. "Der Markt" versagt so ziemlich überall. Im Grunde ist der Glaube an die "unsichtbare Hand" und die Lüge von der Preisbildung durch Angebot und Nachfrage ja auch nix anderes als eine Religion. ;)

    Als religiöser Mensch, muss ich da allerdings entschieden widersprechen. Das ist gewissermaßen eine pauschale Diffamierung von Religionen, die du da aussprichst. Schon die Formulierung, "nix anderes als eine Religion", ist herabsetzend. Benutze an dieser Stelle doch einfach "Ersatzreligion", das ist der passende Begriff. Eine Wirtschaftstheorie ist keine Religion. Auch wenn es Menschen gibt, die Marx' wirtschaftstheoretischen Erkenntnisse zu einer Art Ersatzreligion gemacht haben. Es sind letztlich Weltanschauungen, denen ein wichtiges Element von Religionen fehlt, nämlich der Glaube an etwas über die diesseitige Welt Hinausgehendes.

    Es ist ja gerade Wesenskern der marktwirtschaftlichen Wirtschafts-Theorien, dass sie rein diesseitg sind. Auch planwirtschaftliche Wirtschaftstheorien sind rein diesseitig ausgerichtet.

    Ich will hier nicht den Anspruch erheben, das Religionen per se was Besseres sind, als Wirtschaftstheorien. Vielleicht ist es so, dass ein gelungeneres Zusammenleben der Menschen möglich wäre, wenn keiner einer Religion angehörte. Glaube ich allerdings nicht, aber das wäre eine andere Diskussion.

    Das "SUV-Unwesen", um da noch mal drauf zurückzukommen, ist übrigens auch bestimmt durch Merkmale einer Ersatzreligion: Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, was die Menschen antreibt in so eine finstre Kiste zu steigen, die so gestaltet ist, dass sie Angst und Schrecken verbreitet.

    Und dann sind viele dieser Fahrzeuge mit einer Motorisierung ausgestattet, die einen Stadtbus oder einen Reisebus, in dem locker 10 mal so viel Menschen mobil sein können, weit in den Schatten stellt.

  • Ich hätte da noch ein Foto ...


    https://www.mopo.de/hamburg/sk…-gehweg-stecken--33224106


    Zitat

    Hat die Fahrerin die Breite ihres Fahrzeuges unterschätzt? Und warum fuhr die Frau überhaupt auf den Gehweg? Diese Fragen müssen nun die Ermittlungen klären. Einem Polizeisprecher zufolge hätte die demente Frau den Wagen eigentlich gar nicht fahren dürfen, habe aber den Autoschlüssel ihres Mannes genommen.

    ...

    Wahrscheinlich müsse der Wagen in seine Einzelteile zerlegt werden.

  • Geil aber auch die Revision der MOPO: Erst 80, jetzt 67 Jahre alt. Morgen dann: 17-Jährige macht Spritztour mit SUV ihres Vaters ...

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)