"Lustige" Fahrradständer

  • Danke für die Antworten. Und als kleines Dankeschön noch ein Fahrradständer aus Dessau. Oder besser eine Fahrradständer-Bank. Zumindest vermute ich, dass das Gebilde sowohl als Bank als auch als Fahrradständer benutzt werden soll. Die Sitzoberfläche, die so ein bisschen zerkratzt aussieht, ist übrigens in Wirklichkeit so gemustert (Bild 2).

     

  • Das ist typisch Bauhaus, da geht Design vor Funktion.

    Klingt ketzerisch, aber man schaue sich nur als Beispiel mal das ikonische eigentliche Bauhaus (Hauptgebäude) an: Vorgehängte Glasfassade, akustische Kopplung durch alle Stockwerke, im Sommer Treibhaus, im Winter nicht zu heizen. Sieht alles total toll und modern aus, ist aber unpraktisch bis obenhin. Oder die Wohnhäuser des Bauhauses (nicht die Meisterhäuser): Es hat seinen Grund, dass kein einziges dieser Häuschen im Original erhalten blieben ist -- alles am Wohnbedarf vorbei konzipiert.

    Gut, genug der Architekturkritik, die böser klingt als sie gemeint ist: Eigentlich bin ich nämlich ein Fan der Bauhaus-Ästhetik. Nur wohnen möchte ich in solchen (Original-)Bauhaus-Gebäuden nicht.

  • Eigentlich heißt es ja beim Bauhaus-Stil "form follows function", also die Form ergibt sich aus der Funktion. Vermutlichist der springende Punkt, den die Bauhaus-Architektinnen und Architekten entdeckten, dass es da eine Wechselbeziehung geben kann. Und Gestalterinnen und Gestalter nicht gezwungen sind, die jeweils gerade modisch aktuellen Verzierungen und Dekors auf die Gestaltungsobjekte aufzudrucken, anzugbringen usw. sondern dass gelungene Gestaltung auch dann funktionieren kann, wenn man sich streng auf die Funktion konzentriert und aus dieser Perspektive heraus die Form entwickelt.


    Ob das allerdings bei dem folgenden Objekt gelungen ist, dass sich die Form aus der Funktion heraus ergibt? So ähnliche Fahrradständer hatten wir weiter oben schon mal, die runden "Riesentauchsieder" hier ist dann mal ein eckiger "Riesentauchsieder". Eine Sache ist ganz klar, das sind Felgenkiller und deshalb missglückte Objekte in Sachen Funktion. Aber auch wenn man den Aspekt mal außen vorlässt (vielleicht hatte der Gestalter die Stabilität von Fahradfelgen und Speichen ganz einfach überschätzt), also auch abgesehen davon finde ich nicht, dass aus der Funktion heraus sich diese Form ergibt.


    Das trifft dann schon eher bei den Rillen im Boden zu (allerdings auch hier abgesehen von dem Aspekt, dass es ein "Felgenkiller" ist). Das ist nochmal der Fahrradständer, den ich weiter oben schon mal zeigte.



    Aber wo ist denn nun der echt gut designte, weil aus der Funktion heraus entwickelte Fahrradständer, bei dem auch der Aspekt "kein Felgenkiller" beachtet wurde? Vielleicht der hier (fotografiert in Wörlitz)? Allerdings sind die nachteilig aufgestellt, weil man nur von der einen Seite gut rankommt, wenn man von der anderen Seite einstellen will, was ja ausdrücklich vorgesehen ist, dann muss man sein Rad über die Grünfläche schieben (zumindest bei den beiden hinteren).


  • Das ist typisch Bauhaus, da geht Design vor Funktion.

    Klingt ketzerisch, aber man schaue sich nur als Beispiel mal das ikonische eigentliche Bauhaus (Hauptgebäude) an: Vorgehängte Glasfassade, akustische Kopplung durch alle Stockwerke, im Sommer Treibhaus, im Winter nicht zu heizen. Sieht alles total toll und modern aus, ist aber unpraktisch bis obenhin. Oder die Wohnhäuser des Bauhauses (nicht die Meisterhäuser): Es hat seinen Grund, dass kein einziges dieser Häuschen im Original erhalten blieben ist -- alles am Wohnbedarf vorbei konzipiert.

    Gut, genug der Architekturkritik, die böser klingt als sie gemeint ist: Eigentlich bin ich nämlich ein Fan der Bauhaus-Ästhetik. Nur wohnen möchte ich in solchen (Original-)Bauhaus-Gebäuden nicht.

    Also bei der Führung durch die Reihenhauszeilen in Dessau Törten sagte man uns, dass das Haus auf dem Foto noch weitgehend orignal erhalten ist (bzw. wieder hergestellt wurde).

    Und hier ein Foto von Haus Anton:


    Auf diesem Video erfährst du mehr über das Haus Anton: https://youtu.be/7tJREEe7oSY

  • Viele Fahrradbügel sind mit einfachstem Rohrschneider durchzutrennen. Da ist der Ring je nach Material sicher widerstandsfähiger, oder?

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Es fühlt sich einfach falsch an, ein Bügelschloss aus gehärtetem Stahl an so einem Auge zu befestigen. Es ist natürlich möglich, dass dieser Ring auch gehärtet ist. Vertrauen würde ich darauf nicht.

    Ob regelmäßig Fahrräder mit Rohrschneidern geklaut werden, weiß ich nicht. Gehört habe ich davon aus dem Bekanntenkreis nicht. Wenn man den Tathergang erkennen kann, war es normalerweise ein Bolzenschneider.

  • Es fühlt sich einfach falsch an, ein Bügelschloss aus gehärtetem Stahl an so einem Auge zu befestigen. Es ist natürlich möglich, dass dieser Ring auch gehärtet ist. Vertrauen würde ich darauf nicht.

    Ob regelmäßig Fahrräder mit Rohrschneidern geklaut werden, weiß ich nicht. Gehört habe ich davon aus dem Bekanntenkreis nicht. Wenn man den Tathergang erkennen kann, war es normalerweise ein Bolzenschneider.

    Auch dazu ein Bild aus Belgien, nämlich von einer Fahrradabstellanlage in Kortrijk:


    Die eher gewöhnlichen Ständer vorne im Bild sind ja recht verbreitet.


    Neu für mich waren die Ständer auf dem folgenden Foto, ebenfalls eine Aufnahme von der Fahrradabstellanlage in Kortrijk. Diese Ständer hatten eine rechteckige Öse und eine Kette, die dazu dient, dass man zusätzlich zu seinem Schloss was hat, das man durch den Rahmen oder die Räder des Fahrrades ziehen kann. Ob die Kettenglieder aus gehärtetem Stahl waren, weiß ich nicht. Aber bei einer der rechteckigen Öse ist mir aufgefallen, dass sie aufgesägt wurde. Siehe eingezeichneten orangen Kreis auf dem dritten Bild.