Woche 46 vom 13. bis zum 19. November 2023

  • Und warum hat ein aktueller Lion's Coach keinen Abbiege-Assistenten? Der Aufkleber hilft auch nix, wenn keine Zeit zum reagieren bleibt.

    Der Aufkleber adressiert (auch) den Fahrer. Der wird gezwungen, sich das täglich mehrfach anzusehen (auch weil die Aufkleber nicht nur am Heck, sondern auch an der Fahrer- und Beifahrerseite auf Höhe der Türen angebracht sein müssen), und damit ist die Vorbereitungszeit bis zum Abbiegekonflikt ganz sicher ausreichend lang.

    Abgesehen davon hatte der Bus immerhin bodentiefe Fenster auf der Beifahrerseite. Das ist neben Abbiegeassistenten und Schutzkreuzungen die dritte gerne erhobene Forderung, die die Illusion wahrt, dass das Separationsprinzip nicht von Grund auf verkorkst ist, sondern bisher leider, leider immer nur die falschen Maßnahmen getroffen wurde.

  • Und während wir in Deutschland, seit diesem Monat dank des schwachen Yens drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, nicht mehr wissen, wie wir progressive und einigermaßen nachhaltige Politik finanzieren sollen, werden wir außerdem noch von China und den USA in Sachen Klimaschutz abgehängt.

    Energiepolitik: China kippt - in die richtige Richtung - Kolumne
    Die besten Nachrichten dieser Woche sind wieder einmal fast übersehen worden: Chinas CO₂-Emissionen werden voraussichtlich schon 2024 sinken. Und das ist nicht…
    www.spiegel.de
  • Abgesehen davon hatte der Bus immerhin bodentiefe Fenster auf der Beifahrerseite.

    Wobei RA mit Bussen sehr viel seltener sind und wir sind eventuell (ähnlich wie bei RA mit PKW) bei "manchmal sehen die Leute den Wald vor lauter Bäumen nicht" sind. Trotzdem hab ich mir mal die Mühe gemacht, zu möglichst vielen der Bus-RA (11 in 11 Jahren sind's) das Fahrzeug und vor allem die vordere Tür herauszusuchen…:

    Bocholt 2014: "Linienbus", lässt dort keine sichere Aussage zu.
    Weimar 2015: Mercedes Integro Gen.1. Einzeltür, die unten noch verkleidet ist (das wurde mit dem Facelift geändert).
    Aachen 2017: Wieder nur "Linienbus", In Aachen mit ziemlicher Sicherheit ein Citaro G mit Doppeltür oder sowas.
    Köln 2019: MAN Lion's City mit Doppeltür.
    Lübeck 2020: "Reisebus".
    Berlin 2020: Citaro mit Doppeltür.
    Schweinfurt 2020: VDL Ambassador. Einzeltür.
    Meckenheim 2020: da finde ich rein gar nichts zum Fahrzeug, Unfallszenario aber eh speziell.
    Dingolfing 2021: ebenso ("74-jähriger Fahrer" ist aber sicher keine Linie).
    Güstrow 2022: Iveco Crossway, Einzeltür.
    Hamburg 2023: MAN Lion's Coach, Also Reisebus mit Einzeltür.

    Weit weniger Doppeltüren als ich, danach wie oft und wo einem solche Busse begegnen, erwarten würde.

  • Und während wir in Deutschland nicht mehr wissen, wie wir progressive und einigermaßen nachhaltige Politik finanzieren sollen...

    Ha, der war gut! 900 Milliarden Steuereinnahmen und 2,5 "auf Pump" verballerte Billionen. Klar, das reicht ja nur fürs "Nötigste", wir brauchen viiiiiiiel mehr.

    Zur Erinnerung: Dieses Geld ist zwar bereits ausgegeben, aber nicht "weg", es ist halt nur irgendwo. Und da, wo es ist, ist noch viel mehr und da wird auch alles weitere hingehen...

  • Die Kunst ist aber, bei einem Routinecheck vorab (nur) die Greise auszusortieren, die später auch einen Unfall verursacht haben werden.

    Warum ist das eigentlich wichtig? Bei Alkoholsündern, bestraft man ja auch nicht nur diejenigen die einen Unfall verursacht haben werden, sondern pauschal alle.

    Warum sollte man auch Fahrer verschonen die trotz Alkohol keinen bauen? Könnte ja auch sein, dass es nur deshalb keinen Unfall gab, weil andere Verkehrsteilnehmer entsprechend gehandelt haben.

    Ich denke es sollte kein Mensch (egal welches Alter), der die körperlichen und geistigen Vorraussetzungen für sicheres Führen eines Kfz nicht mehr erfüllt, noch ein Kfz führen dürfen.

  • Ich denke es sollte kein Mensch (egal welches Alter), der die körperlichen und geistigen Vorraussetzungen für sicheres Führen eines Kfz nicht mehr erfüllt, noch ein Kfz führen dürfen.

    Nicht mehr erfüllt? Nach meinen persönlichen "Erkenntnissen" gehts beim Autoverkehr viel mehr um die geistigen Voraussetzungen als um die körperlichen. Ich behaupte sogar, dass die "Angst vor dem Zorn des Hintermanns" eine fundamentale Ursache für das ubiquitäre Zuschnellfahren ist. Sich an die Regeln zu halten erfordert wesentlich mehr Selbstreflexion, geistige Reife und Charakter als dümmliches Schnellfahren und Hektikverbreiten; es wäre m.E. zielführender, die allgemeine Diskussion auf die vorherrschende Dumpfbackigkeit und Wurstigkeit der Verkehrsteilnehmer zu richten, aber dass diese Eigenschaften unseren Verkehr bestimmen, wird kein EU- oder D-Abgeordneter jemals auszusprechen wagen, selbst wenn er der gleichen Meinung ist.

  • Warum ist das eigentlich wichtig? Bei Alkoholsündern, bestraft man ja auch nicht nur diejenigen die einen Unfall verursacht haben werden, sondern pauschal alle.

    Das hatten wir weiter oben im Thread schon: wenn du Senioren so behandeln willst wie Alkoholkonsumenten, müsstest du sie konsequenterweise alle ab einem bestimmten Alter wahllos ausschließen, so wie alle ab einer bestimmten Promilleschwelle Fahrverbot haben (möglicherweise ist es ja auch das was du eigentlich möchtest, aber dann sag das so und wir können wir uns die Diskussion um den Gesundheitscheck schenken). Bei Alkohol gibt es jedenfalls auch keine „Trinktauglichkeitsprüfung“ alle x Jahre, bei deren Bestehen die Kandidaten auch angesäuselt fahren dürfen.😈

  • wenn du Senioren so behandeln willst wie Alkoholkonsumenten, müsstest du sie konsequenterweise alle ab einem bestimmten Alter wahllos ausschließen

    Will ich ja nicht. Sondern nur die Senioren, die nicht mehr die Fahrtauglichkeitstests schaffen. Durch meinen Sportverein kenne ich Senioren, die sind doppelt so alt wie ich, trotzdem sind sie gelenkiger als ich. Und im Kopf sind sie auch sehr fit.
    Das mögen Einzelfälle sein, aber trotzdem denke ich, dass man hier sehr wohl einen Unterschied zu den Alkoholsündern machen kann/muss.

    Alkoholsünder fahren freiwillich und vorsätzlich in einem Zustand, in dem sie kein Kfz lenken sollten. Senioren bemerken unter Umständen ihre Einschränkungen beim Fahren gar nicht.

  • Das hatten wir weiter oben im Thread schon: wenn du Senioren so behandeln willst wie Alkoholkonsumenten, müsstest du sie konsequenterweise alle ab einem bestimmten Alter wahllos ausschließen, so wie alle ab einer bestimmten Promilleschwelle Fahrverbot haben (möglicherweise ist es ja auch das was du eigentlich möchtest, aber dann sag das so und wir können wir uns die Diskussion um den Gesundheitscheck schenken). Bei Alkohol gibt es jedenfalls auch keine „Trinktauglichkeitsprüfung“ alle x Jahre, bei deren Bestehen die Kandidaten auch angesäuselt fahren dürfen.😈

    Warum bist du so fixiert auf das Alter? Es gibt auch andere, messbare Kriterien wie Sehschärfe und Gesichtsfeld. Welches beides nun mal mit fortgeschrittenen Alter abnimmt. Wer etwas objektiv nicht mehr Sehen oder Wahrnehmen kann, der gehört nicht mehr hinter ein Steuer.

    Hier eine Auflistung aller Mindestanforderungen, die jemand in der Schweiz erfüllen muss, um ein Auto fahren zu dürfen:
    https://medtraffic.ch/wp-content/upl…forderungen.pdf

    Wer diese nicht erfüllt, bekommt entweder gar nicht erst einen Lernfahrausweis oder verliert diesen. Diese Kontrolluntersuche sind in der Schweiz Pflicht ab 75. Für die Gruppe 2 (C1, C, D1, D) alle 5 Jahre, zu der ich auch gehöre. Und da ich diese eben kenne, befürworte ich diese auch. Es ist eigentlich fast eher grauslich, wie wenig jemand sehen können muss, um am Strassenvekehr mit einem tonnenschweren und schnellen Fahrzeug teilnehmen zu dürfen.

  • wenn du Senioren so behandeln willst wie Alkoholkonsumenten, müsstest du sie konsequenterweise alle ab einem bestimmten Alter wahllos ausschließen

    Nein, dein Vergleich hinkt. Man schließt ja nicht alle vom Straßenverkehr aus, die gelegentlich Alkohol konsumieren, sondern nur die, die tatsächlich gerade unter Alkoholeinfluss stehen.

    Das Alter ist für sich genommen genauso wenig ein Kriterium wie die Frage, ob man zum Essen gerne mal einen trockenen Rotwein trinkt.

    Daher wurde hier auch von niemandem gefordert, Menschen ab einem Alter pauschal den Führerschein zu entziehen, sondern den Besitz der Fahrerlaubnis daran zu knüpfen, dass man körperlich und geistig in der Lage ist, ein Kraftfahrzeug zu führen.

    Meinetwegen kann man diesen Test für alle einführen, damit keine Alten benachteiligt werden.

  • Genau, man sollte generell die körperlichen und geistigen Fähigkeit ein KFz zu führen ab und an überprüfen.

    So vielleicht alle 5 Jahre. Unter anderem mit einem Theorie-Test ähnlich der FS-Prüfung, Schwerpunkt neue Regeln.

    Wenn man bei letzterem durchfällt, 2h Nachschulung verpflichtend für noch mal antreten, 3 x durchgefallen FS weg.

    Dann kenne sich wenigsten alle halb so gut mit den Regeln aus, wie sie selber meinen.

  • Eine der Theoriefragen könnte dann lauten:

    Sie steuern ein Kraftfahrzeug. Auf der Fahrbahn vor Ihnen befährt ein Radfahrer Ihren Fahrstreifen. Nebenan befindet sich ein beschildeter Gehweg mit dem Zusatzzeichen "Radfahrer frei". Wie reagieren Sie? Es können auch mehrere Antwortmöglichkeiten zutreffend sein.

    a) Ich hupe lange und gestikuliere gleichzeitig auf den Radweg zeigend, da Fahrbahnen ausschließlich Kraftfahrzeugen vorbehalten sind.

    b) Ich verhalte mich zurückhaltend, überhole zur Verdeutlichung jedoch mit nur ca. 20 cm Abstand, damit der Radfahrer merkt, dass er gerade etwas falsch macht.

    c.) Ich überhole unter Berücksichtigung des Mindestüberholabstands, des Gegenverkehrs und der Gesamtverkehrslage regelkonform, da der Radfahrer selbstverständlich auf der Fahrbahn fahren soll, um nicht sich selbst und die Fußgänger nebenan zu gefährden.

    d) An der nächsten sich bietenden Gelegenheit stelle ich den Radfahrer durch das geöffnete Beifahrerfenster zur Rede, da er mich massiv behindert und zudem gar keine Steuern zahlt.

  • Eine der Theoriefragen könnte dann lauten:

    Viel zu umständlich. Stattdessen:

    1) Sind Revanchefouls erlaubt, wenn man glaubt, jemand habe was falsch gemacht ?

    [ ] ja

    [ ] nein

    2) Werden Revanchefouls legitimer, wenn jemand unzweifelhaft eine Ordnungswidrigkeit begangen hat ?

    [ ] ja

    [ ] nein

    Ich glaube, dass auch viele der hier Mitschreibenden ein Problem damit haben, die richtige Antwort auf die zweite Frage zu geben.:evil: