Beiträge von TheK

    Wieso, im Gegensatz zu bei uns, haben Radler hier ganz eindeutig immer Vorfahrt.

    Hält allerdings einige (wenige, aber laute) Autofahrer:innen nicht davon ab, irgendwas von "am Zebrastreifen absteigen" zu phantasieren. Ich vermute, dass das mit der Sonderregelung für Kinder zu tun hat, die auf dem Gehweg radeln – die müssen ja tatsächlich an jeder Einmündung absteigen.

    Was den Radverkehrsanteil angeht, haben wir eine Umfrage, die von 31% spricht. Auf dem Stadtring ist es tendenziell weniger (zumal man den wegen der vielen Ampeln eigentlich vermeidet), dafür isses woanders quasi normal, wenn da mehr Fahrräder als Autos sind. An sich gibt es hier auch kaum jemanden, der nicht zumindest hin und wieder mit dem Fahrrad unterwegs ist – selbst Herr Pols von der CDU musste das im Mobilitätsausschuss am Mittwoch nochmal extra betonen (bevor er den Umbau als Geldverschwendung bezeichnen wollte, dann aber bei "von den 4 Mio gibt's 75% vom Bund" recht kleinlaut wurde…).

    Ist die Frage "an welcher Straße führt ein Radweg über einen Zebrastreifen?" eigentlich so eine intellektuelle Herausforderung, dass man darauf nicht eine einzige halbwegs qualifizierte Antwort bekommt? *aufreg*

    Die Logik der Waitzstraße habe ich inzwischen aufgegeben zu verstehen. Wenn man irgendwo auf dem Lande, wo ÖPNV allenfalls als Schimpfwort gilt Parkplätze vor der Tür will - ok, kennen die da halt nicht anders. Aber mitten in Hamburg, direkt um die Ecke von einer S-Bahn Station?

    SUV-Besitzer zahlen doppelt so viel: Koblenz verteuert Bewohnerparkausweise deutlich
    Pariser Verhältnisse auch in Deutschland: Im rheinland-pfälzischen Koblenz kostet das Anwohnerparken bald mindestens hundert Euro jährlich, für SUV-Besitzer…
    www.tagesspiegel.de

    Und da hätten wir die nächste Stadt mit einem ähnlichen Ansatz – der ist sogar noch etwas hübscher, weil direkt (!) proportional zur Standfläche. Dadurch werden sehr große Autos zwar teurer, viel mehr aber noch sehr kleine Autos billiger.

    Dafür ist das Mini-Auto aber noch mehr "im Weg", weil es nur geringfügig langsamer ist (aber genug, um Aggressionen zu triggern) und natürlich deutlich breiter als ein Fahrrad ist.

    Dass die Autobild das als "gefährlich" und "kein richtiges Auto" darstellt, dürfe dann aber eher deren Geldgebern von der Autoindustrie zu verdanken sein.

    Übertrüge man diese abstrakte Gefahr nun aber auch auf händisch gesteuerte Fahrzeuge, tja, dann würden alle Straßen fast durchgehend brennen. Warum tun sie es aber nicht?

    Das ist etwas, was mich gerade in Bezug auf die USA auch so wundert – es ist ja nicht so, dass Verkehrsunfälle (zumal mit leicht verletzten) dort irgendwie selten wären. Manche Straßen dort sind praktisch "mit Leichen gepflastert" und das, wo eh schon kaum noch jemand wagt, sich ohne Auto im Freien zu bewegen. Oftmals ist "soll er halt aufpassen" noch eine der netteren Reaktionen.

    Auch für die paar Meter von der Kreuzung bis Ortseingang muss bei der derzeitigen Planung dann ja eine linksseitige Benutzungspflicht angeordnet werden, aber aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens gibt es dort dann doch gar keine Grundlage für!?

    Nein, außerorts kann immer eine Benutzungspflicht angeordnet werden – und wenn drauf verzichtet wird, ist das selten ein gutes Zeichen (meist ist dann der Radweg unter aller Sau). Da auf der Fahrbahn zu fahren bringt die aber meiner Meinung nach eh keinen Zeitvorteil, denn das wird man als reine Bedarfsampel schalten, weil da kaum jemand rum fährt. Bedenke, dass Hammoor gerade mal 1300 Einwohner hat, während da an beiden Seiten ~10000 dran vorbei fahren. Bedeutet eben auch, dass innerhalb der Ortsdurchfahrt absoluter Totentanz sein wird.

    ... aber signifikant konfliktreicher wenn man von Ahrensburg in Richtung Kreuz Bargteheide fahren möchte, da man sowohl die K106 als auch die L89 jeweils 2x queren muss.

    Stimmt – zumindest zweimal die K106, ohne müsstest du rein gar nichts queren (außer ein paar Feldwegen). Mit der (neuen) L89 kommst du aber so oder so nicht in Berührung, weil deren Radweg ja südlich ist.

    Die Ortsdurchfahrt selbst ist ja nicht Teil des Plans – und würde die Bedingungen erfüllen, um sie später vollständig zu einer 30-Zone zu erklären. Insofern ist alles daraus bezogene außen vor. Der Radweg muss aber bis an den Ortsrand geführt werden und die Aufleitung auf die Fahrbahn dann erst dort erfolgen.

    Für die Umgehung selbst würde ich [Zeichen 254][Zeichen 259] erwarten, zumal sie für den Radverkehr keine Verkehrsbedeutung hat (ist ja nur ein Umweg). Im Grunde gilt das gleiche für den noch fehlenden Radweg-Teil an der K106, auch da ist der Weg durch den Ort kürzer.

    Viel spannendere Frage für mich: Warum werden hier Kreuzungen und keine Kreisverkehre gebaut?

    Naja, ein S-Pedelec gibt es nicht als Lastenrad und ein Dach kann manchmal auch nett sein. Und zwar gerade für "meine Oma kann nicht mehr so weit laufen", mit der bisher ungehinderter Zugang für jedes noch so riesige Dickschiff gefordert wird.

    Der Bulli kann (!) extrem nützlich sein, aber eben nur, wenn man ihn auch ausnutzt – in der übrigen Zeit ist er lediglich noch sperriger als ein SUV.

    Ein km Verbrennerfahrt verursacht ca. 10ct Spritkosten

    So doof rechnet ja nichtmal der ADAC (deren Mitglieder allerdings teils schon…). Das Auto hält nämlich zudem länger oder muss gar nicht erst gebaut werden – insofern sollten wir hier die üblichen 30ct pro km nehmen. Nun hält durch weniger Verkehr aber auch die Straße länger – rechnen wir da auch das absolute Minimum von 1 Mio/km und die Haltbarkeit steigt von 25 auf 27,5 Jahre (10%)… Macht auf dieser Ebene ~3600€ Einsparung pro Jahr. Damit braucht's noch ~4500 Fahrten pro Jahr oder 10 (!) Pendler.

    Darüber, die Fahrbahnradler zu verrechnen, mache ich mir da keine Gedanken: Rund um Lüneburg gibt es einen Ring aus Radwegen, der durchgehend mit mindestens 50, in weiten Teilen sogar weit über 100 Radfahrern/Tag in der Verkehrslastkarte steht. Nur die eine Lücke (die man auch nicht über Parallelstraßen oder Waldwege umfahren kann), die hat 11. Die meisten Fahrbahnradler im gesamten Landkreis sind nach der Karte ganze 19 (was für die Bedeutung der Strecke bereits extrem viel ist und das Ding schon auf die Dringlichkeitsliste des Landkreises gebracht hat…).

    Erstmal: Ich nutze den ÖPNV auf dem Lande hin und wieder selbst, weil im Winter 40 km auf dem Fahrrad nervig sind. Soviel also zu irgendeiner Aversion. Ich fahre dabei meistens azyklisch (morgens auf's Dorf, abends zurück), was dazu führt, dass ich vor allem auf dem letzten Abschnitt fast immer der einzige Fahrgast bin.

    Das ändert aber nichts daran, dass diese Fahrten nicht das geringste mit Klimaschutz zu tun haben, denn der Bus verbraucht ein vielfaches eines privaten Autos und das Auto fährt nicht noch leerer wieder zurück. Und nein, die Leute fahren nicht alle mit dem Auto, sondern da fährt zu der Zeit und zumal in der Richtung einfach gar keiner. Den ÖPNV gibt's für "es könnte ja einer wollen" (vor allem von denen, die mit der Bestellung eines Rufbusses überfordert wären).

    Der Verkehrsfluss dort hat im Prinzip drei Spitzen: Morgens alle in die Stadt, mittags die Schüler und einkaufenden Hausfrauen zurück, abends die Berufstätigen zurück. In der übrigen Zeit sind die Busse (die trotzdem ungefähr stündlich fahren) weitgehend leer und es kommt vielleicht alle 10 Minuten mal ein Auto vorbei.

    "1000 Autos" verteilen sich da nämlich so: 200 Autos morgens in beiden Richtungen zusammen (was rechnerisch zwei Autos pro km sind), 200 Autos abends zurück und die anderen 400 verteilen sich über den Tag, wobei vieles davon die Busse selbst, Lieferungen (auf dem Lande ein Wundermittel gegen sinnloses Herumgegurke!), Handwerker und andere eben nicht durch ÖPNV vermeidbare Fahrten sind.

    Und weil es da einen Radweg gibt, ist es mir auch relativ egal, wie schnell die Autos da fahren.

    In Paris funktioniert das über das Fahrzeuggewicht: ab 1,6t für alles mit Verbrennungsmotor bzw. 2t für eine E-Autos wird's teuer.

    IMHO sollte man in der Diskussion aber auch von dem Begriff "SUV" weg, denn der meistverkaufte davon wäre ein ziemlich harmloser VW T-Roc (im Prinzip ein "aufgebockter Golf" mit lediglich deutlich mehr Höhe (während Länge, Breite und Gewicht kaum einen Unterschied machen). Die Dinger sind nicht das Problem, sondern eben riesige Brocken, die kaum auf eine Parklücke passen – und zwar unabhängig von der Bauart. Entsprechend schreit die hiesige Auto-Lobby bei dem Thema auch gerne hysterisch herum, dass das dann auch große Limousinen betrifft – nur sind die inzwischen zum einen weitgehend irrelevant und zum anderen jetzt ja auch keine Wunderwerke geringem Platzbedarfs.