Beiträge von kobL

    Mir geht es ähnlich wie Malte, ich mag Sonnencreme auch nicht so: Die Arme sind in kürzester Zeit voll Insekten und sonstigen Dreck und überall wo man mit Armen und Beinen ankommt bleibt ein wenig daran haften (Kleidung, Rahmen, Taschen, ...).Abends muss man sich das Zeugs auch irgendwie wieder abwaschen.


    Durch ein Video von Dirty Teeth MTB über seine Tour Divide Ausrüstung bin ich auf Armlinge für den Sonnenschutz gestossen. Zuvor waren für mich Arm- und Beinlinge nur als Schutz vor Kälte auf dem Radar. Beim Shoppen beim lokalen Velozubehörhändler hatte ich dann per Zufall die "UPF 50+ UV SLEEVES" von GribGrab in den Händen und gleich gekauft.


    Für den Nacken/Hals gäbe es von Buff Schlauchschals, die hohen UV Schutz bieten.


    MIt dem Vollbart und Racecap bräuchte ich jetzt also nur noch die Ohren, Nase, Wangen und Fingerspitzen einzucremen. In zwei Wochen geht es auf die nächste Fahrradreise, mal sehen wie gut es klappt mit dem Sonnenschutz.

    Da hatte ich wohl Ende August wieder mal mehr Glück als Verstand, als ich von Kleve via Düsseldorf inkl. Fahrrad zurück in die Schweiz reiste. Mittwoch Morgen in Rotterdam um 07:00 Uhr losgeradelt mit dem Rad und via Utrecht und Arnheim habe ich Kleve so kurz nach 16:00 Uhr erreicht. Im RE10 von Kleve nach Düsseldorf darf man das Rad zwar mitnehmen, muss es aber anscheinend am Tag zuvor via Telefon anmelden. Versucht da anzurufen, ging aber nicht und fuhr dann auf gut Glück mit. Hat aber anscheinend niemand gestört. Bei einem Zug mit Halbstundentakt eine Reservation zu verlangen, die man nur am Vortag bekommen kann, ist schon maximal Benutzerunfreundlich. Auch wenn sie 'Kostenfrei' ist.


    Unterwegs im Zug habe ich dann für den nächsten Tag von Düsseldorf nach Basel oder nach Konstanz nach Verbindungen gesucht. Die beiden präferierten ECs nach Basel schienen schon voll zu sein und die wären eigentlich ideal gewesen, da ich ohne Umsteigen die Schweiz erreicht hätte. Im IC2411 nach Stuttgart hatte es noch Platz und von dort mit dem RE nach Singen klang auch ganz passabel. Von Singen könnte ich im schlimmstenfalls noch nach Konstanz radeln. Also habe ich diese Verbindung mit Supersparpreis gebucht via App und auf dem Campingplatz in Meerbusch übernachtet, im Wissen, dass jetzt eigentlich alles klappt und ich am nächsten Abend wieder zu Hause in St.Gallen bin.


    Am nächsten Tag nach Düsseldorf geradelt und den Weg durch die vielen Grossbaustellen zum Bahnhof habe ich nach unzähligen Konsultationen von Google Maps auch noch gefunden. Der Einstieg klappte trotz der 6-7 Rad fahrenden doch recht speditiv, vermutlich auch, weil einer der Zugbegleiter schon im Fahrradabteil bereit stand. Fahrrad an meinem reservierten Haken aufgehängt und mit zwei Packtaschen schon mal meinen reservierten Sitzplatz gesucht, damit ein mehr Platz zur Verfügung stand für die restlichen, eher unerfahrenen Reisenden mit Fahrrad. Anschliessend die restlichen Taschen auch noch geholt und dem Radnachbar geholfen sein Rad einzuhängen. Sein gerader Lenker lag dann auf meinen Rennvelolenker auf, aber das sollte schon gut gehen. Ein Fehler, wie es sich später herausstellte. Beim heraushieven seines Fahrrades hakte er wohl mit seinem Lenker in meiner GoPro Halterung ein und zerstörte diese. Schnell bescheid sagen, dass man was kaputt gemacht hat? Fehlanzeige. Naja die ~20€ für die Halterung sind nicht alle Welt, genervt hat es trotzdem.


    Stuttgart pünktlich erreicht und dank der 38 Minuten Umsteigezeit hatte ich sowieso genügend Reserve. Der Bahnsteig für den RE 281 war auch schnell gefunden, aber da Stand noch ein IC der SBB und darum habe ich es mir dann auf einer Bank gemütlich gemacht. So ca. fünf Minuten vor der Abfahrt des RE stand der IC aber immer noch auf dem Gleis und irgendwann schnallte ich es dann auch noch, dass das doch mein Zug war! Warum mir in der App aber beim Fahrschein nur RE 281 angezeigt, keine Ahnung. Im Fahrplan jedenfalls stand es dann halbwegs korrekt: RE87 / IC281. Ein freies Fahrradabteil gesucht, Fahrrad aufgehängt und dann fuhr der Zug schon los. Irgendwie fand ich es komisch, dass ich für diesen Zug keine Reservierung bekam. Kurz im Fahrplan nachgeschaut: Reservierung obligatorisch und nur in Reisezentren und DB Agenturen möglich. Na Bravo, dann werde ich wohl noch aus dem Zug geworfen und die Rückreise ist doch nicht so problemlos, wie Tags zuvor erhofft. Zugbegleiterin gesucht, ihr meine Situation erklärt und dann die 4€ Reservierungsgebühr mit dem letzten 5€ Schein beglichen. Vielleicht war ich einfach der problemlosere Fall als der Engländer, der kein Ticket hatte und unfähig war, ein Ticket via App zu buchen. Und nochmals Schwein gehabt, dass der IC von Stuttgart nach Zürich nicht voll ausgebucht war. Via Singen und Konstanz (Umsteigezeit knackige 3 Minuten, aber da die Züge am selben Bahnsteig halten ist das auch mit einem vollgepackten Reiserad problemlos möglich) tatsächlich pünktlich in St.Gallen angekommen.


    Mein Fazit: Lieber jede einzelne Zugsverbindung genau ansehen. Nur weil man eine Verbindung buchen kann, sind noch lange nicht alle nötigen Reservationen dabei und einen Hinweis gibt es auch nicht in der DB App. Und nächstes Mal lieber aufstehen bei einem Halt und nachsehen, was um das eigene Fahrrad so los ist. Leider geht nicht jeder so sorgfältig mit fremden Fahrrädern um wie wir :)

    Es kommt halt auch auf die Strasse selbst und die Umsetzung an. Hier in der Schweiz sind Schutzstreifen auch ausserorts bei erlaubten 80 km/h sehr verbreitet und üblich. Es kann funktionieren, wenn die Strasse sehr breit ist, der Schutzstreifen 1.5m oder mehr hat und dem restlichen Verkehr nochmals 3.50-4 m zur Verfügung stehen.


    Ohne integration des Mindestabstandes (z.B. in Form einer Sperrfläche) ist es einfach eine billige Massnahme, die sich gut als Radverkehrsförderung verkaufen lässt. Dies kann auch negative Effekte haben: in einer Rechtskurve werde ich jetzt mit 1.5m breiten Schutzstreifen deutlich enger überholt als zuvor. Der einfache Grund: Die Lenkenden orientieren sich nicht mehr links an der MIttellinie sondern rechts an der Linie des Schutzstreifen. Streetview noch ohne Schutzstreifen: https://www.google.ch/maps/@47…WZGE_A!2e0!7i13312!8i6656


    Ein anderes Beispiel ist eine 7m breite Strasse auf meinem Arbeitsweg, die im Ortszentrum aus einer bei Kommunen immer beliebteren "Kernfahrbahn" besteht: Keine Mittellinie, dafür zwei 1.25m Schutzstreifen, 50 km/h erlaubt. Gegen Ortsende sind 60 km/h erlaubt, die Schutzstreifen fallen weg und die Mittellinie ist wieder vorhanden. Letzeres ist deutlich angenehmer zu fahren trotz der höheren Geschwindigkeitsdifferenz: Es wird deutlich seltener bei Gegenverkehr überholt. Die Schutzstreifen werden von vielen als eigenen Fahrstreifen interpretiert und knallen ohne Sicherheitsabstand an Rad fahrenden vorbei.


    Streetview mit Schutzstreifen: https://www.google.ch/maps/@47…3oNjjg!2e0!7i13312!8i6656

    Streetview ohne Schutzstreifen: https://www.google.ch/maps/@47…bfov%3D100!7i13312!8i6656


    Der einziger positiver Nutzen von Schutzstreifen ist für mich lediglich, dass bei einem Rückstau rechts eher frei ist zum daran vorbei zu rollen als ohne. Wobei auch das nicht immer klappt. Ansonsten lässt man sie lieber weg oder die Strasse ist sowieso genügend breit. Von dem her ja, Bockmist ist für mich zutreffend.

    Ich denke eher nicht, das der Anhänger den Zaun überhaupt berührt hat. Der Anhänger wird in einem so flachen Winkel auf die Mauer getroffen sein, dass dieser von der Mauer geführt wurde.


    Mit einer funktionierenden Abreissbremse wäre der Anhänger sehr viel früher zu stehen gekommen. Den Fotos nach wurde die Anhängerkupplung vom Fahrzeug abgerissen und die Abreissleine war über die Anhängekupplung gelegt worden. So bringt das natürlich nichts. Ich habe das auch schon ein paar mal selbst so gemacht, da achte ich sicher in Zukunft besser darauf. Auch die Ladungssicherung sieht ungenügend aus. Eine Spanngurte vorne für ein Fahrzeug, das mehr als eine Tonne wiegt, ist schon abenteuerlich. Zu schnell in eine Rechtskurve oder ein starkes Bremsmanöver und das Teil fällt vom Anhänger.

    Es geht weniger um die körperliche Anstrengung und mehr um die Geschwindigkeit, mit der man unterwegs ist. Zumindest habe ich es so verstanden: Die Tröpfchenwolke beim Niesen/Husten/Atmen bleibt eine Weile in der Luft an Ort und Stelle, wo sie entstanden ist. Und wenn man die dann kreuzt, kann man sich anstecken. Deshalb sollte man auch zu entgegenkommenden Joggern und Fahrradfahrern grosszügig Abstand halten.

    Zitat

    Out of the simulations, it appears that social distancing plays less of a role for 2 people in a low wind environment when running/walking next to each other. The droplets land behind the duo. When you are positioned diagonally behind each other the risk is also smaller to catch the droplets of the lead runner. The risk of contamination is the biggest when people are just behind each other, in each other’s slipstream.

    Nebeneinander ok, da die Tröpfchen hinter dem Duo landen, diagonal weniger schlimm als direkt hintereinander, wenn man sich direkt im Windschatten befindet.

    Puh, da haben die Zugbegleiter ja ganz schön versagt!


    Eventuell hätte sich die Türe nochmals geöffnet, wenn eine Tasche oder ein anderer Gegenstand in der Türe gestanden hätte. Der Einklemmschutz hätte dann die Türe wieder öffnen müssen. Betonung auf hätte, der kann auch schon mal versagen: Chef-Zugbegleiter (†54) wird in Baden in Tür eingeklemmt und stirbt

    Daher würde ich meine Extremitäten sofort zurückziehen, wenn sich die Türe nicht durch sanften Druck wieder öffnet.


    Danke Malte, dass du dem älteren Ehepaar geholfen hast. Und gute Genesung.

    Von der Verbindung her geht es eigentlich ganz gut. Etwas mehr als 12h von St. Gallen via Genf und Lyon. Über Paris: 4 Minuten länger.

    Mit unserer ehemaligen Klasse haben wir eine Reise im September nach Barcelona vor. Ich möchte da mit der Bahn hin, da ich Bahn fahren entspannter finde und je nachdem gleich noch eine andere Stadt auf der Strecke besuchen möchte. Also habe ich mal bei der SNCF online die Verbindung abgefragt und wollte mal wissen, wie viel die Reise kostet am gewünschten Wochenende: "Dieser Zug ist noch nicht buchbar". Meine ehemaligen Klassenkameraden haben das Flugticket schon, aber ich kann meine Reise wahrscheinlich erst 3 Monate vorher buchen: https://ch.oui.sncf/de/hilfe-ch/verkaufsbeginn


    Die Bahnfahrt wird wahrscheinlich sogar günstiger ausfallen als die Reise mit dem Flug (185€ vs. 220€), aber man ist auch einiges länger unterwegs.

    Es wird sicher bei den Kompletträdern gespart, aber auch die Scheibenbremsen belasten die Speichen und Speichenösen mehr als eine Felgenbremse.


    Bei meinen Rädern waren es bis jetzt aber jedesmal die hinteren "original" Felgen, die gebrochen sind. Aktuell gerade bei einem Fahrrad, mit dem ich ca. 9000 km zurückgelegt habe. Beim hinteren Laufrad brachen insgesamt drei Speichen in einem Abstand von 1000 km. Beim Bruch der dritten Speiche habe ich dann auch die Felge genauer angesehen und festgestellt, das Risse fast ganz herum vorhanden waren. Da ich solche Defekte gerne als Upgrade meiner Fahrräder benutze, habe ich mir jetzt ein komplett neues Laufrad geleistet, dass von einem Meister in Handarbeit aufgebaut wird. Kostet natürlich mehr als ein fertig Laufradsatz, aber dafür kann ich die Komponenten einzeln wählen und die Laufräder sind sehr robust.

    Ich finde den Vergleich über die Personenkilometerleistung aus mehreren Gründen unpassend:

    • es sitzen im Schnitt mehr Personen einem PKW als auf einem Fahrrad, die Gefahr geht aber vom einzelnen Fahrzeug aus
    • unterscheidet sich die Durschnittsgeschwindigkeit von PKW und Fahrrädern massiv, für die gleichen Kilometerleistung ist man mit dem Fahrrad deutlich länger unterwegs.

    Ein Vergleich über die aktive Aufenthaltsdauer eines Fahrzeuges im Strassenverkehr in einem entsprechenden Gebiet (innerorts, ausserorts ohne Autobahnen) ist wohl aussagekräftiger. Wobei auch da noch, wie andere schon erwähnt haben, die unterschiedliche Infrastruktur berücksichtigt werden muss.

    Ja das hast du richtig Verstanden.

    Mit Deutschland werden zwar die Daten der fehlbaren Verkehrssünder ausgetauscht, aber einkassiert wird nicht automatisch. "Wenn ein Deutscher eine Verkehrsbusse nicht bezahlen will, tut er das nicht. Wenn ein Schweizer eine deutsche Busse nicht bezahlen will, bezahlt er sie nicht. Direkte Konsequenzen hat das weder in der Schweiz noch in Deutschland. Man bekommt eher Probleme, wenn man dann die Grenze übertritt", sagt Thomas Rohrbach vom Bundesamt für Strassen Astra gegenüber swissinfo.ch.

    Offenbar passiert nichts. Aber mit Frankreich haben wir ein anderes Polizeiabkommen, da treibt die Schweizer Polizei die Verfehlungen von Schweizern in Frankreich ein ,die französische Polizei die Verfehlungen der Franzosen in der Schweiz.

    Vielleicht könnte man etwas darüber erreichen, dass Bußgelder erst ab 70 € im europäischen Ausland vollstreckt werden. Ausländische Fahrer können hier also ziemlich viele Verstöße begehen, ohne Konsequenzen zu befürchten. Und im Ausland müssen deutsche ja auch zahlen.


    So eine Neiddiskussion hat ja immerhin fast zur Einführung einer Autobahnmaut gereicht :-)

    Ab 70€ kann ich aber nicht bestätigen: mein Kollege hat es auf der Anfahrt zu einem Festival mit 7 km/h zu viel erwischt. Da kam die "Verwarnung mit Verwarnungsgeld" von der zentralen Bussgeldstelle Karlsruhe einen Monat später per Post und forderte, die 10€ Verwarnungsgeld innerhalb einer Woche zu bezahlen. Gerade als Schweizer finde ich die Bussgelder in DE extrem lasch. Der gleiche Verstoss hätte hier schon 60.- CHF gekostet, da ärgert man sich doch ein wenig mehr als 10€.

    Oder man erlaubt free floating einfach nicht. Ich sah in free floating Carsharing noch nie Vorteile:

    • Konkuriert extrem andere Verkehrsmittel wie Fahrrad und ÖV, da man nur mal schnell ein Auto für ein Paar hundert Meter fährt und wieder abstellen kann.
    • Man muss aber das Auto zuerst suchen und finden, danach wieder einen Parkplatz finden.
    • Die Abrechnung nach Minuten motiviert zu einem assozialen Fahrstil
    • ...

    Ich bin letzen Samstag von Constanta (Rumänien) bis nach St. Gallen mit Bahn und Velo + Reisegepäck gefahren, nachdem ich der Donau entlang bis zum Meer geradelt bin:




    Von Constanta nach Bukarest gab es laut online Fahrplan sogar einen Zug pro Tag, der Fahrräder mitnimmt. Die Dame am Schalter verkaufte mir aber nur ein Ticket für mich (ca. 60 LEI) und meinte, ich müsse mein Velo in eine Kartonschachtel verstauen. Dazu hatte ich keine Lust, denn vier Ortlieb Taschen, Rucksack und eine riesige Schachtel mit dem Velo drin kann ich nicht mehr alleine bewegen. Um 8:30 Uhr in den Zug gestiegen und tada, es gab gar kein Abstellplatz für Velos. Aber der Türbereich war sehr grosszügig und ein mitreisender Polizist meinte, dass die Türen bis nach Bukarest nur auf der rechten Seite aufgehen und ich mein Velo so problemlos auf der andere Seiten hinstellen könnte. Ein Zugbegleiter verkaufte mir dann noch ein Ticket für das Velo (30 LEI). Offenbar kann man dieses in Rumänien nur im Zug lösen.




    Dann die nächste Herausforderung: irgendwie nach Budapest zu kommen. Der einzige direkte Zug ist der Nachtzug nach Wien und der nimmt offiziell keine Velos mit. Also auf gut Glück ein Ticket gekauft für einen Sitzplatz: 200 LEI. Der Waggon befand sich dann direkt hinter der Lok und ich konnte dort im Türbereich problemlos mein Velo so fixieren, dass es nicht umkippen konnte und auch niemanden im Weg war. Das war perfekt, denn nicht alle Waggons fuhren bis nach Budapest. Beim Zugbegleiter wieder ein Ticket fürs Velo gelöst (45 LEI), dass aber nur bis zur Grenze zu Ungarn gültig war (Curtici). Ich war extrem froh das es geklappt hatte. Sonst hätte ich entweder mein Velo verpacken müssen oder irgendwie mit den Regionalzügen bis zur Grenze reisen müssen, was viel mehr Zeit beansprucht hätte.




    Nach 13 Stunden war dann die Grenze zu Ungarn erreicht und die ungarischen Zugbegleiter stiegen in Lőkösháza ein. Die wollten dann wissen, wem das Fahrrad gehört und als ich mich meldete: verdrehte Augen, Fahrräder sind nicht erlaubt in diesem Zug, ob ich ein Fahrradticket hätte usw.

    Ich wurde dann als um 2 Uhr aus dem Zug gebeten, da ich kein Fahrradticket hätte und sie mir keines verkaufen können bzw. eher keines Verkaufen wollten und ich es sicher nicht gratis bis nach Budapest mitnehmen darf, "my friend". Tja, ich hab mich ziemlich geärgert, immerhin waren es nur noch 3 Stunden bis nach Budapest und 13 Stunden lang war es auch kein Problem. Immerhin hatten sie mir noch mitgeteilt das der Schalter um 4:30 Uhr öffnet und um 4:50 Uhr der erste Zug nach Budapest fährt. Glücklicherweise war auch der Wartesaal offen und beheizt, wären sonst sehr kalte 3 Stunden gewesen. Während der Wartezeit habe ich mir dann auf einer Bank vor dem Bahnhof noch die Dose Ravioli "gekocht", die ich seit der Schweiz als Notfallessen mitgeschleppt hatte. Der Zöllner, der mich zuvor im Zug kontrollierte kam dann noch kurz vorbei und verstand es auch nicht, warum ich nicht mitfahren durfte. Er wünschte mir dann noch einen guten Appetit und verabschiedete sich. Dann um 4:32 Uhr ein Ticket für das Rad gekauft bis nach Budapest für 990 HUF. Also 3 Stunden gewartet für ein Ticket, welches gerade mal ca. 3€ gekostet hat. Im ungarischen Zug war noch weniger Platz und vor allem keine Möglichkeit das Velo zu fixieren. So kippte es dann auch um und krachte gegen die Glasscheibe des Abteils und riss mich aus dem Schlaf. Glücklicherweise ging die Scheibe nicht zu Bruch, aber ich stellte dann mein Velo in das Abteil. Eine Zugbegleiterin war damit nicht ganz einverstanden soweit ich sie verstanden habe, aber da sie kein Englisch konnte, ging sie unverrichteter Dinge wieder und ich döste noch bis nach Budapest.




    Ab da an war es ziemlich einfach, mit dem Railjet der ÖBB bis nach München und von München nach St. Gallen mit dem EC der SBB. Beides Züge mit Fahrradmitnahme. Also ab an den internationalen Schalter in Budapest. So einfach die Reise, so kompliziert der Buchungsprozess. Die Dame brauchte gute 20 Minuten, bis alle Reservierungen und Tickets zusammengeklickt waren. Ich erhielt dann auch einen ganzen Bündel an Tickets für ca. 45'000 HUF.

    Nach also knapp 38h war ich wieder Zuhause, glücklich und überrascht, wie schnell und es fast ohne Probleme geklappt hat. Und habe mich geärgert, wieso ich nicht länger in Sulina geblieben bin :D


    Ich würde sicher wieder so zurückreisen. Zurückfliegen ab Bukarest oder ab Tulcea neben der Busfahrt wären die Alternativen gewesen. Aber Verpackungsmaterial auftreiben, Velo auseinanderbauen, zum Flughafen reisen, Gepäck von nicht notwendigen oder verbotenen Sachen befreien (Lebensmittel, Benzin für den Kocher usw.), mich nerven falls das Velo beschädigt wurde usw. .. braucht alles viel Zeit und ist mühsamer, als das Velo in den Zug zu heben. So viel schneller wäre ich nicht zuhause gewesen und Zug fahren ist für mich deutlich entspannter und ich schaue mir gerne die Landschaft an.

    Angeblich mehr Platz als in einem Kombi...

    Meiner Erfahrung nach haben SUV (Volvo XC60, Audi Q2/3, Opel Mokka X und einem richtigen Geländewagen, dem Puch G) weniger Platz als ein Kombi (VW Golf Variant, Renault Megane, BMW 5er Touring). Ein Kombi muss übrigens nicht unbedingt leichter sein. Der 5er Touring hat etwa das gleiche Leergewicht wie der XC60, knappe 2 Tonnen.


    Dank Carsharing würde ich zur Ikea weder einen SUV oder einen Kombi benutzen, sondern einen Kastenwagen mit Ladefläche. Mir wäre es schlicht zu blöd, die Rückbank runterzuklappen und Beifahrersitz so zu verstellen, dass auch die langen Pakete irgendwie reinpassen.