Woche 35 vom 24. bis 30. August 2020

  • Hurra, Fürstenfeldbruck bekommt eine Fahrradstraße! Ach was, gleich mehrere!

    https://www.merkur.de/lokales/…rasse-kommt-90028429.html


    Hier eine davon: Ich bin begeistert!


    Fürstenfeldbruck will seit Jahren unbedingt das Abzeichen "Fahrradfreundliche Stadt" bekommen. Sogar die lokale CSU ist ganz scharf drauf. Ich bin aber trotzdem überzeugt davon, dass, wenn ich mit meinem außerirdischen Freund für 10 Minuten nach Fürstenfeldbruck beamen würde, er anschließend sagen würde: "Fahrradfreundliche Stadt, aha. Fahrräder müssen also diese Dinger auf 4 Rädern sein".

  • Ich bin beeindruckt von dieser Argumentation:


    Zitat

    Fahrradstraßen dürften nur dort eingerichtet werden, wo weniger als 400 Kraftfahrzeuge am Tag fahren oder dort, wo es mehr Radverkehr als Autoverkehr gibt.

    Brücken dürfen nur dort gebaut werden, wo mehr Menschen schwimmen als Krokodile oder Piranhas.


    Merken die eigentlich nix?

    Einerseits: Wenn es mehr Radverkehr als Autoverkehr gibt - also wie in Kopenhagen oder den Niederlanden - dann braucht's keine "Fahrradstraßen" mehr, dann merkt jeder Depp hinterm Lenkrad, dass er hier nur geduldeter Gast ist und auf Samtpfoten umherzuschleichen hat, und sucht sich eine Alternative.

    Andererseits: es sollen doch nur, sagen wir, 10 von 800 Straßen umgewidmet werden. Dann wird man ja, vernünftige Planung vorausgesetzt, nach einiger Zeit schon feststellen, dass dort mehr Radverkehr als Autoverkehr unterwegs ist ... durch Verlagerung.

  • Besonders drollig ist dieses Zitat aus dem Brief der Münchner Seniorenunion:

    "Angesichts des Fahrradbooms in einem ähnlichen wie dem chinesischen Ausmaß ist es ratsam, sehr genau zu prüfen, ..."

    Das Feindbild blitzt an vielen Ecken und Enden des Briefes der Münchner Seniorenunion durch:

    Z. B.: "Besonders in München, aber auch in anderen, nicht nur den Großstädten. OberBürgermeisterInnen und StadträtInnen haben sich zuhauf vorgenommen, ihre Innenstädte autofrei zu pressen, ..."

    Ich denke es lohnt sich mit einer Gegenoffensive in der Form zu reagieren, dass Konfliktpunkte zwischen Radfahrern und Fußgängern gegenüber Autofahrern herausgearbeitet werden und über Infrastruktur-Verbesserungen gesprochen wird. Gemeinsame Aktionen von Fußgängern und Radfahrern ersticken den Versuch der CSU-Oldies Radfahrer gegen Fußgänger auszuspielen im Keim. Z. B.wie hier in Halle: "So wirklich haben Falschparker in Halle nichts zu befürchten. Kreuzungen, Fußwege, Feuerwehr-Zufahrten und Radstreifen sind zugeparkt. Doch jetzt holen Fußgänger und Radler zum Gegenschlag aus. Sie veranstalten vom 3. bis 7.6. die Aktionswoche „Freie Wege“." aus "Fahrraddemo und Kampf gegen Falschparker: Aktionswoche „Freie Wege“ in Halle"

    in: Du bist Halle vom 30. Mai 2019 https://dubisthalle.de/fahrrad…woche-freie-wege-in-halle

  • Über den Starenweg hatte ich schon mal geschrieben. Boshafte Menschen wie ich würden behaupten, der wird nur umgewidmet, damit Autos legal parken können. Nicht, das es die BBV und die Grünen nicht gut gemeint hätten, aber die Zustimmung von CSU und FDP gabs sicher nur wegen der Parkerei. Der Starenweg ist momentan offiziell ein Rad/Gehweg, für Anlieger frei, und wurde vor Corona fleißig von Besuchern eines (relativ neuen) Fitnesscenters zugeparkt. Nebenbei befindet sich eine Gastankstelle am Ende, dazu ein Würth-Laden in der Mitte. Für einen Gehweg also ganz schon viel KFZ-Verkehr.

    Früher hätte ichs gut gefunden, mit der Fahrradstraße fällt nämlich auch die Radwegpflicht. Aber da die Kreuzung am Ende der B2 für linksseite Radfahrer leider seit 2017 nicht mehr StVO-Konform zu bewältigen ist, muss ich schon seit 3 Jahren bedauerlicherweise die Strecke auf der B2 fahren.


    Bei der Kirchstraße wird ein ~350m langer Abschnitt zu FRS, der danach sowieso ein für KFZ gesperrter Geh/Radweg war. Auf den ersten 100m ist schon noch Verkehr, sowohl die Sparkasse hat da Ihren offiziellen Parkplatz hinter dem Gebäude, wie es auch einen Parkplatz der Stadt gibt, danach ist Altenheim und Friedhof, da ist nicht mehr viel los. Danach kommt oben erwähnter Geh/Radweg mit Schranke für KFZ, dann die Gartenstraße, ist eine reine Anwohner-Sackgasse, aber durchaus ein attraktiver Weg für Radler Richtung Emmering.


    Insofern ändert sich für Radler kaum etwas und für Autofahrer auch nicht. Um eine "Fahrradfreundliche Stadt" werden zu können, fehlts aber noch weit, wobei der Titel wahrscheinlich nicht viel aussagt.

  • Fahrradstraßen dürfen nur dort eingerichtet werden, wo der Fahrradverkehr die bestimmende Verkehrsart ist oder dies in nächster Zeit zu erwarten ist.

    Ich vermute mal, wenn man niemals angefangen hätte, Flughäfen oder Bahnhöfe zu bauen, wäre auch heute noch nicht "zu erwarten, dass in nächster Zeit" Leute mit dem Flugzeug fliegen oder mit dem Zug fahren. Also gibts auch gar keinen Grund, sie zu bauen.


    Außer, die Leute fahren *trotzdem* - auch ohne Schienen - mit dem Zug und beweisen damit, dass das "die bestimmende Verkehrsart ist".


    Spok würde sagen: Faszinierend

  • Außer, die Leute fahren *trotzdem* - auch ohne Schienen - mit dem Zug

    Zählt das?


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    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Ich vermute mal, wenn man niemals angefangen hätte, Flughäfen oder Bahnhöfe zu bauen, wäre auch heute noch nicht "zu erwarten, dass in nächster Zeit" Leute mit dem Flugzeug fliegen oder mit dem Zug fahren. Also gibts auch gar keinen Grund, sie zu bauen.


    Außer, die Leute fahren *trotzdem* - auch ohne Schienen - mit dem Zug und beweisen damit, dass das "die bestimmende Verkehrsart ist".


    Spok würde sagen: Faszinierend

    Deswegen ja mein Beispiel mit den Krokodilen. Das ist so ein Klassiker aus der Verkehrsplanung, nämlich: "den Bedarf für eine Brücke über einen krokodilverseuchten Fluss ermittelt man nicht, indem man die Schwimmer zählt, die diesen Fluss durchqueren".

  • Der Text des Briefes könnte auch vom großen Gerhard Polt verfasst worden sein.


    Immer wieder lustig zu sehen, wen die CSU so zum Minister macht.

    Das war er noch unter FSJ, eine gewisse Fossilität mag seinen wirren Text teilweise erklären.

    Goppel ist ein alter CSU-Kollege, -Mitstreiter und -Nachfolger von Otto Wiesheu, der 1983 im Vollrausch mit seiner CSU-Generalsekretärs-Dienstlimousine auf der A8 eigenhändig einen Polen den polnischen Staatsbürger namens Rosenstein (der volle Name stand mal in Wikipedia, ist irgendwie verschwunden) auf dem Standstreifen totgefahren hat und 1993 zum bayerischen Verkehrsminister (sic!) ernannt wurde. Da herrschte halt noch die "natürliche Ordnung", die er wohl im Schwinden sieht.


    Und wie sagte noch ein FDP-BT-Abgeordneter (gar nicht mal so lange her, hab den Namen vergessen): "Jeder einzelne Radfahrer ist ein Hindernis."

  • Die Polizei sucht Zeugen.


    Was ist passiert?

    - Transporter fährt zu schnell

    - Transporter gefährdet beim Überholen

    - Transporter wird von einem Zeugen angehalten, der Fahrer "überwältigt", Polizei gerufen

    - Polizei kassiert FS ein und schreibt Anzeige nach 315c StGB (Gefährdung Straßenverkehr)


    Ich bin echt unschlüssig, wie ich sowas bewerten soll...