Fahrradklimatest 2020

  • Auf der Internetseite https://fahrradklima-test.adfc.de/ gibt es die ersten Informationen zum ADFC-Fahrradklimatest 2020.

    Unter anderem führt dieser Link zum Fragebogen im pdf-Format:

    https://fahrradklima-test.adfc…bogen_DIN_A4_2020_web.pdf

    Der Fragebogen beinhaltet unter anderem die Zusatzfragen Z1 bis Z5: Zusatzfragen 2020 zu Corona & Radfahren

    Der Fahrradklimatest Umfragezeitraum ist vom 01. September bis 30. November 2020.
    Zitat: "Am einfachsten ist die Teilnahme digital per Online-Fragebogen, im Bereich Info & Service kannst Du allerdings auch kostenlose Papierfragebögen bestellen. Der Online-Fragebogen wird auf dieser Seite hier verlinkt, sobald der Umfragezeitraum beginnt." Das ist der Link: https://fahrradklima-test.adfc.de/teilnahme

  • Hier ein kleiner Appetitmacher, ein youtube-Video, mit dem für den ADFC-Fahrradklimatest 2020 geworben wird.

    Es können auch Nicht-ADFC-Mitglieder mitmachen!

    Hatte übermorgen den Fluxkompensator angeworfen und bin soeben aus der Zukunft zurückgekommen. Neben dem neuesten Sportalmanach habe ich diesmal auch die Ergebnisse des ADFC Klimatest 2020 mitgebracht:

    1) In $Stadt sind die Radwege in mangelhaftem Zustand, verdreckt und zugeparkt, man kann dort nicht mit Kindern radfahren, das Fahrrad ist nicht gleichberechtigt, denn es fehlen überall Radwege und das Radfahren macht üüberhaupt keinen Spaß.

    2) Beste Fahrradstadt 2020 ist Bremen

  • Klar kann man sich über den Fahrrad-Klimatest (und den ADFC) lustig machen, aber es ist keinesfalls so, dass die Radfahrer*innen, die am Fahrradklimatest teilnehmen, alle nur unkritische Konsumenten einer Fahrrad-Infrastruktur wären, die einzig dem Ziel dient, dem Autoverkehr die Fahrbahn nicht streitig zu machen.

    Kann man eben alles so oder so sehen:

    Nimm mal Frage 16:

    "16. In meiner Stadt ... sind Radwege und Radfahrstreifen so angelegt, dass auch junge und ältere Menschen sicher Rad fahren können. <<< << < > >> >>> ...kann man auf Radwegen und Radfahrstreifen nicht sicher fahren."
    (Zitat aus dem Fahrradklimatest)

    Wenn Radfahrstreifen und Radwege grundsätzlich immer nur schlecht wären dann müsste das irgendwann daran erkennbar sein, dass in Städten in denen ganz viele Radwege und Radfahrstreifen angelegt wurden, diese Frage sehr deutlich mehrheitlich so beantwortet würde, dass die angelegten Radwege und Radfahrstreifen eben keine gute Fahrradinfrastruktur darstellen, also alle ankreuzen: "In meiner Stadt ... kann man auf Radwegen und Radfahrstreifen nicht sicher fahren."


    Was ich vermisse ist eine Frage die lautet:

    Stimmen Sie dem eher zu oder eher nicht zu:

    Frage NN: In meiner Stadt wird viel zu wenig unternommen, um den Autoverkehr drastisch zu reduzieren <<<<<< >>>>>> In meiner Stadt gibt es kaum noch Autoverkehr, weil durch entsprechende Maßnahmen der Stadtverwaltung die Stadt erfolgreich vom Autoverkehr entlastet werden konnte.


    Was würdest du / was würdet ihr denn für Fragen anfügen wollen?

    Einmal editiert, zuletzt von Ullie () aus folgendem Grund: ..., weil durch entsprechende Maßnahmen der Stadtverwaltung die Stadt erfolgreich vom Autoverkehr entlastet werden konnte. Diesen Satzteil neu formuliert.

  • Schlecht sind (fahrbahnbegleitende) Radwege deswegen, weil egal in welchem baulichen Zustand sie sind, laut Erkenntnissen der Unfallforschung das Unfallrisiko für Radfahrer ( insbesondere an Kreuzungen) erhöhen. Gleichzeitig aber ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln. Und in vielen Fällen wird den Wenigen, die dies wissen, durch Benutzungspflicht verboten, die objektiv sicherere Alternative Fahrbahn zu wählen.

    Negative Bewertungen in Frage 16 wird es aber häufig nur dann geben, wenn die Radwege in einem schlechten baulichen Zustand sind.

  • Was hältst du von folgender Fragestellung für den Fahrradklimatest:

    In meiner Stadt werden auch viel zu schmale Radwege und Radfahrstreifen immer noch als benutzungspflichtig ausgewiesen, ebenso werden Radwege, die im Mündungsbereich von Kreuzungen und im Bereich von Einfahrten hochbord geführt werden als benutzungspflichtig ausgewiesen, obwohl das die Radfahrenden gefährdet. (Abbiegeunfälle) <<<<<<<<< >>>>>>>>> In meiner Stadt hat man im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten überall die Radwegebenutzungspflicht dort aufgehoben, wo Radwege ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln und damit zur Gefährdung der Radfahrer beitragen.


    Das Thema ist recht komplex. Aber mit dieser Fragestellung doch im wesentlichen erfasst. Zumindest wäre das ein Einstieg. Es wäre wirklich gut, diese Problematik auch im Rahmen des Fahrradklimatestes zu erfassen.

  • Was hältst du von folgender Fragestellung für den Fahrradklimatest:

    In meiner Stadt werden auch viel zu schmale Radwege und Radfahrstreifen immer noch als benutzungspflichtig ausgewiesen, ebenso werden Radwege, die im Mündungsbereich von Kreuzungen und im Bereich von Einfahrten hochbord geführt werden als benutzungspflichtig ausgewiesen, obwohl das die Radfahrenden gefährdet. (Abbiegeunfälle) <<<<<<<<< >>>>>>>>> In meiner Stadt hat man im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten überall die Radwegebenutzungspflicht dort aufgehoben, wo Radwege ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln und damit zur Gefährdung der Radfahrer beitragen.


    Das Thema ist recht komplex. Aber mit dieser Fragestellung doch im wesentlichen erfasst. Zumindest wäre das ein Einstieg. Es wäre wirklich gut, diese Problematik auch im Rahmen des Fahrradklimatestes zu erfassen.

    Der Punkt ist doch, was am Ende des Tages mit dem Resultat des Tests angestellt wird. Die neuralgischen Punkte sind doch auch ohne große Umfrage sowohl den örtlichen ADFC-Aktivisten als auch den Behörden bekannt. Ergo erfüllt der Test einzig und allein die Funktion, publikumswirksam und plakativ in der Meta-Berichterstattung per "$Stadt kann kein' Radverkehr"-Schlagzeile Stimmung für das zu machen, was da draußen alle Welt mit "Fahrradfreundlichkeit" gleichsetzt: Fahrbahnverbote und Radwegebau.

  • Ich fürchte, das Problem ist, das die Meisten, egal wie du die Frage formulierst, die "gefühlte Sicherheit" als Grundlage zur Beantwortung einer Frage nach Sicherheit nehmen werden.

    Und da schneiden möglichst weit vom "gefährlichem KFZ-Verkehr" abgesetzte Hochbordradwege, solange sie baulich ok sind, am Besten ab.


    Was anderes als gefühlte Sicherheit kannst du bei einer Umfrage auch nicht abfragen. Mal als Beispiel mit fiktiven Zahlen : Gegeben sei eine Straße mit nicht benutzungspflichtigen Radweg. Du als Radfahrer willst es selber wissen und zählst die gefährlichen Situationen. Und kommst zu dem Ergebnis Auf der Fahrbahn wirst du 10 mal pro Fahrt zu eng überholt. Auf dem Radweg wirst du 5 mal pro Fahrt von einem Abbieger "übersehen". Also ist Radfahren auf der Fahrbahn gefährlicher. Das aber Fehler beim Abbiegen im jedem hundertsten Fall tatsächlich zum Unfall führen, Fehler beim Überholen aber nur in jedem tausendsten kannst du nicht wissen, weil es keine veröffentlichten Zahlen gibt. Wenn man das mit einrechnet, kommt man zum entgegengesetzten Ergebnis.

  • Klar kann man sich über den Fahrrad-Klimatest (und den ADFC) lustig machen, aber es ist keinesfalls so, dass die Radfahrer*innen, die am Fahrradklimatest teilnehmen, alle nur unkritische Konsumenten einer Fahrrad-Infrastruktur wären, die einzig dem Ziel dient, dem Autoverkehr die Fahrbahn nicht streitig zu machen.

    Um es sarkatisch zu formulieren: Um so etwas aus eigener Erfahrung beurteilen zu können, stirbt man als Radfahrer nicht oft genug.


    Wir Menschen tun uns schwer, sehr seltene Ereignisse richtig einzuschätzen. Dazu fehlt einfach die Datenbasis. Deswegen ziehen wir Ersatzdaten heran, Fastunfälle und so. Das kann man sehr gut an Frage 17 erkennen. Die Positionen, auf der Fahrbahn sicher zu fahren und bedrängt zu werden, widersprechen sich nicht (Ich würde die beiden äußeren Punkte auswählen). Aber der Bauch zieht die unangenehmen Situationen herum, um der Fahrbahn den Stempel gefährlich zu verpassen.


    Und genau auf dieser Schiene arbeitet der ADFC. Er versucht ein Gefühl mit Fakten gleichzusetzen und das vorsätzlich, um möglichst viele Radwege zu bekommen. Dass das unter dem Strich Menschleben kostet, ...

  • Wobei auch fehlende gefühlte Sicherheit = Unsicherheit ist. Man darf das nicht herunterspielen, aber gefühlte Sicherheit darf natürlich nicht zu Lasten objektiver Sicherheit gehen, die sich in sinkenden Unfallzahlen messen lässt. Leider tut der ADFC genau das. Anstatt sich dafür einzusetzen, dass das was zu weniger Unfällen führt, sich auch sicherer anfühlt, geht man genau den umgekehrten Weg und schürt noch Ängste.


    Dabei kommt dann allzu oft ein wirklich gefährlicher Murks heraus, der damit begründet wird, man müsse auch unsicheren Radfahrern ein Angebot machen. Da könnte ich immer einen Schreikrampf bekommen: Warum muss man ausgerechnet unsicheren Radfahrern eine gefährliche Infrastruktur anbieten? Nur, damit sie sich wohlgefühlt haben, bevor sie vom abbiegenden LKW überrollt wurden? Der ADFC verhält sich damit genauso zynisch wie die Autolobby: Für ein vermeintlich höheres Ziel werden Verkehrstote billigend in Kauf genommen.

  • Wir Menschen tun uns schwer, sehr seltene Ereignisse richtig einzuschätzen. Dazu fehlt einfach die Datenbasis. Deswegen ziehen wir Ersatzdaten heran, Fastunfälle und so. Das kann man sehr gut an Frage 17 erkennen. Die Positionen, auf der Fahrbahn sicher zu fahren und bedrängt zu werden, widersprechen sich nicht (Ich würde die beiden äußeren Punkte auswählen). Aber der Bauch zieht die unangenehmen Situationen herum, um der Fahrbahn den Stempel gefährlich zu verpassen.


    Und genau auf dieser Schiene arbeitet der ADFC. Er versucht ein Gefühl mit Fakten gleichzusetzen und das vorsätzlich, um möglichst viele Radwege zu bekommen. Dass das unter dem Strich Menschleben kostet, ...

    Die Frage 17 hat als Gegenpole:

    17. In meiner Stadt ... kann man auf der Fahrbahn gemeinsam mit den Autos zügig und sicher Rad fahren. <<< << < > >> >>> ...wird man auf der Fahrbahn bedrängt und behindert.

    Ich glaube nicht, dass der ADFC mit dieser Frage beabsichtigt den Leuten, die an der Umfrage teilnehmen zu suggerieren, dass sie möglichst weit bei "...wird man auf der Fahrbahn bedrängt und behindert.", ihr Kreuz machen sollen.

    Problematischer finde ich, dass die Frage zu allgemein gehalten ist.


    Zum Beispiel wäre ich komplett angenervt davon, wenn ich in Hannover mit dem Fahrrad auf der Marienstraße auf der Fahrbahn fahren müsste. Dort fahre ich auf einem Hochbordradweg, leider an den Kreuzungen und Einmündungen nicht überall gut gesichert. Aber auch wenn man an den Kreuzungen und Einmündungen höllisch aufpassen muss wegen Abbieger, ist es besser dort zu fahren als im Autoverkehrsstau festzustecken. Außerdem ist es an mehreren Fußgängerüberwegen mit Ampeln möglich auf dem Hochbordradweg auch bei Rot weiter zu fahren (ganz legal, weil keine Haltelinie), wenn kein Fußgänger dadurch behindert oder gefährdet wird. Diese Fußgängerampeln werden ebenso wie die Ampeln an Kreuzungen zentral für die ganze recht lange Straße so gesteuert, dass sie optimal auf den Autoverkehr ausgerichtet sind. (Nennt sich "Pulk-Schaltung") Das ist noch ein Grund mehr, den Hochbord zu bevorzugen. Und obendrauf kommt noch: Auf der Fahrbahn gilt Tempo 50. In den Verkehrsspitzen wird das i.D.R. nicht erreicht. Aber es reizt immer wieder Autofahrer, stark zu beschleunigen, besonders wenn mal eine größere Lücke in der Autoschlange sich auftut.

    https://www.google.com/maps/@5…LTxONQ!2e0!7i13312!8i6656 googlestreetview-Link zum Anklicken und virtuellen Probefahren.

    Dagegen gibt es in Hannover aber auch zahlreiche Tempo 30 Wohnstraßen mit sehr wenig Autoverkehr, wo man gut mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn fahren kann. Man dürfte dort auch gar nicht hochbord fahren weil es keinen Hochbordradweg gibt und die Bürgersteige nicht für den Radverkehr freigegeben sind.

    Aber für so viel Differenzierung ist möglicherweise kein Platz in der Umfrage. Oder man müsste dazu eine ganz eigene durchführen. Übrigens wurde 2018 diese Frage zum Fahren auf der Fahrbahn nicht bemerkenswert negativ beantwortet im Vergleich zu anderen Fragen.

    https://fahrradklima-test.adfc…ruck_Gesamt_A3_190404.pdf

    Und ich denke nicht, dass viele Radfahrer auf so eine Frage "reinfallen".

  • Außerdem ist es an mehreren Fußgängerüberwegen mit Ampeln möglich auf dem Hochbordradweg auch bei Rot weiter zu fahren (ganz legal, weil keine Haltelinie)

    Herrje.... Das Wort "Haltelinie" kommt im gesamten §37 StVO überhaupt nicht vor. Woher kommt eigentlich dieser Unsinn, zu glauben, man müsse an einer roten Ampel nicht anhalten, wenn keine Haltelinie da ist?


    Zitat

    Rot ordnet an: „Halt vor der Kreuzung“.

    http://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__37.html


    Und wenn die "Kreuzung" eine Fußgängerquerung ist, dann bedeutet das: Halt vor der Stelle, wo Fußgänger den Radweg kreuzen. Auf der Fahrbahn soll dafür eine Fußgängerfurt markiert sein.


    Vermutlich klingeln Sie aber auch Fußgänger beiseite, die an einem Zebrastreifen die Fahrbahn überqueren, weil sie glauben, dass sie auf einem "Radweg" einfach weiterfahren dürfen.

  • Ich fürchte, das Problem ist, das die Meisten, egal wie du die Frage formulierst, die "gefühlte Sicherheit" als Grundlage zur Beantwortung einer Frage nach Sicherheit nehmen werden.

    Ich glaube nicht, dass es so sehr um "gefühlte Sicherheit" geht. Nach Gesprächen mit einigen Radlern vermute ich vielmehr, dass viele schon wissen, dass der Hochbordradweg nicht sicher ist. Insbesondere hier in Hannover, wo es mehrere schwere Abbiegeunfälle gab. Ich denke im Vordergrund steht das Verlangen nach einem möglichst bequemen Radfahren ohne sich mit anderen Verkehrsteilnehmern beschäftigen zu müssen. Der Radfahrer will seine Route für sich und sie mit keinem anderen teilen müssen. Geht mir übrigens auch oft so und ich muss mir dann schon jedesmal bewusst machen, dass man da leicht in eine gefährliche Wahrnehmungs-Delle fällt. Und das Fahren auf der Fahrbahn schließlich auch seine Reize hat.

    Besonders erschwerend kommt dazu, dass es in Hannover auch viele autoferne Radwege in Grünflächen oder dem Stadtwald Eilenriede gibt. Da fährt man dann schon in einem anderen Modus als im übrigen Stadtverkehr, wo man dann hofft auf einem Hochbordradweg den beschaulichen "Wald- und Wiesenmodus" beibehalten zu können.

  • klar wärs super geil, auf der Fahrbahn jederzeit entspannt radeln zu können, ohne dass man Maßregelung und enge Überholmanöver erwarten muss.

    Dann wäre das Radfahren dort auch total entspannt.


    Und mal ehrlich, an die penetranten Fahrbahnradler hier im Forum, wann radelt ihr so wiiiiirklich entspannt innerörtlich auf der Fahrbahn?

    1. ein Fahrstreifen pro Richtung, ohne jeglichen Gegenverkehr, gerader Straßenverlauf

    2. ein Fahrstreifen pro Richtung, mäßiger Gegenverkehr, gerader Straßenverlauf

    3. ein Fahrstreifen pro Richtung, richtig viel Gegenverkehr

    4. ein Fahrstreifen pro Richtung, bauliche Trennung von Gegenspur

    5. zwei Richtungsfahrstreifen

    6. T30-Zone im Wohngebiet mit beidseitigem Parken und 3m Fahrbahnrestbreite

    7. T30-Zone im Wohngebiet mit beidseitigem Parken und 4m Fahrbahnrestbreite


    :)

  • Herrje.... Das Wort "Haltelinie" kommt im gesamten §37 StVO überhaupt nicht vor. Woher kommt eigentlich dieser Unsinn, zu glauben, man müsse an einer roten Ampel nicht anhalten, wenn keine Haltelinie da ist?

    "An einer Bedarfsampel, die zu Fuß Gehenden das Queren der Straße erleichtern soll, ist Rot. Fahrbahnradfahrende halten natürlich, weil dort die Fahrbahnampel rot hat. Auf dem Hochbordradweg stellt sich die Frage, wo sich die Ampel befindet und ob eine Haltelinie vorhanden ist. (...) Verkehrszeichen stehen regelmäßig rechts des betreffenden Straßenteils. Steht die Ampel links des Radweges und ist keine Haltelinie vorhanden, ist es empfehlenswert, dennoch zu halten. Ist eine Haltelinie vorhanden, muss gehalten werden." Internetseite des ADFC Rendsburg

    http://adfc-rd.de/index.php?op…1:rfueberblick&Itemid=135


    Da die Polizei in Hannover sehr viel dafür tut, dass nicht der Eindruck entsteht, sie sei den Fahrradfahrern besonders wohlgesonnen, werden immer wieder einmal auch in der Marienstraße Verkehskontrollen mit Schwerpunkt Radfahrerkontrolle durchgeführt, bei denen das Vorbeifahren an einer rot leuchtenden Ampel, die links vom Radweg steht, jedoch nicht geahndet wird.

    radverkehrsforum.de/attachment/14090/

    Die reinen Fußgänger-Bedarfsampeln in der Marienstraße sind ohne Haltelinie für den Radverkehr. Nur am Ende der Marienstraße, kurz vor der Tankstelle, gibt es eine Bedarfs-Ampel, die links vom Radweg steht und die eine Haltelinie hat. Ich vermute deshalb, weil es gleichzeitig auch eine Bedarfsampel für den kreuzenden Radverkehr ist.

    radverkehrsforum.de/attachment/14091/

  • Und mal ehrlich, an die penetranten Fahrbahnradler hier im Forum, wann radelt ihr so wiiiiirklich entspannt innerörtlich auf der Fahrbahn?

    Nach meinem Empfinden hängt das aber auch maßgeblich von eventuell vorhandener Radverkehrsinfrastruktur ab. Sobald irgendwas in der Art eines Radwege oder irgendwo [Zusatzzeichen 1022-10] auftaucht, wird’s unangenehm; unabhängig von der Anzahl der Fahrstreifen. Auf der Holtenauer Straße in Kiel kann man auch einigermaßen entspannt Radfahren, wo der kaputte Radweg hinter den parkenden Autos verborgen ist. Aber ab dem Teilstück, ab dem der Radweg durch die Windschutzscheibe sichtbar ist, wird plötzlich am Lenkrad reklamiert.

  • Wir nähern uns dem Münsterland-Radler-Stil, das sinnentstellende Zitat. Fortsetzung des ADFC-Zitates von oben:


    Eine Rechtsauffassung ist, daß das Lichtzeichen in Fahrtrichtung für die gesamte Straßenbreite gilt. Radwege sind Straßenteile und bilden zusammen mit Fahrbahn und Gehwegen die Straße. Demnach müssen auch Geisterradler auf dem linken Radweg halten, wenn die Ampel in Fahrtrichtung rechts rot zeigt.


    Wobei das nicht eine Rechtsauffassung ist, sondern die Gesetzeslage, nachzulesen in dem bereits genannten §37 (2) Nr. 6 StVO.

  • ...Du als Radfahrer willst es selber wissen und zählst die gefährlichen Situationen. Und kommst zu dem Ergebnis Auf der Fahrbahn wirst du 10 mal pro Fahrt zu eng überholt. Auf dem Radweg wirst du 5 mal pro Fahrt von einem Abbieger "übersehen". ...

    ...und auf dem Radweg wirst Du ca. 387 mal pro Fahrt von anderen Radfahrern zu eng überholt, auch wenn da andere Maßstäbe gelten.

    Aber das interessiert ja niemanden.

  • Die Frage 17 hat als Gegenpole:

    17. In meiner Stadt ... kann man auf der Fahrbahn gemeinsam mit den Autos zügig und sicher Rad fahren. <<< << < > >> >>> ...wird man auf der Fahrbahn bedrängt und behindert.

    Ich glaube nicht, dass der ADFC mit dieser Frage beabsichtigt den Leuten, die an der Umfrage teilnehmen zu suggerieren, dass sie möglichst weit bei "...wird man auf der Fahrbahn bedrängt und behindert.", ihr Kreuz machen sollen.

    Ich habe nicht behauptet, dass der ADFC irgendeine bestimmt Antwort wünscht. Meine Aussage war, dass es gar keine Gegenpole sind und es der aber ADFC gerne so darstellt, um Parikularinteressen besser plazieren zu können.

    Ich denke im Vordergrund steht das Verlangen nach einem möglichst bequemen Radfahren ohne sich mit anderen Verkehrsteilnehmern beschäftigen zu müssen.

    Eigentlich ist das eine Vorlage für Oma. ;) Ich würde zwar gemütlich statt bequem sagen, stimme aber zu. Die Forderung nach besonders gemütlicher Infrastruktur verliert jedoch sehr heftig an Durchschlagskraft, wenn es mit der Gemütlichkeit anstatt der Sicherheit begründet wird. Also muss man iegendwie die Gemütlichekit als Sicherheit verkaufen können. Das versucht der ADFC.

    Und mal ehrlich, an die penetranten Fahrbahnradler hier im Forum, wann radelt ihr so wiiiiirklich entspannt innerörtlich auf der Fahrbahn?

    Ich ertappe mich regelmäßig dabei, dass ich furchtbar unentspannt bin, wenn ich auf Radverkehrtinfrastruktur unterwegs bin. Ich kenne die ganzen Gefahren und muss auf so viel achten, dass an eine Entspannung nicht zu denken ist: Tritt der Fussgänger plötzlich auf den Radweg? Die Ausfahrt kann ich nicht einsehen, kommt da wer? Hält der Autofahrer vor dem Radweg? ... Wenn man auf der Fahrbahn fährt, macht es einmal Puff und die ganzen Punkte lösen sich in Luft auf. Man hat Platz, Autofahrer schauen hin, Fussgänger treten mit einer viel geringen Wahrscheinlichkeit auf die Fahrbahn ...

    Ich muss auch sagen, dass ich es mit abgewöhnt habe, den Autofahrer hinter mir als Problem zu sehen. Wenn ich ihn aufhalte, dann ist es so. Das gehört im Verkehr dazu. Wirkliche Aggressionen erleben ich selten.


    Einen Punkt, der eine Straße angenehm macht, hat Malte angesprochen: keine oder schlechte Radverkehrtinfrastruktur. Einen weiteren. den ich für wichtig halte, sehe ich in nicht vorhandener Straßenbemalung. Eine Mittellinie scheint, Rennstrecke zu signalisieren.