Beiträge von Schwachzocker

    Irgendjemand hat sich bei der Beauftragung des Pollers etwas gedacht. ...

    Hast Du tatsächlich solche Vorstellungen von Kommunalpolitik? Es kann genauso gut sein, dass man es mehrheitlich schön fand oder dass irgendjemand solange gequengelt hat, bis er den von ihm erwünschten Poller bekam, damit man endlich seine Ruhe hat.


    Die Welt ändert sich halt.

    Vor 40 Jahren wurde irgendein Poller aufgestellt. Zwischenzeitlich hat sich aber die Bebauung geändert, die Gesetzgebung hat sich geändert, die Rechtsprechung hat sich geändert, wissenschaftliche Erkenntnisse haben sich geändert.

    Nur der Poller hat sich nicht geändert, denn es gab ja irgendwann kurz nach dem Krieg einen Grund ihn aufzustellen. Und dieser Grund muss heute noch existieren. Anders kann es nicht sein.


    ...Auch eine Laterne, ein Baum oder ein Fahnenmast hat eine Aufgabe.

    Bäume und Fahnenmasten können ihre Aufgaben außerhalb des Straßenverkehrs sehr gut erfüllen. Laternen sind wohl notwendig, weil wir uns sonst alle fürchten und gar nicht wissen wie wir uns Licht machen sollen.

    Nun, das ist einfach. Dieser Poller ersetzt einen Fußgänger, der dieselbe Funktion einen Meter weiter sonst mit Knochenbrüchen und ähnlichem bezahlen muß. Ich jedenfalls finde es gut, daß der Autofahrer vorher gegen einen Poller fährt. Noch besser wäre natürlich, der führe gar nicht.


    Solange autofahrende und autostehende Asozialität faktisch nicht sanktioniert wird, muß man ihr eben anderweitig zuvorkommen.

    Ja, sag mal. Ich könnte jetzt noch tausendmal schreiben, dass nur überflüssiges entfernt werden soll und Du würdest es wahrscheinlich noch immer nicht kapieren. Schade!

    Nun gut. Ich hatte es im Kontext des anderen Threads so aufgefasst, dass Poller entfernt werden sollten, damit man beim unaufmerksamen Rückwärtsfahren nicht dagegen fährt.

    Ja, genau deshalb sollen überflüssige Poller entfernt werden. Was ist denn so gut daran, wenn jemand beim unaufmerksamen Rückwärtsfahren dagegen fährt? Wenn er überflüssig ist, kann man es einfach verhindern, indem man den Poller beseitigt.

    Und gerade für Radfahrer ist das ein erhebliches zusätzliches Risiko. Bei einer kleinen Unaufmerksamkeit kann man als Radfahrer stürzen. Das geschieht auch ständig. Was ist so gut daran, wenn der Radfahrer dann noch mit dem Kopf gegen einen Poller stößt?

    ...


    Allerdings wundere ich mich auch ein bisschen, wie denn deine Einstellung, der Straßenverkehr sei kein Wellnessurlaub, mit deiner Abneigung gegenüber Pollern und Bäumen harmoniert. Auf die muss ich als Verkehrsteilnehmer nunmal ebenfalls aufpassen.

    Ich weiß nicht was daran so schwer zu verstehen ist.

    Ich habe keine Abneigung gegen Poller, sondern eine gegen überflüssige Hindernisse. Ob Hindernisse überflüssig sind, muss eben im Einzelfall geprüft werden.

    Und wenn das geschehen ist, dann ist der Straßenverkehr noch immer gefährlich. Das ist dort, wo der unvollkommene Mensch agiert, nun einmal so. Es kann ja nur um das Reduzieren von Risiken und Wahrscheinlichkeiten gehen.

    Du meinst diese Stelle? Da schiebe ich mein Rad, wie man an den wiegenden Bewegungen der Helmkamera erkennt :/

    Oh, dann nehme ich alles zurück und behaupte ab sofort das Gegenteil.;)

    Malte ist der einzige perfekte Verkehrsteilnehmer.



    Wie machen wir es dann? Wir entfernen alle unnötigen Hindernisse, wie Bäume (*). Und wie machen wir das? Wir machen eine Vorschrift, dass Bäume in Fahrbahn/Radweg-Nähe entfernt werden müssen. ...

    Nein, man sagt der zuständigen Ordnungsbehörde einfach, dass sie es im Rahmen von Ermessenentscheidungen im Einzelfall machen sollen. So wie immer. Und wenn sie es nicht machen, wird es eben nichts.


    *) Bäume reduzieren Stress.

    Davon kann ich bei den Kieler Radfahrern bislang nicht viel bemerken.

    In Kopenhagen hingegen ist man nicht so blöd und verbaut sich die Möglichkeiten mit Bäumen. Und es sieht ja so aus als wenn in Kopenhagen noch der eine oder andere Radfahrer leben will.

    ...

    Da sage nochmal einer, Strafen bringen nichts.

    Die bringen was.

    Sie verhindern aber nichts mit hinreichender Sicherheit.


    Na dann vergleiche doch mal die Zahlen:

    Wie viel Prozent der LKW-Fahrer fahren regelmäßig ohne Einweiser rückwärts?

    ...


    Die Ergebnisse dürften ungefähr lauten:

    • Praktisch alle

    Sorry, aber das ist Unsinn.


    Wo fahre ich denn mit dem Rad auf dem Gehweg? =O

    In der Niebuhrstraße, nachdem Du die "Anhupallee" abgefahren hattest.

    Das bemerkst Du vermutlich selbst nicht. Der Mensch ist eben nicht perfekt.


    Stell Dir vor, es wäre ein Kind zwischen den parkenden Autos hervorgelaufen. Nicht auszudenken!

    Ich fordere hiermit härtere Strafen für Gehwegradeln. Das wirkt!;)

    Das weiß ich nicht genau...

    Ein Blick in die StVO hilft. Die entscheidende Passage der Regeln zu Vz 244 habe ich ja bereits oben zitiert.


    ...angeblich möchte die Stadt Kiel nicht, dass Roller auf der Veloroute fahren....

    Das ist ohne Bedeutung.


    ...sondern jetzt auch noch mit Verkehrsteilnehmern, die zum ersten Mal auf dem Roller unterwegs sind und mit zwanzig Sachen dort entlangbrutzeln, obwohl sie das Fahrzeug nicht im Griff haben. Das empfinde ich schon als etwas lästig.

    Ich empfinde den gesamten Straßenverkehr als lästig. So ist Straßenverkehr nun einmal. Er ist nicht als Wellnessurlaub konzipiert.

    ...und auf der Veloroute 10 probieren die Leute aus, was die Teile so hergeben, und knattern zwischen Radfahrern herum.

    Ist das verboten?


    Zitat

    Anderer Fahrzeugverkehr als Radverkehr sowie Elektrokleinstfahrzeuge im Sinne der eKFV darf Fahrradstraßen nicht benutzen,...

    Tja, nun — wenn wir alle umsichtig und vernünftig unterwegs wären...

    Das sind Menschen aber nun einmal nicht. Du bist es ja auch nicht. Und Du filmst es noch, wie Du mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fährst.

    Menschen machen nun einmal Fehler. Andere Menschen haben wir nicht.


    ...Aber ich vermute mal, ohne die Schranken würden einige Verkehrsteilnehmer mit unangemessener Geschwindigkeit auf die Kreuzung fahren und sich dann plötzlich im Krankenhaus wiederfinden.

    Und wo, vermutest Du, finden sich die Menschen wieder, wenn sie gegen die Schranke fahren?

    Ich verstehe gar, wie man akzeptieren kann, dass man Radfahrern mitten auf der Fahrbahn Hindernisse in den Weg setzt. Macht man das im Kfz-Verkehr auch so? Sagt man da auch: "Ihr seid sowieso zu blöd, um Vorfahrt zu achten. Also müssen wir Euch stoppen."



    ...

    Da muss angesetzt werden. Wenn ich es richtig sehe, gibt es aber für einfaches Rückwärtsfahren mit dem LKW ohne Einweiser aktuell nichtmal ein Bußgeld. Kein Wunder, dass sich kaum einer daran hält.

    Und für eine Trunkenheitsfahrt gibt es eine richtige Strafe. Trotzdem machen es viele.

    Und für Mord gibt es lebenslänglich. Trotzdem machen es manche.

    Ja, gut. Dann müsste man irgendwie verdeutlichen, dass diese Regelungen tatsächlich ernst gemeint sind. ...

    Das sollte man tunlichst unterlassen, denn das würde ja bedeuten, dass andere Regelungen, die nicht verdeutlicht werden, weniger ernst gemeint sind.


    Bleibt halt die Frage nach der Definition eines unnötigen Baumes oder eines überflüssigen Pollers...

    Ein Baum am Fahrbahnrand ist immer überflüssig. Er nimmt dort nur Platz weg, ist sehr hinderlich beim Bau von Radverkehrsanlagen, er verursacht die Wurzelaufbrüche in den Radwegen mit den entsprechenden Folgekosten, und er ist ein Hindernis. Wenn ein Radfahrer hinfällt, kommt es eben darauf an. ob er einfach nur zu Fall kommt oder ob er zusätzlich noch mit dem Kopf gegen einen Baum schlägt.

    Vorteil hat der Baum im Straßenverkehr dagegen nicht. Ein Baum gehört daher in den Wald.


    Überflüssige Poller (oder Fahnenmasten) muss man im Einzelfall identifizieren.

    Die Schranken an den Auf- und Abfahrten zur Veloroute 10 sind z.B. überflüssig.


    Warum reden wir jetzt über Poller? Die erschlagen keine Menschen.

    Leider doch! Genauer gesagt schlägt der Mensch (Radfahrer zähle ich dazu) gegen den Poller und nicht umgekehrt. Aber ist das nicht egal?


    ...Ursache war nicht der Fahnenmast, sondern der LKW-Fahrer...

    Der Lkw-Fahrer war ursächlich für den Unfall. Der Fahnenmast war hingegen ursächlich für den Tod eines Menschen.

    Hätte der Fahnenmast nicht dort gestanden, wäre dass Ganze auch nicht passiert. Das ist ein ganz klarer ursächlicher Zusammenhang.

    Menschliche Fehler kann man eben nicht vollständig ausrotten, überflüssige Hindernisse im Verkehrsraum schon. Nur leider scheint Herr Kämpfer bisher der einzige zu sein, der das erkannt hat.

    ...


    Aber irgendwie wundert es mich nicht, dass auch mehrere Tage nach dem Vorfall noch nicht öffentlich darüber gesprochen wird, man möge doch bitte beim Rückwärtsfahren einen Einweiser konsultieren. ...

    Darüber braucht auch niemand zu sprechen, weil es jeder, wirklich jeder, Lkw-Fahrer weiß.


    Klar hat der Mast schuld. Er hätte doch beiseite springen können, wenn der das Gepiepse des rückwärtsfahrenden LKW gehört hätte :evil:

    Es geht hier nicht um Schuld, sondern es geht darum, in Zukunft ähnlich gelagerte Fälle zu verhindern, und zwar völlig unabhängig von der Schuld.


    Wenn die Masten dort nicht gebraucht werden bzw. irgendwo anders stehen könnten, dann gehören sie natürlich entfernt.

    Und das soll man natürlich nicht nur auf dem Rathausplatz so machen, sondern man soll die gesamte Stadt auf überflüssige Hindernisse (Bäume am Fahrbahnrand, überflüssige Verkehrsschilder, unnötige Poller) überprüfen und ggf. beseitigen. Dann verringert sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert.

    ...Und nun ist jemand tot und wir fragen uns alle ganz betroffen, wie das passieren konnte.

    Eigentlich nicht. Es handelt sich um das Versagen, wie es für menschliche Wesen so typisch ist.

    Vor einigen Monaten habe ich auch ein Fahrzeug rückwärts gegen einen Laternenmast gesetzt. Und das war kein Lkw.

    ...

    … womit wir wieder bei der Frage sind, ob die Verkehrsüberwachung das nicht weiß oder trotz der dadurch entstehenden Gefährdung des Radverkehrs wieder beide Augen zudrückt, weil Kraftfahrer ja nunmal irgendwo parken müssen.

    Letzteres ist der Fall.

    Es war der ausdrückliche Wunsch von Interessensvertretern, dass wenigstens die Radverkehrsanlagen nach Möglichkeit frei gehalten werden. Und diesen Auftrag hat die Verkehrsüberwachung nun. Den Auftrag, sämtliche Verkehrsdelikte zu ahnden, die überhaupt nur geschehen, hat man ihnen nicht gegeben. Die Welt sollen sie auch nicht verändern.

    Sofern es den Lieferverkehr betrifft, ist es ohnehin müßig. Das führt am Ende nur dazu, dass die Ware teurer wird, weil das Anliefern teurer wird. Diese Verwarnungsgelder bezahlt letztlich nicht der Lkw-Fahrer, sondern der Kunde an der Supermarktkasse. Das bemerkt der nur nicht.


    Erforderlich wären in erster Linie Maßnahmen, die im Vorfeld ansetzen und dazu führen, dass dies möglichst überhaupt nicht erst passiert. Mit Ahndung allein wird es nichts.