Ab welchen Alter konntet ihr eigentlich fahrrad fahren?

  • Klischee: Keine Ahnung wie alt, ist lange her :-)

    Vom Vater beigebracht bekommen. Dreirad, Rad mit Stützrädern, Waldweg mit paarmal hinkrachen. Und auch noch zu Grundschulzeiten alleine zur Schule gefahren, k.a. ab welcher Klasse. Lange her.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Ich war 6 Jahre alt. Familienurlaub an der Nordsee. Vorher Dreirad und Tretroller. Rad+Stützräder hatte ich nie. Mit meinem Vater nebenher laufend die lange Deichstraße entlang. Auf- und absteigen, Bremsen und anfahren. Und irgendwann stand ich am Ende der Straße und mein Vater noch am Anfang. Ab da jeden Tag bis zum Abendessen geübt.


    Meine Grundschule war nur 400m von zuhause weg, bis auf den Fahrradführerschein bin ich da nie mit dem Rad hin. In dem Alter war mein ganzer Stolz ein großes (und sehr schnelles) Kettcar. Radfahren war eher was für Ausflüge und Urlaub.


    Die 4,5 km zur weiterführenden Schule dann vor allem im Sommer mit dem Rad.


    Mit 18 (Abi, Wehrdienst, Auszug zuhause) für kurze Zeit jeden Meter eher auf vier Rädern zurückgelegt.


    Mit Beginn des Studiums dann das Fahrrad wieder ausgegraben und seitdem ist es auch mein Hauptverkehrsmittel im Alltag.

  • Ich glaube, ich war damals etwa drei Jahre. Allerdings hatte das Rad noch Stützräder, und ich weiß nicht mehr, wann die abgeschraubt wurden. Aber mit Vier konnte ich auf jeden Fall frei fahren, und habe seither nicht mehr damit aufgehört. Dreißig Jahre später:

    Mein Ältester hat mit zwei Jahren mit dem Laufrad angefangen, mit Vier auf ein gebrauchtes Puky-Fahrrad umgestiegen. Stützräder waren nicht nötig, das mit der Balance hatte er vom Laufrad schon drauf.

    Leider gibt es auch hier die Vorgabe, dass die Schulkinder erst mit dem Fahrrad-Führerschein mit dem Rad zur Schule kommen dürfen. Allerdings gibt es den erst ab der vierten Klasse... Es ist jetzt nicht wirklich weit bis zur Schule, und er trifft sich mit Klassenkameraden, um gemeinsam zu laufen, ansonsten würde ich ihn bedenkenlos Rad fahren lassen. Immerhin wohnt eine entfernt Verwandte neben der Schule, wo er sein Rad abstellen könnte, falls es der Schule um die begrenzten Stellplätze geht.

  • Ich weiß auch nicht mehr genau wie alt ich war als meine Stützräder abmontiert wurden, kann mich aber noch genau an den Moment erinnern, als ich das erste Mal frei fuhr. Ich drehte mich um und meine Mutter, die fest versprochen hatte auf keinen Fall loszulassen, stand weit entfernt am anderen Ende der Straße. Ich hab mich so erschrocken, dass ich gestürzt bin.

    Ich hab das als Kind als totalen Vertrauensbruch erlebt und kann mich wahrscheinlich deshalb so gut daran erinnern.

    Schätzungsweise war ich da 4 Jahre alt.

    Ab sechs bin ich dann täglich den größten Teil der Strecke zur Schule gefahren.

    Allerdings nur bis zur "gefährlichen Kreuzung", wo wir und die Kinder der Nachbarschaft ihre Räder bei einer Anwohnerin im Garten abstellen durften und den Rest des Weges zu Fuß gingen.

    Bei meinem Sohn ebenfalls ab zwei Laufrad und irgendwann mit drei dann der Wechsel zum Fahrrad.

  • Ab welches Alter konntet ihr Fahrrad fahren und wie habt ihr damals das gelernt?

    Einschließlich einigermaßen gescheiter Regelbeherrschung wohl erst mit Beginn meiner 5. Lebensdekade. Wie gelernt? Durch lesen und denken. Rein technisch wie die meisten anderen recht früh mit 4 oder 5 Jahren.

  • Etwa mit 5 wurden die Stützräder abgenommen und erstmal liefen die Elternteile mit.

    Fahren durfte ich erstmal nur in unserer Strasse die eine Sackgasse ist. Zur Einschulung

    durfte ich schon im Stadtteil unterwegs sein.

    Die Verkehrsregeln wurden schon früher erläutert, je nachdem wie wir unterwegs waren.

  • Es muss in dem Sommer gewesen sein, als ich fünf Jahre alt wurde. Wir waren aus einer Hochhauswohnung umgezogen in ein Haus mit Garten. In dem Block waren zwischen den Grundstücken lange ebene Erdwege, sodass man auch "von hinten" an die Gärten kam. Auf diesen langen Wegen habe ich Gleichgewicht und Tempobeherrschung gelernt, Stützräder hatte ich nie. Dann durfte ich auf die Straße. Und hab versagt -- es ging ja bergauf. Zuerst hat meine Mutter mich bergan geschoben, und ich fauler Hund habe sie schieben lassen. Als sie das gemerkt hat, hat sie mich mit dem Kochlöffel den Berg hoch getrieben. Und auf einmal ging's ...

    Zwei oder drei Jahre später habe ich ein neues Fahrrad bekommen, ein Klapprad Marke "Vaterland" (das war damals ein durchaus nicht anrüchiger Name). Leider hatte ich nicht lange Vergnügen daran: Am zweiten oder dritten Tag habe ich das Fahrrad neben dem Müllcontainer stehen lassen, als ich kurz nach oben in die Wohnung ging. Als ich zurückkam, war's weg und kam nie wieder. Seither habe ich einen Tick und schließe mein Rad lieber einmal zu viel ab als einmal zu wenig.

  • Mit 4. Und gleich die neue Freiheit genossen und fast von der Polizei gesucht worden ;)
    Zw. 7 und 8 hab ich dann Pause gemacht, weil das tolle Bonanzarad während einer Bergabfahrt auseinandergebrochen ist. War traumatisch.
    Nächste Pause dann von 13-14, weil ich mir bei einem Sprung mit dem BMX die Unterarmknochen zersplittert hatte.
    Dann sehr aktiv Mountainbike bis 17 gefahren, nebenbei noch Motorcross. MIt 18 kam dann der obligatorische Lappen und die Autozeit. Bin dann, bis ich 24 war, eigentlich nur noch Auto gefahren. Bis ich dann nach Hamburg gezogen bin. Da war die Lust dann ganz schnell vorbei und das Rad mein Tranportmittel Nr. 1.

    Kind Nr. 1 konnte mit 3 Radfahren. Kind 2 konnte Laufrad fahren bevor es laufen konnte, mit zweieinhalb klappte es dann auch mit dem Radfahren.
    Kind 1 ist mittlerweile Mechatroniker und fährt nur motorisiert, Kind 2 hat wenig Bock auf Radfahren...

  • 4 Jahre und ein paar Monate.

    Ich habe rückblickend sehr davon profitiert, relativ junge Eltern gehabt zu haben und das auch noch in einer Zeit, wo alles etwas entspannter betrachtet wurde.

    Kinderlaufrad? gabs nicht

    Kinderrad? auch nicht. Kleines Klapprad musste reichen. Stützräder? pfft...


    mein Vater ist mit mir bei meiner Oma aufm Dorf auf die Straße gegangen, hat mich aufs Rad gesetzt und mich "festgehalten", während er hinter mir herlief und ich in die Pedale trat.


    Und dann hat er nur noch am Gepäckträger festgehalten.

    Und dann hab ich irgendwann gefragt, ob er auch wirklich noch festhält!?!?!


    200m hinter mir stehend rief er dann so "nee, aber du machst das ganz gut" :S


    und *zack* lag ich auf der Straße. X/

    von Oma aus sind wir dann mit dem Fahrrad heim gefahren. :whistling:

  • Mit 5 oder 6 auf dem ausgedienten Kinderrad meines großen Bruders mit Stützrädern. Irgendwann ging es ohne, nur Aufsteigen/Losfahren, und Anhalten klappte noch nicht. Bei einem Spaziergang fuhr ich mit dem kleinen Rad vorweg, vor mir auf ganzer Fahrbahnbreite mehrere alte Damen, die mein Klingeln nicht hörten. Ich konnte nicht anhalten, also bin ich in die Damen reingefahren. Zum Glück war ich damals klein und niedlich und konnte ganz harmlos gucken: Keiner hat mich ausgeschimpft.

    Aufsteigen und Losfahren hat mir dann mein großer Bruder beigebracht. Anhalten klappt inzwischen auch.

  • Rückblickend gab es auch bei mir eine längere Unterbrechung, da meine weiterführende Schule in der nächsten Kleinstadt etwa zehn Kilometer entfernt lag. Fünfte Klasse: Bus, dann vermehrt mit dem Nahverkehrszug. Etwa Mitte der sechsten Klasse gab es dann plötzlich einen Radweg neben der Bundesstraße zum Nachbarort. Ab dem Moment bin ich zum Individualverkehr zurückgekehrt und nur noch mit dem Rad gefahren.

    Den Führerschein habe ich kurz vor 18 auch nur gemacht, weil gerade mehrere Freunde in der Fahrschule angemeldet waren, sonst hätte mich das kaum interessiert. Heute bin ich doch manchmal froh, noch Klasse 3 erwischt zu haben und Anhänger und 7,5-Tonner fahren zu dürfen, das eröffnet so manche Nebentätigkeiten. Man lernt auch mal andere Perspektiven kennen. Ich fühle mich immer etwas unwohl, wenn mein Lkw weniger als sechs Außenspiegel hat...

  • Den Anfang machte der Puky-Tretroller. Mit 7 oder 8 Jahren bekam ich mein erstes eigenes 26er-Dreigangrad. Mit 9 oder 10 machte ich die Fahrradprüfung und durfte seitdem im gesamten Stadtgebiet am Straßenverkehr einer damals 230.000-Einwohner-Stadt teilnehmen. Radwege gab es nicht, also waren die Verkehrsregeln noch relativ einfach zu verstehen. Mit 13 durfte ich allein Radtouren in die 50 Kilometer entfernte Großstadt mit damals noch 400.000 Einwohnern unternehmen. Gefahren wurde auf den Hauptverkehrsstraßen - fast ausnahmslos auf den Fahrbahnen, oftmals mit Kopfsteinpflaster und Straßenbahnschienen. Mein erster schwerer Unfall ereignete sich mit 19 Jahren, als ich mein drittes Rad fuhr, welches damals gerade erst ein Jahr alt war und stark beschädigt wurde durch einen Kampffahrer, der mich von hinten überfuhr, weil er mich vor einer Kuppe überholen wollte und nicht mit Gegenverkehr rechnete. Erst mit 27 musste ich mich mit Radwegezwang in einer Fakeradwegehauptstadt auseinandersetzen.

  • Ich habs auch irgendwann im Kindergarten gelernt - im elterlichen Garten, da konnte man relativ schmerzlos stürzen. So mit 8 Jahren gabs dann einen gebrauchten "Randonneur" mit 24" Rädern. Den hatte mein Vater irgendwo aufgetrieben. Leider war das Rad etwas zu groß und die Fünfgangkettenschaltung mit nicht-indiziertem Rahmenschatlhebel war damals nicht so meins. Keine Ahnung, wie oft ich da die Kette wieder aufs Ritzel fummeln musste. Ich bin aktuell auch nicht mehr sicher, ob ich die Fahrradprüfung damit abgelegt habe oder schon mit dem Nachfolger, einem 5-Gang "MTB" - mit PPS-Schaltung. Natürlich in der Großstadt ohne Radwege.

  • Bei mir ähnlich, nur war ich schon 7, und mein Onkel hat hinten am Gepäckträger festgehalten.


    War übrigens ein gelbes Klapprad, das meine Eltern gebraucht irgendwoher bekommen hatten.

  • Echt interessant, wie ihr so das Radfahren gelernt habe..


    Ich weiß zwar das Alter nicht mehr aber ich bin mit meinem Kinderfahrrad immer im Wohnzimmer auf und ab gefahren haha

    während meine eltern fernseh geschaut haben.

    Es war zwar keine sonderlich lange strecke aber irgendwann hat es dann auch geklappt :)

  • Keine Ahnung. Irgendwann waren die Stützräder ab und mein Vater hat mich einfach maö losgelassen. Ich bin dann nichts ahnend von alleine gefahren. Als ich es bemerkte habe ich angefangen zu weinen weil er mein Vertrauen so missbraucht hat. Ich habe ernsthaft gedacht er würde mich für immer halten.