Beiträge von Christian F

    Etwas übermütig - bis es ihn mal erwischt und seine Knochen oder sein Leben hin sind . . .

    Jedenfalls nicht zur Nachahmung empfohlen: Tödlicher Unfall 2011 in München nachdem sich der junge Radfahrer durch den zweispurigen Autoverkehr schlängelte. An der Stelle gibt es einen Radweg, aber der wird von der Fahrbahn weggeschwenkt, die Breite ist lächerlich und der Weg wird regelmäßig zugeparkt so dass die Rechtmäßigkeit der Benutzungspflicht sehr fraglich ist.

    Neues Vokabular aus der Süddeutschen Zeitung: Strampelnazi.


    Radfahren, das kann man gar nicht genug betonen, könnte abgesehen von allen gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen etwas Herrliches sein in der angenehm flachen Stadt Berlin - wenn man sich dabei nicht so oft als Teil einer ideologischen Massenbewegung wiederfinden müsste, umgeben von tourettesyndromhaft in den Verkehr hineinfauchenden Strampelnazis. Ein emissionsfrei in 2,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigter Tesla S sollte der Atemluft eigentlich keinen Abbruch tun; aber es geht ja offensichtlich um noch etwas anderes.

    Wow - das hat gesessen. Mir ist beim Frühstück die Breze aus der Hand gefallen, als ich das gelesen habe.


    ich fühle mich da ja durchaus angesprochen und angegriffen, als jemand der in der Großstadt das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzt und sich auch regelmäßig bei anderen Verkehrsteilnehmern über Behinderungen und Gefährdungen beschwert.


    Und - ja es geht um etwas anderes. Ein Tesla ist immer noch eine Riesenkiste, in Fahrt wie jedes andere Auto meist mit nur einer Person besetzt, und steht den größten Teil des Tages unbewegt herum, oft auf öffentlichem Grund. Verbraucht Platz für nix, und Platz ist knapp. Vernünftige und effiziente Mobilität ist das sicher nicht.


    Und dann spricht der Autor noch von der


    Zitat

    Idee von großstädtischer Urbanität als Ballung von Tempo, Ambition, Vielfalt, Spannung und Differenz.


    Schön, ja, gute Idee. Aber nicht mit Autozentrierung zu schaffen, die die Stadtplanung jahrzehntelang beherrscht hat. In der Stadt sehe ich oft nur Autos, Autos, Autos, meist als Technikballast im Weg herumstehend.


    Der letzte Absatz (mit den "biodeutschen Bürgertum" vs. Menschen aus Hanoi und Saigon) ist auch lustig, da fällt mir gar nix mehr dazu ein.

    Danke fürs Upgraden. Das war ja schon viel Arbeit.


    Was ist denn mit den Lexikoneinträgen - die Formatierung ist (wie oben schon erwähnt) flöten gegangen. Ich finde auch keinen Link zum Bearbeiten. Ich kann mich um die Formatierung kümmern (sind ja bisher nicht so viele Seiten), aber bitte schalte doch mal die Bearbeiten-Funktion frei.

    Geht schon los. Ich bin am "Überholabstand" und versuche Gerichtsurteile zum Thema aufzuführen.

    • Wie verweise ich richtig auf Gerichtsurteile, so dass es eindeutig ist keine Copyright-Verletzung ist o.ä.?
    • Darf ich z.B. den "Leitsatz" und das Aktenzeichen aus der ADFC Rechtsdatenbank (nur für Mitglieder zugänglich) zitieren?
    • Es gibt auch andere kostenpflichtige Rechtsdatenbank (z.B. juris) aber es macht ja keinen Sinn darauf zu verlinken.



    Gar nicht so einfach, einen Artikel möglichst genau zu schreiben, ohne dass es unlesbar wird.


    Ich habe kein Urteil gefunden das die (mir bisher bekannte??) Regel:

    • Mindestens 1,5m Seitenabstand,
    • ab 90 km/h oder falls Kinder dabei sind: mindestens 2m Seitenabstand

    belegt. Der Leitsatz zum oft angeführten Urteil vom OLG Hamm lautet lt. ADFC Datenbank:


    Beim Überholen von Radfahrern ist für einen ausreichenden Sicherheitsabstand stets deren mögliches Ausschwenken zu berücksichtigen, vor allem falls die Umstände der Verkehrssituation auf eine solche Möglichkeit hindeuten. Angesichts einer nahen Einmündung ist es nicht ausgeschlossen, dass sich der Radfahrer nach hinten orientiert, um eventuell nach links abzubiegen, und dabei nach links in die Fahrbahn schlenkert. Der Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand muss in solchen Verkehrssituationen 2,80 m betragen.
    Datum: 1992-11-10 / Gericht: OLG Hamm / AZ: 9 U 66/92


    Geht zwar in die gleiche Richtung, die 1,5 und 2m werden aber nicht genannt.


    Woanders wird es anders zitiert z.B. hier

    ein paar Leute finden, die das eben für eine sinnvolle Sache halten und auch länger am Ball bleiben
    [...]
    ... Lexikon-Plugin ...

    Das Lexikon-Plugin hier fände ich gut für eine Wissenssammlung zum Radverkehrsrecht, und die Kriterien wären erfüllt (öffentlich, Rechtekonzept, Historie)


    Welche Art von Mitarbeit stellst Du Dir vor?
    Inhaltlich (also Artikel schreiben, gegenlesen und korrigieren)?
    Auch technisch - also den Betrieb sicherstellen, Systemadministration, Backups, ... ?


    @Epaminaidos hat ja im Eröffnungsbeitrag in diesem Thread schon eine Gliederung vorgeschlagen, die man gut als Startpunkt nutzen könnte.

    Das größte Problem was ich sehe sind juristische Probleme.
    Man legt ein Wiki an und die Leute werden dann urheberrechtlich geschützte Texte, z. B. aus dem Kettler, reinkopieren. Der wird das nicht witzig finden und abmahnen. Das macht Arbeit und kostet viel Geld.

    Wenn es bei Wikipedia funktioniert, über Rechtsthemen zu schreiben, sollte das auch woanders möglich sein.


    Bei Wikipedia gibts auch einen "Hinweis zu Rechtsthemen" den man übernehmen könnte:


    Zu Urheberrechtsverletzungen verweist Wikipedia im Impressum auf amerikanisches Recht und:




    Wenn der Anbieterin eine entsprechende Urheberrechtsverletzung angezeigt wird, wird das betreffende Material umgehend entfernt.


    In einem anderen Thread wurde ja schon der Vorschlag gemacht, einen eingetragenen Verein zu gründen, um das Haftungsrisiko einzelner zu reduzieren. Ich hätte auch nicht so viel Lust mit meiner Privatadresse im Impressum eines solchen Wiki aufzutauchen.


    Das rechtliche und finanzielle Risiko müsste man schon gut verstehen, wenn man so ein Wiki einrichtet; @Malte Du hast doch da schon eine Menge Erfahrung


    Zum "länger am Ball bleiben" - da gibt ja hier eine Handvoll Kandidaten. Bei mir ists einfach das Zeitproblem, zu viel anderes Zeug, daher kann ich nicht wirklich viel machen, aber so ein Wiki täte mir schon gefallen.


    Zur Technik - Ich habe in der Arbeit mehrere Instanzen von JSPWiki aufgesetzt, und das sollte auch auf einem virtuellen Server, z.B. bei Strato, gut funktionieren.

    Quelle: ruhrnachrichten.de ruhrnachrichten.de/Nachrichten…jaehrige-stirbt-4767.html
    Ich habe da jetzt nicht lange nach suchen müssen und bin sicher, dass man sehr leicht noch sehr viel mehr solcher Artikel finden wird.


    Einen anderen Artikel zu demselben schrecklichen Unfall hatte ich weiter oben schon verlinkt.


    Mir ist nicht wohl dabei, die Umstände um den Tod des kleinen Mädchens zu benutzen um das eine oder andere Argument zu untermauern. Ich hoffe weder die Würde des verstorbenen Kindes noch die der Angehörigen zu verletzen, wenn wir über den Unfall und die Berichterstattung diskutieren.


    Deinem Argument, dass "die Maschine für [...] verantwortlich erklärt" wird, kann ich nicht folgen; vielmehr wird - vor allem beim WDR - das Schicksalhafte des Geschehens betont.
    Meine Deutung ist: Wäre das ein autonom fahrendes Auto gewesen, hätte man den Unfall schnell als Beweis genommen wie gefährlich die Dinger sind. Aber keiner sagt, dass Menschen nicht ans Steuer dürfen, weil sie manchmal (selten) wegen gesundheitlicher Probleme die Kontrolle verlieren. Und das ist ja auch gut so - es gibt einen gewaltigen öffentlichen Druck auf die Entwickler der selbstfahrenden Autos, und das sorgt für Qualität.





    Ullie schrieb:

    Es würde quasi eine Fehlbedienung der Maschine daraus konstruiert werden. Eine Fehlbedienung von denjenigen, die die Maschine gar nicht für sich nutzten und die Opfer der Maschine sind.

    Victim Blaming neu erfunden: das halte ich auch für möglich, wenn die selbstfahrenden Autos mal einen gewissen Reifegrad haben und verbreitet sind.

    Was bringt dich angesichts des Umgangs des Gesetzgebers mit der Diesel Affäre zu der Überzeugung?Wenn die Autoindustrie der Meinung ist, eine gewisse Opferzahl ist auch beim autonomen Fahren nur mit unverhältnissmäßigem Aufwand zu vermeiden, wird der Gesetzgeber auch Systeme zulassen die nicht immer die Regeln einhalten.

    Zu dieser Überzeugung bringen mich zwei Überlegungen
    1) was Automaten wirklich gut können ist, Regeln einzuhalten. Ohne Ermüdung, ohne Langeweile. Auch ohne Spaß: Es gibt einfach keinen Grund, einen Radfahrer ganz knapp zu überholen, wenn man nicht selber am Steuer sitzt und das Überlegenheitsgefühl durch die Adern schießt.
    2) Es ist überhaupt nicht akzeptiert, dass Maschinen Menschen verletzen oder töten (zumindest im zivilen Leben). Ganz anders ist es beim derzeitigen Autoverkehr: Von Menschen verursachte Unfälle mit Verletzten und Toten werden verharmlost statt Ross und Reiter zu benennen - siehe die tausend Pressebeispiele aus diesem Forum.


    "Die Autoindustrie" wird hart ums Überleben kämpfen müssen angesichts der Umwälzungen die kommen. Kann schon sein dass die Dieselaffäre nicht der letzte kriminelle Ausfluss ist; bleibt spannend.

    Das aktuelle System schafft es also nichtmal, bei Nebel das Licht anzuschalten. Das klingt eigentlich trivial.

    Nicht wenn die einzige vorliegende Information ist: "Helligkeit, draußen".
    Ein autonomes Auto verfügt über deutlich mehr Informationen - Radar, Kameras, Infrarot, Vernetzung mit anderen Fahrzeugen und wer weiß was noch.


    Ich stimme zu, dass der aktuelle Stand der Technik nicht grade vertrauenserweckend ist, insbesondere wenn eine Firma wie Tesla ein System als "Autopilot" verkauft, das es definitiv nicht ist. Hier ein Video, in dem der schöne rechte Außenspiegel draufgeht nur weil da rechts ein Laster parkt - bei 1:30.


    So ein Shuttlebus, der auf einer definierten Strecke unter vielen kritischen Augen, und vermutlich nicht besonders schnell, seine Runden dreht ist doch ein guter Anfang.

    Man muss deutlich unterscheiden zwischen Assistenzsystemen (wie Lichtautomatik, oder Tempomat) und einem autonom fahrenden Auto. Bei einem Assistenzsystem ist Mensch auf dem Fahrersitz der Kapitän und hat die volle Verantwortung - also auch darüber, ob das Licht bei Bedarf tatsächlich eingeschaltet ist. Und dass der Mensch gerne glaubt, dass etwas immer gut geht, wenn es in 98% der Fälle funktioniert, wissen wir Radfahrer ja besonders gut: Durch die ganzen Nahüberholer und Blindabbieger.


    Assistenzsysteme sind nicht perfekt - Lichtassistenz funktioniert nicht bei Nebel; Tempomat beschleunigt innerorts stark wenn man vergisst ihn rauszunehmen.
    Daraus kann man nicht schließen, dass autonome Fahrzeuge grundsätzlich ein Risiko darstellen - es sind ganz unterschiedliche Ansätze.


    In einem autonom fahrenden Auto ist man wie der Passagier in einem Linienbus - kein Lenkrad, keine Bremse, keine Möglichkeit einzugreifen. Das autonome Auto wird die Situationen "Nebel" und "Geschwindigkeitsbegrenzung" sicher erkennen. Ein autonomes Auto verlässt sich nicht auf die "98 Mal ists gutgegangen, wird diesmal auch funktionieren". Im Gegenteil wird der Automat Regeln wie z.B. Seitenabstand beim Überholen von Radfahrern jedes einzelne Mal einhalten.

    Doch, das müßte der Artikel sein. Hab den im Print gelesen und leider inzwischen entsorgt. Der getestete BMW bietet die Möglichkeit die zulässige Höchstgeschwindigkeit um10 oder 20% zu überschreiten.

    nö - zum BMW steht da, dass es einen klassischen Tempomat gibt, in Verbindung mit einer automatischen Abstandsregelung. Klar kann man den Tempomat so einstellen wie der Fahrer will. Mich würde es echt sehr wundern, wenn es einen Autohersteller gibt, der Verkehrszeichenerkennung mit "20% schneller fahren" kombiniert. Lasse mich aber gerne widerlegen.


    Dem Tempomaten habe ich nur mitgeteilt, wie schnell ich fahren will; den Abstand zu den vorausfahrenden Autos regelt er von allein - mit eiserner Disziplin.
    [...]
    In der Stadt beschleunigt der BMW plötzlich beim Ausscheren aus einer gemächlichen Kolonne. Ich hatte übersehen, dass der Tempomat noch auf 100 stand.

    Wie kürzlich im Spiegel zu lesen, gibt es inzwischen Fahrzeuge, bei denen der Fahrer im Automatikbetrieb einstellen kann das die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten werden darf.

    Hallo @Radschwarzfahrer
    hast Du eine Quelle dazu?
    Hier ist es nicht:


    Der Mercedes hält sich mit maschinenhafter Sturheit an die Straßenverkehrsordnung: Unter Tempo 80 versteht er tatsächlich Tempo 80.
    Nachhaltiger kann man den Verkehr kaum irritieren. Vor Autobahnbaustellen bremst mein Wagen exakt beim ersten Schild auf 80 herunter. Natürlich als einziger.

    Wenn ein gewisser Anteil selbstfahrender Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs ist, erwarte ich einen großen Fortschritt in der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, vor allem aber für die "Schwächeren", denn

    • die Akzeptanz von Geschwindigkeitsbegrenzungen wird steigen, wenn ein hinreichender Anteil an Verkehrsteilnehmern sich stur daran hält
    • Autonome Fahrzeuge sind immer aufmerksam (beim Abbiegen, beim Überholen)
    • Autonome Fahrzeuge fahren sehr defensiv, weil die Programmierer kein Risiko eingehen werden, für das sie zur Rechenschaft gezogen werden könnten, und weil der Komfort für die Insassen dann besser ist.
      (Ich glaube das hier hatte ich hier schonmal verlinkt; Auto bremst bei Fußgängern auf dem Gehweg bei 3:50)


    Man kann auch die Meinung vertreten, dass Todesursachen, an die wir uns gewöhnt haben, gesellschaftliche Akzeptanz finden.

    Das hört sich furchtbar zynisch an, aber es gibt viele Beispiele in diese Richtung.


    Wenn eine Wespe im Auto einen schweren Unfall verursacht, weil sie den Fahrer ablenkt, ist es was fürs Vermischte (oberhalb von "Dusche läuft vier Wochen, dann kommt die Polizei"). Wäre im selbstfahrenden Auto nicht passiert.


    Wenn ein Mann im Auto wegen gesundheitlicher Probleme die Kontrolle verliert, und der Wagen ein Kleinkind tötet, ist es ein tragischer Verkehrsunfall. Wäre im selbstfahrenden Auto nicht passiert.


    Wenn sich ein schwerer oder gar tödlicher Unfall mit einem autonomen Fahrzeug ereignet, ist der Aufschrei gewaltig.

    Beim Autofahren versuche ich immer den "Dutch Reach" beim Aussteigen anzuwenden - so eine Verhaltensänderung ist gar nicht so leicht in den Kopf reinzukriegen.


    Ich denke jenseits der Diskussion, ob man nun besser in den Außenspiegel oder durchs Seitenfenster oder durch den Türspalt guckt, ist der große Vorteil des "Dutch Reach" die ständige Erinnerung beim Öffnen der Fahrertür:


    AUFMERKSAM! RADFAHRER KÖNNTE KOMMEN!


    S-Pedelec
    Teuer, unkomfortabel und der Radweg ist tabu


    Die Sache ist simpel: In den Niederlanden bekommen Fahrschüler beigebracht, die Tür nicht mit der Hand zu öffnen, die der Tür am nächsten ist, sondern mit der anderen Hand. Steigt also der Fahrer links aus, nimmt er nicht die linke Hand, sondern die rechte. Der Effekt: Er dreht sich nach links rum, der Blick geht automatisch nach hinten. Einen sich eventuell nähernden Radfahrer erkennt er so.