Woche 33 vom 15. bis zum 21. August 2022

  • Am Northeimer Bahnhof hat man ohne Vorwarnung Fahrräder entsorgt und verschrotten lassen. Betroffene werden nicht entschädigt, sondern sollen sich aus dem Fundus ein anderes Schrottrad aussuchen.


    Die Idee gefällt mir und sollte so konsequent auch mal gegen Falschparker angewandt werden: Abschleppen und direkt in die Schrottpresse. Falls man sich geirrt hat, können sich die Betroffenen vom Schrottplatz ein anderes Auto mitnehmen.

  • Die beiden Damenräder sowie die Fahrer sehen jetzt nicht gerade furchteinflößend aus. Ein Kennzeichen kann ich an den Rädern auch nicht erkennen. Scheinen also nicht die schnellsten zu sein. :/


    Ach ja, in Erfurt hat man da andere Möglichkeiten. Dort sind etliche ehemalige und aktive Bahnradsportler in der Fahrradstaffel der Polizei. Mussten auch einen Eignungstest bestehen. BallerBarth hat ihn bestanden. ;)

  • Am Northeimer Bahnhof hat man ohne Vorwarnung Fahrräder entsorgt und verschrotten lassen. Betroffene werden nicht entschädigt, sondern sollen sich aus dem Fundus ein anderes Schrottrad aussuchen.

    https://www.hna.de/lokales/nor…erschrotten-91731966.html

    Das dürfte juristisch aber auf sehr wackeligen Beinen stehen. Wenn mein Fahrrad dabeigewesen wäre, würde ich das 100%ig rechtlich klären lassen.

    Schon weil ja offenbar Wiederholungsgefahr besteht. Und es gibt definitiv zunächst mildere Mittel in solchen Fällen: Selbst die wenig kompetente Landeshauptstadt München schafft es, das zu lösen, indem vorher Banderolen an die vermeintlichen Schrotträder gehängt werden, welche man dann als Eigentümer vier Wochen lang wieder abmachen kann. Danach kommen die Fahrräder erst einmal eine Weile in Verwahrung.

  • Danach kommen die Fahrräder erst einmal eine Weile in Verwahrung.

    Das wäre das Aller-Mindeste, wenn es vorher nicht einmal angekündigt wurde. Und dann noch die Dreistigkeit besitzen, Schadensersatz abzulehnen. Die Stadt Northeim sollte sich zudem fragen, ob sie nicht mal in sichere Abstellanlagen investiert, wo die Leute sich auch trauen, ihre normalen Fahrräder abzustellen, anstatt sich für die Fahrt zum Bahnhof ein minderwertiges Fahrrad vorzuhalten. Abgesehen davon gibt es auch Menschen, die froh sind, überhaupt ein solches Fahrrad zu haben und sich nichts Besseres leisten können.

  • Verkehrsexperten fordern mehr Platz für Fahrräder | heise online


    Der Platz ist bereits da. Es muss nur endlich in die Köpfe rein, dass dieser Platz auch für Fahrräder da ist.

    Die Drohung, Deutschland zum Radwegland machen zu wollen, kommuniziert laut und deutlich an alle autofahrenden Wähler, dass der Platz jetzt nicht da ist und infolgedessen Rücksicht bis auf Weiteres obsolet bleibt. Und der radfahrende Teil der Wähler fällt drauf rein, und wähnt irrtümlich, man täte ihm da gerade einen Riesengefallen.

  • Die Drohung, Deutschland zum Radwegland machen zu wollen, kommuniziert laut und deutlich an alle autofahrenden Wähler, dass der Platz jetzt nicht da ist und infolgedessen Rücksicht bis auf Weiteres obsolet bleibt.

    Das ist mir zu schwarz-weiß. Ich stimme dir zu, dass die #MehrRadwege Kampagnen nicht hilfreich sind, die den Eindruck erwecken, als wäre Radfahren ohne Radweg lebensgefährlich. Und ich wundere mich auch nicht über die Zustimmung, die für solche Forderungen von der Autolobby kommt.


    Trotzdem glaube ich, dass Veränderungen notwendig sind, um mehr Menschen auf das Fahrrad zu bringen. Diese Veränderungen betreffen aber nicht alleine die Infrastruktur, sondern in erster Linie eine Abkehr von der Geringschätzung, die dem Radverkehr überall entgegengebracht wird und die auch im Verhalten gegenüber Radfahrern deutlich wird.


    Man muss das Selbstverständnis der Autofahrer brechen, die einzig wirklich wichtigen Verkehrsteilnehmer zu sein. Verbesserungen der Infrastruktur können dazu beitragen, dem Radverkehr einen höheren Stellenwert zu geben, aber auch die Ahndung von Verkehrsverstößen und Straftaten, durch die Radfahrer durch Nachlässigkeit oder gar Vorsatz gefährdet werden.

  • Die Idee gefällt mir und sollte so konsequent auch mal gegen Falschparker angewandt werden: Abschleppen und direkt in die Schrottpresse.

    Sorry für den doofen Vergleich: Das Rad war ja ordnungsgemäß abgestellt. Das Kriterium bei dessen Entfernung war wohl eher, dass jemand der Meinung war, es würde nicht gebraucht.


    Denkanstoß für Autos: Wer braucht in der Stadt schon einen "Geländewagen"? :/

  • Aber Niederlande hat beim Modal-Split 40% Radfahrer und da gibts überall Radwege !!11!!!!

    JFTR: es sind je nach Jahr 25-28%.

    Trotzdem glaube ich, dass Veränderungen notwendig sind, um mehr Menschen auf das Fahrrad zu bringen.

    Fahrradförderung ist doch kein Selbstzweck. Die wahre Benchmark ist, weniger Menschen auf das Auto zu bringen und dabei vor allem die pro Person abgespulten MIV-Kilometer spürbar zu senken. Herkömmliche Fahrradförderung dagegen wildert einfach nur beim Fußverkehr und beim ÖPV (Utrecht hat einen ÖPV-Modalsplit irgendwo knapp über dem Meeresspiegel), und vielleicht noch ein ganz kleines bisschen bei einem kleinen Teil der ökologisch vollkommen irrelvanten MIV-Kurzstrecken...

  • Aber ein Auto ist wichtig und teuer. Ein altes Rad halt nicht.


    Letztens haben die Müllwerker meine Tonne im Mülllaster entsorgt, sie waren offensichtlich der Meinung sie war schon zu alt. Scheint ein normaler Vorgang zu sein, eigentlich gings wohl in Wirklichkeit darum, dass die Tonne zu niedrig war und deswegen mit dem modernen Schuttsystemen nicht zusammenpasst, bzw. mit der Hand hochgehoben und drangehängt werden muss.

    Auf jeden Fall war es ok, weil der Zeit/Restwert der Tonne war eben altersangepasste 0€. Und an Dingen mit keinem Restwert hat man offensichtlich auch kein Eigentum mehr, oder so. Wird mit Rädern genauso sein.


    Also darf man dann analog nur alte Geländewagen oder Autos pressen.

  • Fahrradförderung ist doch kein Selbstzweck. Die wahre Benchmark ist, weniger Menschen auf das Auto zu bringen und dabei vor allem die pro Person abgespulten MIV-Kilometer spürbar zu senken

    Ich nenne es "das Phänomen der Einarschigkeit", dass man mit seinem Hintern immer nur entweder auf einem Autositz oder auf einem Fahrrad oder in einem Bus sitzen kann, aber nicht auf allen dreien auf einmal (oder man sitzt nirgends drauf und geht zu Fuß). Selbstverständlich muss die Förderung des Radverkehrs auf Kosten des ungebremsten Autoverkehrs gehen und nicht auf Kosten von Fußgängern oder des ÖPNV. Radverkehrsförderung wäre für mich bereits, wenn man den Autofahrern endlich einhämmert, dass sie auch mal hinter einem Radfahrer herfahren müssen, ohne gleich auszurasten.


    Ein Schritt in die richtige Richtung wäre auch, die "Leistungsfähigkeit" von Knotenpunkten in der Einheit Personen/Std zu bestimmen und nicht wie bisher in der Einheit Kfz/Std und nicht immer weiter die Infrastruktur für die ineffizienteste Verkehrsart auf Kosten aller anderen zu optimieren.

  • Aber Niederlande hat beim Modal-Split 40% Radfahrer und da gibts überall Radwege !!11!!!!

    Münster hat 44% oder so und da gibts auch überall Radwege

    Also die Radwege, welche ich bei meinem ersten und bisher auch letzten Besuch in Münster gesehen habe, waren alle zum Speien. Aber damit die lieben Radfahrenden da nicht auf die Idee kommen, die Fahrbahn zu benutzen, haben sie natürlich überall ein Blauschild rangepappt.

    In Münster fährst du aber notgedrungen Fahrrad, wenn du kein fahrbares Blech hast, weil der ÖPNV ist halt noch unterirdischer als die Radwege dort.