Beiträge von CKO

    Das hier noch als Erklärung dazu:

    Zitat

    Ob es was nützt, weiß ich nicht. Zumindest habe ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass das Radfahren in Jena seltener im linken Seitenraum (zumeist regelwidrig, wird dann auch als Geisterradeln bezeichnet) stattfindet als es zurzeit der Fall ist. Dass es sich also mehr auf Fahrbahn und rechten Seitenraum verlagert. Ebenso die Hoffnung, dass die allgemeine Betriebsgefahr von Fahrzeugen, die 1-2 Tonnen schwer sind, stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht wird. Ein einzelner Fehler - die Aufmerksamkeitsdefizite nehmen in unserer Zeit immer mehr zu - kann schwere Folgen für andere haben. Ein so schweres Fahrzeug zu führen ist eine hohe Verantwortung.

    Nun habe ich mir die Mühe gemacht, was zu schreiben:


    Sehr geehrte Damen und Herren,


    da die Pressemitteilungen der Polizei über Verkehrsunfälle unter anderem auch verkehrserzieherische Wirkung haben sollen, beachte ich sie soweit es mir möglich ist. Auch im Hinblick darauf, meine eigene Gefahrenwahrnehmung und –bewertung als Verkehrsteilnehmer zu verbessern. Diesbezüglich haben mich in den letzten Monaten einige Meldungen irritiert, worüber ich Ihnen hiermit berichten möchte.

    Die Meldung vom 10.11.21

    LPI-J: Radfahrer übersehen
    Jena (ots) - Dienstagmittag befuhr eine 22-jährige Fahrerin eines Pkw BMW die Friedrich-engel-Straße in Richtung Ziegenhain. An der Kreuzung Camsdorfer Ufer…
    www.presseportal.de

    mit der Überschrift "Radfahrer übersehen" hat mich stutzig gemacht. Sie schreiben:

    An der Kreuzung Camsdorfer Ufer startete die Frau den Abbiegevorgang nach links, übersah jedoch den entgegenkommenden und vorfahrtsberechtigten 72-jährigen Radfahrer.

    Dazu die Zeitangabe Dienstagmittag. Da schien die Sonne, von rechts. Der Radfahrer hat sich Ihrer Unfallbeschreibung nach auf der Fahrbahn, ideal im Sichtfeld der Unfallverursacherin befunden. Man kann dort etwa 100 m weit in die Friedrich-Engels-Str. hineinsehen. Wenn sich ein Radfahrer nicht gerade hinter einem Bus befindet, muss man geradezu die Augen schließen, um ihn nicht zu sehen:

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    Darum verwundert mich die Überschrift "Radfahrer übersehen", die irgendwie suggeriert, dass der Radfahrer sich zuvor z.B. im Seitenraum außerhalb der Wahrnehmung des Kfz-Verkehrs bewegte. Wenn hier nicht irgendein die Wahrnehmung erheblich erschwerender Umstand vorlag, dann müsste die Überschrift doch lauten "Vorfahrt missachtet" oder sogar "Vorfahrt grob fahrlässig missachtet", zumal währenddessen ein gelber Pfeil an der Ecke Friedrich-Engels-Str. / Camsdorfer Ufer geblinkt hat. Um zu verdeutlichen, dass die Gegenrichtung ebenfalls Grün hat.


    Die Meldung vom 18.11.

    LPI-J: Verletzte Radfahrerin
    Jena (ots) - Eine 36-jährige E-Bikefahrerin war am Mittwochvormittag auf dem Radweg der Tatzendpromenade in Richtung Zentrum unterwegs. Ein33-jähriger Fahrer…
    www.presseportal.de

    mit der Überschrift „Verletzte Radfahrerin“ behauptet: Eine 36-jährige E-Bikefahrerin war am Mittwochvormittag auf dem Radweg der Tatzendpromenade in Richtung Zentrum unterwegs. Das war mitnichten der Fall. Dort gibt es keinen Radweg. Es gibt dort einen Gehweg, der rechtsseitig für Radverkehr (in Schrittgeschwindigkeit) freigegeben ist. Linksseitig ist er nicht freigegeben. Die Radfahrerin fuhr somit auf dem Gehweg. Linksseitig! Warum nimmt die Pressestelle der Polizei hier keinen angemessenen verkehrserzieherischen Einfluss, zumal das von der Bundesanstalt für Straßenwesen nahegelegt wird?

    In der Studie: „Nutzung von Radwegen in Gegenrichtung – Sicherheitsverbesserungen“

    BASt - Berichte der BASt - Nutzung von Radwegen in Gegenrichtung - Sicherheitsverbesserungen

    Dort heißt es u.a.: Für die Verkehrssicherheitsarbeit kommt der Information und Aufklärung des Radverkehrs über die Gefahren des Linksfahrens besondere Bedeutung zu. [..]Bei Einrichtungsradwegen sollte das regelwidrige Linksfahren insbesondere bei Unfallauffälligkeiten überwacht und geahndet werden.

    Andere Städte gehen hierin wesentlich weiter:

    Stadt warnt Falschfahrer auf Radweg mit Schild vor Unfallgefahr
    Mit neuen Schildern versucht die Stadt Leipzig, die Unfallgefahren auf der Todes-Kreuzung an der Kleinmesse zu bannen. Dabei im Visier: Falschfahrer, die…
    www.lvz.de


    Die Meldung vom 1.12.21

    LPI-J: Unfallzeugen gesucht
    Jena (ots) - Am Freitag, dem 16.11.2021 ereignete sich gegen 14:50 Uhr ein Verkehrsunfall in der Straße des 17. Juni Ecke Philosophenweg. Eine 19-jährige…
    www.presseportal.de

    mit der Überschrift „Unfallzeugen gesucht“ beschreibt ein grob fahrlässiges Verhalten einer Radfahrerin. Auf dem linksseitigen! Gehweg fährt eine junge Frau mit dem Rad und wundert sich, dass sie übersehen wird? Wenn da von links ein Auto aus dem Philosophenweg kommt, wie soll dessen Fahrer damit rechnen, dass hinter der Mauer jemand regelwidrig mit dem Rad angefahren kommt und einfach so vors Auto fährt?

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    Hier wäre ein Hinweis auf die grobe Fahrlässigkeit der Radfahrerin sehr angebracht.


    In der Meldung, vom 20.1.22

    LPI-J: Radfahrer übersehen
    Jena (ots) - Eine 32-Jährige VW-Fahrerin übersah am Mittwochabend einen 24-jährigen Radfahrer und kollidierte mit diesem. Die Frau war auf der…
    www.presseportal.de

    mit der Überschrift „Radfahrer übersehen“ wird behauptet: Hierbei übersah sie den jungen Mann, der die Westbahnhofstraße in Richtung Ernst-Haeckel-Straße auf dem Radweg befuhr. Auch das ist eine falsche Aussage: Es gibt keinen Radweg in der Westbahnhofstraße. Es gibt bergauf einen rechtsseitig für den Radverkehr (in Schrittgeschwindigkeit) freigegebenen Gehweg. Der junge Mann fuhr somit zweifelsfrei auf dem Gehweg. Regelwidrig. Linksseitig! Das hätten auch Sie in der Pressestelle feststellen können, ich meine sogar: müssen. Warum wird das nicht getan? Und warum findet dieses regelwidrige Risikoverhalten keine weitere Erwähnung in der Pressemitteilung?


    Allerdings ist es auch so, dass verkehrswidriges Risikoverhalten von KfZ-Führern in den Pressemeldungen „galant übergangen“ wird. Wie z.B. in dieser Meldung vom 13.1.22:

    LPI-J: Erst Tritt, dann Streit
    Jena (ots) - Mittwochnachmittag wurden Beamte der Jenaer Polizei zu einem Disput zwischen einem Rad- und einem Pkw-Fahrer in die Krautgasse gerufen. Wie sich…
    www.presseportal.de

    mit der Überschrift: „Erst Tritt, dann Streit“. Der dortige Formulierung: Der 42-jährige Mercedesfahrer überholte in der Krautgasse einen 34-Jährigen, welcher mit seinem Drahtesel unterwegs war. Dies missfiel dem Radler derart, dass er gegen den überholenden Mercedes trat und ihn damit leicht beschädigte. ist für jeden Radfahrer, der täglich im Straßenverkehr unterwegs ist, ein Schlag ins Gesicht. Wenn man die Bedrängnis selbst mehrfach erlebt hat, in die man als Radfahrer durch leichtsinnige Überholmanöver gerät, ist man einfach nur schockiert über solche Polizeiberichte. Vielleicht hilft Ihnen dieses Video (aus Irland, Linksverkehr), um sich besser in die Lage von Radfahren in solchen Situationen hineinzuversetzen:

    Righttobikeit on Twitter
    “If I can slap the side of your car your too close. If I can beat down on your bonnet what does that tell you? Woman driver completely unflinching . @roadcc…
    twitter.com

    Dann würden auch Sie zuerst die Nichtbeachtung des Sicherheitsabstands thematisieren, denn ohne dass sie sich in akuter Bedrängnis befinden, schlagen Radfahrer nicht aus. Und auf eine Schrittlänge von mindestens 1,50 m kommen nur Giraffen, aber keine Menschen.


    Ich hoffe, Ihnen mit diesen ausgewählten Meldungen folgende Anregungen mitzugeben:

    Prüfung der verkehrsrechtlichen Anordnung und Sichtverhältnisse an Unfallstellen.

    Auf Ihre Kollegen ist da leider kein Verlass, wie auch einer meiner Bekannten im letzten Jahr erfahren musste, als er, das Unfallopfer, von Ihnen in der Pressemitteilung in der Überschrift als „leichtsinniger Radfahrer“ verunglimpft wurde:

    LPI-J: leichtsinniger Radfahrer
    Jena (ots) - Auch in Maua kollidierte ein Pkw mit einem Radfahrer, der sich dabei leicht verletzte. In diesem Fall setzte allerdings der 58-Jährige Radler die…
    www.presseportal.de

    Daraufhin sprach ich seine Frau an, er ging am nächsten Tag zur Polizeidienststelle, und Sie haben anschließend folgende Korrektur zur Meldung herausgegeben:

    LPI-J: Unfallverursacher im Nachgang korrigiert
    Jena (ots) - Manchmal ist es doch anders, als es auf den ersten Blick scheint. Am 20.Mai 2021 berichteten wir von einem Unfall, der sich tags zuvor auf dem…
    www.presseportal.de


    Klare Benennung des Risikoverhaltens der Unfallbeteiligten:

    Das ist natürlich oft nicht leicht, dieses zweifelsfrei festzustellen. Aber ein paar häufige Risikofaktoren gibt es schon: Z.B. sind Geisterradeln, Nichteinhaltung des Sicherheitsabstands, Geschwindigkeitsüberschreitung, Unachtsamkeit durchaus wert, öfter in den Presseberichten als solche benannt zu werden.


    Mit freundlichen Grüßen,

    Mal gucken, vllt schreib ich heut abend noch was. Vielleicht nehm ich es als Aufhänger für Kontrollen zum Überholabstand :/

    Hast Du schon etwas geschrieben? Ich würde sonst evtl. auch auf diese Meldung Bezug nehmen, wenn ich vll morgen? Abend dazu komme, was zu schreiben. Auf jeden Fall sollte man die Bedrängnis des ungeschützten, sich legal fortbewegenden Bürgers thematisieren, wenn eine 1-2 Tonnen schwere rücksichtslos geführte Blechkiste in seinen Sicherheitsbereich gelenkt wird. Das habe ich zumindest versucht, als ich erstmals? als (anonymer) Mangel im städtischen Meldesystem eingetragen wurde: =O

    #2785-2019 Straße/Gehweg/Radweg | Jena Mängelmelder

    aber die Pflicht, dies bis zum 8. Lebensjahr zu tun, ersatzlos streichen?

    Ach ja, regelwidriges Fahren hat meine Tochter bei mir bereits vor dem 8. Lebensjahr gelernt. Meine Hemmschwelle ist da von Jugend auf recht niedrig. Blöd ist es dennoch, wenn die Vorschriften einfach so unzweckmäßig sind. In anderen Lebensbereichen haben wir dafür weniger Konflikte mit den Regeln. ;)

    Nachdem meine Aufmerksamkeit rings um die Weihnachtstage eher familiär gebunden war, an dieser Stelle alles Gute und Gottes Segen im Neuen Jahr den aufmerksamen Radfahrern in dieser Runde.


    Ja, ich habe noch was an die Polizei zu schreiben. Und es ist sehr sinnvoll, dass wir nicht als Einzelkämpfer unsere Kraft verpulvern.


    Als ich mich letzte Woche mal durch die Unfallmeldungen gescrollt habe, fiel mir ebenfalls die Meldung mit dem vermeintlichen Radweg in der Kahlaischen Straße auf. Denkt man doch, dass die Beamten in der Pressestelle die Infrastruktur ihres Reviers kennen sollten. Doch auch dort ist Aufklärungsarbeit nötig.

    Wie das dann halt so abläuft: Ich fahre auf der Fahrbahn, hinter mir im gefühlten Zentimeterabstand ein Kraftfahrzeug (interessanterweise mit Standlicht unterwegs, weswegen man keine imposanten Schattenrisse auf der Fahrbahn sieht), rechts eine Radfahrerin auf dem freigegebenen Gehweg, die etwas schneller als ich mit meinen 30 km/h unterwegs ist, links ein Radfahrer, der gleich links abbiegen will und schon mal ein paar Fußgänger angeklingelt hat. Hurra.

    Hab' ich doch gesagt: Wie zu Hause.
    Na ja, man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll. Leider weiß man auch nicht, wie man da wieder eine vernünftige Verkehrskultur reinbringen soll.

    Was für eine schwafelnde Antwort aus Allgemeinplätzen und Marketing-Sprech, die es offenbar nicht einmal schafft, beim "copy and paste" Worte nicht auszulassen.

    Ja, gerade wegen der Auslassungen habe ich die Antwort meinen Kollegen mal in der Mittagspause vorgelesen. Mit passender Betonung. ^^

    Aber klar, draußen auf der Straße, da soll sich der Radfahrer gerne mit einem beiläufigen Blick orientieren, was hier denn wohl gerade an Regeln gilt, nicht wahr?

    Da fühle ich mich gleich zu Hause. ;) Als meine Tochter neulich mit Halsschmerzen eine Taxifahrt mit Papa erwirkt hatte, erzählte ich ihr währenddessen, wo man mit dem Rad fahren darf, muss oder soll. (Camburger Straße, Jena). Kam kaum hinterher angesichts der wechselnden baulichen Gestaltung und Beschilderung. Worauf sie sagte: "Papa, wenn das so kompliziert ist, wollen wir nicht doch lieber mit dem Auto fahren?"


    Eigentlich hätten wir nichts dagegen, 100% regelkonform zu fahren, aber die Gesellschaft ist einfach noch nicht soweit.

    Bis dahin motiviere ich sie lieber zu vorausschauender, kommunikativer Fahrweise.

    Das ist sicher auch für Firmenkunden sehr hilfreich. Denn die Bahn mag ohnehin keine Fahrräder im Fernverkehr. Erst recht nicht auf Dienstreisen.

    Hier meine Korrespondenz dieses Sommers:


    Bitte um Ergänzung "Fahrradmitnahme" im Buchungsportal für Firmenkunden (14.08.2021)


    Sehr geehrte Damen und Herren,


    zu (nicht nur) meiner Überraschung existiert die Buchungsoption „Fahrradmitnahme“ im Firmenkundenportal der DB nicht.


    Konkretes Anliegen: Dienstreise Jena-Dresden und zurück. Hinweg mit Besuch bei Verwandtschaft in zwei Radetappen, Rückweg mit der Bahn. Um zur Erhaltung des spärlichen Fernverkehrsangebots für unsere Stadt beizutragen, buche ich also den einzigen ICE, der überhaupt noch nach Jena fährt. Ich muss online buchen, da dort die Firmenkreditkarte hinterlegt ist. Und hinterher zum Reisezentrum wetzen und auf gut Glück hoffen, dass für die gebuchten Züge noch eine Fahrradreservierung möglich ist. Denn an der Service-Hotline war kein Durchkommen.


    Ich bitte Sie, die Option „Fahrradmitnahme“ auch für Firmenkunden freizuschalten, in gleicher Weise wie für Privatkunden.


    Wir leben im Jahr 2021, im April hat das Bundeskabinett einen neuen Nationalen Radverkehrsplan herausgegeben. Zu den dort formulierten Leitzielen gehören

    Arbeitgeber, die das Fahrrad zum Verkehrsmittel der Wahl für ihre Beschäftigten / für Arbeitswege machen.


    Bitte unterstützen Sie die diesbezüglichen Bemühungen von Politik und Wirtschaft und beseitigen Sie damit auch die Ungleichbehandlung der Firmenkunden gegenüber Privatkunden!


    Hallo, gibt es bei bahn.business eine Möglichkeit, online mit dem Ticket eine... | DB Service-Community
    Wie kann ich eine Fahrradmitnahme über meinen Account organisieren, oder welche Alternativen habe ich?
    community.bahn.de


    Mit freundlichen Grüßen, ...

    ---


    Ihr Hinweis zur Buchung der Reiseunterlagen (28.08.2021)

    Ihre Nachricht vom: 14. August 2021

    Unser Zeichen: 1-142066856150


    Sehr geehrter ...


    vielen Dank für Ihre E-Mail. Wir wurden gebeten Ihnen zu antworten.

    In den letzten Wochen haben uns sehr viele Zuschriften erreicht, so dass wir erst jetzt Ihre E-Mail reagieren. Bitte entschuldigen Sie.


    Es tut uns leid, dass Sie bei der Buchung der Reiseunterlagen hatten.


    Über Ihre Anregung haben wir uns gefreut und danken Ihnen herzlich dafür. Die Rückmeldungen unserer Kunden helfen uns dabei, unser Angebot kontinuierlich zu verbessern.


    Zur Information und internen Prüfung haben wir Ihr Schreiben dem verantwortlichen Fachbereich zur Verfügung gestellt.


    Bitte zögern Sie nicht, uns Ihre Hinweise auch künftig mitzuteilen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Team vom Kundendialog


    P.S.: Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik sind wir jederzeit gern unter 030 2970 für Sie da. Einen persönlichen Ansprechpartner erreichen Sie rund um die Uhr. Nennen Sie unmittelbar nach der Begrüßung das Stichwort Kundendialog.

    So auch bei Bild 7 von 19

    Ob das als Seitenhieb gegen die verantwortliche StVB gemeint ist? Dort fehlt nämlich das Zusatzzeichen [Zusatzzeichen 1012-32]. :S

    An so einer Stelle würde ich lieber 20? € Verwarnungsgeld für das Fahren auf der Fahrbahn riskieren als dort mein und der Fußgänger Leib und Leben zu gefährden.


    Ansonsten ist gegen die Aufklärung über die aktuellen Regeln im Prinzip nichts einzuwenden. Z.B. Nr. 4 (Für Radfahrer gilt die KfZ-Ampel, wenn keine Rad-Ampel vorhanden) und Nr. 10 (Radweg/-streifen darf zum direkten Linksabbiegen verlassen werden) sind m.E. nicht sehr bekannt.

    Als jemand, der nicht weit entfernt von den Hochinzidenzgebieten in Südthüringen und Sachsen lebt, habe ich zuletzt drei Interviews unseres Heimatsenders angehört bzw. gesehen. Drei Menschen in Verantwortung, ein Chefarzt, ein Bürgermeister und ein Pfarrer, berichten und wählen ihre Worte mit Bedacht. Versuchen, Menschen zu bewegen und gleichzeitig der aufgeheizten Stimmung im Volk entgegenzuwirken. Keine leichte Aufgabe:

    Intensivstation in Hildburghausen: Covid-Patienten sterben binnen Stunden | MDR.DE
    Die Lage auf der Intensivstation der Henneberg-Kliniken in Hildburghausen ist dramatisch. Im Interview spricht Chefarzt Thomas Eckermann über Patienten mit…
    www.mdr.de

    Oh, das am 4.12.21 veröffentlichte Interview mit dem Grimmaer OB nach dem Fackelumzug vor dem Haus der Gesundheitsministerin hat der MDR wieder entfernt. ?(

    Corona und das Erzgebirge - ein Pfarrer erzählt | MDR.DE
    Wilfried Warnat ist Pfarrer und Krankenhausseelsorger in Annaberg-Buchholz. Er sagt, der Zusammenhalt im Erzgebirge stehe in Corona-Zeiten ganz schön auf der…
    www.mdr.de

    Jetzt kommt aber nicht noch 1. Korinter 14,34,35, oder? ;)

    Das ist auch ein Klassiker, der gern zur Unterdrückung missbraucht wird. Also völlig zweckentfremdet. Wie wenn man ein Auto dazu benutzt, um z.B. Radfahrer von der Straße zu schubsen.


    Wenn man schon ein bisschen mehr soziale Kompetenz hat, dann kann man aber auch solchen Bibelstellen viel Wertvolles entnehmen. Z.B. das dort empfohlene Zwiegespräch von Mann und Frau über Gott kann so viel Vertrauen, gegenseitige Annahme und Wertschätzung bewirken, dass man einfach nur froh und glücklich ist.

    Aus dem Gedächtnis: Ist bereits dein dritter Post, der eine scheinbare (sic!) allgemeine Differenz aus anekdotisch Erlebtem sieht.

    Als ich heute Morgen auf dem Rad nochmal darüber nachdachte, da dachte ich mir: Wow, dass ein Deutschlehrer sich in seiner Freizeit die Mühe macht, so genau zu lesen, was ich schreibe, das zeugt auch von Respekt. Überhaupt ist das ein Klasse Forum, wo man sich nicht nur gegenseitig auf die Schulter klopft, sondern einander immer wieder zum Nachdenken anregt.


    Rein sachlich finde ich, dass beides seine Berechtigung hat, sowohl die Gleichheit als auch die Unterschiedlichkeit der Geschlechter zu betonen. Doch wenn man die Unterschiedlichkeit betont, steht man immer in Gefahr, überheblich zu wirken oder das andere Geschlecht abzuwerten. Da hilft manchmal nur die Klappe zu halten. ;) Noch besser aber ist es, wenn man nicht im Geringsten daran denkt, etwas Besseres zu sein. Wenn einem solche Gedanken ganz fern bleiben.


    Vielleicht beruhigt es Dich, cubernaut, ein bisschen, zu wissen, dass auch mir bereits außergewöhnlich starke Exemplare des schwachen Geschlechts begegnet sind. Zum ersten natürlich meine Mutter, die 1969 in Premnitz, dem damaligen El Dorado der Gleichberechtigung, Berufsabschluss mit Abitur gemacht hat:

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    Dann z.B. in Erfurt eine Deutsche Juniorenmeisterin im Bahnsprint, die mir in der 12. Klasse gegen Mathenachhilfe sehr nachhaltige Nachhilfe auf dem Rennrad gegeben hat. Zuletzt die Mutter einer Freundin meiner Tochter, die, alleinerziehend, letztes Jahr in Jena eine Professur bekommen hat. Ganz nebenbei ist sie Schweizer Meisterin 2020 im 24-h-Lauf und 2021 auf der "Bambini-Strecke", dem 12-h-Lauf. Seitdem sage ich mir bei allem, was unter 120 km ist: "Ist ja nur eine Bambini-Strecke." ^^

    Die Frauen mit ihren vorgeblich so spezifisch anderen Eigenschaften und Verhaltensweisen als die der Männer haben es dir aber angetan, nicht wahr?

    In gewisser Weise schon. Mich hat da neulich die umfangreiche Studie https://bast.opus.hbz-nrw.de/files/191/V184.pdf sensibilisiert. Dort wurde die Frage nach geschlechtsspezifischen Auffälligkeiten oft gestellt. Z.B. finden sich Bemerkungen wie:


    Auf der Ludwig-Wucherer-Straße (Halle (Saale)) nutzen viele Radfahrer (an einer Baustelle) zudem eine Gehwegumleitung (insbesondere Frauen) oder weichen über die Fahrbahn auf den Straßenbahngleiskörper (fast ausschließlich 18-bis 44-jährige Männer) aus.


    Auf den Straßen mit Schutzstreifen sind an Unfällen mit parkenden oder haltenden Kfz fast ausschließlich Frauen beteiligt. Im Vordergrund stehen hier Kollisionen mit den Fahrertüren im Zuge der Schutzstreifen. Diese Unfälle ereignen sich fast nur auf Straßen mit bis zu 1,0 m breiten Schutzstreifen. Die ausgeprägte Beteiligung von Frauen kann damit in Zusammenhang stehen, dass Frauen nach dem Eindruck des Erhebungspersonals auf einem der Untersuchungsabschnitte der Verfolgungsfahrten bei derart schmalen Schutzstreifen eher den rechten Bereich des Schutzstreifens belegen.


    Auch die von Th(oma)s akribisch zusammengetragenen Daten zeigen bei tödlichen Rechtsabbiegeunfällen einen signifikant höheren Frauenanteil.

    Das sind also keine Vorurteile (von denen sicher noch mehr als genug in mir stecken), sondern die Realität.


    Und irgendwie bedrückt es mich auch, dass viele, die ihre Fahrweise als eher vorsichtig empfinden, stärker gefährdet sind als ich, der gelegentlich zu hören bekommt, ein Kamikaze-Radler zu sein.

    Welche Infrastruktur hat denn den Tod des fahrbahnquerenden Joggers (mit)verursacht?

    Das ist eine grundsätzliche Frage, welche anderen Faktoren so schwere Unfälle begünstigen. Hat jemand von Euch z.B. mal versucht, eine fremde erwachsene Frau beim Vorbeifahren darauf hinzuweisen, wie leichtsinnig ihr Verzicht auf den Schulterblick ist? Welche Konsequenzen er schlimmstenfalls haben kann? Lächelndes Kopfschütteln oder Empörung bekommt man häufig zurück. Viele meinen, sie seien sicher unterwegs weil sie nicht so aggressiv fahren wie die "Kamikaze-Radler". Diese Problematik spielt in der öffentlichen Diskussion eine sehr untergeordnete Rolle, was ihr m.E. nicht gerecht wird.


    Auf der politischen Ebene ist Infrastruktur hingegen etwas, wo man sichtbar nachweisen kann, was man gemacht hat bzw. nachgewiesen bekommt, was man nicht gemacht hat. Dass nach einem tödlichen Unfall mit dem Finger auf die Verantwortlichen gezeigt wird, wenn sie überhaupt nichts gemacht haben, ist verständlich. Der Ärger darüber war ja schon länger vorhanden. Wann soll man ihn äußern, wenn nicht jetzt?

    Und wirklich kaum zu glauben, dass mitten in einer Großstadt am Flussufer Biber Bäume fällen. Ist aber so.

    Wenn man beim Fahren ein bisschen aufmerksamer für die Landschaft ist als ich, entdeckt man solches auch am Saaleradweg in Jena. Solange dort keine Luchse und Wölfe heimisch werden, geht es dem Biber gut.