• Das RKI fasst hervorragend zusammen, warum bei Tests mit einer Sensitivität und Spezifität von unter 100% (das sind übrigens alle) mehr Tests nicht unbedingt mehr Sicherheit bieten.

    Nein. Genau das sagt der Link eben nicht aus. Er sagt zwar aus, dass man ggf. bei einem "schlechten" Test und wenigen tatsächlich Infizierten ggf. mehr Falschpositve, als Richtigpositive hat. Das heißt aber nicht, dass diese Tests für die Sicherheit nichts bringen.

    Das heißt nur, dass du ggf. die meisten, die du weil sie vermeintlich coronapositiv sind, von einer Veranstaltung ausschließt zu unrecht ausschließt (nur 2% der positven in dem einen Beispiel tatsächlich infiziert).

    Aber trotzdem schließt du auch fast alle tatsächlich Infizierten aus (nur 0.01% der negativen infiziert in selbigem Beispiel). Es hilft also der Sicherheit durchaus.


    Das einzige, wo man aufpassen muss, ist wenn man mit diesen Zahlen dann eine Statistik macht. Da darf man dann natürlich nicht anfangen mit den vielen positiven Tests (von denen ja auch viele falsch positiv sind) Panik zu machen.

  • Zunächst einmal muss, damit das System funktionieren kann, die Person mit dem Anhänger eindeutig übereinstimmen. Das kann man auf verschiede Arten lösen, dann müssen verifizierbare Test-Ergebnisse die Grundlage bilden (Selbsttests halte ich nicht für ausreichend). Die eindeutige Personenzuordnung und der Status corona+/- sollte mMn dann auch ans Gesundheitsamt gemeldet werden.


    Wenn ich nun auf Konzerte oder ins Theater möchte, habe ich die Wahl das Prozedere über mich ergehen zu lassen inkl. Nutzung und Weitergabe der Daten oder es sein zu lassen.

    Davon das Testergebnisse in dem QR-Code gespeichert werden sollen, hatte ich ja bislang noch gar nicht gesprochen. Wenn ich' s recht verstehe schwebt dir ein Verfahren vor, das bei jeder Testung vorsieht, dass dein persönlicher QR-Code aktualisiert wird, so dass er die jüngsten Testergebnisse beinhaltet.

    Und die Leute ohne Handy kriegen halt einen entsprechenden aktualisierten QR-Code bei einer Testung ausgedruckt, den sie ausschneiden und in ihren Anhänger einfügen können.

    Und wer das nicht mitmacht, der kann halt nicht ins Stadion, nicht in die Fußgängerzone, nicht in einem Laden einkaufen, nicht den ÖPNV benutzen ..., aber vielleicht darf er sich noch ein Eis im Straßenverkauf holen, oder am Kiosk ein Getränk kaufen, weil Außer-Haus-Verkauf mit extrem kurzer Verweildauer?


    Und bezahlt werden die Tests für die Schüler*innen und Schüler von der Schule, dem Schulträger (Kommune), dem Land, dem Bund? Und in den Betrieben?


    Alles in allem hoffe ich sehr, dass es nicht zu solchen Szenarien kommt, denn wenn man da einmal reingeht, dann wird es schwer, da wieder rauszukommen.


    Das soll jetzt kein Plädoyer gegen Tests sein, und Nbgradler wird mich jetzt bestimmt wieder dran erinnern, dass meine Gedanken möglicherweise wieder Kapriolen drehen. Andererseits wird in diesen Zeiten ziemlich viel ziemlich wild gedacht.

  • Wenn die Info Corona/- da nicht enthalten ist, macht das weniger Sinn Muss nicht im Sticker drin sein, das reicht wenn die dahinterliegende Datenbank diese Infos enthält. Im "Sticker" ist nur deine ID enthalten, dieser muss nicht getauscht werden. Nun kann man darin einen "Judenstern", eine Staatsverschwörung oder sonstwas dahinter vermuten. Ehrlich gesagt, hätte das auch ein wenig von beiden inkl. eines Ansatzes von Stasi-Methoden.

    Auf der anderen Seite brauchen besondere Situationen, besondere Lösungen. Wir können aber auch noch ewig weiter von Lockdown zu Lockdown tingeln.


    Mal technisch betrachtet, was könnte da passieren. Sobald die Sticker gescannt werden, passieren mehrere Sachen. Zuerst wird geguckt ob du da im System registriert bist und wann der letzte negative Test von zuverlässigen/zulässigen Stellen eingetragen eurde. Nun könnte man dem System z.B. vorgeben, dem Veranstalter die Rückmeldung zu geben, dich mit "kein Ergebnis bekannt" zu melden, falls das System weiß dass du positiv getestet wurdest oder kein aktueller Test vorliegt. Mit dieser Auskunft wiederum hast du kein Zugang. Den hast du nur wenn das System grün zurückmeldet damit dass dein letzter negativer Test vor max 48/24/12h/??? gemacht wurde.


    Ich mach den Mist aktuell alle 7-10 Tage sowieso wenn ich mit Frau den Schwiegervater im Altersheim besuchen geh. Auch da käme ich mit einem positiven Test nicht hinein. Wenn ich nun statt des Wisches aus dem Altersheim einen Sticker hätte wäre mir das grad egal.

    Vermutlich aber stecken Aliens in der Pförtnerloge im Altersheim und wollen dass die Alten da drinne an Vereinsamung sterben.


    Achtung dieser Beitrag kann Spuren kruder Theorien, Sarkasmus oder Ironie enthalten ;)

  • Ich wage mal die Vorhersage, dass dies der letzte Lockdown war, den wir erleben werden. Egal, wie die Zahlen sich jetzt entwickeln. Es wird gerade bei höherer Inzidenz als im März-Lockdown gelockert und es wird weitergehend gelockert. Wir haben schließlich Wahljahr.


    Die tollen Selbsttest-Kits sind nur der Versuch einer offiziellen Rechtfertigung für diesen Richtungswechsel.


    Typisch deutsch, gut angefangen, dann doch alles versauen.


    Ich hoffe wirklich, ich irre mich. :(

  • Wobei ich auch sagen muss: Ich kann nicht mehr. Echt nicht.


    Vor Corona hatte ich noch die Einstellung: Ich gehe das mit der Ausbildungsplatzsuche locker an, mir gefällt es in meiner Kita, im Konzept, im Team. Wir hatten gerade mit Supervision begonnen, das Team wuchs großartig zusammen, so hätte ich's aushalten können.


    Nun sind die Fortschritte, die wir im Team gemacht haben, durch die krasse Kohortentrennung, durch die Gruppentrennung, wieder komplett verschwunden, wir gehen alle auf dem Zahnfleisch und wir müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten, ohne unsere Ausgleiche nutzen zu können. Aktuell haben wir Notbetreuung, also recht wenige Kinder – so ist es okay. Aber es graut uns allen dermaßen davor, dass demnächst die Gruppen wieder voll sind, wir wissen nicht, wie wir das psychisch schaffen sollen.


    In der Kita zig Haushalte jeden Tag, privat treffe ich oft tagelang keinen Menschen und wenn, dann nur mit Abstand – das kann's doch nicht sein!!!


    Die Kinder müssen in die Kita zurück, klar. Aber ich habe seit Oktober keine Chorprobe mehr gehabt, für meinen Rücken müsste ich dringend wieder bouldern gehen und wann ich meine Großeltern wiedersehe, steht in den Sternen. Wie soll ich arbeiten können, wenn die Perspektive fehlt?


    Gestern saß ein Fünfjähriger auf meinem Schoß. WIr haben uns gestern in der Gruppe geeinigt, dass man zu Corona die ganzen schlimmen Wörter sagen darf. Und da hat er sich mal so richtig ausgekotzt. Und wenn ein 5jähriger schon so viele Punkte zusammenbekommt... echt. Es geht nicht mehr. Ich wünsche mir ein anderes Konzept. Irgendwas mit schnelleren Impfungen und meinetwegen auch QR-Codes.

  • öhm - ich hab lieber weiter bzw. auch einen erneuten "lockdown" (also Nicht-Öffnung von Einzelhandel, Schule, Kita, Uni, Gastro, Hotel) als 25.000 Neuinfektionen + 700 Tote täglich. Dazu dann noch die statistische Wahrscheinlichkeit, mich bei notwendigen Kontakten (Einkauf) eher anzustecken und das Wissen, dass bei einem medizinischen Notfall mit KH-Aufenthalt dort so richtig schlimm ist, weil Personal am Limit ist.


    :|

  • Ich erkenne immer noch kein Konzept. Natürlich wollen wir alle raus aus dem Lockdown, aber doch nicht einfach so, ohne ergänzende Maßnahmen und in Anbetracht der sich weiter stark ausbreitenden B117-Mutation.

    Söder appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen und es wäre schön, wenn das funktionieren würde. Solange da draußen immer noch so viele Blödies rumlaufen, die sich an rein gar nichts halten, braucht man diejenigen, die noch etwas Resthirn in Betrieb haben, natürlich nicht noch weiter einschränken.

  • Ich erkenne immer noch kein Konzept. Natürlich wollen wir alle raus aus dem Lockdown, aber doch nicht einfach so, ohne ergänzende Maßnahmen und in Anbetracht der sich weiter stark ausbreitenden B117-Mutation.

    Söder appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen und es wäre schön, wenn das funktionieren würde. Solange da draußen immer noch so viele Blödies rumlaufen, die sich an rein gar nichts halten, braucht man diejenigen, die noch etwas Resthirn in Betrieb haben, natürlich nicht noch weiter einschränken.

    Ich vergleiche:

    Gestern im Gartencenter knapp nördlich der Landesgrenze SH/HH: wenig Betrieb, hohe Hallen, teils Freigelände, kein Problem. Der Rest des Baumarktes ist abgesperrt (trotz: hohe Hallen), nur Abholen von Bestellungen ist erlaubt.

    Rückkehr nach Hause: Halligalli auf der anderen Seite des Gartenzauns, denn im Nachbarhaus findet ein Konzert statt. Drei Sängerinnen im selben Raum (Deckenhöhe 2,50 Meter), im Dreieck aufgestellt, singen und atmen sich gegenseitig an (wie man im Hamburg Journal des NDR bewundern durfte), dazu Kamera, Ton, ... stundenlanges Gewusel, und nach Abschluss kommen acht Leute gemeinsam fröhlich schwatzend vom Grundstück, natürlich ohne Maske.

    Und bei uns ist Einzelunterricht am Klavier verboten.

  • Konzept? Ich weiss nicht, was ich mir unter Konzepte vorzustellen habe. Für mich ist es ein Kampfbegriff, um die Regierung zu diskreditieren.


    Was soll das Konzept sein? Jeder, der eins fordert, soll mir bitte eins vorstellen, irgendeins.

    Wir können die Parameter bestimmen, die wir möglichst optimieren (möglichst wenig Tote, Krankenhäuser nicht überlasten, Wirtschaft unterstützen, keine Einschränkungen, alles ein Wenig, ...). Dann wird versucht, eben das mit den zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu erreichen. Alles weitere bestimmt den Pandemieverlauf.


    Konzept ist für mich der Euphemismus, mit dem Lockerungen gefordert werden. Wenn der Pandemieverlauf das nicht hergibt, liegt es nicht am fehlenden Konzept, sondern am Pandemieverlauf.

  • Aber ich habe seit Oktober keine Chorprobe mehr gehabt, für meinen Rücken müsste ich dringend wieder bouldern gehen und wann ich meine Großeltern wiedersehe, steht in den Sternen. Wie soll ich arbeiten können, wenn die Perspektive fehlt?

    Ich kann mich als ITler immerhin gut ins Homeoffice verziehen und bin so recht gut vor Infektionen geschützt. Meine Mutter besuche ich hin und wieder mal, aber dann mit FFP2.

    Aber Sport fehlt, Essen gehen fehlt. Freunde treffen ist auch kaum noch drin. Kollegen sehe ich nur online, etc. etc.

    Ich komme zurecht, aber es macht mir auch zu schaffen.


    Ich wünsche mir ein anderes Konzept. Irgendwas mit schnelleren Impfungen und meinetwegen auch QR-Codes.

    Die sollen einfach die Impfungen für alle freigeben, insbesondere AstraZenica. Ist zwar ein Impfstoff 2. Klasse, aber immer noch um Welten besser als gar keine Impfung. Man könnte auch Privilegien für Geimpfte vergeben: Kein Haarschnitt ohne Impfung! Schrauben kaufen nur mit Impfpass! Etc.

    Dazu noch die Garantie, dass man sich dann in paar Monaten nochmal kostenlos mit denem mRNA-Impfstoff impfen lassen kann, sobald es genug davon gibt.


    Die Impfungen selber könnte man auch unbürokratischer lösen, z.B. durch kurzfristige Terminvergabe. "Wir haben heute noch 100-200 Dosen AZ über. Hier klicken für Termin, ohne Garantie."

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Jeder, der eins fordert, soll mir bitte eins vorstellen, irgendeins.

    Prio 1: Niedrige 7-Tages-Inzidenz unter 10.

    Bereits im letzten Jahr sind Studien durchgeführt worden, ob hohe Inzidenzen irgendwelche Vorteile haben. Die Antwort ist klar und deutlich: nein.

    Eine niedrige Inzidenz ist der preiswerteste Weg durch die Pandemie. Und so lange die nicht erreicht oder zumindest in Sichtweite ist, wird nicht gelockert.

    Prio 2: Schulen öffnen, denn die Kinder haben einen Nachteil für's Leben.

    Prio 3: Rest Stück für Stück öffnen, so lange die Zahlen unter Kontrolle bleiben.


    Die Versäumnisse aus dem letzten Jahr kann man wohl leider nicht wieder korrigieren:

    - Die anfängliche und schon damals offensichtlich falsche Behauptung, dass Masken nichts bringen, hat viel Vertrauen zerstört.

    - Im letzten Sommer wurde viel zu wenig Impfstoff bestellt, obwohl schon eine einfache Überschlagsrechnung ausreicht, um jeden damals geforderten Preis zu rechtfertigen.

    - Auch hätte man die Zeit nutzen müssen, um Lehrer und Infrastruktur auf anständigen Video-Unterricht vorzubereiten.

    - Schnelltests viel zu zögerlich angegangen.


    Und auf gar keinen Fall sollte man bei steigenden Zahlen irgendwelche Lockerungen beschließen.

  • Wir können die Parameter bestimmen, die wir möglichst optimieren (möglichst wenig Tote, Krankenhäuser nicht überlasten, Wirtschaft unterstützen, keine Einschränkungen, alles ein Wenig, ...).

    Richtig. Aus meiner Sicht müsste das Ziel sein: Triage vermeiden und dabei die Wirtschaft möglichst schonen. Aber da kann man natürlich auch anderer Meinung sein. Ein Problem ist, dass man diese Frage lange Zeit gar nicht diskutiert hat, weil jeder der in einem gewissen Ausmaß Erkrankungen und auch Tote in Kauf nehmen wollte (obwohl man das ja in anderen Bereichen wie z.B. Verkehr auch tut und dann eben einen Kompromiss zwischen Sicherheit und Mobilität findet(also z.B. Kfz ja, aber mit Geschwindigkeitsbegrenzung)) direkt mit der moralischen eins übergebraten bekam von den "Lebensrettern".


    Zitat

    Dann wird versucht, eben das mit den zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu erreichen. Alles weitere bestimmt den Pandemieverlauf.

    Ja, das stimmt. Allerdings sind die zur Verfügung stehenden Maßnahmen auch keine Konstante. Und ich finde es durchaus legitim dann auch Politiker zu nennen, wegen deren Versagen uns gewisse Maßnahmen, die uns technisch zur Verfügung stehen könnten, nicht zur Verfügung stehen. Warum wurde die Kontakverfolgungskapazität z.B. seit letztem Frühjahr nicht ausgebaut? Warum will man erst jetzt Schnelltests nutzen, die es seit September/Oktober 2020 gibt?

  • Ein Problem ist, dass man diese Frage lange Zeit gar nicht diskutiert hat, weil jeder der in einem gewissen Ausmaß Erkrankungen und auch Tote in Kauf nehmen wollte (obwohl man das ja in anderen Bereichen wie z.B. Verkehr auch tut und dann eben einen Kompromiss zwischen Sicherheit und Mobilität findet(also z.B. Kfz ja, aber mit Geschwindigkeitsbegrenzung)) direkt mit der moralischen eins übergebraten bekam von den "Lebensrettern".

    Das Problem liegt darin, dass diese Abwägung bereits stattgefunden hat. Wir nehmen bereits Tote in Kauf, indem wir keinen Total-Lockdown haben.


    Ein weiterer Kompromiss bedeutet also nicht "keine Tote vs. wenige Tote", wie du es hier darzustellen versuchst, sondern "wieviele Tote mehr als jetzt".


    Übertragen auf das Beispiel Straßenverkehr fordern die "Nicht-Lebensretter" quasi alle Tempolimits abzuschaffen.

  • Bereits im letzten Jahr sind Studien durchgeführt worden, ob hohe Inzidenzen irgendwelche Vorteile haben. Die Antwort ist klar und deutlich: nein.

    Natürlich hat eine hohe Inzidenz keine Vorteile. Schwerer nachzuverfolgen, höhere Krankenhausauslastung etc. Ich glaub auch kaum jemand würde sich, wenn wir hier bei "wünsch dir was" wären eine hohe Inzidenz wünschen. Die Realität ist aber nun einmal, dass wir eine hohe Inzidenz haben und sich das kurzfristig auch nicht ändern lässt. Und man natürlich ohne zusätzliche "Kosten" auch nicht auf eine niedrige Inzidenz kommt.