Wildunfälle - auch für Fahrradfahrer ein Thema?

  • Ach ja, da war ich damals Unfallzeuge:

    https://www.abendzeitung-muenc…d7-aee3-04559985db35.html

    Hoffentlich bleibt dir und allen anderen Radlern das erspart, was in dem von dir verlinkten Bericht geschildert ist und auch das erspart, was einem Radfahrer in Hannover passiert ist, der zwei (unerlaubterweise) frei laufende Hunde touchierte, was ihn zu Fall brachte, mit tödlichem Ausgang. https://www.neuepresse.de/Hann…irbt-nach-Unfall-mit-Hund

    Im Fall von Stadttauben gibt es allerdings keinen Halter, ebenso wie bei Wildunfällen. Die Halter der Hunde dagegen wurden angeklagt. Sie hätten die Hunde in dem Bereich nicht von der Leine lassen dürfen.

  • Noch ein paar Worte zu der Unfalltaube von 2011:


    Das war genau hier (hoffe der Link funktioniert). Damals hatte es kurz vorher geregnet, die Gehwegplatten waren nass und rutschig. (Inzwischen ist dort die Radweg-Benutzungspflicht aufgehoben, allerdings sehe ich fast nie andere Radfahrer auf der Fahrbahn.) (Edit: stimmt gar nicht. Ben. Pfl. Ist noch da. )


    Um der auffliegenden Taube auszuweichen, lenkte und bremste die bedauernswerte Dame auf dem rutschigen Untergrund gleichzeitig, schon wars geschehen: Bei niedriger Geschwindigkeit mit dem Kopf auf den Beton. Ich glaube, das war eine der seltenen Situationen, in denen eine Schicht Styropor um die Birne etwas genutzt hätte.


    Das war mitten in der Stadt, trotzdem hat es gefühlt unendlich lange gedauert, bis der Krankenwagen kam - dürften wohl so sieben Minuten gewesen sein.


    Die Abendzeitung hat nach dem Unfall ein paar Tage lang die "Luftratten" zum Thema gemacht.

    Einmal editiert, zuletzt von Christian F () aus folgendem Grund: Hinweis zu ben. Pflicht korrigiert

  • Ich habe an der Stelle noch mal ein bisschen genauer nachgeschaut: "Wildunfall ab 80 wird's gefährlich"

    "Bis Tempo 80 kann ein Autofahrer sein Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen bringen, wenn in 60 Meter Entfernung plötzlich ein Wildtier auf die Straße springt."


    Diese Angaben aus dem Flyer sind also zutreffend.

    Ich hebe das "diese" mal hervor. Und dann müssen wir halt doch noch einmal über den Flyer reden.


    DIe beiden Verkehrsschilder, die für die Zahlen 60 und 80 verwendet wurden sind nunmal das Verkehrszeichen für einen vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit.


    Und zweitens: Ich hoffe, dass Reh weiß auch, dass es immer in genau 60m Entfernung vor mir auf die Straße hüpfen muss. Hier im ländlichen Bereich würde ich das nicht direkt garantieren. Wahrscheinlicher ist es meistens dort, wo der direkte Lichtkegel der Scheinwerfer das Wild wieder verlässt, oder wenn das Geräusch der Reifen zu laut wird, so dass das Tier trotz Lichtkegel flüchtet. Spannenderweise geht der Jagtverband auch davon aus, dass das Reh dann auf der Fahrbahn stehen bleibt. Auch das passt mir nicht so ganz ins Weltbild, kann aber zum Lichtkegel durchaus passen.


    Also halt wie damals in der Fahrschule gelernt: bremsen, Licht aus, hupen. Wenn die Zeit reicht.

  • Um der auffliegenden Taube auszuweichen, lenkte und bremste die bedauernswerte Dame auf dem rutschigen Untergrund gleichzeitig, schon wars geschehen: Bei niedriger Geschwindigkeit mit dem Kopf auf den Beton. Ich glaube, das war eine der seltenen Situationen, in denen eine Schicht Styropor um die Birne etwas genutzt hätte.

    Das hört sich jetzt aber ganz so an, dass die Formel "Ich bremse auch für Tiere" nicht allzu wörtlich genommen werden sollte. Dazu kommt: Die allermeisten Fahrräder verfügen (noch?) nicht über ein Antiblockiersystem, was möglicherweise bei dem von dir geschilderten Unfallhergang einen Sturz hätte verhindern können. Oder eben einfach die Tauben ignorieren und das Überfahren der Taube zu riskieren, die sich ja möglicherweise noch selbst in Sicherheit gebracht hätte. Und wenn nicht, dann ist das rein technisch auch nichts anderes als zum Beispiel über einen kleinen Baumwurzel-Huppel auf einem renovierungsbedürftigen Radweg zu holpern.

    Aber auch Autofahrer sollten sich gut überlegen, ob es nicht besser ist, ein Tier zu überfahren, als einen Auffahrunfall zu riskieren: In "“Ich bremse auch für Tiere” – Aber Vorsicht damit bei kleinen Tieren!" wird geschildert, dass eine Frau, die für ein Eichhörnchen bremste und dadurch einen Auffahrunfall verursachte, einen 25%igen Haftungsanteil zugesprochen bekam. Ob das grundsätzlich immer so ist, weiß ich nicht. https://blog.burhoff.de/2014/0…sicht-bei-kleinen-tieren/ https://www.ebay.de/itm/321230211286?roken=cUgayN

    Aber dein Unfallbericht legt es nahe, die Warnung auszusprechen, "Bremse nicht für Stadttauben!"

    Und wie ist das bei anderen Kleintieren?

    Hier drei Fotos vom Nahetalradweg, aufgenommen zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein an einer Stelle, an der Fußgänger und Radfahrer darum gebeten werden, Würfelnattern nicht zu überfahren:

     



    Hier wird einmal mehr klar, an einem sehr niedrig schwelligen Beispiel, dass die Geschwindigkeit eine Rolle spielt. Wenn ich mit relativ hoher Geschwindigkeit auf der gekennzeichneten Strecke fahre, dann ist die Gefahr hoch, dass es zum "Würfelnatter-Gemetzel" kommt.


    Und wie sieht es aus im Autoverkehr? "Im Schnitt kollidieren ... jeden Tag rund 750 Wildtiere mit Autos. Seit drei Jahren zeigt sich ein Trend zu mehr Kollisionen und höheren Schäden. Die Versicherer leisteten für jeden Unfall durchschnittlich rund 2.700 Euro. Insgesamt stiegen die wirtschaftlichen Schäden durch Wildunfälle um rund 62 Millionen Euro auf 744 Millionen Euro (plus 9 Prozent)." aus: "Zahl der Wil­d­un­fälle so hoch wie noch nie" vom 2.10.2018 https://www.gdv.de/de/medien/a…o-hoch-wie-noch-nie-36172


    Jeden Tag sterben also rund 750 Wildtiere (es sind vor allem Rehe) auf Deutschlands Straßen. Kleinere Tiere (z. B. Hasen) sind in der Statistik nicht berücksichtigt. Die Zahlen für 2017:

    Reh: 195.400

    Wildschwein: 26.170

    Damhirsch: 4.040

    Rothirsch: 2.880 https://www.jagdverband.de/sit…faelle_Statistik%20FV.pdf

    Dazu kommt: "Die Dunkelziffer der Wildunfälle dürft recht hoch sein, da viele kleinere Unfälle wohl nicht der Versicherung gemeldet werden. Oft wird nicht einmal die Polizei oder der Jagdpächter informiert." https://www.jagderleben.de/news/hoechste-zahl-wildunfaellen


    Für dieses "Bambi" sieht es besser aus. Es lebt im Tiergarten Hannover, dort ist Radfahren und Autofahren verboten!

  • DIe beiden Verkehrsschilder, die für die Zahlen 60 und 80 verwendet wurden sind nunmal das Verkehrszeichen für einen vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit.


    Spannenderweise geht der Jagtverband auch davon aus, dass das Reh dann auf der Fahrbahn stehen bleibt. Auch das passt mir nicht so ganz ins Weltbild, kann aber zum Lichtkegel durchaus passen.


    Also halt wie damals in der Fahrschule gelernt: bremsen, Licht aus, hupen. Wenn die Zeit reicht.

    Tatsächlich passen die blauen Schilder-Abbildungen nicht zum Kontext, der ja empfiehlt nicht schneller als 60 (oder 80?) zu fahren. Auch da bleibt der Flyer ebenso ungenau wie bei den Schildern Tempo max. 100, bzw. 110 km/h, die ja im Kontext zeigen sollen, dass diese Geschwindigkeit so hoch ist, dass es unweigerlich zum Unfall kommt. Also viel zu hoch und eben nicht die maximal zulässige Geschwindigkeit.

    Und wann soll denn nun 60 und wann 80 gefahren werden?

    ich habe das mal so interpretiert, dass sich der Jagdverband wünscht, dass auf Landstraßen nicht schneller als 60 km/h gefahren werden darf und das die aktuell gültige generelle Maximalgeschwindigkeit von Tempo 100 km/h (wenn nicht anders ausgeschildert) viel zu hoch ist, so dass dadurch zwangsläufig Wildunfälle provoziert werden.

    Und ja - ich befürchte, dass das zumindest den Teilen der Jägerschaft nicht gefällt, die nicht nur die Jagd auf Tieren als Hobby haben, sondern auch gerne über die Straßen jagen. (Am liebsten natürlich mit einem fetten Geländewagen, den man ja als Jäger quasi "per Amt" besitzen muss.) VBielleicht ist auch deshalb der Flyer etwas "schwammig" formuliert?

    Das mit dem Licht wird gar nicht angesprochen. Aber spielt das tatsächlich eine Rolle. Und ist es nicht wahnsinnig gefährlich, das Licht auszuschalten, wie du es empfiehlst? Schließlich ist die größere Gefahr ein weiteres Fahrzeug, dessen Fahrer dich dann nicht oder erst zu spät sieht. Schreckt das Licht die Tiere ab oder zieht es sie an? Oder werden die Tiere davon geblendet, so dass sie nichts mehr sehen und deshalb stehen bleiben?

  • Zitat

    Das mit dem Licht wird gar nicht angesprochen. Aber spielt das tatsächlich eine Rolle. Und ist es nicht wahnsinnig gefährlich, das Licht auszuschalten, wie du es empfiehlst? Schließlich ist die größere Gefahr ein weiteres Fahrzeug, dessen Fahrer dich dann nicht oder erst zu spät sieht. Schreckt das Licht die Tiere ab oder zieht es sie an? Oder werden die Tiere davon geblendet, so dass sie nichts mehr sehen und deshalb stehen bleiben?


    Tiere (vermutlich alle, kann man mit der Taschenlampe am eigenen Hund/Katze/Goldhamster testen) bleiben erst einmal stehen, wenn sie plötzlich in der Dunkelheit von einem Lichtkegel erfasst werden. Deswegen ist es eigentlich auch unzulässig, Wildschweine im Scheinwerferlicht zu bejagen (weil unsportlich - fragt nicht mich, die Regelungen sind nicht immer logisch und kommen bei mir nur aus zweiter Hand an).


    Wenn ein durchgängiger Strom von Fahrzeugen die Straße entlang jagt springt da auch kein Reh hin. Bescheuert sind die Tiere ja nicht. Das "Licht ausschalten" war daher flapsig formuliert. Gemeint ist: "Fernlicht aus" und Bremsen. Das haben wir damals auch in der Fahrschule gelernt. Damit hat das Tier eine Chance wegzurennen. Und das Fernlicht ist halt vor allem dann an, wenn man im dunklen Wald alleine unterwegs ist. Dann, wenn auch wirklich ein Reh oder eine Sau kommt.

  • Auch Amphibien werden oft plattgefahren. Gibt es da Zahlen ? Und es gibt auch Wildunfälle auf Strecken, die auf 60 km/h begrenzt sind.

    Da dürften schon einige zusammenkommen. Achtung: Verzehr von Mahlzeiten jetzt bitte einstellen:

    "Warnschilder werden aufgestellt

    Denn wegen überfahrener Tiere muss an manchen Stellen mit erhöhter Rutschgefahr gerechnet werden. Deshalb werden an bekannten Wegen Schilder mit dem Zusatzzeichen "Krötenwanderung" aufgestellt, um die Autofahrer vor dieser Gefahr zu warnen."

    aus: Der Westen, Warnung vor Unfallgefahr durch Krötenwanderung, 2.3.2012 https://www.derwesten.de/auto/…nwanderung-id6419237.html

    Das heißt dann wohl auch: In ein bis zwei Monaten ist es wieder so weit.


    Aber anders als Wildtiere, werden Kröten wohl materiell nicht bewertet. (Die Kröten kosten keine Kröten.;() Es sei denn es sind so viele, dass das Auto ins Rutschen kommt und es dadurch zum Crash kommt. Die Kröten selbst fallen dabei allerdings wiederum nicht materiell ins Gewicht.


    Wieviel die getöteten Rehe kosten und ob da wer für entschädigt wird, das ist mir auch noch nicht so ganz klar.

    Aber zu den Leistungen der Versicherungen habe ich diese Zahlen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gefunden:

    2008 Wildunfälle: 241.000, Versicherungsleistungen: 498 Millionen € (rund 2066 € je Unfall)

    2017 Wildunfälle: 275.000, Versicherungsleistungen: 744 Millionen € (rund 2705 € je Unfall)

    https://www.gdv.de/resource/bl…-graifk-download-data.pdf

    Und das finde ich jetzt sehr interessant!

    Wodurch wird die Zunahme der Wildunfälle um 14% verursacht?

    Wie kommt die deutlich höhere Kostensteigerung um über 30% bei den Versicherungsleistungen je Unfall zu Stande?


    Hat das vielleicht auch etwas damit zu tun, dass die Wildunfälle bei immer höheren Geschwindigkeiten geschehen?

    Wie wirkt sich die Geschwindigkeit aus auf die Schwere der verursachten Schäden bei einem Wildunfall?

    Hat eine entsprechendes Diagramm eine linearen Verlauf oder ist es eine quadratische Kurve wie beim Luftwiderstand?


    Immerhin: Wenn zum Beispiel die Geschwindigkeit der Radfahrenden ansteigt, weil zunehmend Radfahrerinnen auf Elektroräder umsteigen, dann wird schnell ein großes Getöse angestimmt, dass insbesondere die Älteren unter den Radfahrerinnen und Radfahrern mit den höheren Geschwindigkeiten hoffnungslos überfordert seien und deshalb jetzt angeblich massenhaft Unfälle verursachten.


    Wenn jedoch die Anzahl und die Schwere der Wildunfälle zunimmt, dann wird das mit einem Achselzucken abgetan.

  • Tiere (vermutlich alle, kann man mit der Taschenlampe am eigenen Hund/Katze/Goldhamster testen) bleiben erst einmal stehen, wenn sie plötzlich in der Dunkelheit von einem Lichtkegel erfasst werden. Deswegen ist es eigentlich auch unzulässig, Wildschweine im Scheinwerferlicht zu bejagen (weil unsportlich - fragt nicht mich, die Regelungen sind nicht immer logisch und kommen bei mir nur aus zweiter Hand an).


    Wenn ein durchgängiger Strom von Fahrzeugen die Straße entlang jagt springt da auch kein Reh hin. Bescheuert sind die Tiere ja nicht. Das "Licht ausschalten" war daher flapsig formuliert. Gemeint ist: "Fernlicht aus" und Bremsen. Das haben wir damals auch in der Fahrschule gelernt. Damit hat das Tier eine Chance wegzurennen. Und das Fernlicht ist halt vor allem dann an, wenn man im dunklen Wald alleine unterwegs ist. Dann, wenn auch wirklich ein Reh oder eine Sau kommt.

    Wenn ich alleine im dunklen Wald mit dem Fahrrad unterwegs bin, (kommt heute nicht mehr so oft vor, aber habe ich schon öfter gemacht, manchmal auch zu Fuß und manchmal auch zusammen mit anderen), kann dann Licht, Taschenlampe, besonders helle Fahrradlampe dazu beitragen, dass man von Tieren nicht behelligt wird. Und wie es ist mit Lärm (das berühmte Pfeifen im Walde? Klingeln?).

    Ich kann mich an keine gefährliche Begegnung mit Tieren im dunklen Wald erinnern. Beim Fahrradfahren hatte ich bisher immer Licht an. Beim zu Fuß gehen auf Wanderwegen abseits von Straßen in der Regel nicht.

  • Zitat

    2008 Wildunfälle: 241.000, Versicherungsleistungen: 498 Millionen € (rund 2066 € je Unfall)

    2017 Wildunfälle: 275.000, Versicherungsleistungen: 744 Millionen € (rund 2705 € je Unfall)

    https://www.gdv.de/resource/bl…-graifk-download-data.pdf

    Und das finde ich jetzt sehr interessant!

    Wodurch wird die Zunahme der Wildunfälle um 14% verursacht?

    Ohne jetzt Ahnung zu haben: -> Mehr Autos, mehr Straßen, mehr Wild


    Zitat


    Wie kommt die deutlich höhere Kostensteigerung um über 30% bei den Versicherungsleistungen je Unfall zu Stande?

    Die Reparaturen von Autos wird immer teurer, vor allem die Teile.

    Komplettes Scheinwerfergehäuse von einem 3er BMW

    BJ 2008: Halogen ~330€, Bi-Xenon, 660€

    BJ 2017: Halogen ~400€, LED 1050€


    Betrifft auch Kotflügel, Stoßstangen gibts heute gar nicht mehr, sondern nur komplette Schürzen, etc


    Zitat

    Hat das vielleicht auch etwas damit zu tun, dass die Wildunfälle bei immer höheren Geschwindigkeiten geschehen?

    Wie wirkt sich die Geschwindigkeit aus auf die Schwere der verursachten Schäden bei einem Wildunfall?

    Ich finde es einen interessanten Gedanken, das heute schneller gefahren werden soll wie früher. Gibts dazu Daten/Belege.

    Ist doch eher umgekehrt, heute sind deutlich mehr und auch niedriger Geschwindigkeitsbegrenzungen. Früher Kreuzungen über Land oft 80km/h, heute 70, manchmal auch 60. Generell deutlich mehr Einschränkungen. Viel mehr Verkehr und damit wird auch langsamer gefahren, Stau, LKW. Abgesehen vom demografischen Faktor, der beschleunigt vielleicht die Parkrempelein und die angefahrerenen Fußgänger, aber sicher nicht die gefahrene Geschwindigkeit.

  • Und wie es ist mit Lärm (das berühmte Pfeifen im Walde? Klingeln?).

    Also Geräusch hilft natürlich, vor allem bei Schwarzkitteln, die sind sehr vorsichtig und aufmerksam.

    Licht, wie es am Fahrrad hängt, hat eher keine Auswirkungen.


    Zitat

    Ich kann mich an keine gefährliche Begegnung mit Tieren im dunklen Wald erinnern. Beim Fahrradfahren hatte ich bisher immer Licht an. Beim zu Fuß gehen auf Wanderwegen abseits von Straßen in der Regel nicht

    Das liegt entweder an unaufmerksam oder so auffällig, das die Tiere sich nicht zeigen. Alleine die Hasen/Mäuse/Katzen, die den Weg kreuzen oder zumindest direkt nebenan im Feld sitzen, da ist es schon schwer, die nicht zu sehen.

    Rotwild, Wildschweine sind natürlich selten, weil Fluchttiere und vorsichtig.

  • Ich finde es einen interessanten Gedanken, das heute schneller gefahren werden soll wie früher. Gibts dazu Daten/Belege.

    Ist doch eher umgekehrt, heute sind deutlich mehr und auch niedriger Geschwindigkeitsbegrenzungen. Früher Kreuzungen über Land oft 80km/h, heute 70, manchmal auch 60. Generell deutlich mehr Einschränkungen. Viel mehr Verkehr und damit wird auch langsamer gefahren, Stau, LKW. Abgesehen vom demografischen Faktor, der beschleunigt vielleicht die Parkrempelein und die angefahrerenen Fußgänger, aber sicher nicht die gefahrene Geschwindigkeit.

    Richtig ist, dass es früher weniger Geschwindigkeitsbegrenzungen gab. Allerdings stimmt auch das nicht so ganz pauschal. Immerhin galt in Deutschland eine zeitlang Tempo 100 max. auf Autobahnen. "Während der ersten Ölkrise galt zwischen November 1973 und März 1974 zum Zweck der Treibstoffeinsparung in der Bundesrepublik ein generelles Tempolimit von 100 km/h auch auf Autobahnen." https://de.wikipedia.org/wiki/…%9Fenverkehr_(Deutschland)

    Aber die Autos hatten deutlich weniger PS und die Fahrt in den meisten Autos war mit deutlich mehr Klopf und Windgeräuschen und Geruckel verbunden als das heute der Fall ist. Spurhalteasistenten und ABS gab es früher auch nicht. Vor allem gab es früher längst nicht so viele gut ausgebaute Straßen wie heute. Sehr viele Straßen wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten deutlich verbreitert begradigt, kreuzungsfrei ausgebaut usw. Und es sind sehr viele Straßen und zusätzliche Fahrbahnen und Fahrspuren dazu gekommen und deutlich verbreitert worden.

    Ohne jetzt mit Statistiken kommen zu wollen. Ein ganz krasses Aha-Erlebnis war für mich eine Fahrradtour durch Thüringen Anfang der 90er Jahre. In dem einen Landkreis tickten die Uhren schneller als in einem anderen. Hier eine breite glatte gerade Asphaltpiste, eine Landkreisgrenze weiter noch der Zustand aus der Zeit (geschätzt) vor dem zweiten Weltkrieg. Extrem grobes Kopfsteinpflaster am Straßenrand. In der Mitte ein ca. 2,50 breiter Streifen mit etwas glatterem Pflaster. Das Konzept war in der Mitte fahren und wenn Gegenverkehr kommt auf den grob gepflasterten Streifen am Rand ausweichen.


    Nbgradler schrieb ja:

    Wenn ein durchgängiger Strom von Fahrzeugen die Straße entlang jagt springt da auch kein Reh hin. Bescheuert sind die Tiere ja nicht.

    Das könnte bedeuten, dass die starke Zunahme von Fahrzeugen Wildunfälle verhindert hat. Man müsste mal schauen, wie sich PKW-Zuwachs und Wildunfälle-Zuwachs entwickelt haben. Vielleicht gab es eine deutlich höhere Zunahme des Fahrzeugbestandes als die Zunahme von Wildunfällen. Mal schauen. Aber nicht mehr heute Nacht.:sleeping: