• Ich habe die Umfrage abgebrochen. Für Menschen, die eh schon ohne Kfz pendeln, ist sie nicht beantwortbar. Auch fehlt die Option "trifft auf mich nicht zu".

    Dachtest du daran: "Teil 2, Frage 7: Aufgrund steigender Spritpreise überlege ich das Auto seltener zu nutzen." Frage aus dem Fragebogen

    Oder daran: "Teil 2, Frage 8: Ich wäre gerne eine Person, die regelmäßig mit dem Fahrrad fährt."

    Und die weiteren Antwortoptionen in Frage 8:

    "O Ich würde es als angenehm empfinden, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.
    O Es würde mir Spaß machen, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.
    O Externe Anreize (z.B. Belohnungen) würden mich dazu motivieren, häufiger mit dem Fahrrad zu fahren.
    O Ich plane in Zukunft häufiger mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.
    O Ich beabsichtige mein Mobilitätsverhalten in den nächsten Wochen zu verändern." etc.

    Ich konnte es nicht lassen trotzdem mitzumachen.

    An der Stelle, an der nach Empfehlungen für Arbeitgeber*innen gefragt wurden, schrieb ich:

    "Bei der Bundesregierung und den Landesregierungen vorstellig werden, um das Autofahren möglichst weitgehend zu verbieten und nur für ganz wenige Anwendungsfälle noch zuzulassen. Z. B. Rettungsdienste"

    Bei der Frage Anregungen zur Studie schrieb ich: "Die Studie nennt sich: "PendlerRatD 2026 Umfrage zu ihrem Mobilitätsverhalten", ist aber weitgehend so aufgebaut, als sei es komplett normal mit dem Auto zu pendeln. Menschen, die zu Fuß, mit dem Rad und dem ÖPNV mobil sind, werden mit dieser Studie vor den Kopf gestoßen."

    Warum nicht die Möglichkeit nutzen, auf diesem Weg darauf aufmerksam zu machen, wie komplett überflüssig und absurd, die Autofahrerei ist?;)

  • Oh! Das heißt, dieses "alle Fragen müssen beantwortet werden" ist fake?

    Auf der Seite PendlerRatD heißt es: "Das Pendeln mit dem Fahrrad attraktiv machen – das ist das gesteckte Ziel von PendlerRatD. Bei dem Mobilitäts-Projekt sollen Berufspendler, die täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren, einen vereinfachten Einstieg in das Pendeln mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln bekommen."

    PendlerRatD-Studie

    Das ist der komplett falsche Ansatz, denn wer wird, einmal mehr gefördert?

    Richtig: Die Autofahrer*innen! Und das ist absolut nicht in Ordnung, Autofahrer*innen zu fördern.

    Auch dann nicht, wenn es darum geht, sie für das Fahrradfahren und die ÖPNV-Nutzung zu gewinnen. Vielmehr müssen sukzessive Hürden aufgebaut werden, die die Autofahrerei maximal unattraktiv machen. Im Gegenzug sind die ÖPNV-Angebote zu verbessern. Das heißt nicht, den ÖPNV umsonst anzubieten, denn irgendwer muss ihn ja bezahlen.

    Auch der Fahrradverkehr darf nicht einfach umsonst sein. Z. B. Leihräder umsonst anbieten. Das ist leider der Ansatz, der von PendlerRatD verfolgt wird.

    Stattdessen ist eine konsequente Siedlungspolitik einzuleiten, die den Fußverkehr begünstigt. Das ist Mobilität, die keinen zurücklässt.

    Und was macht PendlerRatD?: "Im Bonusmodul können Arbeitgeber und Sponsoren physische oder monetäre Anreize setzen, die durch vorgegebene Parameter „erradelt“ werden können. Besondere Anreize können durch Challenges, Wettbewerbe zwischen Mitarbeitern und/ oder Abteilungen, eröffnet werden. Die persönlichen Erfolge der CO2-Einsparung werden in Achievements illustriert." Hört sich für mich nicht nach entspannender Fahrt zum Arbeitsplatz an. Aber vielleicht bin ich einfach nur nicht genügend "hip"?

    Zitat-Quelle: https://legacy.pendlerratd.de/wp-content/upl…PendlerRatD.pdf

  • Der neue ADFC-Fahrradklimatest ist da!

    Hier geht's zur Umfrage:

    Fahrradklima-Test 2026

    Ich bin mir grad nicht sicher, ob es das letztes mal (vor 2 Jahren) auch schon gab: Ein Fahrradklima-Test für Jugendliche. Hier der Link:

    Umfrage

    Man kann ja zu den Aktivitäten des ADFC stehen wie man will. Zahlreiche Teilnehmer*innen am Fahrradklimatest dokumentieren jedenfalls das Interesse am Fahrradfahren. Und es gibt nicht nur Ankreuz-Fragen. Man kann auch eigene Vorstellungen und Vorschläge einbringen!

    Mitmachen können alle, nicht nur die ADFC-Mitglieder sind eingeladen!8)

    3 Mal editiert, zuletzt von Ullie (19. Oktober 2026 um 20:22) aus folgendem Grund: Link korrigiert, Danke für Hinweis von DMHH!

  • ich glaub, du hast einen link zu einem konrekten Fragebogen mit deiner SessionID geteilt ;)

    Davon ab: die Fragen sind so grandios schwammig und schwurbelig, dass es einzig und allein um das Bauchgefühl der Befragten geht.

    Ich fang mal an:

    NrAussage positivAussage negativ
    1Bei uns macht Radfahren Spaß.Bei uns ist Radfahren Stress.
    2Bei uns werden Radfahrer:innen als Verkehrsteilnehmende akzeptiert.Bei uns wird man als Radfahrer:in
    nicht ernst genommen.
    3Bei uns fahren alle Fahrrad –
    egal, ob alt oder jung.
    Bei uns fahren eher nur bestimmte
    Gruppen Fahrrad.
    4Bei uns wird viel fürs Radfahren
    geworben.
    Bei uns findet keine Werbung
    für das Radfahren statt.
    5Bei uns wird in den Medien meist
    positiv über Radfahrer:innen berichtet.
    Bei uns wird in den Medien nur
    über Unfälle und das Fehlverhalten
    von Radfahrer:innen berichtet.
    6Bei uns wurde in jüngster Zeit besonders
    viel für den Radverkehr getan.
    Bei uns wurde in jüngster Zeit
    kaum etwas für den Radverkehr getan.
    7Bei uns überwacht die Stadt streng, dass Autos nicht auf Radwegen parken.Bei uns wird großzügig geduldet, wenn Autofahrer:innen auf Radwegen parken.
    8Bei uns werden Radwege regelmäßig
    gereinigt.
    Bei uns werden Radwege selten gereinigt.
    9Bei uns sind die Ampelschaltungen gut auf Radfahrer:innen abgestimmt.Bei uns sind Ampelschaltungen
    nicht gut auf Radfahrer:innen abgestimmt.
    10Bei uns werden im Winter Radwege
    geräumt und gestreut.
    Bei uns werden im Winter Radwege
    nicht geräumt und gestreut.
    11Bei uns fühlt man sich als
    Radfahrer:in sicher.
    Bei uns fühlt man sich als
    Radfahrer:in gefährdet.
    12Bei uns gibt es selten Konflikte zwischen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen.Bei uns gibt es häufig Konflikte zwischen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen.
    13Bei uns gibt es selten Konflikte zwischen
    Radfahrer:innen und Autofahrer:innen.
    Bei uns gibt es häufig Konflikte zwischen
    Radfahrer:innen und Autofahrer:innen.
    14Bei uns gibt es keine Hindernisse
    auf Radwegen und Radfahrstreifen.
    Bei uns gibt es viele Hindernisse auf
    Radwegen und Radfahrstreifen
    15Bei uns kommt Fahrraddiebstahl
    selten vor.
    Bei uns werden Fahrräder
    oft gestohlen.
    16Bei uns sind Wege für Radfahrer:innen
    angenehm breit und erlauben ein
    problemloses Überholen langsamerer
    Radfahrer:innen.
    Bei uns sind Wege für Radfahrer:innen
    oft zu schmal.
    17Bei uns sind Wege für Radfahrer:innen
    angenehm glatt und eben.
    Bei uns sind Wege für Radfahrer:innen
    holprig und in schlechtem
    baulichen Zustand.
    18Bei uns findet man überall
    komfortable und sichere Abstellmöglichkeiten.
    Bei uns findet man kaum geeignete
    Abstellmöglichkeiten.
    19Bei uns werden Radfahrer:innen
    an Baustellen bequem und sicher
    vorbeigeführt.
    Bei uns werden Radfahrer:innen an
    Baustellen meistens zum Absteigen
    und Schieben gezwungen.
    20Bei uns kann man Fahrräder einfach und
    preiswert in öffentlichen Verkehrsmitteln
    mitnehmen.
    Bei uns ist es schwierig und/oder teuer,
    Fahrräder in öffentlichen Verkehrsmitteln
    mitzunehmen.
    21Bei uns ist das Stadtzentrum gut mit dem
    Fahrrad zu erreichen.
    Bei uns ist das Stadtzentrum schlecht mit
    dem Fahrrad zu erreichen.
    22Bei uns kann man zügig und
    direkt Ziele mit dem Rad erreichen.
    Bei uns wird man am zügigen Fahren
    mit dem Rad gehindert und muss
    Umwege fahren.
    23Bei uns sind die meisten Einbahnstraßen
    in der Gegenrichtung für Radfahrer:innen
    freigegeben.
    Bei uns ist in den meisten Einbahnstraßen
    das Fahren in der Gegenrichtung für
    Radfahrer:innen nicht erlaubt.
    24Bei uns können sich Radfahrer:innen
    an eigenen Wegweisern gut orientieren.
    Bei uns gibt es keine (oder nur sehr
    schlechte) Wegweiser für Radfahrer:innen.
    Bei uns sind öffentlich zugängliche
    Leihfahrräder für jede:n einfach,
    zuverlässig und preisgünstig nutzbar.
    Bei uns gibt es nicht einmal die
    Möglichkeit, ein Fahrrad zu mieten.
    Bei uns ist es insgesamt sehr fahrradfreundlich.Bei uns ist es insgesamt überhaupt nicht
    fahrradfreundlich.

    dann kommt noch eine auch so gelabelte "Gefühlsfrage":

    Wie hat sich aus deiner Beobachtung heraus die Anzahl der Radfahrenden in deinem Ort in den letzten Jahren entwickelt?


    Das ist die Zeit nicht wert, daran teilzunehmen. Wenn man alles (z.B. Wege für Radfahrer:innen - was ist damit gemeint? Fahrbahn oder nur Radweg?) in einen Topf wirft, ohne auch nur einen Funken Bezug zu Raum & Zeit - was soll denn da bitte herauskommen?

    Das ist von Radfahrern für die Peergroup "Radfahren braucht mehr Sonderwege und Kümmerei!" geschrieben. Und genau die stimmen da auch ab.

    Ich gehe jede Wette ein, dass die Antworten meines Nachbars in der überwiegenden Fragezahl quasi diametral zu meinen Antworten lägen.

    Selbst bei grundsätzlich objektivierbaren Zahlen wie "Anzahl der Fahrraddiebstähle" oder "freigegebene Einbahnstraßen". Bin ich froh, da keine Kohle mehr ins Vereinssystem zu werfen...

  • Die Frage nach einem Stimmungsbild finde ich zunächst einmal legitim. Das Problem ist vielmehr, dass der ADFC hinterher nicht unterscheidet zwischen Gefühlen (nach denen gefragt wurde) und Fakten.

    Aus "Viele Radfahrer fühlen sich in XY nicht sicher" wird dann "Radfahren ist in XY nicht sicher".

    Die Fragen sind zudem zu unspezifisch und somit völlig ungeeignet, um konkrete Maßnahmen daraus abzuleiten. Frage Nr. 2 würde ich ganz klar mit "man wird hier als Radfahrer nicht ernst genommen" beantworten. Aber vermutlich habe ich für dieses Gefühl ganz andere Gründe, als der ADFC Wahnwesten-Opa, der auf dem linksseitigen Gehweg Fußgänger anklingelt und sich ärgert, dass die ihm nicht sofort Platz machen, oder dass die Stadt seine Sorgen nicht ernst nimmt und nicht überall "Radwege" anordnet. Radfahrer sind nunmal keine heterogene Gruppe mit gemeinsamen Zielen und daher leicht gegeneinander auszuspielen.

    Insofern betrachte ich den Fahrradklima-Test als alle zwei Jahre abgehaltenes Ritual, wo die Leute ihrer Unzufriedenheit Ausdruck verleihen dürfen. Auch wenn es nichts Konkretes daraus abzuleiten gibt, setzt das immerhin etwas der Selbstgefälligkeit der hiesigen Verwaltung entgegen, schon immer alles richtig gemacht zu haben.

  • Die Frage nach einem Stimmungsbild finde ich zunächst einmal legitim.

    Ich halte die Fragen aufgrund ihrer zur Generalabrechnung mit der Politik verleitenden Tendenz wenn schon nicht für illegitim, dann wenigstens für knieschießend kontraproduktiv.

    Mehr Radverkehr (falls das denn das Ziel des ADFC sein sollte) gewinnt man jedenfalls nie und nimmer, indem man den Leuten sowohl durch die Suggestivfragen der Umfrage als auch bei der nachfolgenden öffentlichkeitswirksamen Präsentation der Ergebnisse den Eindruck vermittelt, dass das Radfahren im Status Quo mühsam, gefährlich und politisch eigentlich total unerwünscht wäre.

  • Ich habe die Frage "Unter welchen Umständen würdest Du häufiger Rad fahren?" folgendermaßen beantwortet:


    Wenn ich häufiger als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer auf der Fahrbahn fahren dürfte, anstatt per Blauschild auf (zu) schmale, holprige und wegen zahlreicher Hofeinfahrten und der daneben liegenden Gehwege unsichere Radwege gezwungen zu werden, oft sogar als angeordnetes linksseitiges "Geisterradeln", wobei ich an den Ampeln und beim Abbiegen überall diskriminiert werde (Bettelknopf, kurze Grünphase, mehrere Ampelphasen/Ampeln, um große Kreuzungen überqueren oder an ihnen nach links abbiegen zu können).

  • Und ceterum censeo:

    Verbesserungsbedarf besteht bei der Einstufung von Radfahrern. Es scheint die Paranoia vorzuherrschen, dass man alle Radfahrer vom übrigen Fahrverkehr separieren müsse, selbst wenn das bedeutet: schmale, unbeleuchtete, vom Fußverkehr so gut wie nicht getrennte, holprige Radwege, die als Sammelplatz für Mülltonnen (ganzjährig), Laub (September bis Dezember) und Schnee (sofern vorhanden) missbraucht werden, die bei Schnee und Eis entweder nicht oder zu spät gestreut werden, worauf dann aber das Streugut nicht geräumt wird. Lieber Senat und lieber ADFC: ja, es gibt Radfahrer, die auf Radwegen oder sogar Gehwegen fahren müssen (U 8/10) oder tunlichst auf Radwegen fahren sollten (die Leute mit 8 km/h, die an jedem dritten Schaufenster anhalten) - aber deswegen die Mehrheit der Radfahrer (einigermaßen gesund und fit, durchaus zeitökonomisch unterwegs zu Schule, Arbeit oder anderen Terminen) durch Fahrbahnverbote zu gängeln, ist eine Schikane. Kein Pkw und kein Lkw wird gezwungen, auf langen Strecken hinter einem Trecker festzuhängen: man überholt über die zweite, dritte ... Fahrspur oder über die Gegenspur. Bei einem Radweg mit weniger als 3,50 Meter Breite geht das aber nicht ohne Verstoß gegen die StVO (Ausweichen über Gehweg). Behandelt endlich Fahrräder als Fahrzeuge, anstatt sie mit Fußgängern auf dem Hochbord zu mischen! Und übrigens: Brauchbare Fahrradparkhäuser sehen aus wie in Utrecht, nicht wie an der Kellinghusenstraße.

  • ich glaub, du hast einen link zu einem konrekten Fragebogen mit deiner SessionID geteilt ;)

    Danke für den Hinweis, ist jetzt hoffentlich korrigiert.

    Davon ab: die Fragen sind so grandios schwammig und schwurbelig, dass es einzig und allein um das Bauchgefühl der Befragten geht.

    Ich denke es ist sehr schwer einerseits einen leicht verständlichen und sowohl (von den angeschnittenen Themen her) umfangreichen, als auch schnell bearbeitbaren Fragebogen zu erstellen.

    Mir ist das bei diesen Antwortgegensätzen unter Nummer 20 aufgefallen:

    "Bei uns kann man Fahrräder einfach und preiswert in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen.

    < versus >

    Bei uns ist es schwierig und/oder teuer, Fahrräder in öffentlichen Verkehrsmitteln mitzunehmen."

    In Hannover ist es so geregelt: In den Verkehrsspitzen ist es nicht möglich, das Fahrrad in Bus oder Stadtbahn mitzunehmen. Es gibt Sperrzeiten zwischen 6:30 und 8:30 Uhr und zwischen 15:00 Uhr – 19:00 Uhr. Samstag und Sonntag ist ganztags die kostenlose Mitnahme möglich.

    Trotzdem hab ich im Fragenbogen geantwortet, dass ich 100% zufrieden bin mit dieser Mitnahmeregelung, trotz der Sperrzeiten. Andere Fahrradfahrer*innen sehen das vermutlich nicht so rosig. Aber haben die auch daran gedacht, dass es technisch kaum umsetzbar ist, zu jeder Tageszeit die Fahrradmitnahme zu erlauben? In den Verkehrsspitzen sind Busse und Bahnen rappelvoll, das ist ÖPNV. So funktioniert ÖPNV. Würde man ganztags mehr und größere Busse und Stadtbahnen mit mehr Platz für Fahrräder einsetzen, dann wäre das finanziell und personell ab einem bestimmten Punkt nicht mehr darstellbar.

  • Ich denke es ist sehr schwer einerseits einen leicht verständlichen und sowohl (von den angeschnittenen Themen her) umfangreichen, als auch schnell bearbeitbaren Fragebogen zu erstellen.

    Die Schwierigkeiten haben alle, die Antworten haben wollen. Und es ist ja nun nicht so, als hätten wir als Gesellschaft von sowas überhaupt keine Ahnung und wüssten nicht, wie man so etwas "gut" macht. Das ist auch nicht mehr die Umfrage zur Zufriedenheit der Mitglieder des lokalen Dackelzüchtervereins, sondern mit dem Ergebnis wird auch Politik gemacht. Oder möchte gemacht werden.

    Und meine Kritik richtet sich auch nicht primär gegen die Umfrage nach einem "Bauchgefühl". Aber selbst dieses Bauchgefühl ließe sich objektiver abfragen als mit der gegenwärtigen Fragestellung. Aber ist eben nicht das Ziel. Ziel kann bei so einer Umfrage immer nur sein, am Ende zu verkünden: "alles scheiße, wir brauchen mehr [Radwege, Radwegförderung, Verkehrsverbote, Sonderwege, Rundum-Sorglos-Pakete bei Alles mit Sahne obendrauf]"

    Und lokal feiert / fragt man sich, wieso das Ergebnis dieses Jahr von 4,2 auf 4,1 ggü letztem Jahr oder umgekehrt ausfällt, anstatt zu erkennen, dass das bei den schwammigen Fragen einfach statistisches Rauschen ist.

    Einmal editiert, zuletzt von DMHH (20. Oktober 2026 um 08:32)

  • Insofern betrachte ich den Fahrradklima-Test als alle zwei Jahre abgehaltenes Ritual, wo die Leute ihrer Unzufriedenheit Ausdruck verleihen dürfen.

    Ich halte die Fragen [,,,] für knieschießend kontraproduktiv.

    In meinem Bekanntenkreis und in der Presse ist der ADFC durch diesen Test alle zwei Jahre Gesprächsthema! Man könnte also auch unterstellen das Ziel ist Aufmerksamkeit, z.B. um Mitglieder zu generieren.
    Haben Radfahrer keinen Feind und keine Probleme, brauchen sie auch keinen Verband. Handlungsbedarf bei Radfahrern zu erzeugen, könnte(!) also gewollt sein.

  • Neben den bereits erwähnten Schwächen dieser Umfrage finde ich es fatal das alle Radler über einen Kamm geschehrt werden.

    Es wird überhaupt nicht gleich am Anfang nach den durchaus existierenden Kategorien gefragt, beispielsweise: "Mit welcher Geschwindigkeit bist du bevorzugt unterwegs? - 14kmh - 20kmh - 30kmh - 40kmh - schneller als 40kmh."

    Denn die Sichtweise unterscheidet sich deutlich zwischen Gehwegradelnden Bewegungsmuffeln auf Gehhilfen und Fahrzeugbenutzern die ernsthaft zeitnah irgendwo ankommen wollen.

  • Ein Beispiel der argumentativen Falle.

    Ich habe die Frage "Unter welchen Umständen würdest Du häufiger Rad fahren?" folgendermaßen beantwortet:

    Wenn ich häufiger als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer auf der Fahrbahn fahren dürfte

    Schlußfolgerung: Entgegen deiner hiesigen Selbstbezeichnung benutzt du Radwege.
    Denn tätest du es, müßtest du schon die Frage bemängeln und negativ antworten: Ich würde nicht mehr Fahrrad fahren, wenn der formale Radwegezwang tatsächlich durchgesetzt würde.

    Behandelt endlich Fahrräder als Fahrzeuge

    Du selbst tust es nicht. Die Falle hat zum zweiten mal zugeschnappt.

    Ich behaupte hiermit nur, was der ADFC-Typ daraus lesen wird, wenn er es denn überhaupt liest: Ein Fan von Radwegen. Klar, das es dafür ein Herzchen gibt.

    Es wird überhaupt nicht gleich am Anfang nach den durchaus existierenden Kategorien gefragt

    So ist es, das dachte ich gleich bei der hier genannten Frage 1 „Bei uns macht Radfahren Spaß.: Es fehlt zuvor „Ich fahre nur des Zweckes wegen Rad.“ Ohne die Antwort dazu erfragt Frage 1 etwas anderes als der Leser vermutet. Wir sehen, schon die erste Frage macht klar, wohin der Hase mit dieser „Umfrage“ will.

    Mit Radwegen lernte ich den Menschen kennen.

  • Ich mache mir gerade den Spaß und werfe die Fragen, so wie sie oben sind mit der einzigen Vorgabe meines Interesses an der sprachlichen Seite, bei z.ai rein. „Die allererste Aussage („Spaß/Stress") ist sozusagen das Namenspatronat des ganzen Instruments“, Sauber, genauso wie das nachfolgende, hier ein Beispiel.

    Zitat

    2. Grammatik der Verantwortung: Passivdominanz mit einer tollen Ausnahme
    Fast alle Aussagen stehen im agenslosen Passiv („wird geworben", „werden gereinigt", „wurde getan") — ein klassischer Fall von Agens-Löschung. Niemand tut etwas, es geschieht. Das hat eine pragmatische Doppelwirkung: Es diffundiert Verantwortung (die Stadt wird nie beschuldigt, aber auch nie gelobt) und es macht die Items überall anwendbar, egal wie die lokale Verkehrsorganisation aussieht. Wo Menschen auftauchen, meist als unpersönliches „man" (11, 18, 20, 22) — die immersive Variante, die Befragte selbst in den Satz stellt.
    Die große Ausnahme ist Item 7: „Bei uns überwacht die Stadt streng, dass…" — das einzige namentliche Agens des ganzen Fragebogens, und es steht ausgerechnet in einem Überwachungs-Frame. Auf der Negativseite desselben Items wird dann wieder passiviert („großzügig geduldet"). Nebenbei zeigt dieses Item noch einen schönen Metonymie-Wechsel: Überwacht werden „Autos" (Dinge), geduldet wird das Parken von „Autofahrer:innen" (Personen).

    Die Bezeichung als Müll wäre noch geschönt, auch den ADFC könnte man sich nach Kinski durch eine Mafia ersetzt wünschen. Und wie ich schon sagte, kommt eine Ideologie nie ohne Sprach-Ideologie aus, … Mafia.

    Zitat

    Der Test misst also nicht, ob eine Stadt fahrradfreundlich ist; er misst, wie weit sie das ADFC-Programm umgesetzt hat, und nennt das Ergebnis Freundlichkeit.

    Mit Radwegen lernte ich den Menschen kennen.

    Einmal editiert, zuletzt von udoline (20. Oktober 2026 um 12:08)

  • Deine Unterstellung basiert auf einem Denkfehler. Wenn ich schreibe "ich würde häufiger Rad fahren, wenn ich auf der Fahrbahn fahren dürfte", dann bedeutet das gerade nicht, dass ich die Wege X, Y und Z bisher auf dem Radweg zurücklege, sondern eben nicht mit dem Rad. Im konkreten Fall: mit Öffis.

  • Ich unterstelle als einziges, was der ADFC daraus machen wird. Selbst mit deiner Ergänzung könnte der ADFC das als Verkehrsverbund verwursten statt Radweg == Hindernis.

    Letztlich passiert ja genau das, ein (angebliches) Stimmungsbild wird zum Mandat.

    Mit Radwegen lernte ich den Menschen kennen.

    Einmal editiert, zuletzt von udoline (20. Oktober 2026 um 12:09)