Staubsauger am Theodor-Heuss-Ring

  • »Der verbliebene Teil des Fußwegs "wird zur Mischnutzung für Fußgänger und Fahrräder", sagt Arne Gloy, stellvertretender Pressesprecher der Stadt. Dass es deswegen Kritik geben wird, ist ihm bewusst. "Aber was hätten wir denn machen sollen? Wenn wir den Container auf den Fußweg stellen, gäbe es auch Ärger", sagt er und zuckt die Achseln,«


    Tja, ich sehe sechs Fahrspuren ...


    "und schauen Sie doch mal, wie wenige Fahrräder hier langkommen."«


    Das Totschlagargument.

  • das wäre ja zu wenig für einen kombinierten Rad- & Fußweg mit

    Siehe VwV-StVO:

    Zitat

    Ausnahmsweise und nach sorgfältiger Überprüfung kann von den Mindestmaßen dann, wenn es aufgrund der örtlichen oder verkehrlichen Verhältnisse erforderlich und verhältnismäßig ist, an kurzen Abschnitten (z. B. kurze Engstelle) unter Wahrung der Verkehrssicherheit abgewichen werden.


    Und natürlich ist die Maßnahme erforderlich und verhältnismäßig. Sonst würd man's ja nicht tun.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Mal abgesehen von der Position auf dem Radweg und dem völligen Irrsinn an einer Stelle Partikel- und Gasschadstoffwerte zu senken um die Meßstation zu retten: technisch sieht das Ganze recht interessant aus. Ich nehme an, gestern war es noch nicht im Betrieb?


    Die Stadt Kiel hat sich ja den "kleinen" der beiden Container geleistet (https://www.purevento.com/pure…adtluftreiniger/#produkte ). Der ist beweglich, kann da also wieder weg, wenn die Meßwerte gut genug sind und Gras über die Sache gewachsen ist. Der schafft "nur" 40.000 m³ pro Stunde. Ich sehe da drei Öffnungen auf jeder Seite von je ca. 1m². Leider gibt es keine Info ob Einseitig angesaugt wird, das wäre mir aber irgendwie nachvollziehbar.


    Wenn das Ding jetzt richtig herum aufgestellt wurde, dann sollte es vermutlich auf der Straßenseite ansaugen. Würde dann in Richtung der Hauswand pusten. Mit 11m³ pro Sekunde über 3m² Fläche. Also knapp 4 m/s Windgeschwindigkeit bei laminarem Strom. Auf 1,5 (oder 1,6, wenn sie den Rad/Fußweg richtig gebaut haben) Breite bis zu einer senkrechten Wand (dann ists auch mit dem laminaren Strom wieder vorbei, aber hey, irgendwas ist ja immer). Das ist schon recht deutlich fühlbar. Da bleibt auch kein Dreck liegen. Bin mal gespannt, wie es sich da vorbei fährt wenn das Teil in Betrieb ist.

  • Wenn das Ding jetzt richtig herum aufgestellt wurde, dann sollte es vermutlich auf der Straßenseite ansaugen.

    Andersrum fände ich sinnvoller. Von den Wohnungen weg, zu den Dreckschleudern zurück. Vor allem, da im ersten Test wohl garkeine Filter eingebaut sind.



    Mir ist grad noch was aufgefallen (Hervorhebung durch mich):

    Bei Bedarf liefert eine integrierte Brennstoffzelle zusätzliche Energie mit umweltfreundlicher DMFC (Direktmethanol-Brennstoffzellen)-Technologie.

    In Direktmethanolbrennstoffzellen reagieren meines Wissens nach Methanol und Sauerstoff zu Wasser und Kohlenstoffdioxid. Und Methanol ist giftig, aber naja.

  • Also meine Theorie ist ja, dass diese Aktion eine Verschwörung gegen den Postillon ist. Dort hatte man sich diese ganze Aktion genau so ausgedacht und dann haben echte Nachrichtenmedien dies geklaut und ausgestrahlt/gedruckt. Danach musste man es natürlich schnell so umsetzen um das Ganze zu vertuschen. :P

    1969: Ingenieure leiten ein Projekt und der erste Mensch betritt den Mond.

    Über 40 Jahre später: Juristen und Verwaltungsleute leiten Projekte und scheitern an einem einfachen Flughafen in Berlin.

  • Ich bin vorhin mal an dem Kasten vorbeigefahren und es ist ernsthaft das Lächerlichste, was ich mir im Zusammenhang mit dieser Feinstaub-Stickoxid-Debatte überhaupt vorstellen kann. [...]

    Bitte: Baut das Ding wieder ab, stellt klar, dass es keine Fahrverbote gibt und dass die Stadt Kiel von dieser ganzen Stickoxid-Feinstaub-Debatte nichts hält.

    Feinstaub hat weder mit Fahrverboten noch mit Grenzwertüberschreitungen oder dem Luftreinigungskasten irgendwas zu tun.

  • Feinstaub hat weder mit Fahrverboten noch mit Grenzwertüberschreitungen oder dem Luftreinigungskasten irgendwas zu tun.

    Und das, obwohl insbesondere die ultrafeinen Partikel (UPM) als gesundheitsschädlich gelten, jedoch schwer zu messen sind und daher nicht systematisch erfasst werden und der Feinstaubgrenzwert PM10 der EU (40 µg/m³) doppelt so hoch ist wie der WHO Richtwert (20 µg/m³) und der PM2.5 Grenzwert der EU (25 µg/m³) 2,5-fach über der WHO Empfehlung (10 µg/m³) liegt. Würde man die EU-Grenzwerte an den WHO-Empfehlungen ausrichten, hätten wir viel eher Fahrverbote wegen Überschreitung der Feinstaubgrenzwerte als wegen Stickoxiden. Daher gehört schon beides in die Debatte.

    Natürliche Feinstaubquellen (Pollen, Winderosion, ....) tragen eher zum "gröberen" Feinstaub bei, während insbesondere die Ultrafeinen Partikel ihren Ursprung hauptsächlich in Verbrennungsprozessen haben. Auch wenn sie aufgrund ihrer geringen Größe nur eine geringe Massekonzentration aufweisen, sind sie aufgrund ihrer großen Anzahl und der insgesamt großen Oberfläche, an der sich Giftstoffe anlagern können, die über die winzigen Partikel direkt in den Körper gelangen, gesundheitlich besonders problematisch.

    Einmal editiert, zuletzt von Yeti () aus folgendem Grund: PM25 -> PM2.5 (Partikel bis 2,5µm)

  • Feinstaub hat weder mit Fahrverboten noch mit Grenzwertüberschreitungen oder dem Luftreinigungskasten irgendwas zu tun.

    Im Zusammenhang mit diesem Staubsauger nicht, aber da in der öffentlichen Diskussion beide Themenfelder immer wieder vermischt werden und Fahrverbote aufgrund von Feinstaub in ferner Zukunft nicht so ganz unvorstellbar sind, habe ich die beiden Begriffe mit Bindestrich zusammengeklemmt :)

  • Im Zusammenhang mit diesem Staubsauger nicht, aber da in der öffentlichen Diskussion beide Themenfelder immer wieder vermischt werden und Fahrverbote aufgrund von Feinstaub in ferner Zukunft nicht so ganz unvorstellbar sind, habe ich die beiden Begriffe mit Bindestrich zusammengeklemmt :)

    Fahrverbote wg. Feinstaub haben wir doch schon längst. Nennt sich "Umweltzonen".


    Mein Einwurf bezog sich darauf, dass Feinstaub mit den aktuellen Gerichtsurteilen bzw. den deswegen drohenden Diesel-Fahrverboten absolut nichts zu tun hat.

  • Die Kieler Nachrichten berichten über die Maßnahmen, die nun für reine Luft in Kiel sorgen sollen. Genauer gesagt: Die für reine Luft im Umfeld der Messstation sorgen sollen: Was kommt wann auf die Autofahrer zu?


    Ein paar Zufahrten sperren, den Schwerlastverkehr um die Station lotsen, die Höchstgeschwindigkeit herabsetzen, das war’s quasi schon. Ich bin mir sicher, dass man damit die Messwerte unter den Grenzwert drücken wird — aber ob sich die Lage stadtweit damit bessern wird?

  • Ich bin mir sicher, dass man damit die Messwerte unter den Grenzwert drücken wird — aber ob sich die Lage stadtweit damit bessern wird?

    Na klar, wenn du von dem einen Messpunkt aus auf die ganze Stadt extrapolierst.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.