„Wohlfühl-Radwege” und Oberlehrer in Haßloch

  • Im pfälzischen Haßloch war mal wieder ein Oberlehrer, der auch vor vorsätzlicher Gefährdung durch Engüberholen nicht zurückschreckt, unterwegs:


    Pressemeldung der PD Neustadt (Weinstraße):

    Zitat

    Am Mittwoch, den 02.01.2019, wurde ein Fahrradfahrer gegen 17.00 Uhr in der Rennbahnstraße in Haßloch von einem Personenkraftwagen beim Vorbeifahren leicht am Bein gestreift. Im Anschluss erfolgte ein verbaler Austausch zwischen dem Personenkraftwagenfahrer und dem Fahrradfahrer. Der Personenkraftwagenfahrer bedrängte nun den Fahrradfahrer mit seinem Personenkraftwagen. Der Fahrradfahrer wich auf den Gehweg aus und der Personenkraftwagenfahrer fuhr ihm im geringen Abstand auf dem Gehweg hinterher. Aufgrund eines Hindernisses auf dem Gehweg musste der Personenkraftwagenfahrer dann wieder zurück auf die Fahrbahn fahren. Im Anschluss verließ er die Örtlichkeit.


    Ein Pärchen mit einem dunklen Kinderwagen dürften den Vorfall beobachtet haben.

    Auslöser der "Strafaktion" könnte hier ein schmales, rot gefärbtes, hinter parkenden Autos und im Zickzack verlaufendes, aber nach den Aufnahmen bei mapillary nicht benutzungspflichtiges Handtuch gewesen sein.


    Einmal mehr eine Bestätigung für meine Theorie, dass "Radwege" grundsätzlich das Verkehrsklima vergiften und derartige Erziehungsversuche regelrecht heraufbeschwören. Selbst dann, wenn sie nicht (mehr) mit blauen Lollies beschildert sind... Also: Weg mit dem Sch...!

  • Einmal mehr eine Bestätigung für meine Theorie, dass "Radwege" grundsätzlich das Verkehrsklima vergiften und derartige Erziehungsversuche regelrecht heraufbeschwören. Selbst dann, wenn sie nicht (mehr) mit blauen Lollies beschildert sind... Also: Weg mit dem Sch...!

    Ich frage mich, ob man die Schuld für derart pathologisches Verhalten wirklich beim Auslöser "Radweg" suchen muss, oder ob diese vielmehr einzig beim Autofahrer liegt. Rein hypothetisch: Entfernte man alle Radwege, kämen bei solchen Personen dann nicht neue Auslöser für Gewalt ins Spiel?

  • Was für einen anderen vergleichbaren "Auslöser" könntest du dir da noch vorstellen...!? Also die meisten Berichte dieser Art haben doch fast immer den Auslöser, dass ein Radfahrer auf einer Fahrbahn fuhr, wo er angeblich nix zu suchen hätte.


    Die Nichtbenutzung eines "Radwegs" bietet sich doch perfekt an, um seiner (aufgestauten) Abneigung gegen Radfahrer im Allgemeinen freien Lauf zu lassen. Der Mann tat das in diesem Fall doch auch deshalb, weil er sich im "Recht" fühlte.

  • Die Nichtbenutzung eines "Radwegs" bietet sich doch perfekt an, um seiner (aufgestauten) Abneigung gegen Radfahrer im Allgemeinen freien Lauf zu lassen. Der Mann tat das in diesem Fall doch auch deshalb, weil er sich im "Recht" fühlte.

    Es ist aber nicht ganz auszuschließen, das der Typ auch ohne "Radweg" eine Grund gefunden hätte, aggressiv zu werden. Hoffentlich wird der Typ ermittelt und die FEB verordnet ihm dann eine MPU.

  • Einmal mehr eine Bestätigung für meine Theorie, dass "Radwege" grundsätzlich das Verkehrsklima vergiften und derartige Erziehungsversuche regelrecht heraufbeschwören. Selbst dann, wenn sie nicht (mehr) mit blauen Lollies beschildert sind... Also: Weg mit dem Sch...!

    Notfalls wird halt der reine Gehweg zum Radweg erklärt oder sich aus [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] eine angebliche Benutzungspflicht zusammengesponnen. Da gibt es so viele Möglichkeiten für solche Leute, sich "im Recht" zu fühlen. Selbst wenn wir alle [Zeichen 237] [Zeichen 240] [Zeichen 241-30] abschrauben würden, kapiert das doch sowiso wieder keiner.

  • Da gibt es so viele Möglichkeiten für solche Leute, sich "im Recht" zu fühlen.

    Mag sein. Die bloße Existenz von "Radwegen" (oder von mir aus auch freigegebenen Gehwegen) begünstigt das aber erst. Also gehört der Blödsinn weg! Nicht wenige Autofahrer mögen ahnungslos sein und auch noch ein paar die Ansicht vertreten, dass man mit dem Rad auch Gehwege befahren müsse... Das ändert nix daran, dass es selbst die von vielen "Radfahrern" herbeigesehnte "Separation" ist, die überhaupt erst eine Grundlage für ein derartiges Revierverhalten schafft...


    "Wer Radwege sät, wird ihr Fahrbahnprivileg verteidigende Autofahrer ernten"!

  • Mag sein. Die bloße Existenz von "Radwegen" (oder von mir aus auch freigegebenen Gehwegen) begünstigt das aber erst. Also gehört der Blödsinn weg! Nicht wenige Autofahrer mögen ahnungslos sein und auch noch ein paar die Ansicht vertreten, dass man mit dem Rad auch Gehwege befahren müsse... Das ändert nix daran, dass es selbst die von vielen "Radfahrern" herbeigesehnte "Separation" ist, die überhaupt erst eine Grundlage für ein derartiges Revierverhalten schafft...


    "Wer Radwege sät, wird ihr Fahrbahnprivileg verteidigende Autofahrer ernten"!

    Willst du Gehwege gleich mit abschaffen? Weil ja schließlich auch viele Autofahrer Gehwege für Radwege halten könnten oder der Meinung sind, dass Radfahrer auf dem Gehweg fahren müssen, wenn kein Radweg da ist.

  • Auf Gehwegen wird gegangen, auf Fahrbahnen gefahren. Insoweit ist die Trennung oft sinnvoll, erstens aufgrund der Geschwindigkeitsdifferenzen, zweitens um Fußgängern Bewegungsräume zu geben, auf denen sie unbeschwert und ausdrücklich auch unaufmerksam sein können, um aus diesem permanenten Alarmmodus herauskommen zu können, den Verkehr ansonsten derzeit mit sich bringt. Wohnviertel großflächig zu verkehrsberuhigten Bereichen zu machen, wo man auch diese Trennung aufhebt, mag durchaus überlegenswert sein, schränkt die Aufenthaltsqualität für Fußgänger aber möglicherweise auch wieder ein, was man nicht wollen kann.

    Eine weitere Separation erscheint mir nicht sinnvoll. Separation schafft oder begünstigt doch zumindest Revierverhalten.

    Willst du Gehwege gleich mit abschaffen? Weil ja schließlich auch viele Autofahrer Gehwege für Radwege halten könnten oder der Meinung sind, dass Radfahrer auf dem Gehweg fahren müssen, wenn kein Radweg da ist.

    Nette Polemik, die aber doch hakt. Wenn es landesweit keine Radwege mehr gibt, kann man sie auch nicht mehr erwarten oder Gehwege für solche halten. Was geht, nutzt Gehwege, was fährt, Fahrbahnen. Es mag Autofahrer geben, deren Hirn noch zu sehr mit dem Reichsadler verwoben ist, die das also nicht mehr zu Lebzeiten begreifen werden. Da führen aber die Gegebenheiten der Biologie alsbald eine natürliche Lösung herbei. Sachsen mal ausgenommen.

  • War gar nicht polemisch gemeint und ich möchte auch Gehwege, aber ausschließlich für Fußgänger.


    Die meisten Radwege sind Murks, keine Frage. Aber ob ich Radwege deswegen generell abschaffen möchte? Eher nicht, auch wenn bereits die grundsätzliche Existenz von Radwegen Teil des Problems ist. Da stimme ich euch ja zu. Trotzdem können Radwege sinnvoll sein, wo man als Radfahrer sonst auf der Fahrbahn mit im Auto-Stau stehen würde.


    Meiner Erfahrung nach kennen 99% der Leute nicht den Unterschied zwischen einem benutzungspflichtigen und nicht benutzungspflichtigen Radweg und sie wissen auch nicht, dass man auf Gehwegen (insbesondere solche ohne [Zeichen 239]) nicht Fahrrad fahren darf. Wie sollen sie es auch lernen, wenn sie als Kind auf diesen Wegen fahren mussten? Alles völlig verkorkst...

  • Aber ob ich Radwege deswegen generell abschaffen möchte? Eher nicht, auch wenn bereits die grundsätzliche Existenz von Radwegen Teil des Problems ist. Da stimme ich euch ja zu. Trotzdem können Radwege sinnvoll sein, wo man als Radfahrer sonst auf der Fahrbahn mit im Auto-Stau stehen würde.

    Das Problem ist, dass dieser Komfort- bzw. Beschleunigungs-Aspekt in der öffentlichen Diskussion quasi null Stellenwert genießt. Und das liegt wiederum an all den Radwege-Freunden bei ADFC und den diversen Radentscheiden, die meinen, entgegen den Tatsachen das Radfahren auf Hauptverkehrsstraßen unbedingt zur Lebensgefahr hochstilisieren zu müssen, auf dass Vater Staat endlich Platz und Geld für ihre Wegelchen-Projekte herausrücken möge. Wen nimmt es dann wunder, wenn die vom Trommelfeuer des Gefährdungs-Gequatsches genervte Kraftfahrerschaft die Radler beim Wort nimmt, und die leichtfertig herbeigeschwafelte Gefährdung konkret in die Tat umsetzt.

  • Ich stimme dir in jedem Wort zu, Th(oma)s . Weil sich Autofahrer nicht an die Regeln halten, schränkt man Radfahrer angeblich zu ihrem eigenen Schutz ein. Es ist, als würde man Frauen vor Übergriffen schützen wollen, indem man ihnen bei Dunkelheit verbietet, nach draußen zu gehen.

    Erschwerend kommt noch hinzu, dass in der öffentlichen Debatte dann der Radverkehr als das Verkehrshindernis dargestellt wird und nicht der ungezügelte Autoverkehr. Neben der über alle Kanäle eingeredeten Angst vor der Fahrbahnbenutzung kommt in meiner Stadt also noch hinzu, dass viele Radfahrer die Rolle des Verkehrshindernisses angenommen haben und schon deshalb lieber auf dem Gehweg rumkurven, damit sie niemanden stören oder behindern. Dass sie dabei Fußgänger behindern und gefährden, blenden sie gekonnt aus oder realisieren es ebenso wenig, wie die eigene Gefahr, in die sie sich begeben.

    Aus dem selben Grund halten und parken die Leute auch mit dem Auto oder Lieferwagen lieber auf Radwegen, obwohl das Halten und Parken am Fahrbahnrand zulässig wäre. Sie rechtfertigen das dann als "Pragmatismus", weil sie mehr Leuten im Auto das ungestörte Vorankommen ermöglichen als sie es Radfahrern und Fußgängern erschweren.

    Das Denken zieht sich durch bei allen Beteiligten bis zur Verkehrsbehörde und Polizei: Dann muss man halt mal kurz absteigen und schieben oder auf den Gehweg ausweichen. Man verbietet Radfahrern ohne hinreichenden Grund, auf der Fahrbahn zu fahren, sorgt aber nicht dafür, dass die Wege, auf die man sie gezwungen hat, frei sind.

    Der Komfort- und Beschleunigungs-Aspekt hat allerdings auch einen bitteren Nebengeschmack, vor allem auf den vielen unzureichenden Radwegen mit schlecht einsehbaren Kreuzungen und Einmündungen.

  • Für komplexe Probleme gibt es keine einfachen Lösungen. Das ist beim Radverkehr nicht anders. Weder ist die Abschaffung aller Radwege eine Lösung, noch die flächendeckende Anlage von Radwegen. Es gibt nur Einzelfallösungen, die eben einzeln betrachtet werden müssen.

    Und viele unsozialisierte Autofahrer, um die man sich kümmern sollte.

  • ...

    Es gibt nur Einzelfallösungen, die eben einzeln betrachtet werden müssen.

    ...

    Und was ist das Ergebnis aus der Betrachtung als separate Einzelfälle? Genau D E R Flickerlteppich, den wir heute in der Radinfrastruktur vorfinden: Willkürlich angeordnete Fahrbahnbenutzungsverbote, welche sich wiederum mit Radfahrstreifen, "Schutz"streifen und Hochbordradwegen ablösen. Warum bloß werden Fahrbahnen denn nicht so geführt? Weil es einfach absurd wäre, solch unterschiedliche Trassengestaltungen für eine bestimmte Verkehrsmittelarten vorzuhalten, bei deren Benutzung der jeweilige Verkehrsteilnehmer immer wieder benachteiligt, verunsichert, verängstigt oder gar überfordert wird. Wenn er denn tatsächlich rechtlich überhaupt noch durchblickt. Und wie soll eine solche Verkehrsteilnehmergruppe von den anderen dann noch ernst genommen werden, wenn sich das innere Kapitulieren wohl auch noch im eigenen Verhalten widerspiegelt?

  • Trotzdem können Radwege sinnvoll sein, wo man als Radfahrer sonst auf der Fahrbahn mit im Auto-Stau stehen würde.

    Du meinst, es solle einen Schnellweg für die Schnellen und einen Langsamweg für die Langsamen geben? Selbstredend mit einer Benutzungsplicht für den Langsamweg? Diese Argumentation ist brandgefährlich und moralisch sehr dünnes Eis.

  • Auch Autos werden doch durchaus unterschiedlich geführt. Eine Autobahn ist etwas anderes als eine Landstraße, innerörtliche Hauptstraße, 30-Zone oder ein verkehrsberuhigter Bereich. Hier wurde jeweils "im Einzelfall" entschieden, welches die richtige Form ist und insgesamt entsteht ein stimmiges Bild.


    Das ist beim Radverkehr nicht gelungen. Weil bisher kaum jemand genug Mühe in eine anständige Führung von Radfahrern investiert hat. Wenn man das "anständig" macht, ist es auch kein hässlicher Flickenteppich, sondern auf jeder Straße die angemessene und stetige Radverkehrsführung. Bleibt die Frage, ob die Verwaltung in Zukunft überhaupt in der Lage ist, das "anständig" zu machen.


    In Berlin gibt es da gerade ganz gute Ansätze. Auch wenn noch viel experimentiert wird, was nun gut ist und was nicht. Es besteht also durchaus Hoffnung. Es ist aber ein langer Prozess.

  • Es gibt nur Einzelfallösungen, die eben einzeln betrachtet werden müssen.

    Und viele unsozialisierte Autofahrer, um die man sich kümmern sollte.

    Einspruch: die allgemeingültige Lösung hieße: "Radverkehrsanlagen werden (wie auch separate Bus-Spuren) nur dort eingerichtet, wo sich wegen chronischer Verstopfung der Straße durch zuviel MIV aus der separaten Führung eine Beschleunigung des Radverkehrs ergibt". Auf allen anderen Strecken können Radverkehrsanlagen getrost aufgelassen bzw. zurückgebaut werden. Bis dieses Ziel erreicht ist, muss die StVO kurzfristig von der Benutzungspflicht entrümpelt werden, die auf der Lü^h^h^h irreführenden Unterstellung beruht, dass Radwege der Verkehrssicherheit dienen würden: der KFZ-Verkehr darf eh nicht schneller fahren, als für Fahrzeuge mit Fahrrad-Geschwindigkeit gut ist.

  • Nach Deiner Regel dürfte es hier keinen Radweg geben. Denn eine Beschleunigung für Radfahrer ist er normalerweise nicht.


    Ich für meinen Teil würde nicht sonderlich gerne hier jeden Tag die Fahrbahn verwenden. Selbst wenn jeder zum Überholen einen vollständigen Spurwechsel vollziehen würde.

  • Ich finde baulich getrennte Radwege an Landstraßen gut, aus Sicherheitsgründen.

    Innerorts an einer Hauptverkehrsstraße ist separate Radinfrastruktur (Radfahrstreifen) auch sinnvoll, Komfort, Schnelligkeit, ggfs. Sicherheit.

    Komplett KFZ-freie Strecken sind auch nett.

    Selbstredend mit einer Benutzungsplicht für den Langsamweg?

    Benutzungspflichten kann man aus der StVO komplett streichen. Gute Radinfrastruktur braucht keine Benutzungspflicht. Verkehrsteilnehmer müssen ohnehin immer damit rechnen, dass der Verkehrsraum vor ihnen nicht frei ist und entsprechend vorsichtig fahren.

    In Fällen wo ein Radfahrer ohne halbwegs sinnvollen Grund anderen Verkehr massiv behindert, könnte man immer auf §1 der StVO zurückgreifen.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Das ist beim Radverkehr nicht gelungen. Weil bisher kaum jemand genug Mühe in eine anständige Führung von Radfahrern investiert hat.

    Aber wie soll das gelingen, wenn man sich innerhalb der "Radcommunity" nicht mal einig ist? Natürlich kommt dann nur Zeug bei raus, was die eine Hälfte der Radler ablehnt, egal wie es gemacht wird. Für die einen ist jeder Radweg eine Einschränkung und Gefahrenpotential an Kreuzungen, für die anderen ist es wichtig, dass auch das 4/7/11/14-Jährige Kind die gleichen Wege nutzen kann und soll wie alle anderen.


    Ein "Rad-Schnellweg" der aus Platzgründen /whatever linksseitig geführt wird und ständig Konflikte an Kreuzungen verursacht, weil sie "übersehen" werden? Natürlich Unsinn, finde ich.
    Ein Schulweg der Radler entlang auf der Fahrbahn einer starkbefahrenen Bundesstraße langführt? Natürlich Unsinn, finde ich.

    Schutzstreifen die bei Stau vollgestellt sind und man die ganze Zeit am Auspuff des Vordermanns schnüffelt? Natürlich Unsinn, finde ich.

    Einfach alle Gehwege für Radler freigeben, Fussgänger werden schon sehen wo sie bleiben? Natürlich Unsinn, finde ich.

    Aber was ist jetzt die Lösung? Berlin hat für sich eine gefunden und zieht sie soweit durch, ob das jetzt gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt. Wieso schafft man es nicht, wenigstens 90% aller Radler irgendwie zu einem Kompromiss zu bringen damit dann wenigstens diese für dieses Ziel kämpfen können? Hat schon mal jemand versucht einen solchen Kompromiss zu formulieren? Oder gibt es einfach nur die beiden Meinungen "Radwege sind immer schlecht "und "ich fahre nicht neben LKW auf der Fahrbahn rum"?

  • Benutzungspflichten kann man aus der StVO komplett streichen.

    Nach den Vorschriften darf eine Benutzungspflicht nur angeordnet werden, wenn sie ein Sicherheitsgewinn für Radfahrer ist. Und wenn die Behörden sich endlich mal daran halten würden, fände ich das gar nicht so schlecht. Denn ehrlich gesagt ist es mir lieber, wenn ein Experte das nach reiflicher Überlegung entscheidet. Und nicht ich in Sekundenbruchteilen, wenn ich gerade in eine mir unbekannte Straße einbiege.


    Es gibt nunmal nicht immer ein Recht auf Selbstgefährdung (z.B. Gurtpflicht, Helmpflicht auf dem Motorrad), etc. Da darf der Gesetzgeber durchaus tätig werden. Dass die Verwaltung dann oft Blödsinn daraus macht, ist streng genommen ein anderes Problem, für das es auch eine andere Lösung gibt.