Woche 29 vom 16. bis zum 22. Juli 2018


  • Vor einiger Zeit gab’s ja in Berlin eine Förderprämie für die Anschaffung eines Lastenrades. Im Gegensatz zur Abwrack- oder E-Auto-Prämie, die ja niemand haben möchte, war der Topf offenbar bereits nach nicht einmal einem Tag leer:




    Thematisch passend dazu schreibt heise online: Was die EU in Zukunft von Lastkraftwagen verlangt

    • Im Erdkundeunterricht wurde mir damals erklärt, dass wir im Jahr 2100 mit Hitzewellen, zusammenbrechenden Stromnetzen, kollabierenden Menschen, Waldbränden und Trinkwassermangel aufgrund des Klimawandels zu rechnen hätten. Nun ist gerade mal das Jahr 2018 halb rum und die Auswirkungen sind bereits beängstigend: Ist das der Treibhauseffekt?

    Ich bin die Woche über folgenden Artikel gestolpert und weiß nicht so recht was ich davon halten soll:

    https://www.focus.de/panorama/…-erdbeben_id_9234191.html


    Kennt sich da jemand von euch mit aus, sind 30 Jahre realistisch oder nur Panikmache?

  • Kennt sich da jemand von euch mit aus, sind 30 Jahre realistisch oder nur Panikmache?

    Ich kenne mich da nicht wirklich aus.

    Aber sieh's mal so: Zähl mir mal paar andere aktive Vulkane in Deutschland auf. Oder wann gab es den letzten Vulkanausbruch?

    Mir fällt da mal genau gar nichts ein. Die nächsten aktiven Vulkane die ich kenne sind auf Island und auf SIzilien.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…n_Vulkanen_in_Deutschland weiß es etwas genauer.


    Warum soll gerade zu unseren Lebzeiten ein Vulkan in Deutschland ausbrechen? Ich halte es da für viel wahrscheinlicher, dass irgendein Geologe rumspekuliert hat und dann ein Klatschmagazin einen Artikel draus gemacht hat. Und wenn in 30 Jahren nichts passiert, wer erinnert sich dann noch daran, dass vor Jahrzenten im Fokus ein Quatschartikel stand?

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Wenigstens haben die auf den Originalartikel verlinkt: https://www.freiepresse.de/vog…in-vulkan-artikel10255812


    Dort heißt es: "Die wachsende Intensität beobachten Forscher in einem Zeitfenster von 30 Jahren - für die Geophysik nicht einmal ein Wimpernschlag. … 1985 war das bislang stärkste Beben in der Region gemessen worden"


    Im Lokus heißt es: "Die Aktivität in dem Gebiet ist so hoch, dass schon in 30 Jahren ein aktiver Vulkan in Sachsen sein könnte. Für die Geophysik ist das nur ein Wimpernschlag."

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Zitat

    Deshalb wolle die AfD „eine rationale Diskussion darüber eröffnen, wie man den Raum in der Stadt optimal nutzen“ könne. Autos sieht Spaniel da im Vorteil.


    Wie bitte sollten Autos bei der Raumnutzung ein Vorteil sein? Auf eine Begründung dafür wäre ich aber gespannt.


    Die gehen auf Stimmenfang bei Autofahrern, die sauer sind wegen dem massiven Preisverfall ihrer Dieselautos. Das Schlimme ist, dass man in den Kommentaren sehen kann, das dies sogar funktioniert. :(

  • Ich habe gerade mal in diese Kommentare reingelesen. Wie oft da das Ironie-Tag vergessen wurde, ist erschreckend. DIe können das doch nicht ernst meinen, oder ...?

  • Zitat

    Gerade erhoben. Havelradweg von Kladow nach Spandau. Ausgebaut durch Verengung der Fahrbahn, mit separater Radspur. Länge des Teilstücke ca. 5 km. Radfahrer zwischen 9:00 und 10:00 Uhr. Gerade mal zwei, und das an einem herrlichen Sommertag...!

    Na wieder mal ne tolle Datenerhebung, unter der Woche vormittags, wenn die meisten im Büro sitzen und arbeiten

  • Ich sag's mal salopp: bei AKWs wird das Risiko gerne nach dem Prinzip »1 GAU pro 30.000 Betriebsjahre« beziffert. Nach Harrisburg gab es sarkastische Kommentare: »Oh, die 30.000 Jahre sind aber schnell rum.«

    Ganz einfach: »einmal innerhalb von 30.000 Jahren« heißt ja nicht »erstmals nach 30.000 Jahren«.

  • Ja. Aber da es bisher weder möglich ist, Erdbeben noch Ausbrüche bereits vorhandener Vulkane exakt vorherzusagen, teilweise noch nicht mal grob, ist die Ankündigung eines Vulkanausbruchs an neuem Ort innerhalb der nächsten 30 Jahre sehr ehrgeizig und wohl auch nicht das, was die Forscher gesagt haben. Eher das, was der Focus gerne schreiben wollte.

    Ich wohne in der Voreifel, der letzte Ausbruch eines Eifelvulkans ist wohl knapp über 10.000 Jahre her. Geologisch ist das noch nicht mal ein Wimpernschlag. Ein neuer Ausbruch in naher Zukunft ist nicht auszuschließen. Trotzdem schlaf ich ganz gut. Beben gibt es hier auch ab und zu, wie auch im Rheingraben.


    Kritisch wird es erst dann, wenn Hebungen beobachtet werden und diese sich schließlich beschleunigen. Das sind Hinweise auf einen Ausbruch.


    Immerhin, wenn die Bohrungen mit feinfühligen Geophonen bestückt sind, ist es wahrscheinlich möglich, durch die Erschütterungswellen neuer Erdbeben wie bei Ultraschallaufnahmen das Vorhandensein einer Magmakammer zu verifizieren, ihre Größe zu berechnen und auch, ob sie sich vergrößert und wenn ja, wie schnell. Bis diese Daten vorliegen, ist alles Spekulation.

  • Ich sag's mal salopp: bei AKWs wird das Risiko gerne nach dem Prinzip »1 GAU pro 30.000 Betriebsjahre« beziffert. Nach Harrisburg gab es sarkastische Kommentare: »Oh, die 30.000 Jahre sind aber schnell rum.«

    Ganz einfach: »einmal innerhalb von 30.000 Jahren« heißt ja nicht »erstmals nach 30.000 Jahren«.

    Klar ist der Kommentar "30.000 Jahre sind aber schnell rum" so nicht korrekt. Aber im Prinzip sagt er das richtige: Diese angegebene Wahrscheinlichkeit "1 pro 30,000 Jahre" ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zu niedrig angesetzt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es eine stichhaltige Grundlage für diese Zahl gibt.

    Davon abgesehen ist "1 pro 30,000 Jahre" noch immer ziemlich hoch. Wenn man 1000 Reaktoren betreibt, ist man bei "1 pro 30 Jahre".

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Auf eine Begründung dafür wäre ich aber gespannt.

    Ich nicht. Ist die doch Masche dieser Knalltüten, irgendwelche steilen Thesen aufzustellen und sich zu freuen, wenn möglichst viele über ihre Stöckchen springen.

    Und das Schlimme: die tun das auch.

    "Preisgünstige Abdeckungen von Versorgungsleitungen sind mit den Zeichen 237, 240 oder 241 zu kenntlich zu machen."
    Aus den Apokryphen zu §41 STVO

  • Also laut Wikipedia sind weltweit knapp 500 Kernkraftwerke in Betrieb. Das wäre dann also alle 60 Jahre. Da liegen wir aktuell drüber.

    Ein GAU ("Auslegungsstörfall") ist übrigens ein Störfall, bei dem außerhalb der Anlage noch keine Strahlengrenzwerte überschritten werden.

    Darüber liegt noch der Super-GAU ("super" im wissenschaftlichen Sinn von "über").

    Ich weiß nicht, auf welches von beiden sich die 30.000 Jahre beziehen.