Hamburg - Unfälle mit Radfahrern

  • Drei Fotos von der Mahnwache am Sonnabend. Obwohl ich seit Ewigkeiten nicht mehr durch die HafenCity gefahren bin und ich die Dame nicht einmal gekannt habe, hat mich das alles sehr mitgenommen. Die nächsten Angehörigen der Getöteten waren ebenfalls anwesend und dann höre ich mir an, dass der nunmehr verwitwete Vater seinem Sohn erzählen muss, dass Mama jetzt in den Sternen wohnt.


    Sowas macht mich fertig.



    Okay, klar, Menschen sterben. Wenn nicht bei Verkehrsunfällen, dann an Krebs oder an Krankenhauskeimen oder an falscher Ernährung oder Asbestose. Und wenn nicht daran, dann irgendwann an Altersschwäche. So ist der Lauf des Lebens.


    Und ganz unabhängig davon, ob hier ein Fahrfehler seitens der Radfahrerin vorlag oder nicht, ob sie ordnungswidrig geradeaus fahren wollte oder nicht, stelle ich gerade in der HafenCity mit großem Bedauern fest, wie schlecht die dortige Infrastruktur für Menschen ist, die nicht mit dem Auto fahren wollen.


    Okay, das stimmt so in dieser Form nicht, die U-Bahn-Linie 4 wurde sogar dermaßen rechtzeitig dort gebaut, dass jahrelang geunkt wurde, warum Fahrgäste dort aussteigen sollten, wo außer einer Bauwüste nichts zu sehen wäre. Das ist mal eine der wenigen Stadtentwicklungsprojekte, wo die U-Bahn nicht erst unter die fertig gebauten Stadtviertel gebohrt werden soll und dann mit fünfzig Jahren Verspätung gebaut wird und aufgrund der explodierenden Kosten nie fertig wird.


    Aber diese untermaßigen Schutzstreifen in dieser Straße, der komische Radweg in der nächsten Straße, dann ein ständig zugeparkter Radfahrstreifen in der übernächsten Straße, der doppelte Zweirichtungs-Radweg in der Hauptstraße der HafenCity, die teilweise gänzlich unterschiedliche Radverkehrsführung an den Kreuzungen, als hätte man an jeder Kreuzung das Rad (Pardon) noch mal neu erfinden müssen — wie kann das denn bloß passieren?


  • Blick in Richtung der Unfallstelle. Man darf nur rechts abbiegen und es stellt sich ja durchaus die Frage, ob das wohl auch für den Radverkehr gilt oder nicht ...

    Tippe auf, gilt nicht für den Radverkehr, dass der nur rechts abbiegen darf.

    Hier eine Stelle in Hannover,

    wo der Radverkehr eigentlich in beide Richtungen abbiegen dürfen sollte, weil die Fahrradfahrer*innen aus Richtung Ohestraße kommend auf einen Zweirichtungsradweg stoßen.


    Kann man sehr gut am Fahrradweg-Schild [Zeichen 237] links im Bild erkennen.

    Machen auch sehr viele Fahrradfahrer*innen so, weil andernfalls je nach Ziel ein erheblicher Umweg zu fahren wäre. Laut Beschilderung müssten aber alle Fahrradfahrer ausnahmslos nach rechts abbiegen, oder ein kleines Stück das Rad schieben.


    Oder ersetzt vielleicht das [Zusazzeichen 1000-32] über dem "Vorfahrt achten" [Zeichen 205] das [Zusatzzeichen 1022-10] unter dem Schild "Vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts"?

    Nein, wohl doch eher vergessen. Hier mit:

  • Leider gab es auch ja in der Region Hannover in den letzten Wochen erneut schwere Abbiegeunfälle, bei denen Fahrradfahrer getötet wurden. Jetzt kontrolliert die Polizei. Vor zwei Tagen berichtete die HAZ unter dem Titel: "Viele Verstöße: Polizei Hannover kontrolliert zu schnelle Lkw-Abbieger". Das Ergebnis bestätigt die erwarteten Befürchtungen: LKW fahren oft zu schnell beim Abbiegen.

    Kein Wunder, denn leider ist zu befürchten, dass solche Kontrollen viel zu wenig oder gar nicht stattfinden. Es sei denn, dass es mal wieder zu solchen schwerwiegenden Unfällen kommt, bei denen Tote zu beklagen sind. Aber wird die Kontrollinitiative auch länger vorhalten. Und warum wird nicht von vornherein eine Technik verbaut, die entsprechend den eingegebenen Navi-Daten rechtzeitig vor dem Abbiegen die Fahrzeuggeschwindigkeit reduziert auf Schrittgeschwindigkeit?