Neues aus Stade

  • Der mögliche Straßenausbaubeitrag ist für Bauherren ziemlich sicher kein Entscheidungskriterium bei der Planung eines Hauses/Grundstücks. Dazu sind die Kosten viel zu unregelmäßig. Oft passiert da ja 50 Jahre gar nichts. Anders sähe es aus, wenn es regelmäßige Abgaben gäbe. In der aktuellen Form sind die Straßenausbaubeiträge einfach nur ein Damoklesschwert, das über jedem Hausbesitzer schwebt und alle Jubeljahre ziemlich zufällig und schwungvoll auf einige herab fällt. Das entfaltet keinerlei Steuerungswirkung. Außerdem wird das Bestellerprinzip außer Kraft gesetzt: Die Stadt bestellt, die Anwohner zahlen.

    Das ist selten eine gute Idee, da die Maßnahmen dann häufig zu teuer werden.

    Man sollte diese Dinge besser aus dem allgemeinen Haushalt (z.B. Grundsteuer) bestreiten.


    Zumindest grundsätzlich könnten Grundsteuer, Winterdienst und Straßenreinigung so eine Wirkung gegen die Zersiedlung haben. Durch deren (zurecht geringe) Höhe ist der Effekt aber wohl zu vernachlässigen.

  • Der mögliche Straßenausbaubeitrag ist für Bauherren ziemlich sicher kein Entscheidungskriterium bei der Planung eines Hauses/Grundstücks. Dazu sind die Kosten viel zu unregelmäßig. Oft passiert da ja 50 Jahre gar nichts. Anders sähe es aus, wenn es regelmäßige Abgaben gäbe. In der aktuellen Form sind die Straßenausbaubeiträge einfach nur ein Damoklesschwert, das über jedem Hausbesitzer schwebt und alle Jubeljahre ziemlich zufällig und schwungvoll auf einige herab fällt. Das entfaltet keinerlei Steuerungswirkung. Außerdem wird das Bestellerprinzip außer Kraft gesetzt: Die Stadt bestellt, die Anwohner zahlen.

    Das ist selten eine gute Idee, da die Maßnahmen dann häufig zu teuer werden.

    Man sollte diese Dinge besser aus dem allgemeinen Haushalt (z.B. Grundsteuer) bestreiten.


    Zumindest grundsätzlich könnten Grundsteuer, Winterdienst und Straßenreinigung so eine Wirkung gegen die Zersiedlung haben. Durch deren (zurecht geringe) Höhe ist der Effekt aber wohl zu vernachlässigen.

    Da stimme ich dir ganz und gar zu. Nur: Das Thema Strabs wird ja immer dann hochgekocht, wenn mal wieder wer betroffen ist, der mehrere Jahrzehnte verschont wurde und dem es gelingt sich als armes Opfer von Verwaltungswillkür zu präsentieren. Dann kommen bevorzugt FDP und CDU-Politiker und präsentieren sich als Retter des "kleinen Mannes". Wenn es dann aber dann darum geht, eine Kompensation einzuführen, mit der Geld generiert werden kann für den Straßenerhalt, dann schlagen sich diese Parteien in die Büsche. Richtig eklig in Hannover war es, dass vor den letzten Bürgermeisterwahlen die CDU damit hausieren ging, es müssten ganz dringend ganz viele Straßen renoviert werden (Schlaglochpiste etc. - Getöse).

    Der SPD-OB Kandidat Schostok versprach ein Straßenausbau-Programm. Und er setzte es auch konsequent um. Das hat natürlich zu Kosten für Anwohner geführt. Und an der Stelle ist dann mehrfach FDP und CDU in Erscheinung getreten und hat das Problem, schlechter Zustand der Straßen, ganz klein geredet und so getan als würde die Verwaltung völlig willkürlich voll funktionsfähige Straßen kostspielig auf Kosten der Anwohner erneuern.

    Ich befürchte ganz einfach, dass die Straßenausbaubeiträge nicht mehr erhoben werden, aber auch keine Kompensation stattfindet. Und zu guter letzt wird an Kita-Plätzen gespart, um Autofahrer-Rennpisten zu erhalten.

  • Das Thema Strabs wird ja immer dann hochgekocht, wenn mal wieder wer betroffen ist, der mehrere Jahrzehnte verschont wurde und dem es gelingt sich als armes Opfer von Verwaltungswillkür zu präsentieren.

    Genau so fühlt es sich vermutlich tatsächlich an, wenn die plötzlich die Kommune um die Ecke kommt und einen fünfstelligen Betrag haben möchte. Würde mir nicht anders gehen, wenn meine Finanzplanung so plötzlich über den Haufen geworfen wird.

    Außerdem setzen diese Beiträge einen ziemlichen schlechten Handlungsanreiz: Es ist kostengünstiger, eine Straße regelmäßig in Schuss zu halten als sie alle 30 Jahre einmal komplett neu zu bauen.

    Für ersteres gibt es aber kein Geld von Anwohnern. Die Kommunen haben also einen handfesten Anreiz, die Straßen verkommen zu lassen.

    Ich befürchte ganz einfach, dass die Straßenausbaubeiträge nicht mehr erhoben werden, aber auch keine Kompensation stattfindet.

    Da musst Du Dir vermutlich keine Sorgen machen: Die Grundsteuer wird im Rahmen der Reform ziemlich zuverlässig ordentlich steigen.

  • Man könnte Stade als schlechtes Beispiel für eine illustrierte Version der VwV-StVO heranziehen.


    Heute Zu §2 "Straßenbenutzung durch Fahrzeuge" Zu Absatz 4, Satz 2


    Soweit die Theorie und hier die Praxis:



    In Gegenrichtung:


    In Ermangelung des facepalm-Smileys: ;(

  • Radverkehr vom Fußverkehr an der Haltestelle getrennt, von der Idee her gar nicht mal so dumm ...

    ... sofern da keine Fußgänger abkürzen etc.

    Tempo 30 gilt ja nur auf kurzer Strecke, ich vermute mal, dass es davor und danach auch einen b-pflichtigen Radweg gibt? Den zu unterbrechen wegen eines kurzen T30-Stückchens samt ein- und ausfädeln in/aus dem Autoverkehr empfiehlt sich vermutlich auch nicht unbedingt.

    Wenn schon Radweg insgesamt in der Straße, ist diese Lösung vermutlich gar nicht mal die schlechteste ...

    (Ob der Radweg insgesamt in der Straße nötig ist, erschließt sich aus den zwei Bildern aber nicht.)

  • Das bunte Gebäude im Hintergrund ist ein Kindergarten. Daneben gibt es noch eine Grund- und eine Hauptschule. Der Abschnitt mit Tempo 30 ist neu.


    Bis vor etwa zwei Jahren sah es so aus. Das Blech, von dem man rechts im Bild die Rückseite sieht, ist ebenfalls ein Z240. Auch vorher sollten Radfahrer bereits hinter der Haltestelle langfahren, allerdings durften dort auch noch Fußgänger gehen. Die vielen unterschiedlichen Beläge machen die Verkehrsführung jedenfalls nicht deutlich klar. *edit: Auf dem Bild sieht man auch Mutter mit Sohn auf dem linksseitigen Gehweg pedalieren.


    Im November 2017 wurden dann wenigstens die Furtmarkierungen aufgebracht und an allen Kreuzungen die [Zusazzeichen 1000-32] über den [Zeichen 205] installiert, aber das Grundproblem ist ja ein anderes.


    Dieser gemeinsame Geh- und Radweg ist in beiden Fahrtrichtungen benutzungspflichtig, an einer einzigen breitesten Stelle 2,20m "breit", ansonsten durchgehend zwischen 1,40m und 1,80m. Es gibt schlecht einsehbare Kreuzungen, an denen die Radfahrer vorschriftsmäßig auf der falschen Straßenseite ankommen. Etwa an dieser Stelle ereignete sich 2017 ein Unfall zwischen einem Fußgänger und Radfahrer.


    Die Fahrbahn ist so schmal, dass knappes Überholen bei Gegenverkehr nicht möglich ist. Die Benutzungspflicht dient wieder ausschließlich dem Zweck, dem Autoverkehr freie Fahrt zu verschaffen. Kurioser Weise gibt es aber kein Parkverbot, trotz Linienbusverkehr (eine Buslinie).


    So sieht der Beginn dieser Straße aus: Die Anordnung der Benutzungspflicht, die es eigentlich nur aus Gründen der Verkehrssicherheit geben dürfte, ist mit einem Warnhinweis versehen.


    Später kommt diese Einmündung. Inzwischen auch mit markierter Furt, aber was nutzt das, wenn ordnungsgemäß geisterfahrende Radler nicht zu sehen sind?


    An einigen Stellen ist der gemeinsame Weg gerade mal 1,40m breit.


    Die Straße wurde bereits im Radverkehrskonzept von 1999 als Unfallschwerpunkt genannt und nichts hat sich seitdem geändert (außer den Ende 2017 aufgebrachten Furten). Auf diesem Weg gehen Schulkinder zur Schule, neben der erwähnten Grund- und Hauptschule gibt es noch den Hintereingang eines Gymnasiums. Und dazwischen Radverkehr in beiden Fahrtrichtungen.

    Ob der Radweg insgesamt in der Straße nötig ist, erschließt sich aus den zwei Bildern aber nicht

    Konnten die weiteren Bilder diese Frage beantworten? :) Die Frage, ob er zulässig ist, kann man wohl eindeutig mit "nein" beantworten. In einer Stadt, in der Radfahrer seit 30 Jahren zum Gehwegradeln erzogen wurden, wird alleine die Aufhebung der Benutzungspflicht aber nicht viel bewirken.


    Das ist in der Thuner Straße. Am liebsten wäre es mir, die parallele Dankersstraße zur Fahrradstraße auszubauen und mit einem Fahrrad-tauglichen Belag zu versehen. Derzeit ist das wegen eines sehr unebenen Kopfsteinpflasters keine echte Alternative. Die Aufhebung der Benutzungspflicht in der Thuner Straße wurde bereits im Radverkehrskonzept von 1999 gefordert.


    Hier: https://goo.gl/maps/643y7bfrLkB8JLqk6

    Thuner Str. / Grazer Straße / Am Hang

  • Bis vor etwa zwei Jahren sah es so aus.

    Ah, in der Tat Verbesserungen ggü. vorher ...

    Konnten die weiteren Bilder diese Frage beantworten? :)

    Äh ... JA! ;)

    So sieht der Beginn dieser Straße aus: Die Anordnung der Benutzungspflicht, die es eigentlich nur aus Gründen der Verkehrssicherheit geben dürfte, ist mit einem Warnhinweis versehen.

    Die Stelle ist ja die reinste Katastrophe ...

    Da scheint immer der selbe zu stehen? Der Bäcker vermutlich? Und wenn man die Stelle überlebt, kriegt man von ihm das, was unten links auf Deinem Foto steht?:whistling:

    Man könnte ihn mal fragen, ob er sich bewusst ist, dass er nach § 10 dort NIEMALSNIENICHT ohne Einweiser ausparken darf, andernfalls (u.U. sogar mit Einweiser, weil letztverantwortlich ist nur der Fahrer) stünde er mit einem Fuß im Gefängnis und/oder hat 'ne millionenschwere Haftungsklage an der Backe ...

    Mit etwas Glück hat das Wort eines ansässigen Gewerbetreibenden genug Gewicht, an dem Radweg was zu ändern ...

    (Was im nicht viel hülfe, er hätte das Problem weiterhin, weil ja auch Kinder auf einem Gehweg fahren dürfen und die schwerhörige Oma, die nicht hört, wie er sein Auto startet, darf mit Rollator auch vorbei ... Etc. Eigentlich dürften da nur Fahrräder parken ...)

  • Da scheint immer der selbe zu stehen? Der Bäcker vermutlich?

    Ja, offensichtlich immer der weiße Transporter der Bäckerei.

    Bild von Malte: https://criticalmass.in/stade/2018-07-23/photo/27585


    In Gegenrichtung: Anhand des Zollstocks im Vordergrund und der Fugen der Pflasterung komme ich auf eine Restbreite von 1,10m zwischen Stoßstange und Bordsteinkante. Aber geht nicht anders wegen der in Stade ungewöhnlich verengten Platzverhältnisse (getrennte Fahrspuren für Links- und Rechtsabbieger).


    Manchmal steht der Bully aber auch auf dem Gehweg der Harsefelder Straße. Erwischt? https://goo.gl/maps/nkutrpXS8n1SttCK8

    *edit: nein, auch bei Google-Maps sieht man den weißen Transporter an der Stelle.


    Der Parkplatz hinter dem Haus ist natürlich nur für die Kunden.

  • Ich bin immer noch der Meinung, dass Yeti noch ein wenig mehr erreichen könnte, wenn er das alles in (s)einem eigenen Blog behandeln würde. Material hat er ja mehr als genug... :)


    Was den Pannenflicken betrifft: Der war mal eine gute Idee, hat (leider) seine besten Zeiten längst hinter sich. Dieses Jahr hat man bundesweit(!) nur 7 Kandidaten anzubieten.

  • Die Nominierung zum "Pannenflicken" wird es geben, sobald Stade Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen geworden ist. Bürgermeisterin Nieber hält die Mitgliedschaft und Zertifizierung als fahrradfreundliche Kommune für die wesentlichen Merkmale einer fahrradfreundlichen Stadt. Da würde ich den Optimismus dann gerne etwas dämpfen, zumal die Radfahrer sicherlich nichts davon spüren, ob im Rathaus irgendwo eine Urkunde auf dem Flur hängt oder nicht. Die Motivation sehe ich ohnehin eher darin, dass man anschließend behaupten kann, man sei fahrradfreundlich, sobald man Mitglied in der AGFK geworden ist und erst recht, wenn man dafür sogar zertifiziert wurde.


    Man kann viel meckern, aber meckern alleine hilft nicht. Und trotz aller Mängel und Unzulänglichkeiten kann man ja hier trotzdem Fahrrad fahren. Einerseits muss man natürlich Missstände ansprechen, aber ich halte auch nichts vom ständigen Lamentieren, dass alles ganz furchtbar ist. Ich möchte halt auch, dass hier künftig mehr Leute Fahrrad fahren als bisher. Dafür muss man dann aber auch mal aus der ständigen Opferrolle herauskommen. Wer will schon gerne zum Opfer werden, wenn er doch auch weiterhin bequem mit dem Auto fahren kann?


    Es gib die Facebook-Seite https://www.facebook.com/fahrradfreundlichesStade/ mit 150 Abonnenten und 500 - 1000 Aufrufen pro Woche, manchmal auch mehr. Der Blog dient nur als Ergänzung, z.B. für die Aktion mit den Fragen an die Kandidaten zur Bürgermeisterwahl.


    Die Diskussionen hier mit euch haben mir schon sehr geholfen und neue Ideen und Impulse gegeben. Vielen Dank dafür euch allen!