Radfahrstreifen Dammtor und Edmund-Siemers-Allee in Hamburg

  • Weiß jemand genaueres über die geplante Infrastruktur am Bahnhof Dammtor und nebenan in der Edmund-Siemers-Allee? Heute morgen sollten da fünf Bäume gefällt werden, die Arbeiter wussten nur von einem Baum und auch nichts von einem Streifen. Okay, das mit dem Streifen ist auch nicht mehr deren Job, aber im Netz finde ich dazu nur grobe Informationen. Geht es da tatsächlich um eine Art Umleitung für die wegen des CCHs gesperrte Tiergartenstraße? Oder ist das nur so ein Irgendwie-mal-was-Ding?


  • Ich habe von den Planungen das erste mal vor 2-3 Jahren gehört. Hat mit dem CCH nichts zu tun.
    Ich meine, es geht letztlich darum, den Radverkehr stadteinwärts auf die rechte Straßenseite zu bringen. Genaue Planungen gab es damals noch nicht.
    Anfrage an den LSBG bezüglich Planungsunterlagen ist raus, aber die müssen erst noch irgendwas prüfen.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Nun ist auch der Teil des Radfahrstreifens vor dem Bahnhof Dammtor in einem einigermaßen betriebsbereiten Zustand. An der Kreuzung zur Grindelallee hatte ich mich schon über diese breite Weiche gefreut und mich gewundert, dass man sich offenbar plötzlich zu überbreiten Radfahrstreifen durchringen konnte, die der zu erwartenden Verkehrsstärke tatsächlich gerecht würden:




    Aber Hamburg dann so: Nö. Immerhin gibt’s einen Rüttelstreifen, damit Tagträumer am Lenkrad geweckt werden. Ich bekam heute gleich mal zu spüren, wie Überholmanöver zwischen Radfahrern ablaufen: „Klingelingeling!“, „Haaaaallo!“ und schon zieht ein Typ mit seinem Klapperrad ohne jeglichen Abstand vorbei. Leider ebenfalls ohne Bild muss der junge Mann auskommen, der mir kurz nach diesen beiden Bildern auf dem Rad entgegen kam. Man kann es sich nicht ausdenken, aber wo eine Radverkehrsinfrastruktur zu sehen ist, da wird halt auch in der falschen Richtung geradelt.




    Rechts einordnen um links zur Universität abzubiegen. Oh Gott, was war das damals für ein Drama, als diese Regelung oben am Siemersplatz für den Kraftverkehr eingerichtet wurde. Für Radfahrer ist so etwas vollkommen normal.


    So normal wie Verkehrsschilder, die auf dem Radfahrstreifen stehen, weil ja in Ermangelung eines Hochbordradweges kein Platz mehr bleibt, um den Kram auf ebenjenem Radweg abzustellen.



    Genauso normal: Der Radfahrstreifen wird natürlich schon fleißig zugeparkt. Ich habe dort nachts aus dem Bus oder der S-Bahn schon mehrfach Kraftfahrzeuge gesehen, die offenbar länger als „nur mal kurz“ dort parken, aber ein Klassiker sind ja auch diese obligatorischen „Nur ganz kurz“-Parker direkt vor dem Haupteingang, die aufgrund der Bauarbeiten den Parkplatz auf der Rückseite des Bahnhofs nicht mehr finden. Die Tragödie wird erst richtig schlimm dadurch, dass die Leute dann aufgrund des Bauzaunes nicht einmal von der Fahrbahn runterkommen. Trotzdem wird dort regelmäßig geparkt.



  • Zitat

    An der Kreuzung zur Grindelallee hatte ich mich schon über diese breite Weiche gefreut und mich gewundert, dass man sich offenbar plötzlich zu überbreiten Radfahrstreifen durchringen konnte, die der zu erwartenden Verkehrsstärke tatsächlich gerecht würden:


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    Da bin ich gespannt, wann es da das erste Mal kracht. Der geradeaus fahrende Radfahrer kommt mit reichlich Schwung vom Fernsehturm und trifft auf den einmündenden Radfahrer aus der Grindelallee. Der Winkel ist etwas spitz geraten und war wohl auch anders geplant (siehe rechts die Vormarkierung). Aber beim Markieren hatte man wohl nicht die richtigen Schablonen dabei und hat es dann etwas verändert.




    Spannend wird es im Winter, wenn der von der Fahrbahn zusammen geschobene Schnee den Kantstein links verdeckt und Radler versuchen drüber zu fahren.




    Insgesamt ist die Bemühung aber positiv zu sehen, denn der Geradeaus-Radler aus Richtung Fernsehturm hat keine Ampel zu beachten.



  • Zitat

    So normal wie Verkehrsschilder, die auf dem Radfahrstreifen stehen, weil ja in Ermangelung eines Hochbordradweges kein Platz mehr bleibt, um den Kram auf ebenjenem Radweg abzustellen.


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    Das Kfz-Verschwenkungs-Schild stand vorher direkt vor Lichtsignalanlage und verdeckte das in diesem Fall geltende Rotlicht des Kfz Verkehrs. Hatte darauf hingewiesen und es wurde dann auch schnell verrückt.


        



    Die Notwendigkeit ist an den vielen Gummispuren der Radler zu erkennen. Ist aber auch durch die noch abgedeckte Radfahrerampel bei 30 km/h nicht sofort zu begreifen.




    Obwohl noch kein Herbst ist, ist jetzt schon ein Problem zu erkennen. Der ganze Dreck sammelt sich rechts. Wie die Schmutzbeseitigung weiter oben an der Einmündung der Grindelallee mit der kleinen Protektet Bike Lane (bauliche Abtrennung zur Fahrbahn durch den Kantstein) funktioniert, wird die Zukunft zeigen.

  • Nun ist auch der Teil des Radfahrstreifens vor dem Bahnhof Dammtor in einem einigermaßen betriebsbereiten Zustand. An der Kreuzung zur Grindelallee hatte ich mich schon über diese breite Weiche gefreut und mich gewundert, dass man sich offenbar plötzlich zu überbreiten Radfahrstreifen durchringen konnte, die der zu erwartenden Verkehrsstärke tatsächlich gerecht würden:


    Aber Hamburg dann so: Nö. Immerhin gibt’s einen Rüttelstreifen, damit Tagträumer am Lenkrad geweckt werden.

    Gehe ich richtig in der Annahme, dass der aus der Grindelallee einbiegende Radfahrer den durchgezogenen Breitstrich in der Weiche nicht überfahren darf? Dann wird die Kurve sehr eng.

  • Auf der Gegenseite ist es aber eine Katastrophe!

    Der Fuß- und Radweg vor dem Uni-Hauptgebäude wird erneuert. Die Breite des Radwegs wird auf 2 m verringert, dafür bekommen die Fußgänger mehr Platz.




    Stadtauswärts wurde eine Fahrspur gesperrt, damit der Fuß- und Radverkehr stadtauswärts an der Baustelle vorbei kommt.




    In die Gegenrichtung, stadteinwärts, ist aber eine Vollsperrung.



    Natürlich, wie es sich in Hamburg gehört, ohne Hinweis wo und wie es denn alternativ lang geht.



    Also, dass es dort für Radfahrer gesperrt ist (der ehemalige Zweirichtungsradweg wird/ist ja aufgelöst), dafür habe ich Verständnis. Allerdings sollte man Radler schon an der Grindelallee darauf hinweisen, dass es auf der Gegenseite vor dem Uni-Hauptgebäude nicht wie 20 Jahre gewohnt weiter geht.

    Die Sperrung für Fußgänger finde allerdings skandalös. Und führt letztendlich dazu, dass Beschilderung in Hamburg nicht mehr ernst genommen wird.

  • Das ganze Ding ist ja wohl ein schlechter Witz.


    Außer dem Wegfall von 5 Auto und (inoffiziellen) 100 Fahrradparkplätzen hat sich da ja quasi nix verändert. Ok, die Fußgänger wurden noch dichter zusammengedrängt. Wo ist der Sicherheitsgewinn, wo die Komfortsteigerung?


    Steuergeldverschwendung müsste strafbar sein. :cursing:

  • Ich bin da heute langgeradelt.


    Erste Herausforderung: die Stelle mit der abgedeckten Fahrradampel. Ich fahre darauf zu, sehe aus der Ferne eine große rote (Fahrbahn-)Ampel und eine kleine grüne Ampel mit einem Fahrradsymbol. Oh, denke ich: es gilt die Fahrradampel, also habe ich grün. Dann sehe ich den winzigen Linkspfeil unter dem Grün. Aha, denke ich, durch den Linkspfeil gilt diese Ampel nicht für Radler, die geradeaus wollen. Also gilt für mich doch die große rote Fahrbahnampel. (Ohne Abdeckung hätte links neben dem grünen Radlerampelchen eine rote Radlerampel geleuchtet. Kann man aus 30 Metern erkennen, dass nicht die linke Ampel, sondern die 10 cm rechts davon hängende Ampel für Linksabbieger gelten soll?)


    Zweite Herausforderung: Direkt vor dem Bahnhof hängt eine fette Fahrbahnampel, die für Rechtsabbieger rot zeigt. Die Fahrbahnampel geradeaus zeigt grün. An dieser Stelle hängt keine Fahrradampel. Also müsste diese Ampel für mich gelten und ich anhalten, weil ich zum Stephansplatz will. Wenn ich das tue, blockiere ich den gesamten Radfahrstreifen. Aber was ist das? 20 Meter weiter vorne ist eine Fahrradampel, direkt an der Kreuzung. Dann gilt also die für mich!!! Also ignoriere ich das Fahrbahnrot rechts.


    Dritte Herausforderung: Diese Fahrradampel zeigt grün und hat keine Richtungspfeile, also gilt das Grün in alle Richtungen. Folglich biege ich rechts ab. Obwohl auch die parallelen Fußgänger in diesem Moment grün bekommen. Sehr wuselig.


    Fazit: Nicht zu Ende gedacht und viel zuwenig Platz für Radfahrer. Nicht auszudenken, wenn da mal vier bis sechs Leute gleichzeitig rechts abbiegen wollen und stehenbleiben ...

  • Neuester Streich: Seit dem 24.06. ist auf dem Radfahrstreifen eine Ersatzhaltestelle für die Metrobuslinie eingerichtet worden.

    Laut dem HVV-Ohr der Alltagsradler (aka Marco Osterloh) halten die Busse dort nur, wenn die Radfahrer rot haben.

    Die Haltestelle soll bis September eingerichtet bleiben.


    Nichts desto trotz dürfte die neue Markierung nach drei MOnaten und täglichen Gelenkbussen im 2-3 Minutentakt ziemlich runter sein...

  • Ich denke das ist nicht klar geregelt. Radfahrstreifen sind kein Teil der Fahrbahn, deshalb handelt es sich wohl nicht um "Überholen" im Sinne von §5 Abs. 4 StVO. Aber dort ist auch nicht regelt, wie viel Abstand man halten soll. Muss nur ausreichen.

    Andererseits gilt trotzdem §1 StVO. Daraus lässt sich vieles ableiten.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Neuester Streich: Seit dem 24.06. ist auf dem Radfahrstreifen eine Ersatzhaltestelle für die Metrobuslinie eingerichtet worden.

    Ist ja ganz was Feines:

    Die haben eine gelbe Sperrfläche mitten auf den Radfahrstreifen gemalt, die man nicht überfahren darf.

    Ein Radfahrer muss den Streifen also verlassen und auf der linken Hälfte der Busspur fahren. Die Markierungen für die Verschwenkung haben sie sich mal auch gleich noch gespart.


    In Berlin hätte ich inzwischen Hoffnung, dass die Polizei halbwegs zügig für eine Behebung sorgt. In HH eher nicht :-)

  • In der Tat. Müssen extrem kurze Busse sein, dass man die Grenzmarkierung so ausführt.


    Die Grenze von was soll das eigentlich sein? Des Parkverbots im Bereich der Haltestelle sicher nicht, dort darf man sowieso nicht parken. Die meisten VZ gelangen nicht mal legal dort hin.

  • So, heute nochmal dieselbe Strecke.

    Ich komme aus der Grindelallee und sehe ein Hinweisschild für Radfahrer: Richtung Innenstadt hier und sofort linksherum. Ein kleines Stück dahinter: Fußgänger Richtung Rothenbaumchaussee sofort links ab, Radfahrer noch ein Stück geradeaus und dann linksherum.

    Ob mit dem »ein Stück geradeaus und dann linksherum« der kurze Weg zur rot markierten Furt nach links gemeint ist oder aber das Überqueren der großen Straße An der Verbindungsbahn/Edmund-Siemers-Allee, geht aus dem Schild nicht hervor. Zu erwarten wäre, dass ein einzelnes großes gelbes Umleitungsschild auftaucht, bevor ich mich entscheiden muss. Tut es aber nicht.

    Würdet Ihr eigentlich vor der roten Ampel anhalten? Es ist keine Fahrradampel zu sehen. Nur der Ortskundige weiß, dass sie sich rechts hinter der Hausecke versteckt und er bis ganz nach vorne fahren darf ...


    Wir nähern uns der Ampel zwischen Uni-Hauptgebäude und dem Hinterausgang Dammtorbahnhof, wo tagsüber Massenbetrieb an querenden Studierenden herrscht. Man sieht eine rote Fahrbahnampel und eine grüne Fahrradampel. Und irgendwann merkt man hoffentlich, dass die grüne Fahrradampel nur für sich rechts einsortierende Linksabbieger gilt ...




    Jetzt wird es kniffelig. An dieser Haltelinie des Fahrradstreifens befindet sich keine Fahrradampel. Es gibt drei Fahrbahnampeln. Eine für Rechtsabbieger, eine zwischen den Fahrstreifen stehende zeigt nur geradeaus, und dann die links stehenden und hängenden Ampeln ohne Richtungsangaben. Es kommen folgende Schaltungen vor:

    a) geradeaus rot und Rechtsabteilung rot

    b) geradeaus rot und Rechtsabteilung grün

    c) geradeaus grün und Rechtsabteilung rot

    d) geradeaus grün und Rechtsabteilung grün


    Ich vermute, dass ich bei a) an der Haltelinie stehenbleiben soll (da soll irgendwann mal eine Fußgängerfurt begehbar sein), und ich bin sicher, dass ich bei d) durchfahren darf.

    Aber was mache ich bei b) und c)? Nur durchfahren, wenn ich in die angezeigte Richtung will? Oder in beiden Fällen durchfahren?



    Auf diesem Foto sieht man, dass beide Alpen grün zeigen. Aber der Radfahrer vorne steht. Warum? Neben ihm ist eine Fahrradampel, die rot zeigt. Das bedeutet also: die Fahrbahnampel gelten nicht nur für die Fußgängerfurt, sondern für die gesamte Kreuzung. Aber derselbe Radfahrer, der sie offenbar direkt unterhalb der Ampel beachten soll (Haltelinie!), soll sie im Rest der Kreuzung nicht beachten! Denn er muss zum Halten gezwungen werden, weil ja die Rechtsabbiegerampel grün zeigt.



    Und da steht man nun. Man möchte rechts abbiegen, was man wegen der Ampel (die gleich auf rot umspringt) nicht darf - weil ja links von einem die Autos mit der grünen Fahrbahnampel nach rechts abbiegen dürfen. Und weil Hamburg es nicht fertiggebracht hat, die beiden Richtungen auch für Radfahrer zu separieren.

    Also steht man und wundert sich, dass ein Reisebus nach dem anderen mit seinen Hinterrädern über die linke Ecke der Radspurmarkierung radiert. Da hat offenbar niemand die Schleppkurve berücksichtigt. Was ist, wenn da ein Sattelschlepper abbiegen will?


    Tja, und dann wird es grün. Dann fährt man los. Geradeaus und rechtsrum. Zwei Sekunden später wird die Fußgängerampel grün. Ihr könnt euch vorstellen, was dann zwischen Rechtsabbiegern und Fußgängern abgeht.