Wenn Hamburg nicht bald etwas gegen Radfahrer unternimmt, kann es seine neue Infrastruktur wieder in die Tonne kloppen

  • Wenn man als Radfahrer einen Verband bilden will und die äußerliche Erkennbarkeit nicht durch z.B. gleiche Trikots oder ähnliches gewährleistet werden kann, sollte man wie vorgeschlagen und imho auch vorgesehen in ordentlichen Zweierreihen fahren.


    Dürfte in der Realität mit einander wildfremden Radlern ungefähr hundert Meter halten....

  • Gut ein halbes Jahr später habe ich dann doch ziemlich gestaunt.


    Es waren vom Gefühl her ungefähr -10°C, aber ich war längst nicht der einzige Radling da draußen. An der Kreuzung Stresemannstraße und Kieler Straße passte ich nicht mehr in die Aufstellfläche zum indirekten Linksabbiegen, weil da schon ein paar Radlinge warteten. Am neuen Pferdemarkt reichte die Warteschlange vor dem Signalgeber Richtung Feldstraße wieder quer über den Radweg, die Verkehrsinsel mit Fahrradampel an der Simon-von-Utrecht-Straße war so voll, dass ich jenseits der Fahrbahn warten musste.


    Will sagen: Dass die tolle Fahrradinfrastruktur gleich zu Jahresbeginn bei sibirischen Temperaturen an ihre Grenzen stößt, ist wirklich bezeichnend.

  • Es waren vom Gefühl her ungefähr -10°C,

    Nicht nur vom Gefühl her. So kalt ist's tatsächlich gerade.


    Ich war gestern Abend auch noch unterwegs, aber waren nicht viele Radfahrer unterwegs.
    Dafür aber irgendwann zwischen den Feiertagen: Brechend voll.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Ich habe gestern bei Gegenwind auch feststellen müssen, dass ich meine Sturmhaube herauskramen sollte.


    P. S.: Bin neu hier, hoffe auf baldige 5 Beiträge.


    Bin in und um HH mit 2 Kindern und manchmal Frau (nicht so radnerdig wie ich) und verschiedenen Fahrrädern unterwegs: 1 Lastenrad ohne, 1 mit schnellem (S-Pedelec), 1 mit langsamem Motor, MTB, einem schnellen Stadtflitzer u. a. ...

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Im Winter fährt ja bekanntlich niemand Fahrrad:

    #Hamburg: Nicht einmal im Winter reicht die Aufstellfläche am neuen Neuen Pferdemarkt für die Veloroute 1 aus #failure pic.twitter.com/MoPMG4Y1sh

    — hamburgize (@hamburgize) 9. Januar 2017

    Und in der Dunkelheit sowieso nicht — hinter mir waren noch mal ungefähr fünf oder sechs Radlinge. Ganz schön tüchtig für eine einzelne Ampelphase:

  • Ich finde es gut, dass die Aufstellfläche nicht reicht.
    Kann man nicht oft genug fotografieren und veröffentlichen.
    Hier wurde die Planung extrem schnell von der Realität eingeholt, mit derartigen Wachstumszahlen hat wohl niemand gerechnet.
    Vor dem Umbau war gerade auf der Ecke auch deutlichst weniger los.
    Ich beobachte das Geschehen dort seit 15 Jahren fast täglich. Die Zunahme des Radverkehrs ist innerhalb der letzten 3 Jahre nahezu explodiert, seit dem Umbau schon mit atomarer Sprengkraft ;)
    Und der Trend geht weiter steil nach oben.
    Ich prognostiziere für dieses Jahr die ersten ernsthaften Staus mit Fahrrädern.

  • Gut ein halbes Jahr später habe ich dann doch ziemlich gestaunt.


    Es waren vom Gefühl her ungefähr -10°C, aber ich war längst nicht der einzige Radling da draußen. An der Kreuzung Stresemannstraße und Kieler Straße passte ich nicht mehr in die Aufstellfläche zum indirekten Linksabbiegen, weil da schon ein paar Radlinge warteten.

    Deine Eigenheit, Radler als "Radlinge" zu bezeichnen, ist neu für mich. Ich habe allerdings schon mal den Begriff "Autler" für Autofahrer gehört. Soll wohl aus Süddeutschland stammen. Und statt Fußgänger den Begriff "Fußgeher", der soll von dem Verkehrswissenschaftler Hermann Knoflacher stammen. Wie kommst du auf Radling? Und warum ist dir der Begriff wichtig?

  • Der Begriff "Fußgeher" ist österreichische Standardsprache* und hat mit Herman Knoflacher nur insofern zu tun, als auch Knoflacher aus Österreich stammt.


    *In Abwandlung eines Bonmots von Oscar Wilde könnte man sagen: Deutsche und Österreicher haben viel gemeinsam, außer die Sprache natürlich.

  • Je nach Gusto gibt es Radlinge, Fußlinge und Autlinge. Das sehe ich noch als neutral und kurz und deshalb praktisch an und verwende es ab und zu selbst.
    Herabsetzend und wegen der Länge auch nicht besonders praktisch ist z.B. der Dosenfahrer, der Rad-Rambo oder der Kampffußgänger. Obwohl auch diese im Verkehr öfter zu beobachten sind. :P

  • Den Begriff „Radling“ habe ich tatsächlich irgendwo drüben im Verkehrsportal aufgeschnappt, den setze ich eigentlich primär als Synonym ein, um nicht andauernd „Radfahrer“ schreiben zu müssen. Despektierlich ist das bei mir gar nicht gemeint, eventuell hin und wieder mal etwas „knuffiger“.

  • Auch ein -ling ist eher etwas schlechtes:


    Zitat

    Das Suffix –ling war ursprünglich eine Verkleinerungsform (ein sogenannter Diminutiv) ohne negative Nebenbedeutung [...] Bei Personenbezeichnungen entwickelte es jedoch schnell eine abwertende Bedeutung.

    Ich bleibe lieber beim Radfahrer oder wenns sein muss auch bei den Radfahrenden.


    P.S. Amüsant finde ich ja im Zusammenhang mit zu Fuß gehende und Rad fahrende die Busanzeigen: Was bitte sind "Fahrtende"? ;)

  • Wer die Begriffe häufig gebraucht und keinen besonderen Wert auf sprachliche Eleganz legt, kann auch zu Abkürzungen greifen: VT für Verkehrsteilnehmer, RF oder R-F für Radfahrer bzw. Rad-Fahrende (im Sinne der StVO), zFG für zu-Fuß-Gehende (im Sinne der StVO) etc. 8)

  • Es ist absolut bekloppt. Heute bei Starkregen ins Bureau geradelt: Erwartungsgemäß war bei dem Wetter nicht ganz so viel los, von „bei Regen fährt eh keiner mit dem Rad“ war Hamburg heute allerdings weit entfernt. Langsam habe ich das Gefühl, dass sich die Erkenntnis verbreitet hat, dass man auch bei Regen mit dem Rad fahren kann und für solche Tage kein eigenes Auto vorhalten oder in den Bus steigen muss.