Woche 39 vom 21. bis 27. September 2026

  • Radfahrerin stirbt bei schwerem Unfall: Von Lastwagen mitgeschleift und überrollt
    Ein Unfall zwischen einem Lastwagen und einer Radfahrerin hat verheerende Folgen.
    www.schwaebische.de
    Zitat

    In einer Pressemitteilung erläutert die Polizei den aktuellen Ermittlungsstand. Die 63-Jährige fuhr demnach ...

    Ah ja, dann lesen wir doch mal die Pressemitteilung:

    PP Ravensburg: Meldung aus dem Landkreis Ravensburg
    Ravensburg (ots) - Schlier / Unterankenreute Pedelec-Fahrerin erleidet schwere Verletzungen Am Samstagmittag, um 12:05 Uhr kam es in Unterankenreute zu einem…
    www.presseportal.de
    Zitat

    Pedelec-Fahrerin erleidet schwere Verletzungen

    Am Samstagmittag, um 12:05 Uhr kam es in Unterankenreute zu einem folgenschweren Verkehrsunfall. Nach bisherigen polizeilichen Erkenntnissen befuhr eine 63-jährige Pedelec-Fahrerin den links neben der Fahrbahn verlaufenden Gehweg der Wolfegger Straße vom Kreisverkehr am Ortseingang in Richtung Ortsmitte. Ein 68-jähriger Lastwagenfahrer fuhr vom Kocherweg kommend an die Einmündung zur Wolfegger Straße heran. Hier bog er nach rechts auf die Wolfegger Straße in Richtung Wetzisreute ab. Die Fahrradfahrerin erfasste die Situation offenbar zu spät und fuhr vom Gehweg in den abbiegenden Lkw, der sie erfasste, eine kurze Strecke mitschleifte und letztlich mit seiner Hinterachse überrollte. Die Frau erlag trotz sofort eingeleiteter Erste-Hilfe-Maßnahme durch Ersthelfer noch vor Ort ihren schweren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg ordnete ein Unfallgutachten an. Ein verständigter Unfallgutachter nahm zusammen mit dem Verkehrsunfalldienst des Polizeipräsidiums Ravensburg die erforderlichen Daten an der Unfallstelle auf. In der Zeit der Unfallaufnahme blieb die Unfallstelle zwischen dem Kreisverkehr Wolfegger Straße und der Einmündung Wolfegger / Altdorfer Straße mit der Laurentiusstraße für den Verkehr gesperrt. Die innerörtliche Sperrung dauerte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Pressemitteilung um 15:45 Uhr noch an.

    Mal abgesehen von der makabren Diskrepanz, dass die laut Text noch vor Ort verstorbene Radlerin laut Überschrift "nur" schwere Verletzungen erlitten hat, stellt sich der Unfall ganz anders dar als vom Qualitätsmedium der Schäuble-Tochter und Ex-Innenministers-Gattin verbreitet wurde.

    Tödlicher Unfall mit LKW und Fahrrad in Unterankenreute
    Bei einem schweren Unfall in Unterankenreute (Schlier) ist eine 63-jährige Radfahrerin tödlich verunglückt. Beteiligt war auch ein Lastwagen.
    www.wochenblatt-news.de

    Das ist die Stelle, entgegen der Blickrichtung der Radfahrerin. Der Lkw kam aus dem Seitengässchen.

    Street View · Google Maps
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    www.google.de

    Das Satellitenbild ist von September 2024, Streetview ist von September 2023. Die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Kaff auch noch im September 2026 der Kocherweg den Charakter einer Hofeinfahrt hat und der Lkw über zwei Bordsteine hoppeln musste, um die Vorfahrtstraße zu erreichen, ist also relativ hoch.

    Nächste Frage: Was machte die Radfahrerin auf dem "links neben der Fahrbahn verlaufenden Gehweg"? Nun, sie kam offenbar vom Kreisverkehr. Dieser hat zwei Zufahrten, eine von Süden, eine von Osten. Die von Osten auf den Kreisverkehr zulaufende Straße hat rechts einen Gehweg ohne Radverkehrsfreigabe (der auch noch an manchen Stellen unterbrochen ist). Das hier ist der Weg aus dem Süden:

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    Die Piste links ist ein [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] und ich würde Gift darauf nehmen, dass eine in dieser Gegend konditionierte Seniorin diesen Weg links weiter befährt, anstatt an der Querungshilfe vor dem Kreisel auf die Fahrbahn zu wechseln. Am Ende des Kreisverkehrs stößt sie dann auf das Schild [Zeichen 239] ohne Freigabezusatz und soll offenbar drei Meter weiter die Querungshilfe nutzen, um auf die Fahrbahn zu wechseln. Das hat die Radlerin offenbar nicht gemacht, sondern ist auf dem Gehweg geblieben.


    Ein Stück westlich der Unfallstelle endet die Konstruktion einfach so im Grünen:

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    Im Westen stehen nirgends Schilder, die den Gehweg für Fahrräder freigeben würden, das erste solche Schild steht erst direkt am Kreisverkehr, dort wo auf der Gegenseite nur [Zeichen 239] ohne Radfreigabe hängt.

    Man sieht also, was gemeint ist, aber es ist stümperhaft ausgeführt.

    Wir haben also eine Stelle, an der das Radfahren untersagt ist - und die praktisch genauso sichtbehindert daherkommt wie Dutzende (Hunderte?) Stellen, an denen in Stade Blauschilder hängen.

    Und jetzt kann man nur mutmaßen, ob die Radlerin noch versucht hat, im letzten Moment dem rücksichtslosen Lkw auszuweichen und auf die Fahrbahn gezogen ist oder ob der Lkw sie an der Ecke voll auf dem Gehweg erwischt hat und bis zur anderen Hausecke mitgeschleift hat. Auf jeden Fall ist der SWR-Text "Die Fahrradfahrerin erfasste die Situation offenbar zu spät und fuhr vom Gehweg in den abbiegenden Lkw" heftiges Victim-Blaming.

  • Auf jeden Fall ist der SWR-Text "Die Fahrradfahrerin erfasste die Situation offenbar zu spät und fuhr vom Gehweg in den abbiegenden Lkw" heftiges Victim-Blaming.

    Auf jeden Fall ist das Framing des Geschehens als „Abbiegeunfall“ (Typ 2) Unsinn. Es war ein Vorfahrtfehler (Typ 3), bei dem die geplante Fortsetzung der Fahrlinien jenseits des Kollisionspunktes unerheblich war. Abgesehen davon, dass man an der Ecke wahrscheinlich aus physikalischen Gründen sowieso nicht mehr als Schrittgeschwindigkeit fahren kann, ist diese für die Beziehung zum Querverkehr auch gar nicht vorgeschrieben.