Velo und Bahn ...

  • Das entspräche dem von mir oben genannten Punkt 3. Das Problem bei sowas ist, dass - sofern nicht zuggebunden - es auch erlaubt wäre, dass die Gruppe sich aufteilt.


    Edit: Bei den aktuell verfügbaren Möglichkeiten würde ich mir bei einer gewissen Ausfallwahrscheinlichket ein Papierticket holen. Wenn ich das Ticket Zuhause kaufen möchte, müsste ich dann den Aufpreis für den Versand zahlen.

    Teilen könnte sich die Gruppe nicht, weil sie ein "übergeordnetes" Gruppenticket (ohne Namen) dabei haben müsste. Zusätzlich hat jeder Mitfahrer ein personalisiertes, "untergeordnetes" Ticket. Alternativ könnte man auch ein Gruppenticket machen, auf dem die Namen aller Mitreisenden vermerkt sind. Dann zahlt man natürlich auch, wenn man kurzfristig ausfällt.

  • Teilen könnte sich die Gruppe nicht, weil sie ein "übergeordnetes" Gruppenticket (ohne Namen) dabei haben müsste. Zusätzlich hat jeder Mitfahrer ein personalisiertes, "untergeordnetes" Ticket. Alternativ könnte man auch ein Gruppenticket machen, auf dem die Namen aller Mitreisenden vermerkt sind. Dann zahlt man natürlich auch, wenn man kurzfristig ausfällt.

    Das funktioniert nicht: Das übergeordnete Gruppenticket könnte man ja auch mehrmals ausdrucken. Genau deswegen sind die ausdruckbaren Tickets ja personalisiert, weil das verhindert, dass mehr als ein gültiges Ticket unterwegs ist. Ein einzigartiges Gruppenticket gibt es bereits: ein Papierticket für mehr als eine Person. Eine Personalisierung hierfür braucht man nicht einführen. Edit: Das ist auch unabhängig vom Format. Wenn man sicherstellen kann, dass es nur ein Ticket geben kann, braucht man keine Personalisierung.

  • Was wäre denn kundenfreundlich UND betrugssicher? Diverse Maßnahmen, die die DB eingeführt hat, basieren doch auf Erfahrungen mit der Gewitztheit der Leute. Vor über 15 Jahren, als das Wochenendticket noch 15 DM für fünf Personen an zwei Tagen kostete und alles ohne Namensnennung, war doch der Spruch irgendwelcher Schnorrer beim Einstieg in den Regionalzug immer: »Hat jemand ein Wochenendticket?«

  • Was wäre denn kundenfreundlich UND betrugssicher? Diverse Maßnahmen, die die DB eingeführt hat, basieren doch auf Erfahrungen mit der Gewitztheit der Leute. Vor über 15 Jahren, als das Wochenendticket noch 15 DM für fünf Personen an zwei Tagen kostete und alles ohne Namensnennung, war doch der Spruch irgendwelcher Schnorrer beim Einstieg in den Regionalzug immer: »Hat jemand ein Wochenendticket?«

    Ich habe weiter oben 4 Möglichkeiten aufgezeigt, die alle zu einem gewissen Grad betrugssicher sind. Ich halte alle für kundenfreundlich genug.

  • Aber gerade diese Tickets kann man sich ja ohne Probleme am Bahnsteig oder in der Bahn per App kaufen wenn man wirklich fährt, da brauch man keine Vorbuchung und muss hoffen, dass keiner krank wird. Die kosten bei Fahrtantritt das selbe wie 6 Monate vorher. Man kann/muss damit auch kein Fahrradstellplatz reservieren. Durch diese "Schnorrer" hat man übrigens gerne auch mal nette Mitreisende gewonnen.


    Schwierig wird es wirklich wie bei Maltes Fall. Oder lass die fünfköpfige Familie ne Reise Planen, bei der der Ticketkaufende Onkel erkrankt, der Rest aber fahren möchte (IC/EC/ICE). Ich glaube am sinnvollsten wäre da wirklich eine Warenkorbbestellung bei der man alle Tickets (die dann auf den jeweiligen Fahrgast laufen) zusammen kaufen kann.

  • Ich würde mal sagen: Die DB würde sich und den Kunden einen Gefallen tun, wenn sie diesen Passus ihrer Beförderungsbedingungen

    Zitat

    Jeder Reisende darf nur ein Fahrrad mitnehmen. Die Mitnahme ist auf zweirädrige, einsitzige, nicht- oder elektrohilfsmotorisierte Fahrräder sowie zusammengeklappte Fahrradanhänger beschränkt. In besonderen Zügen können, sofern ausreichend Platz vorhanden ist, auch nichtmotorisierte Liegeräder, Tandems sowie Dreiräder mitgenommen werden.

    durch eine Nennung der »besonderen Züge«, die Ergänzung von »Lastenräder« und die Angabe in den normalen Zügen geltenden maximalen Abmessungen erweitert. Wenn ich ein 12-Tonner-Wohnmobil fahre, kann ich auch nicht erwarten, im Hof des Supermarkts einen passenden Stellplatz zu finden.

  • Das ist nun schon die dritte Fahrt in Folge mit einem InterCity, der „falsch herum“, also in umgekehrter Wagenreihung ans Gleis fährt.


    Für die mitreisenden Radfahrer hat das den Nachteil, 8 mal 25 Meter rennen zu müssen, weil das Fahrradabteil natürlich ganz vorne anstatt ganz hinten ist. Letztes Mal blieben nach meiner Beobachtung eine Handvoll reservierter Plätze im Fahrradabteil leer, die mit Hamburg beginnend bezettelt waren.


    Von einer Lautsprecherdurchsage werden alle Radfahrer ans andere Ende des Zuges getrieben, so dass nun zwei Probleme entstehen:


    1. Alle schmeißen ihre Räder nach vorne in das Fahrradabteil von Wagen 3, auch jene Räder, die eigentlich ihre Reservierung in Wagen 5 haben. Im Moment klemmen dort mehr als fünf Fahrräder herum, die noch keinen Stellplatz haben.
    2. Vor drei Stunden ist ein mir nicht näher bekannter Zug ausgefallen. Die dort gebuchten Radfahrer wurden vom Reisezentrum abgebügelt, einfach in den nächsten InterCity einzusteigen. Suuuper.

    Ich bin dann eben doch mal nach vorne gestiefelt, um das Mysterium um das Fahrradabteil in Wagen 5 aufzuklären, aber es ist leider schon zu spät: Da bekommt man nun keine Räder mehr herausrangiert und beim nächsten Halt in den richtigen Wagen sortiert.


    Was bin ich froh, dass ich nur noch mit Faltrad unterwegs bin.

  • Nächste Episode: Drei Radfahrer, die eine Reservierung für Wagen 3 haben, sind in ihrer Not angesichts des überfüllten Fahrradabteils auf der anderen Seite des Wagen 3 eingestiegen, also im Sitzbereich. Das war etwas unappetitlich, weil dort zwei Stellplätze für Rollstuhlfahrer vorgesehen sind, so dass man sich an einer Art Witz versuchte, „Wenn jetzt ein Rollifahrer kommt, hängen wir den hinten an die Lok, das passt ja mit der Spurbreite, hahahaha“.


    Nun wurde über den Lautsprecher zum Zählappell gerufen: Alle Radfahrer mit einem Fahrrad in Wagen 3 unterwegs sind, mögen bitte einmal ihre Reservierung vorzeigen. Der Zugbegleiter war nicht so ganz entspannt, dass im Fahrradabteil so viele Räder herumpurzeln, die dort offenbar nicht hineingehören.


    Nun gibt es wieder das übliche Gezeter:


    Woher soll man denn wissen, dass es in Wagen 5 noch ein Fahrradabteil steht? (Steht ja auf dem Ticket drauf.)

    Wie soll man in der Hektik sein Fahrrad in den richtigen Wagen stellen? )…)

    Die Kollegen in Hamburg hätten gemeint, die Radfahrer aus dem ausgefallenen Zug sollten einfach eine spätere Verbindung nehmen.

    Es sei nur angesagt worden, dass sich das Fahrradabteil im Abschnitt A befände.


    Die drei Räder aus dem Rollstuhlbereich sollen auf Wunsch des Zugbegleiters dennoch in den Wagen 3 — wie auch immer das funktionieren soll, denn der ist so voll, dass sich noch nicht einmal die Glastür in die richtige Richtung öffnen lässt, geschweigedenn dahinter irgendwie Platz für ein Fahrrad wäre.


    Der Zählappell verhallt jedoch ohne weitere Beachtung: Es findet sich niemand ein. Nun steht er da, der Zugbegleiter, zu recht ziemlich angefressen, und möchte gerne Ordnung in seinen Zug bringen. Klappt halt nicht, wenn keiner mitwirkt.


    Seit nunmehr einer Viertelstunde ist er nicht mehr wiedergekommen — so wichtig scheint es nicht zu sein.

  • Ich habe ja die Fähigkeit, mich mit jedem und allem anzulegen.


    Weil ich nun immer aus Kiel nach Hamburg zur Arbeit pendle, habe ich mir nicht nur die nah.sh-Monatskarte im Abo gegönnt, sondern für 20 Euro Aufpreis gleich die so genannte Netzkarte, mit der ich mit Ausnahme des Busverkehrs auf Sylt mit so ziemlich allen Verkehrsmitteln in Schleswig-Holstein herumfahren kann.


    Die Netzkarte gilt aber auch innerhalb des HVV in den Ringen A und B und nun wird die Sache kompliziert. Bei Fahrten, in denen mehrere Tarife in Frage kommen, also dort, wo sich HVV- und nah.sh-Geltungsbereich überlappen, gibt es natürlich Regelungen, welcher Tarif gilt:


    Zitat

    Bitte beachten Sie: Der SH-Tarif gilt nicht

    • wenn sich Start- und Zielort im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) befinden; es gilt der HVV-Tarif.
    • bei reinen Busfahrten, wenn sich Start- und Zielort im Kreis Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg befinden; es gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Schleswig-Flensburg, bzw. des Stadtverkehrs Flensburg.
    • bei reinen Busfahrten auf den Nordseeinseln; es gelten die Haustarife der Verkehrsunternehmen.

    Nun ragt der HVV-Geltungsbereich recht weit nach Schleswig-Holstein hinein, von Elmshorn bis kurz vor Neumünster und kurz vor Lübeck (und südlich der Elbe wächst der HVV noch weiter nach Niedersachsen hinein). Was ist denn nun, wenn ich beispielsweise von Elmshorn nach Hamburg fahren möchte? Oder, der Klassiker, von Boostedt bis Eidelstedt? Oder von Bad Segeberg bis Bad Oldesloe? Dann gilt eigentlich nicht der nah.sh-Tarif, sondern der HVV-Tarif. Damit gilt dann aber auch meine Netzkarte nicht mehr, denn die ist ja nur für die Ringe A und B gültig. Das heißt, irgendwo zwischen Hamburg und Neumünster klafft eine Lücke der Ringe C, D und E, in denen ich aufpassen muss, weil dort eventuell der HVV-Tarif gilt.


    Ganz schön kompliziert? Nö, eigentlich gar nicht. Auf der nah.sh-Seite steht nämlich auch:


    Zitat

    Tipp: Mit einer Netzkarte können Sie kreuz und quer durch ganz Schleswig-Holstein und Hamburg fahren und dabei alle Nahverkehrszüge und Busse im Geltungsbereich nutzen. Netzkarten gibt es wahlweise mit oder ohne Fahrtberechtigung für den Busverkehr auf der Insel Sylt. Die Verkehrsmittel des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) im Tarifbereich Hamburg AB sowie in den HVV-Ringen in Schleswig-Holstein sind stets inklusive.

    Das Problem ist nur: Das steht auf der Seite — aber in den Beförderungsbedingungen habe ich es noch nicht gefunden. Ich habe ja schon Sorge, dass ich irgendwann einmal einem Zugbegleiter erklären muss, dass ich meine Freundin am Wochenende kostenlos in der Bahn mitnehmen kann (Anlage 11,

    III. f.)), aber solche Feinheiten ließen sich vor ein paar Tagen in der Bahn leider nicht lösen. Der Zugbegleiter hatte recht: Elmshorn befindet sich zweifellos im Ring C des HVV-Tarifs, damit war ich ein bisschen aufgeschmissen. Kulanterweise wurde ich immerhin nicht rausgeworfen (ist ja sowieso toll, dass auf meiner Monatsnetzkarte nicht draufsteht, wo ich eingestiegen bin, also ist das sowieso witzlos).


    Die Mitarbeiter im Reisezentrum konnten mir diese lustige Frage auch nicht beantworten. Bleibt zu hoffen, dass nicht noch ein weiterer Zugbegleiter auf die Idee kommt, sich über diese Feinheiten Gedanken zu machen. Bei mir hat’s ja immerhin nicht einmal zwei Wochen bis zur ersten Konfrontation gedauert.

  • Warum fragst Du in einem Reisezentrum mündlich nach?

    In solchen Dingen ginge ich auf Nummer sicher und würde schriftlich beim Vertreiber der Netzkarte nachfragen, wo die Werbeaussage zur Gültigkeit rechssicher nachzulesen ist. Und das diese Aussage eben nicht in den Beförderungsbedingungen abgedeckt ist. Hilfsweise kann man die Verbraucherzentrale auf das Problem aufmerksam machen, wenn die nachfragen, tut sich vielleicht eher was.

    Aber auf mündliche Aussagen eines Reisezentrums kann man noch nicht mal ein Ei schlagen....

  • Moin,

    Also auch von Bad Segeberg nach Bad Oldesloe (die Nordbahn ist in Anlage 1).

    In Anlage 2 steht nichts von HVV.

    Man kann es aber auch kompliziert ausdrücken... Der letzte Satz widerspricht obigem aber schon.


    Es kann also sein, dass Du streng nach den Bedingungen z.B. nur für die Relation Bad Oldesloe-Bad Segeberg keine gültige Fahrkarte hast. Es kann aber keiner kontrollieren ob Du nicht vorher oder nachher doch außerhalb des HVV fährst und daher das mehr oder weniger stillschweigend und bewusst toleriert wird.

  • Der Verband »Pro Bahn« prangert so etwas seit Jahrzehnten an. Es gibt eine Powerpoint-Präsentation, mit denen der Verband die irrwitzige Kompliziertheit vorführt und sagt: »ÖPNV sollte so einfach sein wie Auto fahren. Da muss man ja auch nicht im Nachbarort andere Verkehrsregeln lernen oder an der Grenze das Lenkrad umbauen und neues Benzin tanken.«

  • Ich vermute, es ist im Endeffekt diese Formulierung, die in dieser oder ähnlicher Form mehrfach in den Beförderungsbedingungen auftaucht:

    Zitat

    Allgemeine Wochen- und Monatskarten in der Preisstufe 21+ gelten als Netzkarte für den gesamten Tarifraum.

    Der gesamte Tarifraum ist dann eben geografisch gesehen ganz Schleswig-Holstein inklusive Hamburg und inklusive der HVV-Ringe A und B außerhalb Schleswig-Holstein und Hamburgs. Diese Berechnungen für die Gültigkeit, wenn man von Kiel nach Hamburg oder von Elmshorn nach Hamburg möchte, sind wohl in dieser Hinsicht obsolet. Wäre aber toll, wenn das einigermaßen verständlich in den Beförderungsbedingungen aufgeschrieben würde.