• Sooooooooo.

    Am 7. Juni möchte ich gerne in Leipzig bei den PŸUR neuseen classics mitfahren. An- und Abreise mit der Bahn sind bekanntlich der aufregenste Teil am Radrennen und darum hat mir die Bahn heute morgen um 2 Uhr mitgeteilt, dass sowohl die An- als auch die Abreise mit der Bahn leider nicht stattfinden werden. Im Navigator tauchen beide Fahrten noch auf, aber ohne die Anzeige meiner reservierten Sitzplätze. Daraus schließe ich wie immer messerscharf: Sowohl meine reservierten Sitzplätze als auch meine Fahrradreservierung sind heute Nacht in den Mülleimer gewandert.

    Der Witz ist ja, dass ich beide Fahrten schon einmal neu gebucht hatte, nachdem klar wurde, dass bis zum 14. Juni aufgrund der Baumaßnahmen die Züge von Hamburg nach Berlin über die Amerikalinie umgeleitet werden und locker doppelt so lange unterwegs sind, weil damals meine Fahrten bereits ersatzlos gestrichen wurden. Darüber habe ich mich damals allerdings nicht so richtig aufregen wollen, denn wenn sich die Baumaßnahmen verzögern und den halben Fahrplan durcheinanderwirbeln, dann ist das halt komplett dumm, dann habe ich auch nicht den Anspruch, dass meine Fahrt automatisch auf irgendeinen anderen Zug umgebucht wird, der entweder früher losfährt oder später ankommt.

    Nun ist aber interessant, was jetzt zur Eskalation beigetragen hat: Das hier ist der aktuelle Fahrplan.

    Und das hier die Verbindung aus meiner E-Mail, die ich nicht mehr nutzen kann:

    Ich vermute, das Detail ist jetzt „RJ 385“ statt „ECE 385“. Die Züge von Prag nach Kopenhagen fuhren bislang als RailJet, in der Gegenrichtung allerdings als EuroCity Express. Nun wollte man das wohl mal vereinheitlichen und das bedeutet: Zack, neue Zugnummer, alle Reservierungen sind weg. Oh, und eine Minute früher fährt er auch noch ab, der RailJet.

    Man beachte auch die großzügige Umstiegszeit von zwei Stunden (!) in Berlin. Eine andere Verbindung war damals, als der an die Baumaßnahmen angepasste Fahrplan rauskam, nicht mehr frei.

    Joa, dann gehe ich wohl morgen mal wieder ins Reisezentrum und frage mal nach, wie man sich meine Fahrt nach Leipzig mit Fahrrad denn vorstellt oder ob den Leuten da auch mal wieder alles egal ist. Vielleicht nehme ich eine entzündungshemmende Creme mit, damit meine Ansprechpersonen nach dem vielen Schulterzucken noch weiterarbeiten können.

  • Joa, dann gehe ich wohl morgen mal wieder ins Reisezentrum und frage mal nach, wie man sich meine Fahrt nach Leipzig mit Fahrrad denn vorstellt oder ob den Leuten da auch mal wieder alles egal ist. Vielleicht nehme ich eine entzündungshemmende Creme mit, damit meine Ansprechpersonen nach dem vielen Schulterzucken noch weiterarbeiten können.

    Mein Ansprechpartner im Reisezentrum hat das tatsächlich ganz schön ernst genommen, das habe ich so nicht kommen sehen. Er kann wohl irgendwie „im System“ nachsehen, dass mit meiner Auftragsnummer weiterhin eine Sitzplatzreservierung und eine Fahrradreservierung verknüpft sind.

    Och, ach so: Bei den Reservierungen der tschechischen Züge gibt’s zur Fahrradreservierung auch immer automatisch eine Sitzplatzreservierung dazu; der Fahrradstellplatz hat die gleiche Nummer wie der dazugehörige Sitzplatz.

  • Och, ach so: Bei den Reservierungen der tschechischen Züge gibt’s zur Fahrradreservierung auch immer automatisch eine Sitzplatzreservierung dazu; der Fahrradstellplatz hat die gleiche Nummer wie der dazugehörige Sitzplatz.

    Von der tschechischen, der slowakischen und der österreichischen Bahn könnte sich die DB gleich mehrere Scheiben abschneiden.

  • Ich sehe gerade, in Heft 1 dieses Jahres hat die c't die Bahn als Titel, „Unbestimmt
    verspätet — Wie Sie sich gegen das Bahnchaos wappnen“, 9 Seiten.

    „Bahnfahren ist ein steter Kampf gegen Chaos, Pech und Pannen. Wir stählen Sie mit Tools und haben ein paar DB-Navigator-Hacks und Tricks fürs Notfallmanagement zusammengetragen, damit Sie beim Bahnfahren auch bei Verspätungen entspannen können.“

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.

  • tschechischen

    Ah, ne. Dort bin ich schon in die Verlegenheit geraten, mein Rad im neuen ComfortJet zu transportieren. Der Zug bietet zehn Fahrradstellplätze, von denen sechs vertikale Vorrichtungen zum Einhängen des Fahrrades sind (71, 72, 73, 81, 82, 83) und vier nebenan mit einem Gurt stehend befestigt werden (84 bis 88).

    Das sieht dann so aus, es gibt sogar wie in den alten Wagen das Problem, dass ein Rad direkt vor der Tür hängt, so dass alle genervt das Rad wegschieben müssen und der Fresswagen auch noch durchpassen muss. Auf den Fotos ist das Rad rechts neben der Tür auch schon unten aus der Halterung gerutscht, weil die Leute ständig daran herumgerissen haben.

    Bei den Plätzen 72, 81 und 83 macht man sich ein Fahrrad mit Scheibenbremsen und Kettenschaltung kaputt: Die Klappsitze links und rechts der Halterung sind so eng angeschraubt, dass beim Beschleunigen und Bremsen des Zuges zwangsläufig bei meinem Fahrrad mit großem Rahmen die Unterseite des Klappsitzes entweder gegen das Schaltwerk oder gegen die Scheibe der Bremse drückt:

    Bei den anderen Halterungen ist immerhin noch genug Platz:

    Und natürlich gibt es auch Fahrgäste, die das nicht so sehr stört wie mich, aber angesichts der schlechten Erfahrungen, die ich in den letzten 17 Jahren mit der Fahrradmitnahme in der Bahn gesammelt habe, mangelt es mir wirklich an der Lust, während einer mehrstündigen Zugfahrt am Schaltwerk herumdrücken zu lassen. Und ob die Bremsscheibe, die ja eigentlich recht stabil sein sollte, das so geil findet, möchte ich auch mal in Frage stellen:

    Nächsten Sonnabend fahre ich, sofern es denn funktioniert, mit diesem Zug von Lüneburg nach Berlin und habe den Stellplatz direkt neben der Tür. Mal gucken, ob der frei sein wird oder ob jemand anderes dort sein Fahrrad eingehängt hat, der am Ziel vielleicht mit dem Rad auch weiter fahren möchte als nur in die nächste Werkstatt.

    Wie sieht das denn eigentlich rechtlich aus, wenn ich einen Stellplatz buche, den ich aber nicht nutzen kann, ohne mein Fahrrad zu beschädigen — ist das wieder so ein Ding von wegen Pech gehabt mit Ausstieg beim nächsten Bahnhof oder kann ich die Kosten für Fahrkarte und Reservierung erstatten lassen?

    Dass bei der Fahrradmitnahme insbesondere im Nahverkehr (oder auch hier bei den Stellplätzen mit Gurt) bei Rädern mit Beschädigungen zu rechnen ist, okay, ja, sind halt keine Autos, sondern Gebrauchsgegenstände. Aber eine Fahrradhalterung, die mir zwangsläufig das Schaltwerk verstellt, möchte ich doch mal in Frage stellen.

  • Rad im neuen ComfortJet

    Gestern sollte es eigentlich mit dem Zug von Hamburg nach Dresden zum SZ-Fahrradfest gehen, das glücklicherweise wegen Hitze abgesagt wurde. So kam ich dann auch nicht in die Verlegenheit, in diesen Zug zu steigen:

    https://www.maz-online.de/lokales/prignitz/karstaedt/zug-bleibt-in-der-prignitz-liegen-600-passagiere-stranden-in-karstaedt-sporthalle-als-notunterkunft-LDF77DAVE5HLVKIGXYB2UTILLQ.html

    Der Navigator informierte mich trotzdem ungefragt über den Fahrtverlauf, dass der Zug aus Kopenhagen verspätet in Altona ankam, noch später losfuhr, zwei Stunden am Hamburger Hauptbahnhof wegen einer Weichenstörung herumstand und dann offensichtlich irgendwo zwischen Hamburg und Berlin in Schwierigkeiten geraten war. Zwischenzeitlich hieß es noch, ich solle um 2 Uhr morgens in Dresden ankommen, was mit der anvisierten Startzeit beim Fahrradfest um 7 Uhr schon … eine gewisse Herausforderung hinsichtlich des Schlafpensums geworden wäre.

    Abgesehen davon hätte ich eventuell das Fahrrad gar nicht entladen dürfen auf offener Strecke und hätte das teure Rennrad irgendwo beim Fundbureau in Berlin abholen dürfen. Als ich mal in einem ICE wegen eines Personenschadens auf offener Strecke aussteigen musste, blieben die drei Fahrräder jedenfalls im Zug zurück.

  • Ich war gestern mit den Öffis unterwegs, ohne Rad.

    Bus: Trotz Sonntag 5 Minuten zu spät.
    S-Bahn Sternschanze-HBF: Nicht klimatisiert. Ob's an den offenen Fenstern lag weiß ich nicht. Waren zum Glúck nur 2 Stationen. Am HBF musste dann noch jemand die Hand in die Tür stecken und sich Ärger abholen.
    S-Bahn: HBF-HarburgRathaus: Fährt gerade alles von Gleis 3. Klima lief, keine Vorkommnisse.
    S-Bahn: HarburgRathaus: Es standen zwei Züge bereit. Bin erst in einen; da stand irgendwas mit Verspätung auf dem Display. Dann in anderen rüber, aber dann fuhr doch die andere zuerst. Mein Zug hielt dann vor Harburg im Tunnel an, später nochmal in Hammerbrook und auf der Brücke hinter Hammerbrook. Mag vielleicht daran liegen, dass Sternschanze<->Holstenstraße dicht ist und alles durch den City-Tunnel muss?
    U1 Richtung Norderstedt: Fenster waren offen, angenehm kühle Tunnel-Luft; vielleicht hätte ich die Fenster nach dem Tunnel zumachen sollen... 1-2 Stationen vor Kellinghusenstraße stieg jemand vom Notfall-Management dazu; warum habe ich nicht rausbekommen. Kellinghusenstraße standen U1en in beide Richtungen länger rum, wir mussten also warten. Die in der Gegenrichtung fuhr dann leer weg, irgendwann die auf unserem Gleis. Notfall-Management stieg dort wieder aus.
    Mit dem Bus weiter nach Niendorf Nord. Knapper Umstieg 1min zur U2.
    Es fehlte: Die U2. Erst gut 15min später kam dann doch mal eine eingefahren. In der Gegenrichtung fuhr dann noch eine leere U2 und in hoher Taktdichte besetzte Bahnen, bis sich der Stau wohl irgendwann aufgelöst hat.

    Einfach Pech gehabt, oder hat das irgendwie mit der Hitze zu tun?!

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.