Woche 7 vom 14. bis zum 20. Februar 2022

  • ehrlich. ein automatisch fahrendes Lastenrad. Ohne Fahrer:in. auf 3 Rädern.

    :rolleyes:

    Das fahrerlose Lastenrad ist für gewerbliche Anbieter doch ideal: kann nicht umkippen, ist ohne teuren Fahrer und das Wichtigste: Es darf als Fahrrad den in der Regel noch freien Radweg nutzen.

    Zwar ist wohl bei den meisten gewerblichen natürlich offiziell des Feigenblatt des Umweltschutzgedankens im Vordergrund, in Wahrheit ist es aber wohl einfach die Lücke des in der Regel freien Radweges, wo man auf den Radweges einfach Fahrzeiten noch sehr gut im vorwege planen, kalkulieren und am Fahrbahnstau vorbeifahren kann.

  • ... und nach 3km innerstädtischer Radverkehrsinfrastruktur bleibt das Ding irgendwann an stehen, weil die verdrahteten Regeln mit der Realität kollidieren und die CPU-Schmelze setzt ein ;)


    Aber ja, klar, das ist die Fortführung der DB-XXL-Lastenrad-Perversion. 2.0 - ohne Fahrer

  • Wundert mich jetzt auch nicht groß. Autofahren ist halt viel zu billig.
    Das heißt jetzt nicht, dass der ÖPNV deutlich billiger werden sollte.

    Aber das Autofahren muss endlich deutlich verteuert werden.


    Die "Avantgarde", wie der Spiegel sie nennt, hat da ein Betätigungsfeld entdeckt nach dem Motto:

    Extravaganz kann man nicht unbedingt an "Kostet viel!" festmachen. Man gönnt sich was Besonderes, weil die große Masse zu blöd ist, sich das zu gönnen, obwohl die meisten sich das locker leisten könnten.

    Die "Prolls" hocken in ihren Blechkisten und machen sich und anderen im Alltagskrieg auf den Straßen das Leben schwer.

  • Blöder wird’s heute auch nicht mehr:


    Mann überfuhr in Salzburg Künstlerin, weil er sie für Puppe hielt
    Ein 71-Jähriger hat versehentlich eine 41-jährige Performance-Künstlerin überfahren, die er mit einer Schaufensterpuppe verwechselte. Die Frau wurde verletzt
    www.derstandard.de


    Früher hätte ich bei Radverkehrspolitik über so etwas einen ausführlichen Artikel geschrieben. Heute weiß ich, dass hier einfach nur zwei extreme Positionen aufeinandertreffen, die von zwei Protagonisten präsentiert werden, die beide nicht unbedingt beliebt sind. Alles nur für die Reichweite:


    Fahrradkurier und Taxifahrer im Streitgespräch: Warum steigt die Aggression im Straßenverkehr?
    Abbiegen ohne Blinker, Rowdys auf zwei Rädern – und die stetige Gefahr gebrochener Beine: Fahrradkurier Philipp Kapp und Taxiunternehmer Frank Wiencke…
    www.haz.de

  • Früher hätte ich bei Radverkehrspolitik über so etwas einen ausführlichen Artikel geschrieben. Heute weiß ich, dass hier einfach nur zwei extreme Positionen aufeinandertreffen, die von zwei Protagonisten präsentiert werden, die beide nicht unbedingt beliebt sind. Alles nur für die Reichweite:


    https://www.haz.de/Hannover/Au…nd-Radfahrer-im-Interview

    Deine Einschätzung trifft es nicht so ganz. Tenor des Doppelinterviews ist: Radfahrer und Autofahrer müssten sich einfach nur gegenseitig stärker in den anderen hineinversetzen, dann wären viele Probleme gelöst.

    Dabei betont der Radfahrer mehrfach, dass er selbst ja auch Autofahrer sei. (Immerhin der Autofahrer sagt von sich, dass er hin und wieder auch Fahrrad fährt.) Ich frage mich bloß: Wenn in der Diskussion um Verkehrssicherheit im Straßenverkehr verlangt wird, dass man sich in den Autofahrer hineinversetzen müsse und die Voraussetzung dafür sein soll, dass man selbst auch Autofahrer ist, was ist dann mit den vielen Nicht-Autofahrer*innen, die auch am Straßenverkehr teilnehmen?

  • Früher hätte ich bei Radverkehrspolitik über so etwas einen ausführlichen Artikel geschrieben. Heute weiß ich, dass hier einfach nur zwei extreme Positionen aufeinandertreffen, die von zwei Protagonisten präsentiert werden, die beide nicht unbedingt beliebt sind. Alles nur für die Reichweite:


    https://www.haz.de/Hannover/Au…nd-Radfahrer-im-Interview

    Hier noch ein anderes Beispiel dafür, dass in dem Artikel nicht einfach zwei extreme Positionen aufeinandertreffen. Vielmehr ist die Position des Taxifahrers deutlich extremer. Für ihn sind die Fahrradfahrenden diejenigen, die sich unterzuordnen haben. Und er ist sauer, wenn sie das nicht machen.

    "Für uns Autofahrer wird es immer unübersichtlicher im Verkehr. Wenn ich an der Fössestraße ein Grundstück verlassen will, dann taste ich mich zuerst über den Gehweg, ob ein Fußgänger kommt, dann über den Radweg, wo Radfahrer natürlich von beiden Seiten kommen können, obwohl sie es nicht dürfen. Dann durch die geparkten Autos hindurch, und danach muss ich nicht nur auf Autos und Mopeds achten, sondern

    nun zusätzlich auch noch auf Radfahrer."

    Zitat aus dem von Malte verlinkten Doppelinterview.

    Hier ein Bild aus der Davenstedter Straße, eine Parallelstraße der Fössestraße, die den Taxifahrer dazu veranlasst, seine "Jammertirade zu fahren":

    An der Stelle, an der das Schild steht, ist der Radweg an der Davenstedter Straße noch verpflichtend. Nach der nächsten Querstraße wird der Hochbordradweg jedoch so schmal, dass die Verkehrsbehörden entschieden haben, die Benutzungspflicht aufzuheben und kein weiteres Blauschild aufzustellen.

    Was leider versäumt wurde: Es darf weiterhin am Straßenrand geparkt werden. Dort wo die PKW am Straßenrand parken wäre genug Platz entweder für einen geschützten Radfahrstreifen oder einen Radfahrstreifen oder einen Hochbordradweg.

    Das Foto zeigt die Stelle, an der den Fahrradfahrer*innen deutlich signalisiert wird, dass sie jetzt entweder auf dem Hochbordradweg weiter fahren können, oder dass sie auf die Fahrbahn wechseln können.

    Auf der Fahrbahn ist in den Verkehrsspitzen viel Verkehr, es liegen dort Straßenbahngleise und es gilt dort Tempo 50. Für geübte Fahrradfahrer, die flott unterwegs sind, kein Problem. Entsprechend sagt der Kurier-Radfahrer dazu: "Auf der Straße fühle ich mich sicherer, denn dort hält der einmündende Autofahrer garantiert an, weil er auch den restlichen Verkehr beachten muss."

    Aber es gibt nicht nur diese Sorte Fahrradfahrer*innen, wie dieser Kurier-Radfahrer.

    Viele Menschen bevorzugen den Hochbordradweg auch dann, wenn es nur ein schmaler Angebotsradweg ist. Wer nur sehr langsam und selten mit dem Fahrrad unterwegs ist (und das ist die Mehrzahl der Menschen, denn die meisten Menschen sind nur wenig geübte und trainierte Fahrradfahrer*innen) wird vermutlich an der gezeigten Stelle nicht die Fahrbahn benutzen. Und wenn es gewünscht ist, dass deutlich mehr Menschen das Fahrrad benutzen, dann ist es an solchen Stellen erstens wichtig, dass der Angebotsradweg weiter zur Verfügung steht. Und zweitens, perspektivisch ist eine wirklich gute Fahrradverkehrsinfrastruktur wichtig. Der Platz für einen breiten Radfahrstreifen oder Hochbordradweg (plus einen breiten Gehweg) ist vorhanden, die parkenden Autos müssen dort weg!

    Dazu wird in dem Interview leider nichts gesagt.

    Hier der Start zu einer mappilary-Fahrt auf der Fössestraße ab der Stelle, an der Fahrradfahrer*innen die Wahl haben, ob sie auf der Fahrbahn oder auf dem Angebotshochbordradweg fahren.

    Mapillary cookie policy use

  • Dann durch die geparkten Autos hindurch, und danach muss ich nicht nur auf Autos und Mopeds achten, sondern

    nun zusätzlich auch noch auf Radfahrer."

    Wie endlos dumm so ein Statement auch einfach ist.

    Als ob das Beachten des Querverkehrs auf der Fahrbahn bei unterschiedlichen Fahrzeugtypen, gerade langsameren, eine größere Herausforderung wäre...

  • Als ob das Beachten des Querverkehrs auf der Fahrbahn bei unterschiedlichen Fahrzeugtypen, gerade langsameren, eine größere Herausforderung wäre...

    Stell dir vor, du rechnest nur mit silbernen, weißen oder schwarzen Autos, weil Autos heute zu gefühlt 99% dieser 3er-Palette entsprechend gekauft werden. Wie leicht hat man da auf einmal einen roten Wagen übersehen!

  • In Berlin wurden ja Privatanzeigen im 2. HJ 2022 kaum verfolgt.

    Hier hat mal jemand die Bußgeldstelle dazu befragt und die Antwort veröffentlicht.

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    Leider eine typische formale Beamtenantwort ohne Zusicherung der Besserung.


    Interessant fand ich den Absatz, in dem geschrieben wird, dass man ohne persönliche Betroffenheit keinen Auskunftsanspruch über den Bearbeitungsstand hat.

    Gilt etwa der Umkehrschluss?

    Muss die Behörde bei persönlicher Betroffenheit Auskunft erteilen? Also wenn mir einer auf dem Radweg im Weg steht?

  • Was heißt ohne Ergebnis??

    Da steht ganz eindeutig, dass Meldungen nur dann bearbeitet werden, wenn sie Einzelfälle sind. Und auch dann nur wenn die Bußgeldstelle Lust hat, einen Anspruch gibt es nicht.

    Wenn Personen mehrere, oder noch schlimmer, regelmäßig Verkehrsverstöße melden, dann wird davon ausgegangen, dass die Persönliche Betroffenheit fehlt. Wenn also jemand zum Beispiel Weg-li benutzt, macht er sich unzulässigerweise die Verkehrsüberwachung zu eigenen.


    Kurze Übersetzung: Alles, was nach Arbeit aussieht wird ignoriert aus Eigenschutz.

    Und es ist "illegaler" eine Ordnungswidrigkeit melden, als diese zu begehen.

  • Also ich lese da - durchaus zu meiner Verblüffung - dass die Anzeige einer Ordnungswidrigkeit durch eine Privatperson keine "Anzeige" ist, sondern eine "Anregung" an die Verwaltung.


    Oha.


    Dann steht da aber, dass die Behörde nach "pflichtgemäßen Ermessen" entscheiden muss.


    Das heißt nun aber, dass die nicht einfach sagen können "Bäh, ist uns zuviel Arbeit, und der Typ ist sowieso ein Autohasser".


    Vor allem steht da aber, dass die "Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten eine zentrale staatliche Aufgabe" - also auf einem Niveau mit Finanzamt, Sozialamt und Bundeswehr - ist. Da wüsste man doch gerne, inwieweit die schreibende Behörde bereit ist, ihre Aufgabe zu erfüllen.

  • Ich kann Dir sagen, das im LK FFB das Ordnungsamt die "Anregungen" aus Prinzip nicht weiter verfolgt. Weil es verhindern will, dass Privatpersonen anfangen, überhaupt Meldungen zu machen.

    Nun ist FFB nicht Berlin, die Personaldecke ist dünn und die Arbeitszeiten auf 7:00 bis ~15:00 beschränkt. Außerhalb dieser Uhrzeit kann man eigentlich machen was man will, solange der KFZ-Verkehr nicht behindert wird, dann greift vielleicht die Polizei ein.

  • Außerhalb dieser Uhrzeit kann man eigentlich machen was man will, solange der KFZ-Verkehr nicht behindert wird

    Same here. Am Sonntag Abend wird nie kontrolliert. Von [Zeichen 325.1] über [Zeichen 242] bis nochmals zum expliziten Parkverbot mit ist alles dabei. Manchmal fährt die Feuerwehr zum Test durch die Altstadt und wo sie nicht durchkommen wird abgeschleppt. Aber leider nur 1-2 mal im Jahr und garantiert nicht an einem Sturm-Wochenende.