Die nächste Bedrohung der Demokratie: AKK

  • Wenn man vom Fettnäpfchen direkt in die Friteuse springt.
    Die haben die digital natives komplett unterschätzt.
    Wer unter 30, bzw. auch ein großer Teil meiner Generation, zieht sich denn noch die obligatorischen
    Talkshows und "Kanzlerduelle" rein. Da ist meine Waschmaschine im Schleudergang noch interessanter.
    Was die Menschen wollen, sind Taten und Veränderungen.
    Die Zeiten, in denen die BILD Politik gemacht hat sind längst vorbei.

    Unterschätze nicht den Wirkungskreis der Bild-Zeitung. Die Medien-Landschaft ist ganz einfach vielfältiger geworden.

    Und ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass auch Wahlplakate eine hohe Auswirkung auf das Wahlergebnis haben. Das konnte man selbst bei den Piraten vor einigen Jahren beobchten! Da hatten die sich genau den ersten Tag an dem Plakate aufgehängt werden durften ganz fett mit Rot im Kalender angekreuzt und sind umgehend zur Tat geschritten. Bis die anderen aufwachten waren alle Laternen schon besetzt.

    Leider agiert heute die AfD sehr stark mit Plakaten. Und andere rechte Parteien benutzen sie regelmäßig zum Tabu-Bruch und um über diesen Umweg ins Gespräch zu kommen, dass gefordert wird besonders volksverhetzende und die Menschenwürde missachtende Plakate nicht zuzulassen.

  • Unterschätze nicht den Wirkungskreis der Bild-Zeitung. Die Medien-Landschaft ist ganz einfach vielfältiger geworden.

    Und ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass auch Wahlplakate eine hohe Auswirkung auf das Wahlergebnis haben. Das konnte man selbst bei den Piraten vor einigen Jahren beobchten! Da hatten die sich genau den ersten Tag an dem Plakate aufgehängt werden durften ganz fett mit Rot im Kalender angekreuzt und sind umgehend zur Tat geschritten. Bis die anderen aufwachten waren alle Laternen schon besetzt.

    Leider agiert heute die AfD sehr stark mit Plakaten. Und andere rechte Parteien benutzen sie regelmäßig zum Tabu-Bruch und um über diesen Umweg ins Gespräch zu kommen, dass gefordert wird besonders volksverhetzende und die Menschenwürde missachtende Plakate nicht zuzulassen.

    Die BLÖD verliert allerdings kontinuierlich Leserschaft. Und die digitalen Abozahlen sind auch mit Vorsicht zu genießen. Ich habe z.B. noch eine BildMobil Prepaid Karte, die habe ich mal im Urlaub gekauft für meinen Mifi-Router. Damit war ich auch BLÖDPlus Abonnent.

  • Mal davon abgesehen, daß ich "Whataboutism" immer für ein schwaches Argument halte: Zulässig. Natürlich.

    Mir ging es um die Frage: Wo ist "demokratietheoretisch" ((c) AKK) der Unterschied zwischen Promis, die einen Videoclip veröffentlichen, und Hunderten von Pfarrern, die von der Kanzel predigen, dass man am Sonntag "christlich" wählen soll?

  • (Ich möchte nicht darüber diskutieren, warum diese Grafik ausgewählt wurde und warum.)


    Ich verstehe deine Aussage so, dass du meinst, dass die Vermögensverteilung nicht aus dem Ruder läuft, weil alles nur so ist wie vor dem Krieg.


    MMn läuft etwas schief, wenn die obersten 10% über 2/3 des Nettovermögens verfügen und das auch fleißig vererben (Deutsche vererben jährlich bis zu 400 Milliarden Euro) oder aus dem letzten Armuts- und Reichtumsbericht (Kurzfassung): "Die Haushalte in der unteren Hälfte der Verteilung verfügen nur über rund 1 Prozent des gesamten Nettovermögens, während die vermögensstärksten 10 Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens besitzen".

  • Ich verstehe deine Aussage so, dass du meinst, dass die Vermögensverteilung nicht aus dem Ruder läuft

    Zumindest ist die aktuelle "Erbquote" in Deutschland in keiner Weise etwas Besonderes. Weder historisch, noch im internationalen Vergleich. Damit ist schonmal die Dramatik raus, die im Video von Rezo angedeutet wird: Es gibt keine dramatische Entwicklung an dieser Stelle. Aktuell kehrt dieser Kennwert einfach wieder in den historischen und internationalen Normbereich zurück. Nicht mehr und nicht weniger.


    Ob man etwas dagegen machen möchte, ist eine ganz andere Frage. Und auch darauf wird es wohl keine einfachen und eindeutigen Antworten geben. Da kann man ganze Bücher mit Pro- und Kontra-Argumenten füllen. Denn eine gewisse Ungleichheit ist auch ein Antrieb für neue Ideen.


    Das geht bis in die Psychologie:

    Sind Menschen glücklicher, wenn es objektiv den meisten materiell besser geht? Oder ist es wichtig, dass es niemand anderem allzu viel besser ergeht?


    "Ganze Bücher" reicht da gar nicht. "Bibliotheken" trifft es eher :-)


    Um zu den "reichsten 10%" zu gehören, genügen übrigens 468.000€ Nettovermögen. Das sind keine Menschen, die den ganzen Tag Champagner trinkend auf Partys rumhängen. So mancher arbeitende Besitzer eines Eigenheims wäre wohl überrascht, dass er schon zu den "reichsten 10%" gehört.

  • Diese Grafik wurde auch in den zahlreichen Faktenchecks bemängelt. Ob es ein fahrlässiger Fehler oder bewusste Manipulation war, mag ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall halte ich das für unnötig, denn das Problem ist doch real und da spielt es auch eigentlich keine Rolle, wie stark es angeblich zugenommen hat. Vermögen werden fast ausschließlich vererbt und nicht erarbeitet.


    Auch an anderen Stellen wird in dem Video stark vereinfacht: Es ist richtig, dass es für den Bundeswehreinsatz in Syrien kein UN-Mandat gibt und es ist auch richtig, dass für Auslandseinsätze der Bundeswehr ein solches UN-Mandat erforderlich ist. Die Diskussion darüber, ob die Beteiligung der Bundeswehr dennoch richtig ist oder auch, warum es für diesen Einsatz kein UN-Mandat gibt, ist aber komplizierter.


    Auch die Rolle Deutschlands im Drohnenkrieg und die Funktion des US-Stützpunktes Rammstein lässt sich nicht auf den einfachen Satz reduzieren, dass sich Deutschland damit an Kriegsverbrechen beteiligen würde. Welche Möglichkeiten hätte Deutschland, Rammstein als Relaisstation auszuschließen? Die eigentliche Kritik des Videos sehe ich daher auch an der zur Schau getragenen Ahnungslosigkeit. Als wüsste die Bundesregierung nicht, welche Bedeutung Rammstein spielt.


    Ich glaube auch, dass die hilflose Reaktion der CDU die Partei mehr Stimmen gekostet hat als das Video an sich. Erst die kläglichen Versuche einer Reaktion auf das Video haben das Thema so weit nach vorne gebracht. Insofern wundert es mich auch nicht, dass die CDU nun intern darüber berät, warum sie auf diesem Feld so komplett hilflos dasteht. Wünschenswert wäre darüber hinaus natürlich auch eine inhaltliche Auseinandersetzung und - die Hoffnung stirbt zuletzt: ein Kurswechsel.

  • Vermögen werden fast ausschließlich vererbt und nicht erarbeitet.

    Also laut der Grafik von Rezo sind es aktuell ca. 51%. Das ist etwa die Hälfte und sehr weit entfernt von "fast ausschließlich".

    Ob das ein Problem ist, liegt im Auge des Betrachters.


    Und gerade bei Erbschaften landet man ganz schnell bei praktischen Problemen. Denn der Eigentümer ist ja tot. Also muss sein Vermögen irgendwie aufgeteilt werden. Beispielsweise sein Eigenheim (das reicht ja oft schon, um zu den reichsten 10% zu gehören).

    Was soll damit passieren? Werden Einfamilienhäuser dann verstaatlicht? Oder versteigern wir sie? Dann bekommen sie die Immobilienhaie.

    Und wie verhindern wir dann, dass der Eigentümer die Häuser noch mit warmer Hand an seine Kinder überträgt?


    Und ist es überhaupt wünschenswert? Eine selbst genutzte Immobilie ist quasi ein kleiner "Familienbetrieb". In solchen wird sehr häufig gut und nachhaltig mit Vermögen umgegangen. Und das soll man ändern? Einfach weil man "51%" für "zu hoch" hält?


    Der nächste große Block sind Familienunternehmen, die vererbt werden. Da kommen schnell rechnerische Millionenwerte zusammen. Ist auch nicht ganz einfach, da eine gute gesetzliche Regelung zu finden, die gleichzeitig den Wert von Erbschaften reduziert.


    Alles keine einfachen Fragen, auf die es definitiv keine einfachen Antworten gibt.

  • Was soll damit passieren? Werden Einfamilienhäuser dann verstaatlicht? Oder versteigern wir sie?

    Es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Würde man Erbschaften stärker besteuern, würde das der Allgemeinheit zugute kommen und nicht nur den Erben. Niemand fordert eine Erbschaftssteuer von 100% ( = vollständige Verstaatlichung des Erbes).


    Wohlstand durch Erbschaft ist auf jeden Fall ein Problem in Bezug auf die Chancengleichheit. Einerseits bestimmt schon die finanzielle Situation des Elternhauses über die Bildungs- und Aufstiegschancen und dann kommt am Ende noch die Erbschaft oben drauf. Würde man die Einnahmen aus einer höheren Erbschaftssteuer in mehr Chancengleichheit im Bildungssystem investieren, wäre das gerechter.


    Aber zurück zum Titel dieses Strangs: Das fand ich treffend ausgedrückt.

    Zitat

    Wenn die #Zensur wiederkommt, wird sie nicht sagen: "Hallo, ich bin die Zensur".

    Sie wird sagen: "Hallo ich bin die Annegret und wir sollten Meinungsäußerungen im Netz vor #Wahlen regulieren."

    https://www.twitterperlen.de/a…ung-der-meinungsfreiheit/

  • Mir ging es um die Frage: Wo ist "demokratietheoretisch" ((c) AKK) der Unterschied zwischen Promis, die einen Videoclip veröffentlichen, und Hunderten von Pfarrern, die von der Kanzel predigen, dass man am Sonntag "christlich" wählen soll?

    Diese Hunderte von Pfarrern, die am Sonntag predigen, dass man christlich wählen soll, die sagen zumindest in der katholischen und evangelisch-lutherischen Kirche und so weit ich das beurteilen kann auch bei den reformierten und vielen Freikirchen nicht: "Du sollst diese Partei nicht wählen, sondern jene." Kirchengemeinden sind sehr viel pluraler geworden, als das vielleicht vor 50 Jahren noch der Fall war.

    Die größte Gefahr sehe ich bei fundamentalistisch-christlichen Freikirchen. Politisch verorte ich da die Familienpartei, die bei den Europa-Wahlen einen Sitz erringen konnten, und Bündnis C.

    Manche christliche Freikirchen agieren weltweit und werden oft mit viel Geld aus den USA finanziert. Ein guter Teil Kritik am Christentum richtet sich gegen die Aktivitäten und Glaubensdoktrin dieser Kirchen. Leider wird dabei oft alles Christliche über einen Kamm geschert und eine sehr pausachale Kritik des Christentums daraus abgeleitet, was den unterschiedlichen Institutionen und besonders den oft sehr unterschiedlichen Strömungen und Untergruppierungen innerhalb der Institutionen nicht gerecht wird.

  • Mir ging es um die Frage: Wo ist "demokratietheoretisch" ((c) AKK) der Unterschied zwischen Promis, die einen Videoclip veröffentlichen, und Hunderten von Pfarrern, die von der Kanzel predigen, dass man am Sonntag "christlich" wählen soll?

    Nachtrag: Habe gerade heute in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung über die Wahlerfolge der Grünen in Vechta (tief katholisch) gelesen: "Die Zeiten, in denen der Pastor von der Kanzel predigte, dass man in die Hölle kommt, wenn man nicht die CDU wählt, sind vorbei." aus HAZ vom 11.6.2019, "Oh, wie grün ist Vechta"

    Im nahegelegenen Landkreis Emsland sucht man übrigens gerade nach Menschen, die 4 Wochen ohne eigenes Auto mobil sein möchten. Mehr dazu: https://www.emsland.de/wirtsch…4-wochen-ohne-auto-1.html

    Dämliche Berwerber*innenvoraussetzung: Man muss ein Auto besitzen. Und wieder mal werden die Autofahrer*innen priviligiert. Selbst dann, wenn es darum geht, ohne Auto mobil zu sein.

  • Das ist aber logisch: Die sollen doch als Vorbilder für andere Autofahrer dienen: »Guckt mal, wenn Schulzes ihren Polo stehenlassen können, dann können wir das doch auch!« Ein Niemals-Autobesitzer kann für die kein Vorbild sein.


    Street Credibility, könnte man sagen.


    Suchtbeauftragter in einem Unternehmen kann nur jemand sein, der von einer Sucht losgekommen ist. Wegen der Glaubwürdigkeit.


    So isses halt.

  • Also ich habe meinen Führerschein nicht immer dabei, wenn ich denn mal mit dem Auto fahre

    Einige Leute empfehlen sogar, den Führerschein immer zu hause zu lassen.

    Vorteil: Er kann vor Ort nicht beschlagnahmt werden. Selbst wenn das zu Unrecht erfolgt, dauert es einige Zeit, bis man ihn wieder hat. Und in der Zeit darf man dann nicht fahren.

    Nachteil: Das kostet dann vielleicht 1-2 mal im Leben 10 € Bußgeld.

  • Einige Leute empfehlen sogar, den Führerschein immer zu hause zu lassen.

    Vorteil: Er kann vor Ort nicht beschlagnahmt werden. Selbst wenn das zu Unrecht erfolgt, dauert es einige Zeit, bis man ihn wieder hat. Und in der Zeit darf man dann nicht fahren.

    Nachteil: Das kostet dann vielleicht 1-2 mal im Leben 10 € Bußgeld.

    X/Ganz tolle Tips in einem Radverkehrsforum!X/

  • Scherz beiseite... Ich fahre wirklich so selten mit dem Auto (und wenn, meiste nur mit Anhänger bis zum nächsten Recyclinghof), dass ich tatsächlich fast nie daran denke, alle Papiere dabei zu haben.

    Warum sollte ich bei etwas wie 'Auto-Fasten' mitmachen, wenn sich dadurch für mich nichts ändert? Und was bringen solche Aktionen, wenn man dabei so einfach 'besch*****' kann? Beim Stadtradeln bin ich letztes Jahr mehr aus Spaß mitgefahren, da bin ich aber wohl auch die falsche Zielgruppe.

  • Bei der Aktion Monatskarte für lau gegen Führerschein im Tresor habe ich mitgemacht, weil ich mir einige Tickets sparen wollte, die ich andernfalls investiert hätte. Denn hin und wieder benutze ich Bus und Bahn. Außerdem habe ich mich nach Erhalt der Monatskarte lautstark darüber aufgeregt, dass mal wieder den Autofahrern das Geld hinten und vorne reingschoben wird, während Nichtautofahrer in der Gedankenwelt der Entscheider anscheinend gar nicht existieren.

  • Das Konzept der Werbung ist aber schon klar?


    Um einen Neukunden zu gewinnen, verwenden manche Firmen Geld um einen Anreiz zu schaffen. Mein Supermarkt verteilt bunte Faltblätter und hofft darauf, dass die Niedrigpreise beim Waschmittel mich dazu verlocken auch noch Gurken und Tiefkühlpizza zu kaufen. Manche Getränkehersteller heuern knusprige, durchtrainierte Models an, die auf einem Außenfahrstuhl eine Dose öffnen und scheinbar leeren.


    Diese Werbung ist ausdrücklich nicht an Bestandskunden gerichtet. Das ist im obigen Beispiel jetzt schwierig, weil ich mich als Gurken/Tiefkühlpizzakunde vielleicht trotzdem über ein günstiges Waschmittel freue - trifft aber genau auf deinen ÖPNV zu. Der will neue Kunden (unter Ausgabe von "Freibier") gewinnen, nicht die eh schon Kunden mit Geld bewerfen.